Sieben am Sonntag 21.05.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Angedacht war ein weiterer Titel vom letztwöchigen Grand Prix Eurovision,aber erneut hat der Lauf der Geschichte reingespielt. Denn vor wenigen Tagen ist der Sänger von Soundgarden gestorben. OB es ein Selbstmord war, darüber wird noch gestritten. So oder so ist er nun tot und als Sänger eines der mir am besten in Erinnerung gebliebenen 90er Metal Songs bekommt er natürlich ein Tribut in Form eben dieses Titels.

Rückkehr der Woche

Fliegt, meine Hübschen, fliegt! - Bild: Schauzeit Rheydt

Fliegt, meine Hübschen, fliegt! – Bild: Schauzeit Rheydt

Die Schauzeit in Rheydt ist wieder da. Die einmonatige Veranstaltung, bei der leer stehende Ladenlokale in Rheydt an Künstler und Kreative verliehen werden, hat die Stadt 2015 erfolgreich belebt und einigen dieser Kreativen Kontakte und einen Einstieg in die lokale Szene ermöglicht. Und einige der Einrichtungen sind ja auch geblieben, mir kommt da insbesondere das nach seinem Standort benannte Harmonie 20 in den Sinn.
Eine gute Aktion, auf deren Wiederholung ich mich freue. Ich selbst habe auch eine Idee dazu, aber dafür muss ich noch ein wenig mit ein paar Leuten sprechen.

Verbotsforderung der Woche

Da sag noch einer, Technoskeptizismus (was ein Wort!) wäre ein rein deutsches Phänomen: In San Francisco laufen grade Versuche, ein geplantes Roboter-Liefersystem zu verbieten.

Stoff der Woche

T-Shirt-Fabrik der Zukunft? - Bild: IGV Biotech

T-Shirt-Fabrik der Zukunft? – Bild: IGV Biotech

Falschmeldungssender NTV berichtet in einem neuen Beitrag ganz ohne Falschmeldung über den Einsatz von Algen als Rohstoff in der Textilproduktion. Das ist ein interessanter Ansatz gegenüber der problematischen Baumwolle mit ihrem enormen Pestizid- und Wasserverbrauch.
Die alteingesessenen Unternehmer halten da natürlich wenig von und kommen mit einem der merkwürdigsten Argumente aller Zeiten:

Algen und Milch seien gute Ideen, eine Lösung der Probleme des Textilkonsums sieht sie in ihnen jedoch nicht. 25 Millionen Tonnen im Jahr liefere allein die Baumwollproduktion, die nur ein Drittel des Faserbedarfs abdeckte. „Wo sollen die ganzen Algen herkommen? Wie viele Kühe wollen wir uns hinstellen?“, fragt sie.

Das kommt von Alexandra Perschau. Nicht etwa einer Lobbyistin der alten Industrie (hoffe ich), sondern die für den Bereich zuständige Frau bei Greenpeace. Nunja, Frau Perschau, im Falle der Algen kann ich ruhig darauf hinweisen, dass diese Dinger im Ozean wachsen. Sie wissen schon, dieses große blaue Ding, das 71% der Erdoberfläche bedeckt. Da sollte Platz sein.

Radteil der Woche

Warum nicht? - Bild: Bridgestone

Warum nicht? – Bild: Bridgestone


Bridgestone kündigt ein Rad ohne Luftreifen an, welches statt dessen mit thermoplastisch verformbarem Kunststoff federt. Wem diese Technik vage bekannt vorkommt, der hat wahrscheinlich schon vom Loopwheel gehört, welches mit einer Carbon-Kunststoff-Feder im Rad die Federung des Rahmens überflüssig macht.
Beide brauchen im Gegensatz zu Luftreifen etwas Spiel nach oben, da sich das gesamte Rad beim Federn verformt. Das dürfte zu Problemen bei sehr knapp gebauten Rahmen führen, aber mit einem richtig dimensionierten Rahmen und Rad wird das eine ganz gute Option für unkaputtbare Reifen.
Nur vermutlich recht teuer.

Fahrrad der Woche

Die neue Form von Trethilfe

Die neue Form von Trethilfe

Hier noch ein Nachtrag von der Sternfahrt letzte Woche Samstag. Dieses Rad fuhr in der dieses Jahr etwas sehr von Normalofahrrädern dominierten Sternfahrt nach udn durch Düsseldorf ein paar mal vor mir her. Das Gestänge funktioniert auch tatsächlich und das sieht dann ein wenig aus, wie wenn jemand auf einem Bügelbrett durch den Verkehr trockenschwimmt. Eine Alltagssituation, die sicher alle hier kennen werden, weswegen sie sich so gut als Vergleich eignet.

Kissen der Woche

kackkissenMein Sofa ist nun komplett.


Vorm Abgrund stehen und weitergehen

Ich hatte nicht erwartet, dass der Misserfolg der Grünen in NRW dermaßen hohe und vor allem langlebige Wellen schlägt. In der Debatte geht grade eine Menge schief. Es ist alles andere als einfach, das in eine vernünftige Reihenfolge zu vertexten, aber ich will es mal versuchen. Gleich als Ausblick: Ich halte thematische und konzeptionelle Oberflächlichkeit und mangelnde Kommunikation für das Hauptproblem. Weiter geht es in den Abschnitten nach dem Bildchen.

Ja, das 1. und 2. hat einen Sinn. Den hat nur niemand verstanden. Einschließlich der meisten Wahlkämpfer

Ja, das 1. und 2. hat einen Sinn. Den hat nur niemand verstanden. Einschließlich der meisten Wahlkämpfer.
Dazu komme ich nachher noch.


Professionalisierung kontra Profil

2015 gab es auf der LDK (Landesdeligiertenkonferenz=Landesparteitag) einen Antrag zum Thema „Keine religiösen Symbole an und in Gebäuden des Landes“. Völlig gleich, was man von diesem Thema hält, es war eine wichtige Debatte zu der Zeit. Debattiert wurde es freilich nicht, es wurde von der Tagesordnung genommen mit dem Hinweis, der Vorstand bespreche das nochmal intern. Das war wegweisend: Fortan gab es keine Debatten. Wir waren voll auf die Presse hereingefallen, die jegliche Prozesse öffentlicher Findung von Positionen gerne als Zerstrittenheit darstellt. Und wir tun dies im übrigen immer noch, selbst jetzt grade in Bezug auf die Landtagswahl. Bloß keine Kontroversen führen! Es soll eine missverstandene Geschlossenheit demonstriert werden, die verhindert, dass man die Probleme anspricht.
Die Partei, insbesondere die Parteileitung, jagt einem Phantom der Professionalisierung hinterher.

Bloß nichts sagen

Kann sich jemand an konkrete Forderungen der Grünen zur Landtagswahl erinnern? Nein? Nun, das hat einen Grund: Das Nachäffen der Wahlkämpfe anderer (vornehmlich Österreich und Baden-Württemberg), kombiniert mit Professionalisierung in Form von Zielgruppenanalyse. Das eine ist, dass uns dank Zielgruppenanalyse alle weggebrochen sind, die nicht zu unserer Kernzielgruppe gehörten. Das andere ist die grundsätzlich mangelnde Konkretheit.
Eine Lehre, die aus Österreich immer wieder betont wurde, war der Erfolg politisch hohler Lifestyle-Events. Forderungen machen nur schlechte Presse, Events machen gute Laune. Wenn der Landesverband etwa feststellt:

Die wirtschaftliche Zukunft des Industrielandes NRW hängt vom Gelingen der Energiewende und dem ökologischen Umbau der Wirtschaft ab. Es ist uns nicht gelungen, die Chancen dieses Wandels herauszustellen.

dann kann ich dazu nur sagen: Wir haben es ja auch gar nicht versucht! Ich wüsste keine einzige Veranstaltung auf Landesebene, bei der dies getan wurde. Wir waren aktiv so unpolitisch wie es für eine Partei nur ging. Leichte Beute für eine umso politischer agierende konservative bis neoliberale Seite, die den Leuten erfolgreich einreden konnte, sie seien in NRW unsicher und überhaupt wäre alles ganz schlimm. Wir hatten genug im Programm, aber nur abstrakte Sprüche ohne konkrete Aussagen auf den Plakaten.
Das gilt allerdings für alle Ebenen: Die Führung hat es präsentiert, aber wir an der Basis haben es geschluckt, bestenfalls geschwiegen.

Und manchmal haben wir diskutiert, dann aber halt Blödsinn. Wen interessiert es, ob die Kinder bis zum Abitur acht oder neun Jahre brauchen? Das interessiert niemanden. An diese Stelle hätte eine Debatte über Unterrichtsinhalte und Vermittlungsmethoden gehört, um diesem Blödsinn den Wind aus den Segeln zu nehmen, bevor er verfängt.
Doch ob G8, Ganztagseinrichtungen oder Inklusion: Der Karren ist vor die Wand gesetzt worden, weil wir das Ziel im Auge hatten, aber niemand den Weg kannte. Und wenn man in so einer Situation einfach eine grade Linie von Start zu Ziel fährt, der läuft halt Gefahr, dazwischen ein paar Wände zu übersehen. Oder auch ein paar Bergketten.

Kurz vor der Wahl kamen nochmal ein paar Themen auf den Tisch. Das Ticket um für 2 € am Tag durch ganz NRW fahren zu können (zum Vergleich für alle, die das zu teuer finden, das entspricht für einen Monat etwa drei Tagen hin und zurück für meine alte Pendelstrecke Mönchengladbach-Düsseldorf) kam und das Thema Bienen.

Die Blindheit, mit der wir übersehen haben, dass soziale Fragen das sind, was die Menschen zur Zeit umtreibt, war beachtlich. Nein, Martin Schulz‘ Kanzlerkandidatur war keine Überraschung. Das war von dem Moment an offensichtlich, als er sich am Höhepunkt seiner Popularität aus Brüssel zurückzog. Und selbst wenn — man brauchte keinen Schulzzug, um die Bedeutung der Themen Armut und Verelendung zu erkennen. Wir selbst zeigen ja immer wieder auf das Thema der sich öffnenden wirtschaftlichen (ich finde die Bezeichnung als soziale Schere etwas bekloppt, es geht ja um Einkommen, nicht um den Freundeskreis) Schere. Alle reden über die Flüchtlinge (ja, immer noch), wo bleiben unsere Konzepte zur Integration? Gut, wir haben ja auch keine für die Inklusion, wir hoffen bei solchen Wörtern mit „In-“ stets, das sich das von selber löst, wenn wir nur fest genug daran glauben (siehe obige Aussage mit den Wänden).

Aber welcher Teufel treibt eigentlich eine bereits kriselnde Partei dazu, Koalitionen auszuschließen? Ich meine, ich will auch keine schwarz-grüne Koalition, aber um Himmels Willen, durch einen solchen Beschluss gewinnt man niemanden und vertreibt dafür so manche Wechselwähler.

Und dann die interne Kommunikation: Unsere Kampagne wurde intern als Geheimsache behandelt, als könne man den Orts- und Kreisverbänden nicht vertrauen. Was auch zur Folge hatte, dass nur eine kleine Anzahl von Mitgliedern die Erklärung der auf unaufgeklärte albern wirkenden 1.-2.-Plakate kannte. Solche Marketing-Eskapaden jenseits der Lebenswelt der Kundschaft sind ein typisches Phänomen fehlgeleiteter Professionalisierung.

Alle gegen uns

Natürlich hat das auch externe Ursachen. Die Berichterstattung über die Grünen ist unterirdisch und von Sensationsgier geprägt.
Randnotizen und vorsichtige Überlegungen, ob etwas vielleicht eine sinnvolle Idee sein könnte, werden zu massiven Forderungen aufgebläht. Jede Diskussion darüber wird zu einem Streit stilisiert. Damit haben wir umzugehen verlernt. Statt dies als Gelegenheit aufzugreifen, für seine Positionen zu werben oder die Debatte ins Rollen zu bringen, ziehen wir uns zurück und überlassen jenen das Feld, die daraus einen Strick für die Partei drehen. Wir meisseln unsere Aussagen immer glatter, immer inhaltsloser, damit sich ja niemand daran stößt.
Doch warum sonst werden wir denn an der anderen statt gewählt wenn nicht, um genau das anzusprechen, was die anderen nicht ansprechen?

Hier ist, was ich von der Grünen Partei in Zukunft als Ziel ihrer politischen Kultur erwarte:
Mehr Mut zur Meinung.
Mehr Mut zur Debatte.
Mehr Mut zur Individualität.
Weniger Marketing-Bla.

Dann wird das auch wieder was.

Ich verstehe den Ruf nach Geschlossenheit, aber ich befürchte, wir verwechseln diese mit demonstrativer Lernresistenz. Letztere wäre der berühmte Schritt, den man in Zukunft weitergehen will, wenn man heute am Abgrund steht.



Sieben am Sonntag 14.05.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Diese Woche mit ein paar zusätzlichen Einträgen aus der Vorwoche, da ich die übersprungen habe. Der heute endende Wahlkampf kann ziemlich viel Zeit kosten, da fallen andere Dinge manchmal runter. Ein Blog zum Beispiel. Aus dem selben Grund geht dieser Beitrag auch online, während ich nicht zu Hause bin. Also nicht wundern, wenn die Verweise in den sozialen Netzwerken erst einen Tag später kommen.

Musik der Woche

Es interessiert mich nicht, ob der sülzige Portugiese letzte Nacht des ESC gewonnen hat, das hier ist mein Gewinner der Herzen. Beim Publikumsvoting fett abgeräumt, bei der Kritik rasselnd durchgefallen: Hip Yod, wie ich es jetzt nenne, ist ebenso großartig wie bescheuert.
Ich weiss, der Portugiese mit der Gargamel-Gestik hat eine Menge Herz in sein Lied gesteckt (coração kam gefühlte 100 mal darin vor), aber er hat halt nicht gejodelt. Und deswegen sind hier jetzt Ilinca und Alex Florea statt des ursprünglich angedachten Everybody Wants to be a Cat aus Aristocats, das mir bis dahin die ganze Woche im Ohr hing.
Das ist einfach mal was anderes und es macht Spass.

Übersetzungsarbeit der Woche

"Bis dann und danke für all den Fisch!" - Bild: Pexels

„Bis dann und danke für all den Fisch!“ – Bild: Pexels

Das neue schwedische KI-Unternehmen Gavagai hat Pläne angekündigt, bis 2021 mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) delfinisch zu übersetzen.
Die Idee, dass die Kommunikation von Delfinen sich übersetzen lässt ist nicht neu und wird dadurch verkompliziert, dass Delfine nicht ausschließlich mit Lauten kommunizieren, aber es ist dennoch ein interessantes Projekt. Delfinsprache(n) dürften allerdings deutlich einfacher zu übersetzen sein als menschliche Sprachen. Menschen sprechen einfach über ganz andere Dinge als Delfine es vermutlich tun. Deshalb ist diese Arbeit als Vorläufer der Übersetzung menschlicher Sprachen durchaus interessant. Übersetzung bei Menschen ist ja schon bei Texten mehr als unperfekt (Video hinter dem Link).

Inhaftierung der Woche

ki-autofalleHier ist das komplette Video. Mehr muss ich dazu eigentlich gar nicht mehr sagen.

Reform der Woche

Saudi-Arabien hat überraschend seine Gesetze gegen Frauen gelockert. Konkret dürfen Frauen dort künftig:

– künftig arbeiten, ohne vorher Männer zu fragen.
– Krankenhäuser und Universitäten besuchen, ohne eine Erlaubnis einzuholen.
– staatliche Angebote wie Sozialleistungen nutzen – auch ohne Vormundschaft.

Als nächstes wird ihnen noch erlaubt, Auto zu fahren. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten.
Ja, es ist alles absurd und Länder wie Saudi-Arabien sind in einer vorsintflutlichen Welt gefangen. Doch die Entwicklung zeigt, dass es nicht mehr möglich ist, in der heutigen Welt noch als Hort der Ungerechtigkeit dazustehen. Es sei denn, man macht es wie Nordkorea und schottet sich komplett von allen äusseren Einflüssen ab. Und selbst das wird nicht ewig halten.

Fahrrad der Woche

Schräg! - Bild: ebay

Schräg! – Bild: ebay

Ich glabe, das ist eine Art von Drift-Trike. Da ich nichts von Drift-Trikes verstehe, bin ich da aber nicht sicher. Auf jeden Fall ist es mit diesen riesigen Hinterrädern ein recht kurioses Kettenfahrzeug und im übrigen noch etwa eine Woche lang bei eBay zu ersteigern. Wenn es also jemand haben möchte: Viel Erfolg!

Richterspruch der Woche

Ein kleines bisschen weniger Vernichtung -  Bild: Flickr/350.org

Ein kleines bisschen weniger Vernichtung –
Bild: Flickr/350.org


Die Besetzung von Teilen des Tagebaus Garzweiler II 2015 im Rahmen von Ende Gelände war legal. Der Vorwurf des Hausfriedensbruches sei nicht haltbar, da das Gelände nicht ausreichend abgegrenzt gewesen sei.
Das ist ein guter Sieg für die Widerstandsbewegung gegen die Zerstörungen von RWE im Namen des Profits.

Depri-Aufnahme der Woche

Wrack eines Traums - Bild: Claus Hecking/Spiegel Online

Wrack eines Traums – Bild: Claus Hecking/Spiegel Online

Zugleich eine absolute Leseempfehlung ist Claus Heckings mit vielen ausgezeichneten Fotos versehener Artikel auf Spiegel Online über das Schicksal der Transrapid-Teststrecke im Emsland. Einst ein Vorzeigeprojekt deutscher Ingenieurskunst, zeigt es auch, mit welchen Widerständen große Erfindungen immer wieder zu tun haben und wie schwer es ist, sie umzusetzen. Das ist weder etwas neues, noch etwas, was man nur in der Vergangenheit findet. Die Bilder und der Bericht sind dafür aber so wundervoll stellvertretend.
Immerhin steht es nicht um alle Transrapids so schlimm. Drei sind in Shanghai im Einsatz, die meisten der anderen stehen als Andenken vor Museen und Firmen, darunter auch die andere Hälfte des im Bild zu sehenden TR-06.

Frage der Woche

Es gibt Fragen im Leben, die muss man sich einfach stellen. „Warum eigentlich kämpfen Ritter in den Schmuckbildern mittelalterlicher Buchabschriften ständig mit Killerschnecken?“ hat bisher nicht dazu gehört. Nun erkenne ich inzwischen dank des untigen Videos, welch großer Fehler das war. Warum das Video die Lombarden des siebten Jahrhunderts und die Lombarden genannten italienischen Kaufleute am Niederrhein des 13. Jahrhunderts zusammenwirft, weiss ich allerdings auch nicht. Zwischen den beiden Gruppen liegt fast ein Jahrtausend. Ein Jahrtausend in Unterdrückung durch die großen Schneckentyrannen der Lombardei, von späteren Generationen voll Scham aus den Chroniken getilgt.
Wenige Leute wissen das, aber die Ballade von Hans Olos Widerstand und seiner tapferen Schneckentöterin Leja ist bis heute eine der einflussreichsten Überlieferungen aus dieser Zeit.

Überflieger der Woche

Das ist so ziemlich das seltsamste Flugzeug, das ich seit einiger Zeit gesehen habe. Und ich sehe einiges an seltsamen Flugzeugen. Seltsam anmutende Gefährte sind so eine Art Hobby von mir. Das überrascht wahrscheinlich niemanden, der dieses Blog etwas länger verfolgt.
Der Lilium Jet ist ein voll elektrisches Flugzeug mit Senkrechtstart-Fähigkeit. Eine interessante Variante des fliegenden Autos, schon allein, weil es mit Strom betrieben wird und daher nicht wie alle anderen mir bekannten Konzepte auf fossile Energien angewiesen ist.
Das einzige Problem dürfte die Form sein: Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Fahrzeug bei einem Ausfall noch gleitet. Es sieht aus, als würde es ohne Motor fallen wie ein Stein. Dafür ist immerhin ein Fallschirm drin.
Ich denke inzwischen, es ist nahezu unvermeidlich, dass wir bis 2020 in einigen Städten fliegende Taxidienste sehen, wahrscheinlich in China oder den Ölmetropolen Arabiens. Dubai hat entsprechende Pläne ja schon Anfang des Jahres vorgestellt.


Grün muss

Es gibt derzeit diesen seltsamen Mythos, die Grünen hätten sich erledigt. Ihr Ziele seien erreicht, es gäbe nichts mehr für sie zu tun. Das ist absurd. Natürlich haben die Grünen einiges erreicht, aber sie, wir, sind weit davon entfernt, zu erreichen, wofür wir einst als neue Kraft angetreten sind.
Ja, wir haben unsere Probleme. Beispielsweise konnte ich im internen Netz schlichtweg keines unserer Plakate als einfache Bilddatei zum Einbinden auf einer Webseite finden und muss daher nun die 11 Ziele nehmen. Und ja es gibt auch politische Probleme. Ich komme da weiter unten noch zu. Aber vor allem: Unsere Mission ist noch nicht am Ende. Umes ganz klar zu sagen: Die Welt ist am Arsch und niemanden ausser uns scheint das zu interessieren.

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Die Welt retten

Ja, richtig gelesen, die Welt ist am Arsch. Und die Volksparteien geht das passenderweise an selbigem vorbei. Wenn sie die Probleme nicht ausdrücklich per Dekret für nichtexistent erklären, wie das die marktradikalen Parteien FDP und AfD beim Klimawandel tun.
Der Klimawandel läuft, ob es den Lobbyisten der fossilen Energien gefällt oder nicht und er ist ein echtes Problem. Selbst jene, die es besser wissen müssten, sehen ihn als abstraktes Phänomen, welches den gegenwärtigen Profiten gefälligst nicht im Weg zu stehen hat. Eine Suppe, die spätere Generationen gefälligst auszulöffeln haben. Dabei beginnen wir bereits die Folgen zu sehen. Jahrelange Dürren treiben Länder in den Bürgerkrieg. Neue Krankheitserreger breiten sich in exotischen Ländern wie Hawaii oder — mancher wird schon dort gewesen sein — Deutschland aus.

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Kann man den Grünen vorwerfen, nicht genug zu tun? Vielleicht. Aber zum einen sind sie die einzigen, die überhaupt etwas dagegen tun, zum anderen tun sie dies im ständigen Kampf mit jenen Kräften, die in ihrer Kurzsichtigkeit lieber den Planeten vor die Hunde gehen lassen als auch nur einen Euro weniger Profit zu machen. Gegen jene, die meinen, es brächte ja eh nichts, dann könnten wir auch gleich mit Öl ins Feuer gießen.
Und das selbe Problem sehen wir auch anderswo. Deutschland versagt grade massiv dabei, an den wichtigen Zukunftstechnologien teilzuhaben. Erneuerbare Energien? In die Pleite getrieben! Elektromobilität? Nach Lippenbekenntnissen ignoriert! Und wo andere uns ablösen wollen, fangen sie Stimmen mit Rückschritt — ich meine, Jagderlaubnis auf Katzen, wirklich? Unterdessen will die SPD nicht mal die moderate Forderung mitmachen, wenigstens die 10 schlimmsten Dreckschleudern im Rheinischen Braunkohlenrevier abzuschalten.

Lippenbekentnisse und Gier

Überhaupt, die Altetablierten und ihre Blendgranaten. „Seht, wir tun was“, wird da gerne gerufen und dann tropft es vor laufender Kamera auf den heissen Stein mit einem Schnitt in dem Sekundenbruchteil, bevor der Tropfen zischend als Dampfwölkchen verpufft. Da lässt sich dann die Bundesregierung für lächerliche 25 Millionen € für Radschnellwege feiern, ein Betrag, mit dem man auf Höhe Düsseldorfs noch nicht mal die Hälfte der Strecke vom Rhein an die deutsche Westgrenze schafft. Merkel lässt sich als Klimakanzlerin feiern, während ihre Regierung die Solarindustrie zu Grund richtet und mit dem Dieselskandal eine zunehmend veraltende deutsche Autoindustrie deckt, statt ihr endlich mal in den faulen Arsch zu treten, damit sie als einstige Erfinderin des Automobils nun den Anschluss nicht verliert.
Die Presse gefällt sich unterdessen darin, möglichst plakative Halbwahrheiten zu verbreiten, die sich besser verkaufen als die Fakten. So wie beim Veggie-Day. Oder zuletzt auch bei der Frage nach einer deutlichen Vereinfachung der Steuerformulare, die ganz nebenbei auch der Gleichberechtigung dienen würde.

Das Problem mit den Opportunisten

Natürlich haben die Grünen auch interne Probleme. Wenn ein Winfried Kretschmann beispielsweise aus seinem Kalkül als Ministerpräsident die großen Autobauer in Stuttgart deckt, ist die Zeit gekommen, Willy Brandt rauszukramen und einfach die Sozialdemokraten durch die Grünen zu ersetzen:brandt-sozenJede ausreichend große Partei hat das Problem, dass einzelne Gruppen dazu übergehen, lieber im Dienste guter Wahlergebnisse Opportunismus zu betreiben statt für ihre Sache einzutreten.
Aber das sind Einzelpersonen. Wir können es uns nicht leisten, ihren Verfehlungen zu viel Aufmerksamkeit zu schenken und darüber aus den Augen zu verlieren, dass es um so viel mehr geht, als die Dummheiten von ein paar Opportunisten, die es geschafft haben, auf dem grünen Ticket mitzufahren.

Wie es ist

Wir stehen vor großen Herausforderungen. Und die Grünen sind die einzigen in der Politik, die sowohl willens als auch in der Lage sind, sich ihnen zu stellen. Sie sind nicht perfekt, sie sind nicht allmächtig, aber sie sind das Beste, was wir haben.


Sieben am Sonntag 30.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Erinnert sich noch wer daran, wie Meghan Trainor Trainors Al About That Bass? Das war ein angeblich körperpositiver Song über die Attraktivität voller Hintern. Dagegen ist jetzt wenig zu sagen, ausser dass Trainor nicht umhin konnte, dabei auch gleich dünne Frauen anzugreifen. Also Zeit, eine bessere Version anzugehen und den Refrain etwas wörtlicher zu nehmen. Und wo ein guter Bass benötigt wird, findet man schnell einen, wenn Jonathan Young auftaucht.

Entpackung der Woche

Wie Laser wohl schmeckt? - Bild: Rewe

Wie Laser wohl schmeckt? – Bild: Rewe

Ein fast schon regelmäßiger Aufreger sind aktuell in Plastik eingeschweisste Bio-Lebensmittel. Aus gutem Grund, macht man doch mit der Verpackung einiges von den ökologischen Vorteilen des Bio-Anbaus umgehend zunichte. Rewe hat sich nun entschieden, dazu eine Alternative anzugehen: Statt einer Plastikfolie für den Aufdruck wird dieser in Zukunft einfach per Laser in die Schalen der Früchte gefräst.

Robocalypse der Woche

Unterdessen, in Südkorea (Aufs Bild klicken für Video/Gif)- Bild: bgr.com

Unterdessen, in Südkorea (Aufs Bild klicken für Video/Gif)- Bild: bgr.com

Südkorea ist gemeinsam mit Japan eine der am höchsten technisierten Gesellschaften der Welt. Diese Länder haben einfach einen anderen Umgang mit Technik, sie sehen sie allgemein deutlich positiver als der Westen, der dieses Potenzial rein technologisch ebenso hätte.
So wundert es auch nicht, dass ausgerechnet von dort Videos des bisher fortgeschrittensten kommerziellen Mechs kommen. Mechs sind in der Science-Fiction große Roboter, die nicht autonom arbeiten, sondern einen Piloten benötigen. Sie sind in japanischen Anime beliebt, kommen aber auch andernorts ab und an vor. Ein berühmtes beispiel wäre der Ladegutroboter aus Aliens.
Für das Verladen von Gütern dürfte der Hankook Mirae Technology Method-2 nicht geeignet sein, sehr wohl aber beispielsweise für Grenzpatrouillen oder den Einsatz bei der Polizei. Für diese ist der hohe Aussichtspunkt sehr hilfreich. Militärisch ist ein so hohes und sturzgefährdetes Gerät allerdings wohl eher nicht zu gebrauchen – so gern manche Anime-Fans das auch im echten Leben sehen würden.
So oder so, beeindruckend ist das Teil auf jeden Fall.

Geburtshelfer der Woche

Was da oben zu sehen ist, ist der Test einer künstlichen Gebärmutter, die Kälber ein gutes Stück vor dem bisher sicheren Zeitpunkt am Leben halten kann. In den vier Wochen, die sie in den Beuteln verbrachten entwickelten sich ihre Körperfunktionen und ihre Organe ganz normal, wie sie es auch im Muttertier täten. Ein deutlicher Fortschritt gegenüber der mit Folgeerkrankungen insbesondere der Lungen in Verbindung stehenden jetzigen Maßnahmen, um Frühgeburten mit erheblicher Mühe bis zu einem sicheren Zeitpunkt am Leben zu halten.
Die Technologie ist nun für den probeweisen Einsatz bei menschlichen Frühgeburten bereit. Die Forscher erwarten mit diesem Durchbruch die Entwicklung künstlicher Gebärmuttern noch in diesem Jahrhundert – ob man dies nun als Fortschritt oder Schreckensszenario sehen möchte, sei jedem selbst überlassen.
Dieser Zwischenschritt jedoch ist eine gute Entwicklung, die viele Leben retten kann.

Robohelfer der Woche

Endlich der perfekte Roboter: PancakeBot! - Bild: Storebound LLC

Endlich der perfekte Roboter: PancakeBot! – Bild: Storebound LLC

Die Maschinen versuchen ein zweites Mal, nach dem Riesnrobote runser Vertrauen wiederzuerlangen. Frühchen am Leben halten ist das eine, aber die Königsdisziplin menschlicher Sympathien folgt auf dem Fuße: Die Gestaltung von Motivpfannkuchen.

Insekt der Woche

So sehen Helden aus! - BIld: United States Geological Survey

So sehen Helden aus! – Bild: United States Geological Survey

Ich bin kein Freund von Leuten, die Raupen in Plastiktüten tun und dann wegwerfen. Nun bin ich ein wneig geneigt, da bei Federica Bertocchini aus Spanien eine Ausnahme zu machen, immerhin hat ihr genau jenes Verhalten gegenüber einem kleinen Imkereischädling eine erstaunliche Erkenntnis gebracht.
Die Raupen der Großen Wachsmotte sind in der Lage, bestimmte Kunststoffe zu verdauen, genauer gesagt Polyethylen. Polyethylen ist der mit Abstand häufigste Kunststoff für Verpackungen, da hat es also genau den Richtigen getroffen.
Die Raupen können den Kunststoff dem Bericht nach erstaunlich schnell zersetzen. Die Forscher aus Spanien wollen die Enzyme, welche die Raupe dazu benutzt nun als Grundlage für eine neue Art von Kunststoffabbau einsetzen. Warum sie nicht einfach die ohnehin häufig als Labortieren eingesetzten Raupen dafür nehmen, verstehe ich allerdings nicht. Aber ich bin ja auch kein Raupologe (Coleopterologist?).

Klimafolge der Woche

Aus der Reihe "Untermieter, die niemand haben will" -  Bild: US Center for Disease Control

Aus der Reihe „Untermieter, die niemand haben will“ –
Bild: US Center for Disease Control

Es gibt Dinge, die ich definitiv nicht haben will. Die eosinophile Meningoenzephalitis klingt schon so, als würde sie sich Mühe geben, dazuzugehören. Und in der Tat handelt es sich um eine potenziell tödlich verlaufende Hirnentzündung. Ein möglicher Auslöser ist das oben abgebildete Tierchen, der Ratten-Lungenwurm Angiostrongylus cantonensis aus dem Südpazifik. Nun ist der Südpazifik zum Glück etwas weit entfernt. Noch, denn es gibt da ein Problem: Der Wurm scheint sich auszubreiten und ist immerhin schon in Hawaii angekommen. Als Grund dafür gilt der Klimawandel.
Damit stellt sich der Lungenwurm in eine länger werdende Liste gefährlicher Parasiten, die dem sich verändernden Klima in Regionen folgen, die dafür nicht gewappnet sind. Mitteleuropa hat in dieser Beziehung ja schon mit verschiedenen Mückenarten zu tun, die Krankheiten und Parasiten mit sich bringen.

Bonus

Letzte Woche gab es hier ja einen kleinen Ausfall dieser Reihe. Das muss ich natürlich erklären: Ich wurde vone ineer düsteren Prophezieung bedroht. Nichtsahnend suchte ich Online nach Bildern von Trilobiten, als mich diese Manifestation des Bösen virtuell attackierte. Okay, es könnte auch damit zu tun haben, dass die Tierwelt beunruhigend menschlich wurde. Oder beides hängt ohnehin zusammen.
Ich sag euch, die planen was. Wahrscheinlich sind das mit den Chemtrails auch in Wirklichkeit Flughunde, die die Flugzeuge als Tarnung nutzen, während sie uns ausrotten.
Denkt dran, wenn die Menschheit dann ausgestorben ist: Ihr habt’s hier zuerst erfahren.

Fthagn und so weiter - Bild: Ali Express

Fthagn und so weiter – Bild: Ali Express


Sieben am Sonntag 16.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Normalerweise habe ich ja eine bis jetzt grade unsausgesprochene Regel, das ein Künstler in der Musik der Woche nur eine Erwähnung bekommt. Aber heute ist Ostern und da brauche ich ein Video mit einem Hoppelhäschen, also gibt es ein Metalcover von Psys Gangnam Style vom schwedischen Metalcoverversioneneinspieler Leo Moracchioli. Den gab es hier zuletzt Anfang März, damals mit Scatman.

Beschluss der Woche

Frankreich hat beschlossen, das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland bei Freiburg abzuschalten. Zwar wird es mit Abschaltung 2018 nur durch ein anderes AKW ersetzt, aber wenigstens ist damit eines der beunruhigenderen Uralt-Kraftwerke vom Netz. Das AKW Fessenheim liegt derzeit ohnehin still und nun dürfen wir hoffen, dass es in seiner kurzen Restzeit nie wieder eingeschaltet wird.
So kann Frankreich zwar weiter lustig Atommüll produzieren, aber wenigstens fliegt er uns nicht mehr ganz so schnell um die Ohren.

Abschaltung der Woche

Nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich abgeschaltet ist seit dieser Woche dann auch Kopp Online. Die Seite, das Zentrum für rechte Verschwörungstheorien, besonders alberne Falschmeldungen und selbst für Esoteriker zu bescheuerten esoterischen Quatsch, wird fortan nicht mehr mit neuen Inhalten beliefert. Offenbar war selbst die Leserschaft dieses Mists nicht bereit, dafür auch noch Geld zu zahlen.
Das lässt hoffen, was die Zukunft der Verblödung angeht. Vielleicht lesen die Leute den Schrott tatsächlich nur hipstermäßig-ironisch. Das wäre schön.

Zubehör der Woche

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Ich weiss, ich habe im ersten Moment auch gedacht, die Frau fährt rückwärts Rad -Bild: Fancy

Aus Griechenland kommt eine etwas günstigere Alternative zum Wetterschutz des Velomobils: Der Regenschirmhalter fürs Fahrrad von Senz erscheint mir zwar ein wenig überbepreist, aber was weiss ich denn schon, schließlich habe ich ja noch nie einen Regenschirmhalter fürs Fahrrad gehabt. Oder gemacht. Okay, ich habe schonmal einen Sonnenschirmhalter fürs Fahrrad gemacht, aber dafür musste ich auch nur zwei Ringschellen mit zwei weiteren Ringschellen am Rahmen festmachen. Was vermutlich auch reichen würde. Hmm.
Okay, günstigerer Plan: Viererset Ringschellen gibt’s im 1-€-Shop, aber ich sag nicht,für wieviel.
Hilft zwar nicht gegen Chemtrails, aber da Kopp Online ja nicht mehr bespielt wird, gibt es die ja auch nicht mehr.

Elektromobile der Woche

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort - Bild: E.Go Mobile AG

Ohne Kühlergrill hat der irgendwie was von Voldemort – Bild: E.Go Mobile AG

Stuttgart und Wolfsburg fallen in Sachen Elektromobilität ja eher dadurch auf, komplett den Anschluss zu verpassen. Womit das Ende der deutschen Autoindustrie absehbar wäre, gäbe es da nicht die RWTH Aachen. Während der von dort stammende eScooter der Post überaus erfolgreich ist und bald auch in den Privatverkauf gehen könnte, nachdem die Post diese Woche den Bau eines zweiten Werkes ankündigte, rollt 2018 ein weiteres aachener Elektroauto auf die Straßen.
Der E.Go Life der neuen Firma E.Go MObile AG, dessen kleiner Bruder E.Go Kart übrigens als vierrädriges Fahrrad gefahren werden kann und vom Bau sehr leicht mit einem Dach versehen werden könne, lassen sich bald vorbestellen und sollen dann nächstes Jahr vom Band rollen. Mit 16.000 € ist er zwar ein ganzes Stück teurer als Renault Twizy, dafür liegt er aber vom Bautyp ohnehin eher auf dem Level eines Twingo.
Ich hoffe meine Versuche, so zu tun, als wüsste ich irgendwas von Autos, haben funktioniert.

Buch der Woche

felgenkillerIch hatte bereits erwähnt, dass es diese Woche einen neuen Krimi von Thomas M. Claßen gibt, der in einer fiktiven Großstadt am Niederrhein namens Grawenhorst spielt, welche verdächtig einer Großstadt am Niederrhein namens Mönchengladbach ähnelt und die gleich zu Beginn in einen Wald führt, der verdächtig dem Stadtwald ähnelt? Mal abgesehen von all den Dingen, die in einem Krimi ohnehin verdächtig sind, weil es sich schließlich um einen Krimi handelt?
Hatte ich schon? Na, dann ist ja gut.
Und trotzdem muss ich jetzt noch ein bisschen mehr schreiben, denn sonst sieht die Seite schief aus, weil das Bild links neben diesem Punkt mit dem Bild vom nächsten Punkt kollidiert und das dann seltsam aussieht. So ist das halt beim Schreiben in einem dynamischen Medium wie dem Internet und Fließtext in HTML. Manchmal muss man gezielt viel schreiben, um den Abstand zwischen Objekten sicherzustellen. Zumal ich ohnehin ein tägliches Schreibziel von 1.000 Wörtern habe und da es schon spät ist wäre es absolut töfte, wenn ich das noch mit diesem Blogbeitrag erreichen würde.
Jetzt sind es übrigens 917 Wörter mit dem Teiltext, der gleich noch kommt. Das ist schonmal nicht schlecht, aber die Bilder sind noch nicht ganz getrennt.
Na gut, ich hätte auch einfach das Bild verkleinern können, aber man muss ja nicht immer den einfachen Weg gehen. Es klappt ja auch so und jetzt ist es vollbracht.
Das Buch hatte ich schon erwähnt, nicht? Gut. Felgenkiller. Gibt’s im Buchhandel. Und bei Amazon. Unter anderem.

Penis der Woche

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig - Bild: Werner Kerschbaummayer

Der restliche Garten lässt leider zu wünschen übrig – Bild: Werner Kerschbaummayer

Für eine Religion, deren zweitwichtigstes Symbol auffällig antiken Darstellungen einer Vagina ähnelt, hat das Christentum erstaunlich viel Probleme mit Geschlechtsorganen. So auch im österreichischen Traunkirchen, wo ein Sammler neben einem Pilgerpfad ein neu erworbenes Kleinod aufgestellt hat. Das erbroste die Gemeinde und so gab es vorhin verlinkte Presse-Berichterstattung zu der ganzen Affäre. Was offenbar durchaus in der Absicht des überaus amüsanten Grundbesitzers lag.
Nun, der Konflikt wurde gelöst. Auf die bestmögliche Weise.
gnihihi - BIld: Werner Kerschbaummayr

gnihihi – Bild: Werner Kerschbaummayr


Das große Felgensterben hat begonnen

Es ist ein paar Tage her, dass ich zuletzt ein deutschsprachiges Buch hier vorgestellt habe. Zweieinhalb Jahre, um genau zu sein. Und diesmal ist es noch nicht mal von mir, sondern von einem Freund in einem Genre, dass es von mir bisher noch nicht gegeben hat: Krimi! Regio-Krimi, Fahrradkrimi, Krimi mit so mancher Leiche. Und doch gibt es eine kleine Gemeinsamkeit: Sowohl in meinem aktuell letzten deutschsprachigen Buch Khamel als auch in Thomas Claßens Felgenkiller gibt es ein Mönchengladbach, das nicht so heisst – sei es nun Kalmrill oder Grawenhorst.
Doch eins nach dem anderen:

Felgenkiller-Das-BuchIn „der niederrheinischen Großstadt Grawenhorst“ sterben mehrfach Radfahrer auf Touren. Der ein oder andere wird an der Gestaltung des Zwischentitels bemerkt haben, dass dies kein unblutiger Krimi ist, es gibt durchaus mehr als eine Leiche.
Ebenso gibt es natürlich mehr als einen Verdächtigen, darunter Protagonist Manni, der bald selbst nachforscht. Und natürlich ausreichend Spuren und Überraschungen, um die Spannung für 308 Seiten zu halten.

Inspiriert hat Thomas dazu die Tatsache, dass unter all den Krimis, die ständig im Deutschen erscheinen, kein Fahrradkrimi zu finden war. Dies fiel ihm angesichts des Pferdesportkrimis eines Freundes (Aufs falsche Pferd gesetzt von Ulli Holst) auf und so begab er sich an Felgenkiller. Übrigens hatte ich Thomas eine Weile im Verdacht, Ulli Holst zu sein, der ja offen als Pseudonym auftritt. Nun, er war es nicht, aber dafür gibt es jetzt einen Krimi von ihm unter eigenem Namen — darüber mag ich mich nun wirklich nicht beklagen.
felgenkillerUnd tatsächlich: Während Pferdekrimis ein eigenes kleines Subgenre mit immerhin 13 Einträgen bilden, gibt es selbst in der vielfältigen Selbstverlegerszene kaum Krimis mit einer Verbindung zum Fahrrad. Und Felgenkiller ist der einzige mir bekannte, wo nicht Ermittler oder Täter auf dem Rad kommen, sondern die Opfer, somit Radfahren tatsächlich zum thematischen Mittelpunkt der Handlung wird.
Auf dass das Fahrrad mehr literarische Beachtung erhält! Und wenn ich mit meinem eigenen Projekt im Radbereich jemals vorankomme übrigens auch ludische, aber das ist ein anderes Thema für ein andermal.

Kaufen? Kaufen!

Felgenkiller von Thomas Maria Claßen ist seit gestern für 12 € als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich (wie gesagt, ich habe für diesen Blogbeitrag einen Feiertag übersehen), zum Beispiel diesen Buchhandlungen in NRW und Roermond (NL) und bei Amazon.
ISBN 978-3-9611123-1-9
Mehr Informationen auf der Webseite des Buchs und der Facebook-Seite des Autors.


Sieben am Sonntag 09.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe Ideen. Viel zu viele Ideen. Und ich sage sie keinem, solange sie nicht reif sind. Aber ich kann immer mal wieder andeuten. Und in dieser fahrradhaltigen Woche ist es eine Idee, die mit Fahrrädern zu tun hat. Mal sehen, ob ich daraus was größeres mache. Eigentlich habe ich für den Rest des Jahres genug Projekte, was Veröffentlichungen angeht (da geht im Mai eine größere Aktion los).
Vielleicht gegen Jahresende. Oder zum Vormerken für 2018. Mal schauen. Genießt erstmal eine 8Bit-Version von Queen Bicycle Race.

Privileg der Woche

Endlich versteht jemand die besonderen Dränge langer Radreisen - BIld: Oliver Jansen

Endlich versteht jemand die besonderen Dränge langer Radreisen – Bild: Oliver Jansen

Spielerei der Woche

Videospiele wie Tetris können etwas ähnliches wie Ohrwürmer auslösen, nur halt mit einem immer wieder erscheinenden mentalen Bild statt mit Musik. Abgesehen davon, dass grae Tetris auch einen ganz klassischen Ohrwurm auslösen kann.
Nun sind Mediziner auf die Idee gekommen, mit diesem Effekt die Bildung traumatischer Flashbacks zu verhindern, wie sie für PTSD typisch sind. Und es funktioniert auch, wenn das Spiel innerhalb von sechs Stunden nach dem traumatischen Erlebnis eingesetzt wird. Das ist doch mal eine interessante Variante von therapeutischem Videospiele-Einsatz.

Ding didelding didelding didelding didelding diding ding ding ding ding

Ding didelding didelding didelding didelding diding ding ding ding ding

Wolkenkratzer Bodenkratzer (?) der Woche

Okay, ich sage es gleich zu Anfang: Dieses Gebäude ist aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem gegenwärtigen Stand der Technik nicht möglich. Es ist kein Material bekannt, dass solche Gewichte frei tragen könnte. Jedes bekannte Material würde schon unter seinem eigenen Gewicht zerreissen, wenn es auf diese Weise aus dem Orbit hinunter zum Boden gehängt wird. Und ich will gar nicht wissen, wie sehr das schaukelt.
Worum es geht? Um den Analemma Tower,eine Konzeptstudie eines Architekturbüros in „planetarem Design“. Es handelt sich um einen mehrere Kilometer hohen Turm, der an einem eingefangenen Asteroiden im Orbit befestigt wird und von dort in die Atmosphäre hinunterhängt.
Entwürfe dieser Abgefahrenheit gibt es schon lange. Ich erinnere mich gut an Ideen aus den 70ern, eine fliegende Stadt zu bauen oder einen künstlichen Berg aus Wohneinheiten. Das ist alles abgefahren, bekloppt und oft kaum bis gar nicht physikalisch möglich, aber als Vision irgendwie auch cool.

Nein, der Analemma Tower reicht nicht so hoch, der geht so weit runter - Bild: Clouds Architecture Office

Nein, der Analemma Tower reicht nicht so hoch, der geht so weit runter – Bild: Clouds Architecture Office

Garten der Woche

Ganz toll, jetzt hab ich Gottlieb Wendehals als Ohrwurm. Kann ich zu Tetris zurück? - Bild: Indiegogo/Ponix Systems

Ganz toll, jetzt hab ich Gottlieb Wendehals als Ohrwurm. Kann ich zu Tetris zurück? – Bild: Indiegogo/Ponix Systems


Das ist Herbert. Der heisst so, weil Österreich.
Herbert ist ein Kräuteraufzuchtsystem für die Küche. Es hat sein Crowdfuding-Ziel bei Indiegogo immerhin mal eben verfünffacht und nun kann damit bald jede/r seine Kräuter an der Küchenwand anbauen. Oder auch an der Wohnzimmerwand, wenn man will.

Petition der Woche

Scheussliches LIla ignorieren, Text lesen! - Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Scheussliches LIla ignorieren, Text lesen! – Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW

Es läuft auf Initiative der Grünen eine Petition für ein Pilotprojekt, ein NRW-weites Tagesticket für zwei Euro anzubieten. Es soll ein erster Schritt zur Überwindung des komplizierten Tarifverbündesystems im Land sein. Warum wir dafür Unterschriften sammeln? Um zu zeigen, dass das keine spinnerte Idee einer Kleinpartei ist, sondern viele Menschen dahinterstehen. Das ist wichtig, denn der Lobbyismus in der Politik tendiert erschreckend stark zum Auto. Um das zu überwinden, müssen die Alternativen wie eben der ÖPNV eine ebenso starke, wenn nicht stärkere Lobby bekommen. Diese Lobby können wir alle sein.

Eröffnung der Woche

Geplante Radstation MG, Bild: Stadt MG

Geplante Radstation MG, Bild: Stadt MG

Ich sage es heute nicht erstmals, selbst in diesem Blog nicht, wenn ich feststelle, dass Politik eine Disziplin des langen Atems ist. Apnoe-Tauchen ist quasi Politik für Weicheier.
Aktuelles Beispiel: Die Radstation Mönchengladbach. Wir haben den Antrag zur Erkundung der Optionen 2011 im Rahmen der Ampelkoalition gestellt. Daraus wurde 2012 ein Baubeschluss mit dem Konzept, die Radstation in eine Lücke neben dem Haupteingang des Hauptbahnhofes MG zu bauen (siehe links oder oben, je nachdem, auf welchem Gerät Sie diesen Beitrag lesen). Damit gab es dann Probleme und die Station wanderte nachträglich auf die Rückseite des Bahnhofs, wo sie seit Freitag endlich eröffnet ist. Damit stößt die einzige Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen zu der illustren Gruppe aus Essen, Mülheim/Ruhr und Lünen von Städten mit zwei Radstationen. Die 665 Stellplätze sind deutlich mehr als Düsseldorf (500) oder Neuss (550) zu bieten haben. Mit zusammen 871 Stellplätzen geht die Stadt auf Platz vier der Radstationsstellplätze hinter Münster, Köln und Rheine. Für alle, die angeben wollen, sollte das genügen.
Positiv überrascht war ich doch, dass ich dank des vielen Raum um die Abstellanlagen tatsächlich mein Liegerad mit seiner langen Nase unterbringen kann. Das ist in anderen Stationen, wie etwa in Rheydt, nicht möglich. Nun gibt es keinen Grund, ausgerechnet mein Langstreckenfahrad dort abzustellen, aber hey, die Möglichkeit zu haben ist schon nicht schlecht. Und es gibt ja auch Liegeradler, die mehr als drei Kilometer von der Station entfernt wohnen,
für die ist das durchaus nützlich.
Gut aussehen tut sie auch noch. Zwar sind dafür einige Abstellplätze verschwunden, aber die waren ganz ehrlich in einem Zustand, dass ich da nie ein Rad geparkt hätte. Dreckig, dunkel, geschmückt mit Fahrrad- und Schnapsleichen.
Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. Da muss irgendwo ein Nest sein.

Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. In der Gegend muss irgendwo ein Nest sein.


Sieben am Sonntag 02.04.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ihc kann nicht glauben, dass ich in diesem Blog noch nie ein einziges Wort zu Kung Fury verloren habe. Kung Fury ist großartig! Etwa eine halbe Stunde 80er-Nostalgie der abgefahrensten Art. Der Film ist 80er als die 80er es je waren, mit Kampfsport, Nazis, Wikingern auf Dinosauriern, Hackern, dem Powerglove und allem, was die 80er an Abgefahrenheit gern zu bieten gehabt hätten. Und David Hasselhoff.

Überraschung der Woche

Und tschüss!

Und tschüss!

Sagt mal, dieses Brexit-Ding, das hätten die Briten uns schon ruhig früher sagen können. So im letzten Juni zum Beispiel. So um den Dreh rum.
Die Presse immerhin war überrascht genug, dass es von Eilmeldungen nur so gewimmelt hat. Ich weiss, die Altmedienmühlen mahlen langsam, aber das ist schon albern. Ja, wir haben erst ein paar Stunden zuvor hören können, wann der Anrag denn nun kommt, aber das war auch alles. Es ist ja nicht so, dass das nicht berichtenswert wäre, aber Eilmeldungen, wirklich?
Hat irgendwer ernsthaft erwartet, dass die britische Regierung jetzt noch einen Rückzieher macht? So wenig mir das gefällt, es war eine Volksabstimmung! Gut, mit Demokratie hat es die EU ja leider nicht so, die überlässt sie ihren Mitgliedsstaaten.
Ich wünschte wirklich wir hätten ein Nachfolgekonzept für die Europäische Union, denn in einem haben die Briten ja Recht: Das Projekt läuft mächtig schief. Von der Euphorie der Vereinigten Staaten von Europa, die sich in den 90ern abzeichnete, sind wir wieder weit entfernt. Was davon übrig ist, ist ein technokratisches Bürokratiegebilde, das dringend reformiert werden müsste. Was allerdings durchaus Angela Merkels gelebtem Staatsverständnis zu entsprechen scheint, welches sich zunehmend gesellschaftlich durchsetzt. Irgendwas ist da verdammt schiefgelaufen.


eBook der Woche

Tuning the Symphony kommt hier als Tipp für all jene herein, denen die Titelgeschichte von How to Sing Butterflies gefiel/gefällt. Die Ähnlichkeit scheint Zufall zu sein, dennoch haben wir in Grundzügen eine ähnlich aufgebaute Welt, in der Musik als Magie fungiert und die Grundlagen des Universums selbst verändern kann.
In William C. Tracys Fantasy-Welt dient die Kunst der Maji genannten Zaubersinger unter anderem dazu, Portale zu fremden Welten zu öffnen und so beginnt eine Jagd nach einem Vermissten und der Kampf gegen eine Verschwörung quer durch den bekannten Kosmos.
Das Buch ist zur Zeit für Kindle-Leser gratis zu haben.

Baggerei der Woche

Die Anträge um Erweiterung des Braunkohlenabbaus in Brandenburg sind vorerst auf Eis. Das ist jetzt noch nicht so ideal, aber im Moment sehe ich kein Szenario, unter dem die Braunkohle je wieder wirtschaftlich werden könne, auch wenn RWE hier immer noch auf den Atomausstieg als großes Argument hofft.
Leider laufen die Gespräche um die Eröffnung eines neuen Tagebaus in Sachsen mit Aussicht auf „Erfolg“ weiter.
Ich bin froh, dass es Rückschläge für die Zerstörer gibt. Diese Form von Ökoterrorismus (Terrorismus gegen die Umwelt) aus Profitgier muss unterbunden werden.

Fahrrad der Woche

Geht gleich baden: Der River Rider - Bild: Instructables

Geht gleich baden: Der River Rider – Bild: Instructables

Schwimmende Fahrräder gibt es hier immer mal wieder. In der regel sidn es recht wuchtig wirkende Geräte mit großen Styropor-Schwimmkörpern oder gar amphibische Tretboote.
Will, pardon, W1LL7 hat bei Instructables ein Projekt vorgestellt, das wesentlich eleganter wirkt. Wenigstens, solange es an Land ist. Die Styroporschwimmkörper seitlich der Räder werden für den Schwimmeinsatz heruntergeklappt und tragen in der Tat Rad samt Fahrer. Er sagt, er habe dieses Fahrzeug gebaut, um sich auf dem Rückweg von der Arbeit einfach den Fluss heruntertreiben zu lassen, der neben seinem Radweg läuft.
Ein Antrieb wird noch angebaut, bis jetzt hat das Rad erstmal seine erfolgreichen Auftriebstests hinter sich.

Sicherheitsnachweis der Woche

Japan fährt einen problematischen Atommeiler wieder hoch. Vermutlich ist die Sicherheit dieser Technologie ausreichend dadurch bewiesen, dass Fukushima weiterhin so stark verstrahlt ist, dass selbst Roboter im Inneren des Reaktorblocks nicht überleben. Roboter! Die Dinger, die wir überall dorthin schicken, wo es für Menschen viel zu tödlich ist. Die verrecken dort!
Und die japanische Regierung arbeitet fleissig daran, noch so ein paar potenzielle Höllenpfuhle bereitzuhalten.

Bildstörung der Woche

Selbst ohne ein klassisches Rundfunkgerät zu besitzen, habe ich es deutlich mitbekommen, dass das Fernsehen diese Woche offenbar Sepuku begangen hat. Wurde aber auch mal Zeit.
Oder kokret, das vor nicht soooo langer Zeit teuer eingeführte DVB-T hat in DVB-T2 seinen Nachfolger gefunden und ersteres wurde nun abgeschaltet. Ausser im nahezu komplett nicht abgedeckten Sachen und Thüringen, was so eine Art Tradition aus DDR-Zeiten ist, als es dort teils keinen Empfang des Staatsfernsehens gab.
Nun ist das Fernsehen bereits jetzt ein Medium im Überlebenskampf. In so einer Situation kurzerhand eine Umstellung durchzusetzen, die von den Zuschauern nicht nur ein merkliche Investition erfordert, sondern das Privatfernsehen auch (trotz weitehrin vorhandener Werbung) auf ein bezahltes Abomodell umstellt. Ich meine, die Privatsender sind ja als Kokshöllen verschrien, ich hätte nur nie gedacht, dass es so heftig ist.
Effekt dessen ist, dass sich nun auch die anderen etablierten Altmedien endgültig vom Fernsehen abzuwenden scheinen. Kabel und Satellit sind zwar noch nicht betroffen, aber wann diese folgen, scheitn nur noch eine Frage der Qualität des Kokains Zeit zu sein.


Sieben am Sonntag 26.03.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich habe mich einige Zeit schon gefragt, wo der Sinn darin liegt, Die Schöne und das Biest als Realfilm neu zu verfilmen. Und zwar nicht das Buch, sondern das Drehbuch zur Disney-Version. Ich meine, der Film war so gut wie perfekt. Was ich dabei natürlich nicht bedacht hatte war, dass Deadpool in dem Film nicht vorkam. Glücklicherweise haben ein paar Fans auf Youtube dieses Manko ausgleichen können.

Handyzubehör der Woche

Ein Hund wird mit einem tennisball dazu gebracht, in die Kamera zu schauen

Aber schnell, sonst beisst Schlabberschnäuzchen ins Telefon und apportiert es – Bild: Clever Dog Products/Indiegogo

Hier ist etwas, was so gut wie nie funktioniert: Haustiere im Porträt fotografieren.
Es ist ausserdem etwas, was eine herrlich bekloppt wirkende Lösung hat: Die wunderbar benannte Firme Clever Dog Products verkauft jetzt diese Lösung. Der Pooch Selfie ist eine Halterung, mit der man einen (mitgelieferten) Tennisball oben am Handy fotografiert. Hasso und Rex schauen auf den Ball, doch statt, dass ihn jemand wirft, blitzt es plötzlich.
Doofe hinterhältige Menschen.

Fahrrad der Woche

Entschuldigen Sie, Ihr Dach hat ein Loch! - BIld: Lindenau

Entschuldigen Sie, Ihr Dach hat ein Loch! – Bild: Lindenau

Bei der Suche nach Inspiration fürs Velomobildesign (ja, ich denke immer noch hin und wieder an diese Idee) stieß ich plötzlich auf das obige Foto eines neuen Modells, des Sunglieder One. Was mir auffiel, war der eindeutig düsseldorfer Hintergrund. Unverwechselbar der Medienhafen. Sollte es etwa ein neues velomobil hier aus der Gegend geben?
Und tatsächlich, der Sunglider One und sein offenes Schwestermodell Sunglider Easy stammen von hier. Sogar noch näher, als ich erwartet hatte: Es handelt sich um Modelle des Liegradbetriebs Lindauer aus Willich am Flughafen Mönchengladbach.
Ich erinnerte mich dunkel, dass da mal was geplant war.
Es handelt sich um Velomobile mit unterstützendem Motor, der in der Fahrt über Solarzellen aufgeladen wird. Damit erreichen sie eine beachtliche Reichweite und selbst wenn diese erschöpft ist, können sie als Fahrräder weiterfahren.
Das Design unterscheidet sich deutlich von bisher erhältlichen Velomobilen, die meist eine viel prominentere Raketenform haben. Was den Sunglidern an Aerodynamik fehlt, machen sie mit Technik wett. Nur leider sind sie damit auch für Velomobile in der oberen Preisklasse. Der Easy kommt auf für diese Fahrzeuge recht übliche 6.990 € während der geschlossene One es auf stolze 9.990 € bringt.

Spielzeug der Woche

Der Weg zur Weltherrschaft ist frei! In die Welt, meine Steine! Überwuchetr alles! Alles! - Bild: Nimuno Loops/Indiegogo

Der Weg zur Weltherrschaft ist frei! In die Welt, meine Steine! Überwuchert alles! Alles! – Bild: Nimuno Loops/Indiegogo

Zielerreichung ist das eine. Ziele übertreffen ist etwas anderes. Ein Ziel um 18000% zu übertreffen ist noch ein Mal etwas ganz anderes. Gut, bei einem Ziel von nur 8.000 $ nicht so schwer wie bei manch anderen Zielen, aber dennoch: Was macht ein Hersteller mit einem Überschuss von 1.439.981 $?
Das Produkt war aber auch perfekt für eine Internetkampagne, denn eines der Dinge, nach denen das Internet verrückt ist, ist Lego. Die dänischen Bauklötze sind ein noch größerer Hit als in so manchem Kinderzimmer.
Doch worum geht es nun? Nimuno Loops sind ein Klebeband, auf dessen Oberseite zu Lego passende Noppen angebracht sind. Damit kann man aus nahezu jeder Oberfläche eine Lego-Platte machen, um Figuren und Konstrukte darauf aufzubauen. Keine Ahnung, wie viel das Klebeband aushält, aber das wird sich zeigen. Denn genug Geld für die Serienherstellung ist ja jetzt definitiv vorhanden.

Plastik der Woche

Und noch ein wenig Plastikkram: Die TAZ vermeldet diese Woche, Forscher an der TU München arbeiten an einem biologisch abbaubaren Kunststoffersatz aus Ernteabfällen des Getreideanbaus. Nunja, strenggenommen Rückstände aus der Weissmehlproduktion, aber das sind jetzt Details.
Richtig bleibt natürlich, dass Vermeidung besser ist als Optimierung. Aber Plastiktüten sind nicht annähernd so vermeidbar, wie wir das gerne hätten. Spätestens, wenn man etwas feuchtigkeitsempfindliches wie Papier oder Gebäck kauft, braucht man doch wieder in irgendeiner Form eine leichte und wasserdichte Verpackung wie sie nur Plastik so gut bietet. Und als Mülltüten sind sie auch die beste verfügbare Option.

Besuch der Woche

Am Donnerstag hatten wir bei den Gladbacher Grünen Dr. Renate Knauf da, die das Konzept des Friedwaldes vorstellte. Hinter dem vom Friedhof abgeleiteten Begriff verbirgt sich ein Waldstück, in dem unter den Bäumen Urnen Verstorbener begraben werden. Die Urnen lösen sich nach drei Jahren im Boden auf und die Asche geht zurück in die Natur.
Anders als der Name suggerieren mag, ist der Wald dabei dort, wo dies gesetzlich möglich ist, nicht umzäunt (umfriedet), es ist nur ein Verweis auf den friedhofsähnlichen Charakter.
Zu hoffen ist jetzt natürlich, dass auch hierzustadte eine solche Einrichtung entsteht. Zum einen als Angebot (für mich wäre das als letzte Ruhestätte sehr attraktiv), zum anderen ist es aber auch eine Form von Nutzung, die den Erhalt des dortigen Waldes garantiert. Es ist kein Friedhof mit bunt geschmückten Gräbern, sondern eben ein weitestgehend natürlicher Wald, in dem Überreste und Schilder Verstorbener sowie einige Wege angelegt wurden.

Wahl der Woche

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

Das war zwar schon in der Woche davor, aber da hatte ich wegen eines weggelaufenen Fotoapparates noch kein Bild dazu und das sollte schon sein. Dann also diese Woche: Mit der letzten Wahl der Mitgliederversammlung bin ich nun Vorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach.
Ich denke, bei der Wahl hat sich mit Anita Parker (Sprecherin), Ulla Schmitz (Kassiererin), Lena Zingsheim, Franz Bauman, Gerd Schaeben und Peter Walter (Beisitz) sowie mir ein klasse Team zusammengefunden. Das Saarland deutet heute schwierige Wasser für die Partei an, aber da bekommen wir sie schon durch. Ich denke sogar, das ist die Gelegenheit, um Motivation zu schöpfen, besser zu werden. Lasst euch überraschen, von uns wird man hören.