…Blogger: Jahr 10 ohne Altmedien

Es ist jetzt zehn Jahren her, dass ich den Fernseher rausgeschmissen habe. Die Zeitungen folgten mit kurzer Unterbrechung. Wann ich das letzte Mal ein Radio eingeschaltet habe, weiss ich noch nicht einmal mehr. Es folgt eine Bilanz.

Freie Zeit

Ob man nun mehr freie Zeit hat, liegt letztlich an einem selbst, das hat mit der Wahl der konsumierten Medien überraschend wenig zu tun. Nein, es geht um eine ganz andere Sache. Ich denke, es ist dies das Grundbedürfnis der so unverstandenen generation Y/Millennials/Weiterenunfughiereinfügen: Nicht freie Zeit, freie Zeiteinteilung.
Fernseher und Radio sind Diktatoren. Sie wollen uns vorschreiben, wann wir Nachrichten zu konsumieren haben, wann einen Spielfilm und wann wir uns bei GZSZ die Hirne weichsitzen. Ich verstehe nicht (mehr?), wie eine solche Struktur auch nur die Erfindung der Videokassette überleben konnte. Es gibt Menschen, die ihren ganzen Tagesablauf um irgendeinen Scheiss gestalten, der zu einer vom Sender vorgeschriebenen Zeit im Fernsehen läuft. Warum? Youtube existiert, Netflix existiert. Das Fernsehprogramm steht hier auf einer Ebene mit tatsächlich wichtigen Terminen und Verabredungen — diesen Status hat es schlichtweg nicht verdient.

Nachrichten

Jede Form von Nachrichtenkonsum verzerrt die Wirklichkeit.
Es ist interessant, wie viel momentan bei Facebook und Co von Filterblasen geredet wird. Dabei ist die Filterblase nichts Neues, jeglicher Medienkonsum stellt eine Filterblase dar. Nur: Bei den Altmedien merkt man das nicht, weil alle in der selben Blase, hinter dem selben Filter, sitzen.
Bei den Altmedien sind wir davon abhängig, was der Chefredakteur für berichtenswert, oft auch für politisch opportun erachtet. Das wird berichtet, so wird der Berichterstattung ihr Drall verpasst. Solange ein System keine ausreichend starke Alternative anbieten kann, ist dieses Problem unsichtbar — man weiss ja oft gar nicht, dass andere Nachrichten, andere Positionen und Meinungen existieren, wie soll man sie also vermissen?
Das Internet bricht diesen Konsens aus Unwissenheit auf. Natürlich ist es nun schwierig zu beurteilen, welche Informatonen korrekt, welche Meinungen legitim sind. Das ist aber nicht die Schuld des Internets. Wir kommen aus einer Welt, in der Unmündigkeit fest verankert war, weil wir die Fähigkeit, Informationen einschätzen zu können nie nutzen mussten. Die Medien hielten einen Mythos von Neutralität aufrecht, als wäre Neutralität in der Berichterstattung überhaupt möglich. Die Wut der Erkenntnis, dass diese Neutralität nicht existiert, ist es, die Tausende in die absurdesten Sphären des Online-Schwachsinns treibt.
Aber das Internet ist hier eben auch die Lösung: Nie zuvor hatten wir Zugriff auf so viel Wissen aus so vielen Blickwinkeln. Es ist nur schwer zu erlernen, damit umzugehen.

Die Altmedien kapseln sich unterdessen in einer albernen Selbstbezüglichkeit ein. Das fängt an mit irgendwelchen stundenlang live übertragenen Hochzeiten von Adelsgezücht in den Öffentlich-Rechtlichen, die ihre Bedeutung allein aus dieser absurden Berichterstattung beziehen, welche wiederum die Berichterstattung rechtfertigt. Das endet dann bei Erscheinungen wie Bernd Wollersheim, dessen Namen ich nur kenne, weil er regelmäßig auf den Titelseiten der Bild-für-Leute-die-die-Bild-nicht-lesen-wollen (kurz: Express) auftaucht — irgendein strunzdummer Proll aus einem Puff in Düsseldorf oder so.

Andere Nachrichten dagegen finden in den Altmedien gar nicht erst statt. Wichtige Dinge. Zu den Großdemos gegen Braunkohle im Rheinland und zuletzt der Lausitz musste man lange suchen, um dann etwas in den regionalen Minisendern zu finden. Üblicherweise erfolgt so etwas, wenn das Thema im Internet bereits unübersehbar geworden ist und der Gesichtsverlust, nicht zu berichten, zu groß wäre.

Vermisse ich nichts?

Diese Frage höre ich oft, meist in Bezug auf den Fernseher. Und meine Antwort fällt knapp aus: Ich wüsste nicht, was. Im Ernst, mehr kann ich dazu nicht sagen, ich vermag kaum, die Frage zu verstehen.
Keine Sorge, ich schaffe es auch ohne stundenlange Berieselung, meinen Tag zu füllen. Problemlos auch mit sinnlosem Scheiss – aber eben mit selbstgewähltem sinnlosen Scheiss.

Fazit

Ich kann keinen Grund mehr erkennen, die Altmedien zu konsumieren. Sie nehmen uns aus nicht gerechtfertigten Gründen die Autonomie über unsere Zeit (und im Gegensatz zur Arbeit bezahlen sie uns nicht einmal dafür). Sie berichten unvollständig und nach Gutdünken. Sie leben in einer Welt, die zunehmend aus ihren eigenen Inhalten besteht, welche für die reale Welt bedeutungslos sind.
TV, Radio und Zeitung sind die übelste aller Zeitverschwendungen.


Freitägliche Fünf 20.05.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche bringen wir Farbflecken aller Art in die Welt.

1. Babelfisch

Frau mit einem roten Gerät im Ohr

Die Zukunft ist ein Knopf im Ohr – Bild: Waverly Labs

Waverly Labs hat ein Gerät vorgestellt, mit dem man im Ohr einen automatischen Übersetzer trägt. Der Waverly Labs Pilot erscheint in einer Zeit, in der dieses Ziel erstmals ernsthaft möglich scheint. Maschinen wie Watson (die ich eigentlich für alles andere ziemlich nutzlos finde) zeigen, dass die Fähigkeiten von Computern langsam groß genug werden, um Sprachen zu verstehen und zu übersetzen.
Mal sehen, wie gut das wirklich funktioniert. Und welche Auswirkungen ein solches Gerät auf seine Nutzer hat.

2. Lego

Beschädigte Mauern, in denen die Lücken mit Lego-Steinen gefüllt wurden

Lücken füllen als Lückenfüller – Bild: Jan Vormann

Ja, auch so kann man Löcher in Mauern füllen. Hübsch.

3. S’Cool Bus

Pedalgetriebenes Gruppenfahrzeug in Form eines Busses mit einem Fahrer und zahlreichen Kindern

Dafür überwinden Franzosen sogar die Sache mit den Anglizismen – Bild: Projekt S’Cool Bus

Der S’Cool Bus ist ein französisches Projekt für einen gesunden und abgasfreien Transport zur Schule.
Ich finde interessant, dass im Moment mehrere Konzepte für Mehrpersonenfahrräder im Umlauf sind – der Fahrradbus war ja letzte Woche dabei, während auf der Spezialradmesse in Gemersheim ein Tandem-Velomobil aufgetaucht ist.

4.Dinorad

Ein Dreirad in Form eines Tyrannosaurus-Skelettes, die Räder an den Beinen und am Schwanz

Ich glaub, ich bin verliebt – Bild: Makezine

Wenn das Ding nicht schon von Craigslist verschwunden wäre, es wäre mein perfektes Freizeitobjekt. Es ist ein Dinosaurierskelet! Und ein Fahrrad!
Gut, etwas hoch und bestimmt nicht grade stabil, aber es ist ein Dinosaurierfahrrad!
Entdeckt beim Durchforsten des Archivs im Makezine.

5. Literaturbeitrag

Indies Unlimited's 2015 Flash Fiction Anthology

Indies Unlimited’s 2015 Flash Fiction Anthology

Mit der 2015er Ausgabe der Indies Unlimited Flash Fiction Anthology ist meine erste nicht von mir selbst veröffentlichte Kurzgeschichte nun erschienen. Zwischen 51 anderen Wochengewinnern des letzten Jahres eingebettet findet sich dort Vengeance Delayed. Durch die Vorgabe der betreffenden Woche ist es eine der wenigen Geschichten von mir, die nicht der klassischen Genreliteratur angehören.
Die englischsprachige Sammlung ist aktuell für die ersten Tage kostenlos zu haben, danach wird der Preis auf 1,99 festgesetzt. Eine Printausgabe soll folgen. eBook nur für Kindle (was ich etwas bedauere), aber dafür können Nutzer von Kindle Unlimited es dauerhaft gratis ausleihen.
Mein Plan ist auch, den geplanten Youtube-Kanal mit dieser Geschichte zu starten.


Freitägliche Fünf 13.05.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche retten wir mal wieder die Welt.

1. Sternfahrt

Die erste rheinische Sternfahrt der Saison 2016 war jene nach Düsseldorf am vergangenen Sonntag. Die war zwar wegen einer kreuzenden Demo nur halb so lang und auch von den Teilnehmerzahlen deutlich kleiner als noch im Vorjahr, aber wenigstens war das Wetter super. Und es gab auf der Rückfahrt nach Gladbach Eis. Aus Gladbach war das Engagement nicht kleiner geworden – wie letztes Jahr etwa 40 Teilnehmer zuzüglich jener, die unterwegs bis Korschenbroich dazustießen.
Dank des ADFC NRW weiss ich nun auch, wie ich auf meinem Rad eigentlich aussehe denen bin ich ohne es mitzubekommen auch vor die Linse gefahren.

Ausschnitt aus der Fahrraddemo Sternfahrt Düsseldorf 2016 mit verschiedenen Rädern und Fahrern, im Vordergrund der Autor des Blogs

Dabei hab ich mich extra unter einer Kappe versteckt – Bild: Zoe Duisberg/ADFC NRW

Erfreulich fand ich auch die Liegeradquote: Ein Zehntel der Räder auf der Route aus Gladbach waren Liegeräder, darunter zwei Selbstbau-Unikate (neben meinem noch ein deutlich kompakter gebauter roter Stahlflitzer).

2. Unterdessen in MG

Dem ADFC reicht es endlich mit der Radpolitik in Mönchengladbach. Allein davon, dass der Oberbürgermeister sich gern auf dem Rad ablichten lässt, wird die Situation halt nicht besser.

3. Und ein letztes Mal Fahrrad für heute

Auch eine Möglichkeit, sich ein Fahrrad zu bauen: Man nehme einen Rollstuhl, die hintere Hälfte eines Fahrrades, einen Lenker und drehe die Antriebseinrichtung um, fertig ist das Sessel-Dreirad. Gefunden bei ebay.

Dreirad aus einem Rollstuhl und Fahrradteilen

Jetzt fällt mir auch nichts mehr ein – Bild: ebay

4. Frischer geht nicht

Bei Metro testet man im Moment den Verkauf von Kräutern (und ich glaube, ich habe auch Salat gesehen), die direkt im Laden gewachsen sind. Ein paar Leuten ist das nicht puristisch-ökologisch genug. Die paar Leute können mich mal gern haben.

5. Genieße die Stille

Mir fällt nichts Fünftes ein, also Musik zur Ablenkung von dieser Tatsache:


Freitägliche Fünf 06.05.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche auch wieder mit einem „Diese-Woche“-Satz, nachdem ich letzte Woche den Platzhalter nicht überschrieben hatte. Upps.

1. Baumhausen auf Ibiza

Baumhaus auf Ibiza

Alles was man dafür braucht: Alte Paletten, etwas Glas und eine mittelgroße Mittelmeerinsel – Bild: Michael Dessel/Facebook

Dieses Baumhaus auf Ibiza ist nicht nur schön und steht auf Ibiza, es ist auch aus dem Material gebaut, welches ich wahrscheinlich auch für ein Haus verwenden würde (allein schon preislich): Alte Paletten mit ein paar Extras wie Fensterscheiben und Steine.
Baumhäuser finde ich klasse, aber eher unpraktisch, weil Bäume sich halt als Pflanzen über die Jahrzehnte verändern. Aber insgesamt eine schöne Kombination aus schönen Ideen.

2. Der Abschied von eBooks für lau

Zum Monatswechsel verkündete ich das Ende von eBooks für lau. Das selbst ist keine positive Nachricht, aber die vielen Danksagungen für den jahrelangen Service, sowohl hier im Blog als auch bei Twiteer waren sehr schön. Danke für die Dankes!

3. TTIP endlich transparent

Glaskasten auf Lkw mit einem Lesesaal zu den TTIP-Dokumenten

Was für ein hübscher Stinkefinger – Bild: Ruben Neugebauer/Greenpeace

TTIP, dieses unsägliche Verhandlungsverfahren, wo selbst maßgebliche Mitglieder der verhandelnden Gremien so gut wie keine Informationen erhalten konnten, ist endlich geleakt. Und Greenpeace setzte diese Leaks optisch um, indem sie einen Lkw mit einem Lesesaal im Glaskasten vor das Brandenburger Tor stellten. Sehr schön! Auch wenn die Polizei das ganze als ungenehmigte Demonstration vorerst beendet hat.
Den Text der gar nicht positiven Dokumente gibt es übrigens hier für alle, die nicht in Berlin sind.

4. Besuch am Loch

Exkursion an den Braunkohlentagebau Garzweiler II

Ausblick auf das Ende der Welt mit einem Bild, das dank falscher Einstellungen viel zu klein ist – Bild: eigen

Am Donnerstag durfte ich zusammen mit Gudrun Zentis (MdL/Grüne Düren) und Reinhold Giesen (Grüne MG) eine Gruppe Interessierter aus Wiesbaden (uhnd,kurzfristig dazugekommen, Köln) um den nördlichen Rand von Garzweiler II führen, vom Aussichtspunkt bei Jüchen über Borschemich zur Aussichtsplattform Skywalk bei Immerath.
Zugleich eine schöne Radtour und meine erste Sommerbräune für 2016.

5. Apropos Fahrrad

Vollbesetzes Fahrradbus-Gespann

Die Karawane zieht weiter, de Sultan hett Doscht… sorry, falsche Jahreszeit – Bild: Fahrradbus

Ja, wir haben wieder ein ungewöhnliches Fahrrad in den Freitäglichen Fünf. Diesmal ist es der Fahrradbus, ein modulares System, das mir auf Videos von der diesjährigen Fahrradmesse Spezi auffiel. Was für ein wunderbares Gefährt für Gruppentouren bis schätzungsweise 10 Personen (danach wird es zu lang zum Kommunizieren).
Das Gefährt ist modular mit einem gelenkten Leitfahrzeug und zwei Waggons, alle Glieder sind dabei von den Insassen angetrieben und das Ding wird mit so vielen Beinen in Videos gut schnell.


Vorhang zu für eBooks für lau

Euro-Münze mit Wertaufprägung 0

Das Profilbild von eBooks für lau, 4 Jahre bewährt

Viereinhalb Jahre lang habe ich auf Twitter das Profil von eBooksfuerlau/eBooks für lau betrieben. Dies endet mit dem heutigen letzten Tag. Ein Rückblick, ein Nachruf, ein Abschiedsgeschenk

Rückblick

Ende 2011: Ich stand am Anfang meiner eBook-„Karriere“ und suchte für eine geplante Kostenlos-Aktion für mein eBook Feuchten Fußes eine Plattform, die dies ankündigte. Ich fand damals im deutschen Sprachraum keine brauchbare Plattform, also begann ich, selbst eine zu bauen. Ich entschied mich für ein Twitter-Profil als Mittel, um Nachrichten schnell zu verbreiten. Das brachte ein 140-Zeichen-Limit mit sich, aber das war eher ein Vorteil: Die meisten Bücher lassen sich in diesem Raum perfekt anteasern, wenn man die Inhalte auf einen Satz reduziert. Und dabei werden sie klarer, verständlicher und, ja, aufmerksamkeitserregender.
So war es dann. eBooks für lau war geboren und wuchs stetig, mit ein paar Sprüngen durch Retweets und Empfehlungen populärer Twitterer. Es geschah sogar, dass ich in Sitzungen den Menschen vor mir auf seinem Smartphone das Twitterprofil zugreifen sah, ohne dass er wusste, dass es von mir stammte. eBooks für lau wurde mein wirtschaftlich erfolgreichstes Internetprojekt.
Mit der Zeit verbesserte ich das Angebot zunehmend: Die Zeit der Tweets ging von 17:00 Uhr auf 18:00 Uhr, wiel da mehr Leute lesen. Der Amazon-Fokus ging zu Gunsten anderer Plattformen zurück, um auch anderen Lesern mehr Wert zu bieten. Mit der Nachtschicht um 22:00 kam ein Angebot für erotische Inhalte hinzu.
Es sollten viereinhalb Jahre werden.

Nachruf

Was also ist nun geschehen?
Zum einen ist festzuhalten, dass es vor allem Amazon über die Jahre immer schwieriger machte, Geld mit Links auf kostenlose eBooks zu verdienen. Es ist da etwas schizophren: Einerseits ist dies ganz klar möglich, denn Käufe nach Links auf kostenlose Inhalte werden von Amazon anstandslos vergütet. Andererseits schränkt es inzwischen das Ausmaß der Verlinkungen empfindlich ein.
Die erste solche Einschränkung geschah 2013, als Amazon beschloss, Anbieter nicht mehr auszuzahlen, wenn sie im betreffenden Monat mehr als 10.000 Downloads kostenloser eBooks erzeugt haben. eBooks für lau war damals weit davon entfernt, doch seit Ende 2015 kratzt es beständig nahe an dieser Marke. Gefährlich nahe.
Aber: Das ist gar nicht so schlimm. Weil es noch viel schlimmer ist. eBooks für lau hat im Laufe des Jahres 2015 praktisch aufgehört, nennenswerte Einkünfte zu generieren. Und ich meine wirklich aufgehört. Wir sprechen von Monaten einstelliger Beträge. Nicht pro Tag, für den ganzen Monat. Die zudem ständig an der Grenze dazu kratzen, am Monatsende für ungültig erklärt zu werden.
An dieser Stelle muss ich auf den Arbeitsaufwand eingehen: Jeden Abend geht etwas über eine Stunde Arbeit in den Service, davon zwei Drittel in die Suche nach kostenlosen eBooks und der Rest in die eigentlichen Tweets (einschließlich Erstellung der Links). Dies grundsätzlich im Zeitraum zwischen 17:00 Uhr und 18:30 Uhr, ein Zeitraum, der für mich sowohl privat als auch bedingt durch mein politisches Engagement zunehmend ungünstiger wird. In letzter Zeit nutzte ich für Tage, an denen ich um diese Zeit Termine habe einen Dienst, der Tweets speichert und später verschickt – der von mir genutzte hat vor etwa einer Woche aufgehört zu funktionieren, ein lästiges Ärgernis in einer Reihe solcher Ärgernisse. Ausserdem musste ich stets aufpassen, dass meine Tweets nicht als Spam von Twitter abgelehnt wurden, was bei manuell eingegebenen Tweets nie passiert.
Ein Vorschlag des Bundesrates, Affiliate-Marketing für Bücher zu verbieten (ernsthaft, haben die sie noch alle?), wurde vom Bundestag zwar abgeblockt, aber dennoch gibt es zum 1. Mai einen weiteren Schlag mit Amazons deutlicher Reduzierung der Vergütung auf eBooks von 10% auf 7% bei meinen ohnehin schon am Boden liegenden Amazon-Einnahmen.

Ich habe schon länger mit der Fortsetzung des Dienstes gehadert. Die Überlegung, das Ganze per Patreon zu finanzieren, verlief aus verschiedenen Gründen im Sande (gehäufte Ausfalltage, schlecht geeignetes Angebot u.ä.). Als im März mein Computer kaputt ging, dachte ich ernsthaft daran, das damit ausfallende eBooks für lau nicht mehr wiederzubeleben, kam dann aber zurück, weil es ausdrückliche Nachfragen gab.
Die Entscheidung, nun endgültig abzuschließen, fiel mir nicht leicht, aber sie fiel.

Tatsache ist, das Projekt macht inzwischen zu viel Ärger und bringt zu wenig ein, als dass ich es weiter tragen könnte. Dieser Beitrag ist mein Schlussstrich. Es gibt andere Projekte, die meine Aufmerksamkeit erfordern — weitere eigene eBooks etwa oder der bald startende Youtube-Kanal mit meinen Kurzgeschichten sowie ein völlig anderes Youtube-Projekt im weiteren Verlauf dieses Jahres.
Doch eines lasse ich noch da:

Abschiedsgeschenk

eBooks für lau zu befüllen war ein täglicher Aufwand. Was ich den treuen Fans zum Abschied mitgeben möchte ist eine Liste der Quellen, aus denen sich die kostenlosen Angebote speisten. Wie das vor sich ging, habe ich weiter oben erklärt.
Die Liste startet mit dem lesen.net Buchempfehlungen Newsletter als einzigem eMail-Newsletter, den ich hierbei nutzte. Der große Vorteil dabei ist, dass er Bücher, die auf vielen Plattformen verfügbar sind, auch auf mehrere dieser Plattformen verlinkt.
Das genaue Gegenteil liegt bei Gratizone vor, die nur auf Amazon verlinken. Gratizone ist ein weitgehend ungefilterter Bot, die alles listet, was er bei seinem morgendlichen Lauf findet. Die diversen XTME-Seiten (XTME, XTME Phantastik, XTME adult, XTME Englisch) verlinken zwar theoretisch auch auf andere Anbieter, dies aber so unterschwellig und selten, dass es nicht wirklich gilt.
Einmal auf Amazon, gehörte immer auch ein Blick in die dortigen Diskussionsforen zum Programm. Im Amazon Kundendiskussionsforum gibt es mehrere Gesprächsfäden, in denen ständig kostenlose eBooks angekündigt werden, mit Abstand der längste und umfassendste ist Aktuell kostenlose deutsche Kindlebücher.
Letzter in der Liste ist die Kostenlos-Liste von Beam eBooks. Diese gilt zwar nur für Beam, aber ich hatte damit eine ständig wachsende Lise von Nicht-Amazon-Angeboten.
Über die Jahre gab es noch andere Plattformen, die dazukamen oder verschwanden, ich kann schon deshalb nicht alle listen, weil ich nicht mehr alle kenne und auch nicht mehr alle existieren.

Was dann noch folgte, war Recherchearbeit: Alle Bücher, die nicht per Kindle Unlimited exklusiv an Amazon gebunden waren suchte ich auf anderen Plattformen heraus. Priorität hatten dabei buecher.de, iTunes und Thalia. Der Grund dafür ist einfach: Bei diesen drei Plattformen (und bei Amazon) habe ich Affiliate-Marketing-Verträge, werde ich also bei aus den Verlinkungen resultierenden Verkäufen bezahlter Inhalte (neben den direkt verlinkten kostenlosen) bezahlt.
Kleines Detail hierbei: Alle Links zu buecher.de und Thalia wurden erzeugt, indem ich die entsprechenden Links zu meinem Buch Unter Wittgensteins Löwen nahm und den relevanten Teil durch die Kennung des statt dessen zu verlinkenden Buches ersetzte. Vielleicht kommt das noch mal bei Wer wird Millionär auf, also: Merken!

Was mir nun noch bleibt ist der zentrale Teil am Ende des Auftritts:

Ein Knicks und ein Dankeschön.

Ihr wart ein tolles Publikum. Ich hoffe, man sieht sich andernorts wieder!



Freitägliche Fünf 29.04.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche XYZ.

1. Wellenkraftwerk

Langsam aber sicher entwickeln sich Wellenkraftwerke zu einer echten Ergänzung im Park der erneuerbaren Energien. An den richtigen Orten platziert können diese Kraftwerke einen recht gleichmäßigen Output erzeugen, eine sehr nützliche Eigenschaft für Kraftwerke, da sie die verfügbare elektrische Energie im Netz berechenbarer machen, was für eine vollständig erneuerbar betriebene Zukunft wichtig ist.

2. Und die Speicher dafür

Forscher der Universität von Kalifornien in Irving haben einen Akku entwickelt, der allem Anschein nach beliebig oft be- und entladen werden kann.

3. Trolling the Hugos

Beim Hogu Gernsback Award, einem der wichtigsten internationalen Preise für Science-Fiction, herrscht seit einigen Jahren eine absolut bescheuerte ideologische Auseinandersetzung. Im Grunde geht es darum, dass eine Bewegung namens Sad Puppies (ja, wirklich, die traurigen Welpen) versucht, Werke allein durch die Masse ihrer Anhänger zur Nominierung zu bringen. Eine erschreckende Form von Anti-Intellektualismus, wie er sich in den USA zunehmend ausbreitet (siehe auch die aktuelen republikanischen Präsidentschaftskandidaten). Das ist alles ziemlich traurig, aber wenigstens gibt es dabei amüsante Ergebnisse.
Und so schaffte es das lunare homosauroerotische Meisterwerk Space Raptor Butt Invasion in die Nominierungsliste. Das einzige, was noch besser ist, ist die Reaktion des so geehrten Autors: Postwendend folgte ein weiteres literarisches Meisterwerk: Slammed in the Butt by my Hugo Award Nomination.

4. Preisspielereien

Der Bundestag ist kurz vor dem Beschluss seiner Reform des Buchpreisbindungsgesetzes. Das ist eine von allen im deutschsprachigen Raum mit Spannung erwartete Reform, denn die Rolle von eBooks in dieser ganzen Geschichte soll endlich eindeutig definiert werden.
Das Ergebnis ist überraschend: eBooks sind zukünftig ausdrücklich Bücher im Sinne der Buchpreisbindung und müssen daher bei allen deutschen Händlern zum selben Preis verkauft werden. Dies gilt aber nicht für selbstverlegte eBooks, bei denen somit in Zukunft unterschiedliche Preise, aber auch neue Bezahlformen wie die Zahlung eines seitens des Kunden beliebigen Preises, erlaubt sind. Damit erhalten die Selbstverleger einen überraschenden Vorteil gegenüber den Verlagshäusern.
Ob das im Sinne der Verleger ist, darf bezweifelt werden. Es sieht so aus, als hätten die Verlage es in Zukunft immer schwerer, sich gegen die Autoren zu behaupten, für die sie ohnehin zunehmend überflüssiger werden.

5. Es grünt

Nur die Kamera hatte etwas mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen. Und der Rotkohl unten links ist sehr schüchtern

Nur die Kamera hatte etwas mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen. Und der Rotkohl unten links ist sehr schüchtern

Langsam wächst mein kleiner Heimanbau. Nachdem die Pilze bereits kräftig wachsen, habe ich die Palette weiter vergrößert. Ein Ingwer liegt im BLumenkasten und wirkt noch recht ruhig, Ingwer braucht aber auch etwas. Aufgegangen sind dagegen ein paar Anfang letzter Woche gesetzter Samen: Drei Bantam-Mais-Pflänzen wachsen schnell und kräftig heran, während sich ganz schüchtern und ruhig ein einzelner Rotkohl aus dem Boden arbeitet, den ich wohl gezielt für Saatgut ziehe.
Der Mais darf dann morgen an die frische Luft und kommt in die Berggartenoase.


Freitägliche Fünf 22.04.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche wird gefahren und gegärtnert.

1. Fahr, Rad, fahr!

Liegerad im Wald

Zuletzt ausgetauscht: Der Hintergrund. Zorro gefällt das.

Es ist endlich komplett so weit, dass mein Liegerad nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch fahrbereit ist. Das silberne Ding hinter dem Sesselrahmen ist ein Schloss, kein Bauteil. Zuletzt kamen noch sechs Meter Gurt für den Sitz dazu, als vorläufige Maßnahme bis im Herbst ein richtiger Bezug dazukommt, den mir mein Bruder dann näht (ich kann leider nicht nähen).
Damit deutet sich schon an: Ja, das Rad entwickelt sich noch weiter, es ist nicht am Ende angekommen. Die Laufräder müssen in absehbarer Zeit erneuert werden und die Tasche auf dem Gepäckträger wird noch durch einen Koffer ersetzt. An den Hinterradschwingen müssen zwei kleinere Schweissarbeiten durchgeführt werden. Und die Rennhaken an den Pedalen haben sich in der Praxis nicht als so gute Idee erwiesen, wie ich zuvor hoffte.
Aber es fährt und nach einer kleinen Änderung in der Sitzbespannung auch ohne, dass sich mir die Mittelstange heftigst in den Rücken drückt. Nach den ersten etwa 12 Kilometern gibt es auch keine Fehlstarts mehr, so langsam gewöhne ich mich an das Fahren und vor allem eben das Losfahren in dieser neuen Position. Die Federung hinten ist großartig.
Bis jetzt erneuert, ergänzt oder geändert: Die komplette vordere Kurbel samt Pedalen, Tretlagerschlitten (versetzt), Kette (gekürzt), Rückspiegel (neu), Bremshebel (Plastik durch Metall ersetzt), vorderer Bremszug, Sitzbespannung mit Zurrgurt (neu), hinteres Schutzblech, Tasche auf dem Gepäckräger, Beleuchtung.

2. Motor? Okay, Motor!

Ein dampfgetriebenes Motorrad

Macht Dampf, vielleicht fährt es sogar; vielleicht – Bild: Facebook/Fabulous Weird Trotters

3. Platz zum Fahren

Und damit das Ganze auch lohnt, eine gute Nachricht aus der Gladbacher Innenstadt: Die testweise Freigabe des mittleren Teils der Fußgängerzonen-Hindenburgstraße für Radfahrer wird zur Dauerlösung. Fehlt nur noch der obere Teil mit dem Hang. Das kriegen wir auch noch hin!

4. Schiefes Obst für alle!

Mit Penny nimmt erstmals eine größere Supermarktkette krummes Gemüse ins Angebot.

5. Englischere Vorgärten für alle!

Perfektion! - Bild: Fancy

Perfektion! – Bild: Fancy


Fancy findet eure Vorgärten nicht britisch genug. Da haben sie wahrscheinlich Recht.


Freitägliche Fünf 15.04.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche als kleines Menü. Naja, Pilze und Wasser, weil das Fleisch weggelaufen ist. Kluges Fleisch.

1. Pilze

Vier Tage, vier Bilder

Vier Tage, vier Bilder

Nachdem ich mir schon Sorgen gemacht hatte, dass es dem Austernseitling bei mir zu trocken oder zu warm sein könnte, habe ich das Pilzpaket in ein Anzuchtgewächshaus gesetzt, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Das hat offenbar funktioniert und nach einigen Tagen zeigten sich die ersten jungen Fruchtkörper. Ich wusste, Pilze wachsen schnell, aber wie schnell die größer werden, hat mich dann doch überrascht.

2. Wasser

Hier gibt es ein erfolgreiches Crowdfunding für eine Wasserflasche, die ihr Wasser aus der Luft filtert. Sie ist bei hohen Temperaturen besonders effektiv, was genau da ziemlich gut ist, wo Wasser Mangelware ist.

3. Tintenfischringe sind aus

In Neuseeland hat ein Krake bei einer Erkundung des Abwasserrohrs den Weg ins Meer gefunden. Und tschüss!

4. Transport

Dreirad von Flevobike

Natürlich mag ich das, es ist seltsam

Das ist ein Liegedreirad von Flevobike, ein interessanter niederländischer Liegeradspezialist. Das Interessante an (alten) Flevobike-Liegerädern ist der Knicklenker: Statt eines klassischen Fahradlenkers hat der Rahmen ein Gelenk, über das der komplette Rahmen verdreht wird. Das ermöglicht einen Vorderradantrieb, aber macht die Steuerung auch völlig anders als von anderen Rädern gewöhnt – insbesondere bei Zweirädern. In dem Bild liegt das Gelenk unter dem Sitz.
Ich war überrascht, einen solchen Exoten in meiner Nachbarschaft anzutreffen. Ich bin nicht sicher, ob das ein Original oder ein Nachbau ist, aber so oder so, da stand es plötzlich auf dem Bürgersteig.

5. Selbstabholer

Apropos: Mein Liegerad ist so gut wie fahrbereit, es ist nur noch Kleinkram übrig. Das einzige Problem: Mit den neuen Teilen wird nur offensichtlicher, dass die alten Teile dringend gereinigt werden müssen. Und am besten neu lackiert.


Freitägliche Fünf 08.04.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche von der Küche bis nach draussen durchs Haus.

1. Küche: Verzehr

LidSitter - oder zu deutsch schlicht Deckelablage

LidSitter – oder zu deutsch schlicht Deckelablage

Das ist der LidSitter. Eine wunderbar schlichte kleine Erfindung, die grade ihren Crowdfunding-Start geschafft hat. Damit hat man beim Kochen immer einen Platz, wo man den vermaledeiten Deckel hintun kann.
Ich finde das verdammt nützlich.

2. Küche: Anbau

Mehlwurmturm

Mehlwurmturm – Bild: LIVINfarms

Und noch ein Wurmturm. Aber während es beim letzten Wurmturm um Kompost ging, geht es diesmal direkt um den Verzehr. Und streng genommen auch nicht um Würmer, sondern um die als Würmer bezeichneten Larven des Mehlkäfers.
Ich bin schon lange überzeugt, dass Insekten in der Zukunft eine zentrale Rolle in der Lebensmittelversorgung spielen werden. So wie einst der als wertloser Fischereiabfall an Arme verteilte Hummer es zuvor tat. Die LivinFarms zeigen einen der Gründe, warum das so ist: Passt in die Küche und erzeugt aus Gemüse und Getreide (darunter gerne auch Küchenreste) tierisches Eiweiss und das deutlich günstiger für die Umwelt, als klassisches Nutzvieh das je könnte.

3. Wohnzimmer

Okay, ich habe keine Ahnung, wofür Armbanduhren im 21. Jahrhundert gut sind ausser für einen schwitzigen Ring um den Arm unter dem Ding, aber wenn schon, dann so eine, nur mit Stundenzeiger. Die hetzt halt nicht so ;-)

4. Flur

Ordner-Klemmverschluss als Schlüsselbrett genutzt

Ich mag Dinge im Verkauf, die man nach kurzem Ankucken nachbauen kann, wenn sie vergriffen sind – Bild: DaWanda

Das ist Klemmi.
Klemmi ist ein zum Schlüsselbrett umfunktionierter Ordnerverschluss. Eine nette, wenn auch etwas rustikale Idee. Gut, die verlangten 19,95 € finde ich etwas hoch angesetzt, aber das ist bei der Kategorie Upcycling-Produkte häufig so.
Wie gesagt, es lässt sich ja mit extrem wenig Aufwand nachbauen, zumal es derzeit ohnehin vergriffen ist. Man nehme einen alten Ordner, einen Bilderrahmen oder ein schmuckes Holzbrett und zwei Schrauben. Wenn gewünscht noch ein paar Abrubbelbuchstaben. Viel Erfolg und Spass.

5. Innenstadt

Vor fast sieben Jahren hatte ich eine Idee: Warum nicht den Busverkehr in der Hindenburgstraße nur noch bergauf führen, um ihn bergab die parallel laufende Steinmetzstraße nutzen zu lassen, mit dem der Hindenburgstraße zugeneigten Bürgersteig als Halteseite, also ohne eine Straße überqueren zu müssen?
Nun hat die CDU wissen lassen, genau das ausprobieren zu wollen.

PS

Wenn bitte jemand rausfinden könnte, wer den Neustart der Raumpatrouille als Aprilscherz gesetzt hat, ich besorge dann etwas Teer und geh im Wald Federn sammeln… Grml.


Freitägliche Fünf 01.04.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche ignoriere ich den 1. April gekonnt, es geht dabei von der Rückkehr zur Natur in die internationale Politik.

1. Lesen im Grünen

Architektonisches Vorbild war ein Softeis mit Pistazien - vermutlich - Bild: Spogagafa

Architektonisches Vorbild war ein Softeis mit Pistazien – vermutlich – Bild: Spogagafa

Dass man auch öffentliche Gebäude nicht als immergleiche Rechtecke bauen muss, zeigt die Stadt Varna in Bulgarien mit ihrer neuen Stadtbibliothek – eine Beinahe-Kuppel, auf deren Aussenseite eine Art künstlicher Hügelgarten und Park läuft.

2. Fahrradwohnwagen

Ich mag das grundsätzliche Konzept von Fahrradwohnwagen, auch wenn die meisten wohl zu schwer oder zu windsperrig sind, um praxistauglich zu sein. Aber ein paar Varianten, die aussehen wie geschlossene Kajaks auf Rädern, sind durchaus brauchbar. Hier gibt es eine schöne Liste mit Wohnanhängern fürs Fahrrad. Nicht annähernd vollständig (es fehlen vor allem ausklappbare Modelle), aber eine ganz gute erste Übersicht.
Fragt mich nur nicht, warum das Magazin sich vogelrije Fietser nennt, das finde ich etwas unglücklich.

3. Apropos Vögel

4. Erdoğan und der NDR

Joa, es gibt jetzt bessere lustige Musik, aber ganz ehrlich: Politische Lieder sind hat fast durchgehend schlecht, da macht man nichts dran. Plattheit gehört da zum guten Ton.
Aber es ist wunderbar zu beobachten, wie Erdoğan sich darüber aufregt und somit öffentlichkeitswirksam blamiert.

5. Von Zielideen und dem Perfekt

Das Perfekt ist jene Zeitform, über die etwa das Englische und einige deutsche Dialekte verfügen, das Hochdeutsche aber seltsamerweise nicht. Wie rein hochdeutsch sprechende ohne ihn auskommen, ist mir als Rheinländer ein Rätsel. Es handelt sich um die Form, mit der eine Tätigkeit bezeichnet wird, die im Moment der Äusserung noch andauert: „Er ist am laufen.“
Das hat einer neuen Studie zufolge Auswirkungen bis hin zur Wahrnehmung der Wirklichkeit des sprechenden. Und zwar nicht etwa grundsätzlich , sondern abhängig von der im Moment der Wahrnehmung verwendeten Sprache. Im Beispiel neigen deutsch sprechende dazu, einer gehenden Person ein Ziel zuzusprechen, um den Satz zu vervollständigen, wer englisch spricht verbleibt bei der Feststellung, dass die wahrgenommene Person geht.
Das ist alles hochspannend, sowohl für die Bewusstseinsforschung als auch für die Frage, was bei der Normierung einer Sprache wie des Deutschen, das dabei kurzerhand eben dieses Perfekt verlor, mit ihren Sprechern passiert.