Sieben am Sonntag 18.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Nachdem ein Tesla in den Weltraum geschossen wurde, fiel mir etwas auf: Hatte David Bowie nicht mal (Nikola) Tesla gespielt?
Ja, hat er, 2006 in Pestige. Und wenn man eine Gelegenheit hat, David Bowie zu spielen, sollte man immer David Bowie spielen.

Straße der Woche

Nach einem Fahrradweg mit Solarstromerzeugung geht China einen Schritt weiter und baut eine Autobahn mit Solarstromerzeugun.

Schiff der Woche

Sieht aus wie ein Designer-Bügeleisen, ist nur halt 500x so groß - Bild: Omega Architects

Sieht aus wie ein Designer-Bügeleisen, ist nur halt 500x so groß – Bild: Omega Architects

In den Niederlanden befindet sich ein neuer Typ Containerschiff für den Binnen- und Kurzstreckenverkehr im Bau. Die Port-Liner sind voll elektrisch angetrieben und reduzieren damit die extreme Belastung durch Abgase aus der Schifffahrt. Diese ist für Städte mit großen Häfen ein echtes Problem, denn Schiffe verfeuern in ihren Motoren den schlimmsten Dreck, den man an Land nicht los werden kann.
Schweröl, zu flüssig für Teer, zu fest und zu dreckig für Automotoren.
Und nicht nur das: Die Akkus dieser Schiffe werden austauschbar. Das ist jene einfache Lösung des Problems der langen Ladezeiten, die uns die Autoindustrie bei Elektrofahrzeugen konsequent vorenthält, damit diese an der Miete für die Akkus verdienen und Akkus fest an ein Fahrzeug binden kann. Denn Seeleute lassen sich nicht so leicht für dumm verkaufen wie Autofahrer.

Beschleunigung der Woche

Kohlekraftwerk in La Maxe, Frankreich - Bild: Wikimedia Commons

Kohlekraftwerk in La Maxe bei Metz – Bild: Wikimedia Commons

Frankreich wird sein Ziel, komplett aus der Kohlekraft auszusteigen, zwei Jahre früher erreichen, als geplant. Das letzte der aktuell noch vier französischen Kohlekraftwerke geht 2021 vom Netz.
Wermutstropfen der ganzen Geschichte ist natürlich, dass ein Großteil der Leistung durch die in Frankreich extrem starke Atomkraft ersetzt wird. Aber hey, eins nach dem anderen.

Spionage der Woche

Polen dreht im Moment komplett ab. Auffällig ist nach aussen vor allem das neue Holocaustgesetz, dass die Geschichtsdarstellung vorschreibt, dass dies alles die Deutschen waren und Polen grundsätzlich und ausschließlich Opfer. Dazu gehören einige sehr widerliche Propagandavideos, die auch auf Youtube geschaltet werden und seit neuestem auch eine Denunziationskampagne, für die Polen im Ausland „anti-polnische Äusserungen“ melden sollen.
Hier bitteschön, damit ihr was zu melden habt: Polen betreibt staatliche Geschichtsfälschung und hat nicht die Eier in der Hose, für die eigene Geschichte Verantwortung zu tragen. Vielleicht sollten die mit der Türkei einen Club aufmachen.

Fauxpas der Woche

HecklerZumKotzenDie Waffenindustrie erzählt ja gerne, dass sie ihre Produkte zur Sicherheit der Bevölkerung herstelle, dass Menschen sich damit schützen können und dass derlei in der heutigen gefährlichen Welt leider notwendig sei.
Etwas anders agiert da Waffenhersteller Heckler & Koch, deren Twitter-Account sich hauptsächlich darin ergeht zu berichten, wie toll Waffen so sind. Darunter mischen sich dann seltsame Grenzerfahrungen mit Gewaltfantasien und allgemein ein Weltbild wie aus einem schlechten Hollywood-Blockbuster. Oder einer Satire auf die Mentalität von Wafenherstellern.
Zum Valentinstag dann kam der obige Tweet. Der ist schon für sich reichlich widerlich. Dann hatte er aber auch noch das Pech, wenige Minuten vor den ersten Nachrichten über den bewaffneten Amoklauf in Parkland, Florida. Die Reaktionen fielen entsprechend aus, auch wenn ein paar Waffenidioten (ich finde „Waffennarren“ verniedlichend) ihn tatsächlich verteidigt haben. Als ich ihn mit einem Kommentar retweeten wollte, war er bereits gelöscht. Zum Glück gab mir das jedoch Grund, einen Screenshot zu machen und jetzt bleibt diese Widerlichkeit hier dokumentiert.

Schluss der Woche

Ja, so etwa sähe das bei mir auch aus

Ja, so etwa sähe das bei mir auch aus


Dornröschen schläft so hübsch

Die Bundesregierung hat diese Woche bewiesen, dass es für gute Ideen nur genügend Druck braucht — für eine Abkehr davon allerdings auch. Als Reaktion auf drohende Sanktionen wegen zu hoher Stickoxidbelastung in den Städten schrieb die Regierung einen Brief an Brüssel, in dem verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen wurden, darunter ein Test kostenlosen Nahverkers. Und dann wurde es komisch.

Bild: EnergieAgentur.NRW

Bild: EnergieAgentur.NRW

Vorgeschichte

Die Idee eines für die Fahrgäste kostenlosen öffentlichen Nahverkers, aus dümmlicher Pedanterie gerne auch fahrscheinlos genannt, weil ja sonst irgendwer glauben könnte, der ÖPNV materialisiert spontan nach einem atypisch erfolgreichen Sonntagsgebet, ist keine neue. Sie wird schon so lange in verschiedenen Varianten diskutiert, dass sie als Mobiliar jeder Verkehrsdebatte gelten kann.
Und in den letzten Jahren haben einige Städte es auch probiert, manche erfolgreich, andere weniger. Allerdings sind die Maßstäbe für den Erfolg so verschieden, dass ein Vergleich der Versuche nicht möglich ist. Manche wollen die Fahrgastzahlen erhöhen, andere den Autoverkehr mindern und wieder andere Geld sparen, das sonst die Folgekosten des Autoverkehrs ausmachen würde (Straßenbau, -betrieb und -wartung, Reinigung, Gesundheitskosten usw.).
Gemeinsam ist allen Vorschlägen, dass sie am größten städtebaulichen Problem der Gegenwart ansetzen: Der schieren Masse an Automobilen, die sich durch die Siedlungen wälzen und unverhältnismäßig Platz beanspruchen. Das ist explizit auch der Ansatz des Regierungsvorschlags. Im autofreundlichen Deutschland eine Revolution, wie man sie allerhöchstens von den Grünen erwartet hätte.

Die Grünen

Noch am Tag des öffentlichen Bekanntwerdens der Idee gab es eine Mitteilung der Grünen, die darauf reagierte. Eine politische Idee, mit der man den Autoverkehr ohne Verbote verringern kann und unsere Städte gesünder und angenehmer macht? Da muss es doch mal Lob geben!
Na dann leg mal los, lieber Toni Hofreiter:

Eine Woche nach Bekanntgabe des Koalitionsvertrages mit dieser vagen Idee zu kommen, ist absolut unglaubwürdig. Darüber hinaus ist der Vorstoß nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Das angekündigte ÖPNV-Pilotprojekt in fünf Städten greift zu kurz und wird die Luft in den meisten deutschen Städten nicht verbessern. Doch anstatt endlich eine Politik für die Bürgerinnen und Bürger zu machen, scheut die Große Koalition weiterhin eine klare Ansage an die Autoindustrie. Für uns Grüne ist klar: Gesundheitsschutz geht vor den Schutz der Autokonzerne. Die Bundesregierung muss sofort und für alle betroffenen Menschen Politik machen. Und das heißt vor allem: endlich die blaue Plakette ermöglichen und die Autoindustrie zur kostenlosen technischen Nachrüstung der manipulierten Dieselfahrzeuge verpflichten.

Äh, was? Was hab ich denn gestern abend für einen Mist getrunken? Oder seht ihr das auch, was da steht?

Ja, es gibt bei den Grünen in den letzten Jahren einen sehr, sehr seltsamen Trend im Verkehrsbereich. Es gibt eine grundlegende Autofreundlichkeit. Man hängt dem albernen Glauben an, alles würde gut, wenn man weiterhin Autos baut und fährt, man müsse nur den Motor austauschen. Das ist das verkehrspolitische Gegenstück des Versuchs, eine defekte Klospülung mit einer Ernährungsumstellung zu reparieren.
Ja, natürlich müssen die verbliebenen Autos mit sauberen Antrieben fahren. Und natürlich wird es immer einen gerechtfertigten Bedarf an individuellen Automobilen geben. Aber: Wir kriegen im Verkehr gar nichts verbessert, wenn wir den aktuellen Exzess an Autoverkehr nicht loswerden. Elektromobilität, Blaue Plakette, das ist alles herumdoktern an Symptomen. Das löst alles das Problem nicht. Und das Problem ist, dass zu viele Menschen zu oft das Auto nutzen.
Und da ist der Ansatz goldrichtig: Das Auto wird man am besten los, wenn man es verzichtbar macht, wenn man Alternativen zur Verfügung stellt. Den Leuten ist nämlich durchaus bewusst, wie viel Geld sie in ihre Kraftfahrzeuge stecken und wie viel mehr sie sich ohne diese Belastung leisten könnten. Allein, solange der ÖPNV zu teuer oder zu schlecht für einen Umstieg ist, nutzt das alles nichts, man kommt vom Auto nicht weg. Jedenfalls nicht ohne eine gehörige Portion Idealismus. Und Idealismus ist etwas Individuelles, auf das man sich als Regierung nicht verlassen kann.
Natürlich greift das Pilotprojekt in fünf Städten zu kurz. Das liegt in der Natur von Pilotprojekten. Es ist ein Anfang und genau das soll es auch sein. Wir gehen doch auch nicht hin und beschweren uns bei Leuten mit Solaranlagen auf dem Dach, dass diese mit ihrem Haus nicht die ganze Bundesrepublik versorgen können und es deshalb viel besser sei, Filter auf die Kohlekraftwerke zu schrauben.
Für mich ist klar: Hier wird gegengesprochen, nur, weil man sich als Opposition präsentieren will. Dabei wäre es so einfach gewesen, die Idee an sich zu loben und dann klarzustellen, dass man aber zusätzlich eine belastbare Finanzierung des Vorhabens und mittelfristig eine Ausweitung auf das Bundesgebiet erwartet.

Der Rückzieher

Die Verkehrsunternehmen, die als Unternehmen natürlich gar nicht in der Lage sind, den ÖPNV kostenlos anbieten zu können (das können nur Gebietskörperschaften wie Städte, Länder und der Bund), ließen alle Alarmglocken läuten. Das ginge nicht, sagten sie.
Dabei ginge es sogar ziemlich einfach, man müsste nur die Verkehrsbetriebe auflösen und durch Verwaltungsbereiche für den ÖPNV ersetzen. Und ich meine nicht Unternehmen in 100% städtischer Trägerschaft, ich meine echte, voll integrierte Teile der Stadtverwaltung.
Nun hat die Regierung recht schnell klargestellt, dass es sich lediglich um eine Überlegung handelte. Eine Überlegung, die Zukunft gehabt hätte, hätte man sie der Regierung nicht innerhalb weniger Tage ausgetrieben, als wären wir hier in einem Remake vom Exorzist.
Übrig bleibt ein Schauspiel, wie reformunfähig unser Land inzwischen geworden ist. Und das liegt nicht an der Regierung, das liegt an der Bevölkerung. Es war ein Schauspiel um die Angst vor etwas neuem, um die Zufriedenheit in der ewigen Stase, ein Land, dessen Prinzen beschlossen haben, dass Dornröschen sehr hübsch ist, im Schlaf.


Veilchendienstagszug 2018: Ich habe fertig

Es ist mal wieder Veilchendienstag im Lande, der Tag zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch, von dem jeder weiss, dass es ihn geben müsste, den aber trotzdem keiner kennt. Und wenn, dann als Mardi Gras genanntes floridanisches Nacktbesäufnis. Also quasi das selbe wie Karneval hier auch, nur mit weniger Klamotten und etwas mehr Ballermannstimmung. Etwas. Aber bleiben wir in Mönchengladbach, so ungerne man so etwas auch allgemein tun mag.

Ich sollte vielleicht vorausschicken, dass ich nach nur vier Stunden Schlaf und zwei Stunden warten (ich dachte, der Zug fängt ganz normal um 11:11 an, er tat dies aber um 13:11, denn dass Karneval karnevalistisch ist, war dann doch etwas viel erwartet) eventuell nicht begeisterungsfähig genug war, um einen Straßenkarneval zu kommentieren.
Allerdings wird der Beitrag zum Zug dieses Jahr wohl etwas kürzer – es gab einfach nicht viel erzählenswertes.

Doch es ist laut Dein MG der längste Zug Deutschlands. Ob er wirklich länger ist als die Züge am Vortag in Düsseldorf und Köln, wage ich erstmal zu bezweifeln, aber gefühlt kommt das ganz gut hin. Die geringe Zahl an Fotos für 2018 lässt womöglich erahnen, warum. Wenn nicht, schreibe ich eh noch genug dazu. Also, tief Luft holen und los:

Technisch gesehen liegt Weihnachten ja in der Karnevalssaison

Technisch gesehen liegt Weihnachten ja in der Karnevalssaison

Gleich zu Anfang gab es diesmal die alljährliche Seltsamkeit, dass ein Dach des Weihnachtsdorfes mit dem Zug durch die Gegend fuhr. Das darf inzwischen allerdings auch als Tradition zählen. Und wie gesagt: Da der rheinische Karneval vom 11.11. bis Aschermittwoch läuft, ist Weihnachten technisch gesehen ein Karnevalstag.
Immer Ärger mit den Bullen

Immer Ärger mit den Bullen

Den meisten Aufwand dürfte dieses Jahr die Trabrennbahn betrieben haben, die tatsächlich einen neuen Wagen aufgebaut haben, um ihr 125. anzukündigen. Das hat jetzt nichts witziges, aber vielleicht verstehe ich einfach nur den Bezug mit der Kuh nicht.
Ab in den Hardter Dschungel

Ab in den Hardter Dschungel

Man nimmt, was man kriegen kann

Man nimmt, was man kriegen kann

Dass man auch aus dem alljährlich gleichen Wagen jedesmal etwas frisches machen kann, beweist das Minto. Dessen Team schafft jedes Jahr einen neuen Spruch. Er reimt sich, er ist auf Platt, mehr Ansprüche habe ich doch an einen Karnevalsspruch nicht. Wäre sogar als Motto geeignet gewesen.
Und dann ist da der Wagen aus Hardt. Der ist wahrscheinlich auch immer gleich, aber er wirkt farblich einfach frischer. Das mag eine Illusion sein, aber dann ist es eine gute.
Nik Eberts, Gladbachs einziger nichtexilierter Komiker

Nik Eberts, Gladbachs einziger nichtexilierter Komiker

Auch die Rheinische Post zeigt jedes Jahr erneut, dass der Aufwand, einen frischen Wagen hinzustellen, nicht annähernd so groß ist, wie manche meinen mögen. Der Wagen bleibt der selbe, aber jedes Jahr ist eine andere aktuelle Karikatur von Nik Ebert drauf.
Klassische Mottowagen sind ja im Grunde dreidimensionale Karikaturen, da ist das ein guter Ansatz für einen schnell gemachten Mottowagen. Dass wir hier keinen Jacques Tilly haben, macht nichts, wenn man sich nur zu helfen weiss. Dann macht man das halt in 2D.
Leider ist das dann auch der einzige verbliebene Funken Witzigkeit im Gladbacher Karneval. Und auch das Motto findet sich bei den Wagen des Zuges eher selten, es bleibt eine Perlenkette von Pappmachéfahrzeugen.
Lichtgestalt? Fotografier ich doch mit dem kleinen Finger!

Lichtgestalt? Fotografier ich doch mit dem kleinen Finger!

Das war der einzige, der aus dem Motto was gemacht hat, begleitet von einer passenden Fußgruppe aus Sonnen und Monden. Von den Fußgruppen habe ich leider keine Fotos gemacht, das hätte sich wohl viel mehr gelohnt. Denn da ist die Kreativität, die den Wagen so schmerzhaft fehlt. Dass gleich vier Gruppen das Motto „Immer zu zweit – Halt Pohl und All Rheydt“ in Form von Kostümen als rote und gelbe M&Ms interpretiert haben, darüber sei das Naserümpfen anderen überlassen. Ich bin zwar auch eher kommerzkritisch eingestellt, aber das geht schon klar, passiert halt mal.

Ich könnte jetzt das Lied von 2017 wiederholen. 2018 hat den damals schon gänzlich übersehenswerten Zug noch einmal übertroffen. Ich bin in der Tat nach der Hälfte gegangen, dies aber so, dass ich am gesamten Zug und dem Aufstellungsbereich entlangkam, um trotzdem noch alle Wagen sehen zu können. Es war nichts dabei, was des Fotografierens wert gewesen wäre.
So wird das nichts, den Zug aus dem Gladbacher Karneval zu streichen ist so kein Verlust mehr. Und das ist schade. Aber das ist halt keine lustige Veranstaltung, das ist nur ein Schaulaufen mit dem die Karnevalsvereine dokumentieren, dass sie existieren. Schützenmarsch mit ein paar mehr Farben und mehr Liedern über Köln (aus irgendeinem Grund).

Ich habe erstmal genug. Ich bin inzwischen überzeugt, dass der wirklich gute Zug 2010 (dessen Bilder leider bei einem Serverumzug gefressen wurden) das Korn eines blinden Huhns war. 2019 will ich auf der anderen Seite der Kamera dabei sein. Mit was Witzigem. Ich habe auch schon eine Idee.
Was Grünes. Was Selbstironisches. Mit ohne Pferde. Wird gut.
Doch darauf müsst ihr jetzt ein Jahr warten.
Aber das ist der Punkt: Der Straßenkarneval muss aus der Bräsigkeitsspirale raus. So, wie jetzt, ist das nix. So wird der in ein paar Jahren sang- und klanglos verschwinden. Dagegen müssen wir anpacken. Apropos, hat jemand mal den Jacques Tilly gefragt, was er davon hielte, seine Wagen einen Tag länger leben zu lassen und nochmal in MG vorzuführen?


Sieben am Sonntag 11.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

Ich könnte so tun, als hätte es diese Woche eine Auswahl gegeben bei der Musik der Woche, aber mal ganz im Ernst: Elon Musk hat ein Auto in den Orbit geschossen. Dafür hat die Musikgeschichte genau eine Reaktion parat.

Schenkung der Woche

Rewe sucht offenbar ständig nach einem Umgang mit Lebensmitteln jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums. Der Markt bei mir um die Ecke etwa verkauft Waren kurz vor diesem stark reduziert im Kassenbereich.
Ein Markt in Bad Brückenau geht weiter und hat in seinem eigenen Ladenlokal ein Regal aufgebaut, in dem abgelaufene Lebensmittel einfach mitgenommen werden können.

Nachtmusik der Woche

Gefängnis ist für die einen offenbar schlimmer als für die anderen.
Das beweist zum Beispiel ein Mann, der regelmäßig in seinem belgischen Gefängnis verkloppt wird. Aber nicht, wiel er ein besonders schweres Verbrechen verübt hätte, für das auch die anderen Häftlinge keine Toleranz mehr haben, wie man es aus Filmen kennt. Nein, dieser Mann schnarcht.
Also, nicht im üblichen Rahmen natürlich, das wäre ja nichts ungewöhnliches. Nein, der Betroffene erreicht ein Maximum von 93 Dezibel.
Meine Überlegung, wäre ich die belgischen Behörden, wäre ja, ob man dem Mann nicht einen Job anbieten kann, abgesichert in den Trakten mit besonders üblen Verbrechern zu übernachten. Neben einer Mikrofonanlage.

Kaiju der Woche

Ich hatte diese Woche eine alte Spielzeugkiste durchgraben. Dabei fiel mir ein lange vergessenes Teil in die Hände, ein Panzer, der sich zu einem Dinosaurier entfaltete, wenn man hinten auf eine Taste drückt. Also suchte ich nach mehr Informationen über dieses Teil. Ich wusste nur noch, dass es ein Hot Wheels Ableger war.
Es stellte sich heraus, dass es sich um Tankasaurus rex aus der Serie Attack Pack handelte. Die 90er waren eine großartige Zeit für abgefahrenes Spielzeug.
Aber das ist grade nicht der Punkt. Der Punkt ist das andere, deutlich häufigere Ergebnis meiner Internetrecherche: Das da rechts ist Kyōryū Sensha, was übersetzt einfach nur Dinosaurier-Panzer bedeutet. Er stammt aus der japanischen Filmserie Ultraman und scheint einen gewissen Kultstatus erreicht zu haben. Genug, dass es bei Amazon Figuren von dem Ding gibt. Und genau so sollte es auch sein, ich meine, seht euch das Ding an! Besser kann man die japanische Fernsehindustrie der 1960er gar nicht einfangen!

Bumerang der Woche

Die Zeit machte in einem Artikel die Behauptung zu Journalismus, dass die Deutschen sich nicht ausreichend mit Wirtschaft auskennen. Das ist jetzt eigentlich keine so absurde Behauptung. An den Schulen ist Wirtschaft unterentwickelt, selbst an den Hochschulen ist die Ökonomie sehr einseitig und versagt regelmäßig bei der Beschreibung der Realität.
Ich meine, wie viele kennen sich schon mit Preisfindungsmechaniken, der Begründung des Zinssystems oder der Funktionsweise von Börsen aus? Das sind hochkomplexe Themen, bei denen keiner mehr durchsteigt, die aber für unseren Alltag enorme Auswirkungen haben können. Das ist alles kein falscher Vorwurf.
Und dann kommt die erste Frage:

Die erste Frage im Fragebogen war zum Aufwärmen: Wie hoch steht der Dax? Das wird jeden Abend in der „tagesschau“ und in nahezu jeder anderen Nachrichtensendung angesagt. Es hätte ein Selbstläufer sein müssen. Trotzdem trauten sich knapp 30 Prozent der Teilnehmer keine Antwort zu.

Ja, die erste Frage war der aktuelle Stand des Dax. Eine Frage, deren Antwort vollkommen belanglos ist. Denn zu wissen, wie hoch der Dax aktuell liegt, hat nichts mit dem Verständnis von Wirtschaft zu tun. Das ist einfach nur eine Zahl.
Das selbe gilt für die übrigen Fragen. Die Inflationsrate, Arbeitslosigkeit oder Steuerbelastung einzelner Einkommensgruppen zu kennen, hat nichts mit Wirtschaftswissen zu tun. Das ist überflüssiges Nachrichtenwissen ohne Bedeutung für das eigene Leben. Das ist Zeug, dass man sich nicht merken muss, weil es einerseits morgen ohnehin nicht mehr stimmt und andererseits bei Bedarf schnell nachgeschlagen werden kann.
Die Zeit hat also einen Artikel über mangelndes Wirtschaftswissen veröffentlicht in dem sie beweist, dass sie selbst nicht einmal weiss, was Wirtschaftswissen eigentlich umfasst. Denn Wissen über die Funktionsweisen der Wirtschaft wurde nicht mal erwähnt, geschweige denn abgefragt. Peinlich.

Befreiung der Woche

Norwegen schließt alle verbliebenen Pelzfarmen des Landes.
Der Prozess soll zwar noch bis 2025 dauern, aber wenigstens ist der Schritt klar: Die Pelztierhaltung im Land endet.

Wtf der Woche

Okay, hierzu gibt es keinen Link, ich glaube, das ist nicht wirklich jugendfrei. Und selbst wenn, werde ich diese Art von Folterfantasie nicht verlinken. Aber das Wissen um seine Existenz ist schon irgendwie faszinierend.
Ich präsentiere also Eye Drop Torment, einen wirklich seltsamen Fetischmanga aus, natürlich, Japan.
eye-drop-tormentDass Folterfantasien mit Augentropfen existieren, ist alleine schon etwas, was ich nicht erwartet hatte. Vor allem habe ich es nicht in einer Empfehlungsliste unter einem harmlosen Shoot’em’Up erwartet.
Aber ich muss die kreative Energie dennoch anerkennen: Dem Verfasser war einfache Augenfolter nicht genug, er baute sich ein Opfer, wie es nur im Manga existieren kann. Es handelt sich um einen Ninja, der am ganzen Körper Augen hat.
Was stimmt mit den Leuten nicht?


Politische KW 05/2018

Okay, hier ist etwas, was ich vor vier Jahren zu Grabe getragen habe: Die Politische KW, eine wöchentliche Rückschau auf mein politisches Wirken oder Versuche eines solchen.
In letzter Zeit stellte ich zunehmend fest, dass dieses Format doch wieder eine gute Idee wäre, denn während ich immer mal wieder komplette Konzepte und erreichte Erfolge hier im Blog vorstelle, gibt es kein Format für die Verfolgung des langen Weges dorthin.
Daher rufe ich eine modifizierte Form der Politischen KW ins Leben. Statt wie früher nach Wochentagen, ordne ich sie nun nach Projekten bzw. Zielen, damit der Kontext der einzelnen Schritte klarer wird und es umgekehrt ein Bild gibt, welche größeren Ideen dahinterstehen.
Diese Reihe wird nicht jede Woche fortgeführt, sondern hin und wieder. Denn nicht jede Woche passiert politisch etwas. Kommende Woche etwa ist Karneval und da macht man im Rheinland einfach nichts dergleichen. Zumal ich mich dann Dienstag traditionell über den bräsig-unpolitischen Straßenkarneval in MG beklagen muss.
So, nu aber:

Radweg Lürrip-City-Mülfort

dunkelblau: Hochtrasse gelb: Rampe hellblau:potenzielle Weiterführungen

dunkelblau: Hochtrasse
gelb: Rampe
hellblau:potenzielle Weiterführungen

Vor etwas über einem Jahr stellte ich Überlegungen zu einem Radschnellweg vor, der den angedachten Radschnellweg zwischen Mönchengladbach und Neuss verlängern sollte, um bis in die Innenstadt von Alt-Gladbach zu kommen. Optional enthielt dieser auch einen Ansatz, in den Süden der Stadt weiterzuführen (die rechte hellblaue Linie im Bild).
Bei dieser Weiterführung handelt es sich um eine Bahnlinie, die zum stillgelegten Geneickener Bahnhof führt und dann weiter nach Mülfort. Das letzte Stück, von Geneicken bis Mülfort, ist bereits seiner Schienen entledigt und führt als Fuß- und Radweg grade und eben einen Kilometer lang durch die Stadt. Schaffen wir es, die restliche Strecke ebenfalls zu einem solchen Weg zu machen, haben wir einen solchen Weg abseits der Straßen über eine Länge von etwa 3,5 Kilometer.
Und in der Tat scheint das Gleis keine Funktion mehr zu erfüllen. Es ist zu großen Teilen überwuchert und rottet langsam vor sich hin.
Um festzustellen, ob es tatsächlich keine Funktion mehr hat, habe ich am Dienstag im Bau- und Planungsausschuss die Anfrage gestellt, wie der aktuelle Stand der Bahntrasse hinsichtlich Besitz, Nutzung und Widmung ist. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, kann man damit dann beginnen, auf eine Umnutzung zum Fuß- und Radwanderweg hinzuarbeiten. Der Weg wäre eine gute Verbindung nach Alt-Gladbach für die Anwohner der oberen Niers (Odenkirchen, Wickrath, Wanlo usw.), die in Mülfort vom Nierswanderweg auf diesen neuen Weg wechseln können (und natürlich umgekehrt). Das wiederum ist ein guter Schritt, das weitere überregionale Radwegenetz zu schließen – mögliche Anschlusspunkte nach Aachen oder Köln sind nicht mehr weit.
Auf der anderen Seite zeigen die Pläne für die City Ost auf dem ehemaligen Güterbahnhof Mönchengladbach inzwischen eine Fahrradbrücke über die Breitenbachstraße. Das ist wahrscheinlich so nah, wie man einem durchgehenden Radweg bis zum Hauptbahnhof nur kommen kann und ich sehe es sehr positiv. Jetzt noch eine Fahrradbrücke über die Korschenbroicher Straße und wir bekommen die ca. 600 Meter zwischen dem Ende der Mülforter Trasse und dem Hauptbahnhof MG auch noch hin. Und von da ist es nicht mehr weit, auf einer durchgehenden Fahrradtrasse einmal komplett durch die Stadt kommen zu können und perspektivisch weiter nach Aachen beziehungsweise Neuss und Düsseldorf.
Das wär doch mal was!

Sonstiges

Auch ansonsten war es politisch eine stark am Rad orientierte Woche.
Denn auch die Blaue Route, die erste Fahrradstraße in MG, stand im Bau- und Planungsausschuss auf der Tagesordnung und mir war es wichtig hier zu betonen, dass es bei dieser allein nicht bleiben kann. Jetzt, wo die Fahrradstraße da ist, muss diese als Keimzelle eines gesamtstädtischen Radwegenetzes dienen, das aus daraus erwächst.
Momentan ist die Fahrradstraße städtebaulich eher ein isolierter Fremdkörper, den es nun besser einzubinden gilt.
Ein peripher damit verbundenes Thema sind die Parkmöglichkeiten für Fahrräder in den Innenstädten. Dazu haben Lena Zingsheim, Werner Hoek und ich gemeinsam an einer Idee für Rheydt gestrickt, von der es später noch zu hören geben wird.
Ein ganz anderes Thema im Verkehrsbereich sind Geschwindigkeitsbegrenzungen im Bereich von Kindergärten und Schulen. Hier gibt es seit kurzem neue Regeln und die Stadt setzt diese erfreulicherweise schnell um, um die Kinder besser vor dem Verkehr schützen zu können. Leider tut sie dies aber sehr buchstabengetreu und im Ergebnis entstehen zahlreiche Situationen dieser Couleur. Ich habe die Verwaltung gebeten, ihre Liste der neuen Regelungen doch mal systematisch nach Fällen durchzugehen, wo diese entstehen und ob dort nicht andere Regelungen möglich sind, die zu einer durchgehend gleich niedrigen Geschwindigkeit führen. Ob sie das auch tut oder ob wir in nächster Zeit Straßen sehen, die 2 Kilometer lang mit 30, dann 60 Meter mit 50 und dann den ganzen Rest wieder mit 30 km/h befahren werden (ja wirklich, das Beispiel ist die künftige Regelung des Zuges Konstantinstraße – An der Landwehr), bleibt abzuwarten.


Sieben am Sonntag 04.02.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Für andere Alliteraten wäre übrigens Schlechte Stimmung Sonntags dein Kandidat gewesen, Stefan.

Musik der Woche

Begeben wir uns diese Woche in das Reich der wirklich seltsamen Metaphern-Deepness namens Metal. Ja, es ist ein Klassiker: Holy Diver von Dio.

Fortschritt der Woche

Wenn man einen Adler mit einem Brathähnchen kreuzt

Wenn man einen Adler mit einem Brathähnchen kreuzt

Ein australischer Feuerwehrmann hat sich in einer Studie mit einem ungewöhnlichen Verhalten bei Milanen beschäftigt. Gute Beweise kann er zwar nicht vorweisen, aber die Idee, dass Milane Wildfeuer bewusst fördern, um Beute zu machen ist zumindest kreativ.
Ich bin ja sowieso überzeugt, dass Intelligenz im Tierreich sich in der Zukunft stark ausbreiten wird, weil man der menschlichen Intelligenz bei der Vernichtung anderer Spezies am besten mit gesteigerter eigener Intelligenz begegnet, wenn man vom Menschen bedroht wird.
Ich erwarte überraschend tiefgreifende Debatten mit hyperintelligenten Ratten in meinen späteren Jahren und freue mich darauf.

Rückschritt der Woche

Wer mit dem Zug nach Münster reist, den begrüßte zunächst ein richtiges Meer an abgestellten Fahrrädern. Die Fahrradhauptstadt Deutschlands zeigte ihre Visitenkarte. Nun gefällt das den Stadtoberen gar nicht, sie versuchen immer mal wieder, die Fahrräder in Münster aus dem Stadtbild zu entfernen.
Der neueste Plan ist die Entfernung von knapp 1.800 Stellplätzen für ein Bauvorhaben, bei dem der große Bahnhofsvorplatz teilweise bebaut wird. Weil Architekten im 21. Jahrhundert aus irgendeinem Grund ein ungesundes Verhältnis zu Plätzen haben.
Dass die Abstellplätze später voll kompensiert werden (können), ist überaus fraglich.
Unterdessen führt Köln Verbote für das Leihradangebot ein, das sich in der Stadt entwickelt hat. Dass dort hin und wieder Fahrräder auf den Bürgersteigen stehen, scheint ein Dorn im Auge zu sein und wird auch beständig von der Presse als „Schrottradflut“ hochstilisiert.
Vielleicht sollten die Kölner mal nach Münster… ach nee, jetzt ja dann nicht mehr.

Geheimnisverrat der Woche

Wie praktisch - Screenshot von Twitter

Wie praktisch – Screenshot von Twitter

Die Datensammelei moderner Apps ist schon praktisch. Für Werbeleute, Betrüger, Überwachungsdienste, eifersüchtige Nebenbuhler, feindliche Armeen… Moment, was?
Ja, feindliche Armeen. Denn aus den aufgezeichneten Daten joggender US-Soldaten lassen sich dank GPS-Anbindung mit hoher Genauigkeit extrem einfach die Standorte und Strukturen geheimer Militäreinrichtungen extrahieren.
Das ist schon deswegen lustig, weil GPS ursprünglich genau dafür gedacht war, dann zivilen Nutzungen geöffnet wurde und nun dank der Trotteligkeit der eigenen Soldaten sehr elegant den Kreis geschlossen hat.

Zielsetzung der Woche

Das pakistanische Ministerium für Klimawandel hat das Ziel ausgegeben, den Waldbestand in Pakistan mehr als zu verdoppeln.
Ja, Pakistan hat ein Ministerium für die Bekämpfung und Bewältigung des Klimawandels. Das liegt auch durchaus nahe, da dieses eines der in Zukunft am schwersten betroffenen Länder der Klimawandelfolgen ist. Das Land ist zu großen Teilen eine Wüste und der Erhalt fruchtbarer Bereiche genießt zwangsweise eine sehr hohe Priorität.
Derzeit sind 5% der Fläche Pakistans von Wäldern bedeckt. Der Plan des Ministeriums sieht vor, dass es in absehbarer Zukunft 12% sind. Dies sei notwendig, um den pakistanischen Anteil an den Klimazielen der UN einzuhalten.

Hochbeet der Woche

Mehr Gemüse für alle! - Bild: Baldur Gartenversand

Mehr Gemüse für alle! – Bild: Baldur Gartenversand

Okay, ja. Das Cultivita® Hochbeet ist eine ziemlich clevere Idee. Ein Hochbeet über schräge Seitenleisten mit zusätzlicher Pflanzfläche auszustatten ist ein echter Gewinn, denn dadurch erhält das Hochbeet logischerweise zusätzliche Anbaufläche zu seiner Stellfläche.
Ein Konzept, dessen sich Pflanzpyramiden und ähnliche schon lange bedienen, aber bei klassischen Hochbeeten sehe ich das das erste Mal.
Gefunden bei Baldur Garten, nachbaubar wahrscheinlich von jedem, der ein Hochbeet bauen kann, denn 159 € sind nicht wenig Asche. Wobei für den Aussenbereich durchaus fair.

Letsplay der Woche

Es gibt eine Menge videospielerischen Schrott, aber ich glaube, Inner Kung Fu Game belegt eine Art Rekord. Keine Gestaltung, das simpelste Gameplay ausserhalb des Clicker-Genres und Leute, die es tatsächlich gekauft haben.
Ich meine, ich sehe Potential für interaktive Trainingsprogramme auf Spielkonsolen. Ich habe einige Jahre eine erfolgreiche Website zum Thema Fitnesssoftware auf Spielkonsolen betrieben. Aber das hier ist einfach nur albern.
Und hochamüsant, Jim Sterling sei Dank.

Bonus

Sorry, Dio geht einfach nicht ohne diesen Song dahinterzupacken.


Hindenburgstraße revisited

Die Hindenburgstraße ist mal wieder Stadtgespräch in Mönchengladbach. Und anders als andere Städte nicht wegen des Namens, sondern wegen des Busverkehrs darüber. Und ich fühle mich berufen, dazu etwas zu sagen, denn die aktuelle Regelung war kurz gesagt meine Idee.
Und damit ab zum Artikelbild und danach in den Artikel selbst:

Es sagt viel über die Probleme der Straße, wenn die MGMG nur ein einziges freies Bild von ihr zur Verfügung stellt und das nichtmal die Straße zeigt - Bild: MGMG

Es sagt viel über die Probleme der Straße, wenn die MGMG nur ein einziges freies Bild von ihr zur Verfügung stellt und das nichtmal die Straße zeigt – Bild: MGMG


Kleine Ideengeschichte der einspurigen Lösung

Wie gesagt, 2009 brachte ich die Idee eines nur bergauf die Hindenburgsraße nutzenden Busverkehrs ein. Nicht nur hie rim Blog, sondern auch in Gesprächen unter Politikern oder mit der Verwaltung, später auch mehrfach mit dem Bauderzenenten Andreas Wurff.
Das Ganze war zu dieser Zeit ein heisses Eisen. Die Situation, eine breite und mit sehr hohem Bordstein ausgestattete Straße mitten durch eine Fußgängerzone zu führen, galt mit der Zeit als immer untragbarer und um 2010 herum erreichte sie einen Höhepunkt. Viele Ideen wurden bis 2012 ins Rennen geworfen, wie die Straße dennoch weiter angebunden werden sollte. Das ging bis hin zum Vorschlag der Gladbacher Cable-Car-Linie, de ganz offensichtlich nie kam. Cable Cars haben eine ziemlich aufwendige Technik, die viel Platz braucht, insofern ist das wenig überraschend.
Die einspurige Lösung war immer die am einfachsten umzusetzende Option. Doch es dauerte noch lange, bis tatsächlich Bewegung in die Überlegungen kam.
2011 machte die CDU eine allgemeine Umfrage für oder wider den Verbleib der Busse in der Straße, doch diese kam zu keinem echten Ergebnis: Ziemlich genau die Hälfte der befragten Bürger wollten die Busse behalten und die Hälfte wollte sie loswerden. Einzelhändler waren dagegen, ebenso die Behindertenverbände, beide fürchteten eine schlechtere Erreichbarkeit der Läden in der Straße, obwohl die Wege nur marginal länger geworden wären, wenn überhaupt.
Erst 2016 war es dann soweit: Unter mehreren Modellen wurde das Modell einer Führung der Busse in eine Richtung favorisiert und es begann ein Pilotversuch, angesetzt auf ein Jahr und später ausgedehnt auf anderthalb Jahre.

Die Debatte jetzt

Jetzt steht eine erneute Entscheidung an und die Stadtverwaltung würde die Regelung gerne beibehalten. So weit, so gut, könnte man meinen, doch weit gefehlt.
Zu dem Vorschlag gibt es ein Gutachten und aus diesem möchte ich einfach mal eine Grafik zitieren:

Wer länger nicht mehr in der Schule war, der sei erinnert: Eine 5 ist "nicht sonderlich gut"

Wer länger nicht mehr in der Schule war, der sei erinnert: Eine 5 ist „nicht sonderlich gut“ – aus Gutachterliche Begleitung der Testphase ÖPNV Hindenburgstraße / Steinmetzstraße von Planungsgesellschaft Verkehr Köln Hoppe & Co. GmbH

Und nochmal aus dem Text des Gutachtens:
Sowohl die objektiven Daten aus den Befragungen als auch die subjektiven Einschätzungen der Mönchengladbacher Bürger – insbesondere der Busnutzer – münden in der Empfehlung zur Rücknahme der Linienwegveränderung und Wiederaufnahme des ursprünglichen Zustandes vor dem Testbetrieb

Hinzu kommen noch ein paar andere Grafiken. So kann man zwar darauf verweisen, dass der Anteil des Busverkehrs bei den Anreisenden 2017 weit höher ist als 2016, aber gleichzeitig ist die Besucherzahl auch merklich gesunken. Kein Wunder: Große Teile der Hindenburgstraße verlieren rapide an Wert, seit zentrale Händler in das Einkaufszentrum Minto gezogen sind und reihenweise leere Gebäude zurückgelassen haben.
Aber das Minto hatte einen für diese Diskussion viel wichtigeren Effekt. Vor dem Bau des Minto führten die Theatergalerie und der Lichthof zwischen Hindenburgstraße und Steinmetzstraße hindurch. Beides waren überdachte Fußgängerpassagen mit Geschäften. Während diese andernorts richtige Leerstandsmonster sind, funktionierten sie in Mönchengladbach gar nicht so schlecht, insbesondere der Lichthof.
Diese Passagen waren wichtig, denn sie unterbrachen die ewig lange und vor allem auch triste Strecke, auf der man zwischen den beiden Straßen nicht wechseln konnte. Die Strecke wurde mit dem langen Bau des Minto noch trister und abweisender und die Passagen waren weg. Das Resultat ist eine Bushaltestelle an der Steinmetzstraße, die weniger einladend nicht sein könnte und die man hinter dem Klotz des Einkaufszentrums erstmal finden muss (Hinweise auf den Standort der Haltestelle fehlen auch weiterhin). Der Weg dorthin, wenn man ihn denn findet, ist nicht sonderlich lang, wirkt aber aus gestalterischem Gründen wie ein Marathon.
Unter diesen Voraussetzungen ist die einspurige Lösung schlichtweg nicht mehr praktikabel und wir müssen sie aufgeben.

Mögliche Lösungen

Bleiben die Busse in der Hindenburgstraße, bleibt auch der Ruf, sie loszuwerden. Deshalb ist auch die Empfehlung des Gutachtens, den Ursprungszustand wiederherzustellen, ein der Situation nicht angemessener Schnellschuss. Doch wenn die einspurige Lösung tot ist, was bleibt dann an anderen Optionen?
Kurzfristig ist es erstmal wichtig, auf der Hindenburgstraße gut sichtbare Hinweise anzubringen, wo sich die bergab laufenden Haltestellen befinden. Das wird aber nicht reichen: Das Minto ist und bleibt ein Klotz mitten in den alten Wegeverbindungen. Es wird nicht über Nacht geöffnet werden können, es wird nicht Passagen weichen können, für all dies ist es einfach nicht gebaut oder es gibt Probleme mit der Sicherheit.
Nein, wir brauchen eine neue Idee. Am sinnvollsten unter den umherfliegenden Vorschlägen finde ich aktuell, auf der Hindenburgstraße eine vom restlichen Netz isolierte Buslinie fahren zu lassen. Eine Linie mit vier Bussen sollten bei relativ geringer Belästigung der Kunden und Besucher einen Takt von deutlich unter zehn Minuten bieten können, wenn diese beständig zwischen Hauptbahnhof und Alter Markt pendeln. Alle anderen Linien laufen dann komplett auf der Steinmetzstraße.
Oder wir bauen doch noch ein Cable Car. Okay, eher nicht.

Richtig ist auf jeden Fall: Das Experiment Einspurigkeit war aus verschiedenen Gründen ein Reinfall. Daraus aber zu folgern, der einzige Weg ist eine Rückkehr zum ebenfalls ungeliebten vorherigen Modus, ist eine Kapitulation aus mangelnder Fantasie.
Und wir reden hier von der Innenstadt. Das schlimmste, was dieser in der gegenwärtigen Lage der Innenstädte widerfahren kann, ist Fantasielosigkeit.


Warum man 2018 nach Hannover fährt

Hannover, lange nicht gesehen! Ich glaube, das letzte Mal war ich dort auf der CeBit 2008 (wo ich einen Pleoh gestreichelt und mich mit dem Spiegel gestritten habe) und davor auf der Expo 2000. Und davor eigentlich nie. Ich kenne Hannover hauptsächlich als eine Stadt, für deren Besuch es keine Gründe gibt, wenn man nicht grade auf den Einkauf dort angewiesen ist. Grund waren diesmal Bündnis Robert, die Habecks die Grünen und ein dortiger Bundesparteitag. Der heisst bei uns Bundesdelegiertenkonferenz (BDK), was historische Gründe im einstigen Selbstverständnis hat, heute aber nur noch verwirrt.
Wer eine Zusammenfassung möchte, worum es geht, die läse sich so: „Warum ich kein Problem mit Robert Habeck habe, aber ein Problem mit Robert Habeck habe“. Ja, es ist kompliziert.

Bild: Bündnis 90/Die Grünen/Facebook - Der Schrägstrich ist manchmal echt nervig

Bild: Bündnis 90/Die Grünen/Facebook – Der Schrägstrich ist manchmal echt nervig


Der rosa Elefant

Ich möchte gleich auf den zentralen Teil der BDK kommen, die ganze Geschichte mit der “Trennung von Amt und Mandat”, wie es nicht ganz korrekt, aber einigermaßen griffig, genannt wird. Diesmal betraf das beide später erfolgreiche Kandidierenden für den Vorstandsvorstand – Annalena Baerbock als Bundestagsmitglied, Robert Habeck als amtierenden Landesminister.
Nun erscheint es mir nicht falsch, hier eine Lösung zu schaffen, mit der auch für Mandats- und Amtsinhaber eine Möglichkeit geschaffen wird, auf Parteiämter zu kandidieren, ohne dass die Trennung dabei ausgehebelt wird. Dies sollte über einen Übergangszeitraum geschehen, dessen Dauer noch zur Debatte stand.
Habeck wollte ursprünglich 12 Monate, also die Hälfte der Wahlperiode des Vorstands. Das war schon ziemlich unverschämt, mal eben zu fordern, ein ganzes Jahr lang neben einer Vollzeitstelle wie dem Bundesvorstandssprecher eine weitere Vollzeitstelle in Form eines Ministeramts belegen zu dürfen. Mit einem räumlichen Abstand von um die 300 Kilometer (kürzeste Autoverbindung laut Google Maps 351 km). Und wenn eines der beiden Ämter es zu großen Teilen des Jahres unmöglich macht, das Land Schleswig-Holstein zu verlassen, haben Minister doch Anwesenheitspflichten. Jeder Arbeitgeber würde da einen Vogel zeigen.
Damit niemand merkt, wie bescheuert das ist, hat man dies mit dem Hype auf einen Kandidaten übertüncht.

Robert Habeck ist telegen und kann reden. Beides offenbar gut genug, um die Karrieregeilheit zu kaschieren, die sein Ansinnen verrät. Da fällt dann nichtmal negativ auf, wenn er für einen Antrag spricht, der ihm selbst den Aufstieg garantiert (nun 8 statt 12 Monate Festkletten am Ministerposten). Er betonte dabei zwar, man solle jetzt mal vergessen, um wen es dabei geht, hält im selben Atemzug aber fröhlich sein Gesicht in die Kamera, damit man eben jenes garantiert nicht tut.
Das ist psychologisch geschickt.
Nach dem ziemlich einhelligen Urteil zahlreicher (cis-)weiblicher Delegierter über 40 ist er auch ein Sahneschnittchen. Finde ich jetzt nicht nachvollziehbar, aber ich steh ja auch nicht auf Männer. Die Anzahl der mitbekommenen Gespräche im Vorfeld und auf der BDK selber, in denen das ein maßgeblicher Punkt war, war beeindruckend. Von seinen Positionen dagegen habe ich ausser in seiner eigenen Rede kaum etwas gehört. Ja, ernsthaft, da darf die Partei dann auch offen sexistisch sein. Die Dynamik der Geschlechtsrollen in dieser Vorstandswahl wäre mal ein richtig interessantes Thema. Man stelle sich mal vor, das wäre im selben Maße bei Annalena Baerbock passiert.

Ihr merkt schon, es ist nahezu unmöglich, hier Person und Sachfrage zu trennen. Das ist meines Erachtens auch Absicht gewesen. Ich nenne es den Christian-Lindner-Effekt: “Hauptsache, der sieht auf den Plakaten schnuckelig aus, dann fragt schon keiner”.
Das ist ein Problem, denn gegen Robert Habeck habe ich im Grunde auch von ausserhalb der Robert-ist-der-Messias-Filterblase nicht viel einzuwenden. Linker als der wirtschaftsnahe Cem Özdemir und die stark theologisch angehauchte Katrin Göring-Eckhart ist er mit Abstand. Annalena Baerbock ist eine gute Ergänzung, die vielleicht einzige zur Auswahl stehende Frau, die neben dem lauten Shootingstar Habeck bestehen kann. Zumal dieser ja vorerst ein deutliches Handicap hat, er bleibt schließlich noch eine Zeit lang Umweltminister und kann währenddessen bestenfalls ein halber Parteivorsitzender sein. Baerbock dagegen hat wenigstens beide Posten in Berlin und wird wohl auch schneller wechseln.

Zur Realo-Debatte: Beide neuen Amtsinhaber sind meines Erachtens nur in ihrem Verhältnis zur Macht als Realos zu sehen. Ihre Positionen stehen klarer im linken Spektrum, als dies bei den meisten Grünen Spitzenpolitikern der letzten Jahre der Fall war, von Ausnahmeerscheinungen wie Toni Hofreiter mal abgesehen. Die Dominanz des extrem realodominierten Landesverbandes aus Baden-Württemberg jedenfalls ist damit fürs Erste gebrochen und das wird den Bundesgrünen (und allen Grünen aus den übrigen 15 Bundesländern) gut tun.

Alles in allem bin ich mit dem Prozess sehr unglücklich und halte den gelaufenen Personenkult für gefährlich, aber mit dem Ergebnis selbst bin ich durchaus nicht unzufrieden. Mit Robert und Annalena kann man in die grade jetzt richtige Richtung gehen, mit Jamila Schäfer sowieso. Und die anderen beiden sind ja nicht neu.

Inhaltliches

Die inhaltlichen Entscheidungen des Parteitags finde ich alles in allem sehr gut.

Es ging etwa um ein Exportstopp von Waffen in die Türkei und an die Aggressoren im Jemenkrieg (erstere Forderung habe ich auch selbst unterzeichnet), um die Einleitung einer Agrarreform, nochmal separat um Glyphosat und Neonikotinoide, um eine gezielte Demokratisierung der EU-Gremien, eine gemeinsame Verteidigungspolitik der EU und die Erschwerung der Fortnahme des Wahlrechts Behinderter.

Eine Menge spannender Debatten, bei denen ich dann auch entsprechend weniger als sonst zur anderen wichtigen Aufgabe auf einer BDK kam, dem Kontakte pflegen und knüpfen mit dem Rest der Partei ausserhalb der Stadtgrenzen.

Abschließen möchte ich aber mit Hanni Lévy, die uns am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus beehrte und von ihren Erinnerungen an Versteck und Verfolgung, aber auch an Hilfe und Opferbereitschaft, erzählte.
Erinnern, nicht des Erinnerns wegen, sondern des Lernens. Großartig.


Sieben am Sonntag 28.01.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Dann woll’n wir mal, ich habe diese Tage eine Menge durchzugehen. In den nächsten Tagen gibt es auch noch einen Nachbericht vom Parteitag und zu den Bussen der Hindenburgstraße fühle ich mich auch zu einem Kommentar berufen.

Musik der Woche

Dieser Tage ist mit Dolores O’Riordan die Sängerin der Band Cranberries im Alter von nur 46 Jahren verstorben.
Zur Erinnerung an sie sei hier mal nicht Zombie ausgewählt, auch wenn das natürlich der bekannteste Hit der Band ist. Aber ich nehme statt des Nordirlandkonflikts dann doch lieber etwas alltagsnäheres: Sehnsucht — Linger.

App der Woche

Logo von Too Good to GoDie App Too Good to Go ist ein weiterer Ansatz, um Lebensmittelverschwendung zu minimieren. Ähnlich wie beim Foodsharing, aber in Form einer App und ohne feste Abholstandorte, gibt es hier Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden worden wären, wiel sie nicht mehr als verkaufbar gelten. Dies sind hier Restaurants, Bäckereien, Geschäfte un ähnliches.
Die App gibt es hier für Android-Geräte.

Flachköpper der Woche

Mike Hughes vor seiner Rakete

Da biste platt! Und die Erde erst! – Bild: Mike Hughes

Das ist Mike Hughes. Gut, wusstet ihr schon, steht ja direkt unter dem Bild.
Viel interessanter ist, was Hughes mit dieser Rakete vor hat. Er will ein für allemal beweisen, dass die Erde flach ist. Wenn ich das richtig verstehe, will Hughes mit einer selbstgebauten Rakete hoch genug steigen, um die flache Erde beobachten und filmen zu können.
Der erste Versuch wurde bereits abgebrochen, da Hughes keine Genehmigung für einen Raketenstart hatte und der Staat Kalifornien einschritt. Warum er für diese Beobachtung nicht einfach in ein Flugzeug steigt, ist mir nicht wirklich klar, aber wahrscheinlich glauben die geistigen Flacköpper Flacherdler, die Fensterscheiben in Flugzeugen seien manipuliert. Filmen soll das bloß keiner, fremde Drohnen werden abgeschossen. Mit anderen Worten, er behält sich die Möglichkeit vor, uns sonstwas zu erzählen, sollte das Experiment erneut scheitern, diesmal an der Tatsache, dass die Erde rund ist.
Aber hey, er hat für 200.000 US$ eine (laut Erbauer) funktionierende Rakete gebaut. Das ist immehrin eine beeindruckende Leistung.

Fahrradzubehör der Woche

Wie haben wir ohne überlebt? - Bild: Pinterest

Wie haben wir ohne überlebt? – Bild: Pinterest

Das ist Lumigrids, ein Zubehör, mit dem sich im Dunkeln Schlaglöcher erkennen lassen.
Eine Lampe auf dem Lenker strahlt ein Gitter auf den Boden. Dieses wird durch Unebenheiten verzerrt und so verraten sich den Radfahrenden eben jene Schlaglöcher, die ja gerne in größeren Anhäufungen auftauchen und sich nachts irgendwie rudelweise mit reicher Beute auf die Jagd nach Radlerhintern und Pkw-Stoßdämpfern machen.

Tardis der Woche

Erinnert sich noch wer an Friederike letzte Woche? Den Sturm, der in NRW ordentlich Bäume geschüttelt und Häuserdächer abgedeckt hat? Nun, die Dame hat in Düsseldorf auch die Tardis aufgespürt. Naja, eine Tardis. Ich muss sagen, von der düsseldorfer Version dieses Kultfahrzeuges hatte ich mir irgendwie etwas edleres erwartet.
Link zum Video (geht nach Facebook)

Saubermann der Woche

AJ-fender31Ich bin nicht sicher, ob diese Idee für einen Schmutzfänger am Fahrrad wirklich funktioniert oder ob er den Dreck nicht eher so richtig fies verteilt, aber clever ist der Einfall allemal.

Musik der Wo… Moment mal!


Foto-Nachlese 2017

Eigentlich wollte ich ja schon im Jahresrückblick 2017 eine Sammlung von Fotos des Jahres anfügen. Und während da einige Fotos zu Ereignissen des Jahres zu finden sind, ist das natürlich nicht das fotografische Best-Of des Jahres. Nun ist mein Geburtstag praktischerweise so nah am Jahreswechsel, dass er sich ganz gut für einen weiteren Jahresrückblick eignet.
Hier also nun meine Lieblingsfotos aus 2017, die nicht schon im Jahresrückblick enthalten waren.

Ich beginne mal mit diesem Foto aus dem April. Ich kam aus dem Tunnel von der Knopsstraße in den Geropark und sah dieses Bild. Es bietet sich nur ein paar Tage im Jahr, aber das sollte meiner Meinung nach eines der zentralen Fotomotive der Stadt für Karten und dergleichen sein.

Ja, das ist MG, auch solche Tage hat diese Stadt

Ja, das ist MG, auch solche Tage hat diese Stadt

Weniger vom Bild als vom Anlass her schön ist dieses Zaunkönignest, das sich eines Tages unter dem Vordach des Hauseingangs befand. Es wurde schließlich nicht bebrütet, aber trotzdem schön, dass sich der Vogel hier so wohl gefühlt zu haben scheint, es wenigstens zu versuchen, diese Immobilie der Vogeldamenwelt feilzubieten.

Da ist Kopf einziehen angesagt

Da ist Kopf einziehen angesagt

Wahrscheinlich bin ich der einzige, der nicht erkannt hat, was um Himmels Willen dieses seltsame Gestell ist.
Ich musste inzwischen feststellen, dass es keineswegs ein Sportrollator für rüstige Senioren ist.

Es ist ein Kinderwagen, bei dem der Sitz rausgenommen wurde

Es ist ein Kinderwagen, bei dem der Sitz rausgenommen wurde

Immer, wenn ich mich zu sehr über die hiesigen Radwege aufrege, denke ich fortan an diesen beidseitigen Radweg,
der ohne nennenswerte Trennung auf der Fahrbahn geführt wurde. Das dürfte ein Alleinstellungsmerkmal sein, welches Krefeld hier der Gladbacher Straße verpasst hat.

Sorry Krefeld, das werde ich jetzt ewig mit eurer Stadt verbinden

Sorry Krefeld, das werde ich jetzt ewig mit eurer Stadt verbinden

Die Rikschafahrt zum CSD hatte ich ja schon im Jahresrückblick erwähnt, ebenso die schwierigen Sichtverhältnisse als Fahrer. Hiermit sei nun das Foto nachgereicht, in Augenhöhe nach vorne fotografiert. Ich habe es dadurch gelöst, die meiste Zeit unter dem Dach hindurch zu schauen, aber abenteuerlich war es so oder so. Die Fahrergröße ist echt wichtig bei den Dingern!

Die Leute im Hintergrund stehen übrigens auf einer Bühne

Die Leute im Hintergrund stehen übrigens auf einer Bühne

Ganz investigativ habe ich für euch auch rausgefunden, wo die ganzen Asiatischen Marienkäfer eigentlich herkommen.

Gut, hätte man ahnen können

Gut, hätte man ahnen können

An diesem Straßenkunstwerk kam ich in Düsseldorf am Tag des Abrisses vorbei. Auf dem Rückweg ein paar Stunden später existierte es bereits nicht mehr.

Dieser Wolf jault nicht mehr

Dieser Wolf jault nicht mehr

Bilder von Insekten, Spinnen und Weberknechten habe ich letztes Jahr recht viele gemacht, auch viele gute. Herausstellen möchte ich von diesen die recht seltene Begegnung mit einer Krabbenspinne samt frisch geschlagener Beute, einer Honigbiene.
Krabbenspinnen sind zwar nicht selten, aber extrem gut getarnt. Es war die in einem seltsamen Winkel hängende Biene, die mir aufgefallen war, bevor ich die Spinne bemerkte. Netterweise wechselte die Spinne kurz darauf aus der weissen Blüte auf ein Blatt, wo sie viel deutlicher zu sehen war.

Bon apétit

Bon appétit

Und am Schluss eine weitere kurzlebige Blüte: Diese blaue Ackerwinde kurz nach einem leichten Regen zwischen Gladbach und Rheydt.ackerwinde-ry-2017