Freitägliche Fünf 23.09.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt. Nach langer stressbedingter Pause nun wieder regelmäßig.
Diese Woche mit jeder Menge guter Eingebungen.

1. Ein Apfelpflücker

Bild: Die nächste Stufe presst fertigen Apfelsaft und schließt das Loch dann wieder DIY All in One

Bild: Die nächste Stufe presst fertigen Apfelsaft und schließt das Loch dann wieder DIY All in One

Perfekte Idee für die grade anlaufende Apfelsaison, wenn man Plastikflaschen übrig hat und vermeiden möchte, für diese Missetat in die Hölle zu gehen. Oder Níðhöggr vorgeworfen zu werden, je nach Religion halt.

2. Ha!

Kleiner Scherz vom Regierungssprecher

Kleiner Scherz vom Regierungssprecher

3. Farbe bekommen

Wie man es von der Mongolei erwarten würde, gesunde Bräune im Gesicht  Bild: Guardian

Wie man es von der Mongolei erwarten würde, gesunde Bräune im Gesicht BIld: Guardian

Psittacosaurus ist ein kleiner, extrem häufiger Dinosaurier aus der Mongolei und ein Vertreter der frühen Formen jener Tiere, die später bekanntere Riesen wie Triceratops hervorbringen würden. Er war immer mal wieder für Überraschungen gut und eine besonders spektakuläre ist nun Frankfurter Wissenschaftlenr gelungen.
Erstmals konnte an einem Fossil die Farbe der Haut rekonstruiert werden. Wir wissen nun also, welche Farbgebung dieser Dinosaurier zu Lebzeiten aufwies. Das galt lange als unmöglich und selbst bis vor ein-zwei Jahren war dies nur bei den Federkleidern gefiederter Dinosaurier gelungen.
Das wird nicht bei jedem Dinosaurier möglich sein, Fossilien dieser Qualität sind extrem selten. Aber dass es überhaupt möglich ist, ist eine Sensation. Schade nur, dass er genau das braune Farbmuster hat, dass ihm von den Künstlern lange zugeschrieben wurde.

4. Ha!2

Aber wie soll ich jetzt interpretieren, dass auch Arte das fehlende Komma übersieht?

Aber wie soll ich jetzt interpretieren, dass auch Arte das fehlende Komma übersieht?

5. Ein seltsames Fahrrad

Viel zu lange kein seltsames Fahrrad mehr im Blog gehabt. Hier, bitte, auch wenn es ein paar jahre hinter sich hat:

Ich nenne es Gorilrad, der Erfinder lieber Jetpack Bike - Bild: Atomic Zombie

Ich nenne es Gorilrad, der Erfinder lieber Jetpack Bike – Bild: Atomic Zombie


Der Happy-Happy-Joy-Joy-Fun-Super-Schalala-Aufhol-Freitag

Okay, die Freitäglichen Fünf funktionieren hervorragend, wenn man maximal eine Woche verpasst. Bei mehr als zwei Wochen wachsen sie zu einem Monstrum heran. Mein letzter Monat war extrem voll und so habe ich das Blog ein wenig brach liegen lassen.
Nun, das kann nicht so bleiben und mit diesem großen Aufhol-Artikel diverser Notizen für die Freitäglichen Fünf aus den letzten Wochen stelle ich es nun wieder auf die Füße. Wahrscheinlich übersehe ich ein paar Einträge in den Tiefen meiner Lesezeichenlisten und ich überspringen meine persönlichen Dinge, aber ich komme wieder auf den Stand. Manche haben sich auch einfach erledigt.
Es folgen dann in den nächsten Tagen im Blog noch ein paar Einträge, die Fortsetzung der Less-Litter-Lifestyle-Reihe und reguläre Freitägliche Fünf. Und dann sind wir wieder im normalen Betrieb.

Jungfernflug für einen Hintern

Airlander alias Der Fliegende Hintern, fliegt UND hinternt (Bild: Reuters)

Airlander alias Der Fliegende Hintern, fliegt UND hinternt (Bild: Reuters)

Der Airlander 10, das britische Transportluftschiff, hat seinen Jungfernflug absolviert. Ich habe immer noch große Hoffnungen in die Luftschifffahrt als Zukunftstechnologie.

Klappleiter

Auch einfache Dinge lassen sich noch vollkommen neu denken. Bei Rädern gab es das schon ein paar Mal, wohl aus Trotz dem Volksmund gegenüber und seinen nicht neu erfindbaren Rädern. Hier ist eien Klappleiter.

Klappt! - Bild: Core77

Klappt! – Bild: Core77

Paris gegen Oldtimer

Während alte Autos hierzulande gehätschelt udn aus allen Abgasverordnungen ausgenommen werden, holt Paris sie gezielt von der Straße. Möglicherweise schlägt das etwas über die Stränge (gilt das auch für alte Elektro-Autos?), aber es ist ein angenehmer Kontrast zum Umgang in Deutschland.

Milch statt Plastik

Amerikanische Forscher haben eine Alternative zum Plastik in Dingen wie Milchverpackungen gefunden. Nun muss ich sagen, ich bin da etwas gespalten – die neue Verpackung besteht aus Casein, einem meist (wenn nicht gar immer) aus Milch gewonnenen Protein. Und Milch hat nun nicht grade die beste Umweltbilanz unter den Werkstoffen, mal davon abgesehen, dass Casein ein verbreitetes Allergen ist, was für Lebensmittelverpackungen wenig geeignet erscheint. Aber es ist ein interessanter Ansatz.

Freie Lizenzen bei den Öffentlich-Rechtlichen?

Offenbar hat der Rundfunkrat von ARD und ZDF sich in letzter Zeit verstärkt mit Lizenzen aus dem Creative-Commons-Bereich beschäftigt. Das ist sehr gut. Ich bin schon lange der Meinung, dass eigene Inhalte dieser öffentlich finanzierten Sender auch dem öffentlichen Gebrauch zur Verfügung stehen müssten, bis hin zu Gemeinfreiheit für bestimmte Inhalte.

Gebärmutterhalskrebs geht zurück

Gebärmutterhalskrebs, einer der wenigen Krebse, die viral verursacht werden können, ist seit der Einführung von Impfungen gegen das Papillomavirus in Australien um die Hälfte zurückgegangen.

Wildblumen-Biogas

Ein Pilotprojekt im Münsterland experimentiert mit dem Einsatz von Wildblumenwiesen statt Mais-Monokulturen als Rohstoff für Biogaserzeugung.


Less Litter Lifestyle 3: Limonade

Die ganze Serie

Das Wetter ist heute ebenso wie schon am Wochenende großartig hier im Rheinland und so bietet sich an, eine Erfrischung vorzustellen.

Drei Flaschen Limonade auf einem Tisch im Park

Limo selbstgemacht, der Park war zum Glück schon fertig da

Das englische Wort „soda“ hat im Deutschen zwei mögliche Übersetzungen: Natron und Limonade (oder auch allgemein Sprudelgetränk). Das hat seinen Grund. Bevor Limonade mit komprimiertem CO2 hergestellt wurde, wie wir das heute kennen, verwendete man Natron, um den Sprudel ins Getränk zu bekommen.
Und weil das mit Zitrusfrüchten besser geht als mit anderen, ist es im Deutschen auch Limonade.
Nun muss ich gleich vorab sagen: Das Getränk unterscheidet sich schon deutlich von Limonade in Flaschen. Es sprudelt nicht lange und erinnert vom Mundgefühl her eher an Ahoj-Brause. Auch diese beruht auf dem selben Prinzip: Trifft Natron auf eine Säure, zerstören die Säure und das Natron sich gegenseitig, wobei CO2 entsteht — es sprudelt. Das ist zwar ungeeignet, um Limonade für das Abfüllen in Flaschen herzustellen, aber für eine schnelle Erfrischung ist es ideal.

Hier habe ich im Grunde zwei Rezepte erfolgreich ausprobiert – eines unter dem Namen „Omas Erfrischung“, das andere in den Varianten Zitrone und Limette in den praktischen Henkelgläsern oben im Bild. Ich mag die Henkelgläser.

Es sprudelt: Zitrusfruchtlimos mit Natron

Limo aus drei Zutaten (plus Wasser)

Und hier das praktisch betxtete Bild zum Weiterteilen des Artikels

Die meisten Rezepte im Netz kommen mir sehr dünn und wässrig vor, deshalb habe ich die Menge Saft etwas erhöht, bis es mir schmeckte. Einfach ein wenig die Mengen variieren, jeder Geschmackssinn ist anders. Es hat mit Zitronen und Limetten hervorragend funktioniert, aber auch andere Zitrusfrüchte müssten ohne Zugabe von zusätzlicher Säure gehen.

Man gebe in dieser Reihenfolge in eine Flasche oder ein großes Glas:

  • ¼ l Wasser
  • Saft einer Zitrone oder Limette (bzw. 4 EL purer Saft aus der Flasche)
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Natron

Sobald das Natron zugegeben wird, beginnt das Gebräu, stark zu schäumen. Sobald der Schaum anfängt zurückzugehen, kann es getrunken werden. Da das Sprudeln keine halbe Stunde hält, würde ich es immer frisch und portionsweise zubereiten.

Erst nach dem Sprudeln trinkbar: Omas Erfrischung

Okay, das war im ersten Moment eine unangenehme Erfahrung: Omas Erfrischung ist im Grunde Essiglimonade. Mir haben einige Leute bestätigt, dass das keine Erfindung der verlinkten Seite ist. Das Prinzip ist ähnlich den obigen Limos und sie ist wohl eine der Urgroßmütter unserer heutigen Limonaden. Und immerhin, ist das Sprudeln einmal abgeklungen, ist das Ergebnis ganz trinkbar. Nicht vom vag chemischen Geruch der Essigessenz abschrecken lassen.
Allerdings nicht mit der geringen Menge an Wasser und Natron, die das Originalrezept angibt.

Es kommen nacheinander in eine Flasche oder großes Glas:

  • ¼ l Wasser
  • 2 TL Braune Essig-Essenz
  • 2TL Zucker
  • 1 TL Natron

Dieses Getränk wird weniger stark schäumen als die Limonade, aber dennoch sichtbar reagieren. Erst trinken, wenn sich das Natron aufgelöst hat, dann ist der starke Essiggeschmack zu einem trinkbaren Aroma reduziert.
Im Bild oben ist das Getränk klar, das liegt aber daran, dass ich nur klare Essigessenz bekommen habe. Mit brauner Essenz ist es entsprechend eingefärbt.

Müllvermeidung

Selbst wer seine Limonade bereits selber macht, spart auf diese Weise die Patronen ein, die ein Sprudelautomat im Betrieb verbraucht. De Menge an Getränken, die man so sprudeln lassen kann, ist natürlich beschränkt, denn wir brauchen als Grundlage Säuren. Dieses Problem werden wir nächste Woche lösen, wenn wir auf der selben Grundlage in jeder nur denkbaren Geschmacksrichtung Brausepulver machen.


Freitägliche Fünf mit Bonus 12.08.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche vom Kopf bis zu den Füßen.

1. Weit über unseren Köpfen

Der Bau des Damms São-Luiz-do-Tapajós wurde gestoppt. Bei diesem Damm handelte es sich um ein Riesenprojekt in Brasilien, welche große Regenwaldflächen mit seinem Stausee vernichtet hätte.

2. Arme

Einige haben wahrscheinlich mitbekommen, dass bei den Olympischen Spielen ein Vertriebenenteam antritt. Die Spiele kümmern mich ebensowenig wie die meisten anderen Sport-Großveranstaltungen, aber es gibt eine großartige Geschichte um die Frau in dem Bild da oben.
Das ist Yusra Mardini. Sie stammt aus Syrien und lebt derzeit in Berlin, beziehungsweise exakt jetzt im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro. Beeindruckend ist ihre Leistung auf der Flucht: Als ihr Boot liegen blieb, sprang sie ins Wasser und schob das Boot gemeinsam mit ihrer Schwestern und zwei nicht näher bekannten Insassen durch das Mittelmeer nach Lesbos.
Näher an eine gottverdammte Superheldengeschichte kommen wir in diesem Universum nicht mehr.

3. Hände an der Tastatur

Die Wahrheit!

Die Wahrheit!

Keine Ahnung, wo das ursprünglich herkommt, aber: Ja!

4. Gürtellinie

Schnallenloser Gürtel

Ich denke, der Dateiname spricht für sich: 오렌지스카이_UrlEmbed_복사_2 – Bild: Indiegogo/Freebelt

Ein ungewöhnliches geringes Ziel bei Crowdfunding, aber ein hochinteressantes Projekt: Gürtel ohne Schnallen. Die Gürtel sollen einfach umgeschlagen und dann mit Knöpfen festgemacht werden. Einfach, aber interessant.
Nur schade, dass das Patent bedeutet, dass es wohl etwas dauern wird, bis jeder die machen kann.

5. Hintern

Ein Glastisch auf Basis einer hölzernen Nilpferd-Figur

Zum Ende ein Ende – Bild: Derek Pearce


Ich finde diesen Tisch von Derek Pearce klasse.

6. Bonus für die Beine: Ab aufs Rad

Nächsten Samstag, den 20.08.2016, darf ich erneut eine Fahradtour von Mönchengladbach zum Klimacamp leiten. Das ist diesmal ganz in unserer Nähe in den Orten Borschemich und Wanlo, direkt an der südlichen Grenze von Mönchengladbach. Fahrt mit!kohle-oder-zukunft


Less Litter Lifestyle 2: Ingwer

Die ganze Serie

Ingwer-Pflanze an einer Mauer

Fürs Foto darf er auch mal raus

Kurze Mitteilung vorab: Ab sofort sind alle Beiträge dieser Reihe untereinander direkt vernetzt. Einfach aus dem Auswahlfeld „Die ganze Serie“ unter der Überschrift den gesuchten Artikel rauspicken, draufklicken, fertig.
Und nun zum eigentlichen Artikel.

Nicht alle tropischen Gewürze lassen sich einfach im Haus anbauen. Vanille zum Beispiel ist eine mehrere Meter hohe kletternde Orchidee mit intensivem Duft. Einige andere dagegen sind extrem einfach. Und um eine solch einfache Gewürzpflanze der Tropen geht es heute.
Ingwer ist eine sich weltweit immer größerer Beliebtheit erfreuende Pflanze aus Asien, die vor allem für ihr scharfes Rhyzom bekannt ist, das geraspelt verarbeitet wird. Die Zahl der verfügbaren Rezepte ist groß und vielfältig, aber auch als Heilmittel (magenberuhigend und von Innen infektionshemmend) ist er beliebt. Und Ingwer ist eine sehr pflegeleichte Zimmerpflanze.

Anzucht und Pflege

Ingwer zählt zu jenen Pflanzen, die man nicht teuer im Gartengeschäft erwerben muss. Im Gegenzug erfordert er allerdings etwas Geduld. Wir brauchen:

  • 1 Ingwerknolle, unbeschädigt und nicht verschrumpelt
  • Lockere Blumenerde
  • 1 großen Blumentopf

Das Prinzip ist sehr einfach: Knolle vom Gemüsehändler mit den Triebspitzen nach oben in die Erde, gut bedecken, regelmäßig gießen (etwa alle 2-3 Tage ist für Ingwer gut, zuviel Wasser dagegen behagt ihr gar nicht) und nach etwa einem Monat kommen die ersten Triebe, die einen bis anderthalb Meter hoch werden. Die Pflanze oben im Bild wurde im April gepflanzt und hat am ersten Augustwochenende mit dem älteren Trieb eine Höhe von 1,10 Metern erreicht. Wenn man das Rhyzom vor dem Einpflanzen über Nacht in Wasser legt, soll es in der Hälfte der Zeit gehen, das habe ich aber nicht ausprobiert.
Die Pflanze kommt gut an einem hellen Standort, der nicht im direkten Sonnenlicht ist. Als tropische Pflanze braucht Ingwer einen Standort im Haus, draussen benötigt er dauerhaft Temperaturen über 20°C. Die Erde sollte locker sein, bei mir ist es Kokoserde (ein Abfallprodukt aus dem Kokosnussanbau).
Eigentlich sind wir jetzt im August reichlich spät für Ingwer, da er im November in die Winterruhe geht, aber genug Zeit, damit die Wurzel wenigstens ein bisschen wächst, bevor das passiert, sollte noch sein. Ansonsten: Beitrag für März/April vormerken.

Ernte

Wenn die Pflanze im September-November in Winterruhe geht, welken die Blätter und die Pflanze zieht sich in die Wurzel zurück. Jetzt das Gießen stark zurückstellen. Im November kann dann geerntet werden, wozu man die ganze Pflanze aus der Erde zieht und dann Triebe udn Wurzeln vom Rhyzom entfernt. Das Rhyzom kann jetzt in große Stücke getrennt werden, die entweder als Gewürz Verwendung finden (für lange Haltbarkeit in Scheiben geschnitten trocknen) oder bis zum nächsten März in einem dunklen und kühlen (aber frostsicheren) Raum aufbewahrt werden, um dann eine neue Ingwerpflanze und damit neue Ingwerwurzeln zu erhalten.
Wem eine Pflanze zu wenig Ingwer bringt, der kann aus dem Rhyzom jetzt auch weitere Pflanzen erhalten. Dazu braucht es ein nicht zu kleines Stück Ingwerwurzel mit einer Triebspitze. Die Pflanze blüht zwar auch, aber die von tropischen Vögeln bestäubten Ingwerblüten werden bei uns nicht befruchtet, auf Samen braucht man also nicht spekulieren. Allerdings sind die nur wenige Tage stehenden Blüten sehr schön und anders als bei anderen Gewürzpflanzen, wie etwa Minze, kann man die Blüte ruhig gewähren lassen, sie mindert nicht das Aroma.
Wir werden unsere Ingwerwurzel, ob nun eine gekaufte oder sogar schon eine eigens angebaute, in dieser Serie übrigens noch ein-zweimal als Zutat sehen.

Müllvermeidung

Klare Sache: Das ganze Projekt erzeugt praktisch gar keinen Abfall, vielleicht noch eine Tüte, wenn man den Ingwer unnötigerweise eingepackt bekommen haben sollte. Hinzu kommt die etwaige Verpackung der Erde.
Theoretisch kann man mit dem eigenen Ingwer den Abfall sogar noch stärker reduzieren als wenn man unverpackten Ingwer vom Bioladen kauft. Wie? Nun, auch die Blätter des Ingwer sind essbar und würzig, sie können in Streifen geschnitten in Suppen oder Salaten verwendet werden.

Nächste Woche

Was nächste Woce kommt, mache ich ein wetterabhängig, ich hab da zwei Optionen. Sonnig und warm gibt es eine Erfrischung, bei Regenwetter wird gehandwerkt.


Zweiwöchige Zehn 05.08.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal wieder für zwei Wochen, weil sich die Feriensaison für mich irgendwie zum genauen Gegenteil entwickelt und ich mal wieder einen Freitag verpasst habe. Unter anderem gab es heute ein neues Buch abzuschließen, aber dazu komme ich gleich

1. How to Sing Butterflies

How to Sng Butterflies DXEndlich mal wieder habe ich ein neues Buch fertiggestellt. Eigentlich sogar zwei, denn die Kurzgeschichtensammlung erscheint in einer Standardausgabe und einer DX Edition. Das allein wird schon ein interessantes Experiment.
Die Standardausgabe ist eine einfache Sammlung von 22 englischsprachigen Kurz- und Kürzestgeschichten, darunter drei erstmalig veröffentlichte Titel (Regulatory Measures -Science-Fiction-, Ghostly -Fantasy/Literarisch- und Curiosity -Western-) und vier aus dem Deutschen erstmalig ins Englische übersetzte Geschichten (Khamel, Feuchten Fußes, Schwarzer Schwinge und Staksigen Schrittes). Die Sammlung spannt durch alle Genres der Fantastik sowie Xenofiction und wie immer man genrelose Fiktion nennen mag. Insgesamt fast 13.000 Wörter (12.944) zum Preis von 1,99 € sind es geworden, verteilt auf Geschichten von wenigen Wörtern Länge bis zu solchen von um die zweitausend Wörtern.
Die DX Edition enthält alle Inhalte der Standardausgabe, ergänzt sie aber mit zusätzlichen Kommentaren zu jeder Geschichte. Darin erfahren interessierte Leser mehr zu Idee und Entstehung der Geschichten. Etwas über 21.000 Wörter fasst diese Ausgabe mit dem zusätzlichen Inhalt für 2,99 €.
Die beiden Editionen sind aktuell in der Prüfung und sollten die Nacht bei Amazon und dann nach und nach bei den anderen Shops auftauchen. Und diesmal nur zwei Tage später als geplant. Ich werde besser mit diesen Terminen.

2. #OffeneTuer

Was in der Rolle von Twitter zum Attentat von München bei vielen in den Köpfen bleiben wird, sind die Vorurteile der Rechten, die sich dort sofort ausbreiteten. Das hat mit unseren Gehirnen zu tun, die negative Erfahrungen wichtiger nehmen als positive (gut fürs berleben als Steinzeitmensch, schlecht für die Laune).
Was dabei ein wenig untergeht, ist eine deutlich größere Reaktion bei Twitter: Etliche, die unter dem Hashtag #OffeneTuer jenen Übernachtungsmöglichkeiten boten, die unterwegs von der Ausgangssperre der Polizei überrascht worden waren. Einschließlich vieler Moscheen und Kirchen.

Aktion Offene Tür

Bild: Facebook/Islamische Zeitung

3. Wüstengemüse

Die Gruppe Roots Up nutzt einen alten Pfadfindertrick zum Wassersammeln für eine variation des Gewächshaus-Prinzips, die es ermöglicht, im trockenen Äthiopien durstiges Gemüse wie Kohlpflanzen anzubauen.

4. Heimische Papaya

Im oberfränkischen Kleintattau gibt es jetzt Tropenfrüchte aus dem Gewächshaus. An sich noch nicht so erstaunlich, aber dieses Gewächshaus wird mit Abwärme aus der Umgebugn betrieben, hat also mit den wegen des Energieverbrauchs in Verruf stehenden üblichen Gewächshäusern wenig zu tun.

5. Silizium-Luft-Akku

Aus dem nahen Jülich kommt ein großer Schritt zu besseren Batterien für großtechnische Anwendungen. Die Silizium-Luft-Batterie ist ein extrem langlebiger Energieträger potenziell hoher Kapazität. Ob und wann sie alltagstauglich wird, bleibt abzuwarten, aber auf jeden Fall ist sie dem einen großen Schritt näher gekommen.

Schema einer Silizium-Luft-Batterie

Funktionsprinzip der SiOx-Batterie – BIld: ingenieur.de

6. Getty Images wird verklagt

Leider haben viele Stockphoto-Seiten die unangenehme Angewohnheit, sich gemeinfreie oder sonstwie frei lizenzierte Bilder abzugreifen und auf deren Veröffentlichungsrechte eine Gebühr zu verlangen. Getty Images ist da ein besonders auffälliger Kandidat, die gerne auch gegen Verwendungen eigentlic gemeinfreier Bilder aus ihrer Sammlung klagen. Nun, sie haben es jetzt geschafft, eine Fotografin wegen der Verwendung ihrer eigenen Bilder zu verklagen. Die fand das gar nicht lustig und verklagte im Gegenzug Getty Images wegen vorenthaltener Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Dollar.
Upps.

7. Grafitti in leserlich

Das schlimmste an Grafitti ist ganz klar die Sauklaue, in der sie verfasst sind. Nun, der französische Künstler Mathieu Tremblin leistet dagegen Abhilfe.

Typografisch bereinigte Grafitti an einem Brückenfeiler

Stellt sich heraus, dass es dadurch auch nicht viel verständlicher wird – Bild: Mathieu Tremblin

8. Neuer Rekord für die Erneuerbaren

Portugal hat es geschafft, ganze vier Tage am Stück rechnerisch vollständig von Erneuerbaren Energien versorgt zu werden. Weiter so!

9. NX

Wahrscheinlich spekuliert Eurogamer nur, aber die Gerüchte um die kommende Nintendo-Konsole NX sind schon interessant: Eine Mischung aus tragbarem System und Fernsehkonsole mit Modulen statt optischen Disks als Speicher ist nicht so aussergewöhnlich, wie es scheint. Ich fände das durchaus interessant. Ich behaupte mal, das ist es, was die WiiU eigentlich immer werden wollte, bevor sie halbfertig auf den Markt geworfen wurde.

NX-Entwurf laut Eurogamer

NX-Entwurf laut Eurogamer

10. Major Tom Over

Mit diesem Beitrag verschwindet das letzte Musikvideo im Blog von der Startseite. Das geht natürlich überhaupt gar nicht, also ist hier zum Ausgleich der damalige ISS-Kommandant Chris Hadfield mit einer 2013er Coverversion von David Bowies Space Oddity


Less Litter Lifestyle 1: Zahnpasta

Die ganze Serie

Zahnpasta im Glas im Bad

Auch die Bilder werden hier manchmal recycelt

So, wie heute morgen schon angekündigt geht es nun mit der Zahnpasta los. Die war ja schon im Juli in diesem Blog zu finden, aber diesmal kommen noch ein paar Erfahrungen hinzu. Und sie bekommt ihren ganz eigenen Beitrag mit mehr Informationen und Eyecatcher-Version des Artikelbildes. Ja, das ist eine Miniversion des Blogdesigns, wie es auch im geplanten Youtube-Kanal Verwendung finden wird.
Aber genug davon, zum eigentlichen Sinn des Beitrags: Selbst gemachte Zahnpasta.

Zahnpasta ist ein zentrales Produkt jedes Haushaltes, das recht viel Müll macht. Im Verhältnis zum Inhalt sind die Tuben nicht wenig und wirklich wiederverwertbar sind sie eigentlich auch nicht, weil sie schwer zu reinigen sind. Wahrscheinlich landen Zahnpastatuben trotz des Grünen Punktes nahezu komplett in der Verbrennung. Also die unschönste Variante von Altagsabfall, ausser vielleicht Batterien.
Es gibt verschiedene Ansätze für Ersatz, aber Zahnpulver, Dentaltabs, Salz und das Kauen auf Miswak-Zweigen sind einfach zu unkonventionell, um sie Einsteigern zu empfehlen. Wir wollen ja nah an dem bleiben, was die Leute kennen.
Die Zahnpasta auf Kokosöl-Basis unterscheidet sich auch von herkömmlicher Zahnpasta, aber die Anwendung ist praktisch identisch. Sie schäumt halt nicht, sondern schmilzt im Mund zu einem Öl, das im Geschmack süß (ohne das Xylitol salzig) mit einer Note des eingesetzten ätherischen Öls ist.
Die Zutaten gibt es in Großpackungen in gut sortierten Drogerien. Nur Xylitol muss man möglicherweise etwas länger suchen, einzelne Drogerien haben aber auch diesen erhältlich.

Die Zusammenstellung ist eine Mischung aus unterschiedlichen Rezepten für Kokosöl-Zahnpasta nach ausgiebiger Prüfung der Zutaten und was die Medizin über ihre Wirkung zu sagen hat. Ein paar Zutaten sind dabei rausgeflogen.
Die manchmal empfohlene Mineralerde scheuert zu stark und kann die Zähne schädigen. Das Natron erfüllt ihre Aufgaben weniger aggressiv.
Kalzium-Magnesium-Pulver hat bei mir schlichtweg nicht funktioniert. Zum einen habe ich keines bekommen, sodass ich entsprechende Tabletten im Mörser zerstoßen habe. Das Ergebnis löste sich größtenteils nicht im Kokosöl und machte die ganze Mischung zu fest.

Rezept

Zutaten

  • 3 EL Kokosöl
  • 1½ EL Xylit
  • 1 EL Natron
  • ca. 10 Tropfen ätherisches Öl (eine Minze oder Zitrusfrucht)
  • etwas helles Sesamöl (optional)

Herstellung
Das Kokosöl ist unser Träger. Als erstes müssen wir das bei Zimmertemperatur feste Kokosöl verflüssigen. Das ist recht einfach, da Kokosöl bereits bei 26-29°C schmilzt, es reicht also, das Glas in die Mittagssonne oder warmes Wasser zu stellen.
Die festen Zutaten und das ätherische Öl können dann einfach eingerührt werden.
Sollte das Ergebnis nach dem Abkühlen zu fest erscheinen, kann man helles Sesamöl (kein dunkles, da es einen starken Eigengeschmack hat) zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Anwendung

Mit einem Löffelchen o.ä. auf die Zahnbürste geben. Diese Paste schäumt nicht wie gekaufte Zahnpasta, daher reicht hier keine erbsengroße Menge, sondern etwa doppelt so viel. Im Gegenzug ist deutlich weniger Ausspülen nach dem Zähneputzen nötig.
Kokosöl schmilzt relativ schnell, bei mir sind im Sommer 2016 sowohl reines Öl als auch die Zahnpasta bei 28°C vollkommen flüssig geworden.

Wirkung

Kokosöl oder Kokosfett ist ein sehr wertvolles Öl, welches in vielen Kosmetika und Lebensmitteln verwendet werden kann. Sein Schmelzpunkt oberhalb der Raum- und unterhalb der Körpertemperatur macht es für unseren Zweck fast ideal. Daneben gibt es auch Studien, die Kokosöl eine positive Wirkung auf Karies bescheinigen. Kokosöl wirkt direkt antibakteriell.
Xylit, auch als Xylitol, Birkenzucker oder unter dem Handelsnamen Xucker bekannt, ist normalerweise eine Süßstoff. Bereits seit den 1970ern wurde wiederholt nachgewiesen, dass Xylit bei der Bekämpfung von Karies helfen kann. Plaque-Bakterien halten ihn für Zucker und nehmen ihn auf, können ihn jedoch anschließend nicht verdauen, wodurch sie ausgehungert werden. Aber Achtung: Hunden kein Xylit geben, für die ist es anders als für Menschen giftig.
Eine wichtige Wirkung von Natron ist das Neutralisieren von Säuren. Im Kern sind es nicht die Bakterien, die unsere Zähne schädigen, sondern die von ihnen ausgeschiedenen Säuren, wenn sie Zucker fressen. Natron hilft, diese Säuren zu bekämpfen. Hinzu kommt, dass es ein leicht scheuert, was das Entfernen von Ablagerungen an den Zähnen erleichtert. Handelsübliche Zahnpasta setzt zu genau diesem Zweck häufig mikroskopische Plastikkügelchen ein, die stark in der Kritik stehen.
Unter den ätherischen Ölen sind es vor allem jene der Minzen und Zitrusfrüchte, die den Speichelfluss fördern. Speichel ist die natürliche Waffe des Körpers gegen Keime und Säuren im Mundraum, ausserdem fördert er die Verdauung.

Müllvermeidung

Alle Bestandteile sind in Großverpackungen erhältlich, wobei das bei ätherischen Ölen Fläschchen von 10 ml sind. Ätherische Öle setzt man allerdings auch nur tröpfchenweise ein.
Damit sind sie nicht müllfrei, aber die Menge an Abfall ist deutlich niedriger als bei gekaufter Zahnpasta. Zudem ist diese Mischung so gesund, man kann sie theoretisch essen. Alle Zutaten sind extrem lange haltbar und lassen sich für verschiedenste Zwecke verwenden — sie werden uns in dieser Serie entsprechend alle wieder begegnen.

Nächste Woche begrünen wir dann unsere Fensterbänke mit einer weiteren überaus gesunden Zutat. Und das sogar komplett ohne Abfall!


Less Litter Lifestyle 0: Weniger Waste

Die ganze Serie

Symbol der WEEE, eine durchgekreuzte Mülltonne

Ja, ich weiss, dass WEEE Symbol steht für Recycling von Elektronik, nicht Zero Waste. Egal

Mit diesem Beitrag möchte ich eine 52-teilige Reihe hier im Blog starten. 52 Ansätze für Zero Waste, die einfach im täglichen Leben umzusetzen sind. 52, weil 52 Wochen ein Jahr ergeben. Also, plus diesen Beitrag hier zur Einführung, der nicht mitzählt.
Allerdings nenne ich das Ganze nicht Zero Waste. Der Begriff Zero Waste bringt ein paar Probleme mit, die ich vermeiden möchte. Das größte Problem davon: Der Begriff klingt für manche leicht einschüchternd. Ja, null Abfall ist ein hehres und gutes Ziel, aber auch eines, welches vom Alltag der meisten Menschen weit entfernt ist. Wie bei vielen Plänen lässt sich mancher von der Größe des Ziel einschüchtern und letztlich abschrecken. Dabei ist jeder Schritt in Richtung der Produktion von weniger Abfall ein guter Beitrag für unsere Lebens- und Umwelt. Ich halte es daher für deutlich wichtiger, dass möglichst viele Menschen sich dem Ziel annähern, als dass ein paar wenige Auserwählte dort ankommen. Zero Waste ist für viele eine große Umstellung und der beste Weg zu solchen ist jener in kleinen Schritten, jeder für sich einfach und kaum ein Hindernis. S kann man einen gewaltigen Weg gehen und am Ende zurückschauen und plötzlich merken, wie weit man gekommen ist.
Zum anderen ist der Begriff Zero Waste auch leicht geflunkert. Eingeführt von Bea Johnson, bezieht und beschränkt er sich im Grunde auf das eigene Leben im Sinne des eigenen Haushaltes. Nur so ist er ehrlich, denn natürlich erzeugen die meisten von uns weiter Massen an Abfällen, auch die Zero-Wastler. Nur fallen diese Abfälle eben nicht mehr im eigenen Haus an, sondern irgendwo vorher in der Lieferkette. Niemand, der nicht vollkommener Selbstversorger ist, kann von sich behaupten, wirklich Null Abfall zu verursachen. Und selbst bei denen geht manchmal etwas einfach irreparabel kaputt und muss entsorgt werden, selbst wenn das nur alle paar Jahre passiert. Das mag man als kleinlich ansehen, aber es ist eine offene Flanke gegenüber jenen, die einfach nur rummäkeln wollen. Die muss man nicht ohne Zwang bieten.
Ausserdem hat mein Alternativbegriff eine Alliteration. Ich mag Alliterationen: Less Liter Lifestyle. In Englisch, wiel ich auf Deutsch keine hübsche Alliteration gefunden habe. Und weil der Begriff auch international tauglich sein soll.

Was kommt

52 einfache Ideen, um Abfall zu vermeiden, alle vorher von mir getestet und für machbar und gut befunden. Viele davon fallen in den Bereich des Selbermachens, aber wichtig ist mir, all zu komplexe Projekte zu vermeiden. Das ist kein Heimwerkerkurs und kein Werkunterricht in der Schule, das soll ein Projekt sein, dass nahezu jeder komplett durchziehen kann. Es wird nicht komplizierter als „mach einen Knoten“ oder „bohr zwei Löcher“.
Wir werden Zahnpasta und ganz ohne Soda-Streamer Limonade machen, Küchenreste auf der Fensterbank zu neuem Gemüse heranziehen, eine wiederverwendbare Alternative für Kabelbinder basteln und dergleichen mehr. Wie gesagt, insgesamt 52 Projekte, keines mit viel Zeitaufwand, jedes alltagsfähig und abfallreduzierend.
Ganz ehrlich: Ich habe bis jetzt die Hälfte der Projekte zusammen, aber 26 Wochen sollten genug Zeit sein, um den Rest auch noch zu füllen. Immerhin habe ich die erste Hälfte an zwei Nachmittagen zusammengestellt. Das bedeutet, auch für mich wird es im kommenden Jahr viele spannende Projekte auszuprobieren geben.

Was nicht kommt

Es gibt ein paar Ansichten und Bewegungen, die gerne im Verbund mit Zero Waste auftauchen, die ich bei Less Litter Lifestyle vermeiden möchte. Zum einen, weil sie nicht direkt mit dem Thema zusammenhängen, zum anderen, weil mehr Ballast die Hürden zum Einstieg für Interessierte erhöht.
Die ganze Aussteiger-Diskussion bleibt draussen, weil das einfach ein gewaltiger Schritt ist, der dem Prinzip der kleinen Schritte widerspricht.
Dann ist da die Sache mit dem Plastik. Ob Plastik grundsätzlich von übel ist, ist schlichtweg eine andere Diskussion. Es gibt sicherlich Anwendungen von Plastik, die fraglos schädlich sind. So findet Plastik oft in Einwegprodukten Verwendung. Um Ersatz für diese wird es in dieser Reihe selbstverständlich immer wieder gehen. Aber es gibt eben auch gute Plastikprodukte. Lego wird gerne genannt. Ich würde sogar sagen, Kondome sind ziemlich gute Einweg-Plastikprodukte (ja, auch Latex aus Gummibäumen ist eine Form von Plastik). Plastik ist ohnehin ein recht sinnloser Sammelbegriff, da es sehr viele Arten von Kunststoffen gibt, die zudem noch mit sehr viel unterschiedlichen Stoffen versetzt sind. Allerdings sage ich auch: Oft ist Holz besser, da es bei seiner Produktion atmosfärisches CO2 bindet, während dies bei den meisten Kunststoffen freigesetzt wird. Aber wie gesagt: Andere Diskussion.

Ein Medienexperiment

Diese Serie wird auf eine für dieses Blog neue Art konzipiert werden. Das wird auch in der Gestaltugn offensichtlich sein. Ich habe noch nie eine Serie gemacht, die gezielt andere Plattformen ansprach, doch LLL soll genau das werden.
Buch: Ja, sobald alle 52 Projekte versammelt und positiv getestet sind, werden sie gesammelt als eBook und Papierbuch verfügbar sein. Sie werden natürlich weiterhin hier im Blog zu finden sein.
Online: Das Buchprojekt war sogar das ursprüngliche Vorhaben hier. Mir wurde aber schnell eines klar: Jeder Ratschlag eines Ratgebers landet früher oder später im Netz. Dabei ist sogar egal, ob er gut ist oder nicht. Warum also die Sachen nicht gleich selbst online stellen? Und zwar vollständig! Zum einen hier im Blog, zum anderen aber auch bei der Plattform für Tipps, Tricks und Lifehacks, Pinterest. Ich werde mit dieser Serie erstmals versuchen, gezielt das Publikum bei Pinterest anzusprechen. Das wird für sich interessant.
Auffallen wir das Lesern aus anderen Quellen vor allem bei der Gestaltung der Bilder.

Los geht es heute spätnachmittags mit dem finalisierten Rezept für Zahnpasta aus Kokosöl.


Freitägliche Fünf 22.07.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal geht es vor allem ins Grüne. Eingebettet, falls sich wer über die Optik der Seite wundert, in die ersten Ausläufer einer Überholung des hiesigen Blogdesigns.

1. Critical Mass Viersen

Quasi von letzter Woche nachgereicht: Die Critical Mass in Viersen am vergangenen Freitag war ein voller Erfolg. Laut ADFC waren es 40-50 Teilnehmer. Auffällig war die Vielfalt an Fahrzeugtypen: Neben diversen Arten von normalen Niederrädern fanden sich unter anderem Lastenräder, Kurz- und Langliegeräder, gleich zwei Velomobile, ein Handbike und ein Liegedreirad. Kräftige Unterstützung aus Mönchengladbach steuerten wir Großstadtradler bei.

Für jeden etwas dabei - Bild: StadtradelnMG bei Twitter

Für jeden etwas dabei – Bild: StadtradelnMG bei Twitter

2.SuperMEAT

Das Projekt SuperMEAT hat sein Crowdfunding-Ziel bei Indiegogo erreicht. Allerdings ist mir nicht ganz klar, was die mit den 100.000 USD machen, wenn sie für einen Prototypen eine halbe Million brauchen. Naja, besser als nichts.
Das Ziel von SuperMEAT ist es, in großem Maßstab Fleisch ohne Tiere herzustellen. Ob das funktioniert und wer das nun alles wieder für widernatürlich hält, werden wir dann sehen.

3. Seltene Schmetterlinge nebenan

Raupen des Jakobskrautbären an Jakobs-Kreuzkraut

Wenn Ringelsocken Insekten wären. Der kleine Schmetterling unten rechts gehört übrigens nicht zur selben Art und ist mir erst nach dem Fotografieren aufgefallen – Bild: eigen

Am Donnerstag entschied ich mich, erneut das gute Wetter zu nutzen. Das eigentlich beabsichtigte Bild (die Dächer von Rheydt über die Felder an der Landwehr hinweg fotografiert) wurde aufgrund der zu grellen Lichtverhältnisse eher so mittelmäßig, aber auf dem Rückweg begab ich mich noch durch eine stillgelegte Kiesgrube in der Nähe, wo ich massenhaft Raupen des Jakobskrautbären fand.
Der Jakobskrautbär ist ein seltener und schöner Nachtfalter, der allerdings manchmal in großer Zahl an einzelnen Stellen auftritt. Einfach zu fotografieren waren die mit meiner Kompaktkamera nicht, da die ständig auf den Hintergrund fokussierte, aber ein paar Bilder habe ich doch bekommen. Sehr schöne Raupen, die ich noch nicht kannte.

4. Nutria

Nutria im Wasser

Niedlicher Niers-Nager – Bild: eigen

Die große Nutria-Population von Mönchengladbach ist bekannt, aber Dienstag habe ich erstmals ein Exemplar völlig unversteckt selbst gesehen. Ich mag die, sehen aus wie zu groß geratene Meerschweinchen. Und sie gehören auch zu den unproblematischeren Neozoen, die keine nennenswerten Schäden anrichten.

5.Purino Bambini Urban Gardening

Logo des Bambini Urban Gardening

Bild: Purino

Das Purino hat am Donnerstag einen eigenen Garten für Zutaten angelegt, dessen Erzeugnisse auch im Restaurant verarbeitet werden. Auch wenn ich beim Standort (im Hardter Wald) nicht sicher bin, ob das nun wirklich gut ist, grundsätzlich ist es aber eine gute Sache, wenn Gastbetriebe Zutaten im eigenen Garten anbauen.


Sonntägliche Sechs 17.07.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Erneut verspätet und dafür länger. Ich habe den Freitag wegen Krankheit verpasst und der Samstag war dann mit dem CSD in Mönchengladbach ausreichend gefüllt. Sonderlich toll war die Nachrichtenlage der Welt diese Woche ja auch nicht. Aber ausfallen werden die Freitäglichen Fünf deswegen noch lange nicht. Es gibt immer genug Gutes aus Welt und Leben zusammenzutragen.

1. Saubere Pokémon

Fragt einfach nicht wie das rollt - Bild: Mags

Fragt einfach nicht wie das rollt – Bild: Mags

Ich halte die Mags für eine der dümmeren Ideen unserer GroKo in Mönchengladbach. Ich meine, da holen wir mit der Ampel die Gesellschaftsanteile des Entsorgungsunternehmens GEM in die Hände der Stadtverwaltung und dann geht die GroKo nach der Wahl hin und verschlimmbesser das alles dahingehend, dass plötzlich die gesamte Sauberkeit und Grünpflege privatisiert ist.
Wie dem auch sei, die positive Nachricht hierbei: Ich mag dieses Plakat wirklich. Das hat eigentlich nichts mit der Mags zu tun, ich mag einfach nur dieses Plakat.

2. Modische Pilze

3. Bleibende Bäume

Kaiser-Friedrich-Halle

Mal an den Bäumen vorbeifotografiert – BIld: MGMG

Ich sehe ja allgemein noch Hoffnung für meinen Wohnort. Ich meine klar, sonst wäre ich nicht mehr hier. Hoffnungsschimmer der Woche ist die Reaktion der Stadtspiegel-Leser auf das Ansinnen der FDP, vor der Kaiser-Friedrich-Halle nicht nur die Werbebanner, sondern vor allem auch die Bäume zu entfernen. Baumentfernung zur Erreichung eines so kleinlichen Ziels wie der Schaffung von Sichtachsen ist so ein feuchter Stadtplanertraum, bei dem ich inzwischen das kalte Kotzen kriege.
Und allem Anschein nach bin ich da nicht allein. Ich meine, ich wurde schon mehrfach auf das Vorhaben angesprochen udn fast durchgehend mit ablehnender Haltung, aber in politisch-kommerziellen Kreisen fand man diese Barbarei im Kontrast dazu tatsächlich toll.

4. Tote Bäume

Mit inzwischen drei Filialen wächst Wortwerke, eine norddeutsche Buchhandlung, die sich auf Selbstverleger spezialisiert hat, kräftig um sich.

5. Plasticine Abgase

Ich habe anders als viele keinerlei Probleme mit Plastik. Es ist ein großartiger und einmaliger Werkstoff, ohne den die Welt, wie wir sie heute kennen, kaum existieren könnte. Natürlich bringt er aber auch Probleme mit sich. Das eien Problem ist das Abfallproblem. Lösung: Plastikmüll gehört so weit wie möglich vermieden und der Rest gehört nicht in die Umwelt. Das andere Problem ist, dass Plastik meist aus Erdöl hergestellt wird und spätestens bei seiner Verbrennung zur jenseits jeglichen Maßes überhöhten CO2-Produktion der Menschheit beiträgt. Mögliche Lösung hierfür: CO2-neutrales Plastik.
Die andere Lösung ist der vermehrte Einsatz von Holz (welches in seiner Produktion ebenfalls CO2 bindet), aber für Verwendungszwecke, wo dies nicht geht, wäre solches Plastik großartig.

6. Earthship 2.0

Bild aus Facebook, Urquelle finde ich nicht mehr

Bild aus Facebook, Urquelle finde ich nicht mehr

So mancher mag jetzt denken „Oh mein Gott, wie furchtbar die Vermüllung“, die Krabbe indes denkt einfach nur: „Super, ein Haus!“