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Definitiv zwei Filmtipps: District 9, Age of Stupid 0 

Age of Stupid

Age of Stupid läuft am 22. September in Düsseldorf im Atelier Kino, Graf-Adolf-Straße 47. Der Film läuft nur in sehr wenigen Kinos, deshalb empfehle ich aufgrund der guten Kritiken und des Trailers schonmal unbesehen, hinzugehen. das da oben ist übrigens ein Ausschnitt zur Geschichte der Rohstoffkriege. Der zusammengewürfelte grafische Stil ist Absicht.
Der Film spielt in den 2050er Jahren und zeigt einen der letzten überlebenden Menschen, wie er in Archiven die Ursache sucht für das Ende der menschlichen Zivilisation im ausser Kontrolle geratenen Klimawandel.
Andere Spielorte finden sich hier.

District 9

1982 sind Aliens über Johannesburg gestrandet und wurden in einen slumartigen District, District 9, verbracht. Ein Privatkonzern, die MNU verwaltet den District und sucht nach Wegen, die ausserirdischen Waffensysteme zu nutzen, die nur von den Aliens aktiviert werden können. Nach einer Umsiedlungsaktion kommt es zur Eskalation.
Einige Kritiker meinten, das Ende des Films wäre zu hollywoodesk und actionorientiert. das halte ich für falsch – die Eskalation zum Ende hin macht im Film durchaus Sinn.
District 9 läuft in den meisten großen Kinos.

Fremdschämen 0 

Na ja, wenn’s wenigstens fremdschämen wäre…
Irgendwie verstehe ich unser Wahlkampfteam im Bundesverband nicht. Da haben wir schon als einzige größere Partei Inhalte (neben vielleicht noch der Linken) und dann machen wir statt dessen platten Anti-Wahlkampf:

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Wat macht der eijentlich IX 0 

Noch anderthalb Monate Vorlaufphase und man füllt die Zeit mit Reinhören, Vortasten, Beobachten und Themensammeln. Und halt so langsam auch mit Überlegungen, wie man was in der Stadt verbessern kann und wen man dabei ansprechen und auf welche Ebene man dazu gehen muss.

Bezirksvertretung Stadtmitte (Stadt MG)
Am Mittwoch war ich als Gasthörer bei der Sitzung der BV Stadtmitte, deren Nachfolger (BV MG-Nord) ich mit Beginn der nächsten Ratsperiode als beratendes Mitglied (Ratsherr aus dem Bezirk ohne BV-Mandat) angehöre.
Leider konnte ich nicht die ganze Sitzung bleiben, aber die wichtigste Diskussion des Abends, jene um die Fordeurngen der IG Schürenweg.
Diese IG fordert, dass der Schürenweg aus dem Netz der Hauptstraßen herausgenommen wird. Vor allem der LKW-Verkehr soll aus der ausschließlichen Wohnstraße genommen werden.
Dem standen teils rechtliche Argumente gegenüber (LKW-Verbot ist hier rechtlich offenbar nicht zulässig), teils auch hanebüchene. Lowlight der Argumentation war dann die Behauptung, LKW-Verbotsschilder wären eh unnütz, weil die Fahrer auf Navigationsgerät fahren. Dass Schilder vor Ort Vorrang vor Karten (und damit auch Navis haben) haben und rechtlich bindend sind, fiel dabei offenbar nicht weiter auf: Wer auf Navi fährt ohne die lokale Beschilderung zu beachten, begeht einen Rechtsbruch. Und dieser wurde in dieser Diskussion offenbar als vollkommen selbstverständlich und legitim angesehen. Das ist erschreckend, da so die Stadt sämtliche Verantwortung in der Verkehrsplanung von sich weist und diese de facto den Anbietern von Navigationssoftware in die Hände legt.
Absurd bis hin zur Dummheit.
Letztlich kam es in dieser Sache zu keiner Einigung, der Plan sollte an die Verwaltung zurückgegeben werden und es soll ein Treffen von BV, IG und Experten geben. Mit anderen Worten: Das Thema wird uns noch begleiten.
Ich prüfe unterdessen eine Möglichkeit, die rechtliche Unzulässigkeit von Verbotsschildern auf dem Schürenweg zu umgehen. Es sieht allerdings so aus, als wäre eine LKW-Sperrung tatsächlich nicht zulässig, die StVO erlaubt Städten solche Maßnahmen nur bei dringendem Bedarf – allerdings zählt dazu auch Immissionsschutz, man könnte also prüfen, ob auf dem Straßenzug genug Lärm produziert wird, um LKW auszusperren.
Grundsätzlich halte ich es für nötig, den Städten mehr Gestaltungsoptionen für den Innenstadtverkehr zu lassen. Wie so etwas geregelt werden kann, überlege ich grade. Allerdings wird das eine Weile dauern, weil der Bundestag hier die gesetzgeberische Kompetenz hat, ich (oder Bündnis 90/Die Grünen) müsste mich also mit dem Anliegen an diesen oder den zuständigen Minister (aktuell Tiefensee) wenden. Da grade Wahlkampf ist, macht das erst nach der konstituierenden Sitzung des nächsten Bundestages Sinn.

Umweltausschuss (Stadt MG)
Auch hier war ich als Zuschauer zu Gast, was dort wesentlich angenehmer ist, weil das Rathaus Rheydt (anders als das Rathaus Abtei) eine Zuschauertribüne hat.
Es war erfreulich zu sehen, dass die Renaturierung der Niers und umgebenden Bäche (hier: Bungtbach) offenbar gut läuft und so sowohl Hochwasserproblematik als auch Biotopvielfalt in Mönchengladbach verbessert werden. Auch konnte man erfahren, dass die Sanierung von arsenbelasteten Spielplätzen professionell und zügig durchgeführt wird und dass die Gladbacher im Braunkohleausschuss weder zu Beschwichtigungen im Sinne der RWE noch zu Panikmache neigen.
Persönlich habe ich mich auch gefreut, dass im Rahmen zweier grüner Anträge auch Vorschläge von mir Eingang in die Diskussion gefunden haben: ein Hochwasserkataster (straßenweise Feststellung von Risikoorten bei Strakregenereignissen) und die Bitte, die Risikofeststellung der Tagebauverfüllung Garzweiler II um die im Rheinland vorkommenden natürlichen Erdbeben und die dadurch entstehenden Risiken für die Hangstabilität zu ergänzen (behandelt werden bisher nur Erdbeben in Folge des Tagebaus, keine davon unabhängig natürlich entstehenden).

Speicker Bahnhof (Stadt MG)
Hier sprachen Anwohner am Wahlkampfstand vor zwei Wochen Gaby Brenner auf einige erfolgte Bauten an, die in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet Lärm und Dreck verursachen. Unter anderem wird dort Asbest verarbeitet, was die Anwohner natürlich sorgt.
Ich übernahm die Angelegenheit, weil der ehemalige Bahnhof sich in meiner direkten Nachbarschaft befindet und sprach vergangenen Sonntag mit den Anwohnern, um die konkreten Probleme und Fragen zu sammeln und ein Vorgehen zu überlegen. Dort geht es jetzt darum nachzuprüfen, welche Genehmigungen das entsprechende Unternehmen hat und wie diese mit der direkten Nachbarschaft zu einem ausschließlichen Wohngebiet (offiziell Mischgebiet, de facto Wohngebiet) vereinbar sind. Und in Zukunft müssen wir ein wachsames Auge auf dem Gebiet halten – die aktuellen Anlagen im Süden des Gebiets sehen sehr provisorisch aus, ich schätze, dass da noch was kommt.

Petitionnerstag XXX 1 

Trotz des XXX gibt es auch diesmal keinen Porno, dafür einiges zum Sozialgesetzbuch II (bis hin zur vollständigen Abschaffung).
Zunächst die ALG-II-Themen in dramaturgisch gradezu meisterhaft geschickt aufsteigender Reihenfolge, dann der Rest:

Wiedereinführung der Kinderbekleidungspauschale

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
Wiedereinführung der Kinderbekleidungspauschale für Familien mit Harzt 4.

Dazu ist mE nichts weiter zu sagen.

Darlehensvergabevereinfachung bei ALG II

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:
Das für Hilfsbedürftige, egal ob nach SGB II oder SGB XII ein Darlehn innerhalb 1-2 Tagen, genehmigt, berechnet und ausgezahlt wird und dieses Darlehn in kleinen Raten vom Regelsatz monatlich abgezogen wird.

Es geht vor allem um die Kurzfristigkeit. Die Frage ist, wie stark die zuständigen Sachbearbeiter durch eine dermaßen kurze Frist belastet werden (was wiedeurm davon abhängt, wie viele Anträge an wie viele Bearbeiter gehen). Deshalb von mir keine Beurteilung dazu.

Abschaffung der Sanktionen nach § 31 SGB II

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … sofort die Sanktionen nach § 31 SGB II abzuschaffen.

§31 SGB II regelt die Möglichkeit der Kürzung bis hin zum Wegfall der Bezüge als sanktionsmaßnahme. Mit anderen Worten: Hier wird die Maschenweite des sozialen netzes definiert – und sie ist zu weit. Sanktionen in diesem Umfang sollte es in der Tat nicht geben – niemand darf mit Nichts dastehen gelassen werden.

Abschaffung des Zweiten Buches SGB

Der Deutsche Bundestag möge die Abschaffung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch beschließen.

Ja, ernsthaft, Komplettabschaffung. Die Folgen eines solch tiefgreifenden Vorhabens sind mE nicht annähernd absehbar. Vor allem fehlt die Klärung der Frage, was an die Stelle des Buches tritt.

Anpassung der Vermittlungsscheinanforderungen für Arbeitssuchende

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Anforderungen für die Aushändigung des Vermittlungsgutscheins für Arbeitslosengeld I und II – Bezieher und sonstige Arbeitsuchende im Hinblick auf die Beantragung, Erneuerung, Einreichung und Abrechnung zu vereinfachen und den aktuellen Gegebenheiten des Arbeitsmarktes anzupassen.

Beklagt wird, dass das verfahren zum Erhalt eines vermittlungsscheins zu aufwändig ist und die Frist zur neuvergabe mit 6 Monaten zu hoch ist, da viele Stellen aktuell keine 6 Monate halten (vor allem in der Zeitarbeit).

Synchronisationsverbot für die Leiharbeitsbranche

Der Deutsche Bundestag möge beschließen das in der Leiharbeitsbranche das Synchronisationsverbot wieder eingeführt wird

Synchronisation heisst hier: Eine Arbeitnehmer wird nur für die Zeit seines Einsatzes bei einem Kundenunternehmen eingesetzt. Endet der Einsatz beim Kunden, endet auch die Beschäftigung beim Leiharbeitsdienstleister.
Es geht hier also darum, Leiharbeitsfirmen zu verpflichten, Leiharbeiter auch für weitere Aufträge/Arbeiten einzustellen. Dadurch soll die Kurzfristigkeit der dortigen Beschäftigungen bekämpft werden.

Rotabbiegeerlaubnis für Radfahrer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass an Lichtsignalanlagen (LSA) für rechts abbiegende Radfahrer generell die Grünpfeilregelung gelten soll. Danach dürfen Radfahrerinnen und Radfahrer auch bei rot nach rechts abbiegen, wenn sie keine Fußgänger oder den durch die LSA geschützten Querverkehr gefährden oder behindern. (Ampeln, an denen diese Regelung ausnahmsweise nicht gelten soll, müssten dann entsprechend gekennzeichnet werden.)

Nichts zu ergänzen, gute Sache.

Einsprüche gegen Bundeswahlleiterbeschlüsse vor der Wahl ermöglichen

Der Bundestag möge eine Änderung des Bundeswahlgesetzes beschließen, mit der ein Rechtsweg
gegen die Entscheidungen des Bundeswahlleiters auch vor der Bundestagswahl eröffnet wird. Dieser
Rechtsweg sollte nur innerhalb einer kurzen Frist eröffnet sein. Zuständig für den neuen Rechtsweg sollte
das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sein

Ich bin ehrlich überrascht, dass es diese Petition noch vor der Bundestagswahl online geschafft hat. Es geht um den bekannten Fall dieses Jahr, bei dem etliche Parteien vom Bundeswahlleiter nicht als solche zur Wahl zugelassen wurden – besonders prominent DIE PARTEI und die Freie Union.
Aktuell kann gegen eine solche Entscheidung des Bundeswahlleiters erst nach der Wahl Einspruch erhoben werden – de facto wird das Urteil des Bundeswahlleiters so unanfechtbar gemacht, da eine Partei von der Akzeptanz nach der Wahl ja nix mehr hat.

Kostenlos telefonieren für Soldaten im Auslandseinsatz

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …Soldaten im Auslandseinsatz kostenfreies telefonieren und Internetnutzung zu bewilligen und dafür im Gegenzug den Zuschlag für „Zwecke der Kommunikation mit dem Heimatland“ ersatzlos zu streichen.

Das erspart wahrscheinlich sogar etwas Bürokratie. Eine Fernmeldeeinheit ist ja eh an den meisten Einsätzen beteiligt.

Längere studentische Krankenversicheurng

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Kriterien der gesetzlich studentischen Krankenversicherung geändert bzw. an das neue Studiensystem in Deutschland angepasst wird.

Pikant: Angeführt wird als Begründung, dass die Bachelor/Master-Studiengänge das Studium teils erheblich verlängern. Eingeführt wurden sie damals unter anderem, um das Studium zu verkürzen.

Sonderregelung der Feinstaubgesetze für nicht nachrüstbare Fahrzeuge

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …dass eine Sonderregelung für nachweislich NICHT mit einem Partikel-Filter nachrüstbare Fahrzeuge beschlossen wird, weil es keine Firmen gibt die diese Partikel-Filter herstellen. Es bliebe dann nur die Verschrottung der oft nur wenige Jahre alten KFZ oder-ab nach Afrika mit dem KFZ?- Für viele von der „Roten Plakette“ u. von der „Gelben Plakette“ betroffenen KFZ gibt es keine Partikel-Filter zu kaufen. Antidiskriminierungsgesetz?

Die Formulierung ist zunächst mal amüsant („Antidiskriminierungsgesetz“ *g*), das Anliegen alerdings würde die Feinstaubregelungen komplett aushebeln. Wer ein nicht straßentaugliches Auto kauft, ist letztendlich selbst schuld.

Musikeinlage für Medienverweigerer 0 

Wer wie ich den Fernseher rausgeschmissen hat und das Radio nicht mehr einschaltet, der hat es wahrscheinlich bisher nicht mitbekommen, daher von mir nachgereicht: Der uralte Song einer 93-jährigen Sängerin, der derzeit in Großbritannien die Charts erobert.

Alle sprechen darüber, dass Vera Lynn damit Bands wie Tokio Hotel geschlagen hat. Keinem fällt auf, dass auch die Beatles geschlagen wurden, deren Alben ebenfalls grade (komplett digital überarbeitet) neu rausgekommen sind.
Und wo wir schon dabei sind – könnte ich bitte auch Louis Armstrong wiederhaben?:

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Deutsche Klimapolitik anno 2009 0 

Deutschland ist klimapolitisch ein seltsamer Ort. International als Beispielland im Umweltschutz bekannt (Stichwort Mülltrennung) ist es offenbar im Zugzwang, diese Position zu halten und bietet seltsame Auswüchse. In einem Land, in dem der Umwelt Unweltminister ernsthaft den Bau neuer Kohlekraftwerke fördert, die zwar weniger Dreck machen als die alten, bei denen das aber auch nicht grade ein Kunststück ist, sieht die Klimapolitik halt überaus seltsam aus.

Primus im Mistbauen ist hierbei die deutsche Autoindustrie.
In Deutschland, einem der größten Autoländer der Welt, ist die Kraftfahrzeuglobby verständlicherweise stark – und damit auch die Ölindustrie, welche zu 95% an sie gekoppelt ist (die übrigen 5% sind Kunststoffhersteller).
Nun tut so eine Lobby vor allem eines gerne: Behaupten ohne tatsächlich etwas tun zu müssen. Und da man gleichzeitig die Ölindustrie mitvertritt, stellt man abenteuerliche Behauptungen über Sparsamkeit und Schadstoffausstoß auf und kann gleichzeitig die dreckigste Automobilflotte der Welt herstellen.
Und wenn dann doch mal Konkurrenz aus dem Ausland kommt, wo tatsächlich klima- und spritschonende Autos hergestellt werden, lässt man sich den Markteinbruch durch eine Abwrackprämie finanzieren (die übrigens komplett in die Hose gegangen ist).
Unterdessen stellt man Konzepte von vorgestern vor: Wasserstoffautos und solche mit fest verbauten Akkus, die man stundenlang ans Netz hängen muss um zu tanken.
Fröhlich mit dabei ist RWE, die allen Ernstes ein Energietankstellennetz aufbauen wollen – mit Tankzeiten von „grade mal“ drei Stunden!
Unterdessen haben sich Peugeot, Renault und Citroën zusammengetan, um ein System aufzubauen, bei dem einfach die Akkus ausgetauscht werden. „Tankzeit“: unter 2 Minuten. Aber dermaßen einfache und kundenfreundliche Lösungen könnten der Technik ja zum Durchbruch verhelfen – das will man in der Ölindustrie natürlich nicht.
Wenn dann die Politik hingeht und Deutschland zum „Weltführer in der Elektromobilität“ erklären will, kann ich mich nicht zwischen lachen und weinen entscheiden. Da können wir auch gleich versuchen, Weltführer in taiwanesischer Literaturwissenschaft zu werden, unsere Startbedingungen sind in diesem Sektor ähnlich gut.

Es ist mühsam, die ganze Dummheit deutscher Klimapolitik zu dokumentieren, die von Leuten betrieben wird, die offenbar nicht die geringste Ahnung davon haben oder aber sich dieser Ahnung gegenüber verweigern. Angesichts von grünfärberischen Spielereien wie CCS und Desertec wird offenbar, dass hier einzelne Wirtschaftszweige versuchen, mit hahnebüchenen Behauptungen ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen – teils noch nichtmal böswillig.
Jahrzehntelang eintrainierte Überzeugungen, wie sie etwa in der Energiewirtschaft üblich sind, legt man halt nicht einfach so ab.

Veranstaltungstipp am Rande
Achja, wer heute abend ab 19:30 Zeit hat, dem empfehle ich eine Veranstaltung des Gladbacher Arbeitskreises Energie der Grünen über eine Möglichkeit, andere Leute in die Vorstände der Energiekonzerne zu bekommen: Genossenschaftlicher Stromeinkauf.
Es referiert Walter Päsch von der Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr eG in der Kreisgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen (Brandneberger Straße 36).
Es ist nicht direkt das Thema dieses beitrags, aber verwandt und fiel mir grade beim Schreiben ein.

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Projekte, Projekte 0 

Die letzten tage gab es zwei neue Wettbewerbsausschreibungen, an denen ich entschieden habe, mich zu versuchen. Und damit da noch mehr gute und kreative Ideen von noch mehr Leuten einfließen, stelle ich die auch hier vor, da ich die Wettbewerbe selbst für gut halte.

Visions of a Village Contest
Die Herausforderung hier ist es, auf einem DIN-A4-Blatt eine Vision eines neuen Dorfes zu entwickeln, welches durch neue Ansätze Low- und High-Tech zu einem nachhaltigen Lebenskonzept einer Gemeinschaft vereinigt.
Verlangt wird ein ausreichend detailiertes Konzept, um das Projekt später umsetzen zu können.

Preis: 1 x 2.500 €, 2 x 1.250 €
Einsendeschluss: 23. September
Mehr Infos: clear-village.org
Status: Idee soweit fertig, ich muss das nur alles als grafische Darstellung auf eine A4-Seite kriegen
Hoffnung: Anstoß für die Aufnahme neuer Konzepte in die Architektur. Mir persönlich geht es dabei um die enge Verknüpfung von natürlichem und menschengemachtem Raum.
Mehr dazu: Die eingereichten Konzepte sind geheimzuhalten, bis Clear Village sie freigibt. Ist das geschehen, gibt es sofort mehr Infos hier. Oder wenn ich es nicht schaffen sollte, das Konzept rechtzeitig einzureichen.

Igor I. Sikorsky Human Powered Helicopter Competition
Seit mittlerweile 30 Jahren ungelöst: Wie baut man einen Helikopter, der allein mit menschlicher Kraft fliegt. Der Traumm dahinter ist sogar noch älter – Kurd Laßwitz träumte ihn bereits in den 1880er Jahren.
Der Gewinner des Wettbewerbs muss für mindestens 60 Sekunden in einer Höhe von mindestens 3 Metern fliegen und darf dabei einen Raum von 10×10 Metern nicht verlassen.
Der bisherige Weltrekord bei einem menschengetriebenen Helikopter sind 20 Zentimeter für 19,46 Sekunden. Bisher sind nur zwei solche Geräte abgehoben: Die Da Vinci III aus Kalifornien und die Yuki I aus Japan:

Da Vinci III

Ausserdem findet man bei Youtube einige Maschinen, die nicht abgehoben sind.
Die Tatsache, dass diese beiden Maschinen aber doch abgehoben haben, ist faszinierend. Vor allem die Da Vinci III erscheint mir relativ ineffizient ( offene Luftschrauben sind keine guten Antriebe), daher sollte da noch einiges mehr drin sein. Dennoch: Alleine ein Fluggerät, welches ebenfalls 20 Sekunden in der Luft bleibt zu bauen, dürfte eine große Herausforderung sein – hauptsächlich wegen des Gewichts der Maschine selber.
Allerdings gibt es inzwischen ja regulär pedalgetriebene Luftkissenboote – ein Helikopter wäre das der nächste Schritt. Ebenfalls schon gebaut wurden seit den 1980ern drei pedalgetriebene Zepelline.

Preis: 250.000 US$ für den ersten Menschen, der es schafft
Wettbewerbsschluss: offen
Mehr Infos: Vertical Flight Society
Status: Designphase – ich verfolge aktuell zwei Konzepte. Eines (das Rotopéde) verbessert die Da Vinci III, eines (die Maple Nut) sieht komplett anders aus als die beiden bereits geflogenen Fahrzeuge uns setzt auf extrem simple Technik.
Hoffnung: Ich glaube nicht, dass ich so ein Gefährt jemals eine ganze Minute in der Luft halten können werde – aber schon etwas zu bauen, was überhaupt abhebt (und sei es nur eine Sekunde), ist eine große Herausforderung von der ich glaube, dass ich viel Spass an ihr haben werde.
Mehr dazu: Das hängt von der Entwicklung ab. Auf jeden Fall werde ich mehr dazu schreiben, sobald das Projekt die bloße Designphase verlässt oder diese abgeschlossen ist. Es kann ein-zwei Jahre dauern, bis erste Experimente (motorisierte Modelle) zur Umsetzung vorzeigbar sind.

MG Relevant: Rondomedia 0 

Worum geht es?
Es gibt ein paar Branchen, in denen Mönchengladbach nicht schlecht dasteht. Von denen weiss aber keiner.
Eine solche Branche: Videospiele.

Rondomedia ist nach eigenen Angaben Deutschlands Nummer 3 im Markt, direkt hinter internationalen Marktführern wie EA und Ubisoft, deren deutsche Zweige (Köln und Düsseldorf) übrigens auch nicht so weit weg stehen.
Nun mag man von rondomedias Produkten und denen seiner Tochter astragon halten, was man will – sie sind erfolgreich und haben den Markt in Deutschland enorm verändert. Unter anderem geht auf sie die Verwendung des begriffs „Casual Game“ im deutschen Sprachraum zurück, ein Begriff, der damals, 1998, kaum erst existierte.
Es ist viel billig und einfach zu produzierender Schrott („Wimmelbildspiele“, einfache Knobelspiele) dabei und auch viele Zweitverwertungen (Ubisoft Exclusive), aber den Erfolg des Unternehmens kann man nicht übersehen.
Und immerhin hat Rondomedia zudem mit seinen Simulatoren, vom LKW bis zum Traktor eine aussergewöhnliche Nische erobern können und bringt ab und an auch mal ein tatsächlich gutes oder zumindest ambitioniertes Spiel raus.

Viel wichtiger aber: Das Unternehmen ist in seinem sektor erfolgreich Und während die alten Herren noch der Zeit der Textilstadt nachtrauern, übersieht man die Existenz einer erfolgreichen echten Zukunftsbranche in Mönchengladbach. Video- und Computerspiele gelten als das Medium der Zukunft und der jungen Generation. Die Branche beginnt grade, ihr Potenzial als vollwertiges Medium zu finden, ähnlich wie es beim Film in den 1910er/1920er Jahren der Fall war. In den nächsten 20 Jahren wird hier ein Medium erwachsen, dessen Entwicklung ähnliche gesellschaftliche Relevanz erhält wie jetzt noch das Fernsehen oder wie in der Zwischenkriegszeit das Kino.

Und bei alldem hört man praktisch nie den namen Rondomedia in der Politiik, das existiert als relevantes heimisches Unternehmen nicht.
Warum? Weil es nicht traditionelle Industrie ist, weil Mönchengladbach mit Medien nichts anfangen kann (man siehe zum Beweis mal das dürftige Angebot an Tageszeitungen).

Was kann man tun?
Erstmal muss die Stadt kapieren, dass die Computerbranche hier vertreten ist und es heimische Entwickler und Verlage von signifikanter Größe gibt. Mönchengladbach muss sich öffentlich als Standort der Softwarebranche darstellen und so versuchen, mehr Unternehmen dieses einträglichen Zweigs zu gewinnen. Ein offensiv-positiver Umgang mit diesem vielgescholtenen Medium würde auch den Ruf der als langweilig und uninteressant verschrienen Stadt bei der Jugend verbessern.

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Petitionnerstag XXIX 1 

Diese Woche werden wir öko: Erleichterungen für Elektroautos, schadstofffreie Kinderwagen und billige Energiesparlampen nebst verbesserter Fangquoten für Fische:

Schadstoffverbot für Kinderwagen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass es eine strikte Regulierung bei der Fertigung von Kinderwagen geben wird,die eine Verwendung von Schadstoffen verbietet oder reguliert.

Offenbar gibt es sowas tatsächlich noch nicht. Rgeuliert sind bisher nur Schadstoffe in Kinderspielzeug. Man sollte dieses Gesetz einfach auf Gebrauchsgegenstände für Kinder/Eltern ausweiten.

Beifang mit in die Fangquoten einrechnen

Der deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Regelung der Fangquoten geändert wird.

Konkret will der Petent, dass auch Beifang, also versehentlich gefangene Fische, in die Fangquoten eingehen. Dadurch würden die Tiere stärker geschont werden und es entstünde ein Druck auf die Fischer, Beifang zu minimieren.

Vierteljährliche Zahnsteinentfernung

Der Deutsche Bundestag muss beschließen, dass die Krankenkassen anstatt einmal im Jahr, viermal im Jahr die Kosten der Zahnsteinentfernung übernehmen!

Das wäre eine Rückkehr zu der Regelung, die bis 2004 geherrscht hat. Da der Zahnarzt die Zahnsteinentfernung, wenn nötig, eh mehr oder weniger nebenbei in der jährlichen Routineuntersuchung macht, kann ich mir nicht vorstellen, dass das viel kostet.

Ankündigungen von Zwangsversteigerungen ins Internet

Der Bundestag wolle beschließen, dass die Amtsgerichte zur Veröffentlichung aller Zwangversteigerungstermine im Internet verpflichtet sein sollen.

Das hielte ich für praktisch. Überhaupt wäre eine verbindliche Vorgabe, wo genau die Ankündigungen von Zwangsversteigerungen erfolgen sollen, sehr angenehm – für Versteigerer wie für eventuelle Interessenten.

Kindergeldkopplung ans Einkommen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen… der Kindergeldfreibetrag ist mit den regelmäßigen Durchschnittseinkommenserhöhungen oder der jährlichen Inflationsrate zu koppeln. Die starre Struktur der Freibetragsgrenzen, die unregelmäßig durch den Gesetzgeber verändert werden, machen ein Kopplung des Grenzbetrages an Inflation oder die durschschnittliche Einkommensentwicklung nötig.

Man könnte dies auch nutzen, um das Kindergeld besser zu verteilen: Mehr Geld an Arme, weniger an Reiche. Das allerdings widerspricht dem, was der Petent im Sinn hat, denn er will ja ein höheres Kindergeld bei höherem Einkommen. dennoch, mit dem Ansatz kann man mE in beide Richtungen arbeiten.
Die Frage ist, ob dabei der Verwaltungsaufwand nicht eher steigen und die Sache somit sehr teuer würde.

Anpassung der Rentenversicherung für ALG-II-Empfänger

Der Deutsche Bundestag muss beschließen, dass die Beitragsbemessungsgrundlage bei der Berechnung der Rentenbeiträge bei ALG II Empfängern von derzeit 205 € erheblich erhöht wird und der Realität angepasst wird!

Es geht um eine Anpassung an den Krankenversicheurngssatz, der wesentlich höher liegt. Wichtig ist dem petenten vor allem der sich aus den Abgaben ergebende Anspruch.

Preissenkung für Energiesparlampen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, über den Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments eine Preisanpassung für Energiesparlampen an die der jetzt entsprechend Beschluss abzulösenden traditionellen Glühlampen zu erreichen.

Ich dneke nicht, dass die Lampenpreise durch die Politik geregelt werden sollten.

Wechselkennzeichen für Elektroautos

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
für Besitzer von Elektroautos (kein Hybrid) ein Wechselkennzeichen einzuführen. Das Kennzeichen eines PKW mit Verbrennungsmotor darf dann im Wechsel (nicht gleichzeitig) auf an einem Elektroauto verwendet werden, die Versicherung ist ebenfalls gültig.

Halte ich schlicht und einfach für nicht umsetzbar. Ein Kennzeichen = ein Fahrzeug, alles andere wäre mE absurd.

Nachtrag
Upps, ein X vergessen, das ist natürlich die Nummer 29 (XXIX), nicht 19 (XIX).

Böse Leinsamen, Gentechnik und etwas Biologie 0 

Eigentlich bin ich, was Gentechnik angeht, überaus undogmatisch: Sie ist erstmal nur ein Verfahren, Lebewesen mit bestimmten Eigenschaften zu erzeugen, ohne über Generationen hinweg Zuchtwahl betreiben zu müssen (und zwischendurch immer wieder warten zu müssen, dass der neueste Nachwuchs das zeugungsfähige Alter erreicht). Deshalb halte ich die Grundsatzkritik an der Gentechnik auch für verfehlt.

Die Aufregung um den aktuellen Fall von Leinsamenkontamination hingegen, die halte ich für gerechtfertigt.
Und daher möchte ich kurz meine Position zur Gentechnik an diesem Beispiel aufzeigen, die bei einigen Leuten schon für Stirnrunzeln gesorgt hat, hier aber besonders zum Tragen kommt. Wobei ich den Eindruck habe, das Stirnrunzeln erwächst aus der in diesem Thema verbreiteten Schwarzweissmalerei.

Also: Das Gefährliche an diesen leinsamen ist nicht, dass sie – wie alle anderen leinsamen auch – Gene enthalten, sondern worauf diese ausgelegt sind: im Fale der kontaminierenden Samen auf Resistenz gegen Antibiotika.
Medikamenten- und Antibiotikaresistenz bei Krankheitserregern ist eine der größten Bedrohungen, denen unser Gesundheitssystem ausgesetzt ist. Denn je resistenter die Erreger werden, desto schwieriger werden sie (logischerweise) zu bekämpfen.

Nun ist es so, dass Bakterien grundsätzlich die Fähigkeit haben, fremde Gene in ihr eigenes System zu schleusen. Die Resistenz könnte also auf Bakterien übergehen und sich über aktiven Genaustausch (den Bakterien ständig betreiben) verbreiten, eventuell auch auf Bakterien, welche beim Menschen Krankheiten verursachen.
Somit stellt diese speziele Genmanipulation in der Tat ein klares Problem dar, da sie potenziell dazu beitragen kann, menschliche Krankheitserreger gefährlicher und schwerer bekämpfbar zu machen.
Aus anderen Gründen ist beispielsweise auch die Anzucht von Herbizid-, Fungizid- und Insektizidresistenz problematisch (diese Manipulationen gehen mit mehr Gifteinsatz auf dem feld einher).
Das sind also Manipulationen, die man verhindern, boykottieren und wo möglich verhindern sollte. Jeder Protest gegen diese Lebewesen und ihr Verbot ist somit legitim und anstrebenswert.

Nicht vergessen sollte man bei all der Aufregung aber: Nicht nur würde die Herstellung von Insulin für Zuckerkranke ohne Gentechnik zusammenbrechen, auch gibt es durchaus praktische Anwendungen – es gibt etwa Versuche von Tomaten mit höherer Vitaminkonzentration und krebsvorbeugenden Stoffen im Fruchtfleisch (die sind übrigens lila) oder Nüsse für Nussallergiker.
Berühmt geworden ist auch der GloFish, der inzwischen als Haustier erhältlich ist (nicht in Europa, hier sind genmanipulierte Tiere komplett verboten). Obwohl er letztlich vor allem als Haustier Anwendung fand, hat er doch einen praktischen und grade für Umweltfragen nützlichen Effekt: Er ist der erste Entwicklungsschritt zu einem Fisch, der Giftstoffe im Wasser anzeigt. Diesen Zweck hat er bisher nicht erfüllen können, aber immerhin ist er doch ein hübsches Haustier geworden:

GloFish

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich hier stark von der üblichen grünen Position abweiche. Ich bin aber der Auffassung, dass es bei den Grünen durchaus Platz gibt für weniger, nunja, dogmatische Sichtweisen. Und dass man Dinge manchmal einfach zweimal betrachten sollte.
Ich halte das sogar für den grünsten aller Gedanken: Lasst uns die Dinge ruhig und vorurteilsfrei betrachten. Das heisst: Risiken nicht verschweigen – aber Chancen auch nicht.

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