7. Türchen 2009 1 

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

7. Dezember: Lastwagen
Blogkonversion: Vergebens auf die Schiene

Einer der großen grünen Kämpfe ist jener um die Rückführung der Warenverkehre von der Straße (zurück) auf die Schiene. Allein: das wird nix.
Die Schienen wurden schon längst aus dem Boden geholt, Städte so umgebaut, dass die alten Schienenstrecken nicht mehr sichtbar sind und die alten Schneisen auch nicht mehr einfach so freigeräumt werden können. Selbst wo alte Trassen nicht entwidmet wurden, haben Anwohner inzwischen geduldet ihre Gärten über diese ausgedehnt.
Und den Lärm will natürlich auch niemand haben.

Das Thema ist in Mönchengladbach grade doppelt relevant.
Zunächst einmal – in aller Munde – der Eiserne Rhein. Dessen Führung durch oder nahe der Stadt führt zu paradoxen Situationen.
So will man natürlich den Bahnverkehr fördern, um die Schadstoffemissionen des Warentransports zu reduzieren. Aber bitte doch nicht in unserer Stadt. Wie die Waren aber auf den Zug kommen sollen, wenn dieser die Stadt gar nicht passiert, bleibt offen.
Wahrscheinlich doch wieder mit dem LKW…

Dann ist da noch die S28. Die S28 ist eine als S-Bahn in den Fahrplan integrierte Regiobahn, die von Kaarst über Neuss und Düsseldorf nach Mettmann Stadtwald verkehrt.
Die Stadt ist bei Pendlern sehr beliebt, auch weil sie den besten S-Bahn-Anschluss für Pendler bietet, die zu einem der Bahnhöfe zwischen Neuss und Düsseldorf Hbf wollen. In dne Stoßzeiten sind die kurzen Doppelwagen der S28 etwa so voll wie man sich das sonst bei japanischen U-Bahnen vorstellt. Das ist keine Übertreibung, ich fahr die Bahn sechsmal pro Woche, ich kann das bestätigen.
Nun will sich diese Bahn über Mönchengladbach nach Viersen verlängern, wozu eine alte Trasse wieder mit Schienen angebunden werden soll. Die Anwohner alleridngs haben, wie oben angedeutet, inzwischen (genehmigungslos) ihre Gärten über die Trasse ausgedehnt. Uns stehen auch hier lange Diskussionen bevor – dabei ist die S28 eine relativ unproblematische und leise Bahn.

Was das alles zeigt: Wir mögen die Verlagerung der Warenverkehre von der Straße auf die Schiene wollen – nur will offenbar niemand mehr Schienenverkehr (während zunehmender Straßenverkehr zumeist als „normal“ geduldet wird).
Das bedeutet nicht, dass wir aufgeben sollten. Aber so oder so müssen wir uns auch darum kümmenr, den Warenverkehr auf der Straße besser zu organisieren. Denn bis der Schienenverkehr auch nur annähernd ausreichende Kapazitäten aufbauen kann, gehen noch ein paar Jahr(zehnt)e ins Land. Wenn es überhaupt noch durchsetzbar ist.

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