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8. Türchen 2009 1 

Es ist Dezember und weil ich von einem Pizza-Anbieter einen Adventskalender mit Schokolade als Werbegeschenk bekommen habe, werde ich für jedes Türchen einen Blogeintrag schreiben. den 1. Dezember habe ich verpasst, da war ein Flugzeug drin.
Was in den Beiträgen drin ist? Woher soll ich das vorher wissen?

8. Dezember: Lokomotive
Blogkonversion: Falsche Schubladen

War ja klar. Gestern hab ich einen LKW und schreib daraufhin was über Eisenbahnen. Heute habe ich eine Lokomotive im Adventskalender – logischerweise sollte ich jetzt was über Lastwagen schreiben. Ich schreib aber lieber statt dessen über ein schienengebundenes Flugzeug – den Transrapid.

Die Tragödie des Transrapid beginnt damit, dass die Leute ihn für eine Eisenbahn gehalten haben. Tatsächlich stand er aber mehr mit dem Flugzeug in Konkurrenz – mit Betriebsgeschwindigkeiten knapp über 400 km/h und einer Transportkapazität von 150 Tonnen entspricht er in etwa einem großen Frachtflugzeug auf Inlandsflug.
Da der Transrapid aber auf einer Art Schiene läuft, musste er sich automatisch der Eisenbahn als Konkurrenz stellen – und wurde plötzlich auf Kurzstrecken verglichen, für die er nie gedacht war. Dass die Hersteller sich darauf einließen und plötzlich aberwitzige Projekte wie den Metrorapid (Düsseldorf-Dortmund mit Zwischenhalten sowie München-Hbf-Flughafen) vorstellten, die gegenüber einer normalen Bahnverbindung kaum Vorteile hatten und zudem extrem teuer waren, brach dem Transrapid schließlich das Genick.
Die ideale Strecke für den Transrapid wäre eine Großstadt-Ringlinie Berlin-Hamburg-Köln-München gewesen, optional als weiterer Ring auch mit Randstad, Brüssel und Paris oder Straßburg zwischen München und Köln. Hier hätte der Transrapid dem Flugverkehr ernsthafte Konkurrenz machen können und so genug Fahrgäste für einen wirtschaftlichen Betrieb erhalten.

Das ganze ist exemplarisch: Ein Projekt, dem letztendlich dadurch der Garaus gemacht wurde, dass es eine Sparvariante bekam. Die war gut gemeint, brachte aber letztendlich niemandem etwas.
Es gibt halt Dinge, die funktionieren nur als Großprojekt. Deutschland aber hat bei sowas Angst vor einer so genannten „Gigantomanie“ – ein Begriff, der mir bisher in keiner anderen Sprache begegnet ist.
Angst davor, Großes zu leisten. Gefüttert natürlich auch durch die (ausschließlich politisch, abgesehen von der grundsätzlichen Kritik am Neoklassizismus nicht architektonisch bedingte) Ablehnung der Bauwerke Albert Speers, also im Endeffekt aus dem alten Nazikomplex, den wir immer noch mit uns rumschleppen. Eine der seltsamsten deutschen Eigenheiten.

Es hängt aber auch mit der grundsätzlich menschlichen Konstante zusammen, Dinge möglichst schnell in Schubladen zu packen: Der Transrapid wurde mit der Eisenbahn verglichen, weil er auf Schienen lief.
Dass er auf den zweiten Blick bzw. von der Funktion her ein komplett anderes Fahrzeug war und ehe rmit dem Flugzeug konkurrierte, wurde kaum gesehen – er war ja bereits als Schienenfahrzeug klassifiziert. Fertig eingeschubladet, Schublade zu und nicht mehr reingeschaut.

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