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Atomkraft und ich 0 

Vorab: Greeen Renaissance hat grade – bis einschließlich morgen – eine Blogparade zum Thema Atomkraft, die mich dazu brachte, diesen Artikel zu verfassen. Wäre schön, wenn noch ein-zwei andere was zum Thema Atomkraft beitragen, wenn sie dies sehen.

Die CASTOR-Transporte gingen 1994 los, da war selbst ich (*hust**röchel*) noch minderjährig und wusste von nichts. Als 12-jähriger war ich fasziniert von Science-Fiction und da gab es auch immer Nukleartriebwerke, Minireaktoren und Sonnenkraftwerke.

Wir befinden uns also im Juni 1994 in Dannenberg im Kreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.
Das Dorf hat grade eine neu gebaute Altstadt bekommen (der böse Shadaik von heute würde jetzt was von ersten Verstrahlungssymptomen schreiben) und der kleine Shadaik erkundet die Welt jenseits des Campingplatzzauns.
Doch etwas war anders.

Die Stadt war fast vollkommen leer, die Läden waren geschlossen.
Gelangweilt fand ich einen Kiosk und darin ein Heft, welches mein Interesse erregte:

Perry Rhodan 1714

Und so begann die erste große Demo gegen den CASTOR-Transport durch den Kreis Lüchow-Dannenberg meine langjährige Leidenschaft für Perry Rhodan.
Erst 2-3 Jahre später erfuhr ich, wieso der Ort damals so leer war. Ich erfuhr von Tschernobyl und Hiroshima, nach und nach vom Streit um das Lager bei Gorleben und den Gefahren der Atomkraft. Dazu trug ironischerweise auch der vierwöchentliche Wissenschaftsteil von Perry Rhodan bei.

Mit dem Lesen der Heftromanserie hörte ich erst so um Heft 2150 auf – fast zehn Jahre später.
Ich möchte behaupten, dass mich die Hefte und Geschichten, aber auch der Umgang der Mainstreammedien und Germanisten/Deutschlehrer mit Heftromanen als „Schundliteratur“ nachhaltig geprägt haben. Es entstand daraus eine Einstellung von „Nur weil ihr es nicht kennt, ist es noch lange nicht schlecht“ – eine Einstellung, die zu einer meiner grundlegenden Überzeugungen wurde, mien Leben, Arbeiten, Denken und meinen Umgang mit Menschen prägen sollte. Eine Einstellung, die mich dazu brachte, meine Ideen auch gegen Widerstände vorzubringen und durchzusetzen zu versuchen. Und die mich letztendlich in die Politik brachte – unter anderem gegen die Atomkraft.

Und so schließt sich ein Kreis: Die Atomkraft machte mich zum SciFi-Freak, die SciFi zum Skeptiker, die Skepsis zum Atomkraftgegner.

Und genau deshalb machen AKW-Demos Sinn: Auch wenn man meint, nichts erreicht zu haben, irgendwas passiert immer, wenn sich soviele Menschen treffen. Und sei es nur, dass ein 12-jähriger Junge im Kiosk ein Heft kauft und Jahre später in die Politik geht – mehr oder weniger zufällig auf der Seite genau jener, die damals demonstriert haben.
Denn eines bewirken Demos immer: Aufmerksamkeit und damit eine Steigerung des Interesses an einem Thema sowie an der Politik. Und nur wenn die Menschen echtes Interesse an den Themen haben, die diskutiert werden, nur dann leben wir wirklich in einer Demokratie.

Bildquelle: Perrypedia

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