Bahnhof Hermges: Wo er hin könnte (Nachtrag) 1 

Die (u.a.) grüne Forderung nach einem Bahnhaltepunkt MG-Hermges/Hochschule ist ja grade in die Presse gegangen.Wichtig ist hierbei natürlich die Frage, wohin damit. Denn der Bereich nahe der Hochschule ist relativ dicht bebaut und die Gleise führen einige Meter oberhalb, beziehungsweise Richtung Rheydt dann unterhalb, des Bodenniveaus.

Ich sehe zwei Orte, wo eine Bebauung durch einen Bahnhof ohne Abrisse möglich ist.
Der erste, nahe dem Südende der Hochschule, ist ein großer Parkplatz an der Rheydter Straße. Leider ist hier eine Höhendifferenz Schiene-Straße von etwa 5 Metern zu überwinden, was zu einem relativ teuren Bau führen würde. Ausserdem müsste der Bahnhof hier direkt an die Schiene gebaut werden, was dazu führt, dass meist eines der beiden (recht stark befahrenen) Gleise blockiert wäre.
Es sind genau diese Probleme, die immer wieder als Argument gegen den Bahnhof ins Gespräch gebracht werden und ihn verhindern.

Als bessere Alternative sehe ich den Hermges auf Höhe des Rewe-Marktes.
Hinter dem Markt ist das Gleis an der Westseite fast auf Bodenniveau.
Durch die Anlage eines kleinen Kopfbahnhofes auf dem unbebauten Stück der Straße An der Landwehr kann man es auch einrichten, dass die Bahnen nicht auf dem Gleis stehen, sondern auf eine Art Abstellgleis gesetzt werden. Hier eine Karte von der so angedachten Position des Bahnhofes (grün):

Von An der Landwehr würde eine einspurige Fahrrinne übrig bleiben, welche in die eigentliche Dahl Landwehr leitet an welcher ein paar Wohnhäuser stehen. Die Rinne entspräche etwa dem, was heute bereits als Auffahrt zu den Wohnhäusern und den dahinter liegenden Schrebergärten vorhanden ist, für die Anwohner entsteht also keine echte Einschränkung.
Die S-Bahn 8 würde dann von Mönchengladbach Hbf eine weiter zum Haltepunkt MG-Hermges/Hochschule fahren, wo sie etwa 5 Minuten steht (bisher steht sie 8 Minuten im Hauptbahnhof) und dann umkehrt. Auf diese Weise steht sie dem übrigen Schienenverkehr zwischen MG und Rheydt nicht im Weg.
Die Untertunnelung der Gleise zur Durchfahrt der An der Landwehr würde zum Fußgängertunnel umgewidmet. Das ist kein großes Problem, da sich etwa 100 Meter nördlich des angedachten Bahnhofsstandortes der Durchstoß der Brunnenstraße befindet (und nochmal gut 100 Meter weiter nördlich jener der Rheydter Straße). Die Hochschule beginnt etwa 100 Meter Fußweg vom Bahnhof auf der Rheydter Straße.

Für die Wohnqualität an der Straße ist zu überlegen, den Bahnhof durch eine Schallschutzwand oder Begrünung abzuschirmen. Dabei bietet das bestehende Waldgebiet zwischen An der Landwehr und Konradstraße einen Ansatzpunkt zur Grünabschirmung. Man kann diesem relativ einfach einen Abschirmungsarm zum Bahnsteig hin hinzufügen.
Eventuell könnte der Bahnhof auch zur Versorgung des Nordparks genutzt werden – vom Hermges aus ist man schnell über die Hauptverkehrsstraßen (Rheydter Straße, Fliethstraße, Aachener Straße) dort, sodass ein sehr günstiger Startpunkt für einen Shuttle- oder Schnellbus in den Nordpark besteht. Gute reguläre Busanbindung (Linien 001, 002 und 009) besteht bereits.

Soweit meine Ideen zu einem möglichen Bahnhaltepunkt Hermges, der keine Anlage eines dritten Gleises (zumindest nicht auf der ganzen Strecke bis Rheydt) und auch keine Abrisse bestehender Wohnanlagen erfordert.

Bildquelle: Google Earth; Bearbeitung von mir

Nachtrag: Dieser Artikel wurde wegen der neuerlichen Diskussion zum Thema am 19. Februar 2011 aktualisiert und ergänzt. Überraschenderweise hat diesmal die CDU den Anstoß gegeben, sodass inzwischen auf städtischer Seite eine breite Mehrheit von der CDU bis zur Linken dafür bestehen dürfte.
Dafür haben wir inzwischen das Problem des stillgelegten Bahnbudgest, wofür wir mal herzlich dem „Geberland“ (Stefan Mappus) BaWü danken dürfen, die mal eben praktisch das gesamte Bahnbudget der nächsten Jahre kurzerhand in Stuttgart verbuddeln. Offenbar ein geschickter Schachzug Mappus‘, BaWü zum Nehmerland zu machen.
Zudem scheint die CDU einen Platz direkt am Campus im Sinn zu haben – und das erfordert entweder Abrisse oder bringt die Probleme des ersten Vorschlags im Artikel mit sich.