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Ein Gespenst geht um… 0 

…in Europa, das Gespenst – ach, lassen wir das.

Jedenfalls hat die CDU, beziehungsweise ihr komischer Fanboy-Kult JU, offenbar ein echtes Problem mit der Linkspartei.
Besonders tut sich dabei Martin Heinen hervor, dessen Person ich nicht weiter zu erläutern vermag, ohne beleidigend zu werden. Sprach’s:

Wenn im Herbst 2009 eine Ampelkoalition in Mönchengladbach mit Hilfe der Linkspartei in den Bezirken die Bezirksvorsteher wählen würde, spüren wir auch vor Ort, wie sich die umlackierte SED unter neuem Namen den Weg zurück in die Zentren der Macht gebahnt hat.

Hier geht es darum, dass die Linke in den Bezirken MG-Ost und -West für die dortigen Bezirksbürgermeister stimmen könnte und dadurch eine gewisse Macht erringen könnte.
Wie auch immer das aussehen soll. Vermutlich sitzt man im zentrum der Macht, wenn man für jemanden stimmt und im Austausch (beispielsweise) ein neues Einbahnstraßenschild aufstellen darf.

Es ist ja durchaus angebracht, die DDR/SED zu kritisieren und deren Wirkung in PDS/WASG/Linke thematisch anzugehen. Hierzu aber einfach mal eine Partei mit einer anderen vor 20 Jahren gleichzusetzen, ist unredlich und dumm (und wäre es selbst dann, wenn sie heute noch als SED firmieren würde).
Immerhin scheint die Paranoia der Linkspartei (zu der in MG meines Wissens kein einziges ehemaliges SED-Mitglied zählt) inzwischen auch auf die CDU selbst überzugreifen, hat man doch Günter Krings zu der besorgten Feststellung bringen können, „dass die Linkspartei als direkte Nachfolgepartei der SED wie selbstverständlich mittlerweile als etablierte Partei akzeptiert wird.“
Ja, das Gefühl kenne ich, das wundert mich bei der Stasi-2.0-Partei CDU auch immer wieder. Könnte in beiden Fällen daran liegen, dass es etablierte Parteien sind.

Dazu hat man sich Dr. Hubertus Knabe herbeigeholt, der seine Bücher dankbarerweise gar nicht erst als objektive Darstellung der Geschichtsforschung camouflagieren will: Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE zum Beispiel, wo er den Bogen von der KPD über die SED und PDS zur Linken spannt – also mal locker die Position einer Partei aus der Kaiserzeit, einer Partei des Kalten Krieges und der derzeitigen Linkspartei, zwei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR, als gleich gültig zusammenwürfelt – nach dieser Logik müsste sich die CDU auch vorwerfen lassen, 1933 in Form ihrer (noch existenten, aber bedeutungslosen) Vorgängerorganisation Zentrumspartei für das Reichsermächtigungsgesetz gestimmt zu haben.

Und dann ist da noch dieser seltsame Verein von Berufsvertriebenen, der OMV, der einen halbwegs vernünftigen Vorschlag bringt:

Der neu entstehende Platz vor dem Sonnenhaus und dem Einzelhandelszentrum mitten im Herzen von Mönchengladbach eignet sich ideal zur Namenstaufe ‚Platz der Deutschen Einheit‘

Was natürlich erstmal voraussetzt, dass es diesen Platz überhaupt geben wird, aber gut, Details halt.
Die begründung abe,r die liest sich in der BZMG so:

In seiner kurzen Ansprache zu Beginn der Veranstaltung hatte er darauf hingewiesen, dass junge Erwachsene heute die Teilung des Vaterlandes nur noch aus Geschichtsbüchern und nicht mehr aus dem eigenen Erleben kennen. „Eine Benennung eines zentralen Platzes in diese Richtung ist daher überfällig.[…]“

Was genau hat das Alter eines Ereignisses mit seinem Anspruch zu tun, einen Platz nach ihm benannt zu bekommen?
Und was heisst hier immer „deutsche Einheit“ – Österreich ist der BRD doch nie beigetreten?

Natürlich steht das ganze in einer „hehren“ Tradition – die CDU konnte nie verwinden, dass Deutschland nach 1945 neue Grenzen hatte. Dazu zum Abschluss noch ein Wahlplakat der CDU von 1953 – und dran denken: Nach der Logik von Dr. Knabe ist das immer noch aktuell.

CDU-Plakat 1953

PS: Vertriebenenverbände der dritten Generation sind ja schon an sich albern. Vertriebenenverbände, deren gemeintes Land in einem EU-Land liegt, zu dem inzwischen Reise- und Niederlassungsfreiheit herrscht, ist dagegen einfach nur noch lächerlich.
PPS: Das einzige ehemalige SED-Mitglied in einer Bundesregierung war bisher übrigens Angela Merkel. Der eifrigste Fortführer der SED-Politik indes dürfte Wolfgang Schäuble sein, dicht gefolgt von Ursula von der Leyen.

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