Google-Korrektur: Stiiiiiirb! 1 

Evil GoogleGoogle ist in den letzten Jahren zunehmend intelligenter geworden. Das führt dazu, dass Google nun von einem Taschenrechner (gut angelegte IQ 0) zu einem waschechten Idioten (fehlgeleitete IQ um 75) gemausert hat. Das ist zwar toll, aber für eine Suchmaschine ziemlich problematisch.

Es fing ganz harmlos an: Plötzlich wurden Verben auch in konjugierten Formen gesucht, Adjektive folgten. Als Google automatisch Plurale von Substantiven erkannte, war das eine klasse Sache.
Nur ab und zu störte das, weil man etwa einen Satz mit einer exakten Verbform suchte. Da fehlte die Option, die Worterkennung abzuschalten.

Dann fing Google plötzlich an, automatisch auf die zensierte deutsche Version von Google zu wechseln, wenn ich was abfragte, weshalb ich inzwischen ständig manuell zu google.com wechseln muss. Nervt ab und zu wirklich. Dass ich dadurch meist hunderte unbrauchbare Seiten kriege ist eine Nebeneffekt dessen. Denn Google meint inzwischen offenbar, eine schlechte deutsche Seite sei besser als eine wirklich gute englische. Ganz ehrlich: Ich hab vor einer halben Ewigkeit meine Google-Einstellungen auf „Englisch“ gestellt, könnte sich die Suchmaschine das vielleicht bitte endlich mal merken? (Und ja, meine Cookies funktionieren, daran liegt es also nicht). Wenn ich Google.COM eingebe, will ich auch zu Google.COM.

Seit Anfang 2009 aber wird es wirklich ärgerlich, jetzt kann Google nämlich auch Komposita und ignoriert gerne auch mal Suchanfragen, die es für Tipfehler hält.

Zwei Beispiele der letzten Tage:
Im ersten suchte ich nach einem sowjetischen Schlittenpanzer aus dem zweiten Weltkrieg, einem so genannten Aerosan (den Namen hatte ich zu dem Zeitpunkt vergessen). Nachdem die Kombination von panzer und schlitten nichts ergab, entschied ich mich für die Kombination panzer und kufen.
„Kufen“ ist ein korrektes deutsches Wort. Das sind die Dinger, auf denen ein Rodelschlitten über den Schnee fährt. Google ist da nicht von überzeugt und gab mir lieber tausende Ergebnisse aus, wo ich einen Panzer kaufen konnte. Und zwar ohne die übliche Nachfrage à la „Meinten Sie panzer kaufen?“, einfach so. Damit war die Suchmaschine für diese Suchanfrage de facto komplett ungeeignet, da sie automatisch nach einem Wort suchte, das ich nie eingegeben hatte.
Eine Möglichkeit, dies abzustellen, hab ich nicht gefunden.

Heute nun habe ich nach Informationen zum Wahlkampf gesucht. Ihr wisst schon, das was die Parteien vor den Wahlen üblicherweise machen.
Google hat das Wort aufgedröselt und statt nach „Wahlkampf“ nach „Wahl“ gesucht. Das Resultat: Seitenweise vollkommen nutzlose Ergebnisse mit den Wahlergebnissen irgendwelcher Betriebsratsvorstandswahlen.

Auch Abkürzungen werden gerne automatisch aufgedröselt. Auf Konflikte bin ich da noch nicht gestoßen, aber das kann nur eine Frage der Zeit sein.

Hey Google: Stellt diese Scheisse doch einfach wieder ab, ja? Oder gebt den Nutzern zumindest die Option, ohne das zu suchen.

PS: Es hilft übrigens halbwegs, deutsche Suchanfragen einfach im englischen Google einzugeben. Das erkennt nämlich keine deutschen Tippfehler und macht daher wenigstens meistens, was man ihm sagt.

*Nachtrag, 10. 2. 09*
Ha, wenn man die Stichwörter jeweils in Anführungszeichen setzt, unterdrückt das die Grammatikerkennung und Autokorrektur. Mit Dank an Kolja aus dem FGH