Kleine Psychologie: Inflationseffekte 0 

Aktuell sind ja einige Leute besorgt, dass es zu einer Deflation kommen könne. Selten aber lesen wir, was an dieser so schlimm sien soll.
Das erledigte vor ein paar Tagen die WZ. Man lese und staune:

[…]Der Preisrückgang [ist] viel zu gering, um Verbraucher darauf zu bringen, ihre Kaufpläne auf künftige Schnäppchen zu verschieben.

Das sagt ja ziemlich klar aus: Eine Deflation ist schlimm, weil die Leute dann auf die sinkenden Preise spekulieren.
Was ich für völligen Schwachsinn halte. Ganze Branchen – etwa der komplette Elektronik-Bereich – laufen mit ständig sinkenden Preisen hervorragend. Andererseits bleibt der Löwenanteil des Bedarfs (Nahrungsmittel und Rohstoffe) ja gleich.
Relevant sind solche Überlegungen eigentlich nur für Unternehmen – und deren handeln geschicht nicht im Bereich der Ladenpreise für Produkte des Alltagsbedarfs.

Noch interessanter aber ist der Umkehrschluss, den das für die Behauptung liefert, eine geringe Inflation sei für die Wirtschaft nötig:
Offenbar stellt man sich den Kundne bei einer Inflation als Panikkäufer vor, der alles möglichst kauft, bevor es teurer wird.
Das ist natürlich auch Unfug, denn die Teuerung wird ja erst nach der Preishebung bemerkt.
Interessant an der Idee ist der Angstteil: Inflation wirkt sich positiv aus, weil sie den Kunden Angst macht, sie könnten sich ein Produkt in naher Zukunft nicht mehr leisten.

ja, Wirtschaftstheorie ist ab und an schon ein perverses Gedankenkonstrukt. Und abstrus sowieso.

Stichworte: