Nu jibbet Terz 0 

Achja, nun hat sich die KALG-Seite der letzten Terz wenig überraschend mit der Wahl des neuen düsseldorfer AStA-Vorstands beschäftigt. Den Volltext gibt es unter dem obigen Link, hie rim Blog schreibe ich ein wenig Ergänzendes zu dem Teil, der sich mit mir befasst.
Die Terz ist eine linke (weit links etwa von der taz) Monatszeitschrift in Düsseldorf, die kostenlos an diversen Lokalitäten, darunter auch im AStA der Universität, ausliegt. Dort hat jeden Monat die hochschulpolitische Liste „Kritik & Aktion: Linke Gruppe“ eine Seite für sich, die meist mit einem Fließtext zu einem mehr oder weniger aktuellen Thema gefüllt ist.

Zur Vorgeschichte dieses Abschnitts: Die Terz hangelt sich an einer Aussage der designierten (bzw. inzwischen gewählten) ersten stellvertretenden AStA-Vorsitzenden Hannah Schade entlang auf der Suche nach einer Verortung der politischen Mitte.
Inzwischen war die KALG (Kritik & Aktion: Linke Gruppe; ehemals Marxistischer Studentenbund) bei Abdelilah el hamdani angekommen, der sich von den Linken distanziert hatte – übrigens sehr zu meiner Überraschung, er meinte damit aber wohl eine spezielle Gruppe.

Nun erwartet die Terz von mir eine Ablehnung dieser Aussage und so kommen wir zu mir:

[…]Thomas Diehl von campus:grün? Nein, Abdelilah kann beruhigt sein. Thomas bemerkte vor einiger Zeit einmal sinngemäß, dass die Antifa und die NPD eigentlich gar nicht so weit auseinander wären. Das sei ihm aber nur so rausgerutscht.

Damals allerdings äusserte ich mich über Imageprobleme der Antifa und gab diese dergestalt wieder, dass die Antifa diese nicht selber lösen könnte, weil ihr niemand glauben würde, wenn sie den Vorwürfen selbst widerspricht. Leute, die mit Vorurteilen gegen die Antifa belastet sind werden dieser genausowenig Glauben schenken wie die Antifa einem Vertreter einer rechten Organisation, wenn er erklären würde, seine Gruppe wäre „eigentlich gar nicht so schlimm“.
Das sehe ich in der Sache weiter als richtig an, wrenn auch vollkommen falsch formuliert.

Jetzt erklärte er: Extremistisch, das sind immer nur die Unreflektierten. Das ist – mal so richtig reflektiert – gar kein schlechter Ansatz, impliziert seine Version des Extremismus-Konstrukts doch eine Kritik am „Extremismus der Mitte“[…]

Interessanter Einwurf, da ich vorher lange überlegt habe, genau diesen als aufzuführen. Ich habe mich schließlich dagegen entschieden, da ich hiermit nur ein weiteres Fass aufgemacht hätte, das die Diskussion in die Länge ziehen würde.

[…]während sie gründliche (also radikale) Gesellschaftskritik gut dastehen lässt

Das wiederum sehe ich deswegen nicht so, weil ich „radikal“ nicht als synonym zu „gründlich“ sehe. Ausser vielleicht beim Unkraut jäten.

aber so meint er das wahrscheinlich nicht.

Doch, im Grunde schon, mit der obigen Einschränkung.

Hier endet denn auch schon die inhaltliche Auseinandersetzung – die Strategie der KALG, mich als Gegner der Linken hinzustellen versagt daran, dass sie mir ausser einem Ausrutscher von vor einem halben Jahr nichts vorzuwerfen hat. Es gibt ganz einfach nichts, was darauf hinweisen könnte, dass ich ein Gegner der linken Bewegungen wäre – schon einfach deshalb, weil ich keiner bin.
Ich stehe Kommunismus und Sozialismus kritisch gegenüber, aber damit hat es sich auch schon.

Stat dessen findet man hurtig zum roten Faden des Artikels zurück und stellt fest:

Locker mithalten in der Disziplin „aus Versehen das Richtige sagen“ konnte kurz darauf Rainer Matheisen (Liberale Hochschulgruppe), der wissen wollte, warum Thomas mit seiner „links-liberalen“ Einstellung denn dann nicht, wie er selbst, zur FDP gegangen sei. (Von der Guido Westerwelle sagt, sie sei „die einzige in der politischen Mitte verbliebene Partei.“)

Wie genau gehört das in die Kategorie „aus Versehen das Richtige sagen“?

Thomas antwortet, dass er sich halt immer für das Thema Umwelt interessiert habe.

Dem ist hinzuzufügen, dass die FDP zwar fraglos liberal ist, es aber mehr als eine liberale Strömung gibt – die FDP jedoch vertritt nur den Wirtschaftsliberalismus, linksliberale Ideen sind zusammen mit den Freiburger Thesen Ende der 70er in der Versenkung verschwunden.
Tatsächlich trifft die FDP der Freiburger Thesen bei den Grünen nach meiner Erfahrung oft auf Zustimmung – nur leider gibt es diese FDP nicht mehr. Alles, was die FDP an linken Ideen rausgeschmissen hat, landete interessanterweise bei den Grünen. Das macht diese zur idealen Partei für links- und sozialliberale.

(Während Daniel Cohn-Bendit auf die Frage, ob die Grünen noch links seien, erklärt: „Die Ökologiefrage ist nicht in ein Links-Rechts-Schema einzuordnen, sie steht in der Mitte der Gesellschaft.“)

Die Grünen bestehen ja nun nicht nur aus der „Ökologiefrage“. Insofern eine seltsame Aussage, ich vermute einen erläuternden Kontext im Originalinterview, der in dieser Wiedergabe fehlt.

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