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Projektidee: Die BPVW 1 

Hin und wieder wird man bei seinen recherchen zu Projekten dann doch positiv überrascht: So stiße ich bei Überlegungen zur Einrichtung einer Biogasanlage in Mönchengladbach auf ein entsprechendes Projekt der NVV AG, eine ebensolche im Industriegebiet Güdderath aufzubauen.
Nur leider scheiterte sie offenbar am Widerstand der benachbarten Einwohner der Gemeinde Hochneukirch im Kreis Jüchen. Sie befürchteten eine verstärkte Geruchsbelästigung durch die Anlage und lehnten sie so in klassischer „Nicht in meiner Nachbarschaft“-Manier ab.
Das klingt dann so:

Den Bau einer Biogas-Anlage am Standort RegioPark durch die NVV lehnen wir ab […] Ansonsten befürworten wir Energiegewinnung aus Biomasse ausdrücklich und sehen darin eine Chance für die landwirtschaftlichen betriebe in der Gemeinde, mittel- und langfristig ihre Existenz zu sichern
– FDP KV Jüchen zur Kommunalwahl 2009

Und jetzt kommt der Clou: Die Anlage hätte die Geruchsbelästigung gemindert, weil das Gärmaterial, darunter Gülle, nun in einem abgeschlossen Tank verrotten statt in irgendwelchen Gülle- und Jauchegruben.
Aber naja.
Die Anlage hätte 2009 in Betrieb gehen sollen, ging sie aber offenbar nicht.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Ich weiss nicht, ob die NVV die Anlage nach dieser Niederlage noch weiterverfolgt (will dies aber noch rausfinden).
Mir fiele aber ein Standort ein, an dem ich weniger Widerstand erwarte. Und ein meines Erachtens verbessertes Rohstoffkonzept liefer ich gleich mit.

Mein Konzept, für das ich eigentlich recherchiert hatte, trägt den schönen Namen BPVW (Biogas-Produktions- und Verwertungsanlage Wanlo), weil man in Gladbach gerne Abkürzungen hat (MGMG, WFMG EWMG, NVV, GEM etc. pp.). Der Name deutet auch den neuen Standort bereits an: Wanlo.
Zwar war auch der alte Standort bei Wanlo gelegen, nach der Ablehnung aus Hochneukirch muss aber ein anderer Standort, etwa direkt südlich (wo es durch den Bergbau keine bewohnten Siedlungen mehr gibt) oder östlich (also im Abwind des hier typischen Westwinds), gefunden werden.

Alleridngs hat die Anlage inzwischen ein Kostenproblem: Das ursprüngliche NVV-Konzept sah einen Betrieb mit Mais und Gülle vor. Mais aber muss speziell angebaut werden, ist vergleichsweise teuer und hat einen hohen Flächenbedarf – Deutschland hat aber eher zu viel Ackerland (bzw. zu viel Naturlandschaft fällt dem Ackerbau zum Opfer), dessen Ausweitung nicht Ziel einer nachhaltigen Energiewirtschaft seien kann (vielleicht mit einer vertikalen Farm, aber nicht auf dem freien Feld).
Aber Mönchengladbach ist eine Stadt mit über 260.000 Einwohnern – da fällt etwas ganz anderes an: Abfall. In diesem Fall sind natürlich die Bioabfälle interessant. Die müssen irgendwo hin – und wenn sie schon anfallen, warum dann nicht Gas (bzw. Gas und Heizleistung) und verdelte Gülle daraus herstellen? In geringen Mengen kann eine solche Anlage auch Grünschnitt vetrragen, wie er in Wanlo bereits gesammelt und verwertet wird (deshalb auch dieser Standort).

Abhängig ist das alles natürlich davon, ob die NVV die Anlage in Jüchen nun baut oder nicht (ich werde einfach die Tage mal nachfragen). Denn zwei solche Anlage in unmittelbarer Nähe dürften nicht funktionieren.
Auch müsste für eine Verwertung von Bioabfällen eine Zusammenarbeit mit der GEM erreicht werden. Es bedarf zudem einer Vorsortierung der Abfälle (in der Anlage?), was zwar ein paar (2-3) Arbeitsplätze schaffen dürfte, aber entsprechend auch kostet. Dafür spart man alleridngs einen Großteil der Materialkosten des Mais‘.
Allerdings bietet die Anlage auch große Chancen: Mönchengladbachs Abhängigkeit von der dreckigen Braunkohle, für die ganze Landstriche abgebaggert werden, sinkt ebenso wie der Einfluss von Energiekonzern RWE. Eine größere Anlage könnte Wanlo sogar komplett energieautark machen – ein großer Schritt in eine Zukunft mit dezentral hergestellter, erneuerbarer und kohlendioxidarmer Energie.
Daneben auch eine neue Einnahmequelle für NVV und Stadt und eine klare Standortverbesserung für die Landwirtschaft (die Abfälle einer solchen Anlage sind hervorragender Dünger).

Alternativ kann die Anlage auch mit einer Biogasaufbereitung ausgestattet werden, sodass die NVV in Zukunft einen Teil ihres Treibstoffs (so ihre Fahrzeuge in Zukunft mit Gas fahren) selber herstellen kann.
So oder so: Für Biogas gibt es gute Gründe und für Biomüll bessere Verwendungszwecke als die Halde.

Ich werde jetzt erstmal Informationen zu der alten Planung und dem aktuellen Stand sammeln.

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