Revolutionen sind kurz 0 

Eines der zentralen Merkmale einer revolution ist ihre Kürze bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit der Ergebnisse. Und auch wenn Ökostrom seit Monaten und Jahren ein wachsendes Thema war, der eigentliche Umschwung kam jetzt. Vielleicht ist es nur Wahlkampfvorspiel, vielleicht aber ändert sich wirklich was.
Eine menge Nachrichten an einem Tag, von denen jede Einzelne die Entwicklung in die meines Erachtens richtige Richtung stößt:

Vattenfall verliert nach den letzten Zwischenfällen in Krümmel massiv Kunden und Umweltminister Sigmar Gabriel, vor dem ich vor nicht langer Zeit noch sagte, ich traue ihm zu, persönlich Plutonium in der Nordsee zu verklappen und das als größte Naturschutzmaßnahme des Jahrhunderts zu verkaufen macht plötzlich seinen Job und fordert die Abschaltung von Krümmel. Nur Kohlekraftwerke will er aus unerfindlichen Gründen immer noch bauen – davon allerdings rückt inzwischen wenigstens Kiel ab: Zuviel Widerstand aus der Bevölkerung für das Groß-KKW in Schleswig-Holstein.

Unterdessen gerät der Biosprit in die Kritik: Der zuständige Lobbyistenverband fällt nämlich durch Grünfärberei auf.
Da ich vom raumgreifenden Biospritanbau, der zudem am grundlegenden Problem unseres Energieverbrauchs nichts ändert, nichts halte, ist glaube ich bekannt.

Und dann ist da noch Desertec: Das Projekt für ein Netz aus erneuerbarem Strom in der Sahara gerät nicht nur in die Kritik, mit seinem Ziel, bis 2050 ein Sechstel der europäischen Energieversorgung zu liefern ist es auch noch konservativer, als ich befürchtet hatte. denn für diese Quote innerhalb von 40 Jahren brauchen wir kein solches Großprojekt.
Allerdings baut man offenbar auch hochgradig ineffiziente Solartürme.
Die richtige Kritik zu diesem Projekt liefert Hermann Scheer:

Desertec bedeutet Strom von einem einzelnen Konsortium, das Produktionsanlagen wie Transportleitungen kontrolliert. Es ist ein Weg, auch Solarstrom unter Monopolbedingungen herzustellen

ich selbst hatte mich ja bereits im März zum Thema Großkonzerne und Ökostrom geäussetr und stehe weiterhin voll zu dem damaligen Beitrag und vor allem der Essens: In hochgradig zentralisierten privaten Stromnetzen kann es keinen echten Ökostrom geben.

Und so, liebe Archivleser aus der Zukunft, begann die Revolution in einigen wenigen Tagen im Jahre 2009.

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