Wat macht der eijentlich V 0 

Raum der Stille (AStA HHU)
Der Raum der Stille ist ein Vorstoß einer Gruppe vornehmlich muslimischer Studierender. Da wir einen Ruheraum grundsätzlich befürworten, diesen aber übereinstimmend nicht nur einer einzigen religiösen Gruppe überlassen wollen, berief AStA-Kollege Abdelilah ein Treffen ein, bei dem Katholiken, Protestanten, Muslime, Juden und orthodoxe Christen eingeladen waren.
Der Rabbiner als Vertreter der jüdischen Gemeinde war leider verhindert (zum Glück kannte sich einer der Muslime gut mit jüdischen Riten aus), dennoch war es ein interessantes Gespräch um Bedürfnisse und Hintergründe der unterschiedlichen Religionen.
Was sich aber abzeichnete war eine grundsätzliche Unvereinbarkeit der unterschiedlichen Gebetskulturen.
Zentral waren hier die muslimischen gebetszeiten, die automatisch zu Gruppengebeten führen, weil alle zugleich ihre Gebetszeit haben. Daraus folgte dann, dass der vertreter der Katholiken ebenfalls für sich das Recht einforderte, feste religiöse Veranstaltungen durchzuführen.
Doch während ich bei den Muslimen geneigt bin, diese Forderung auf der grundlage zu akzeptieren, dass das Gruppengebet quasi als Folge der religiösen Praxis entsteht, werde ich eine bewussten Organisation solcher Veranstaltungen ohne Zwang ganz klar ablehnen. Der Raum soll explizit nicht religiös sein und das bedeutet auch, dass es dort keine anberaumten religiösen Veranstaltungen geben wird.
Der Unterschied liegt halt darin, dass eine katholische Messe eine Veranstaltung ist, ein muslimisches Gruppengebet aber mehr ein Ereignis, was ich grade noch zu akzeptieren bereit bin. Es wird ein weiteres Treffen in drei Wochen geben – wenn ich dann noch im AStA bin (das ist nach den Wahlen), werde ich weiter teilnehmen. Im Moment sehe ich einen überreligiösen Raum aufgrund verschiedener Unvereinbarkeiten als schwer einzurichten ein:
– Die Katholiken wollen die Möglichkeit zu Veranstaltungen
– Die Protestanten wollen einen Raum mit Fenstern (offenbar also keine Lutheraner)
– Die Muslime wollen die Einhaltung der Geschlechtertrennung während ihrer Gebete

Daneben sind einige Religionsgemeinschaften, die an der Uni aktiv sind, nicht bedacht worden: Mormonen und Adventisten fielen mir hier spontan ein.

Einig ist man sich immerhin, dass der Raum keinerlei religiöse Symbolik erhält, keine Flyer oder Aushänge gemacht werden, laute Gruppengebete wenn überhaupt in Deutsch stattfinden und für Material wie Gebetsmäntel u.ä. Spinde angeschafft werden, wenn es zu dem Raum kommt.

Sozialstunden (AStA HHU)
In einem Treffen der Referenten des AStA beschlossen wir nach langer Diskussion, in Zukunft keine zu Sozialstunden verurteilten Straftäter mehr im AStA zu beschäftigen.
Die Frage war aufgekommen, nachdem ein Betroffener spezifisch nachfragte. Der Vorstoß wurde mit der Staatsanwaltschaft überprüft und positiv beschieden. Es kam später Kritik daran auf, dass wir hiermit „das System“ und die Polizei stützen würden, von denen man sonst repressiert würde – ja, es war eine etwas krude Argumentation, kam aber von den Marxisten, die ja tatsächlich öfter mal Probleme mit der Staatsgewalt haben. Leider musste ich in der heissesten Debattenphase einen Kollegen für ein paar Berichte vertreten, in dieser war nämlich der Betroffene anwesend.
Dennoch waren einige Argumente der Gegenseite überzeugend, allen voran jenes, dass zukünftige Asten diese Leute ausnützen könnten.