Und noch ein Filmtipp: Gamer 0 

Immer mal wieder gibt es einen Film, der schlechte Kritiken kriegt, weil ihn keiner versteht. Die wenigen intelligenten Filme aus Hollywood sind meist solche Fälle.
Gamer wurde gerne wegen seiner Faszination mit Blut und Sex kristisiert. Nur wenigen Kritikern wurde klar, dass das Absicht war: Gamer parodiert, nein spiegelt, den Alltag in Multiplayer-Shootern und sinnlosen Netzgesellschaften à la Second Life. Schonungslos und – das wird viele schockieren – realitätsnah.
Gamer zeigt eine Welt, in der zwei Videospiele – Society und Slayers – entwickelt wurden, in denen echte Menschen als Figuren fungieren. Dabei kritisiert er Massenmedien und Kapitalismus ebenso wie die in diesem Film durch Abwesenheit (oder Tolerierung) glänzenden Staatenwesen. Er zeigt die Eigenheit, die die Multiplayer-Community von der „normalen“ Welt entwickelt hat, ihre Geschlossen- und Fremdheit. Dass echte Gamer ihn für eine Sammlung von Stereotypen halten, zeigt einzig eine fehlende Selbstreflexion der Kommentatoren – oder aber Angst vor der Erkenntnis.
Im Endeffekt geht es aber gar nicht um Gamer – es geht um die modernen Massenmedien und das, was wir so alles für Unterhaltung halten. Und wer Society für unmöglich hält, sie daran erinnert, dass wir das selbe auch noch in den 90ern von Big Brother dachten.

Gamers Problem ist es, für die Action-Fans zu storylastig und für die Storyfreunde zu actionhaltig zu sein. Beide Gruppen mögen ihn nicht. Oh, und das Ende ist etwas sehr einfach – da hatte man wohl gemerkt, dass die 90 Minuten Filmzeit schon fast um waren.

Stichworte: ,