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Wissenschaft entkindergärtnern 0 

Einer der Punkte, die mich in der Linguistik immer wieder stören, ist der Dogmatismus in den randbereichen der Forschung.
Nicht, dass das in anderen bereichen anders wäre, abe rin der Linguistik bekomme ich es nunmal direkt aus erster Hand mit. Es lässt mich manchmal verzweifeln. Und ab und an gibt es dann doch Forschungsergebnisse, die diesen Dogmatismus aufzubrechen vermögen. Zwei solche Ergebnisse möchte ich in diesem Beitrag einmal vorstelen:

Ausbreitung verringert die Komplexität von Sprachen
Das Ergebnis einer amerikanischen Studie ist durchaus interessant: Laut dieser (hier schreibt Telepolis drüber) konnte festgestellt werden, dass die Komplexität einzelner Phänomene wie der verbflexion deutlich sinkt, je weiter eine Sprache verbreitet ist.
Das ist interessant, weil in der Sprachwissenschaft das Dogma gilt, dass keine Sprache komplexer sei als die andere. Eine Aussage, die vollkommen absurd ist, wiel wir gar keine methode haben, die Komplexität einer Sprache zu messen. Dazu kann diese Studie ein Ansatz sein.
Das Dogma der gleichen Komplexität von Sprachen ist hauptsächlich einpolitisches (Political Correctness). Da man niemanden diskriminieren soll, vermeidet man von Anfang an, Forschungsergebnisse zu erhalten, die als diskriminierend angesehen werden könnten. Angesichts der ausgiebiegen, oft nationalistisch behauchten Debatten im 18./19. Jahrhundert zu eben der Frage der Komplexität verschiedener Sprachen verständlich, aber dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn wenig zuträglich.
Das geht sehr weit: Auf die Frage, ob Gebärdensprachen einfacher seien als gesprochene, bejahte ich das einmal hypothetisch im Kurs, da Gebärdensprachen in der Regel jünger sind und somit noch nicht so viel historischen Ballast entwickelt hatten wie etwa das von Unregelmäßigkeiten durchsetzte hochdeutsch. Diese eigentlich positive Bewertung wurde – ohne irgendwelche Nachweise – zurückgewiesen. Das Thema wird noch nicht einmal erforscht, weil der Ansatz angeblich von vorneherein absurd ist – was aber nie festgestellt wurde, ist ist einfach so festgelegt.

Bienensprache komplexer als gedacht
Die Tanzsprache der Bienen ist ein klassisches Beispiel dafür, dass Tiere keine „richtige“ Sprache beherrschen. Es gehört zu den letzten Bastionen der Menschheit, wie sie sich für etwas besseres als andere Tierarten halten kann. Nie würde ein Linguist sich herablassen, nichtmenschliche Tiere zu untersuchen. Dafür braucht es Fachfremde – Biologen, Ethologen, deren Ergebnisse dann aufgrund ihrer Fachfremde verrissen werden können.
Und diese Idee bröckelt – zuletzt ausgerechnet bei den Bienensprachen. Man muss das gelesen haben, um es zu glauben: Erst nach 3000 Jahrne Honigbienenhaltung lernen wir, dass die Bienensprache die Möglichkeit enthält, dass andere Bienen der tanzenden Biene, die grade eine Nektarquelle beschreibt, widersprechen können. Die Bienentänze kannte schon Aristoteles – und wir verstehen erst jetzt eine seiner zentralen Komponenten, von der wir zuvor nicht einmal wussten, dass sie existiert.
Und letzten Juni fand man heraus, dass Bienen Fremdsprachen lernen können.
Was haben wir da bloß noch alles übersehen?

Und was lehrt uns das?
Die Welt hält sich nicht an unsere Wünsche, wie wir sie gerne hätten.

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