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Literarische KW 13/2014 0 

So, nach dem Ende der Politischen KW habe ich angefangen, das wöchentliche KW-Kürzel zu vermissen. Ich nutze es also um für etwas, was ich schon länger starten wollte: Die Literarische KW.
Die Sache ist die: Da ich selber eBooks schreibe, halte ich es für problematisch, Bücher anderer Autoren auf Amazon zu bewerten, das sieht schnell nach Vetternwirtschaft, Schlechtmachen oder dergleichen aus. Da ich aber dennoch den Drang habe, das über die Woche Gelesene öffentlich zu bewerten, pack ich das jetzt einfach hier ins Blog. Jeden Sonntag, tendenziell abends.
Dass es diesmal alles englischsprachige Sachbücher sind, ist übrigens Zufall.

David Price
OPEN: How we’ll work, live and learn in the future
Crux Publishing; 5,99 € für Kindle

Oh, ein Déjà Vu! Denn Open ist im Grunde das englische Äquivalent zu Wir nennen es Arbeit, dem mit Abstand besten, was der ständige Möchtegernexperte Sascha Lobo (mit Holm Friebe) jemals produziert hat.
Price geht allerdings über das Arbeitsleben weit hinaus, indem er sich der Bildung annimmt. Er beschreibt, wie die ständige Verfügbarkeit von Bildung und Information die Gesellschaft grundlegend verändern kann. Die Arbeitswelt ist dabei mehr eine Fußnote, die gestreift wird, viel wichtiger sind ihm virtuelle Hörsäle, OpenAccess und die Wikipedia. Er baut damit das Grundgerüst, dass Lobo/Friebes „digitaler Bohéme“ fehlte. Ein wenig ist das, als wären hier zwei Ideen in falscher historischer Reihenfolge publiziert worden, als die Zeit Schluckauf hatte.
Was Price hier formuliert ist eine Utopie des allgemeinen Zugangs zu wissen. Schattenseiten wie die ebenso verstärkte Verbreitung von Unsinn (Klimaleugner, Kreazionisten, Homöopathie, der ganze Murks dieser Sorte) und die Selbstüberschätzung (alle mitlesenden Mediziner dürfen jetzt kurz an Wikipedia-Selbstdiagnosen denken und aufstöhnen) finden nicht statt.
Dennoch eine Empfehlung für alle, die sich für die Zukunft der Bildung interessieren und was das für unser gegenwärtiges Verständnis von Wissen bedeuten kann. Und ein angenehmer Kontrast zur These von der digitalen Demenz.

Sam Conolly
The Evolution of Bird Flight: A Third Hypothesis
Selbstverlag; 0,89 € für Kindle

Das ist eines dieser Bücher, die vor dem Zeitalter des massenhaften Selbstverlags kaum eine Chance auf Publikation hatten – im besten Sinne. Eine ungewöhnliche Idee, mit Blick für Details entwickelt von einem autodidaktischen Nicht-Fachmann.
Conolly argumentiert, dass die Geschichte der ersten Vögel deutlich einfacher vorstellbar ist, wenn man sich die ersten Vögel als tauchende und schwimmende Jäger vorstellt, die Flügel ursprünglich als fiederne Flossen. Inspiration für diese Idee scheint der Hoatzin zu sein, ein tropischer Vogel, dessen Küken die einzigen lebenden Vögel mit Händen sind. Diese Küken nutzen laut Conolly ihre Hände weniger zum Klettern, als vielmehr zu Schwimmen.
Die Idee ist fraglos interessant, ob sie allerdings mit neueren Erkenntnissen zum Gefieder der gleitenden Raptoren (Archaeopteryx, Microraptor und Verwandte) zusammenpasst, wage ich zu bezweifeln. Vor allem, dass wir jetzt wissen, dass diese Tiere vier Flügel hatten und ihre Hinterflügel wohl als Seitenruder gebraucht wurden, bekräftigt die Idee, dass die Vögel schon immer Flieger gewesen sind.
Leider leidet das Buch an ein paar Ungenauigkeiten, die Kennern aufstoßen können: Conolly nennt die Theropoden ständig Thecodonten (erstere sind die Fleisch fressenden Dinosaurier, letztere eine Gruppe krokodilartiger Reptilien) und macht in einem kurzen Ausflug zu den Flügeln der Insekten einige empfindliche Fehler. So etwas hilft leider nicht dabei, von der Fachliteratur ernstgenommen zu werden.

Michael Garver
URBAN SURVIVAL: When the World as You Know It Has Changed Overnight
Benesserra Publishing; 5,03 € für Kindle

Prepping ist ein in letzter Zeit stark gewachsener Trend in den USA, bei dem es darum geht, möglichst gut auf etwaige Unglücke vorbereitet zu sein, wenn die Zivilisation plötzlich wegbricht. In gewissem Maße gab es das schon ewig, aber mit der Zerstörung von New Orleans 2005 wurde es relativ schnell ein kulturelles Phänomen.
Da diese Bücher oft auch nützlich sind, wenn man sich mit Selbstversorgung beschäftigt, habe ich schon viel dazu gelesen und vielleicht ist das der Grund, aus dem ich dieses Buch für weitgehend nutzlos halte. Nicht viel anderes als in allen anderen Büchern zum Thema auch, dazu ein extrem starker Bezug auf amerikanische Behördenstrukturen und eine seltsame Abhängigkeit von Spezialprodukten, die im Falle einer großflächigen Katastrophe wohl kaum schnell verfügbar wären.
Für Europäer praktisch nutzlos, für Amerikaner gibt es ebenso gute und bessere Bücher zum Thema zu deutlich günstigeren Preisen.

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