Selbstverleger-Schlagzeilen zum Aufhorchen 0 

Die letzten Tage gab es zwei Schlagzeilen zum Thema Selbstverlag in Deutschland, die ich sehr interessant fand und die weitere iMplikationen haben. Deswegen wollte ich dazu mehr schreiben, als bei Twitter möglich ist, auch wenn es für einen meiner Blogbeiträge vergleichsweise kurz wird. An alle, die jetzt aufatmen: Das mit der Kürze wird nicht lange halten.

Springer wegen Adobe DRM verklagt
Die Buchkette Osiander und eBuch haben Springer verklagt, weil diese eBooks mit und ohne DRM zum gleichen Preis anbieten, also als gleichwertige Produkte.
Auch wenn ich darüber sehr verwundert bin (wo bitte gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, dass zwei Produkte unterschiedliche Preise haben müssen?), das Ergebnis sollten Selbstverleger mit großer Spannung erwarten, sind sie doch bei einigen Anbietern (etwa dank Adobe DRM bei fast allen großen deutschen Anbietern) zum Anbieten mit Kopierschutz gezwungen, während dies bei anderen (sowie natürlich auf der eigenen Webseite) freiwillig ist.
Die bisherige Auffassung war meines Wissens überall so, dass ein gleicher Preis sogar verpflichtend ist, schließlich gilt die Buchpreisbindung auch unabhängig davon, ob ein Buch eingeschweisst oder lose verkauft wird. Ein davon abweichendes Urteil hätte große Auswirkungen auf die Preisgestaltung, vor allem würde es diese nicht grade unkomplizierter machen.

Zum Tode von Michael Szameit
Vergangene Woche Freitag verstarb Michael Szameit. Szameit war einer der bedeutendsten Science-Fiction-Autoren der DDR und zeichnete sich als solcher gegenüber westlichen Autoren durch einen positiveren Zukunftsbegriff aus (etwas, was Ostblock-geprägte Autoren gemeinsam haben, siehe auch den Polen Stanislaw Lem oder den Russen Isaac Asimov).
Wichtig für Selbstverleger ist dabei: Szameit war zuletzt ein ebensolcher. Er hat seine Romane im Selbstverlag für Kindle angeboten und dies genutzt, um die Bücher zu fairen Preisen und sogar in wiederholten Gratisaktionen anzubieten.
Die FFrage, da er nun tot ist, lautet: Was geschieht nun mit diesen Werken? Sicher, sie stellt sich bestimmt nicht zum ersten Mal, aber dennoch: Was geschieht nun mit diesen Einnahmen und vor allem mit dem dazugehörigen Kindle-Konto? Haben Szameits Erben sein Passwort zum Selbstverleger-Bereich von Amazon? Können sie es bekommen? Haben sie ein Recht darauf es zu bekommen oder dürfen sie es am Ende gar nicht bekommen? Und wohin gehen die Einnahmen, wenn die Konten, an die diese fließen doch nun wahrscheinlich abgewickelt werden?
Ich bin gespannt, ob es darauf eine Antwort geben wird.

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