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Die Vollhonkisierung des Abendlandes 0 

Hinweis: Ich war von der siebten bis zur zehnten Klasse auf einer Hauptschule (GHS Aachener Straße, Mönchengladbach-Speick). Deshalb darf ich Honk sagen. Das ist so wie bei den Dunkelhäutigen, die Nigger sagen. Nur, dass ich es trotzdem als Beleidigung meine. Das dazu, nun zum Thema:

Warum genau wimmelt es bei bestimmten Themen in den sozialen Netzwerken so von Vollhonks? Ich habe mir hier drei aktuell besonders lästige Debatten (Gamergate, Homo-Ehe und Veganismus) herausgesucht. Immer wieder stolpere ich über Beiträge von Leuten, die offenbar ihre Welt bedroht sehen, wenn Videospiele weniger misogyn werden, wenn Homosexuelle heiraten dürfen oder wenn andere Leute keine Tiere essen.
Sicher, neu ist das nicht. Schon die monotheistischen Religionen zeichnen sich dadurch aus, den Anspruch zu stellen, ständig über die Belange fremder Leute befinden zu dürfen. Und dies nicht aus Erwägungen der gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen (wie sie der Politik idealerweise zu Grunde liegen, Irrtümer natürlich nicht ausgeschlossen), sondern allein aus Rechthaberei. Vielleicht auch, wie beispielsweise der Theologe Friedrich Heer anmerkte, an schwachem Glauben, der sich durch Intoleranz gegen bedrohlich wirkende Ideen wehrt. Es ist wohl allgegenwärtig genug, dass ich darüber ein Buch schreiben konnte.
Allerdings, die Bühne der sozialen Medien scheint da so einiges hochzuspülen, was man sonst nicht hören würde. Vollhonks eben. Und die Vollhonks sind laut. Sie polarisieren eine eigentlich unspektakuläre Diskussion bis zum Bürgerkrieg. Und jedes Mal stellt sich die Frage: „Wieso zum Geier interessiert euch das überhaupt, Vollhonks? Ihr macht die Welt zu einem schlechteren Platz für viele Menschen, bloß weil euch deren Lebensentwürfe, die euch nichts angehen, nicht in den begrenzten Horizont passen!“

Gamergate und FIFA

Die nächste Ausgabe von EAs endloser Sportspielserie FIFA hat erstmals Frauenfußball im Angebot. Oder zumindest Fußball mit Frauen, ob es auch Frauenfußball ist, bleibt abzuwarten. Ich habe mir sagen lassen, Frauenfußball habe eine ganz eigene Kultur und Geschichte mit ganz eigenen Spielstilen und Traditionen. Ich weiss nicht viel vom Fußball, aber ich denke mir so: Tolle Sache! Wurde Zeit.
Manch einer schien das anders zu sehen und regte sich auf. EA solle doch lieber echte Innovationen liefern als Ressourcen für Frauenfußball zu verschwenden. Denn Frauenfußball ins Spiel zu bringen ist offenbar keine Innovation.
Nun habe ich FIFA Soccer zum ersten und letzten Mal auf dem Mega Drive gespielt, aber nach dem, was man so hört, ist es immer noch das selbe Spiel. Kunststück, ist ja auch weitgehend immer noch der selbe Sport.
Ich verstehe nicht, welche großartigen Innovationen dadurch verhindert worden sein sollen. Hat hier wer Insider-Informationen? Wieso bekämpfen die Leute eine großartige neue Option in so einem Spiel, als ginge ihnen etwas verloren? Wenn ihr nicht mit Frauen spielen wollt, spielt halt weiter nur mit Männern. Womit wir eine perfekte Überleitung zum nächsten Punkt hätten.

Ehe für alle

Wisst ihr was, ich halte mich kurz: Was zum Teufel geht das irgendwen etwas an ausser die Personen, die heiraten wollen? Ich meine okay, ich halte die Ehe an sich für weitgehend überflüssig (Steuer- und Erbschaftsregelungen aussen vor), aber wenn die Leute heiraten wollen, warum nicht? Für Heterosexuelle ändert sich durch die gleichgeschlechtliche Ehe exakt gar nichts.

Veganer

Kommen wir zum konstantesten und dämlichsten Punkt dieser Reihe: Die Reaktionen auf vegane Produkte.
Zuletzt etwa auf die vegetarischen (nicht veganen, aber der Effekt auf Vollhonks ist der selbe) Aufschnitte von Rügenwalder.
Vegantarier beließen es meist bei dem Seitenhieb, dass Rügenwalder ja selbst mit Fleisch keine brauchbare Wurst hinbekommen würde. Normalos fangen gleich wieder an vorzutragen, dass sie kein Verständnis haben, wenn Leute auf Fleisch verzichten nur um anschließend Fleischprodukte nachzubauen. Und ich verstehe die Logik einfach nicht — wo ist das Problem? Leute denen Fleisch nicht schmeckt nennen wir nicht Vegetarier/Veganer, die nennen wir Leute, denen Fleisch nicht schmeckt. Vegetarische und vegane Ernährung hat in der Regel andere Gründe. Aber warum sollten ethische Vorbehalte gegen das Töten oder Ausbeuten (in Ermangelung eines besseren Wortes) von Tieren im Widerspruch dazu stehen, etwas essen zu wollen, was Wurst ähnelt? Das selbe gilt für gesundheitliche Bedenken gegen den Fleischkonsum, für ökologische oder volkswirtschaftliche gegen die Nutztierhaltung wegen Schadstoffausstoß und Ressourcenverbrauch und für viele andere Gründe, aus denen Menschen auf eine tierarme oder tierlose Ernährung umstellen. Vegetarischer Aufschnitt ist kein logisches problem. Und wenn ihr weiter Fleisch essen wollt, bitte, in den Supermarktregalen herrscht alles andere als Mangel daran.
Ist es eine Sehnsucht danach, jene die anders sind, sollen doch gefälligst leiden? Denn oft klingt es so. Gibt es Psychologen unter meinen Lesern, die mir das erklären können? Es ist alles so unsäglich vollhonkig.
Nun werden sicher missionierende Veganer vorgebracht. Ja, gibt es, sind lästig. Aber zum einen ist es oft so, dass Normalos sich ja schon missioniert fühlen, wenn sie jemandem begegnen, der offen zugibt Veganer zu sein. Zum anderen finde ich die missionierenden Fleischfans um einiges lästiger. Im Ernst, in Gegenwart von Veganern über Fleischkonsum zu reden ohne missioniert zu werden, ist in der Regel kein Problem. Aber ich habe bisher noch selten geschafft in Gegenwart von Normalessern über Veganismus zu sprechen ohne dass ein Missionierungsversuch für den Fleischkonsum gestartet wurde — und dabei bin ich noch nicht mal Veganer!
Und zum Abschluss noch das hier:


Was eine Vollhonk. Und sie muss auch noch ein verdammt beschissenes Sexleben haben, wenn es nur durch das Bewusstsein genießbar ist, dass für Gleitgel Tiere leiden mussten.

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