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Dino-Dienstag 13 1 

Lang ist es her, dass Dino-Dienstag 12 hier im Blog seinen Platz fand. Und nachdem ich nun ständig den Dienstag verpasste um die Serie weiterzuführen, hat sich einiges getan. Es sei nunmehr das Wichtigste ausgewählt und zusammengefasst.
Also dann:

Pflanzenwelt und Pilze

In China ist ein hervorragend erhaltener Wald aus dem Perm in einer Kohlemine entdeckt worden. Der bei einem Vulkanausbruch verschüttete Wald ist für Paläobotaniker schon deshalb interessant, weil nach dem Perm die Spaltung Pangaeas in die heutigen Kontinente begann. Während die Sumpfwälder des vorherigen Karbon etwa im Ruhrgebiet ausgiebig erforscht sind, weiss man noch wenig über die Wälder in der deutlich trockeneren Welt des Perm. Der Wald scheint ein später Überrest der gewaltigen Karbonwälder zu sein.
Aus Königsberg kommt der älteste Fund einer fleischfressenden Pflanze in Bernstein. Allerdings ist nicht klar, ob es eine wirkliche fleischfressende Pflanze war: Heutige Pflanzen dieser Form fressen gefangene Insekten nicht selber, sondern ernähren sich davon, dass Wanzen die gefangenen Insekten fressen und dann für die Pflanze nahrhafte Ausscheidungen produzieren. Es ist eine der seltsamsten Symbiosen im bekannten Tier- und Pflanzenreich.
Noch spektakuläreres hat Mynamar im Bernstein zu bieten: Dort tauchte nicht nur das bis dato älteste Fossil von Gras auf, welches erst gegen Ende des Zeitalters der Dinosaurier auftauchte und damals noch selten war. Nein, auf der Graspflanze saß auch noch ein Pilz, genauer eine Art der auf Gräser spezialisierten Mutterkornpilze. Die Presse machte daraus Dinosaurier auf LSD-Trips, weil sie halt die Presse ist. Da muss ich aber enttäuschen: Mutterkorn enthält zwar Gift, aber für LSD muss man das schon noch etwas bearbeiten, sonst ist es nur, nun, Gift.

Sexualdimorphe Stegosaurier

Rückenplatten bei Stegosaurusmännchen und -weibchen (Bild: Evan Saitta)


Sexualdimorphismus, also das unterschiedliche Aussehen von männlichen und weiblichen Exemplaren einer Art, ist uns Menschen nicht unbekannt, immerhin gehört unsere Spezies zu den extremsten Beispielen dieses Phänomens unter den Wirbeltieren. Bei ausgestorbenen Lebewesen ist das schwer nachzuweisen, aber möglicherweise gesellt sich Stegosaurus zu den wenigen Beispielen: Evan Saitta aus Bristol kommt in seiner Forschung zu dem Ergebnis, dass die auffälligen Rückenplatten des bekannten Dinosauriers unterschiedliche Geschlechter erkennen lassen.
Die Funktion der Rückenplatten dieses Dinosauriers ist immer noch ein völliges Rätsel und mit Saittas Forschung sidn wir möglicherweise einen Schritt näher an der Lösung.

Knochenfressende Würmer fraßen schon Saurierknochen

Die Wurmgattung Osedax, die sich heute von auf den Meeresgrund gesunkenen Walknochen ernährt, ist offenbar deutlich älter als die Wale: Forscher fanden Fraßspuren an den Knochen von Plesiosauriern, 50 Millionen Jahre älter als die ältesten Wale. Das bedeutet aber auch, dass die große Vielfalt an Meeresreptilien aus der Zeit der Dinosaurier nur ein Ausschnitt der tatsächlichen Vielfalt sein dürfte, denn viele Skelette wurden von knochenfressenden Würmern gefressen, bevor sie je zu Fossilien werden konnten.

Chilesaurus

Hier ist ein pflanzenfressender Theropode, der eine so bizarre Kombination an Merkmalen aufweist, dass momentan niemand so genau weiss, was zum Teufel das für ein Tier ist. Aufgrund der seltsamen Mischung hat es den Spitznamen „Schnabeltier der Dinosaurier“ erhalten.
Es ist ein Theropode (fleischfressende Dinosaurier) mit den Armen eines T. rex und den Zähnes eines Pflanzenfressers. Er hat ein paar Ähnlichkeiten zu den ersten Vorfahren der langhalsigen Sauropoden. War es ein später Überlebender dieser Prosauropoden? Ein einmaliges Kuriosum? Oder ein entfernter Verwandter späterer pflanzenfressener Theropoden? Was Chilesaurus auf jeden Fall ist, ist ein Beweis, dass wir noch längst nicht alle Varianten von Dinosauriern gefunden haben, die einst die Welt bevölkerten.
Manchmal finden wir immer noch etwas völlig neues.

Chilesaurus (Bild: Gabriel Lio)

CO2 und das größte Massensterben der Erdgeschichte

Das Zeitalter der Dinosaurier beginnt mit dem größten Massensterben der Erdgeschichte. 90% allen damaligen Lebens verschwand auf einen Schlag. In kurzer Zeit verschwanden von der Erde alle Wälder. In der leeren Welt nach diesem Massensterben entstanden die Dinosaurier und Säugetiere. Es begannen die Erdzeitalter, in denen jeweils eine große Gruppe von Tieren die Erde beherrschte: Jenes der Dinosaurier und jenes der Säugetiere.
Schon länger vermuten Forscher, dass die Ursache dieses Ereignisses gigantische Vulkanausbrüche der damaligen Zeit waren. Sibirien war ein einziger großer Lavasee, weitere Vulkane brachen zur selben zeit in Australien und dem südlichen China aus. Die Vulkane setzten in der Theorie Mengen an CO2 frei, die groß genug waren, eine solche Katastrophe zu verursachen.
Tatsächlich fanden Forscher neue Hinweise auf eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Kohlendioxid zu dieser Zeit: Schwämme begannen, elementares Carbon in ihre Skelette einzubauen. Das ist absolut ungewöhnlich nur nur dadurch zu erklären, dass Kohlendioxid damals in gewaltigen Mengen vorhanden gewesen sein muss. Die schon länger bekannte Tatsache, dass zuerst Lebewesen seltener wurden, die CO2 besonders schlecht vertrugen, passt dazu. Auch Untersuchungen an damaligen Gesteinen zeigen Hinweise auf große Mengen von Giften, die von Mikroben produziert werden, welche durch die hohen CO2_Mengen gefördert werden.
Also, wenn jemand wissen will, wie gefährlich zu viel CO2 in der Atmosphäre ist: Bitteschön, der Tod von 90% des Lebens auf der Erde.

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