Dino-Dienstag 26 0 

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche wieder mit Sauriern.

Schlabbersaurier

Die Ankylosaurier waren eine Gruppe schwer gepanzerter Dinosaurier mit Keulen an den Schwanzenden. Sie ähnelten nichts, was heute noch lebt, weshalb ein Bild her muss:
Ankylosaurus magniventris Reconstruction
Neue Arbeiten an einem Ankylosaurierskelett haben bisher unerwartete Knochen im Rachen eines dieser Tiere zu Tage gefördert: Paraglossalia.
Paraglossalia sind Knochen, an denen bei Vögeln die Zunge hängt. Sie kommen nur bei Vögeln vor, weshalb niemand bei anderen Tieren danach gesucht hat. Doch jetzt gibt es Nachweise von Paraglossalia bei der von den Vögeln womöglich am weitesten entfernten Verwandtschaft der Vögel innerhalb der Dinosaurier und das bedeutet wohl, dass alle Dinosaurier diese Knochen von ihrem letzten gemeinsamen Vorfahren geerbt haben.
Aber viel interessanter an diesen speziellen Paraglossalia: Sie sind ungewöhnlich groß und kräftig. Das bedeutet, zumindest der Ankylosaurieer Pinacosaurus hatte wahrscheinlich eine entsprechend ungewöhnlich kräftige Zunge. Diese könnte das Tier genutzt haben, um Nahrung vom Boden aufzunehmen, vielleicht sogar Insekten wie bei heutigen Säugetieren mit langen, klebrigen Zungen (etwa Ameisenbären oder Erdferkel). Auch die Idee, dass Ankylosaurier als eine Art Staubsauger der mesozoischen Welt Exkremente anderer Dinosaurier fraßen, erhält dadurch Aufwind.
Das wäre auf jeden Fall mal etwas sehr anderes.

Vom Verschwinden der Ichthyosaurier

Die Ichthyosaurier, delfinartige Reptilien, die meine Rechtschreibprüfung unerwarteterweise kennt, verschwanden bereits 27 Millionen Jahre vor den Dinosauriern, gemeinsam mit den Plesiosauriern, Spinosaurier und etwa einem Viertel der Wirbellosen in den Meeren. Ausgelöst wurde dieses kleinere Massensterben vermutlich durch globale Erwärmung in Folge von Vulkanausbrüchen. Kohlendioxid und Schwefeloxide aus der Luft wurden dabei von den Meeren absorbiert, das Wasser der Meere wurde für viele Tiere zu sauer, um Skelette aus Kalk aufzubauen. Ähnliches passiert auch heute: Das zunehmende Kohlendioxid in der Luft säuert das Wasser der Meere, viele Tiere bekommen nach und nach Probleme, ihre Schalen und Skelette aufzubauen.
Doch warum starben dabei nur bestimmte Tiergruppen aus, während andere (wie die Mosasaurier) überlebten? Vor allem die zuvor häufigen Ichthyosaurier wunderten dabei die Wissenschaftler.
Forscher aus München gingen nun einen neuen Weg: Statt der Zahl der Arten untersuchten sie die Zahl der grundsätzlichen Formen, die es zu dieser Zeit gab. Das Ergebnis: Von den insgesamt sieben unterschiedlichen Typen von Ichthyosauriern lebten zu Zeiten ihres Aussterbens bereits nur noch zwei Gruppen. Die in der Nähe der Küsten lebenden Ichthyosaurier waren bereits verschwunden, sie waren ausschließliche Kreaturen der Hochsee. Mit einer so geringen Zahl von Lebensräumen bedurfte es nur der Zerstörung der Grundlagen dieser zwei Lebensweisen, damit die gesamte Gruppe verschwand.