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Mediale KW 21/2015 0 

Videospieligstes Videospiel ever: InFamous

Science-Fiction, USA 2009, Videospiel/PS3

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Fahrradkurier Cole McGrath wacht in einem gigantischen Krater auf, nachdem seine Fracht mitten in der Millionenstadt Empire City (lies: New York) explodiert ist. Doch die Explosion brachte nicht nur ungezählte Tote, sondern auch eine Seuche, eine militärisch gesicherte Quarantäne der Stadt und Superkräfte. Die Conduits — der Begriff taucht ohne Erklärung einfach auf — haben durch die Strahlung der Explosion ungewöhnliche Kräfte erhalten und wie sich bald herausstellt, war genau das der Zweck dieser Bombe. Cole selbst erlangte Kontrolle über Elektrizität, vom Verabreichen kleiner Stromschocks bis zum Heraufbeschwören von Blitzgewittern aus heiterem Himmel.
Sein Ziel nach einer gescheiterten Flucht aus der Stadt: Die Macht der von anderen Conduits angeführten Banden brechen und so an der Auflösung der Quarantäne mitwirken. Dem Spieler bleibt überlassen, ob er dabei den Einwohnern gegenüber als Superheld oder kleineres Übel auftritt.
Das Problem mit moralischen Entscheidungen in Videospielen: Die meisten Spiele haben Szenarien, in denen selbst die Guten dazu neigen, Gegner zu töten. Die Guten sind Teil einer moralischen Grauzone, die realistisch ist, aber eben auch problematisch wird, wenn man andere als Böse darstellen will. Und genau das zeigt sich bei InFamous extrem: Im Spiel kann man gute oder böse Entscheidungen treffen. Gute Spieler heilen kranke Passanten, retten andere vor Lynchmobs und versuchen, Gegner lebend zu fangen. Böse Spieler saugen geschlagenen Gegnern die Lebensenergie aus, vergiften die Wasservorräte um sich nicht zu besudeln und zünden in einer Millionenmetropole Bomben, um noch mächtiger zu werden. Kurzum: Die Bösen Optionen sind so offensichtlich und lächerlich böse, niemand wird sie nehmen ausser, um beide Enden im Spiel sehen zu können. Dazu kommt noch die Sonderrolle des Protagonisten: Niemand ausser ihm hat unter den Menschen mit Kräften die Möglichkeit, gut zu sein. Das ist bei vielen Spielen so, aber wenn es sich halt ausdrücklich mit Gut und Böse beschäftigt, fällt es um so mehr auf.
Aber es wirft dabei eben auch ein Schlaglicht auf unsere seltsame Vorstellung von guten Actionhelden. Aber erst die Fortsetzung wird merken, was für ein Potenzial die neue Serie da eigentlich aufgetan hat.

Spacehitler ist wieder da! Elysium

Science-Fiction, USA 2013, Film/BluRay

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Mitte des 22. Jahrhunderts ist die Erde weitgehend ruiniert. Die Reichen sind auf eine gewaltige Raumstation geflohen, die wie ein neuer Mond am Himmel steht. Dort, auf Elysium, existiert die Zukunft, wie wir sie aus Star Trek und den Visionen der NASA aus den 80ern kennen: Eine Welt ohne Krankheiten, ohne Not, in ständigem Luxus, Appleweiss und sauber. Die Erde hingegen hat gelitten. Es ist davon auszugehen, dass die Ruinen von Los Angelese, in denen der Film größtenteils spielt, als Teil der USA und Industriestandort noch zu den reicheren Gegenden der Erde gehören. Und schon dieser Ort wirkt ähnlich wie die Welt im Blomkamps Vorgängerfilm District 9.
Der wichtige Punkt ist: Auf der Erde ist das meiste so wie heute. Nur Polizei und Militär haben Zugriff auf einigermaßen moderne Technik, die Normalbevölkerung hat Glück, wenn sie die Maschinen in der Fabrik zusammenschrauben dürfen. Bei einem Arbeitsunfall (um seinem Vorarbeiter gegenüber sehr zuvorkommend zu sein) wird Jack verstrahlt und hat noch fünf Tage zu leben. Zusammengehalten von Pillen und einem Exoskelett vom Schwarzmarkt macht er sich auf den fast unmöglichen Weg nach Elysium, weit draussen im All. Denn dort ist seine Erkrankung heilbar – so wie jede Krankheit.
Wie langsam sich Neill Blomkamp auf seinem Weg aus Afrika von diesem Kontinent gelöst hat, zeigt sich vielleicht am besten in Elysium. Dabei ist Jacks Verfolger, der südafrikanische Söldner Kruger, noch geschenkt. Nein, was wir hier haben ist die Überquerung des Mittelmeers IN SPACE! Das ist nicht die amerikanische Geschichte von den mexikanischen Migranten – um aus Mexiko in die USA zu kommen muss man nicht mehr als einen Zaun überqueren. Nein, das ist die Reise übers Mittelmeer: Beschwerlich, gefährlich, organisiert von Schleusern, die selber (mit dem Geld) zurückbleiben. Das ist wenig überraschend: Die Situation in den USA dürfte Blomkamp nur von der privilegierten Seite aus kennen, aber von der Nordküste Afrikas weiss der ganze Kontinent.
Und das bedeutet auch: Wir sind die Bösen hier. Das Porträt Europas ist nahezu perfekt, nur bereinigt um die föderale Struktur der EU. Einwohner leben in völliger Selbstverständlichkeit mit den technologischen Wundern, die sie umgeben. Der Abschuss von Flüchtlingsschiffen wird pro forma durch den Präsidenten gerügt, um anschließend fortgeführt zu werden. Und sollte der Präsident sich anschicken tatsächlich etwas zu ändern, wird er entsorgt, dafür sorgt die zuständige Ministerin Spacehitler Delacourt (einschließlich Machtergreifung, auch wenn das Parlament erst etwas später brennt). Elysium hätte die Mittel, die Probleme auf der Erde zu lösen, denkt aber gar nicht erst daran. Das sieht unrealistisch aus, ist aber weitgehend die Realität der Festung Europa.
Schade nur, dass der Film weniger lohnt als die Botschaft. Ich meine, wir haben ein Kind mit Leukämie im Film. Und jeder Film über die Suche nach einem einmaligen Heilmittel mit einem kranken Kind im selben Film verläuft exakt gleich. Vor allem endet er exakt gleich.

Bruttonationalfadheit: What Happiness is

Dokumentation, Österreich 2012, Film/Netflix

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Ein paar Dokumentarfilmer folgen einer Gruppe von Beamten durch Bhutan. Die Beamten sollen das Bruttonationalglück bestimmen. Doch das geht nicht ganz so einfach wie gedacht: Zahlreiche Lebensmodelle, Ideen von Glück und die grundsätzliche Konzeptlosigkeit bei der Erfindung des Begriffs stehen dem Vorhaben im Weg.
Ich fand das Ganze offen gestanden extrem fad, aber wer mag kann hier sehen, wie wenig wir über Glück wissen, wie komplex diese Idee eigentlich ist und vor allem, dass man Glück eigentlich nicht messen kann. Aber dass es sich durchaus lohnen kann, es zu versuchen. Nur halt nicht für die Zuschauer.

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