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Print-on-Demand-Bedingungen im Test 0 

Letzten Monat habe ich ein wenig über meine Erfahrungen mit dem eBook-Vertrieb geschrieben. Heute möchte ich dies mit meinen Ergebnissen zu „selbstverlegten“ Papierbüchern ergänzen. Kurzfassung: Auch nach Jahren der Entwicklung ist dieser Bereich noch ziemlicher Mist. Am Ende bin ich bei ePubli gelandet.

Die Anführungszeichen im letzten Absatz haben einen Grund: Echtes Selbstverlegen bei Papierbüchern bringt erheblichen Aufwand mit sich. Als Ein-Mensch-Verlag in den Buchhandel zu kommen, geschweige denn bundesweit oder wenigstens ausserhalb des eigenen Wohnortes ist harte Arbeit, welche die meisten nie schaffen werden.
Die großen Anbieter für Print on Demand nehmen einem viel von dieser Arbeit ab. In welchem Maß, ist dabei sehr unterschiedlich. Da ich als Einzelperson diese Arbeit nicht übernehmen will, betrachte ich nur Angebote, die einen Vertrieb mit im Paket haben.
Folgendes musste ausserdem für das produkt möglich sein:

  • Marktfähiger Endpreis
  • Druck eines Taschenbuchs
  • Druck eines geklammerten Heftes (für die kurzen Bände der Meilensteine der Evolution)
  • Papierversion ohne eBook oder eBook separat möglich

Nur ein Teil der Anbieter bietet die Option Klammerheftung einzusetzen.
Referenz für alles weitere sind Printausgaben von Meilensteine der Evolution als Hefte von je 40 Seiten Umfang im Format A5.

Es geht hier nur um die Vertriebsbedingungen. Ich gehe nach dem Lesen diverser Erfahrungsberichte nicht davon aus, dass diese Anbieter in der Produktion merklich unterschiedliche Qualität hervorbringen.

Einer fliegt. Weit: Preis

Die meisten Anbieter fliegen schon beim Preis raus. Farbdruck ist praktisch nirgends wirtschaftlich möglich, also bin ich eh schon bei Schwarz-Weiss. Und dennoch…
Shaker-Media schafft es, ein 40-seitiges Heft auf beachtliche 8,90 € Verkaufspreis zu bringen. US-Anbieter Lulu schafft 3,30 Dollar pro Exemplar. Der deutsche Riese BoD schlägt einen Ladenpreis von 4,99 € vor, was hoch ist, aber akzeptabel. ePubli kann den selben Preis erreichen, allerdings schlägt ePubli bei Direktverkauf und über Amazon 2,95 € Versandkosten auf (was unerwarteterweise einen Preisvorteil für klassische Buchhandlungen bedeutet). Amazons Createspace bietet mir im Preiskalkulator keine Möglichkeit, die Bindung einzustellen und ich weiss daher nicht, ob es Klammerbindung herstellen kann. Grundsätzlich ist ein Preis von 3,99 € für 40 seiten dort grade so eben wirtschaftlich. Allerdings sind Createspace-Bücher de facto ohnehin nur bei Amazon erhältlich und das ist uninteressant.

Der Ami: Lulu

Lulu fliegt raus, weil es nach allem, was ich erfahren konnte in Europa schlichtweg nicht am Markt etabliert und hier im Versand zu langsam ist. Es ist aber ganz klar meine Wahl für den Vertrieb in der englischsprachigen Welt.

BoD will alles. Alles!

Unter der Vermutung, dass das Format „Booklett“ bei BoD ein klammergebundenes Heft meint, ist BoD der preislich günstigste Anbieter. Zwar erreicht auch ePubli einen Verkaufspreis von 4,99 €, aber bei 0,20 € geringeren Einnahmen für den Verfasser und mit 2,95 € Versandkosten auf dem Postweg.
Nur hat BoD ein ganz anderes Problem: BoD verlangt Alles oder es macht keinen Vertrieb. Lässt man dort ein Papierbuch produzieren und vertreiben, nimmt BoD sich auch die eBook-Rechte und verlangt zudem Exklusivität. Das ist ein Problem. Ich habe BoD aus gutem Grund nicht für den Vertrieb der meisten meiner eBooks gewählt – es fuscht mir dort ins Layout hinein. Hinzu kommt, dass ich eBook udn Papierbuch als unterschiedliche Dinge betrachte – ein halbwegs brauchbar gestaltetes Sachbuch auf Papier nutzt sein Medium in einer Weise, die nicht einfach so auf ein anderes Medium übertragen werden kann. Meine eBooks sind weitgehend als Fließtext gestaltet, um auf möglichst jedem Gerät in jedem Format gelesen werden zu können. Meine Papierbücher sind als Konstrukte aus mit Text gefüllten Boxen gestaltet, die ein komplexes Layout in einer Umgebung ermöglichen, die für jeden Leser identisch ist. Es sidn schlichtweg völlig unterschiedliche Gestaltungsphilosophien. Ich hatte in meiner Bewertung des ABC der Verlagssprache ein gutes Beispiel gegeben, warum unterschiedliche Ansätze für beide Medien von Vorteil sind, wenn man Lesern auf beiden Plattformen ein jeweils ideal auf sie zugeschnittenes Produkt liefern will.
Ohne eBook-Rechte druckt BoD zwar, vertreibt das Ergebnis aber nicht. Und wenn ich das will, kann ich zumindest für die Heftproduktion auch in den Copy-Shop gehen und anschließend selber tackern.

Arbeitsgerät wäre vorhanden (Bild: Amazon)

Arbeitsgerät wäre vorhanden (Bild: Amazon)


Das ist schade, denn BoD hat einen hervorragenden Buchvertrieb, nahezu auf einem Level mit dem, was ein großer Verlag kann. Aber sorry, verpflichtend die eBook-Version mit dabei zu haben ist absolutes Ausschlusskriterium in der Erstellung von Sachbüchern mit komplexen Layouts.

Bleibt ePubli

Womit ePubli bleibt. ePubli führt seltsamerweise zu Preisen, die bei Amazon höher sind als bei allen anderen Händlern, da es dort als Drittanbieter auftritt, was zu 3,00 € Versandkostenzuschlag führt. Direkt bei ePubli kommen 2,95 € drauf. Im Buchhandel kein Cent. Das ist vor allem deshalb seltsam, weil ePubli meines Wissens zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehört und somit eigentlich Zugriff auf die Buchhandelskanäle haben müsste, die Amazon direkt beliefern. Es mag sein, dass das Absicht seitens des Mutterkonzerns ist, um das traditionelle Verlagsmodell zu stärken.

In conclusio

Und am Ende schreibt man Abschnittsüberschriften in Latein und muss feststellen: Papierbücher in Print on Demand anzubieten ist weniger ein Vertriebskanal als ein Sonderservice für Leser, die gedruckte Werke bevorzugen. Alle Anbieter haben erhebliche Mängel und so landet man letztendlich weniger beim besten als vielmehr beim am wenigsten schlechten Anbieter. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

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