Vorschau auf 2015 0 

Also dann, lasst mich in das Jahr 2015 blicken. Dieser Beitrag hat zwei Teile: Vorsätze für 2015 und Vorhersagen.

Also dann!

Vorsätze

Mein großer Vorsatz für 2015 steht im Kontext des Zieles, 2015 darauf hinzuarbeiten, vollständig von meiner Schriftstellerei leben zu können. Das war etwas, was bisher nicht möglich war, aber in den letzten Monaten habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie diese Art Erfolg funktioniert. Ich werde neue Dinge ausprobieren, neue Strategien annehmen. Das im Hintergrund laufende Redesign dieses Blogs ist ein großer Teil davon. Die Bücherliste ist bereits umgestaltet und gibt eine gute Vorschau auf das, was kommen wird. Tabs, sauberes Layout, stärkere Fokussierung auf die eigentlichen Inhalte.
Aber deutlich wichtiger als das Blog ist für dieses Ziel natürlich die eigentliche Schreibarbeit. Dort gehen meine Vorsätze hin, als da wären:
a) Schreibproduktivität
Das ist der wichtigste Faktor. Ich habe in den letzten zwei Monaten festgestellt, dass ich problemlos 1.000 Wörter am Tag schreiben kann. Ich werde somit meine tägliche Vorgabe von 500 Wörtern auf 1.000+500 steigern. Das sind 1.000 eigene neue Wörter plus 500 Wörter für die neu aufgelegten Klassiker, bei denen es sich entweder um Übersetzungen oder um Übertragungen aus alten deutschen Schrifttypen (Fraktur u.ä.) handelt. Um dem einen Maßstab zu geben: Bei meiner aktuellen Buchlänge kann ich so alle zwei Wochen ein Buch fertigstellen (zuzüglich Lektorat). Über das ganze Jahr sollen so mit Überhang 400.000 Wörter zusammenkommen, das entspricht etwa acht Mal dem englischen Originaltext des Großen Gatsby (47.094 Wörter).
Aber in welche Projekte geht diese Arbeit? Nun:
b) Fortsetzungen
Das eine ist die Fortsetzung meiner wichtigsten Titel. Ich habe in den letzten zwei Monaten parallel an allen übrigen Bänden der Reihe Meilensteine der Evolution gearbeitet. Das Ergebnis sind acht halbfertige Bücher. Ja, ich hätte inzwischen wohl zwei Bände komplett abschließen können, aber so kann ich den Rest nah beieinander veröffentlichen.
c) Papier und Audio
Definitiv werde ich 2015 Papierausgaben einiger meiner Bücher herausbringen. Unter Wittgensteins Löwen bekommt definitiv eine Printedition. Für die Meilensteine der Evolution plane ich, Sammelbände auf Papier herauszubringen, entweder einen großen oder drei Bände mit dem Inhalt von je drei bis vier Bänden der eBook-Version (je einer für jedes der drei großen Erdzeitalter Paläozoikum, Mesozoikum und Neozoikum). Weitere Papierbücher oder englische Bücher auf Papier? Vielleicht, abhängig von meinen Ergebnissen und davon, wie viel Zeit ich dafür übrig habe. Irgendwo muss die Zeit für die 1.500 Wörter ja herkommen und sie kann vorerst nicht aus der Zeit kommen, in der ich aktuell Geld verdiene.
Audio ist ein Segment, mit welchem ich mich 2015 definitiv beschäftigen werde. Ich denke daran, eine Sammlung von Kurzgeschichten als eine Art Hörbuch-Album im MP3-Format rauszubringen.
d) Neue Projekte
Sachbücher sind kein guter Boden für große Verkäufe. Meine Sachbücher verkaufen sich im Durchschnitt ihres Genres und erhalten großartige Bewertungen und Kommentare, aber es sind und bleiben Sachbücher. Von Anfang an wollte ich eigentlich Geschichten schreiben und 2015 werde ich mich stärker darauf konzentrieren, auch wenn weitere Sachbücher in der Mache sind.
Ich will 2015 vier komplett neue Projekte fertigstellen. Zum einen eine englischsprachige Zombie-Serie von vier Novellen unter dem Titel All Hail the King mit den Bänden Desert King, Carnival King, Swamp King und Long Live the King plus einem Sammelband, die ich alle gleichzeitig rausbringen will. Das ist eien Serie, an deren Entwicklung ich schon jetzt viel Spass habe. Insgesamt wird die Serie im Umfang einem Roman entsprechen und vollständig abgeschlossen sein. Eine komplett andere englischsprachige Zombiegeschichte wird Boy werden, ein etwas literarischeres Gegenstück zum eher an Pulp-Geschichten angelehnten All Hail the King. Boy ist eine der Geschichten, über die ich schon seit zwei Jahren spreche und im Dezember habe ich endlich angefangen, sie zu schreiben.
Das sind im Grunde die großen Vorhaben für die erste Jahreshälfte. Für die zweite Jahreshälfte gehe ich wieder in den deutschsprachigen Markt. Zum einen will ich pünktlich zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung (der Wiedervereinigung, nicht des Mauerfalls) mit Volksrepublik Preussen eine Alternativweltgeschichte um einen anderen Verlauf der in unserer Welt so genannten deutsch-deutschen Geschichte herausbringen, auch um ein wenig damit zu experimentieren, eine Buchveröffentlichung mit einem aktuellen Ereignis zu verbinden. Im letzten Jahresviertel will ich dann mit dem Auftakt der Science-Fiction-Krimi-Reihe Pacifica Zwielicht (Arbeitstitel) literarisch in meine schwimmende Stadt zurückkehren, die ich 2014 für eine englische Kurzgeschichte erstmals besucht hatte.
Das klingt nach extrem viel, allerdings sind meine Bücher bisher immer relativ kurz gewesen, da ich es hasse, lange um den heissen Brei herumzureden. Kurzgeschichten werden diese Titel allerdings allesamt nicht. Die in diesem Beitrag genannten Titel erreichen wahrscheinlich zusammen ungefähr die Hälfte meiner für 2015 geplanten Wortzahl. Zugleich stelle ich einige Titel weiter zurück, um die genannten abschließen zu können, darunter einige, die schon seit Jahren geschrieben werden wollen. Es ist nicht so, als wäre mein Notizblock leer – sollte ich es schaffen, das seit 2006 in meinem Kopf herumspukende Sünde noch 2015 abzuschließen, werde ich mich sicherlich nicht beschweren.

Wie gesagt, ich will bis Ende 2015 vom eigenen Schreiben leben können und das erfordert dieses Maß an Arbeit.

Vorhersagen

Ich mag nicht negativ sein. Aber in gewisser Weise ist es wichtig einen Eindruck zu haben, was droht, um die Motivation für die Arbeit an positiven Entwicklungen zu stärken.
Die Entwicklung der Welt war 2014 vor allem politisch keine gute und in Deutschland ohnehin nicht. Zeiten Großer Koalitionen sind in der deutschen Geschichte immer Krisenzeiten mit großer gesellschaftlicher Unzufriedenheit gewesen. Widerliche Begrifflichkeiten wie „geregelte Zuwanderung“ machen inzwischen selbst unter sich links verortenden Personen die Runde, es ist alles wirklich unangenehm. Andererseits hat sich die Technik wie immer auf faszinierende Weise weiterentwickelt.
Aber genug zur Vergangenheit, hier meine Vorhersagen für die Entwicklung der Welt 2015:
a) Der Durchbruch für 3D-Druck
Letztes Jahr waren 3D-Drucker, mit denen sich zu Hause dreidimensionale Objekte aus Kunststoff oder Keramik herstellen lassen, immer wieder Thema in den Nachrichten. Die ersten Modelle zu Preisen für Endkunden sind verfügbar und es sieht ganz so aus, als wäre 2015 das große Jahr für diese Technologie. In den Jahren ab 2015 werden 3D-Drucker einzelnen Bereichen der Industrie und des Handels das antun, was der Heimdrucker zuvor einigen Segmenten der Druckindustrie angetan hat. Seifenschalen mögen Kleinkram sein, aber wenn niemand mehr welche kauft, weil jeder sich welche ausdrucken kann, fällt plötzlich ein ganzes Marktsegment weg.
b) Drohnen werden Alltag
Wenn wir von Drohnen sprechen, denken wir oft an Militärdrohnen oder Überwachungsgerät. Letztes Jahr nahm die erste Postdrohne ihre Arbeit auf und bringt jetzt Medikamente vom niedersächsischen Festland nach Juist in der Nordsee. Diese zivilen Drohnen werden der viel wichtigere Trend — eine Kameradrohne kostet schon längst weniger als ein Fernseher. Bis Ende 2015 werden Drohnen zum alltäglichen Rüstzeug von Journalisten, Polizei und Demonstranten avancieren.
c) Religiöse Konflikte im Westen
Gegenwärtig gibt es einen zunehmenden Hang, Religion und Ethnie als Dinge zu sehen, die zusammenhängen. Jeder Araber wird als Moslem identifiziert, Europäer werden plötzlich kollektiv als Christen betitelt, es ist alles wirklich seltsam. Wir werden uns damit einige wirklich unangenehme gesellschaftliche Konflikte in unsere Gesellschaft holen, wie wir sie in den letzten Jahren bereits in den USA sahen (etwa die Debatte um Evolution als Lehrstoff in der Schule).
d) Die Ölblase platzt
Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl beim Ölpreis. Alle sind so enthusiastisch darüber, aber mein Bauchgefühl sagt mir einfach: Da stimmt was nicht. Da bahnt sich irgendetwas an und gemessen am Ausmaß der Veränderungen der letzten Monate wird es etwas wirklich, wirklich Großes. Der niedrige Ölpreis schadet nicht nur, wie oft angemerkt wird, Russland, sondern auch der relativ teuren Ölproduktion in Kanada und den USA. Da werden täglich Milliarden vernichtet und irgendwann wird irgendwer die zahlen müssen.