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Addendum: Schwarz-grüne Optionen 0 

In der heutigen Rheinischen Post gibt es ein Interview mit Anita Parker und mir. Es ist gut geworden.
Vom Ansatz ist es ein großer Rundumschlag über alle Themen und so war natürlich nicht viel Raum für umfassende Erklärungen und Details. Die liefere ich nun für meinen Teil hier im Blog nach. Aber erst noch ein Bild von einem unheimlichen schwarz-grünen Drachen:

Drache

The Headmaster von Jason Wang CC-BY-NC-ND 4.0


Entstehungsgeschichte

Bevor jetzt etwas Böses über die Vorgehensweisen von Presse kommt, möchte ich einen kleinen Einblick bieten, wie so ein Artikel entsteht. Vor genau einer Woche, Dienstagnachmittag, den. 4. Juno 2019, waren Anita und ich zu einem Redaktionsgespräch geladen. Das Gespräch dauerte etwa zwei Stunden und wir sprachen über zahlreiche Themen.
Nein, wir sprechen nicht extrem langsam, es waren dennoch zwei Stunden. Dafür hat eine Tageszeitung natürlich nie im Leben den Raum, also steht am Ende ein Destillat in der Zeitung, welches auf eine Seite passt. Dieses ist auch nicht frei erfunden, es wird in dieser Form vor der Veröffentlichung noch ein Mal an die Interviewten geschickt, um Korrekturen vorzunehmen.
Dieses Vorgehen stellt sicher, dass die Aussagen wirklich die Positionen der Interviewten reflektieren, auch wenn sie destilliert sind.
Ich habe mich in diesem Fall entschieden, nur einen Grammatikfehler zu korrigieren. Eine Weile hatte ich überlegt, Ausführungen zu ergänzen, aber mir ist bewusst, dass eine Zeitung im Gegensatz zu einem Blog mit begrenztem Raum arbeitet. Inhaltlich war nichts da, was ich so nicht gesagt habe und vertrete, insofern gab es keinen Grund für weitere Änderungswünsche.
Aber: Hier habe ich eben mehr Platz als auf einer Zeitungsseite. Hier kann ich etwas mehr erläutern. Was ich bei ein paar Punkten tun möchte.

Zur Überschrift

Ja, ich bin mit der gewählten Überschrift jetzt nicht so glücklich, aber eine Zeitung will halt auch verkauft werden. Die Online-Ausgabe hat den Titel übrigens später von „Schwarz-grün ist eine Option“ zu „Wir haben uns beim Veggieday sicher ungeschickt verhalten“ geändert.
Wie dem auch sei, Tatsache ist: Schwarz-grün ist eine Option. Eine.
Wichtig ist dabei eins: Wir entscheiden das gar nicht, sondern darüber bestimmt das Wahlergebnis.
Es muss aber eine Option sein, da führt gar kein Weg dran vorbei. Nein, ich persönlich mag diese Option nicht, aber seht euch mal das Ergebnis der Europawahl in Deutschland an. Bei solchen Ergebnissen gibt es gar keine andere mögliche Mehrheit als schwarz-grün. Grün-rot-rot kann man gerne versuchen, aber hat wahrscheinlich in Gladbach keine Mehrheit. Da können wir im Kopfstand auf einem Arm hüpfend Trompete spielen, eine Koalition ohne Mehrheit ist nur in sehr seltenen Situationen möglich.
Und solange die Grünen unter 50% sind, braucht es immer einen Partner. Und wir werden immer unter 50% liegen, genau wie alle anderen auch.
Natürlich wird es schwer, mit der CDU zusammenzuarbeiten. Politisch gegensätzlicher geht es innerhalb des demokratischen Spektrums kaum noch, denn schwarz-links würden beide nicht mitmachen und rechts von der CDU gibt es nichts mehr, was auf dem Fundament unseres Grundgesetzes steht.

Seht euch das aktuelle Wahlergebnis an und verratet mir: Wenn das Ergebnis der Kommunalwahl genauso aussieht, was sollen wir denn sonst machen? Pogo tanzen?

Deswegen ist der Satz, der nach dem Zitat in der Überschrift kommt, so wichtig: „Wir werden mit dem Ergebnis arbeiten, das dann vorliegt.“
Und jetzt komme ich zum nächsten Punkt, bevor ich noch eine seltsame Dancefloor-Metapher einführe.

Verkehrswende

Heinrich-Böll-Stiftung
– CC-BY-NC-ND 4.0

Kommen wir zu dem, was mir inzwischen als Kernthema zugeschrieben wird, da ich hier einfach aktiv und präsent bin: Der Verkehrspolitik. Hier sind es zwei zusätzliche Details, die ich ergänzen möchte.

Zum einen die Sache mit dem restlichen Pkw-Verkehr. Hier ging es im Gespräch auch um Elektroautos und die Position hierzu möchte ich doch kurz formulieren: Elektromobilität ist ein notwendiger Bestandteil des zukünftigen Verkehrs, denn nur sie ist abgasfrei möglich. Natürlich muss das aber einhergehen mit einer Reduzierung des Automobilverkehrs. Wenn Elektro einfach nur die fossilen Treibstoffe ersetzt und ansonsten weiter so viel gefahren wird wie heute, ist dadurch so gut wie nichts gewonnen. Es gibt weiter Staus, Unfälle und übermäßigen Ressourcenverbrauch für das Umherkarren einer einzigen Person mit einem Fahrzeug von 1-2 Tonnen Gewicht.

Dann eine Sache zu den Bussen: Leider nicht reingeschafft hat es meine Aussage zur Situation des Busverkehrs in MG. Dieser muss meines Erachtens eigentlich komplett ans Reissbrett, denn die heutigen Buslinien folgen immer noch den vor 30 Jahren aufgegebenen Straßenbahnschienen, als hätte die Stadt sich inzwischen nicht im geringsten verändert. Der Busverkehr entspricht in keinster Weise mehr den Anforderungen der Bürger/-innen, geschweige denn modernen Konzepten von Fahrplangestaltung.
Ja, zur Verkehrswende gehören auch die „Umweltspuren“, die Düsseldorf als großes Experiment verkauft, obwohl sie in Mönchengladbach schon seit geraumer Zeit gar mehrfach vorhanden sind (zum Beispiel Abschnitte der Hauptstraße, der Rathenaustraße oder der Hindenburgstraße). Diese Spuren existieren und sie funktionieren, da gibt es schon längst keinen Anlass mehr für Bedenkenträgerei.
Besonders lustig finde ich übrigens, wenn Leute an der Stelle Bedenken umhertragen, aber gleichzeitig die Öffnung aller Einbahnstraßen für Fahrräder fordern, egal, wie schmal die betreffende Straße jeweils ist. Mir persönlich ist das einfahren in eine zu schmale Einbahnstraße deutlich bedrohlicher als ein Bus auf meiner Spur.

Auf jeden Fall ist die Priorität der Verkehrsmittel in der Stadt klar: Erst kommen Fuß und Rad, dann ÖPNV und ganz am Ende kommt das Auto. Das dürfte niemanden überraschen, der meine Aussagen zum Verkehr an verschiedensten Stellen auch nur hin und wieder mitbekommen hat.

Privatisierung

Leider ist meine Kritik an der Mags nicht bis in die Endversion gekommen.
Aber gut, das ist ja auch noch mal ein ganz neues Fass, das damit aufzumachen wäre. Um es kurz zu machen: Die Politik hat in Mönchengladbach zunehmend Mitwirkungsmöglichkeiten aufgegeben, indem sie Aufgaben an private Träger abgab. Diese sind zwar in der Regel in städtischem Besitz, aber die politische Wirkung eines Aufsichtsrates ist mit jener des Rates schlichtweg nicht vergleichbar.
Zum einen sind die Interessen unterschiedlich: Der Rat handelt mit der Zielsetzung, dass es der Stadt gut geht. Aufsichtsratsmitglieder sind dem Wohlergehen des Unternehmens verpflichtet. Diese beiden Ziele sind nicht immer deckungsgleich. Will ein Unternehmen höhere Gewinne machen, die Stadt Leistungen aber möglichst günstig anbieten, gibt es da einen Konflikt.
Ist das Unternehmen etwas, was eigentlich in die städtische Verwaltung gehört (am Beispiel der Mags etwa das Grünflächenamt), haben wir ein Problem.

Aber, wie ich auch einräumte, ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Zukunft weitere Privatisierungen gibt.Es ist ganz einfach nichts mehr übrig, was man ernsthaft privatisieren wollen könnte. Das ist wohl der Grund, warum das Thema am Ende nicht mehr vorkam.

Ein bisschen was zur SPD

Ganz im Ernst, ich würde gerne mit der SPD arbeiten. Sehr gerne. Sie ist mir unter den Großparteien ganz klar die liebere Option.
Ich habe nur momentan nicht die geringste Ahnung, wofür die SPD eigentlich noch steht. Inzwischen gibt es ja sogar Stimmen, die meinen, woran die SPD kranke, ist die immer noch zu große Präsenz sozialdemokratischer Ideen. Und das ist der Punkt, an dem ich sage: Sorry, aber reine Macht- und Pöstchenpolitik ist nicht koalitionsfähig.
Ich wünsche mir wirklich, die SPD zeigt sich zu mehr fähig.

Abschluss

Ich habe sicherlich noch ein-zwei Punkte übersehen. Es war ein langes Gespräch mit vielen Themen. Dies sind jene, die mir zu ergänzen wichtig war.
Ich könnte noch viel schreiben über Klimapolitik, Energiewende vor Ort, Veganismus und Vegetarismus und vieles mehr. Das kam alles vor. Aber hey — ich habe hier ein komplettes Blog, in dem ich noch sehr viel Gelegenheit haben werde, darüber zu schreiben.
Noch ein Mal liegt es mir daran, zu betonen: Das veröffentlichte Interview ist nicht falsch oder gar schlecht, es ist nur dem zur Verfügung stehenden Platz entsprechend auf wesentliche Punkte gebracht. Und das ist in Ordnung. Und vielleicht ist das sogar ganz gut zu wissen: Was in einer Zeitung steht ist nicht unbedingt ein wörtliches Zitat. Es ist in der Sache richtig, denn das wurde der Redaktion ja noch mal bestätigt. Aber es ist eben kein wörtliches Zitat, man sollte es also nicht zu sehr in Bezug auf Wortwahl und Genauigkeit auf die Goldwaage legen.

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