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Woah 0 

Das Ergebnis der Europawahl in Mönchengladbach war für uns Grüne absolut berauschend. Das ist für uns ein großer Ansporn und auch eine Herausforderung, zu zeigen, dass wir leisten können, was da von uns erwartet wird. Und für Mönchengladbach heisst das, dieses Ergebnis auch lokal für die Kommunalwahlen 2020 zu verdienen.
Ich habe das lokale Ergebnis mal auf Grundlage der Geodaten der Stadt grafisch umgesetzt:

Karte Mönchengladbach mit den Gewinnern der Wahlbezirke

Schwarz – CDU; Grün – Grüne; Rot – SPD; Gestreift – Stimmengleichheit CDU und Grüne


Bevor ich irgendwas anderes sage

Erstmal einfach nur noch ein „Dankeschön“ für ein großartiges Grünes Ergebnis auch in Mönchengladbach.

Ein paar lustige Details zum Ergebnis

  • Die Geschäftsstellen aller Parteien in Mönchengladbach befinden sich nun in grünen Wahlbezirken
  • Im nördlichen Hermges gab es zwei Gewinner – CDU und Grüne haben exakt gleich viele Stimmen erhalten
  • Mönchengladbach ist politisch eine Stadt, die Alt-Städte Gladbach, Rheydt und Wickrath unterscheiden sich praktisch nicht
  • Bundesweit haben wir alle Millionenstädte und fast alle Städte über 500.000 Einwohner gewonnen

Ein paar echte Erkenntnisse für MG

Ein Blick auf die Karte verrät auch weiterhin ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Das ist für eine Stadt, deren Gebiet zu jeweils 50% in beide Kategorien fällt, wichtig. Interessant dabei ist, das auch die kleineren Stadtkerne der Vorstädte — bis auf den Norden von Wickrath — dabei nicht herausstechen.
Es ist auch etwas seltsam: Die CDU gewinnt hier weiter, obwohl die CDU in Mönchengladbach gar keine Politik für den ländlichen Raum macht. Die Gladbacher CDU geriert sich als reine Großstadtpartei, die im ländlichen Raum bestenfalls Platz sieht, um die Stadt zu vergrößern. Mir wäre keine lokale Agrar- oder Landschaftspolitik aus Händen der CDU bekannt. Trotzdem werden sie auf dem Land gewählt — wofür?

Die SPD liegt am Boden, ihre Bezirke muss man mit der Lupe suchen. Die SPD hat auf Bundes- und Kommunalebene wohl das selbe Problem: Sie agiert als willfähriges Stimmvieh der CDU ohne anmerkenswerte eigene Inhalte. Das ist kommunal sogar noch schlimmer, hier sieht man oft genug SPDler als Verteidiger von CDU-Politik auftreten. Dass die SPD beim lokal wichtigen Thema Braunkohlenausstieg in ihren Äusserungen darauf fokussiert, wie viel Geld es da jetzt gibt, während die CDU mit Peter Feron einen fundierten und verdienten Fachmann vorhält, ist dabei nur ein mir aufgefallenes Detail.

Die Grünen sind auch in MG eine Partei der Innenstädte. Und zwar, entgegen aller Vorurteile von der gespaltenen Stadt, beider Innenstädte. Beide bilden ein fast geschlossenes grünes Gebiet. Ich vermute, das liegt auch in der Schwäche der anderen begründet: Die SPD ist keine Alternative zur CDU mehr und die CDU verscherzt es sich mit ihrer „Stadtpolitik für Schöne und Reiche“ schwer bei den Stadtbewohnern. Die Gladbacher wollen nicht Bonins Klein-Düsseldorf, sie wollen eine moderne und vor allem Gladbach eigene Idee von Großstadt und diese bieten ihnen nur die Grünen.
Natürlich spielen insgesamt die Themen eine große Rolle: Die Grünen treten mit den richtigen Antworten auf eine Vielzahl von Problemen auf, die die Menschen derzeit beschäftigen: Klima und Umwelt, Verkehr, Internet und Medien, Energie. Auch bei sozialen Fragen sind die Grünen inzwischen die einzige progressive Option.

Zu jenen, die nicht dabei sind, lässt sich hier natürlich schwer etwas dieser Wahl spezifisches sagen. Die FDP hängt einer längst überkommenen Ideologie an. Die Linkspartei kennt ihren eigenen Kern nicht mehr (so sie ihn je kannte) und rennt statt dessen aktuellen Trends nach, wobei sie dem jeweiligen „Original“ gegenüber den Kürzeren zieht. Sie agiert ein bisschen so wie eine Großpartei, die nicht gemerkt hat, dass sie keiner wählt.
Dann sind da noch ein paar Gruppen, deren Wahl ich als reine Protest- oder Frustwahl betrachte sowie Splittergruppen. Dass DIEM25 und Volt nicht erwähnenswert geworden sind, hat mich wohlgemerkt überrascht, die beiden hätten durchaus Potenzial gehabt. Aber dafür müssten die Leute halt erstmal mitbekommen haben, dass diese Parteien überhaupt existieren.

Konsequenzen für MGs Grüne

Für uns Grüne in MG hat das Ergebnis auch direkte Auswirkungen. Wir haben nun, da wir gemeinsam mit den Kommunen zwischen Eifel und Niederrhein auf die Präsentation eines regionalen Kandidaten gesetzt haben (Daniel Freund aus Aachen) einen Draht nach Brüssel. Das ist hier in Grenznähe zu den Niederlanden eine unglaublich wichtige Sache und stärkt den begonnenen Kurs, Grün beiderseits über die Grenze hinweg eng zu vernetzen, was in NRW/Limburg stark von den Städtepaaren Aachen-Maastricht, Mönchengladbach-Roermond und Krefeld-Venlo betrieben wird.

Und das war mein sehr grober Abriss zum Wahlergebnis der Europawahl 2019 mit Fokus auf Mönchengladbach.
Die Grafik behalte ich jetzt übrigens und setze sie mit jeweils angepassten Ergebnissen immer ein. Die ist praktisch. Und war definitiv zu viel Arbeit für nur eine Anwendung.

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