Park mit Potenzial in Dahl 1 

Es gibt unter den zahlreichen Parks in Mönchengladbach einen, der immer ein Schattendasein geführt hat. Im Stadtteil Dahl gelegen, welches der Durchschnittsgladbacher als „Wie, nicht Rheindahlen? Wo is’n das?“ kennt, und etwas hinter den Häusern der Brunnenstraße verborgen, war er nie so präsent wie etwa der Bunte Garten oder der Stadtwald. Dabei war er lange zurecht der Stolz des Viertels.

Hnag zu den Weihenr in Dahl

Die Definition eines verwunschenen Parks.

Seine Geschichte findet sich angerissen im Januar 2009 in der Rheinischen Post:

Vier stumpfe Löcher hinterm Haus empfand Fritz Rütten, Karl Rüttens Vater, nicht als besonders schön. Also pochte er im Stadtrat — er war Mitglied — darauf, darin einen Freizeitpark anzulegen. Seitdem ist es richtig grün hinter den Häusern Dahls.

Inzwischen gibt es eine Initiative, den Stadtteil aufzuputzen und dabei auch den Park als Herzstück Dahls aufzuwerten. Vor ein paar Wochen gab es in diesem Kontext eine Begehung des Parks mit engagierten Anwohnern. Bei dieser Begehung und auch schon davor, haben wir viel über den Zustand des Parks, seine Geschichte und sein Potenzial gesprochen. Das war sehr inspirierend und ich habe einiges an Vorschlägen, was man aus dem Park machen kann.

Ich habe hier mal eine Reihe von Ideen und Gedanken, wie man den Park aufwerten kann, gesammelt. Die Ideen sind nicht geordnet, nicht gewertet und vor allem nicht abschließend. Sie sind ein Denkanstoß, welches Potenzial in dem leider vernachlässigten Park steckt, der mit seiner für Mönchengladbach einzigartigen Topografie und Lage etwas ganz Besonderes darstellt.

ich möchte alle, insbesondere Menschen aus Dahl, einladen, im Kommentarbereich oder auch auf ihren eigenen Seiten sowie in den nach der Wahl kommenden Veranstaltungen weitere Ideen einzubringen. Ich glaube, wenn wir die Kreativität und das Wissen aller einbinden und zu einem großen Paket schnüren, kann hier eine phänomenale Anlage entstehen, auf die unsere Stadt und unser Viertel stolz sein können.

Imagemap zum Freizeitpark Dahl

Freizeitpark Dahl, Satellitenbild von Bing Maps ca. 2017


1 - Rundweg 2 – Großer Rundweg 3 – Beleuchtung 4 – Spinnennetz 5 – Skateranlage 6 – Bolzplatz/Sportbereich 7 – Spielplatz am Haupteingang 8 – Grünabfallhalde 9 – Ehemaliger Abenteuerspielplatz 10 – Sandkastenumgrenzung 11 – Entenweiher 12 – Treffpunkt 13 – Wunschbox 14 – Bushaltestelle 15 – Rutschenkuhle 16 – Ein bisschen Spinnen darf man 17 – Neuer Nordosteingang

Die Karte oben ist klickbar, jede Nummer verlinkt auf den entsprechenden Abschnitt im Beitrag (funktioniert nur in der Vollansicht des Artikels, nicht in der Vorschau). Die Nummern sind nicht systematisch geordnet sondern so, wie sie mir eingefallen sind beziehungsweise ich sie in meinen Notizen gefunden habe.

1 – Rundweg

Es gehört zu den Grundlagen der Planung von Parks, dass diese einen Hauptweg haben, der einmal komplett um den Park herum führt und am selben Punkt endet, an dem er beginnt. Der Freizeitpark Dahl hatte solche Wege in Form einer 8, aber mit der Zeit sind diese verschwunden.

Sie wurden aus verschiedenen Gründen entfernt oder abgesperrt. Ein Stück im Norden führte bei regen Sturzbäche in die Gärten der Nachbarn und wurde ersatzlos verschlossen. Die Wege um die Ententeiche (komme ich noch zu) wurden kurzerhand blockiert und aus der Pflege genommen, weswegen sie jetzt so aussehen:

Trampelpfad

Das war mal ein großer Waldweg. Mit einem Konzept.


Das Ergebnis ist, dass das einst durchdachte Wegekonzept nur noch in Fragmenten existiert,die keinerlei Sinnzusammenhang mehr erkennen lassen. Den Park umrunden kann man so jedenfalls schon lange nicht mehr. Grünflächenamt und später Mags hatten hier offenbar nie den Überblick der Gesamtanlage, sondern haben stückchenweise Bereiche aus der Pflege genommen, wie es grade passte.

Nun muss dringend wieder ein Rundweg aufgebaut werden, der einmal komplett um die Anlage geht.

Die „1“ markiert hierbei die Variante, den bestehenden Weg nahe der Weiher wiederherzustellen.

2 – Großer Rundweg

Dies ist eine weitere Option für den Rundweg unter „1“, aber in dieser Variante läuft der Weg nicht durch den bestehenden Park, sondern über das in den nächsten Jahren aufgegebene Gelände der Mags, das direkt an den Park grenzt und nach Zusammenzug der Grünpflegebereiche im Nordpark leersteht. Es braucht dann eine neue Nutzung.

Eine Integration in den Park böte sich hier an und würde den eher zufällig gewachsenen Zuschnitt des Parks besser ordnen.

3 – Beleuchtung

Die Wege des Parks waren einst beleuchtet. Nach und nach fielen die Lampen dem Vandalismus zum Opfer und wurden nicht mehr ersetzt, der Park wurde nachts sehr dunkel. Der Punkt auf der Karte ist die Stelle, an der die vorletzte Lampe entfernt wurde, eine steht noch etwas östlich davon.

Ein solcher dicht bewaldeter Park ohne Beleuchtung geht ganz einfach nicht. da muss eine moderne Beleuchtung an die Hauptwege. Modern bedeutet hier eine insektenfreundliche LED-Beleuchtung, die so wenig wie möglich nach oben abstrahlt, aber die Wege nachts klar sichtbar macht.

Vielleicht als Projekt für Ingenieure an einer der Hochschulen in der Umgebung für netzunabhängige Beleuchtung? Ich meine, wenn wir von der RWTH schon fliegende Autos kriegen, sollte es doch auch möglich sein, etwas Sinnvolles in die Stadt zu holen.

4 – „Spinnennetz“

Sandkuhle im Freizeitpark Dahl

Loch mit Geschichte: Hier war mal ein Klettergerüst. Und vorher ein Teich.

Hier befand sich bis vor etwa einem Jahr ein Klettergerüst aus Seilen, das so genannte Spinnennetz.

Es war neben dem Spielplatz am Haupteingang die aktivste und bestbesuchte Anlage des Parks und sein Herzstück. Alle im Stadtteil kannten das Spinnennetz, selbst heute noch ist sein ehemaliger Standort ein beliebter Treffpunkt, an dem man eigentlich immer jemanden trifft.

Das wegen Brandschaden entfernte Klettergerüst braucht einen Ersatz. Das muss nicht unbedingt wieder ein Klettergerüst sein, wobei dieses halt als Herz des Parks extrem erfolgreich war. Wichtig ist, diese Struktur zu erhalten. Ein solcher Platz ist für das Sozialgefüge eines Stadtteils wichtig.

5 – Skateranlage

Südlich des bestehenden Bolzplatzes findet sich ein großer freier Platz, der keine Nutzung mehr hat, seit dort vor einigen Jahren ein schwer durch Feuer und Vandalismus geschädigter Unterstand mit Grilltischen entfernt wurde.

ich könnte mir gut vorstellen, dass man hier die Logik des Sportbereichs fortführt und die vorhandenen Sporrtanlagen durch einen Skatepark ergänzt.

6 – Bolzplatz/Sportbereich

Bolzplatz im Freizeitpark Dahl

Bolzplatz und Tischtennisplatten – guter Start


Dass hier ein Bolzplatz und Tischtennisplatten stehen, ist gut. Sie sind nur etwas vergessen und müssen saniert werden.

Der Bolzplatz braucht Netze in den Toren. Heutzutage ist bei Bolzplätzen auch ein Gitterzaun oder Netz rundherum üblich,damit der Ball auf dem Feld bleibt.

Die Tischtennisplatten könnte man mit befestigten Schlägern ausstatten.

Nur Bälle müssten die Leute immer noch selbst mitbringen. Wobei, gibt es eigentlich Bälleautomaten? Am besten noch mit Rückgabefunktion? Das wäre mal cool!

7 – Spielplatz am Haupteingang

Spieplatz zur Brunnenstraße

Der Spielplatz am Eingang Brunnenstraße


Der Spielplatz ist sehr schön. Er ist in den letzten Jahren geschrumpft, aber immer noch schön.

Einziges Manko: Er ist am Westrand mit Bahnschwellen begrenzt. Diese müssen dringend weg, sie gelten inzwischen als Sondermüll und dürfen auf keinen Fall in Spielplätzen verbaut werden. Das zählt auch nicht als Idee, das ist schlichtweg etwas, was getan werden muss.

8 – Grünabfallhalde

Grünabfallhalde in Dahl

Grünabfälle im Osteingang

Diese Anlage hat sich im Laufe der Zeit immer weiter in diese Ecke des Parks gefressen.

Da frage ich mich schon: Muss das sein? Kann man die nicht auf einer der unzähligen Brachflächen in der Stadt unterbringen? Zumal es ja nur ein Zwischenlager ist.

9 – Ehemaliger Abenteuerspielplatz

Apropos nicht schön: Der auf dem Satellitenbild noch erkennbare Abenteuerspielplatz ist längst verlassen.

Und ich meine verlassen: Der Spielplatz ist nicht etwa geräumt und entfernt worden, als er aufgegeben wurde. Nein, er wurde kurzerhand liegen gelassen und rottet nun unbeachtet vor sich hin. Irgendwann wurde noch der als Raum genutzte Frachtcontainer abgeholt, aber der Rest verfällt vor Ort.

Hölzerne Ruinen

Die nie weggeräumten Überreste des Abenteuerspielplatzes

Ja. Reinhold Schiffers zeigte sich bei dem Rundgang als einer der Initiatoren des Abenteuerspielplatzes auch heute noch stolz auf deren Werk und das auch durchaus zurecht. Aber ist es zuviel verlangt, dass man nachher auch den Müll mitnimmt, wenn man wieder geht?

Da müsste man nur mal mit einer Harke und einer Schubkarre durch, um das alles einzusammeln.

Würde ich durchaus auch selber machen, wenn ich dafür eine Erlaubnis bekomme und jemand das Zeug nachher zur Abfallumladestelle bringt.

10 – Sandkastenumgrenzung

Die große Sandkuhle ist recht aufwändig in der Pflege, weil das Gras aus dem umliegenden Hang immer wieder in diese hineinwächst.

Dagegen würde helfen, den Sandbereich klar abzugrenzen. Pflege ist unerlässlich, aber es ist natürlich besser, wenn diese nicht überhand nimmt und wenn die Kuhle nicht andauernd an den Rändern zuwuchert.

11 – Entenweiher

Hier, tief unten im Tal des eingangs gezeigten Hangs, liegen zwei keine Weiher.

Die Weiher waren nett und ruhig. Enten brüteten hier und in den Baumkronen des Hangs sah man das Mäusebussardpaar, das irgendwo hier ein Nest haben musste.Es gab Bänke zum Sitzen und einen großen Platz zwischen den Weihern zum Ruhen.

Irgendwann verschwanden die Bänke. Und die Treppenstufen des Weges, der den Hang hinunterführte. Der andere Weg wurde mit Holzresten blockiert und die Weiher wurden aufgegeben. Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Weiher sind noch da. Sie sehen heute so aus:

Entenweiher in Dahl

Das ist der Punkt, an dem ich mir Sorgen mache, was die Fotos für das Ansehen des Stadtteils tun


Können wir uns darauf einigen, dass die wieder hergestellt werden müssen? Müll raus, Schlamm raus, umgekippte Bäume wenigstens an die Seite räumen, Entenhäuschen wieder drauf, Wege reaktivieren, damit das nicht erneut ins Vergessen gerät und ungesehen verkommt.

12 – Treffpunkt

Die Initiative zur Vitalisierung Dahls nimmt einen Treffpunkt als eines der Kernstücke ihrer Überlegungen.

Was mir an dieser Stelle wichtig ist, ist ein Treffpunkt, der ausdrücklich nicht durch Gastwirtschaft oder Vereine betrieben wird, sondern an dem man jederzeit zwanglos zusammenkommen kann. Gastwirtschaft und Vereine sind wichtig und sollten in den Überlegungen ihren Platz haben, aber am Rande dessen wünsche ich mir auch einen Bereich mit überdachten Bänken, der für alle da ist und von dem man nicht vertrieben wird, wenn man keine Getränke kauft (ernsthaft, Deutschland ist schlimm, was das angeht).

13 – Wunschbox

Das wäre eine vorübergehende Einrichtung.

Hier wäre Platz für einen Kasten zum Einwurf von Zetteln, auf denen Besucher/-innen des Parks ihre Wünsche und Vorschläge mitteilen können. Technisch heissen diese Kästen etwas unglücklich „Kummerkästen“, ich bevorzuge etwas weniger negatives wie die „Wunschbox“ meiner Überschrift.

Wichtig ist, bei allen Plänen immer auch so direkt wie möglich jene zu erreichen, die den Park nutzen oder nutzen wollen.

14 – Bushaltestelle

Wahrscheinlich die kleinste Maßnahme in diesem ganzen Katalog: Direkt am Eingang des Parks befindet sich die Bushaltestelle Aktienstraße. Ich halte es immer für das Beste, Bushaltestellen wo immer möglich nach dem größten lokalen Orientierungspunkt zu benennen. Das bedeutet auch: Eine Bushaltestelle direkt am Eingang des Freizeitpark Dahl sollte auch Freizeitpark Dahl heissen.

Die Aktienstraße ist nur eine Straße, sie benötigt keine Werbung und ist ihrerseits (trotz sensationell toller Bewohner) recht unwichtig und unbekannt. Der Freizeitpark Dahl dagegen braucht öffentliche Präsenz und bietet, einmal etabliert, eine deutlich bessere Orientierung im Stadtbild und auf dem Stadtplan. Eine Parkfläche ist auf jeder Karte leichter zu finden als eine relativ kleine Wohnstraße.

15 – Rutschenkuhle

Hier geht es ordentlich runter zur Sandkuhle und wenn Kinder eines lieben, dann Rutschen in Sandkästen (oder Schwimmbäder). Perfekt für eine Rutsche neben dem Fußweg!

oder wie wäre es gar mit Rutschen rundherum?

16 – Ein bisschen Spinnen darf man

Am westlichen Rand des Parks gibt es diesen ewig langen, etwas vergessenen Weg den Hang entlang, an dem es ausser Bäumen wenig zu sehen gibt. Es geht hier stetig bergab (oder andersrum natürlich bergauf).

Was man mit so einer Stelle machen kann? ich erlaube mir mal, etwas zu spinnen. Denn oft sind spinnerte Ideen eine gute Vorstufe zu guten Ideen, nachdem man sie den Umständen und Möglichkeiten angepasst hat.

ich schlage hier eine Bahn für Sommerrodeln oder Teppichrutschen vor. Sommerrodeln in natürlichem Gelände am Niederrhein! Dafür muss man sonst erst in die Eifel oder nach Winterberg! Es ist großartig! Und leider auch ein Festmahl für Bedenkenträger. Aber hey, in der jetzigen Form ist es ja nur eine Idee, in welche Richtung man denken könnte.

Oh, da fällt mir ein, es gibt (oder gab, bin da grade nicht sicher) ja auch noch diesen Rutschpömpel im Stadtwald, wo man sich draufsetzen kann und dann an einem Seil hängend runterflitzt. Nein, ich habe keine bessere Beschreibung dafür als „Rutschpömpel“.
Okay, braucht wohl ein Foto:

Rutschpömpel

Stellt sich raus, der offizielle Name ist Seilrutsche – Bild: Coolstuff.de


Das wäre auch noch eine Option bergab.

17 – Neuer Nordosteingang

Der dünne Schlauch, der oben im Bild bis ganz an den Bildrand geht, ist ein Nebeneingang des Parks an der Brunnenstraße, zwischen Hausnummern 119 und 121. Der Eingang zwischen zwei Häusern und abzüglich einer Parkplatzeinfahrt ist eng, dunkel und lässt nichts vom dahinter liegenden Park erahnen.

Schön ist das nicht.

Deshalb schlage ich eine Verlegung des Eingangs vor. Der alternative Eingang führt vor den Eingang des Kleingartenvereins Dahl, der durch eine breite Einfahrt an die Brunnenstraße angebunden ist. Direkt daneben ist das weitgehend leere/grüne Gelände eines kleinen Autohändlers. Das macht diesen Bereich wesentlich heller und offener. Ein Eingang an dieser Stelle bietet sich förmlich an.

Der alte Eingang kann dann problemlos an den Parkplatz der Wohnhäuser fallen.

Das war noch lange nicht alles

Wenn die Ideen einmal anfangen, enden sie nicht so schnell. Noch während meiner Fotosammlung für diesen Artikel fielen mir die nahe des Bolzplatzes stehenden Spieltische auf, auf denen Felder für Schach/Dame, Mühle und Mensch-Ärger-Dich-Nicht fest eingelassen sind. Die sind inzwischen deutlich vom Alter gezeichnet, aber die Idee ist auf jeden Fall schön.

Spieltisch im Freizeitpark Dahl

Etwas verfallen, aber eine schöne Sache: Spieltisch mit Mühle und Mensch-Ärger-Dich-Nicht im Park


Wie kann man diese in die Gegenwart holen und aktivieren? Vielleicht ein Schachtisch mit fest eingebauten Figuren, die auf Schienen bewegt werden können, damit man nicht seine eigenen Figuren mitbringen muss? Da ist Platz für Innovation!

Es gibt noch so viele Möglichkeiten. Es würde mich freuen, davon zu hören. Denn nur bekannte Ideen können auch umgesetzt werden.