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Sieben am Sonntag 07.01.2018

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Also dann, fangen wir 2018 mal endgültig an.

Musik der Woche

Fangen wir das Jahr mit einem politischen Song an, den ich sehr wichtig finde. Ein Gegengewicht zum Rassismus-Geschrei bei jedem Kleinkram und einen Pseudomoralismus, der gegen Negerküssen/Mohrenköpfe vorgeht, als ginge es um das Schicksal der Welt.

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Medikament der Woche

Das wäre in der Tat ein beeindruckender Durchbruch: Britische Forscher präsentierten in der Nature Ergebnisse einer Versuchsreihe, bei der mit Hilfe eines experimentellen Alzheimer-Mittels Zähne dazu angeregt werden konnte, neuen Schmelz zu bilden und so den bisher als unumkehrbar geltenden Verlust von Schmelzmaterial bei Karies und Beschädigungen rückgängig zu machen.
Eine beeindruckende Entdeckung, mit der mittelfristig der Einsatz von Füllmaterialien komplett überflüssig werden könnte. Amalgam gilt als gesundheitlich bedenklich, Gold und Keramik sind teuer. Eigener Zahnschmelz ist dabei fest mit dem Zahn verwachsen und ein vollkommen ungiftiges Produkt des eigenen Körpers.
Aus naheliegenden Gründe an dieser Stelle kein Foto von verrottenden Zähnen.

Zecke der Woche

Und noch etwas von der Nature, dies etwas unangenehmer. Also, als medizinische Durchbrüche, nicht als Zahnschmerzen.
Das da im Bild ist eine neu entdeckte Zeckenart mit dem klingenden Namen Deinocroton draculi. Die gute Nachricht ist, dass sie sich in Gefiedern festsetzt, also nicht an Säugetieren wie uns interessiert ist. Die andere gute Nachricht ist, dass sie vor etwa 99 Millionen Jahren lebte. Die interessante Nachricht ist, dass sie im Gefieder von Dinosauriern lebte.
Die Zecke wurde mit einer Dinosaurierfeder und weiteren Zecken in einem Stück Bernstein gefunden, welches Material aus einem Dinosauriernest enthielt. Die anderen Zecken ähneln heutigen Arten, aber Deinocroton gehört einer völlig neuen Familie an. Der Fund beweist, dass Zecken schon sehr lange größere Tiere plagen.
Dies sind zugleich die bisher ältesten Funde ausgewachsener Zecken. Aus der Kreidezeit gab es bisher nur in Bernstein erhaltene Zeckenlarven.

Zensur der Woche

Wo wir am Anfang schon angedeutet bei der inhärenten Dummheit von Political Correctness waren: Das amerikanische Amt für Seuchenbekämpfung (CDC) hat es bei seinen Budgetbesprechungen offenbar für wichtig gehalten, bestimmte Wörter nicht mehr zu verwenden, weil sie kontrovers sein könnten. Nun muss ein Aufklärungsprojekt für Transgenderpersonen ohne den Begriff Transgender, ein Projekt zur Fötensicherheit ohne den Begriff Fötus und eines für besonders anfällige Menschen ohne den Begriff der Anfälligkeit auskommen. Die Begriffe seien umstritten.

Fahrrad der Woche

Quelle: Indiegogo

Quelle: Indiegogo

Gut, das Smacircle S1 ist nicht unbedingt das hübscheste Klapprad. Aber immehrin ist es ein einklappbares eBike im Rucksackformat mit einigen interessanten Ideen. Den Sattel etwa durch eine Art Nackenrolle zum Draufsetzen zu ersetzen, finde ich eine clevere Idee, die zusammengeklappt einen guten Handgriff ergibt. Und einen angenehm warmen, wenn man nach dem Fahren schnell ist mit dem Zusammenklappen und Losgehen.

Schmuckstück der Woche

Quelle: Etsy

Quelle: Etsy

Es sind die Details, die zählen. Etwa jenes, dass Perseus‘ erfolgreiches Abschlagen des Haupts der Medusa wohl kaum besonders ästhetisch war. Das nimmt diese Kette aus dem Etsy-Shop von StrangeLoopJewellery auf und nutzt es sehr schön.

Sperrung der Woche

An dieser Stelle noch ein ganz besonderer Glückwunsch an die BBC, die es geschafft hat, ein Video über die letzte Episode von Doctor Who mit der neuen Darstellerin Jodie Wittaker für die Hauptfigur zu sperren. Auf der Seite des Piratensenders aller Piratensender, der… BBC.

Quelle: BadWilf/Twitter

Quelle:


Das wird 2018

Auf den Jahresrückblick am 31. 12. folgt natürlich wieder der Ausblick am 1.1. Also, schauen wir mal, welche Pläne dieses Jahr bringt, bevor das Leben passiert und mit seinen eigenen Plänen daherkommt. Aber zunächst wie üblich Musik für den Ausblick.

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2018

Das große Schreiben

Natürlich geht auch 2018 das Schreiben weiter. Ich will den Trend aus 2017 fortführen, nach dem ich regelmäßig kurze Texte an verschiedene Publikationen verkaufen konnte, um eine breitere Basis von Geschichten zu haben, die sich in der Welt verteilen und über die neue Leser mich finden können. Das Ziel ist es, jede Woche einen solchen Text einzureichen. Nach meiner bisherigen Erfolgsrate würde das bedeuten, dass 2018 zwischen 20 und 30 kurze Texte von mir erscheinen. Eine Kurzgeschichte für 2018 ist ja bereits vom Verlag gekauft und verplant, Fetch Monkey im September.
Eine zweite wöchentliche Kleinaufgabe betrifft den Youtube-Kanal. Dieser wird 2018 wieder jede Woche eine neue Geschichte bieten. Anders als bisher werden dies original für den Kanal verfasste Geschichten sein, denn ich hatte eine Idee: Jede der 52 Geschichten für 2018 wird durch eine lokale Folkloregeschichte inspiriert. Ich habe eine Menge dieser Sammlungen alter Sagen aus Orten und Dörfern, die oft extrem wenig Inhalt haben, aber aus denen sich recht gut mehr machen lässt. Viele dieser Geschichten sind einfache Erwähnungen, dass es an diesem oder jenem Ort einen Geist gibt, aber oft ist ein bisschen was dabei. Zwischendurch wird es vielleicht auch ein paar bereits geschriebene Geschichten als Hörgeschichten geben, dies dann aber zusätzlich.
Wichtig ist an dieser Stelle, mehrere Wochen im Voraus parat zu haben, um Ausfälle aus diversen Gründen zu vermeiden. Ich habe 2017 mit Paul das Rentier gesehen, wie komplett ein einziger Ausfall den Arbeitsfluss für eine ganze Reihe abreissen kann.
An der Buchfront geht es 2018 aller Voraussicht nach weniger um komplett neue Titel, als um eine Aktualisierung des Portfolios. Die Meilensteine der Evolution gehen 2018 in dickeren Büchern auf, mit vier dicken statt den einst geplanten zehn dünnen Bänden. Dieses Cover ist Müll ist inzwischen nicht mehr marktgerecht, ich werde es aus dem Verkauf nehmen, sobald ein neuer Titel fertig ist, die Lücke zu schließen. Unter Wittgensteins Löwen erhält 2018 eine leicht erweiterte Ausgabe, die zu großen Teilen bereits fertig ist. Ebenso habe ich mich entschieden, statt eines zweiten Bandes eine stark erweiterte Neuauflage von How to Sing Butterflies herauszubringen – die deutsche Ausgabe Stückwerk wird dann von Anfang an dicker sein.
2018 steht in den Kinos ein neuer Teil der Jurassic-Park-Reihe an und damit einher geht auch eine Aktualisierung für mein Begleitbuch The Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World.
Paul das Einhorn erhält pünktlich zur Vorweihnachtszeit eine illustrierte Papierausgabe, für die ich im Laufe des Jahres noch jemanden für die Illustrationen finden muss.
Und dann ist da noch die Aussicht auf eine Beteiligung an einem Großprojekt mehrerer Kreativer, zu dem ich noch nicht zu viel verraten möchte. Ausser, dass es spannend wird!
Alles in allem also eine Wende zu mehr kurzen Texten an mehr Orten und zu Projekten, die bei besseren Ergebnissen weniger Zeit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig werde ich meine Zeitplanung verbessern und so regelmäßig Zeit speziell zum Schreiben einplanen, die ich in der Vergangenheit viel zu sporadisch zugeteilt habe.

Youtube

Davon ab, dass ich natürlich auch 2018 weitere Videos für die beiden Youtube-Kanäle produziere, will ich mit beiden auch auf eine positive Bilanz kommen.
Extra Extra ist momentan ein Nullsummenspiel, Thomas Diehl liest hat noch gar nicht den Status erreicht, Werbeeinnahmen erzeugen zu können. Das will ich 2018 ändern. Davon ab werde ich die englischen Inhalte aus Thomas Diehl liest auf einen exklusiv englischen Kanal verlagern, der dann als dritter dazukommt. Die bisherige Lösung, englische und deutsche Geschichten auf den selben Kanal zu laden, wird extrem schnell unübersichtlich und unpraktikabel.
Alles in allem läuft es darauf hinaus, dass ich Youtube als Teil der Routine und zusätzliches Standbein einsetze.

Politik

Mein klares Ziel im politischen Bereich ist es, zu einer stärkeren inhaltlichen Politik zu kommen. Endlich ein Jahr (hoffentlich) ohne Wahlen, in dem man so etwas in Ruhe angehen kann.
Im Januar starte ich bei den Grünen einen neuen Arbeitskreis Verkehr, der dies in einem Teilbereich stärken soll und zugleich neue Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Wir hatten einen solchen Arbeitskreis schon ein mal bis 2012. Diese Wiederbelebung des Konzepts knüpft daran an.
Politik ist stets ein Feld voller Überraschungen, daher möchte ich noch nicht zu viel konkret planen, aber auch hier kann ich sagen: Da wird sich in Gladbach 2018 viel tun. Wir haben da ein klasse Team, das viel anpacken will.

Dahler Oase

Mein monolithisches Großprojekt ist zur Zeit so weit vom Autoren- und Politikerdasein entfernt, wie man es sich nur vorstellen kann. Denn zur Anlage der Dahler Oase gehört Anpacken mit Werkzeug und Dreck. Irgendwo der perfekte sonntägliche Ausgleich zu der ganzen Schreibtischarbeit.
ich fasse das Ziel mal so zusammen: Bis zum einjährigen Jubiläum im Sommer soll aus den noch bescheidenen Anfängen der Oase ein veritabler kleiner naturnaher Park erwachsen. Die ganz großen Arbeiten sind inzwischen fast fertig, fürs Frühjahr steht die Detailarbeit an. Schilder wollen aufgestellt, Pflanzen gepflanzt und Bauten wie Hochbeete gebaut werden. Und natürlich soll das Ganze auch deutlich stärker publik werden.
Wir haben in der kurzen Zeit zwischen Hochsommer und Schlechtwetterphase schon einiges tun können. Natürlich hoffen wir für Frühling und Sommer auf eine deutlich längere Zeit mit gutem Wetter für die Gartenarbeit.

Das alles ergibt ein gute gefüllt aussehendes 2018. Aber es ist auch nach meinen bisherigen Erfahrungen ein gutes Level an Zielen, das ziemlich gut mit meiner verfügbaren Zeit und Energie hinkommt und noch ausreichend Reserven für Überraschungen lässt. Denn natürlich wird sich im Laufe des Jahres noch so manches ergeben. Und vieles wird mir wieder sehr kurzfristig einfallen und alles durcheinanderbringen.
Ich bin gespannt.
Ein erfolgreiches und spannendes Jahr euch allen!


Das war 2017

2017 war ein langes Jahr. Ich habe in einigen Jahresrückblicken schon das Erlebnis gehabt zu fragen: „Wie, das war noch dieses Jahr?“

Nun, diese Dinge sind mit Sicherheit alle von diesem Jahr. Und obwohl ich im Juli zu großen Teilen ausgefallen bin, weil ein Fahrradunfall meine Arme für einige Wochen nahezu unbrauchbar gemacht hat, gibt es da doch einiges zurückzublicken. Wobei der Unfall da durchaus zugehört. Zu erleben, wie plötzlich man so heftig eingeschränkt werden kann, ist eine prägende Erfahrung.

Aber hier möchte ich mich auf Erreichtes konzentrieren, also, Musik ab und los:

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Was mit Medien

How to Sing Butterflies How to Sing Butterflies DX Rezepte für den Schmortopf Eye to the Telescope 101 Fiction Steaks, Walls And Dossiers

Das sieht doch schonmal nicht schlecht aus, so eine große Sammlung von Titeln für ein Jahr. Ich muss allerdings auch sagen, dass vieles davon Beiträge zu größeren Projekten sind.

Den Anfang machten jedoch komplett eigene Veröffentlichungen: Im Februar erschien eine überarbeitete Neuauflage des Coverdesign-Ratgebers Dieses Cover ist Müll, meines inzwischen sechs Jahre alten ersten eBooks.

Ihm folgte eine erste Premiere für das Jahr: How to Sing Butterflies und seine erweiterte Variante How to Sing Butterflies DX sind seit April als Papierausgaben erhältlich. Zwar nur bei Amazon, aber immerhin. Und das sieht schon nach etwas aus, so eine physische Ausgabe seines Werks in den Händen halten zu können:

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück

Aus der Reihe Meisterwerke des 21. Jahrhunderts, das Kronstück


Es folgte im Mai die erste Veröffentlichung eines vollständig von mir übersetzten Kochbuchs. In der Vergangenheit hatte ich immer wieder einzelne Rezepte übersetzt, das ist meine erste volle Übersetzung eines Buchs. Kochbücher zu übersetzen ist eine recht spezielle Aufgabe. Eine gute Übersetzung erfordert nicht nur Kenntnisse der Sprache, sondern auch der unterschiedlichen Warensortimente in den unterschiedlichen Ländern und ihrer Möglichkeiten, Ersatzprodukte zu beschaffen oder herzustellen. Sehr viele Kochbuchübersetzungen fallen dadurch mit seltsamen Zutaten und Maßeinheiten auf. Ich bin recht stolz vermelden zu können, dass dies bei meinen Übersetzungen nicht vorkommt.

Apropos stolz: Der September sah die Verwirklichung eines lange angedachten Projekts, als ich die Gelegenheit beim Schopf packte, bei der Schauzeit in Rheydt mitzumachen, eine Gruppe von insgesamt 19 Autoren aus Mönchengladbach versammelte und mit diesen für einen Monat in einem leeren Ladenlokal in Rheydt eine kleine Bibliothek aufbaute. Diese Geschichte gibt es ausführlicher hier

Getane Arbeit, einladender Raum, unsere kleine Bibliothek

Getane Arbeit, einladender Raum, unsere kleine Bibliothek


Diesem Projekt folgte mit Fling of Petals bei Eye to the Telescope mein erstes jemals veröffentlichtes Gedicht, etwas, was ich niemals erwartet hätte. Aber manchmal schlägt die Inspiration einfach zu. Etwa gleichzeitig verkaufte ich auch die Kurzgeschichte Fetch Monkey an das für mich perfekt benannte Mad Scientist Journal, aber bis es die zu lesen gibt, müsst ihr euch noch bis September 2018 gedulden.

Was ich damit überschnitt war der Start meiner Youtube-Aktivitäten. Zunächst Extra Extra mit seinen Tests von Heftbeilagen, der sich inzwischen zu einem Lego-Kanal entwickelt. Und dann im November ein Kanal unter meinem Namen, auf dem ich meine Kurzgeschichten einspreche. Letzterer stotterte zuletzt mit dem Projekt der täglichen Weihnachtsgeschichte um Paul das Einhorn, ein Fehler, aus dem ich mit Sicherheit lernen werde. Natürlich wird Paul noch sein restliches Abenteuer erleben dürfen, ich habe nur den Zeitaufwand einer täglichen Serie unterschätzt und werde die Geschichten für den Kanal in Zukunft anders organisieren. Aber auch das ist eine wertvolle Erfahrung in einem Medium, in dem ich zuvor noch nie gearbeitet hatte.
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Mit dem November kam auch eine weitere Kurzgeschichte dazu, die Anfang Dezember veröffentlichte Fantasy-Kürzestgeschichte Chiselled, veröffentlicht Anfang Dezember bei 101 Fiction und meine erste Veröffentlichung in britischem Englisch.

Mein literarisches Jahr schloss im Dezember mit einer Überraschung: Ich hatte nicht mehr erwartet, dass die eigentlich für Januar 2017 geplante Trump-Parodiensammlung Steaks, Walls and Dossiers noch erscheinen würde, doch sie tat es und meine kurze Persiflage In Thine Image war wie erhofft Teil der Anthologie. Übrigens einer von zwei Beiträgen aus Deutschland neben The Trump that Ate the Solar System von Cora Buhlert aus Bremen.

Mission Weltverbesserung

Ich muss zugeben, ich bin zu faul nachzuschauen, in welcher Reihenfolge die vielen politischen Ereignisse kamen, an denen ich dieses Jahr Teil nahm. Wahrscheinlich vergesse ich dabei auch ein-zwei Dinge, aber was soll’s. Übrig bleiben die Eckpunkte, die am besten in meiner Erinnerung blieben.

Erstmal die Formalitäten abräumen: Im April Vorstandssprecher der Grünen Mönchengladbach geworden, im November Beisitzer im Vorstand des Bezirksrats der Grünen Niederrhein-Wupper. So, und jetzt zu den wichtigen Sachen. Ach nee, ein Foto noch vom Gladbacher Vorstand, soviel Zeit muss sein:

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

v.l.n.r.: Ulla Schmitz, Thomas Diehl, Anita Parker

Das Fotoarchiv verrät mir, dass die Eröffnung der Radstation am Hauptbahnhof Mönchengladbach in diesem Jahr war. Ein ewig langer politischer Prozess findet damit endlich seinen guten Abschluss. Das reicht ja bis tief in die Zeit der Ampel zurück.

Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. Da muss irgendwo ein Nest sein.

Nur viel Glück beim Versuch, ein Rad abzustellen, da waren am Freitag ganz viele Politiker, Presseleute und Vereinsobere im Weg. Da muss irgendwo ein Nest sein.


Natürlich waren auch zwei große Wahlkämpfe. Das war ziemlich viel Energie, die Landtags- und Bundestagswahl erfordert haben. Dass nun wieder Schwarz-Gelb in NRW dran ist und die Lage im Bund weiter in der Schwebe bleibt, ist natürlich schade, aber ich kann sagen, wir hier bei den Grünen in MG haben alles für ein gutes Ergebnis getan und da waren einige wirklich fleissige Helfer und natürlich drei sehr gute Kandidierende bei. Obligatorisches Symbolbild zur Auflockerung des Textes in 3,2,1…
Ja, das 1. und 2. hat einen Sinn. Den hat nur niemand verstanden. Einschließlich der meisten Wahlkämpfer

Der Christpher-Street-Day brachte den Nebeneffekt, dass ich erstmals eine Rikscha fahren durfte. Wackeliges Gefährt mit einem Dach genau in Höhe meiner Augen. Was für ein Abenteuer! Oh und wie man auf dem Bild erkennen kann, wurde ich auch noch von menschenfressenden Ballons angegriffen, weswegen man mich hinter diesen suchen muss. Das ist bald schon videospielwürdig.

In Regenbogenfarben geschmückte Rikscha vor dem Festplatz des CSD Mönchengladbach 2017

Ich schwöre, die Ballons haben ein Bewusstsein und versuchten genau im Moment des Fotos, mich aufzufressen. Ich konnte grade so entkommen!


In internationaler Mission kam ich nach Bonn (Fahrraddemo zur Weltklimakonferenz) und in das belgische Städtchen Tilleur, wo ich einen proppenvollen Bus zur Menschenkette gegen das bröckelige Atomkraftwerk in Tihange organisierte, im Tandem mit einem ebenso vollen zweiten Bus der Linken und einem von uns unabhängigen Bus der Stadt Mönchengladbach. Was übrigens ein echtes Opfer war, mit einem nur halb verheilten Arm in einer Menschenkette zu stehen, kann durchaus schmerzhaft werden.
Hallo, Bonn, wir sind da!

Hallo, Bonn, wir sind da!


tilleur-kette
National sah mich nach ein paar Jahren Berlin mal wieder, diesmal gleich zweimal zu Bundesparteitagen. Aber auch ins Braunkohlenrevier ging es mal wieder, dieses Jahr nicht so viel wie noch vor dem Abriss Borschemichs. Ich war ein paar mal in Immerath, Fotobeweise gibt es aber nur vom Hambacher Forst, wo Franz Bauman und ich Mitte Dezember Decken und Schlafsäcke sowie weiteren Kleinkram (Klopapier, Essen) vorbeibrachten.
Vier Gladbacher in Berlin

Vier Gladbacher in Berlin

Zwei Gladbacher im Hambacher Forst

Zwei Gladbacher im Hambacher Forst


Ich bin ziemlich sicher, sehr vieles überschlagen zu haben. Es war viel und ich habe mich etwas an den Fotos hier im Blog entlanggehangelt, um es noch nachzuvollziehen. Und manches war auch intern, wie das bei Politik so ist. So haben wir vom Vorstand dieses Jahr sehr viel getan, um als Gladbacher Grüne offener und einladender aufzutreten.
Ich bin sehr glücklich damit, wie viel wir in Gladbach zur Zeit bewegen und wohin sich die Gladbacher Grünen als Partei entwickeln.

Spaten reimen nur unsauber auf Garten

Aber hey, wer einen sauberen Spaten hat, ist wahrscheinlich nur faul. Oder hat keinen Grund, einen Spaten zu besitzen.

Wie dem auch sei, nach langer Wartezeit konnten wir von der Transition-Town-Initiative Mönchengladbach Mitte 2017 endlich den Pachtvertrag für einen neuen öffentlichen Garten unterzeichnen, die Dahler Oase. Diese darf ich nun leiten und auch wenn der Start im Hochsommer denkbar ungünstig war, um etwas anzupflanzen, haben wir doch seitdem einiges geschafft.
Es galt eine Zuwegung und Wege über das Gelände selbst freizumachen, wuchernde Brombeeren zurückzudrängen, neue Pflanzen einzusetzen, Äpfel und Birnen in Massen zu ernten und bei der Eröffnung einen erfreulich großen Besucherandrang zu bewältigen. Und das alles ohne Strom und Wasser.
Das ist alles keine Arbeit von fünf Minuten, aber ich bin auch hier mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden. Die Brombeeren sind so gut wie besiegt, es gibt einen großen Weg rund um das Gelände und durch den dazugehörigen Wald (zusammen immerhin 6.000 m2). Wir haben eine große Zahl von Nutzpflanzen (insbesondere Beerne, aber auch Knoblauch, Waldmeister, Lavendel und Heckenzwiebeln) im Gelände angesiedelt. Die Bank mitten auf dem Gelände ist natürlich ein sehr deutliches Zeichen, dass hier was passiert.
Richtig groß wird das natürlich alles aussehen, wenn das Frühjahr kommt und unsere Ansiedlungen aufblühen.

Aus Paletten gefertigte einfache Sitzbank

… es ward eine Bank


Hobby: Amoklaufen

Hobby: Amoklaufen


Besucher pflücken im Garten Äpfel
Spaten, garantiert dreckig, wie es sich gehört

Spaten, garantiert dreckig, wie es sich gehört

War’s das?

Oh, bei weitem nicht aber das waren die drei großen Themen des Jahres, in denen richtig viel auf einmal passiert ist. Und dabei war die erste Jahreshälfte noch eine richtig ruhige Zeit, in der ich im Grunde für die zweite Anlauf genommen hatte (was auch so gedacht war).
Und 2018? Nun, dazu komme ich morgen, aber soviel sei schon verraten: Es wird nicht weniger los sein. Ganz im Gegenteil.


Sieben am Sonntag 10.12.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Okay, wir haben das eine Weile nicht mehr gemacht. Betrachtet es als eine Rückkehr zur Normalität.

Musik der Woche

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Lindsey Stirling ist immer ein paar Anhörungen ihrer Songs wert. Wobei Christmas C’Mon anlassbezogen wohl das zuckrigste ihrer Videos ist. Ich bin kein Fan von Becky G, aber im Duett mit Stirlings Gitarre funktioniert ihr Auftritt sehr gut.
Der Tiefgang ist nicht besser als Helene Fischer, aber bei Lindsey schaltet man für die Gitarrenmusik rein, insofern ist das okay.
Übrigens wäre an dieser Stelle fast Nie wieder Krieg, nie wieder Las Vegas von den Ärzten aufgetaucht, in Erinnerung an den Tod der RTL-Hütchenspiellegende Salvatore, gespielt von Franco Campana, der vor einigen Wochen verstorben ist. Aber jetzt ist Dezember und dann gibt es Weihnachtsmusik. Oh, merkt euch den Helene-Fischer-Nebensatz, der kommt diesen Monat noch zurück.

Rant der Woche

„Woran erkennt man einen Veganer?“
„An der Schwarm von Nichtveganern, die ihn umschwärmen und von der Falschheit seines Weges zu überzeugen!“
Was soll das heissen, so geht der Witz nicht? So ist es aber einfach und dieser Rant bei der Huffington Post (die ich normalerweise wegen der erschlagenden Werbung nicht verlinke) ist eine ziemlich gute Zusammenfassung der Situation.
Ja, ich weiss, der Artikel ist von vor fast zwei Jahren, aber dadurch wird er nicht schlechter.

Dinosaurier der Woche

halszkaraptor
Halszkaraptor ist ein seltsamer kleiner Dinosaurier aus der Mongolei. Er stellt offenbar eine amphibische Form der Raptorenfamilie dar, mit zu Flossen umgebildeten Armen, wie sie kein zweites Mal in der bekannten Tierwelt zu finden sind.
Damit füllt sich die Riege im und am Wasser lebender Dinosaurier langsam. Neben Halszkaraptor haben sich in den letzten Jahren auch der nordafrikanische Spinosaurus und der zentralasiatische Psittacosaurus als Bewohner der Binnengewässer erwiesen. Ich bin heute noch stolz darauf, diese Entwicklung beim Spinosaurus fast 20 Jahre vor der tatsächlichen Entdeckung aufgrund einiger Merkmale verwandter Arten vorausgesagt zu haben.
Für Interessierte bietet die Veröffentlichung zu Halszkaraptor in Nature nicht nur viel Text, sondern auch viele Aufnahmen des gefundenen Skeletts.

Klimaschutzmaßnahme der Woche

Lasst uns niemals von der Ausgeburt des Bösen sprechen, die Heissluftfritösen repräsentieren. Niemals!

Lasst uns niemals von der Ausgeburt des Bösen sprechen, die Heissluftfritösen repräsentieren. Niemals!

Forschungen an der Universität von Reading haben ergeben, dass sich Fett in der Atmosphäre hochinteressant verhält. Einmal in der Luft (etwa beim Frittieren von Speisen), verhält es sich deutlich zäher und langlebiger als Wasser. Dadurch regt es die Bildung von Wolken an und stabilisiert diese, was durch Reflexion von Sonnenlicht einen Kühleffekt hat.
Also, mehr Pommes! Wir müssen hier schließlich die Welt retten!

Energiekrise der Woche

Das war leider abzusehen: Bitcoins werden ein ernsthaftes Energieverbrauchsproblem.
Der Kern des Problems ist dieser: Mit jeder generierten Bitcoin steigt die nötige Rechenkraft pro Bitcoin exponenziell an. Das ist kein Versehen, das war Absicht bei der Erfindung der Bitcoins, um die Menge der verfügbaren Bitcoins zu begrenzen. Die Menge an Bitcoins im Umlauf sollte mit der Zeit langsamer wachsen. Klingt zunächst ganz sinnvoll.
Das Problem dabei ist, je mehr Rechenkraft ein Vorgang verbraucht, desto mehr Energie verbraucht er auch. Und bei exponenziellem Wachstum kann das schnell ausser Kontrolle geraten. Und jetzt verbraucht der Handel mit Bitcoins mehr Strom als die gesamte Republik Irland. Das sind eine Menge Kraftwerke, die man für so einen Energieverbrauch am Laufen halten muss. Mehr als Alaska.
Wenn die Wachstumsrate sich fortsetzt, verbrauchen Bitcoins zum Februar 2020 die gesamte Menge des auf der Erde gegenwärtig hergestellten Stroms. Das ist kein langer Zeitraum. Wir sollten diese Bullshit-Währung abschaffen. Sofort!

Staatsgründung der Woche

Die kleinste Nation der Erde besteht gegenwärtig aus einem einzelnen Satelliten im Orbit des Planeten. Asgardia hat eine Bevölkerung von 114.000 (Datensätzen der Bürger) und existiert für etwa anderthalb Jahre, bevor es in der Atmosphäre verglüht, nachdem es in den nächsten Tagen von der ISS abkoppelt.

Fahrrad der Woche

Es gibt deutlich zu wenig ungewöhnliches im Internet. Hier ist Darth Vader auf einem Einrad, wie er mit einem Flammen werfenden Dudelsack Schnee schiebt.

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Bonus: Buch der Woche

Steaks, Walls And DossiersNatürlich kann ich diese Anthologie nicht vergessen: Steaks, Walls and Dossiers ist eine Sammlung von 13 Parodien auf einen berühmt-berüchtigten aktuellen US-Präsidenten, dessen Identität ich hier nicht verrate.
Mit dabei ist auch eine Kurzgeschichte von mir. In Thine Image it ein parodistisches Spiel mit Trumps Narzissismus am Ende seiner ersten Amtsperiode. Ich hatte sehr viel Spass mit dem Schreiben dieser Geschichte und hoffe, sie vermittelt dies auch beim Lesen.
Die Sammlung ist in Englisch und dies ist eine Geschichte, die sehr schwer zu übersetzen sein wird, weil die Pointe am Ende komplett auf einer sprachlichen Besonderheit des Englischen beruht.

Das eBook gibt es zur Zeit für 0,99 € bei Amazon, weitere Shops sollen demnächst folgen.


Sieben am Sonntag 19.11.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

wird erst beim Draufklicken geladen. Beim Laden werden Daten an youtube.com übermittelt

ist gar nicht so leicht, einbettbare Videos zu AC/DC zu finden, da Vevo offenbar die Möglichkeit des Einbettens abgestellt hat. Na gut, dann halt eine Coverversion der Foo Fighters von Let There be Rock.
Ein wenig ironisch, wie schwierig es ist, dem in einer Demenz gestorbenen AC/DC-Gitarristen Malcolm Young zu gedenken.

Weihnachtsstimmung der Woche

Sanitärta Clause - Bild: MiniintheBox

Sanitärta Clause – Bild: MiniintheBox

Also, wenn das keine Weihnachtsstimmugn ins Haus bringt., dann weiss ich auch nicht weiter.
Ich bin zugegeben deutlich näher an dem Gedanken, dafür einen Zehner loszuwerden, als eine gesunde Person im allgemeinen sein sollte.

Allianz der Woche

Am Rande des Klimagipfels in Bonn, von dem im Allgemeinen nicht viel realistisch erwartet wurde, hat sich eine Gruppe von Staaten für den Kohleausstieg zusammengefunden.
Natürlich ist Deutschland nicht dabei, weil es ein Dritte-Welt-Land mit primitiver Stromversorgung aus riesigen Brennkraftwerken ist, das über keine vernünftigen Ingenieure zu verfügen scheint, die diese Situation beenden könnten. Aber dafür große Nationen wie das Vereinigte Königreich und Kanada.

Acker der Woche

Garten fürs mobile Wohnen - Bild: a href="https://inhabitat.com/40-foot-shipping-container-farm-can-grow-5-acres-of-food-with-97-less-water/">Inhabitat

Garten fürs mobile Wohnen – Bild: a href=“https://inhabitat.com/40-foot-shipping-container-farm-can-grow-5-acres-of-food-with-97-less-water/“>Inhabitat

Das Konzept der hydroponischen Farm erlebt derzeit große Fortschritte auf allen Ebenen. Unter dem Namen „Local Roots“ stellt sich der bisher effizienteste Ansatz vor.
Neben dem extrem geringen Wasserverbrauch des Konzepts im halb geschlossenen Kreislauf (3% eines Ackers mit gleichem Ertrag), spart es auch einiges an Energie bei der Beleuchtung, indem es mit Solarzellen LEDs betreibt, die nicht Tageslicht ausstrahlen, sondern auf die ideale Beleuchtung der darin angebauten Lebensmittel abgestimmt sind. Damit können dort Lebensmittel das ganze Jahr durch unter optimalen Bedingungen herangezogen werden.
Interessant ist das nicht nur für Großstädte, sondern vor allem auch für die Raumfahrt.

Küchenfund der Woche

Zustand der Welt, Symbolbild

Zustand der Welt, Symbolbild


Worst of Chefkoch ist ganz allgemein ein sehr empfehlenswertes Blog über die abgründigen Tiefen der großen Koch-Community. Aber manchmal finden die selbst für ihre Verhältnisse neue Rekorde der Tiefenvermessung. Und so präsentiere ich mit großer Scham den Nufleika-Toast. Nutella-Fleischwurst-Käse-Toast, falls sich jemandem die Abkürzung nicht erschließt.
Ich würde empfehlen, ihn möglichst schnell der Toilette zuzuführen, habe jedoch die Befürchtung, das selbige sich dann übergibt. Jingle Bells singend. Und dann kommt wieder die gottverdammte GEMA.
ber niemand sage etwas schlechtes über die Bottropper Schlacht. Eine Pizza mit Currywurst und Fritten! Geniestreich!

Currywurst der Woche

Apropos, auch das ist diese Woche in der Presse gewesen: Currywurst mit Fritten am Stiel, erfunden in Duisburg. Denn kulinarisch hält das Ruhrgebiet zusammen, da kommt kein Blatt zwischen. Leider ohne Pizzaboden. Ich glaube, ich will gar nicht so genau wissen, wie das Ding am Stiel hängen bleibt.

Ausflug der Woche

Fahrräder bis in die Unendlichkeit

Fahrräder bis in die Unendlichkeit

Das war zwar schon letzte Woche, aber letzte Woche war ich stark mit Youtube beschäftigt und zudem den ganzen Sonntag unterwegs. Also kommt das diese Woche rein.
Denn im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Bonn gab es letzte Woche Samstag eine riesige Demo zum Klimaschutz in Bonn. Und ab Köln ging eine Fahrraddemo, an der ich und ein paar Freunde, von denen eine ganze Reihe Stefan oder Stephan hieß, teilnahmen.
Die allein hatte mehrere tausend Teilnehmer. Da fuhr aus dem Kölner Süden mal eben so viel an Rädern nach Bonn, wie hierzustadte insgesamt bei einer Sternfahrt zu sehen sind. Gut, nicht alle kamen aus Köln (offensichtlich, ich ja auch nicht), aber die Masse war halt einfach beeindruckend. Und so ging es im Namen des Klimaschutzes den Rhein hinauf und nachher natürlich auch wieder diesen herunter. Und dazwischen war ich absolut beeindruckt ob der schieren Größe der Demo in Bonn. Nur die Hoffnung, dort irgendwelche bekannten zu finden, mit denen ich nicht bereits angereist war, die konnte ich in dieser Riesenveranstaltung natürlich begraben.
Dennoch eine schöne Fahrt und eine Demo, die sicher Eindruck gemacht hat. Auch wenn die Polizei offenbar völlig überfordert war. Dass diese in Bonn die Lage für sich selbst durch Zweiteilen der Demo nur noch schlimmer gemacht hat (es gab dann halt zwischenzeitlich zwei separate Demos, die kurz vorm Ziel wieder zusammentrafen), war da durchaus exemplarisch.


Sieben am Sonntag 05.11.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

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hätte gedacht, dass System of a Downs Brüllklassiker Chop Suey so gut als Jazzversion funktioniert?
Es gibt bei Youtube eine ganze kleine Szene dieser Videos. Der bekannteste Kanal ist wohl Postmodern Jukebox, aber die finde ich in der Regel nicht besonders gut. Robyn Adele Anderson gibt sich da schon sehr viel mehr Mühe, wenigstens klingt es so.

Entdeckung der Woche


Einen neuen Menschenaffen entdeckt man nicht so oft. Der letzte war der Bonobo 1929. Nun hat ein Team aus Zürich nachgelegt. Pongo tapuniliensis, der Tapanuli-Orangutan ist eine isoliert von seinen Artgenossen auf Sumatra lebende neue Art der großen orangen Affen. Die Tiere haben einige sehr interessante Eigenschaften, etwa eine deutlich breitere Nahrungspalette als andere Orangutans. Hätten sie nicht das Pech, menschlichem Einfluss zum Opfer zu fallen, wäre das ein ziemlich starkes Erfolgsmodell für die Art, mit dem sich auch Homo sapiens schon von den anderen Menschenaffen absetzen konnte (gemeinsam mit den Schimpansen).
Aber leider ist der Mensch ein Problem und so besteht diese Gruppe aus nur etwa 800 Individuen, ist damit vom Aussterben bedroht und weist genug Verdachtspunkte für Inzuchtprobleme auf, um einen Adelstitel verliehen zu bekommen.

Strategie der Woche

Die Polizei in Berlin nimmt sich ein Vorbild an einigen Youtubern und TV-Journalisten (können wir die nicht analog den Youtubern als TVler bezeichnen? Oder Glotzler?) und jagt Fahrraddiebe nun aktiv mit Hilfe von GPS-Ortungsmodulen an manipulierten Fahrrädern.

Literaturkritik der Woche

In der jüngsten Ausgabe der Fernseh-Literaturtalkshow lesenswert des SWR sagt der Kritiker Dirk Schümer, von Gastgeber Denis Scheck auf seine schlechte Meinung über den Literaturnobelpreis angesprochen: „Wenn man sieht, wie viel Idioten den gekriegt haben – von Jelinek bis Grass.“ Und der Moderator stimmt zu: „Von Bob Dylan ganz zu schweigen.“

Wow. Ich meine, ich mag Grass‘ Ergüsse ja auch nicht besonders und habe Jelinek nie gelesen, aber das ist schon ein ziemlich heftiges Kaliber an Schimpfwörtern für eine Literaturkritik.
Sowas bewahrt man sich für AfD-Mitglieder und Kreationisten auf, aber nicht für diese Leute.
Und Daniela Strigl hat ja Recht: Dass das kein Skandal wurde, ist ein Skandal. Aber wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die öffentlich-rechtlichen Sender, allen voran die Dritten, mit Ausnahme weniger Sendungen in der öffentlichen Meinungsbildung keine nennenswerte Rolle mehr spielen. Das wiederum ist sehr beruhigend.

Rekonstruktion der Woche

Waldorfosaurus? Statlersuchus? - Bild: Matt Celeskey

Waldorfosaurus? Statlersuchus? – Bild: Matt Celeskey

Nein, das ist Avicranium, eine neu entdeckte Art aus der Gruppe der Drepanosaurier.
Die Drepanosaurier waren eine seltsame Gruppe in den Bäumen lebender Reptilien, die etwa zur Anfangszeit der Dinosaurier neben diesen lebten. Es handelt sich um Tiere, die oberflächlich den heutigen Chamäleons ähnelten, aber ihre oft mit einer Kralle versehenen Schwänze machen auch hier den Unterschied deutlich. Sie scheinen vielmehr entfernt mit den Flugsauriern verwandt zu sein.
Matt Celeskeys Rekonstruktion der neu entdeckten Gattung Avicranium aus dieser Gruppe macht die ganze Fremdheit dieser Lebewesen sehr schön deutlich. Ich sage es immer wieder: Die Urzeit war so viel exotischer, als unsere lange vorherrschende Vorstellung einer Gegenwart mit leicht anders aussehenden Tieren und Pflanzen.

Video der Woche

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ist einfach nur eine nahezu perfekte Satire der durchschnittlichen Youtube-Vlogs vermeintlich prominenter Egotuber. Und das, obwohl diese im englischsprachigen Youtube nicht annähernd so allgegenwärtig sind, wie in der deutschsprachigen Abteilung.

Demo der Woche

Hallo, Bonn, wir sind da!

Hallo, Bonn, wir sind da!

Gestern gab es in Bonn die große Demo im Vorfeld der morgen startenden Weltklimakonferenz in Bonn. Mit 25.000 Teilnehmern war es die größte Demo zu diesem Thema, die je in Deutschland abgehalten wurde.
Darunter waren auch etwa 3.500 Fahrräder samt Pedaltretenden, die am Vormittag im Süden Kölns zusammengekommen sind, um von dort nach Bonn aufzubrechen. Das war ein wenig chaotisch, denn offenbar wollte die Polizei diese Veranstaltung verhindern. Vielleicht als Generalprobe für den Einsatz an der Braunkohlengrube am heutigen Sonntag, der ebenfalls als übertrieben beschrieben wird.
Doch zurück nach Köln: Nachdem die Polizei zunächst die Nutzung der A555 und anschließend noch auf der Vorkundgebung der Fahrt eine Fotoaktion auf dem Kölner Verteilerring untersagte, löste die Demoleitung die Versammlung auf und es gab statt dessen eine Critical Mass. Wer das nicht kennt: Bei einer Critical Mass fahren viele Leute spontan Fahrrad. Das ist keine Demo nach dem Versammlungsrecht und da jeder das Recht hat, mit seinem Fahrzeug im Rahmen der Gesetze die Straße zu nutzen, kann man so eine Critical Mass als Polizei schwer aufhalten. Ein paar Nasen sind auf die Autobahn gefahren, aber ansonsten verlief das alles friedlich. Ein paar persönliche Anfeindungen und mindestens eine Autofahrerin mit durchgeknallter Sicherung gab es leider, aber sowas passiert halt. Es war ja angekündigt, dass es da eine Demo gab und so konnten die Automobilen darauf vorbereitet sein und die Strecke meiden.
In Bonn versuchte die Polizei dann doch noch mal, den kilometerlangen Tross von Fahrrädern aufzuhalten. Ergebnis war, dass die Polizei ab diesem Moment statt einer Fahrraddemo zwei zu bewältigen hatte, was sie schlichtweg nicht hinbekam, weil dafür nicht genug Personal im Dienst war. Selbst Schuld!
Am Ende trafen beide Gruppen kurz vor der Klimademo wieder zusammen und kamen als ein Verband an.
Teil der Demo war es übrigens, nach Möglichkeit rote Kleidungsstücke mitzubringen. Also nahm ich das einzige rote Teil mit, dass ich hatte und setzte die Weihnachtsmannmütze dann für die Fahrt auf. Aber ich muss schon sagen, es wird verdammt warm unter dem Ding.
Hier ist der komplette Radzug, ich schätze mal, die Aufnahme wurde zwischen Brühl und Wesseling gemacht. Ich tauche natürlich auch auf, ab 11:55. Und ein paar andere bekannte Gesichter wird der ein oder andere hier wohl auch finden können.

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Sieben am Sonntag 29.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

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Floppotron ist eine recht komplexe Maschine aus Teilen alter Computer, deren Geräusche es nutzt, um Melodien mal mehr, mal weniger akkurat nachzubauen. Eine der gelungeneren Varianten ist die obige Umsetzung von Eurythmics‘ Sweet Dreams (are Made of This).

Fahrrad der Woche

Holzfahrrad

Holz vor der Hütte

Das ist das Splinter Bike SB-3, ein vollständig aus Holz gebautes Fahrrad. Und ich meine wirklich vollständig. Da ist kein einziges Metall- oder Kunststoffteil dran.
Das Rad ist das Ergebnis einer Wette des Briten Michael Thompson hat ein paar ungewöhnliche Elemente für ein Fahrrad. Das auffälligste davon ist sicherlich das große Zahnrad, welches die sonst übliche Kette ersetzt. Denn eine Kette ist aus Metall, ein Zahnriemen aus Kunststoff, aber ein Zahnrad lässt sich gut und zuverlässig aus Holz fertigen.

Buch der Woche

Das da rechts ist das Accidental Dictionary von Paul Anthony Jones. Das ist weniger ein versehentliches Wörterbuch, als ein Wörterbuch der Versehen. Es sammelt zahlreiche Beispiele von Wörtern, die im Laufe der Jahrhunderte unerwartete Entwicklungen durchgemacht haben. Während andere ständig versuchen, Sprachen zu einer Art Freilichtmuseum für Kommunikation umzugestalten und sich gegen jeden Wandel stemmen, zeigt Jones auf, wie allgegenwärtig und manchmal auch seltsam dieser Wandel sein kann, aber auch, wie nützlich. Wo wären wir, hätte nicht eine historische Entwicklung dazu geführt, dass beispielsweise pink heute einen knalligen Neonrotton bezeichnet und nicht, wie früher, eine Variante von Gelb?
Auf jeden Fall wäre die Welt weniger pink. Oder noch pinker. Wer weiss?

Scheissverhalten der Woche

Am Mittwoch habe ich mit ein paar Freunden an der Landwehr in Dahl Müll gesammelt. 28 Müllsäcke kamen da zusammen,
nebst einer Satelitenschüssel, zwei Wäschekörben, einer Katzentransportbox und noch ein paar eher sperrigen Dingen. Aber es war eine relativ häufige Entdeckung, die mich schließlich zu diesem Tweet brachte:

Leute, im Ernst: Der Sinn der Hundekottüten ist nicht der, dass ihr zusätzlich zur Scheisse noch etwas Plastik ins Gebüsch schmeisst

Im Ernst, was soll der Mist? Immer und immer wieder fanden wir Hundekottüten, die nach erfolgreicher Füllung ins Gebüsch geworfen worden waren. Nun ist so ein Plastikbeutel im Wald um einiges schlimmer als ein bisschen Kot. Der Kot verrottet recht schnell und düngt dann die Pflanzen. Das Plastik bleibt ein paar Jahrzehnte im Boden und seine einzige Funktion dürfte es sein, irgendwann der Nachfolgerspezies des Homo sapiens zu verraten, dass in unserer Gegenwart eine Spezies lebte, die fähig war, Kunststoff herzustellen. Und mal ganz im Ernst: Das wissen die schon, bevor ihre Ausgrabungen sie schließlich zu genau Ihrem Hundekotbeutel führen, der ist also zur Bildung künftiger Spezies nicht erforderlich.
Schmeissen Sie den beutel in den Mülleimer. Und wenn der Köttel eh ins Gebüsch geschissen wurde: Da kann er, anders als auf der Straße, ruhig liegen bleiben. Da scheissen noch ganz andere Viecher hin, das kennt die Natur.

Schluss der Woche

Ich bin noch nicht ganz sicher, für wen es etwas peinlich ist wenn Physiker zu dem Schluss kommen, dass das Universum eigentlich nicht existieren sollte, aber ich gehe mal von den Physiker aus.
Konkret hat man (erneut) festgestellt, dass Materie und Antimaterie perfekte Spiegelbilder voneinander sind. Das Problem dabei ist, dass bei jeder Entstehung von Materie automatisch auch Antimaterie entstehen muss. Und da Materie und Antimaterie wiederum sich gegenseitig auslöschen, dürfte eigentlich von beiden nach kurzer Zeit wieder nichts mehr übrig sein. Warum also besteht unser Universum nahezu ausschließlich aus Materie?
Das ist ein großes Rätsel der Physik und wenn endlich jemand den Unterschied finden würde, der dazu führt, dass das Universum sich nicht sofort nach dem Urknall selbst ausgelöscht hat, wäre das den Nobelpreis gleich mehrmals würdig.
Ich hätte zwei mögliche Erklärungen: 1. Das Universum existiert nur vorübergehend, weil Materie und Antimaterie grade in verschiedenen Ecken des Universums rumhängen. 2. Antimaterie ist in allen Eigenschaften spiegelbildlich zu Materie, einschließlich der Zeitachse, sie bewegt sich also rückwärts durch die Zeit. Das würde übrigens auch bedeuten, dass der Urknall gleich zwei Universen hervorgebracht hat, die sich in entgegengesetzte Richtungen der Zeit vom Urknall aus ausbreiten. Ich kann das nur nicht in physikalisch ausdrücken, weil die Mathe, die dort benutzt einfach nur abgefahren ist.
Das alles setzt natürlich voraus, dass beim Urknall die Materie entstanden ist, was nicht alle kosmologischen Modelle sagen. Sollte das Universum etwa deutlich älter sein als der Urknall und dieser lediglich die Bedingungen in einem Teilstück eines deutlich größeren Universums verändert haben, bestünde das Problem eventuell gar nicht. Das lässt sich allerdings nicht nachprüfen, weil unsere Physik Gebiete ausserhalb des sichtbaren Universums nicht erfassen kann.

Zucht der Woche

Reis

Reis

Wie die botanisch versierten Leser dieses Blogs sowie jene, die eine Bildunterschrift entziffern könne, wahrscheinlich bereits erkannt haben, ist das da oben Reis. Kein extrem besonderer Reis, sondern einfacher Reis aus dem Kochbeutel. Weil dieser Artikel sonst einfach viel zu wenige Bilder für einen Sieben-am-Sonntag-Beitrag hat.
Warum ist hier nun gewöhnlicher Reis? Er steht stellvertretend für seine Artgenossen, denn in China wurde eine neue salzresistente Reissorte gezüchtet. Die neue Sorte hat deutlich größere Erträge als bisherige Salzwasser-Reissorten und ist mit 6-9 Tonnen pro Hektar kommerziell deutlich besser.
Mit diesem Reis lassen sich Küstenregionen besser für die Landwirtschaft nutzen und auch schwimmende Anbaupontons rücken in den Bereich des Möglichen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sich diese Sorte für die wärmeren Meere Europas nahe des Golfstroms eignet, was den sehr geringen heimischen Anbau dieses Grundnahrungsmittels erheblich erleichtern würde.

Verschnabulierung der Woche

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mag so manchem das Monokel aus dem Orbitalfenster fallen, aber dieses Automatenrestaurant in Japan ist hochinteressant. Die beiden Tester sind durchgehend von der Qualität überrascht. Aber wenn man es sich rational betrachtet, gibt es keinen Grund, aus dem Automatennahrung schlechter sein sollte als jede andere.
Das einzige echte Problem ist die Haltbarkeit, aber die Automaten in diesem Lokal werden anscheinend regelmäßig befüllt uns so gibt es keinen Grund, die Artikel mit Mittel vollzustopfen, um die Haltbarkeit zu erhöhen.
Natürlich sind Lebensmittelautomaten keine große Novität, aber die Kuriosität eines ganzen Restaurants mit solchen Automaten auszustatten, hat was. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren McDonald’s oder ein Konkurrent so etwas ausprobiert. Um genau zu sein, sind die Gebäckketten wie Backshop ja nichts groß anderes.
Und dann wird es einen Aufstand des guten Geschmacks geben. Als wäre McDonald’s-Fraß besser, wenn er von unterbezahlten Studenten gereicht wird.


Sieben am Sonntag 22.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

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lache definitiv zu viel über das Star Wars Thema, komponiert aus einem Maunzen eines Porg aus dem Supermarkt. Andererseits gibt es keinen wirklichen Grund, damit aufzuhören.

Boot der Woche

Boot mit Hängematte statt Sitzbereich

10 von 10 Mücken lieben es

Ich konnte dieses Bild online zwar an den verschiedensten Stellen finden, die Quelle ist jedoch keines davon. Wie dem auch sei, haben wir hier ein nahezu perfektes Wasserfahrzeug. Es gibt noch ein paar Boote dieser Bauart: Zwei Pontons, zwischen denen eine Hängematte gespannt ist.
Was dieses Exemplar besonders macht, ist natürlich das Dach. Eher nutzlos gegen das Nasswerden, da es der Stabilität nicht förderlich sein dürfte, aber gegen einen Sonnenstich hilft es allemal. Das ist wahrscheinlich auch eher der Sinn der Sache.
Zweifel kommen mir nur bei der Entscheidung, dieses Boot als Paddelboot auszulegen. Der Paddler dürfte bald ziemlich durch die Gegend fliegen, wenn nur eine lockere Hängematte und sein Körpergewicht gegen das Wasser arbeiten. Aber die Idee hat trotzdem was.

Zelt der Woche

Zelt, das wie ein Auto aussieht

Wenn die Dinger eh nur rumstehen, warum nicht? – Bild: Geekologie

Bleiben wir bei abenteuerlicher Erholung. Dieses Zelt bietet die einmalige Gelegenheit, ungestört auf dem harten Grund einer Straße zu übernachten. Einen Boden hat es nicht, aber hey, Straßen sind schließlich Luxus.
Na okay, ich lasse es mal als Protestform gelten.

Kriminalitätswelle der Woche

letzte Woche hatte ich an dieser Stelle den Fall eines Elektronikkettenmaskottchens (das ist doch mal ein deutsches Wort!), dem die Polizei auf den Pelz rückte, um das in Österreich geltende Vermummungsvebrot durchzusetzen. Nun, das scheint sich zu einer beliebten Methode zu entwickeln, die Polizei bei der Arbeit zu halten. Zwar weiss sie inzwischen, dass Maskottchen im Job Masken tragen dürfen, aber ausrücken müssen sie dennoch erstmal.
Und so haben wir diese Woche als besondere Highlights einen als Vermummten vermummten Vermummten und ein Maskottchen des Parlaments. Ja, ein Maskottchen des Parlaments wurde wegen des Vermummungsverbots von der Polizei besucht. Da ist die Meldung, dass der österreichische Bundestag ein Maskottchen hat, noch gar nicht berücksichtigt.

Meldung der Woche

Der Bundestag von Österreich hat ein Maskottchen in Form eines anthropomorphen Kaninchens.

Ortschaft der Woche

TodmordenBevor ich herausfand, dass die Ortschaft in diesem Artikel sich in England befindet, was der Artikel selbst wohlweislich verschweigt, war ich von seinem Namen sehr amüsiert. Inzwischen bin ich schlichtweg baff.
Das ist das schöne Städtchen Todmorden im nördlichen Yorkshire. Ich bin dafür, dass in Zukunft jeder aus Deutschland stammende England-Krimi dort spielt, zur absoluten Verwirrung jedes Briten. Natürlich unter der Bedingung, dass der lokalen Bibliothek ein übersetzter Band jedes Werkes zur Verfügung gestellt wird. Das wäre so großartig!

Fahrrad der Woche

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ich hoffe, der Porg ist inzwischen fertig, denn dieses Fahrrad kann man wohl nur im Video adäquat präsentieren. Das Wike Salamander ist nicht einfach ein Rad mit Kindertransport vorne, wovon es ja schon einige auf der Basis verschiedener Lastenräder gibt. Nein, in diesem Fall lässt sich gleich das komplette Fahrrad in einigen Handgriffen zu einem Kinderwagen umbauen.
Mit 4.000 US$ nicht die günstigste Anschaffung, aber das Teil muss halt auch aus Kanada rüberkommen.


Sieben am Sonntag 15.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.

Musik der Woche

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bin diese Woche sehr wenig zum Anhören von Musik gekommen, zumindest ist mir nichts im Ohr geblieben, was ich nicht schon kannte. Macht nix, kurz auf Youtube nachschauen et voilá, In the End von Linkin Park, gesungen von Ausschnitten aus 183 Filmen.

Fahrrad der Woche

Fahrrad für norwegisches Wetter: Das Podbike - Bild: Podbike

Fahrrad für norwegisches Wetter: Das Podbike – Bild: Podbike

Das ist das Podbike, eine ziemlich ausgeklügelte Weiterentwicklung bekannter Velomobile. Das laut Hersteller für das norwegische Wetter optimierte geschlossene Verdeck beherbergt neben den üblichen Teilen eines Velomobils wie Anrieb, Beleuchtung und Sitzschale auch eine Neuerung: Es lässt sich ein wenig nach vorne kippen, um Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Es ist zudem darauf ausgelegt, aufrecht auf dem Heck abgestellt zu werden, um den benötigten Parkraum zu reduzieren.
Mit umgerechnet 6.000 € gehört es zudem der unteren Preisklasse im Velomobilbereich an.
Das Podbike soll Ende 2018 nach und nach auf den Markt kommen — erst in Norwegen, dann in Europa, dann weltweit.

Schwerverbrecher der Woche

Mann im Haifischkostüm ohne Kopf

Von der Lebenszielliste der Polizisten streichen: Erfolgreich einen Hai in Österreich fangen und köpfen – BIld: Warda Network

Die österreichische Computerladenkette McShark hatte eine pfiffige Idee: Zur Eröffnung eines Ladens ein Maskottchen im Haikostüm engagieren. Na gut, ganz so pfiffig wohl doch nicht. Zum einen ist das jetzt nicht soooo neu, zum anderen hat die Polizei gleich eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Verhüllungsvebrot gestellt.
Dieser als Burkavebrot geplante Versuch, Leuten vorzuschreiben, was sie gefälligst nicht zu tragen haben, musste nämlich halbwegs religionsneutral formuliert werden und das ist das Ergebnis.
Aber die Aktion, die war womöglich pfiffiger als zunächst gedacht: Inzwischen heisst es, das sei von Anfang an das Ziel der Aktion gewesen, um maximale Medienreichweite zu erlangen. Das wiederum ist gar nicht schlecht gelaufen und die 150 € Bußgeld waren dafür ein echtes Schnäppchen.

Zug der Woche

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden arbeiten an einer Intercityverbindung zwischen Düsseldorf und Eindhoven, wobei diese unter anderem über Mönchengladbach laufen würde und dort aufgrund der Form der Strecke zwangsläufig einen Halt hätte.

Wasserfahrzeug der Woche

RP Flip

Das Schiff für die unvermeidliche 1-Stunden-Youtube-Version von My Heart will Go on – Bild: US Navy

Ein Fahrzeug ist die RP flip streng genommen ebensowenig wie ein Schiff. Boot? Auch nicht. Am ehesten ist es eine mobile Boje.
Denn die RP Flip ist eine Forschungslattform der amerikanischen Marine, die über keinen Antrieb verfügt. Das Teil ist nicht neu, es wurde schon 1962 in Betrieb genommen, aber es ist auch seltsamerweise keine Berühmheit.
Das besondere ist, dass sie sowohl horizontal im Wasser liegen kann, um transportiert zu werden, als auch vertikal, wie im Bild. In vertikaler Position führt sie dann Messungen insbesondere von Wellenbewegungen durch. Sie selbst ragt dabei tief genug ins Wasser, um stabil zu stehen.
Die Idee wurde über die Jahre immer mal wieder aus der Schublade geholt, aber mir ist bisher kein anderes tatsächlich gebautes Gefährt dieser At bekannt.

Digitalisierung der Woche

Ist schon ein paar Tage älter, aber ich habe den grade wieder in meinen Favoriten gefunden: Die Geschichte, wie Velbert neue Stromzähler ersonn, mit einigen interessanten Ideen, perfekt zusammengefasst von Fefe.

Veröffentlichung der Woche

eye-tt-telescope Hier ist es nun, perfekterweise an einem Sonntag veröffentlicht: Die 26. Ausgabe des englischen Online-Poesie-Magazins Eye to the Telescope ist da, des Onlinemagazins der kalifornischen Science Fiction and Fantasy Poetry Association (SFPA).
Gesucht hatte Herausgeberin Sandra J. Lindow (die Zeitschrift wird jedes Mal von jemand anderem herausgegeben) Gedichte, die sich mit anderen und zukünftigen Begrifflichkeiten von Gender beschäftigen. Dies setzte ich um, indem ich eine Welt erdachte, in der neben den drei Ebenen menschlicher Geschlechter (Biologie, Sozialrolle und Orientierung) eine vierte existiert, Menschen können Blumen oder Insekten sein. Die Hintergrundidee dabei ist, dass dies Folgen einer Zeit sind, in der bestimmte genetische Veränderungen des Körpers ein Trend geworden sind, ähnlich wie Tätowierungen oder Piercings heute. Jede Person kann eine Blume oder ein Insekt sein, unabhängig von den restlichen Zuordnungen.
Das daraus erwachsene Gedicht geht allerdings in eine etwas andere Richtung. Die Blume ist ein Mann, das Insekt eine Frau und statt auf die Welt konzentriert sich das Gedicht auf das Phänomen der Vergänglichkeit, insbesondere in Bezug auf wörtlich genommene Bienchen und Blümchen. Nicht ganz mein Plan, aber es passt ziemlich gut zur Form des Sonetts.
Und wie sich das für ein Sonett gehört, gibt es einen Bezug zu Shakespeare: Der erste Vers spiegelt das etwas obskure Gedicht Shy Love, welches man wegen einer gleichnamigen Pornodarstellerin recht schwer googeln kann. Hier die relevanten Verse:

If happiness were like
The flowers of June then I would take
The best of them, roses and columbine,
The lilies, and bind them in your hair.

Daraus erwuchs der auf dem Iambus tänzelnde Binnenreim im ersten Vers von Fling of Petals:

Welcome the bloom of flowers’ June

Und den Rest könnt ihr drüben bei Eye to the Telescope lesen und selbst interpretieren.


Sieben am Sonntag 08.10.2017

Sieben Dinge der Woche, ausgewählt zum Ende der Woche. Eine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der Erfreulichkeiten, Merkwürdigkeiten und sonstigen -keiten, der Fundstücke und Dings. Jeden Sonntag, mehr oder weniger.
Nach einer kleinen Pause bedingt durch einen absolut wahnsinnigen Oktober auf absolut nirgends geäusserten Wunsch wieder da.

Musik der Woche

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Woche ging die Nachricht vom Tode Tom Pettys um. Auch wenn er als Künstler der 70er und 80er gilt, gehört Into the Great Wide Open fraglos zum Soundtrack meiner Jugendjahre.
Es war allerdings noch ein enges Rennne zwischen diesem Song und Learning to Fly.

Zusagen der Woche

Logo von Eye to the TelescopeEin Detail über den Monat, in dem ich eine Bibliothek war habe ich hier im Blog &emdash; anders als in den sozialen Medien &emdash; noch ausgelassen. Ich habe in Zeiten, in denen nichts los war den Raum gefunden, Beiträge für zwei Ausschreibungen einzureichen. Und tatsächlich wurden sie beide von den jeweiligen Magazinen angenommen.
Da ist zunächst ein Gedicht für Eye to the Telescope. Gesucht wurden dort Gedichte aus dem Bereich der „Speculative Poetry“ (Science-Fiction, Horror und Fantasy in Gedichtform) mit dem Thema ungewöhnlicher Genderkonzepte in Fantasie und/oder Zukunft. Das Ergebnis erscheint am 15. Oktober, ist ein Sonett und trägt den Titel Fling of Petals. Ja, im Ernst, ein Sonett. Im jambischen Tetrameter. Auf Englisch. Mit Bezug auf ein obskures Shakespeare-Gedicht. Das kein Sonett war. Es geht um Bienchenmenschen und Blümchenmenschen.
Darauf folgte eine Kurzgeschichte um ein Laborexperiment mit etwas ungewöhnlichen Experimentsleitern. Darüber will ich nicht zuviel verraten, aber es ist eine böse kleine Geschichte mit einem Twist am Ende, der zum zweiten Lesen führt. Ein wenig Horror, der im Laufe der nächsten Monate im Mad Scientist Journal erscheinen wird.
Nachdem das nun zwei erfolgreiche Einsendungen in Bereichen waren, die nicht direkt mein Kerngebiet sind (dies war mein erstes jemals eingereichtes Gedicht und Horror schreibe ich auch eher selten), passt die dritte Einsendung, von der ich im Laufe der nächstes Wochen hören soll, da natürlich perfekt rein. Verlangt war ein Gedicht über Jesus, Verzeihung, PersonalSaviorLordJesusChrist (sic!) aus ungewöhnlicher Sichtweise. Ich denke, ein Gedicht von einem Atheisten über den Nagel in Jesu linkem Handgelenk und seine Sicht der Dinge in freiem Vers war ungewöhnlich genug. Nein, das ist kein Scherz. Freier Vers über einen der Nägel, mit denen Jesus gekreuzigt wurde.Banner der Herbstausgabe des Mad Scientist Journal

Gartenschild der Woche

Geduldig wartend überdauert das Unkraut des Menschen nichtiges Tun

„Geduldig wartend überdauert das Unkraut des Menschen nichtiges Tun“ – Bild: Wikimedia Commons/Emma7stern

Das ist so wahr.
ich halte allgemein sehr wenig vom Unkraut jäten. Das einzige, was man damit erreicht, ist ein Fleckchen nutzlos kahle Erde. Ja, manchmal hilft es, wenn man eine neue Pflanze ansetzt und diese sich erstmal durchsetzen muss, aber das systematische und regelmäßige Jäten von Beeten bedeutet für mich nur eines: Der Garten wurde schlecht geplant &emdash; oder aber da ist jemand mit sehr seltsamen Vorstellungen von Ästhetik am Werk.
Ich halte das so: Will man bestimmte Pflanzen als Unkraut aus dem Garten haben, so bekämpft man einfach das sprichwörtliche Feuer mit Feuer. Bedeutet konkret, man setzt gezielt stark wuchernde, aber erwünschte Pflanzen an seiner Stelle. Deshalb besteht die frühe Bepflanzung in der Dahler Oase zu großen Teilen aus Pflanzen wie Minze, Erdbeere, Lavendel, Fetthenne, Beinwell oder Zitronenmelisse. Attraktive oder nützliche Pflanzen, die in der Lage sind, konkurrierendes „Unkraut“ aktiv zu verdrängen und sich an seiner Statt auszubreiten.
Wer mit der Natur zu kooperieren versteht, gärtnert eben entspannter. Und meist auch erfolgreicher.

Tintenfisch der Woche

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ist der perfekte Drachen für langweilige Tage in den Rheinwiesen oder wenn alle anderen nach dem Grillen bei Kaiserswerth vollgefressen ausruhen. Großartig!

Fahrradzubehör der Woche

Europalette als Anhänger an einem Fahrrad

Zum fahren wird allerdings die Kraft von Grayskull benötigt – Bild: Fleximodal

Das ist der Bicyclift von Fleximodal in Aktion. Diese französische Entwicklung ist ein genial einfaches Prinzip, um eine Palette in Sekunden in einen Fahrradanhänger zu verwandeln: Unter die Palette wird ein Teil geschoben, welches dann in ein Gerüst einhakt, welches über eine Kupplung ans Fahrrad gehängt wird.
Heraus kommt ein einfacher, unbeladen sehr leichter und kleiner Fahrradanhänger für die schnelle Auslieferung von Gütern ohne Lkw. Oder auch für den privaten Transport größerer Objekte. Nie wieder müssen wir hören, man könne mit dem Fahrrad nicht zum Baumarkt fahren. ich fahre übrigens regelmäßig mit dem Fahrrad zum Baumarkt. Ich erwarte jeden Tag ein Sixpack, aber es will einfach nicht kommen. Ich verstehe das auch nicht.

Solaranlage der Woche

Haus mit roten Dachschindeln

Wie Sie sehen, sehen Sie nix – Bild: csem.ch

Was bei diesem Haus aussieht wie normale rote Dachschindeln sind tatsächlich Solarpanele. Mit diesen roten Panelen konnte die schweizer Firma CSEM erfolgreich ein Haus im Kanton Freiburg unter Einhaltung der Denkmalschutzregeln mit einer großflächigen Solaranlage ausstatten.

Dummheit der Woche

Gut, die Nachricht ist schon etwas älter, aber zu bekloppt, um sie zu unterschlagen: Offenbar bastelt man in der Formel 1 zur Zeit an Einrichtungen, damit die Autos mehr Lärm machen. Ihr wisst schon, so wie die Bekloppten, die sich absichtlich defekte Auspuffanlagen an den tiefergelegten Japanschrott hängen, um mit ihren Psychosen anzugeben.
Okay, das war jetzt gemein. So schlimm sind japanische Autos gar nicht.