Petitionnerstag IX

Ne menge Quark diese Woche – ein petent fordert Internetsperren gegen Kinderpornografie, ein anderer ein totales Rauchverbot und natürlich ein Verbot jeglicher Pornografie.

Bleibt genau ein sinnvoller Beitrag:
Krankenversicherung für Saisonarbeiter

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Arbeitnehmer die nicht länger als 12 Monate in den letzten 24 Monaten sozialversicherungspflichtige Beschäftigt waren z.B. Saisonarbeiter mit dem Beginn der Arbeitslosigkeit. Krankenversichert sind mit allen Gesetzlichen Leistungen der GKV.

Eigentlich sollte das Gesundheitssystem ja komplett ohne Krankenkassen auskommen, solange es die aber gibt, ist das ein guter Schritt vorwärts zu einer Gesamtversorgung der Bevölkerung mit gesundheitlicher Versorgung.

Es gibt noch einen Beitrag zur Kostenteilung bei geschiedenen Eltern, dazu hab ich aber einfach keine Meinung.


Green IT ins Bundestagswahlprogramm etc.

FujitsuSiemens Green-IT-Logo

Drüben bei Alexander Schestag gibt es ein paar Anträge für Ändeurngen des Bundestagswahlprogrammes, die ich allesamt sehr sinnvoll finde (wobei ich mich persönlich leider mit der Diskriminierung von Behinderten nicht sonderlich auskenne).
Neben Detailänderungen zur Formulierung (zum Militäreinsatz im Inneren und für freie Software) gibt es einen Antrag, das Thema Green IT aufzunehmen.
Bei Green IT handelt es sich um ein Feld, das energie- und ressourcenschonende Computer verbreiten will. Das Sparpotenzial bezieht sich dabei auf Produktionsmaterialien, Energieverbrauch und Wiederverwertbarkeit im Rahmen von Recycling. Ein aktuell großes Thema in der Computerbranche, in das die Grünen definitiv einsteigen sollten.

Und wie’s der Zufall so will (hachja, der Zufall): Dem Thema Green IT widmet sich eine Informationsveranstaltung des Arbeitskreises Energie von Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Dipl.-Ing. Ulrich Knoop wird am Mittwoch, dem 22.4.2009 um 19.30 Uhr in der Grünen Geschäftsstelle Mönchengladbach, Brandenberger Str. 36 als kompetenter Referent die Frage „Was ist Green IT?“ beantworten. Neben den energetischen Einsparpotentialen werden deren Umsetzung dargestellt und behandelt.

Das Bild da ganz oben ist übrigens das Logo für Green-IT-Produkte von FujitsuSiemens. Sehr schönes Logo eigentlich.


Betonköppe

Hornochsen! Blindfische! Honks! Selbstzerfleischer! Weicheier! Schwarzlichtverstärker! Falschfärber! Eigenbestatter! Titanickapitäne! Bürgerlich-Mittler!

Oder, um’s mit den Worten der SPD selbst zu sagen:

Die SPD schließt ein Bündnis mit der Linken auf Bundesebene für die gesamte Legislaturperiode aus.


Eco Wario Ware

Öko wird in letzter zeit wieder populär. Und während es in meiner Jugend (*schmacht*) Bücher gab mit Tipps, was man tun kann, um die Welt zu retten, gibt es dafür heutzutage Videospiele.
Vom satirischen Walfangsimulator bis zum Waldrettungs-Strategiespiel für DS.

Sehr schön finde ich die unten dmeonstrierte Spielidee. Es basiert auf Wario Ware Smooth Moves für die Wii. Dort geht es darum, in sekundenlangen Minispielen nacheinander diverse Aufgaben zu erfüllen, die jeweils nur mit einem Wort erklärt sind.
Sivcher, technisch gesehen nur eine Kopie eines erfolgreichen Spies, aber die Umsetzung ist gut. Ich hoffe, das Spiel kommt irgendwann mal in einem fertigen Zustand raus.


Sir Peter Alexander Baron von Ustinov CBE

Die Liste der Schulen, auf denen ich zeitweise war ist lang. Fünfmal hab ich die Schule gewechselt, zuzüglich Einschulung und Immatrikulation. Eine davon zweimal: Die Schule am Torfbend in Giesenkirchen, eine Sonderschule für schwer erziehbare Kinder.
Die genauen Umstände hat die Zeit verschluckt, doch darum geht es jetzt eh nicht: Die Schule benennt sich um.

Peter-Ustinov-Schule heisst sie nun. Zuletzt wurde es wohl verwirrend, dass es neben dem Gebäude am Torfbend ein zweites an der Karl-Barthold-Straße (weit entfernt in Stadtmitte) gab, welches nach der 3 Kilometer südlichen Straße Am Torfbend benannt war.
So suchte und fand man einen neuen Namen.

Ustinov ist ein perfekter Namensgeber für eine solche Förderschuleinrichtung – er selbst ist schulisch ein Sonderling und Aufsteiger. Ein Mann, der es ohne Schulabschluss bis zum Rektorat einer Universität schaffte und zu den bedeutendsten Stimmen des 20. Jahrhunderts zählte.
Ein großer Name, ein gut gewählter Name. Denn solche Schulen sind keine Endstationen – sie sind das Netz und der doppelte Boden, von dem aus man weitermachen kann. Keiner muss im Schulsystem durch die Maschen fallen – das ist der Sinn dieser Art von Schulen.
Ich bin von dort aus auf die Beine gekommen und studiere nun. Und ich wünsche all denen, die hier unten landen, dass sie ebenso auf die Beine kommen, aus der Erfahrung Kraft sammeln und sich noch einmal – mit Schmackes – aufs Trapez wagen.


Aller guten Dinge…

Wenn ich genug Geld hätte, um Erfindungen zu erfinden würde ich eine Menge machen. Etwas überrascht war ich dann heute, als ich beim Design Blog gleich drei neue Produkte gesehen habe, die ich so oder ähnlich auch mal angedacht hatte.
Als da wären:

Das Braille-eBook
Meine Version: Mein eBook hat keine Pins unter einer Gummischicht, die nach oben fahren, um einen Text in Braille wiederzugeben.
Die Umsetzung: Ein Gedächtnis-Werkstoff bildet bei elektrischer Anregung Buckel aus, die sich zu Braille zusammenstellen lassen.

Braille eBook

Solarwasserreiniger
Meine Version: Jeder weiss, dass destiliertes Wasser absolut rein ist. Es ist nicht sonderlich mineralstoffreich, aber es ist trinkbar. Warum also macht man zur Reinigung von Wasser oder Meerwasserentsalzung nicht das einfachste und fängt Verdunstungswasser auf. Mein Konzept war eine glasüberdachte Anlage am Strand, die bei Flut geflutet wird. Das Wasser beginnt, unter dem Glasdah zu verdunsten und fließt das Dach entlang in Kanäle zur Abfüllung
Die Umsetzung: Der Gewinner bei einem australischen Design-Wettbewerb ist Solaqua, eine portable Wasserreinigungseinheit, die genau so funktioniert. In Australien ist es in weiten gebieten sehr heiss, daher ist eine solche Anlage sehr nützlich. Einer Anwendung in der Dritten Welt stünde mE nichts im Weg.

Solaqua

Baum-Fahrradständer
Meine Version: Die hat nichts mit Bäumen zu tun. Ich hatte meinem vater vorgeschlagen, wegen des geringen Platzes auf dem Hof den angedachten Fahrradständer einfach an die Wand zu montieren und die Fahrräder senkrecht zu parken.
Die Umsetzung: Ein italienischer Designer geht noch einen Schritt weiter und kombiniert das ganze mit einem Baumschutz aus Metall. Sowas sollte mE jede Stadt anschaffen.

Baumschutz-Radstand

Petitionnerstag VIII: Petitiamstag

Ich hatte durch das Osterwochenende gar nicht damit gerechnet, dass diese Woche neue öffentliche Petitionen veröffentlicht werden, doch am Donnerstag kamen doch noch kurzfristig ein paar zusammen. Von diesen empfehle ich:

Maßnahmen gegen Abfallverklappung

Reedereien sowie sonstige verantwortliche Unternehmen und natürliche Personen sollten für die Verklappung von Abfällen wie etwa Schweröl rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Dabei sollte das Strafmaß der entsprechenden Handlungen auf Gefängnisstrafen von bis zu 5 Jahren und Geldstrafen von bis zu 1.000.000 Euro sowie Schadensersatzansprüche in tatsächlicher Höhe ausgeweitet werden.

Es ist eine kostenlose Entsorgungsmöglichkeit der Schiffsabfälle in den Häfen zu schaffen.

Ein umfassender, an den Ursachen ansetzender Antrag für ein umfassendes Programm zur Vermeidung der Verklappung giftiger Schiffsabfälle wie Schweröle und Lösungmittel.

Zweimal Waffengesetz
1. Waffengesetz verschärfen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, das geltende Waffengesetz nach dem erneuten Amoklauf extrem zu verschärfen.

Die Waffenlobby ist sehr stark, aber ein paar der in der Begründung hierzu erläuterten Forderungen sollten durchsetzbar sein, vor allem die Forderung nach einer Pflicht für Alarmanlagen in Waffenschränken.

Waffen verbieten

Der Deutsche Bundestag möge den Besitz von Waffen verbieten, sofern dieser nicht aus beruflichen Gründen unverzichtbar ist.

Ihc stimme dem zu, sehe es jedoch nicht als durchsetzbar. Aber die Begründung der Petition enthält einen Satz, den man nicht vergessen sollte: „Im Vergleich zu der Möglichkeit Waffen aus sportlichen Gründen zu besitzen ist die Sicherheit, insbesondere die unserer Kinder, ein wesentlich wichtigeres Gut.“


Musikeinlage: Kleiner frecher Terrorfürst

Und hier die obligatorische Musikeinlage. Sorry fürs Wenigschreiben, das Semester ist wieder losgegangen und es ist ne Menge los in Düsseldorf.


Nu jibbet Terz

Achja, nun hat sich die KALG-Seite der letzten Terz wenig überraschend mit der Wahl des neuen düsseldorfer AStA-Vorstands beschäftigt. Den Volltext gibt es unter dem obigen Link, hie rim Blog schreibe ich ein wenig Ergänzendes zu dem Teil, der sich mit mir befasst.
Die Terz ist eine linke (weit links etwa von der taz) Monatszeitschrift in Düsseldorf, die kostenlos an diversen Lokalitäten, darunter auch im AStA der Universität, ausliegt. Dort hat jeden Monat die hochschulpolitische Liste „Kritik & Aktion: Linke Gruppe“ eine Seite für sich, die meist mit einem Fließtext zu einem mehr oder weniger aktuellen Thema gefüllt ist.

Zur Vorgeschichte dieses Abschnitts: Die Terz hangelt sich an einer Aussage der designierten (bzw. inzwischen gewählten) ersten stellvertretenden AStA-Vorsitzenden Hannah Schade entlang auf der Suche nach einer Verortung der politischen Mitte.
Inzwischen war die KALG (Kritik & Aktion: Linke Gruppe; ehemals Marxistischer Studentenbund) bei Abdelilah el hamdani angekommen, der sich von den Linken distanziert hatte – übrigens sehr zu meiner Überraschung, er meinte damit aber wohl eine spezielle Gruppe.

Nun erwartet die Terz von mir eine Ablehnung dieser Aussage und so kommen wir zu mir:

[…]Thomas Diehl von campus:grün? Nein, Abdelilah kann beruhigt sein. Thomas bemerkte vor einiger Zeit einmal sinngemäß, dass die Antifa und die NPD eigentlich gar nicht so weit auseinander wären. Das sei ihm aber nur so rausgerutscht.

Damals allerdings äusserte ich mich über Imageprobleme der Antifa und gab diese dergestalt wieder, dass die Antifa diese nicht selber lösen könnte, weil ihr niemand glauben würde, wenn sie den Vorwürfen selbst widerspricht. Leute, die mit Vorurteilen gegen die Antifa belastet sind werden dieser genausowenig Glauben schenken wie die Antifa einem Vertreter einer rechten Organisation, wenn er erklären würde, seine Gruppe wäre „eigentlich gar nicht so schlimm“.
Das sehe ich in der Sache weiter als richtig an, wrenn auch vollkommen falsch formuliert.

Jetzt erklärte er: Extremistisch, das sind immer nur die Unreflektierten. Das ist – mal so richtig reflektiert – gar kein schlechter Ansatz, impliziert seine Version des Extremismus-Konstrukts doch eine Kritik am „Extremismus der Mitte“[…]

Interessanter Einwurf, da ich vorher lange überlegt habe, genau diesen als aufzuführen. Ich habe mich schließlich dagegen entschieden, da ich hiermit nur ein weiteres Fass aufgemacht hätte, das die Diskussion in die Länge ziehen würde.

[…]während sie gründliche (also radikale) Gesellschaftskritik gut dastehen lässt

Das wiederum sehe ich deswegen nicht so, weil ich „radikal“ nicht als synonym zu „gründlich“ sehe. Ausser vielleicht beim Unkraut jäten.

aber so meint er das wahrscheinlich nicht.

Doch, im Grunde schon, mit der obigen Einschränkung.

Hier endet denn auch schon die inhaltliche Auseinandersetzung – die Strategie der KALG, mich als Gegner der Linken hinzustellen versagt daran, dass sie mir ausser einem Ausrutscher von vor einem halben Jahr nichts vorzuwerfen hat. Es gibt ganz einfach nichts, was darauf hinweisen könnte, dass ich ein Gegner der linken Bewegungen wäre – schon einfach deshalb, weil ich keiner bin.
Ich stehe Kommunismus und Sozialismus kritisch gegenüber, aber damit hat es sich auch schon.

Stat dessen findet man hurtig zum roten Faden des Artikels zurück und stellt fest:

Locker mithalten in der Disziplin „aus Versehen das Richtige sagen“ konnte kurz darauf Rainer Matheisen (Liberale Hochschulgruppe), der wissen wollte, warum Thomas mit seiner „links-liberalen“ Einstellung denn dann nicht, wie er selbst, zur FDP gegangen sei. (Von der Guido Westerwelle sagt, sie sei „die einzige in der politischen Mitte verbliebene Partei.“)

Wie genau gehört das in die Kategorie „aus Versehen das Richtige sagen“?

Thomas antwortet, dass er sich halt immer für das Thema Umwelt interessiert habe.

Dem ist hinzuzufügen, dass die FDP zwar fraglos liberal ist, es aber mehr als eine liberale Strömung gibt – die FDP jedoch vertritt nur den Wirtschaftsliberalismus, linksliberale Ideen sind zusammen mit den Freiburger Thesen Ende der 70er in der Versenkung verschwunden.
Tatsächlich trifft die FDP der Freiburger Thesen bei den Grünen nach meiner Erfahrung oft auf Zustimmung – nur leider gibt es diese FDP nicht mehr. Alles, was die FDP an linken Ideen rausgeschmissen hat, landete interessanterweise bei den Grünen. Das macht diese zur idealen Partei für links- und sozialliberale.

(Während Daniel Cohn-Bendit auf die Frage, ob die Grünen noch links seien, erklärt: „Die Ökologiefrage ist nicht in ein Links-Rechts-Schema einzuordnen, sie steht in der Mitte der Gesellschaft.“)

Die Grünen bestehen ja nun nicht nur aus der „Ökologiefrage“. Insofern eine seltsame Aussage, ich vermute einen erläuternden Kontext im Originalinterview, der in dieser Wiedergabe fehlt.


Nicht ich

Es ist manchmal durchaus praktisch, einen so häufigen Namen wie ich zu haben. Es sei denn, man versucht sich an einem Pressespiegel in eigener Sache – so oder so wächst es sich schnell zu einem Albtraum aus, nach mir zu googeln.

Hier ein paar Google-Ergebnisse, die nicht ich sind, aber so heissen. Ich bin keine der folgenden Personen:

Thomas Diehl, ehemaliger Sprecher von KarstadtQuelle
Thoams Diehl, Taxiunternehmer in Sinsheim
Thomas Diehl Kommunikationsberatung, Brilon
Weingut Borell-Diehl
Thomas Diehl, Vorstand der Diehl Stiftung & Co. (Rüstungsunternehmen!)
Historiker Thomas Diehl (da wird’s eng, ich studiere ja ebenfalls Geschichte)
und noch ein ITler

Noch Fragen, warum ich bei offiziellen Kontexten eines meiner Mittelinitiale benutze?
Obwohl selbst dann:
Privatdetektei Thomas R. Diehl, Ex-FBI Spezialagent