Mal wieder Weltuntergang

Weltuntergangsstimmung bei Telepolis, weil die gesetzlichen Vorschriften für standartisierte Verpackungsgrößen für Lebensmittel wegfallen.

Kein Kommentar.


Petitionnerstag VII

Offenbar wurden letztes mal die Petitionen nur später online gestellt, denn jetzt sind sie plötzlich alle da und ich treffe wieder eine Auswahl, weil’s sonst einfach zu lang würde:

Subventionsstopp für AKWs

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Subventionen für die Atomkraftwerke innerhalb von maximal 3 Jahren stufenweise gestrichen werden!

Wow, es gibt dafür immer noch Subventionen? Wofür gibt es als nächstes eine Subvention, Phosphorsäure in Badeseen schütten?

ALG II: Stromkosten voll bezahlt

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Stromkosten bei Arbeitslosengeld II-Empfängern in tatsächlich anfallender Höhe zu übernehmen sind.

Hmm, könnte mit etwas Glück dazu führen, dass sich die zuständigen Ämter für ein großes Stromsparprogramm bei Arbeitslosen einsetzen. Das wär doch mal was.

Bundesweites Baumschutzgesetz

Der Deutsche Bundestag möge beschließen ein bundesweit einheitliches Baumschutzgesetz zu verabschieden.
Ziel: Klimaschutz durch Baumschutz und Ausweitung des Baumbestandes.

Och, ich weiss nicht, ich fände das besser bei dne Ländern aufgehoben. Nicht nur wegen Unweltminister Gabriel.
Ich denke hier an landesspezifische Fragen wie etwa die Bewirtschaftung der Heideflächen als entwaldete Kulturlandschaften. Ein rahmengestez, dass die Länder zur Maßnahmenergreifung verpflichtet wäre aber nicht schlecht.

Gegen Internetdatenspeicherung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Gesetz zur Surfprotokollierung nicht als Gesetz beschlossen wird und von den Bundestagsabgordneten, sowie vom Bundesrat abgelehnt wird, schon aus Gründen der informationellen Selbsbestimmung.

Okay, leichte Probleme mit der Funktionsweise unserer Gesetzgebung (der Bundestag beschließt so oder so darüber), aber als Eingabe immerhin ganz nett. Vielleicht überlegen sich ja ganze 2 Abgeordnete ihre Entscheidung nochmal beim Lesen…

Abschnitt „Interessant, aber nee“
Verbot von Plastiktüten

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
Plastiktüten zu verbieten oder zumindest mit einer so hohen Steuer zu belegen, dass sie teurer als Tüten aus biologisch abbaubarem Material sind und ihre Verwendung somit unwirtschaftlich wird.

Plastiktüten sind fraglos problematisch, aber eine Sondersteuer oder ein Verbot nur dafür ist fraglos eine übertriebene Maßnahme. Es muss doch möglich sein, einen Verzicht auf solche Tüten durch Konsumentendruck zu erreichen.
Momentan finde ich das Verschwinden von Stofftaschen wesentlich problematischer als den Verkauf von Plastiktüten. Das hiesige Rewe etwa verzichtet auf beide und hat nur noch papiertüten – auch kein idealer Kompromiss, schließlich sind auch papiertüten nach wenigen Einsätzen Müll Altpapier.


All hail Stalinator… wait, what

Okay, das tanzende Mädel ist bizzar, aber ich bin ziemlich sicher, dass eine Welt, in der ein Computerspiel mit dem Titel Stalin vs Martians existiert eine bessere Welt ist.



AStA und Shadaik Live: Campus-Sprechstunde

Damit wäre das schonmal beschlossene Sache: Der AStA der Uni-Düsseldorf wird ab kommenden Dienstag in der Mittagspause (13-14 Uhr) mit dem AStA-Stand auf dem Campus anbieten.
Sprechstunde unter Sonnenschein und blauem Himmel. Perfekt 8-)

Montags mit mir, dienstags mit André Moser, Mittwoch Abdelilah el Hamdani, Donnerstag und Freitag Hannah Schade.
Wobei ziemlich wahrscheinlich nicht nur der jeweilige Hauptmensch am jeweiligen Wochentag da ist.

Vorbehaltlich schlechten Wetters natürlich.


Walsterben

Ich mag ja politisch angehauchte Videospiele. Und ich mag Shooter.
Die perfekte Kombination aus beiden ist das von mir bereits andernorts hochgelobte Harpooned: Man spielt ein japanisches „Forschungsschiff“, welche Wale abschießt und ihr Fleisch einsammelt. Zwischendurch muss man sich dieser verfluchten Umweltschützer erwehren, die die Forschung behindenr wollen.
Das ganze ist böse Satire, wie Ansagen wie „Die Wale in ihrer Region sterben aus. Töten Sie noch mehr, um die Ursache zu finden“ unzweifelhaft belegen.

Anlass für diesen Beitrag ist eine überarbeitete Version des Spiels mit Ranglisten und der Möglichkeit, allzu aufdringliche Walfreunde festzusetzen.
Immernoch ein wirklich schönes Beispiel für ein Spiel mit echter Aussage.

Kostenloser Download bei harpooned.org.

Und einen Trailer gibt’s auch (Achtung, ein paar fiese Bilder vom Walfang):


Games as Arts Discussion are lacking one thing: Bullshit!

Dieser Artikel ist in englisch gehalten, da er eine internationale Leserschaft anspricht – und ich ausserdem keine adäquate Übersetzung für „Bullshit“ kenne

A few days ago I came by another of those „Are gamnes art?“ posts. The discussion had pretty much reached a dead end when nobody understood the question anymore and started to just post pretty pictures from games to declare them as „art“ two years ago.
Now, a new discussion has begun and this time, people seem to actually know, what the question is about. And then, I realized what games lack to be art.

To quote the lines I read that made me realize:

Take a great record, for example. I’ll say OK Computer by Radiohead, since it’s one of my favourites and it’s also reasonably well known. If you look at a song like „Karma Police“, which was the big single from the album, that song is able through its construction to communicate something very particular. Yes, it has lyrics, and yes, those lyrics are part of the communication, but they’re actually a pretty small part. The song communicates its emotions, even its themes and ideas, through its melodies. I don’t get a feeling of existential dread from the song because of the lyrics, but because of the music, and they evoke that sense of dread in a particular way which could not be done with words or images. That is to say that the music itself communicates something which could only be communicated in musical form. The ideas just can’t be expressed any other way.

You see, this is the way people speak of an art, in this case music. This reflection in OK Computer by Radiohead is soaked with one element you hardly have in game discussions: Bullshit.
A serious heap of bullshit.
In this case it is claiming there’d be something that can „only be communicated in musical form“. You see, the bullshit here is this: Music sounds nice or it doesn’t. In a few cases, music can make a point but those are really, really rare. So rare, we should not consider it a trait of music itself. Anyways, this clearly is nothing that can’t be done by pictures, tales or even architecture.
It’s more obvious with arts in the museum, but music has reached a considerable level of bullshit, as have movies and TV.
Bullshit actually differentiates the artsy museum-goer from the guy who buys a picture of a creek because it looks nice in his living room.

Bullshit has been the defining quality of arts ever since dadaism appeared and, despite being a satire of art and the bullshit that surrounds it, became praised by other artists.
You see, dadaist discussion of the arts was bulshit and deliberately so.
A few years after, all arts discussion was bullshit that dwarved even dadaist’s wildest nightmares. What they had fought against had become not only reality, but also their struggle’s offspring.

And as bullshit grew into a defining feature of arts, other arts besides painting and sculptures grew into bullshit, too. We called it post-modernism and pretended it wasn’t bullshit.

Now, games have arrived. having missed the oppurtunity to gain a sufficient fuel of bullshit, it was never accepted into the reams of arts (comic books had barely made it).
But fear not, ludology is on the best way to correct this err. Just read some Jesper Juul:

Bogost’s comparative approach to videogame criticism also stands out as one of the more recent steps in the direction of proposing new ways of studying and theorizing about games. In Unit Operations, Bogost argues for explicating videogames through a new form of criticism that encompasses the programmatic and algorithmic underpinnings of games together with the cultural and ideological units

Interestingly, game bullshit is made on the asumption that games are code. Which is completly irrelevant on first view (after all, nobody goes „novels are ink on paper“ as an approach to analysis) but proves very useful in making up shit.

Thus the future of games as an art is a bright one.


Die Webolution

Nun verkündet also der Spigel online eine anstehende „Öko-Revolution“ aus dem Social Web. Es darf vermutet werden, dass das zu der aktuellen Vermarktungsstrategie zählt, zu der auch ein (komplett sinn- und inhaltsloses) Sonderheft über LOHAS erschienen ist: Man will sich angrünen um in der Wirtschaftskrise auf der Höhe der Zeit zu sein.
Wie auch immer.

Folgt man dem Spiege, so stehe nach der Obamania als nächste große Bewegung aus dem Netz eine Ökowelle an, denn:

Sie halten es für möglich, dass das Netz in den kommenden Jahren seine erste globale Bewegung in Gang bringen wird, eine Öko-Bewegung, die unser Verhalten darüber, wie wir mit Energie umgehen, grundlegend verändern könnte.

Das ist in der tat überaus erfreulich und wenn man das Anschwellen an Ökoblogs und Netzwerkseiten sieht, ist es eine durchaus realistische Überlegung.
Nur ist das nicht die erste Bewegung dieser Art – da steht zumindest aktuell der so betitelte Neue Atheismus vor. Der bringt Sachen wie die Buskampagne zusammen, formt dezidierte Bewegungen wie die Brights, organisiert Demos gegen Kirchentage, klagt gegen Konkordatslehrstühle und ist überhaupt beständig an allen Ecken und Enden unglaublich aktiv und öffentlichkeitswirksam.

Wenn die neue Ökobewegung etwas ähnliches schafft oder sogar noch einmal eine Welle wie in den 90ern in der Ära Brent Spar lostritt, dann wäre das natürlich großartig und etwas, wo jeder mitmachen sollte.
Nur neu wäre es nicht.

Spiegel-Link via U wie Umwelt


Musikeinlage: PunchuKi!

Rythm Tengoku Gold ist ein Rhytmusspiel für den DS, in dem man über Eingaben mit der Musik interagiert. Da es schwer ist, einen Song so zu machen, dass er in der Kombination aus Musik, Soundeffekten, Interaktion und Bildschirmgeschehen funktioniert zeige ich heute einfach mal ein wirklich, wirklich gelungenes Beispiel für einen solchen Song aus eben diesem Spiel.


Petitionnerstag VI

Im Petitionsausschuss des Bundestages wird es wieder um einiges ruhiger. Grund dafür dürfte sein, dass der große Aufschwung durch die Grundeinkommenspetition jetzt abgearbeitet ist und der Ausschuss langsam wieder zum üblichen Tagesgeschäft übergehen kann.

Mit nur zwei Petitionen diese Woche muss ich auch gar keine Auswahl treffen, sondern stell einfach beide vor:

Lärmschutz im Oberen Mittelrheintal

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, im Sinne der volkswirtschaftlichen Vernunft, das Obere Mittelrheintal, seine Menschen und seine Wirtschaftskraft kurzfristig vom Lärm durch zunehmenden Güterbahnverkehr durch geeignete Bau- und umwelttechnische Maßnahmen zu entlasten und sich der angegriffenen Gesundheit der Bevölkerung des Rheintales anzunehmen mit der Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einer raschen Verwirklichung von Lärmschutzprojekten.

Okay, ich wohne zwar im Rheintal, habe aber keine Ahnung, welcher Abschnitt mit dem „oberen Mittelrheintal“ gemeint ist. Entsprechend wenig weiss ich über die dortige Lärm- und Luftbelastung.

Begrenzung von Rückbuchungsgebühren

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
daß die Höhe von Rückbuchungsgebühren, die Unternehmen bei Unterdeckung eines Kundenkontos in Rechnung stellen dürfen, gesetzlich geregelt wird.

Interessant, einige Unternehmen scheinen saftige Gebühren für Rückbuchungen bei Unterdeckung zu kassieren.


Erwähnte ich eigentlich…

…dass die Bäume an der Hohenzollernstraße gerettet sind?
Es wurde schließlich sogar der grüne Vorschlag übernommen, die Gasleitung einfach in die Mitte der Straße zu verlegen.

…dass die U79 in Düsseldorf endlich bis Universität Ost/Botanischer Garten verlängert wird? Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat Montag zugestimmt, die nötigen Bauarbeiten mitzufinanzieren. Das Amt für Verkehrsmanagement Düsseldorf hat bereits begonnen, an der Straßenbahnhaltestelle Südpark zur Vorbereitung der Bauarbeiten Hecken zu roden. Die Heckenrodung wird bereits jetzt durchgeführt, um brütende Vögel zu schonen, die gefährdet wären, wenn man die Hecken erst zum Baubeginn im Juni nach erfolgtem Nestbau rodet.
Mit Abschluss der Arbeiten im Sommer 2010 werden die völlig überlasteten ÖPNV-Verbindungen zur Uni verbessert während im Gegenzug Studenten, die vom Hauptbahnhof kommen eine um 10 Minuten schnellere Verbindung zum Campus erhalten.