Print – Rückkehr in die Fremde

Mein Ausstieg aus der Welt der alten Medien ist inzwischen fast ein Jahr her. Inzwischen besitze ich gar keinen Fernseher und kein Radio mehr.

Zurückgekehrt sind aber die Zeitungen. Und es ist eine seltsame Rückkehr.
Offenbar wird von einem politisch aktiven Menschen, vor allem in einer Partei und vor allem von einem Kandidaten für ein Amt (wie bei mir für den Gladbacher Stadtrat) erwartet, sich regelmäßig dem Printjournalismus zu widmen – die Frage, welche Zeitung ich lese kam öfters, meine übliche Antwort war „keine“, sehr zur Verwunderung meiner Parteigenossen. Man müsse doch eine zeitung lesen, wie sei man sonst informiert, so die Rückantwort.
Dabei sollten grade die Grünen auf John Yemma hören, wenn er sagt: „Printjournalismus macht einfach keinen Sinn: Da werden Bäume gefällt, fässerweise Farbe durchs Land gefahren, Zeitungen gedruckt, die tags darauf im Altpapier landen.“ Baumvernichtung, CO2-Ausstoß und Müllproblem ohne wirklichen Zwang dazu – und kosten tut der Spass auch noch (kostenlose Tageszeitungen wie in san Francisco scheint es in Deutschland nicht zu geben).

Nun denn, meine Wahl fiel auf die Westdeutsche Zeitung (WZ) – die hat (anders als die taz) einen Lokalteil und ist vergleichsweise günstig (85 bis 95 Cent, je nachdem ob ich grade die gladbacher oder düsseldorfer Ausgabe erwische). Vor allem erstreckt sich der Lokalteil auch auf die Nachbarstädte, was gegen den Zwang wirkt, diese mit Belanglosigkeiten zu füllen.
Die politische Ausrichtung ist dezent sozialdemokratisch – nicht ideal, aber okay. Dass das Verhältnis zwischen dieser Zeitung und dem AStA in Düsseldorf eher zerrüttet ist (erster Artikel einen Tag nach unserer Ernennung zum Vorstand: „Der AStA beschäftigt sich nur mit sich selber“ – na herzlichen Dank) spielt dabei eine eher geringe Rolle.
Dass die WZ vergleichsweise dünn ist, ist durchaus von Vorteil – im Gegensatz etwa zur Rheinischen Post (RP) kann man sie auf der täglichen Fahrt MG-Düsseldorf hin und zurück gemütlich durchlesen (dafür mag die RP den aktuellen düsseldorfer AStA mehr – tja…) ohne größere Teile auszulassen.

So steigert sich der Leseschnitt: Immerhin lese ich jetzt gut 10% komplett – und weitere 10% gar nicht. Zuvor las ich bis zu 80% gar nicht.
Grund für das Nichtlesen war bei der RP zunehmendes Desinteresse, bei der Wz ist es das Treffen von Freunden und Bekannten im Zug. Insgesamt also angenehmer.
Und dennoch – mit tagesaktuellen Lokalseiten wie der Bürgerzeitung MG, großen Nischenseiten wie Telepolis und der grundsätzlichen Schnelligkeit des Internet bei Themen überregionaler Bedeutung erscheinen diese Papierstapel überflüssig. Ihre Informationen sind grundsätzlich mehrere Stunden veraltet, weil Zeit für den Druck draufgeht. Wer behauptet, Zeitungen seien besser recherchiert verkennt entweder den Aktualitätsdruck der Zeitungen oder die Qualität der Netzschreiber.
Essays und Dossiers gibt es zu selten und wenn, sind sie oft zu kurz um wirklich interessant zu sein – das Essayformat funktioniert besser mit praktisch unbegrenztem Raum und Verlinkungen, welche die Informationen und Meinungen vertiefen und verknüpfen.
Hinzu kommt noch das poitische und gesellschaftliche Engagement – bei Ereignissen und Veranstaltungen dabei zu sein und später in der Zeitung darüber zu lesen – der Vergleich ist fast immer desillusionierend. Reduzierte Darstellungen und die Sprache von menschen, die seit Jahren nur noch PR-blabla ertragen und davon geistig langsam infiziert werden, beherrschen das Bild.

Etwas anders ist das bei den Wochenmagazinen. Von diesen habe ich mir die Zeit empfehlen lassen.
Recherchiert, jenseits der erdrückenden Tagesaktualität – und erfüllt von einem Geist der Pseudointellektualität und des Kulturkampfes gegen das böse Internet.
Dennoch, immer wieder greifen die Zeitler gute Themen auf – zuletzt in einem Dossier über eine Wirtschaft ohne Wachstum. Aber die Darstellungen bleiben oberflächlich, letztlich inhaltslos und fallen in die Kategorie „schön, mal drüber gesprochen zu haben“.
Seine Energie verschwendet man unterdessen in Abwehrgefechten gegen das Internet und die digitale Welt, die fast durchgehend aus Unverständnis und Zukunftsangst gespeist sind, die das alte deutsche Makel fortführen, intellektuell und intelligent, unverständlich und komplex zu verwechseln.
Alles in allem ist die Zeit zum Lesen uninteressant, zum Überfliegen aber ein hervorragendes Blatt – mehr als ein Blatt bräuchte es aber oft auch nicht für den tatsächlich interessanten Inhalt einer Ausgabe dieser Zeitschrift.

Bleibt zu guter Letzt eine einzige Frage: Warum tue ich mir den Unfug eigentlich an? Nur, weil alle meinen, man müsste?
Und kann die Zeitung im Zeitalter des Internet überhaupt mehr sein als ein Pendant zur Krawatte – ein nutzloses Statussymbol für Wichtigtuer, welches seine Wichtigkeit allein durch die wiederholte Behauptung dieser Wichtigkeit erhält?


Stöckchen: Alles was ich will – nur die Regierung stürzen

Stöckchen, lag rum bei Buntklicker – endlich mal wieder ein wirklich kreatives.

Hier sind die Regeln:

1. Put your iTunes, Windows Media Player, etc. on shuffle.
2. For each question, press the next button to get your answer.
3. You must write that song name down no matter how silly it sounds.
4. Tag whoever you want including me.
5. Title this note with the name of the last song in the sequence.

Okay, mein iPod liefert mir:

If someone asks ‘are you okay’ you say…?
„El Gato Lopez“ (Ska-P) – Jupp, macht nicht den geringsten Sinn
How would you describe yourself?
“Come So Far (Got So Far To Go)” (Hairspray – Musical) – Interessant, das funktioniert sogar
What do you dream about?
“Barricades in Time” (Adema) – uh, das auch. Schöne Antwort.
How do you feel today?
“Let You Down” (Three Days Grace) – Okay, jetzt passt’s nicht mehr
What do you look for in a guy/girl?
“Dödel Up” (Guano Apes) – Ich möchte anmerken, dass ich hier keine anzügliche Antwort schreiben wolte
What is your life’s purpose?
“Bom Bom Bom” (The Living Things)
What’s your motto?
“Weil ir Einverstanden Sind” (Die Goldenen Zitronen)
What do your friends think of you?
“Girl” (Beck) – ähhh…
What do your parents think of you?
“I Predict A Riot” (Kaiser Chiefs) – *g*
What do you think about very often?
“War” (Bone Thugs ‚n Harmony feat. Henry Rollins) – Richtig wäre Weltherrschaft gewesen, aber das ist wohl nahe genug dran
What do you think about your first kiss?
“I Can’t Decide” (Scissor Sisters)
What do you think of your best friend?
“Only” (Nine Inch Nails)
What is your life story?
„Voodoo Child“ (Rogue Traders)
What do you want to be when you grow up?
„Click Click Boom” (Saliva) – oha, suizidgefährdet?

Und jetzt noch der Titel Oh, schönes Ergebnis. Die Goldenen Zitronen nochmal.


Der King lebt

Elvis-Hommageator Jim Brown alias The King hatte in Deutschland kurz Erfolg, als sein Cover von Come as You Are hier in die Charts ging. Das muss so um 2000 rum gewesen sein.
Jedenfalls war und ist der irische Briefträger der beste Elvis seit dem Original. Statt einfach nur den alten Elvis nachzuahmen, nimmt er bekannte Rock- und Popsongs und setzt sie im Stil des richtigen King um.

Hier nun nacheinander:
Love will tear us Apart (Original: Joy Division)
Come As You Are (Nirvana)
Whole Lotta Rosie (AC/DC)



Ausländisch für Anfänger…

Das Phänomen, dass Markennamen in anderen Sprachen plötzlich eine unerwünschte Bedeutung haben, ist durchaus bekannt und ging im letzten Sommerloch ordentlich durch die Presse, ein paar beispiele etwa hier.

Gelsenkirchen, eine Stadt über deren Namen ich mich schon seit Jahren beömmel, ist hier ein Paradebeispiel: „Gelse“ ist österreichisch für „Stechmücke“.
So weit so schlimm. Und was sehe ich jetzt, wie der städtische Energieversorger heisst?

Logo von Gelsenwasser

Gelsenwasser. Was wohl ungefähr soviel bedeutet wie Mückenbrutstätte.
Herrlich.


Wat macht der eijentlich II

Bologna-Diskussion im Grünen-Landesverband (Land NRW)
Wie erwähnt war ich bei der von Ruth Seidl organisierten Runde der nordrheinwestfälischen Grünen zu Gast.
ich selber konnte dort meine Argumentation gegen die Verschulung der Studiengänge anbringen, nachdem diese zuvor zweimal positiv erwähnt wurde: Ich halte die Verschulung für das größte Problem der Reform.
Sinn und Zweck eines Studiums ist die Förderung der selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit und Organisation. Ein schulartiger Unterricht mag zwar angenehmer sein, aber im Endeffekt lernen die Studierenden daraus nichts, was sie nicht ebensogut in Büchern nachlesen könnten. Dadurch verliert das Studium seinen wissenschaftlichen Anspruch.
Der ebenfalls anwesende Bochumer AStA-Vorstand samt SP-Präsident (auch Campusgrüne) brachte zudem vor, dass mit den neuen Abschlüssen zunehmend Akademiker in klassische Ausbildungsberufe drängten – und dabei Nichtakademiker aus diesen verdrängten.
Vor einigen Wochen merkte ich ähnlich an, dass diese Abwertung akademischer Abschlüsse sie in Konkurrenz zum klassischen Berufsausbildungssystem stellen und „normale“ Schulabschlüsse zunehmend entwerten würde.

Umweltausschuss (Stadt MG)
Ich hab mir gestern abend mal die Sitzung des Umweltausschusses als Gast angeschaut. Gott, war das langweilig…
Da lernt man das studentische Chaos auf einer Sitzung des Studierendenparlaments richtig schätzen.
Immerhin hab ich jetzt einen ausreichenden Übersicht über die geplante Renaturierung der Niers und Nebenbäche.

Studierendenparlament (AStA HHU)
Da hab ich dagesessen und mir den Spass angeschaut. Leider hat der sonst so amüsante linke Rand gefehlt.
Das am längsten diskustierte Thema war der Antrag einer gruppe, bei der der erste Redebeitrag aus dem SP bereits klarstelte, dass sie gar keine Anträge stellen konnten (der Gruppe gehörten keine Studierenden der HHU an) – dennoch ging die Diskussion eine gute Stunde, bei der Frage, ob es sich um eine Sekte handelte begann es, bizzar zu werden. Als Beispiel etwa für die Unbedenklichkeit von Führerkult wurde der rassistische Esoteriker Rudolf Steiner genannt. Na herzlichen Glückwunsch.
Ganz davon abgesehen, dass es ohnehin niedlich ist, wenn Christen und Guru-Anhänger sich darüber streiten, was eine Sekte sei.


Petitionnerstag XIV

Nachweis für alleiniges Sorgerecht

Der Bundestag möge beschließen, dass ein geeignetes Nachweisdokument über das Bestehen des alleinigen Sorgerechts eingeführt wird.

Nach allem, was ich von alleinerziehenden Eltern hierzu weiss, wäre ein solches Dokument in der Tat eine Erleichterung gegenüber wiederholten Behördengängen zum Erwerb eines solchen Dokuments, das dann zudem nur ein paar Wochen gilt.

Verständlichere Gesetzestexte

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, sich bei den Ministerin und Ämtern für eine gute und für Bürger verständliche Gesetzestext-Formulierung auszusprechen, damit gewährleistet ist, dass Bürgerinnern und Bürger der Bundesrepublik Deutschland sich über ihre Rechte, Pflichten und Aufgaben informieren können.

Der Bundestag hat interessanterweise bereits eine Kommission zu genau diesem Zweck. Leider müssen Gesetzestexte aber auch enge Vorgaben erfüllen und absolut eindeutig sein – was schnell zu komplexeren Aufbauten führen kann.
Es stellt sich also die Frage, wie weit es überhaupt möglich ist, Gesetzestexte verständlicher zu machen.

Verbot von Einwegflaschen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen Einwegpfandflaschen vom Markt zu nehmen und ausschließlich durch Mehrweg zu ersetzen.

Achja, Jürgen Trittins nach hinten losgegangener Versuch, Mehrweg zu fördern. Weg damit!

Blaulicht für Privatfahrzeuge im Diensteinsatz

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Angehörige der Einsatzabteilung einer Hilfsorganisationen der Bundesrepublik im Einsatzfalle blaues Blinklicht (Blaulicht) in Form von magnetischen Aufsetzern auf dem Dach oder mit Saugnäpfen an der Innenseite der Windschutzscheibe am privaten PKW anbringen dürfen

Eine höhere Erkennbarkeit von Fahrzeugen im Einsatz und höhere Flexibilität in der Wahl der Einsatzfahrzeuge durch Verwendbarkeit nicht fest eingebauter Warnlichtanlagen ist definitiv zu unterstützen und verbessert die Einsatzfähigkeit und -koordination der Hilfskräfte.

Anpassung von ALG II an die Inflation

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …Die Regelleistung von von Hartz IV in Zukunft der Inflationsrate anzupassen

Das zählt zu dne Dingen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Ansonsten neu in der Mitzeichnung:
Abschaffung der Abgeltungssteuer
Zweitakter-Verbot
Liberalisierung der Wohnungsrückgaberegelungen

Und dann hätten wir noch eine besondere Abstrusität selbst nach Petitionsausschussverhältnissen. Verlangt doch ernsthaft ein Petent, Zahlungsfristen für Rechnungen auf 10 Tage zu begrenzen und noch dazu eine Mahngebühr von mindestens 150 € (!) festzulegen.


Grün ist porno und Meinung illegal

Im wahrsten Sinn des Wortes, glaubt man der staatlich gestützten Jugendschutzsoftware des JusProg e.V..
Zusammen mit den Piraten sind die Webseiten der Grünen sowie zahlreiche politische Blogs mit dieser Software für Jugendliche nicht mehr zugänglich.
Die NPD ist dort übrigens ab 14 freigegeben – herzlichen Glückwunsch.

Bezeichnet jetzt immer noch jemand die Zensursula-Vorwürfe als Paranoia?

Unterdessen wird anderswo in Deutschland polizeilich die Äusserung von Meinungen untersagt.
Dabei ging es um folgende Meinungsäusserung, die als Gedicht vor dem Reichstag vorgetragen wurde:

ERNST STADLER: AN DIE SCHÖNHEIT

So sind wir deinen Wundern nachgegangen
wie Kinder die vom Sonnenleuchten trunken
ein Lächeln um den Mund voll süßem Bangen
und ganz im Strudel goldnen Lichts versunken
aus dämmergrauen Abendtoren liefen.
Fern ist im Rauch die große Stadt ertrunken

kühl schauernd steigt die Nacht aus braunen Tiefen.
Nun legen zitternd sie die heißen Wangen
an feuchte Blätter, die von Dunkel triefen

und ihre Hände tasten voll Verlangen
auf zu dem letzten Sommertagsgefunkel
das hinter roten Wäldern hingegangen –
ihr leises Weinen schwimmt und stirbt im Dunkel.

Fürwahr politischer Sprengstoff. Bloß nicht vortragen, Verhaftungsgefahr!


Bologna mal wieder

Gestern war im Landtag die Veranstaltung zum Thema „10 Jahre nach Bologna“, moderiert von Ruth Seidl.
Die Veranstaltung war durchaus interessant, und das in mehreren Punkten.

Zunächst einmal die Struktur: Mit Ulrich Welbers (Germanist an der Uni Düsseldorf), Armin Himmelrath (Journalist), Verena Schäffer (Studi an der Uni Düsseldorf und Sprecherin Grüne Jugend NRW) und Johannes Wildt (Hochschuldidakt von der TU Dortmund) waren vier Kritiker der Reform zugegen, auch wenn Wildt sich um eine neutral-deskriptive Position bemühte.
Dagegen war mit Peter Zerlakis von der Hochschulrektorenkonferenz genau ein Pro-Vertreter anwesend.
Man kann das auf den Veranstalter (Bündnis 90 / Die Grünen) schieben, aber da Ruth Seidl gleich zu Anfang klar sagte (zugab?), dass Bologna in Deutschland ein rot-grünes Projekt war, greift die Überlegung nicht. Und auch vor ein paar Wochen bei der Veranstaltung der Rheinischen Post war klar: Es ist einfach schwer, Freunde der Reform zu finden. Schon dort stellte sich der Arbeitgeberverreter überraschend kritisch zur Reform auf, auch wenn er sie grundsätzlich begrüßte.
Alerdings mischte sich auch Herr Gerland von der Uni ein, der in Düsseldorf zu den Organisatoren der Umstellung gehört. Was bei insgesamt 40 Leuten 2 Reformbefürworter ergab. Wobei letzterer allerdings auf meinen Einwand gegen die Verschulung ähnlich wie schon Prorektor von Alemann zeigte, dass er überhaupt nicht verstand, warum die Verschulung der Universitäten ein Problem sein soll.

Interessant auch eine Aussage von Welbers zum Hochschulfreiheitsgesetz:

Frei sind vor allem sechs Leute. Das ist das Rektorat

Insofern interessant, als der rektor immer argumentiert, er sei ja an die Vorschriften aus dem Landtag gebunden – zugleich aber der zuständige Minister Pinkwart sagt, die Hochschulen seien ja frei, er habe da keinen Einfluss. Dieses akdemopolitische Pingpong spielte Rektor Labisch mit Pinkwart und nun spielt es sein Nachfolger Piper mit noch gesteigerter Eloquenz (aber nachlassender Glaubwürdigkeit) weiter.

Und zu guter letzt war die Veranstaltung auch eine großartige Zitatequelle. Ich hab mal gesammelt:

Monokultur der Prüfungen mit hanebüchenen Methoden wie Multiple Choice […] – Wildt zu den Prüfverfahren des Bachelor

Ökonomie ist das Gegenteil von Bildung – Dr. Ulrich Welbers

Die jetzt studieren, das sind Versuchskaninchen, nichts anderes – Armin Himmelrath

Von der Haltung sind sie [die Stduierenden] mindestens so ökonomisiert wie die Landesregierung – ein Wuppertaler Politologe spricht den universitären Generationenkonflikt an

Die Akkreditierungskommissionen prüfen vieles, aber ganz siche rnicht die Qualität der Lehre – Simone Dietz, Philosophie-Professorin aus Düsseldorf, zu den vielgerühmten Akkreditierungsverfahren der Studiengänge

Ich denke insgesamt, der Kurs der Grünen zur Bologna-Reform wird noch ein interessantes Thema werden. Gehen sie den Kurs der Ökonomisierung weiter oder kehren sie zur humboldtschen Bildung als Anregung von Neugier und Wissensdrang jenseits wirtschaftlicher Zwänge zurück?
Das erste Jahrzehnt der Reform endet mitten in einer Krise, in der immer stärker die Berechtigung von Kapitalismus und wachtumsbasierten Wirtschaftssystemen (hervorragender Text dazu übrigens in der aktuellen Zeit) hinterfragt wird – eine spannende Entwicklung, deren Ergebnis auch viel über den Stellenwert der Bildung in Politik und Gesellschaft aussagen wird.


Wie grün studierst du

Die Jungs und Mädels von Utopia machen ein bundesweites Hochschulranking – ausnahmsweise mal nicht für Lehrqualität oder beste Mensa, sondern darüber, welche Hochschule die grünste in Deutschland ist – Bioessen, Isolation, Energiebezug, alles spielt da grundsätzlich mit rein.
Das Rankingformular für Studenten (und wohl später auch die Ergebnisse) gibt es bei utopia.de, mein Lieblingswerbemotiv gibt es als Anreiz hier.

Bio-Mensa oder nicht

Musikeinlage: The Offspring

So, wird mal wieder Zeit für Musik, um dieses Blog nicht zu sehr zur Textwüste verkommen zu lassen.
The Offspring – You’re Gonna Go Far, Kid.

The Offspring - Rise and Fall, Rage and Grace - You're Gonna Go Far, Kid