Die guten Vorsätze des Norbert Post

Immer wieder amüsant, die Darstellung des mönchengladbacher CDU-Bürgermeisterkandidaten Norbert Post zu beobachten.
Und weil das so amüsant ist, setze ich es gleich mal fort – mit einer sehr interessanten selbstdarstellung auf die Frage nach seinen Zielen als zukünftiger Verwaltungschef:

Ich werde ein Oberbürgermeister sein, der mit den menschen redet, ihnen zuhört, der ihnen hilft, aber auch reinen Wein einschenkt. Das wird sowohl für den Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern als auch für den mit dne Kolleginnen und Kolegen in der Verwaltung gelten. ich werde ein Bürgermeister sein, der hier vor Ort Verantwortung trägt, der den problemen nicht ausweicht und der – wenn es sein muss – auch dahin geht, wo es weh tut.[…]

Norbert Post weigert sich bis heute, über Portale wie Abgeordnetenwatch an ihn gerichtete Fragen zu beantworten, wenn sie nicht mit einer Postanschrift verbunden direkt an ihn gerichtet sind.
Offenbar hat er ein anderes Verständnis von „mit den Bürgern reden“ und „Problemen nicht ausweichen“ als der Rest der Menschheit. Und als wäre das nicht in einem demokratischen System problematisch genug, behauptet er in seiner Selbstdarstellung auch noch das genaue Gegenteil zu dem, was er dort tut.

Herr Post, beantworten Sie endlich öffentlich an Sie gerichtete Fragen in ebenso öffentlicher Form.
Alles andere ist undemokratisch und absolut unangebracht.

Ich will Ihnen persönlich nichts. Aber ich verlange für die Bürger der Stadt, um deren Bürgermeisterschaft Sie sich bewerben, dass Sie das Versprechen wahr machen, reinen Wein einzuschenken.
halten Sie sich doch bitte wenigstens an die Maßstäbe, die Sie selbst an sich anlegen.

In der selben Reihe bereits erschienen:
Hihihihihihahahahohohohee (20. Juli)
Demokratie ungenügend, Wahlkampf ausreichend (16. Juli)
Dilletanzkurs mit der CDU MG (11. Juli)


KriseKannMichMal

Unter diesem Stichwort gibt es ab sofort jedem Tag in meinem Twitter eine positive Nachricht gegen die Krise.

Die Musik dazu gibt es wie immer hier im Blog, vor allem auch als Ausgleich zur furchtbaren Musik, mit der ich euch die letzte Woche gequält habe. Also:


Petitionnerstag XXII

Thema der Woche auch im Petitionsausschuss: Demokratie und ihre zunehmende Unterminierung, diesmal in Form der Protokollredne im Bundestag.

Reden im Bundestag müssen gehalten werden

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Änderungen des §78 der Geschäftsordnung zur Rede zu Protokoll rückgängig gemacht werden.

Dazu ein wenig Hintergrund: Im Bundestag müssne Redne mittlerweile nicht mehr gehalten werdne, man kann sie schriftlich zu Protokoll einreichen. Viele Abgeordnete nutzen dies auch, was dazu führt, dass kaum noch jemand im Bundestag anwesend ist.
Da die Reden sich so nicht aufeinander beziehen können, gibt es keine echte Debatte mehr, sndern nur noch ein nachträgliches Heftchen mit Stellungnahmen. Eine gemeinsame Bewertung vorgeschlagener Änderungen findet somit nicht mehr statt.
Eine solche Unterminierung des demokratischen Entscheidungsfindungsprozesses, in dem eigentlich Argumente mehr zählen sollten als Parteizugehörigkeiten (welche nun stärker als zuvor die Entscheidung bedingen werden) ist ein Skandal sonder gleichen und es gehört dagegen gestimmt. Wer dieses Gesetz befürwortet, gehört meines Erachtens als Verfassungsfeind unter Beobachtung, nicht in den Bundestag.

Keine Kennzeicheneintragung in die Feinstaubplakette

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Eintragung des Kennzeichens in Feinstaubplaketten entfällt.

Klingt nach einer brauchbaren Entbürokratisierungsmaßnahme, wenn denn die Plakette weiter eindeutig dem Fahrzeug zuordnenbar bleibt.

rechts vor links im Straßenverkehr

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Straßenverkehrsordnung derart geändert wird, dass künftig an Kreuzungen gleichberechtigter Straßen ausschließlich die Regel „Rechts vor Links“ gilt und somit die „Vorrang-Regelung“ in § 9 StVO ersatzlos abgeschafft wird.

Diese petition richtet sich dagegen, das nach links abbiegende fahrzeuge entgegenkommendne verkehr durchlassen müssen.
Das erscheitn mir nicht annähernd so verwirrend wie dem petenten und die „Rechts vor Links“-Regel erfasst diese Situation eigentlich gar nicht, da in dieser Situation beide fahrzeuge links voneinander stehen.
seltsames Anliegen also.

Kindergeldanrechnung nur für echte Empfänger

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

Im Steuerrecht eine automatische Anrechnung eines halben Kindergeldes für leibliche & getrennt lebende Väter, die sich um Ihre Kinder kümmern, aber deswegen noch lange kein Kindergeld bekommen, wegzulassen.

Es solle hiermit das halbe Kindergeld nur eingerechnet werden, sofern der leibliche und von der Mutter getrennt lebende Vater dieses auch wirklich einträgt bzw. durch das zuständige Amt empfangen hat.

Sagt mE alles nötige.

Einkommenssteuererstattung nicht mehr als Einnahme für ALG-Empfänger

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass eine Einkommensteuererstattung seitens der Finanzverwaltung nicht mehr als einmalige Einnahme nach § 11 Zweites Buch Sozialgesetzbuch berücksichtigt wird.

Ist ja auch Quatsch: Geld zurückgeben um es dann zu versteuern.

Fahrtkostenerstattung für die Ausbildung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Menschen die in einer Berufsausbildung sind und erhebliche Fahrtkosten zu der Ausbildungstelle haben, diese zu 100% erstattet bekommen.

100%!? Kann man nicht erstmal alles oberhalb einer festzulegenden Zumutbarkeitsgrenze erstatten?
Es ist meines Erachtens nicht Aufgabe des Staates, Leuten ihre Autos zu finanzieren.

Sterberegisterauszug für Ärzte

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Ärzte und Kliniken für Ihren Zulassungsbereich einen Auszug aus dem Sterberegister erhalten können. Die Angabe von Namen, Geburtsdatum und Sterbejahr sind ausreichend. Adressen, Todesursachen und weitere Angaben werden nicht mitgeteilt.

Ich verstehe nicht ganz, wozu das gut sein soll. Um die Toten brauchen die Ärzte sich ja eh nicht mehr kümmern.

Engeres zeitlimit für Sozialgerichtsprozesse

Mit der Petition wird gefordert, dass Sozialgerichtsprozesse innerhalb von 3 Monaten erstinstanzlich verhandelt werden. Dabei soll innerhalb von 3 Monaten ähnlich den Arbeitsgerichten eine sogenannte „Güteverhandlung“ stattfinden. Nach einem erfolglosen Vergleich soll binnen weiteren 2 Monaten ein Urteil gesprochen werden.

Ohne die Auslastung der Sozialgerichte zu kennen (ich vermute aber, sie ist hoch) kann ich dazu nicht viel sagen.

Gründungszuschuss für ALG-II-Empfänger

Der Deutsche Bundestag möge beschließen die Existenzgründungsförderung Gründungszuschuß nach § 57 SGB III für die Aufnahme einer hauptberuflichen Selbständigkeit auch auf den Rechtskreis SGB II anzuwenden (Statt Einstiegsgeld und gewinnabhängige Weiterzahlung des ALG II inkl. KdU). Dabei soll als
Bemessungsgrundlage für den Rechtskreis SGB II der aktuelle Bezug des ALG II der Bedarfsgemeinschaft inkl. Kosten der Unterkunft am Tag vor der Aufnahme der hauptberuflichen Selbständigkeit gelten.

Leider ein fal, wo ich keine Ahnung von der Materie habe und daher nichts weiter dazu sage.

Vertretungspflicht für Arbeitnehmer in Tarifverträgen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen das TVG (Tarifvertragsgesetz) zu modifizieren.
Als nötig sind im § 2 TVG Tarifvertragsparteien 2 Worte zu streichen so das der Text wie folgt lautet:
(1) Tarifvertragsparteien sind Gewerkschaften,sowie Vereinigungen von Arbeitgebern.
bisher lautete er so:
(1) Tarifvertragsparteien sind Gewerkschaften, einzelne Arbeitgeber sowie Vereinigungen von Arbeitgebern.

Dadurch soll erreicht werden, dass alle Arbeitgeber durch die Verhandlungen ihrer Vertreterverbände gebunden sind.
Halte ich nicht das geringste von.

verbot von Motorsport

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Wettbewerbsrennveranstaltungen von Kraftfahrzeugen jeglicher Art in der Bundesrepublik Deutschland untersagt sind.

Übereifriger Aktionismus.

Mehrwertsteuerbefreiung von Schulliteratur

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Anschaffung von zusätzlicher
Fachliteratur sowohl zur Vorbereitung als auch zur Vertiefung der Unterrichtsinhalte in allen Bildungssystemen für Schüler und Studenten von der Mehrwertsteuer befreit
werden.

Wie genau soll das denn funktionieren? Denn die Mehrwertsteuer wird ja nicht vom Konsumenten abgeführt (wenn auch von ihm bezahlt).


WWdKG: Atomflugzeuge

Ich gehe grade meine ganzen alten Zeitungen durch, ob es darin noch etwas behaltenswertes gibt, bevor ich sie dem Altpapiercontainer übergebe.
Und tatsächlich finde ich eine Diskussion über die Zukunft der Atomkraft im kostenlosen lokalen Käseblättchen Extra-Tipp am Sonntag.
Diese motiviert mich zu der schönen Abkürzung in der Überschrift, welche sich auflöst zu:
Die wundersame Welt des Kellys Grammatikou

Grammatikou, Kolumnist beim Extra-Tipp, nimmt in der Atomkraftdiskussion die Pro-Atom-Seite ein und schreibt interessante Dinge. Also vor allem das:

Nur mit reiner Windkraft, Wasserkraft oder Sonnenenergie lässt sich bisher kein Flugzeug (so wie wir es kennen) in die Luft bewegen, geschweige denn das (sic!) wir hier von bemannter Raumfahrt reden. Da braucht es eine kraftvolle Energiequelle.

Sehr interessant. Offenbar glaubt Grammatikou also folgendes:

a) Es gibt keine Solarflugzeuge
b) Bemannte Raumfahrt funktioniert nicht mit Solarenergie
c) Es gibt Atomflugzeuge

Gehen wir das mal nacheinenader durch:

a) Es gibt keine Solarflugzeuge
Das ist so erstmal falsch. Was es nicht gibt sind solargetriebene Verkehrsflugzeuge, solargetriebene Sportflugzeuge gibt es seit ein paar Wochen.
Die Einschränkung allerdings ist richtig: Luftschiffe lassen sich problemlos solar fahren.

b) Bemannte Raumfahrt funktioniert nicht mit Solarenergie
Preisfrage: Was sind das für schwarze Dinger an der ISS:

Raumstation ISS

Kleiner Tipp: es sind keine Atomreaktoren (wie sollen die im schwerelosen Raum überhaupt funktionieren?)

c) Es gibt Atomflugzeuge
Hmm, vielleicht hat Grammatikou sowas gesehen, fliegt hier in Mönchengladbach ja öfters mal rum:

Boieng 707 AWACS

Auch hier wieder der Tipp: Das da oben auf dem Flieger ist kein Atomreaktor. Das ist eine Radarantenne.

Hinzu kommt noch ein ganz anderes Problem: Nuklearer Brennstoff ist knapp. Sehr knapp. Schon beim aktuellen Verbrauch geht er uns noch dieses Jahrhundert aus – Jahrzehnte bevor die Kohle zur Neige geht.
Davon ab natürlich die Frage, wie ein Atomraumschiff oder -flugzeug eigentlich fliegen soll, ein Atomreaktor an Bord ist da ja eher ungeeignet (schon das Gewicht und die nötige Kühlfähigkeit des Reaktor sorgen dafür, dass Atomenergie mobil bisher nur auf Schiffen genutzt werden kann).
Okay, die Amis hatten in den 50ern mal die Idee, Raumschiffe anzutreben, indem man sie hinten kleine Atombomben auswerfen ließ, auf deren Explosion sie dann vorangetrieben würden (kein Scherz). Aber ich hoffe mal sehr, das ist hier nicht der Leitgedanke der Kolumne.

Bildquellen: Boeing, NASA


Es ist nie keine Gegenwart

Wie „die Krise“ sich selbst auslöst, erhält und fortführt

Angefangen hat alles mit einer Bankenkrise. Ein paar banken haben Verlust gemacht, eine davon so schwer, dass sie pleite ging.
Das an sich wäre ein kleines beben gewesen, aber in ein paar Monaten durch. Zwei-drei Banken weniger, das hätte eigentlich niemandem groß was ausgemacht, wenn die Auflösung vernübftig gemanagt worden wäre (sprich: Kunden wären zu gesunden Banken transferiert worden).

Nun begab es sich aber, dass auch andere Branchen in krisenstimmung kamen.
Nicht wegen der bankenkrise, sondern weil die Presse grade von Krise sprach und man da so schön einhaken konnte. Plötzlich ging also eine ganze reihe an Unternehmen pleite.
Da wäre also Arcandor. Bei denen war es eigentlich schon seit Jahren klar, dass sie ständig Probleme hatten, die früher oder später entweder geklärt hätten werden müssen oder in den Untergang führten – Arcandor hat dank unfähiger Manager den Untergang gewählt und konnte das noch nichtmal wirklich als Krisenfolge verkaufen.
Da war Opel schon erfolgreicher – dass die westliche Automobilbranche vor allem deshalb kriselt, wiel sie seit Jahren Autos herstellt, die ganz einfach keiner mehr kauft, vergaß man bereitwillig, erklärte die Autoindustrie kurzerhand für einen krisensektor und pumpte sinnlose Millionen rein (hier beginnt dann tatsächlich eine Krise: Wenn der Staat Geld verpulvert, das dann anderswo fehlt). Dass Porsche sich zeitgleich an dem Versuch verhieb, VW zu kaufen (VW! Wer bitte ist so bescheuert und versucht VW zu kaufen! Daran würde sich selbst Microsoft verheben!), war eine willkommene Ablenkung und passte schön in die Krisenstimmung.
Gut, inzwischen kam dann doch heraus, dass es Opel vorher schon mies ging. ich kann nicht behaupten, überrascht gewesen zu sein.

Aber wenn in der Industrie doch Business as Usual herrscht, warum geht es dann mit der Wirtschaft so bergab?
Die Antwort ist beängstigend einfach: Presse.

Die Presse ist es, die die Krise herbeigeredet und so zwar nicht direkt verursacht, aber übermäßig vergrößert hat. Und jetzt erhält sie sie, wiel die Berichterstattung über „die Krise“ einträglich ist. das ist ein spannendes Thema, ein Dauerbrenner.
Dass die Printpresse selber zugleich in einer eigenen Krise (ausgelöst durch die eigene Überflüssigkeit) steckt, hilft natürlich dabei, das krisengefühl authentisch zu verkaufen, wenn nicht gar selbst daran zu glauben.
Es kommt in der Krise zu zwei Pressephänomenen, die die Krise zu verstärken neigen:

a) Schwarzmalerei – so sank der DAX beispielsweise sofort nach Erscheinen dieses Spiegelartikels, der den DAX-Anstieg zur Blase erklärte. Zum Glück nur kurzfristig, denn seit 15:00 Uhr steigt er wieder.
b) Investitionshemmung – sehr schön hier bei Telepolis zu sehen: Die Krise als Argument, nichts zu investieren/riskieren, was die Krise mangels Geldfluss aber weiter verstärken würde. Denn große Projekte sind ausgezeichnet geeignet, kurzfristig die Konjunktur anzukurbeln – früher (und heute noch in Amerika) hat man dazu Kriege geführt, aber Raumfahrt ist dazu ebenfals hervorragend geeignet, da bei solchen Projekten Geld in private Hand fließt, welches dann wieder im Markt arbeitet.

Das ist natürlich nur ein sehr knapper Abriss gewesen, der die Komplexität der Materie nicht annähernd erfassen kann.
Dennoch will ich meine Ansichten zur Krise einmal noch kürzer zusammenfassen:

1.) Die Krise ist nicht unfiorm, sondern ein Bündel mehrerer, teils nur zufällig zeitgleich auftretender Krisen
2.) Die wichtigste aktuelle Krise ist jene der Printpresse, da deren selbst erlebter Untergang sie zu Kultur- und Wirtschaftspessimismus verleitet
3.) Ein wichtiger Faktor sind auch eingefahrene Denkweisen. Dass beispielsweise eine Deflation (welche wir grade haben und welche ich vor 4 Jahren meinem damaligen Bankberater vorhergesagt habe) auch Gewinner hat, taucht in den Medien nicht auf.
4.) Hätten wir sie einfach ignoriert, wäre der schlimmste Teil der Krise schon vor zwei Monaten überstanden gewesen, weil es zu einer Normalisierung der Zustände gekommen wäre
5.) Die Krise wirkt über positive Rückkoplungen: Krisenstimmung vermindert Investitionen, verminderte Investitionen führen zur Krisenstimmung, was wiederum die Investitionen weiter vermindert

Was kann man jetzt tun?
Die Krise ignorieren und für die Zukunft nach der Krise planen und investieren. Bekämpft die Krise mit Erfolgsmeldungen – das beendet die Krise und lässt euch nachher besser dastehen als vor der Krise.

Sonst bleiben wir gefangen im „Jetzt“ der Krise, welches immer im Kopf bleibt und nie zu einem „Früher“ wird – weil wir alle immer im Jetzt leben und den Gedanken, jetzt sie Krise, mitschleppen.


So nicht, Christina

Ich nehme meine Mission, neu entdeckte schlechte Musik sofort an meine Leser weiterzugeben sehr ernst.

Und deshalb zeige ich jetzt, warum Christina Stürmer, die ich gut fand, bevor ihre Musik plötzlich für deutsche Seifenopern missbraucht wurde, ab heute einen Fan weniger hat.

Jaja, wir bösen Killerspieler mal wieder.


Hihihihihihahahahohohohee

Ich hatte ja per Abgeordnetenwatch eine Frage zum Verhalten der CDU bei öffentlichen Internetfragen an Oberbürgermeisterkandidat Norbert Post geschickt:

Herr Post,

mit Besorgnis nehme ich hier und an anderen Orten wahr, dass Sie nicht bereit sind, in einem öffentlichen Forum gestellte Fragen auch ebendort zu beantworten.
Was ist Ihre Motivation hierzu und finden Sie das Verhalten, in einem öffentlichen Raum auf Fragen nur mit dem Hinweis auf die Möglichkeit von Hinterzimmergesprächen zu antworten angebracht in einem demokratischen System, wie es in Deutschland nun einmal herrscht?

Und jetzt ratet mal, was er postwendend (haha, noch’n Schenkelklopfer) geantwortet hat…:

Sehr geehrter Herr Diehl,

gerne bin ich bereit, Ihre Frage direkt zu beantworten. Bitte senden Sie mir eine Mail, der ich auch Ihre Postanschrift entnehmen kann. Meine Mailanschrift finden Sie auf meiner Internetseite www.norbert-post.de .

Mit freundlichen Grüßen!

Ihr Norbert Post

Offenbar ist es Herr Post vollkommen unverständlich, dass eine Frage zur Politik oder dem Verhalten einer Person nicht persönlich ist, sondern auch andere ausser dem Fragenden selbst an einer Antwort interessiert sein könnten.
Wie man mit so einer Einstellung eine vernünftige Politik machen will, ist mir allerdings unbegreiflich. Denn Politik zeichnet sich dadurch aus, eben nicht Privatsache zu sein, sondern allgemeine Interessen zu betreffen.


Brandstifter bei der Feuerwehr

Vor ein paar Tagen gab es einen Fall in den Nachrichten, wo ein Brandstifter sich als großer Helfer gegen einen Hausbrand in der Presse hat feiern lassen, bis seine Schuld herauskam.
Und Schlagzeilen über zündelnde Feuerwehrmänner gibt es immer mal wieder.

Aktuell nimmt diese Rolle RWE ein. Die bauen als Mitglied eines Konsortiums grade eine Art Tankstellennetz für Elektroautos (sehr löblich) und das auch ziemlich werbewirksam. Telepolis meint, dadurch würde der Umstieg auf Elektro beschleunigt, ich sehe darin eine einzige große Imagekampagne.
Denn das Programm wird ein absehbarer Flopp.

Installiert wird ein System, bei dem man sein Auto mit einem Stecker anschließt und dieses dann laden lässt. Das dauert nach Telepolis‘ Beschreibung ein paar Stunden, geht aber, wenn man das Auto etwa während der Arbeit an der Zapfsäule parkt.
Das unterschätzt nicht nur die Mobilität eines Autobesitzers, der immer mal wieder nur kurz von A nach B fährt (und wieder zurück), es führt vor allem dazu, dass an einem durchschnittlichen Tag nur die ersten – sagen wir mal 10 – Fahrzeuge an die Steckdose dürfen, alle anderen dürfen warten, werden irgendwann frustriert und steigen wieder auf traditionelle Automobile um.
Beachtlich an diesem System ist seine Vermeidbarkeit, die ein kurzer Blick isn offenbar doch exotische und ferne Dänemark zeigt: Dort (und anderswo) baut die kalifornische Firma Better Place ein ähnliches Netz, allerdings dauert das Auftanken nur eine Minute, weil man kurzerhand die leere Batterie abgibt und gegen eine volle austauscht.

Ob die Zuständigen hierzulande allerdings nun dumm oder böswillig sind, da bin ich mir ehrlich gesagt noch etwas uneinig.
Einerseits sehe ich nicht, warum ausgerechnet RWE als Stromanbieter etwas gegen Elektroautos haben sollte – andererseits halte ich sie nicht für uninformiert genug, um nicht das kundenfreundlichere System zu nutzen.

So oder so gebieren sie sich grade als Totengräber des Elektroautos, die sich zugleich für seine Einführung feiern lassen.


A Winner is Me

Heyho, ich hab was gewonnen!

Ein Arcade-Spiel in 1 gegen 100 auf Xbox Live, weil ich in einer Runde zu den 3 besten Spielern aus dem Publikum gehörte.

Und noch eine Premiere: Der erste Beitrag von mir, der tatsächlich kurz genug gewesen wäre, um getwittert zu werden.


Das Bad wird zum Garten

Ich habe über die Jahre schon so einige Zukunftsvisionen ersonnen. Meine umfassendste Idee ist dabei der Symbiotismus – die Verschmelzung von natürlicher und menschlicher Umwelt in eine neue Symbiose, in der Mensch und Natur zum gegenseitigen Nutzen ein und denselben Raum einnehmen.
Lebende Pflanzen als Teil der Architektur war hier die Initialidee.

Inzwischen freu ich mich zunehmend, wie ähnliche Ideen überall auftauchen.
Bereits vor ein paar Monaten sah ich den Entwurf einer Badematte, die aus Moos besteht. Und jetzt das: Eine Dusche mit Biofilterung in Form von Schilf und Wasserhyazinthen.
Ich weiss nicht, womit man sich da waschen kann, ohne die Pflanzen zu vergiften, aber der Gedanke an sich ist auf jeden Fall schön. Sollte ich jemals ein ausreichend helles Badezimmer haben, kommt da so ein Teil rein:

Pflanzendusche

Technisch funktioniert das ungefähr wie ein Aquarienfilter: Unter dem Duschboden ist ein Kohlefilter, in dem sich Bakterien ansiedeln, die Schadstoffe fressen. Die Pflanzen fangen zudem grobe Schmutze und Schwermetalle auf.
Das Wasser wird immer wieder verwendet, nur ab und an muss welches nachgefüllt werden, das durch verdunstung verloren gegangen ist. Ausserdem schätze ich mal, dass ab und an auch wasser ausgetauscht werden muss, um es insgesamt ausreichend rein zu halten (es gibt ja so einiges, was man abwäscht, was nicht in den Garten gehört).
Ganz ehrlich: Wenn das keiner sonst baut überlege ich, wie ich sowas selbst machen kann. Wird so schwer nicht sein, alles was ich brauche ist wohl eine Schale, ein Filtersystem, eine Pumpe und ein Duschkopf. Wahrscheinlich eine Durchlaufheizung. Und natürlich ein paar geeignete Pflanzen. Oh, und ein Badezimmer mit Südfenster.

Infos hier