Musikeinlage: Ja, ich hasse euch

Meine Qual, verursacht durch die Wiederkunft einer Erinnerung an die tiefsten Abgründe der 90er, kann nicht ohne Folgen bleiben – bei einer Runde 1 gegen 100 kam die Frage, wie die Debut-Single von Mo-Do geheissen hätte.
Das war „Eins, zwei, Polizei“ und schon für sich genommen schlimm genug.
Leider hab ich das Album im GiftSchrank stehen.
Und ich bin beim Thema „geteiltes Leid“ nicht annähernd so rücksichtsvoll, mit „Eins, zwei, Polizei“ den einen Song einzubinden, der die Trommelfelle nur schwer nachhaltig schädigt, nein, ich gebe euch die volle Ladung Ohrenschaden.

Glaubt jetzt noch irgendwer, ich würde meine Leser nicht abgrundtief hassen? ;-)


Trigami

So, mien letzter Beitrag war ja als Anzeige von Trigami gekennzeichnet. Dazu nun mein Senf zur Frage nach Trigami und meiner Glaubwürdigkeit.

Zunächst einmal für die Uneingeweihten: Trigami ist eine Werbeplattform, welche Aufträge an Blogger verteilt, die Artikel über ein Produkt schreiben.
Dabei bewerben sie sich auf eine Kampagne und werden später eventuell angenommen. Werden sie angenommen, gilt es, einige Aufgaben zu erfüllen.

Ich bin nun schon einige Zeit Mitglied bei Trigami, in der Vergangenheit aber gab es kaum für mich relevante Kampagnen, da das Thema meines dort gemeldeten Blogs Sporle & Co. zu speziell war.
Seit März 2008 konnte ich dort eine einzige Kampagne unterbringen. Jetzt habe ich Shadaiks Irrelevanzia aufgenommen und schon passt eher was.

Normalerweise erhalte ich den Auftrag, ein Produkt zu testen und dann darüber zu schreiben. Und zwar so, wie ich will – wenn es sein muss auch negativ.
Ich bin bekannt dafür, Bewegungen, zu denen ich selbst gehöre, regelmäßig in den Arsch zu treten, einfach weil ich glaube, dass sie manchmal hochkommen müssen. Sollte man bei so einem netten Menschen wie mir gar nicht meinen, aber ich halte das durchaus für etwas positives: Will man, dass etwas Erfolg hat, muss man bei seiner Konzeption doppelt kritisch sein, um ein doppelt gutes Ergebnis zu erzielen.

Und deshalb wird mich jemand, der mich für etwas bezahlt, was ich misslungen finde imemr für einen Arschtritt in die richtige Richtung engagieren – schließlich will der Werber mit seinem Geld ja, dass ich seinem Produkt Erfolg wünsche.
Das ist nämlich viel wichtiger als bloße Werbung – Leute zu finden, die einem Projekt helfen. Und solange die Werber, mit denen ich ab und an zusammenarbeite, das genauso sehen, sehe ich auch meine journalistische Integrität nicht gefährdet, wenn ich zusage, gegen Geld etwas zu einem Produkt zu schreiben – auf Kampagnen für Produkte, die ich für Schrott halte, bewerbe ich mich gar nicht erst.


Zwitschern, Ticken, Labern

[Trigami-Anzeige]

Ich persönlich halte ja nicht sonderlich viel von Twitter. Hauptsächlich, weil ich mit dem Limit von 140 Zeichen pro Mitteilung nicht viel anfangen kann – wie viele meiner Beiträge passen schon auf 140 Zeichen?
Umgekehrt gibt es aber immer wieder die Situation, dass man einfach nur einen kurzen Link oder sowas weitergeben will.
Dafür ist Twitter eigentlich wie gemacht, aber es ist mir dann doch persönlich zu umständlich, nur für sowas auf eine spezielle Seite zu gehen. Und SMS kosten Geld, das ist ein wichtiges Hindernis für mich beim mobilen Twittern.

Praktischerweise kam über Trigami das Angebot reingeflattert, ein System namens TicknTalk auszuprobieren.
Das kommt als Firefox-Plugin daher und macht genau das: Links auf Knopfdruck speichern und einer Community von Nutzern zur Verfügung stellen. Kurze Kommentare zu den Seiten sind auch möglich – bei sehr beliebten Seiten ergeben sich so ganze Diskussionstränge über die Seite, über die unterschiedliche Besucher kommunizieren.
Über ein System von Freunden und Fans (ich hab sogar schon einen Fan) entsteht eine Community, mit der man seine Links teilt oder deren Links man mitgeteilt bekommt.
Auf Wunsch gehen Links und Kommentare auch an Twitter.

Ein paar Kinderkrankheiten hat das System noch: Es nimmt zuviel Platz ein und an meinen (flammneuen, hey-ja!) Twitter-Account schickt es bei einem Kommentar gleich zwei Tweets (einmal die URL und einmal den Kommentar) mit unterschiedlichen Kurz-URLs, was etwas unübersichtlich ist. Wobei für die unterschiedlichen URLs Twitter selbst verantwortlich sein dürfte.
Noch ist die Community ausserdem etwas klein, aber das gibt sich schon: Die Trigami-Aktion ist nämlich praktischerweise nicht nur daraufhin ausgelegt, Werbung zu machen, sondenr auch das Netzwerk schnell zu füllen, damit es schnell lauffähig wird.

Jetzt gilt es erstmal, das System ein-zwei Wochen auszutesten und dann zu einem endgültigen Urteil zu kommen.

Zwei Erfolge hat die Kampagne für mich schonmal:

  1. Ich hab dafür nach langem Widerstand einen Twitter-Account angelegt
  2. Ich hab einen Fan! :-)

Kurz noch was zum Namen des Progrämmchens: Ein „Tick“ ist, wenn man eine Seite ans Netzwerk gibt, ein „Talk“ entsprechend ein Kommentar oder Diskussionsbeitrag zu einer getickten Seite.


Ein Deich für MG

Mönchengladbach – 64 Meter hoch gelegen, etwa 100 Kilometer zum nächsten Meer, 50 Kilometer zum Rhein, Hochwassergebiet.
Ende Juni kam es – zum dritten Mal seit Mai 2008 – zu Überschwemmungen im Stadtgebiet. Die Grünen greifen das Thema nun unter dem Stichpunkt „Klimawandel in Mönchengladbach“ auf.
Dafür war ich gestern unterwegs, um Briefe zu verteilen, die betroffenen Haushalten unseren Antrag an den Stadtrat zur umfassenden Verbesserung des Hochwasserschutzes vorstellen.

Und dabei kam mir noch ein themenrelevantes Kleinod unter: Die Bewohner des Hauses Hehnerholt 163 haben ihren Eingang offenbar mit einem Wasserschutz versehen. Das Haus befindet sich direkt an einer der beim Wolkenbruch betroffenen Kreuzungen (Henherolt/Holter Kreuz) und dürfte auch selbst unter Wasser gestanden haben.
Bestehend aus ein paar Sandsäcken, einer reihe Steine, Plastikfolie und nochmal zwei Plastiksäcken am Ende schützt man hier dne Keller (der einen ebenerdigen Eingang hat) vor dem Zulauf. Sehr hübsch.

Fotos gibt’s dazu natürlich auch:

Vom Tag der Überflutung habe ich leider keine Bilder, wiel ich keine Kamera dabeihatte. Dabei bin ich an einigen beeindruckenden Szenen vorbeigekommen: Metertief überschwemmte Unterführungen, kellerpumpende Feuerwehr, überflutete Kreuzungen und ich selbst auf einer Kreuzung in einem knappen Meter Wasser – letzteres ironischerweise grade mal hundert Meter neben einem kleinen Solarkraftwerk in Mönchengladbach-Ohlerfeld.
Und was lern ich daraus? Immer eine Kamera mitnehmen, man weiss nie, was passiert.

PS: Jupp, das bin ich im zweiten Bild. Nur spiegelverkehrt und ohne Kopf.


Demokratie ungenügend, Wahlkampf ausreichend

Langsam wird es absurd: Jetzt schweigt die Gladbacher CDU sich schon auf einer zweiten Webseite aktiv aus: Bei Abgeordnetenwatch steht jetzt neben anderen auch Norbert Post zur Beantwortung von Fragen bereit – oder auch nicht.
denn auf alle Anfragen findet man die selbe Antwort:

Sehr geehrte/r Frau/Herr X ,

gerne bin ich bereit, Ihre Frage direkt zu beantworten. Bitte senden Sie mir eine Mail, der ich auch Ihre Postanschrift entnehmen kann. Meine Mailanschrift finden Sie auf meiner Internetseite www.norbert-post.de .

Mit freundlichen Grüßen!

Ihr Norbert Post

Vielleicht ist es einfach nur ein ausser Kontrolle geratenes Wortspiel, wenn Norbert Post um eine Postanschrift bittet, ich bezweifel es aber irgendwie.

Meine eigene Anfrage an Norbert Post per Abgeordnetenwatch wurde noch nicht veröffentlicht – vermutlich, weil ich selber Mitglied einer konkurrierenden Patei (Grüne) bin und bei der Kommunalwahl über die Listen zu Stadtrat und Bezirksvertretung Nord kandidiere.
ich denke Mal, Herr Post hat die Mail trotzdem bekommen – mal schauen, was da noch kommt. Mein text lautete wie folgt:

Herr Post,

mit Besorgnis nehme ich hier und an anderen Orten wahr, dass Sie nicht bereit sind, in einem öffentlichen Forum gestellte Fragen auch ebendort zu beantworten.
Was ist Ihre Motivation hierzu und finden Sie das Verhalten, in einem öffentlichen Raum auf Fragen nur mit dem Hinweis auf die Möglichkeit von Hinterzimmergesprächen zu antworten angebracht in einem demokratischen System, wie es in Deutschland nun einmal herrscht?

Und ich bin offenbar nicht der einzige. Auf BZMG schreibt ein gewisser Herbert Geist:

Sehr geehrter Herr Post,

am 30. August stellen Sie sich als Oberbürgermeister zur Wahl und Ihre Partei hat sich zum Ziel gesetzt, bei der Kommunalwahl die stärkste Partei zu werden.

Bei so hohen Zielansätzen ist es für mich unerklärlich, dass Sie Bürgeranfragen innerhalb des “Forums BZ” nicht öffentlich beantworten wollen.

Und das nicht irgendwo, sondern unter den Fragen anNorbert Post. Die Situation droht zum Fiasko zu werden.

Und Ben Muth berichtet anderswo bei der BZMG über Posts verhalten bei Abgeordnetenwatch:

Der Fragesteller Günter Schneider hatte von den Herren Post und Oberem die Antwort erhalten, dass sie kein Interesse „an einem solchen Bürgerbeteiligungsverfahren“ hätten.

Herr Schneider hatte in einer Mail die Mönchengladbacher OB-Kandidaten gefragt, ob sie sich hier an diesem Verfahren beteiligen würden und ob sie hier die Fragen von Bürger beantworten würden.

Ich glaube, damit ist das Thema geklärt: CDU-OB-Kandidat Norbert Post und auch FWG-OB-Kandidat Erich Oberem wollen einfach nicht.

Dass Herr Post auch noch die Postanschrift haben möchte, ist schon recht eigenartig.

Ein Schmankerl dazu noch aus dem Stadtteil Giesenkirchen, wo ein Interview mit Bezirksvorsteher Frank Boss doch gleich in der ersten Antwort mit diesen Worten beginnt:

Wir müssen die Bürger einbinden und transparente Politik betreiben […]

Ins Fettnäpfchen treten kann jeder. Das Fettnäpfchen selber hinzustellen und dann mit richtig Wums reinzutreten, das ist eine Kunst.

Zu gute halten kann man der CDU, dass sie wenigstens die potenzielle Selbstblamage vorhergesehen zu haben scheint. Das muss der FDPler Dr. Anno Jansen-Winkeln wohl noch lernen.
Der lässt sich auf Abgeordnetenwatch auf die Fragen der Bürger ein – und das sehr vorbildlich pflichtbewusst. Davon zunächst einmal können sich alle (ja, alle) anderen ein Scheibchen abschneiden.

Nun hapert es bei ihm aber an Inhalten, darf man da doch bei der Frage nach einer verbesserten Anbindung des vergößerten Franziskus-Krankenhauses folgendes vernehmen:

Warum sollten die Steuerzahler viele Millionen in die Hand nehmen um die Anbindung eines privaten (nicht städtischen) Krankenhauses zu verbessern[…]

Weil es ein gotverdammtes Krankenhaus ist? Ein Krankenhaus ist kein klassischer kapitalistischer Dienstleister sondern ein Grundbedürfnis jeder Stadt, dessen Existenz die Gesundheitsversorgung der Stadt verbessert.
Die schnelle Erreichbarkeit von Krankenhäusern ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit und Lebenswürdigkeit einer Stadt.
Wir haben es hier mit einem Thema zu tun, welches sogar die Grünen dazu bringt, sich für eine Autobahnabfahrt einzusetzen, so wichtig ist diese Auffahrt, nach der gefragt wurde.
Nochmal zum mitschreiben: Die Grünen! Wollen eine Autobahnauffahrt! Die! Grünen! Pro Autobahn! (einschließlich mir)
Irgendwelche Fragen?

Mich würde noch interessieren, ob Herr Jansen-Winkeln glaubt, eine Stadt sei für irgendetwasAlle ihre Fragen möchte ich gerne beantworten. Z.B. die Kapazität der Straße. Diese liegt tatsächlich nahe an 30.000 Fahrzeugen. Sie stimmen mir aber sicher zu, daß dies nicht das Forum ist. Gerne lade ich sie ein, daß wir uns gerne einmal zusammensetzen und persönlich besprechen. Rufen sie mich einfach an und machen einen Termin aus.

Nix da, beantworten Sie gefälligst die Frage.

Oh, Moment, die CDU blamiert sich trotzdem. Etwa auf ihren Plakaten.
Denn welchen Sinn ergibt eigentlich die Aussage „Mut zur Veränderung“, wenn sie von der Partei kommt, die seit 15 Jahren die Mehrheit im Rat stellt?
Auch hübsch ist „Mönchengladbach kann mehr“ – mehr als was? Dass einiges Schmierer Adbuster das fehlende „als“ schon druntergesetzt haben und nun „Mönchengladbach kann mehr als Norbert Post“ dort steht ist ein so offensichtlicher Streich gegen das Plakat, dass er bei der CDU eher peinliche Betroffenheit denn Ärger hervorrufen dürfte.
Achja, und im Wahlkreis Hermges-Dahl-Ohler tritt man wechselweise als CDU-HDO oder HDO-CDU auf. Da aber praktisch niemand weiss, dass die drei Stadtteile einen gemeinsamen Wahlkreis bilden stehen Leute nur davor und fragen sich, was „HDO“ denn bitte sein soll. Ein wahlkämpferisches Glanzstück – jetzt weiss die Zielgruppe nichtmal, dass/ob sie angesprochen ist, wenn sie die Plakate tatsächlich liest!

Die besten Glanzleistungen der bisherigen Wahlplakate einmal zusammengestellt:

Mut zur Veränderung (CDU)
Wie gesagt: Ihr seid die regierungspartei – wenn ihr wieder drankommt ist das keine veränderung. Und wenn doch, stellt sich die Frage, warum ihr erst nach 15 jahren im Rat etwas tut.
Unsere Stadt ist Ihre Stadt (Grüne)
Äh, ja. Beruhigend zu wissen, dass in Mönchengladbach nicht beispielsweise die bielefelder Grünen antreten.
Budewahl (SPD)
Das wäre sogar verdammt clever, wäre Norbert Bude nur bekannter, als er es nunmal ist.
Erich Oberem – Wen sonst wählen? (FWG)
Blöde Frage – einen der anderen sechs Kandidaten. Dürfte der größte Rohrkrepierer in der ganzen Reihe sein.

Das wird ein furchtbarer Wahlkampf.

Eins zum Abschluss: Als Grüner bin ich natürlich nicht neutral – aber ich bemühe mich dennoch um möglichst große Neutralität.
Mir geht es hier darum, dass die Parteien in dieser Zeit vernünftig auftreten und den Wahlkampf mit einem angemessenen Niveau und echten Inhalten bestreiten statt mit leeren Floskeln – alles andere wäre aktive und sträfliche Verdummung und Entpolitisierung. Und mir geht es darum, dass die Leute, die sich auf ein demokratisch gewähltes Amt bewerben sich auch entsprechend verhalten und die Demokratie angebracht würdigen, etwa indem sie Bürgerfragen beantworten – und zwar öffentlich.


Petitionnerstag XXI

Ich möchte noch einmal kurz darauf hinweisen, dass meine Petition gegen Kommentarspam noch läuft.
So, nun abe rzum Hauptteil. Zunächst eine Petition, die nicht über den Bundestag läuft, gefolgt von dne aktuellen Onlinepetitionen des Bundestages:

Gegen Synchronisation
Eine unabhängige Petition richtet sich gegen das ausschließliche Ausstrahlen synchronisierter Filme und fordert dafür mehr Filme im Zweikanalton (Wahlmöglichkeit zwischen deutschem und originalem Ton) oder mit Untertiteln.
Hintergrund ist die wachsende Zahl an Filmen und serien, die durch die deutsche Übersetzung ruiniert werden – zuletzt Brüno, aber auch Fernsehserien wie meine Libelinge Family Guy und Doctor Who.
Auch wenn bei Heise etwas übertrieben wird, wenn es heisst: „Mittlerweile verstehen auch deutsche Hauptschulabsolventen englische Filme und Serien“ – ja, der Autor glaubt das wirklich!

Einkommenssicherheit für Arbeitnehmer in der Insolvenz

Der Deutsche Bundestag möge das Insolvenzgesetz ändern, mit dem Ziel, dass der Insolvenzverwalter nicht die letzten drei Monatslöhne oder -Gehälter von den abhängig Beschäftigten zurückfordern kann.

Sinn einer Insolvenz ist es, ein Unternehmen zu stabilisieren, um den volkswirtschaftlichen Schaden durch einen Zusammenbruch zu mindern. da ist es kontraproduktiv, wenn von den Arbeitnehmern das Gehalt der letzten drei Monate zurückgefordert wird, denn die Forderung verursacht durch die Verschuldung der Arbeitnehmer teilweise höheren volkswirtschaftlichen Schaden als es der Zusammenbruch des Unternehmens tun würde.

Hausversteigerungen in Deutschland

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Haus-, Wohnungs- bzw. Grundstücksverlosungen unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt werden. Eigentümer einer Immobilie wird so ein zusätzlicher Vertriebsweg eröffnet, die Immobilie an einen neuen Eigentümer zu übertragen.

Wer eine Immobilie hat und verkaufen will, möge das so tun, wie er will. Wie bei jedem anderen Verkaufsgeschäft auch.

Anpassung der Pfändungsfreigrenze

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Pfändungsfreigrenze nach §850c ZPO zum 01.07.2009 anzupassen.

es handelt sich hier nur um die Forderung, eine ohnehin fällige Anpasung endlich durchzuführen. Daher auf jeden Fall zu unterstützen.

Pflicht für eine Mitarbeitervertretung

Der Bundestag möge beschließen, dass jede Firma ab 5 Personen eine Mitarbeitervertretung haben muss.

Ein etwas sehr hoher bürokratischer Aufwand für 5 Leute, oder?

EDV-bereite Demokratiezahlen

Der Deutsche Bundestag möge eine API (Application Programming Interface) für sämtliche im Zusammenhang mit dem demokratischen Prozess erhobenen Daten bereitstellen, um so die Transparenz zu erhöhen.

Das halte ich ehrlich gesagt für zu hohen Aufwand für zu wenige Anwendungen.

Mindestlohn für ErzieherInnen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, einen Mindestlohn von brutto 14.-€/Stunde bundeseinheitlich für alle staatlich geprüften Erzieher/innen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufzunehmen und durch die Bereitstellung entsprechender Mittel auf dessen Einhaltung zu achten.

Ein hoch belasteter und auch hoch qualifizierter Beruf. 14 €/Stunde klingt erstmal nach viel, ist aber in dieser Branche nicht unüblich.

Neue Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, daß die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) innerhalb der nächsten Legislaturperiode den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bezug auf die Behandlungsformen und Umfänge angepasst wird.

Die aktuellen Bestimmungen sind über 20 Jahre alt. Noch Fragen?
Volle Geschäftsfähigkeit ab 16

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Minderjährige mit Zustimmung des Vormundschaftsgerichtes und der Erziehungsberechtigten die volle Geschäftsfähigkeit erlangen zu können.

Das ist im Grunde eine Ergänzung zu den vorhandenen Rechten 16-jähriger im Geschäftsverkehr.

Eigenkapitalpflicht für Baukredite

Der Deutsche Bundestag möge beschließen das Banken Baukredite im
privaten Bereich nur gegen den Nachweis von mindestens 20 Prozent an
Eigenkapital vergeben dürfen.

Das solle man meines Erachtens einfach den Banken überlassen.

Vermittlungsgutschein für ALG-Bezieher

Der Bundestag möge beschließen, dass nicht nur Empfänger von Arbeitslosengeld I und II, die regelmäßig monatlich Leistungen erhalten, einen Anspruch auf Bewilligung eines Vermittlungsgutscheins haben.

Die Jobvermittlung gibt es nur für Leute, welche Leistungen vom Arbeitsamt beziehen. Wer kein ALG I oder II erhält, wird auch nicht vom Arbeitsamt vermittelt (ausser für Ferien- und Studentenjobs o.ä.).

Senkung der Tabaksteuer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen die Tabaksteuer drastisch zu reduzieren. Gegenüber dem jetzigen Steueranteil von ca. 76,7 % (inkl. Mehrwertsteuer) auf den Kaufpreis, möge der Steueranteil auf max. 25 % begrenzt werden.

Die Begründung ist herrlich, läuft sie doch im Endeffekt darauf hinaus, dass Tabak für die Raucher zu teuer ist.
Ausserdme entlasten früh sterbende Raucher die Rentenkasse. Nein wirklich, das steht da als begründung bei, ich denk mir das nicht aus.
Spontan fällt mir da glatt unser Ströbele ein:

Abschaffung der Kaffeesteuer

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die bestehende Kaffeesteuer (lt. Kaffeesteuergesetz) abzuschaffen.

Es gibt eine Kaffeesteuer? Wow.
Naja, Koffein zum frühstück ist vermutlich auch nicht sonderlich gesund. Begründung der Petition ist übrigens eine Benachteiligung der deutschen Kaffeeunternehmen. Kann mir einer hier ein bedeutendes deuitsches Kaffeeanbaugebiet nennen?

Einkommenssteuer an die Inflation anpassen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … die Einkommenssteuertabellen durch das Bundesfinanzministerium jährlich an die vom Statistischen Bundesamt ermittelte Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) anpassen zu lassen.

Eine automatisierte Steuererhöhung – tolle Idee, wirklich.
Der Petent geht davon aus, dass die Steuer so langsamer steigen würde – davon bin ich (offensichtlich) nicht überzeugt.

Schuldenbremse für Bürger udn Firmen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, eine Schuldenbremse auch für die Bundesbürger sowie Firmen zu einzuführen.
Wie der Presse zu entnehmen ist, wird in Zukunft eine Schuldenbremse für den Bund eingerichtet.
Um allerdings die Gesellschaft sowie Wirtschaft zu stabilisieren, ist es notwendig, auch eine Schuldenbremse für Bürger sowie für Firmen zu beschließen. Dies könnte durch die Erschwerung der Vergabe von Krediten erfolgen.

Die Schuldenbremse ist ohnehin schon ein Tiefpunkt deutscher Politikgeschichte. das jetzt auch noch für Privatpersonen und Firmen zu verankern ist eine bescheuerte Idee.
Ausserdem: Wozu bitte gibt es denn die Schufa?

Auszeichnung für Wehrdienstleistende

Der Deutsche Bundestag möge beschließen eine tragbare Auszeichnung für Wehrdienstleistende einzuführen. Diese soll als öffentlich sichtbares (!!) Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die „geleisteten treuen Dienste“ an alle Wehrdienstleistende (sofern sie ihre Wehrpflicht gewissenhaft erfüllt bzw. sich nichts haben zu Schulden kommen lassen etc.) nach Ende ihres Wehrdienstes zusammen mit der Dankurkunde verliehen werden.

Tipp an den Petenten: Dass die Zahl der Wehrdienstleistenden sinkt liegt nicht an den potenziellen Wehrdienstleistenden. es werden ganz einfach weniger Leute eingezogen.

Anpassung des Zinsfußes

Der Deutsche Bundestag möge beschließen , dass der Zinsfuß für die Ermittlung der steuerlichen Pensionsrückstellung auf einen realitätsgerechten Zinsfuß angepasst wird.

Senkfuß, Plattfuß, Schweissfuß… – was zum Henker ist ein Zinsfuß und tut das weh?

Und jetzt nochmal zum Abschied:


Revolutionen sind kurz

Eines der zentralen Merkmale einer revolution ist ihre Kürze bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit der Ergebnisse. Und auch wenn Ökostrom seit Monaten und Jahren ein wachsendes Thema war, der eigentliche Umschwung kam jetzt. Vielleicht ist es nur Wahlkampfvorspiel, vielleicht aber ändert sich wirklich was.
Eine menge Nachrichten an einem Tag, von denen jede Einzelne die Entwicklung in die meines Erachtens richtige Richtung stößt:

Vattenfall verliert nach den letzten Zwischenfällen in Krümmel massiv Kunden und Umweltminister Sigmar Gabriel, vor dem ich vor nicht langer Zeit noch sagte, ich traue ihm zu, persönlich Plutonium in der Nordsee zu verklappen und das als größte Naturschutzmaßnahme des Jahrhunderts zu verkaufen macht plötzlich seinen Job und fordert die Abschaltung von Krümmel. Nur Kohlekraftwerke will er aus unerfindlichen Gründen immer noch bauen – davon allerdings rückt inzwischen wenigstens Kiel ab: Zuviel Widerstand aus der Bevölkerung für das Groß-KKW in Schleswig-Holstein.

Unterdessen gerät der Biosprit in die Kritik: Der zuständige Lobbyistenverband fällt nämlich durch Grünfärberei auf.
Da ich vom raumgreifenden Biospritanbau, der zudem am grundlegenden Problem unseres Energieverbrauchs nichts ändert, nichts halte, ist glaube ich bekannt.

Und dann ist da noch Desertec: Das Projekt für ein Netz aus erneuerbarem Strom in der Sahara gerät nicht nur in die Kritik, mit seinem Ziel, bis 2050 ein Sechstel der europäischen Energieversorgung zu liefern ist es auch noch konservativer, als ich befürchtet hatte. denn für diese Quote innerhalb von 40 Jahren brauchen wir kein solches Großprojekt.
Allerdings baut man offenbar auch hochgradig ineffiziente Solartürme.
Die richtige Kritik zu diesem Projekt liefert Hermann Scheer:

Desertec bedeutet Strom von einem einzelnen Konsortium, das Produktionsanlagen wie Transportleitungen kontrolliert. Es ist ein Weg, auch Solarstrom unter Monopolbedingungen herzustellen

ich selbst hatte mich ja bereits im März zum Thema Großkonzerne und Ökostrom geäussetr und stehe weiterhin voll zu dem damaligen Beitrag und vor allem der Essens: In hochgradig zentralisierten privaten Stromnetzen kann es keinen echten Ökostrom geben.

Und so, liebe Archivleser aus der Zukunft, begann die Revolution in einigen wenigen Tagen im Jahre 2009.


Farewell II

So, letzte Sprechstunde und letzter Tag im AStA-Vorstand.
Das danach abgeschaltete eMail-Postfach leeren, nachher den Schreibtisch aufgeräumt hinterlassen und innerlich auf die Studierendenparalamentssitzung vorbereiten, die heute abend folgt und auf der wahrscheinlich der neue AStA gewählt wird.

Das halbe Jahr hier war eine kurze Zeit und vieles läuft jetzt erst richtig an: Der Raum der Stille ist in der Planung und wenn, gibt es den erst im Herbst oder Winter. Der Raum für Angehörige aller Konfessionen ist ein komplexes Unterfangen angesichts der Bedürfnisse der unterschiedlichen Religionen und Glaubensrichtungen (sowie der Säkularen) an einer Uni und erfordert noch einiges an Arbeit.
Die Verlängerung der U-Bahn U79 vom Hauptbahnhof direkt zur Uni Düsseldorf hat inzwischen vier AStA-Vorstände gesehen – und sieht wohl ihren fünften, wenn übermorgen der erste Spatenstich für die Gleis- und Bahnhofsbauarbeiten getätigt wird.
Der Übergang von der EKI (Eltern-Kinder-Initiative) zur Vollversorgung mit KiTas der Universität läuft, wird aber erst im Herbst abgeschlossen sein – und dabei gibt es dann noch einmal Arbeit für den dannigen AStA.
Der Bildungsstreik hatte eine große Woche im Sommer, aber er kann und darf nicht das Ende der Bemühungen um ein besseres Studium und ein Einlenken gegen die blinde Reformwut von Unkundigen, Lobbyisten und Gutmeinenden sein. Es gibt einen Rückhaltetopf, um Bildung zu einem zentralen Wahlkampfthema des Landtagswahlkampfes 2010 zu machen – hoffen wir, dass der künftige AStA diesen Plan auch umsetzt und die Gelder nicht umwidmet oder zurückhält.
Das Oeconomicum ist im Bau – was daraus schlussendlich wird und wie es sich auf die Campuskultur, die Hochschule und die Lehre und Forschung auswirkt werden wir in 2 Jahren erst absehen können.

Und auch sonst kommt viel auf den AStA zu: Die Modernisierung am Campus gilt es ebenso zu begleiten wie den weiteren Verlauf der Studienreformen und den absehbaren Wegzug der FH in einen eigenen Campus nahe der Innenstadt.
Themen wie die Integration der Uni in die Stadt, der Erhalt und Ausbau einer Campuskultur und die Förderung von Studium und Lehre auch aus Reihen der Studierendenschaft stehen weiter an; neue Themen wie die Frage nach der Zukunft des politischen Engagements an Hochschulen und die neue Rolle der Hochschulen in der Zukunft nach der Wirtschaftskrise (wie auch immer die aussieht) kommen neu hinzu. Die Ökonomisierung der Lehre wird ein Thema sein, welches uns über Jahre nicht loslässt, damit verbunden elementare Fragen wie jene, was „Lehre“ überhaupt ist und wozu sie letztendlich dient („Humboldtianer gegen Bologneser“).

Es ist eine spannende Zeit, um sich an der Hochschule politisch zu betätigen. Ich wünsche den Nachfolgern viel Elan, Erfolg und nicht zuviel Stress – denn Stress macht man, den hat man nicht ;-) .

Für mich persönlich war der AStA auch eine Erfahrung, wie es sich in einer Exekutive eines politischen Gremiums so arbeitet: Wie viel Zeit für Verwaltung und Organisation draufgeht und wie wenig für inhaltlich-politische Arbeit übrigbleibt. Wie viele Probleme, die an einen angetragen werden völlig unerwartet sind. Und auch, wieviel Zeit man ausserhalb des Amtes noch für ebenjenes opfert – und sei es ein kompletter Sonntagnachmittag für eine unkonstruktive Vorstandssitzung.
Aber auch ein wenig mehr Erfahrung im Umgang mit Menschen gewinnt man hier, mit öffentlichem Auftreten und Wirkung, Arbeit mit der Presse und die Wichtigkeit von Diplomatie.

Insofern: Lebewohl, AStA. Bei der nächsten Wahl werde ich (hoffentlich) vor dem Abschluss meines Studiums und anderswo in der Arbeit stehen.
Es war eine wertvolle, aber viel zu kurze Zeit.


Vegetarier wollen mehr Fleisch im Schinken (Moment mal…)

Im Laufe der letzten paar Wochen sind Nahrungsmittel“fälschungen“ ins Reden gekommen. Was genau aus Lebensmitteln Lebensmittelimitate macht, ist dabei nicht klar (Lebensmittelimitate wären ja nicht essbar), aber nun gut.

Begonnen hat es mit dem Analogkäse. Dabei handelt es sich um Käse, der halt nicht aus Milch, sondern aus Milch hergestellt wurde. Äh, also, Pulvermilch. Und Eiweiss, Fett und Aroma. Also aus genau dem, was in einem Käse nunmal drin ist.
Okay, Geschmacksverstärker ist nicht drin, aber das war’s auch schon.
Eine ähnliche Beschwerde geht auch gegen Schokolade, die aus Kakao, Zucker und Pflanzenfett hergestellt wird. Hier wird zum Skandal aufgebauscht, was jeder Veganer sich nur wünschen kann: Milchfreie Schokolade als Standardvariante! Im Gegensatz zur Behauptung des Spiegel handelt es sich dabei übrigens sehr wohl um Schokolade (sie enthält ja Kakao), nur eben nicht um Milchschokolade.

Beides fand der Spiegel Online heraus.
As ebenso skandalös scheint zu gelten, dass Schinken nicht mehr zu 100% aus Feisch besteht. Und wer regt sich darüber auf? Genau jene Leute, die einem sonst immer empfehlen, weniger Fleisch zu essen.
Äh, hallooooo…?

Okay, Krabbenimitat aus Fisch ist deppert und Wasabi-Snacks ohne Wasabi ebenfalls fragwürdig.
Im großen und ganzen muss man bei näherer Beschäftigung mit den Vorwürfen aber oft einfach mal fragen: Na und?

Insofern muss man einfach sagen, wenn der Spiegel schreibt:

Auf Nachfrage werden die von den Verbraucherschützern kritisierten Inhaltsstoffe von kaum einem Unternehmen bestritten.

Warum auch?
Und seit wann genau ist das eigentlich neu? Ähnliche Schlagzeilen kenne ich noch aus den 90ern, damals „ermittelte“ die Bild am Sonntag stolz, dass Fanta „giftiges Beta-Carotin“ enthalte – Beta-Carotin ist en Provitamin und wirkt krebshemmend.

In diesem Sinne: Willkommen im Sommerloch. Setzt euch, trinkt ne Fanta und esst nicht so heiss, wie’s gekocht wird.
Oh, und nicht soviel Fleisch essen.

PS: Ja, die Überschrift ist übertrieben. Aber wirksam, oder? ;-)


Dilletanzkurs mit der CDU MG

Der Dilletanz ist eine besondere Kunstform, für deren Beherrschung man lange Jahre üben muss.
Vor allem Volksparteien beherrschen ihn vorzüglich. Daher pucke ich mir als Beispiel mal die CDU als letzte verbliebene Volkspartei, die uns gekonnt vorführt, wie man im Internet stilvoll und konsequent dilletiert Dille tanzt.

Als Vorgeschmack mal ein Beispiel, wie schnell man dort vergisst, dass Ursula von der Leyen CDU-Mitglied ist.

Doch bleiben wir etwas näher am Kunden Bürger und blicken auf die CDU in Mönchengladbach.
Unser Fallbeispiel bleibt das Internet, konkret hier die Bürgerzeitung Mönchengladbach.
Diese bietet Bürgern die Gelegenheit, den Kandidaten der Parteien Fragen zu stellen, welche diese dann beantworten. Schief ging das bei der CDU schon vor einiger Zeit: Es war im Mai, als ein gewisser M. P. Heinen dort erschien und zunächst ein paar Kommentare brachte um dann Antworten auf Rückfragen zu verweigern, weil die Fragenden sich hinter anonymen Nicks „verbargen“.
Heinen schien der Meinung, es sei für die Korrektheit oder Beantwortungswürdigkeit einer öffentlich gestellten Frage irgendwie relevant, wer sie stellt – das aber ist es nur sehr bedingt. Denn selbst ein von ihm angenommener politischer Gegner ist nicht deshalb diskreditiert, weil er sich nicht zu erkennen gibt – seine Frage steht im Raum und die Verweigerung einer Antwort richtet sich somit nicht nur gegen ihn, sondenr gegen alle interessierten Mitleser.
Schlussendlich entschied ich mich, meinen Passnamen und politische Zugehörigkeit zu offenbaren, damit die Fragen der anderen Leser endlich beantwortet würden – was denn auch funktioniert hat. Indes hörte man von heinen nie wieder etwas auf den seiten der Bürgerzeitung.
Übrigens argumentierte er selbst unter anderem, er sei über seinen namen sofort auffindbar – doch ich finde bei M.P. Heinen per Google nichts ausser eben diesen Einträgen bei der BZMG.

Seitdem verhält sich die CDU dort auffallend still – selbstdestruktiv still.
Denn inzwischen gibt es für alle Direkt- und Oberbürgermeisterkandidaten eine Seite bei der BZMG, auf der diese kurz vorgestellt werden und Bürger ihnen antworten können.
Das ufnktioniert auch hervorragend – bei Grünen und SPD. Während der Linken ganz ienfach keine Fragen gestellt zu werden scheinen gibt es bei der CDU ein anderes Phänomen: Es gibt genug Fragen, aber niemand antwortet auf sie.

Das fiel natürlich auf und so hakten einige leser nach – was schließlich auch auf eine Antwort aus der BZMG-Redaktion traf:

Zum Thema Anworten auf Leser-Fragen erhielten wir heute diese Antwort:

Sehr geehrter Herr Wilms,

auf Ihrer Website wird bei einigen Kommentaren beanstandet, dass unsere Ratskandidaten sich nicht auf der Seite zu Fragen oder Anregungen äußern.

Da wir Ihnen von allen Kandidaten eMail-Anschriften zukommen ließen, bitten wir Ihre Leser herzlich, Ihre Fragen per eMail direkt an den/die jeweilige/n Ratskandidaten/in oder an mich zu richten. Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Norbert Post, MdL

Mit Verlaub, warum sollten sie?
Es geht hier um Fragen, deren Antworten zumeist öffentliches Interesse haben und nicht nur vom Fragesteller gelesen werden wollen.

Ein besonderes Kuriosum war diese Aussage:

Er halte die Möglichkeit, dass über das Internet Fragen gestellt werden können, für „problematisch“. Er sei gewohnt, persönlich mit den Fragestellern Kontakt zu haben und benötige dazu Name und Anschrift.

Wozu genau sollen zur Beantwortung einer Frage wie „Sind Sie für eine verkehrsberuhigung des Schürenweg?“ Name und Anschrift nötig sein? Das ist einfach nur albern.
Berechtigt wäre ein solches Verhalten nur, wenn man dazu eine dermaßen unpopuläre Meinung hat, dass man sie nicht öffentlich äussern kann. Dann aber sollte man sich ernsthaft fragen, ob man die eigene Meinung überhaupt wirklich guten Gewissens vertreten kann.

Wieso die CDU in Gladbach offenbar Angst hat, sich der Öffentlichkeit zu stellen, weiss ich nicht.
Ich hoffe mal nicht, dass ich dafür verantwortlich bin, indem ich diesem Heinen und seiner Unkenntnis der Netzgepflogenheiten vor den Karren gefahren bin.
Was ich weiss ist: Durch Antwortverweigerung erreicht man seine potenziellen Wähler sicher nicht, liebe CDU. na gutk Antwortverweigerung ist übertrieben – „öffentlich angekündigte Hinterzimmergespräche“ trifft’s eher.

Und hier noch die Schrittfolge zum Dille Tanzen (CDU-Stil):
Der Herr führt. Ausfallschritt mit rechts nach vorn, drei Schritte zurück und im Dreivierteltakt um 180° drehen, von da aus wieder in den Ausfallschritt.