Musikeinlage: Sadismus Deluxe

Mal wieder Zeit für eine Musikeinlage. Das kleine Zwischenspiel mit dem terrorismus und der Melanie zähle ich mal nicht als Musik, aber das heisst nicht, dass ich meine Leser nicht quälen wollte – im Gegenteil, jetzt gibt es meine Kindheitstraumata geballt:


Die perfekte Limo ist erfunden

Rewe Bio Limonade Citrus-AnanasWenn man in Amerika eine Getränkeabteilung betritt, sieht man zunächst eine gradezu horrende Vielfalt an Limonaden: Colas, Mountain Dew (koffeinhaltige Zitronenbrause), Zitrone, Orange, Blutorange, Erdbeer, Kirsch, Banane, Kiwi und nicht zu vergessen Coke Vanilla (*würg*).
Aber eine gab es, die war perfekt. Sozusagen die Mutter aller Limonaden: Ananas. Von irgendeinem Billighersteller mit richtig viel Fruchtgeschmack versehen hat diese Geschmacksrichtung einfach nur perfekt zum Prickeln der Kohlensäure gepasst. Wirklich, es gibt keine bessere Frucht für Limos als Ananas.
Die hat mir in Deutschland wirklich gefehlt, nachdem ich meine letzte Flasche vor zwei Jahren noch im londoner Flughafen ausgetrunken habe.

Und was entdecke ich da heute beim Einkaufen: Rewe hat eine Ananas-Limonade!
Und nicht nur das, Bio ist sie auch noch.
Unter dme bescheidenen Namen „Rewe Bio Citrus-Ananas Erfrischungsgetränk“ stand sie da. 0,49 € für einen halben Liter sind gut, also hab ich einfach mal zwei mitgenommen.

Mein Ergebnis: Riehct beim Öffnen etwas künstlich, schmeckt aber definitiv nach Ananas und ist vergleichsweise günstig.
Einziges echtes Manko ist, dass die Limo in einer Einwegpfandflasche daherkommt – Mehrweg wäre natürlich besser gewesen. Dafür gibt es – anders als bei vielen anderen Biolimonaden – einen Schraubverschluss. Daneben sollte auch die fehlende Nährwert-/Kalorienangabe nicht unerwähnt bleiben.
Wie ich beim Googlen nach einem (nicht vorhandenen) Bild feststellte, hat Aldi übrigens auch eine Citrus-Ananas-Limo mit Bio-Siegel ins Programm genommen.

Der wichtige Punkt ist: Ich bin glücklich. Weil es jetzt auch in Deutschland Ananas-Limonade gibt. Und das auch noch in Bio.


Petitionnerstag XX

Aktuel herrscht Betrieb im Petitionsausschuss, es kann also durchaus vorkommen, dass die Seite nicht erreichbar ist.
Der Grund dafür sind die schwachbrüstigen Server, die kaum in der Lage sind, bei einer besonders beliebten Petition mitzuhalten. Darauf sollten sie aber eigentlich ausgelegt sein, da die Anfordeurng von 50.000 Unterschriften je Petition (Unterstützungsmindestschwelle) eigentlich eine Mindestanforderung an ein solches System hätte sein müssen.
Bevor ich nun zu den dieswöchigen petitionen komme auch nochmal kurz ein Hinweis auf meine Petition zum Verbot von Kommantarspam im Internet.

Nun denn:
Gegen ein Verbot von Action-Videospielen

Der Deutsche Bundestag möge sich gegen den Beschluss der Innenmisterkonferrenz vom 5. Juni 2009 entscheiden, der ein „Herstellungs- und Verbreitungsverbot“ von Action-Computerspielen vorsieht.

Kurz und knapp, hier ist der Übeltäter, der grade die Server überlastet.
Er richtet sich vollkommen berechtigt gegen den (schockierenderweise einstimmigen) Beschluss der Innenministerkonferenz gegen „Killerspiele – aber genau das sagt die Petition ja auch in vorbildlicher Eindeutigkeit.
Unterschriebpflicht.

BAföG-Verlängerung für Studierende mit Kind

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass erziehende Studierende auch über die Regelstudienzeit hinaus ein Anspruch auf das Bundesausbildungsförderungsgesetz ( kutz: BAföG ) bekommen.

Dass diese Petition bislang nur 29 Mitzeichner hat, ist ein Skandal. Da muss mehr gehen!

Anpassung der Praxisgebühr

Der Petent fordert eine Änderung der gesetzlichen Regelungen zur Praxisgebühr, damit bei Erhebung der Praxisgebühr die mit ihr verbundenen Ziele auch tatsächlich erreicht werden.

Schöner Ansatz: Wenn ihr den Mist schon einführt, soll er gefälligst auch zu was nutze sein!

Höherer Freibetrag für Witwen/r mit Kindern

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass bei der Berechnung des Freibetrages bei der Einkommensanrechnung auf Witwen/Witwerrente nach § 97 SGB VI sämtliche Kinder, für die Unterhalt zu zahlen ist, berücksichtigt werden.

Kein weiterer Kommentar, klingt nach einer gerechten Sache. Die Frage ist im Moment leider, wie teuer das Ganze wäre.

Rentenversicheurngserhhung für Kinderlose

Der Beitrag zur Rentenversicherung soll ähnlich des Pflegeversicherungsbeitrags für Kinderlose höher sein als für Mütter und Väter um das Rentensystem gerecht im Sinne des Generationsvertrages zu unterstützen.

Hmm, da man immer die Renten der Vorgängergeneration bezahlt, müsste der Satz nicht eher für Elterhabende erhöht werden?
Na gut, sinnvoll wäre eine solche höhere Rente für Kinderlose wohl im Sinne einer Polsterbildung.

Keine Biometrie-Pässe für Kinder

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Kinder für einen Kinderausweis / Reisepass kein biometrisches Foto benötigen.

Die Dinger sollten ganz weg, aber mit Kindern kann man da ruhig schonmal anfangen.
Acuh wenn ich die Petitionsbegründung, man könne ein Kind nicht zum Stillhalten bringen überaus seltsam finde. Was machen die Leute erst beim Zahnarzt, wenn sie nichtmal ein biometrisches Foto gebacken kriegen?

Befristung von Zeitarbeit

Der Deutsche Bundestag möge beschließen das Zeitarbeiter nur befristet von Unternehmen in Anspruch genohmen werden können.

Ich halte das für den falschen Weg: Wir müssen Zeitarbeit in einigen Bereichen als Realität akzeptieren und für eine verbesserung der Bedingungen der Zeitarbeiter kämpfen.

Rücknahme von Krediten für Schrottimmobilien

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … dass Banken und Kreditinstitute, die am Verkauf von Schrottimmobilien beteiligt sind, den Geschädigten eine Rücknahme der Kreditverträge ermöglichen müssen.

Was zum Teufel sind Schrottimmobilien?

Neuordnung des Bankwesens

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, daß:
keine Steuergelder – weder direkt noch in Form von Garantieen – zur Kompensation von durch Spekulation verursachten Bankverbindlichkeiten, zur Absicherung von uneinbringlichen Krediten, Derivatgeschäften oder anderen toxischen Finanztiteln mehr aufgewendet werden. Statt dessen sollen die Banken analog dem Glass-Steagall-Act in Geschäfts- u. Investmenbanken getrennt und Zweitgenannten mitsamt den Spekulationsverlusten per Konkurs abgewickelt werden.

Welches davon die bessere Lösung ist, kann ich mangels VWL-Kenntnissen nicht sagen, daher enthalte ich mich einer Empfehlung.

Bundeseinheitlicher Lärmschutz vor Gaststätten

Mit der Petition wird gefordert, das Gaststättengesetz um eine bundesweit einheitliche Regelung zum Anwohnerlärmschutz dahingehend zu erweitern, die Immissionsschutzgesetze der Bundesländer in das Bundesimmissionsschutzgesetz zu integrieren, um vor vermeidbarem Lärm während der Nachtzeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr – sowie während Sonn- und Feiertagen zu schützen.

Das ist so ein typisch deutsches Meckergesetz, dieses Lärmverbot. Da bin ich ganz einfach kein Freund von.

Irgendwas mit Soldaten

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die ehemalige Regelung für Zeitsoldaten die einen Zulassungsschein in Anspruch genommen haben, eine vorbehaltene Stelle (öffentlicher Dienst) direkt vorgeschlagen bekommen, ohne, dass ein Bewerbungsverfahren durchzulaufen ist, wieder in Kraft tritt.

Ich war nie Soldat, geschweige denn zeitsoldat, und habe somit nicht die geringste Ahnung, worum es hier überhaupt geht.
Wer sich damit auskennt, möge sich melden.


Melanie (jo!)

Ham-mer, ist das schlecht! Aber saukomisch.

Dieser Anschlag wurde Ihnen präsentiert von balkantoni.


Die Christen und das Ende der Antike

Das Christentum ist ein faszinierendes Thema für Historiker – voller Widersprüche ist diese Religion, die sich abwechselnd (und auch gleichzeitig) als Kulturgut und Zensor, Bildungsbringer und -vernichter, Heilsversprechen und Kriegstreiber darstellt und/oder betätigt.
Ein überaus erfolgreiche Verklärung gelang den christlichen Kirchen in Bezug auf Antike und Aufklärung. Es ist in säkularen Keisen allgemeiner Konsens, dass die Aufklärung gegen die Kirche erkämpft werden musste (siehe Galileo Gallilei) und das Erstarken des Christentums der Auslöser für das finstere Mittelalter und den Verlust der antiken Kultur war.
Sehr schön zusammengefasst und mit Fakten aufbereitet hat das Rolf Bergmeier dargestellt, die Zusammenfassung dessen möchte ich einfach mal zitieren, weil das mE jeder gelesen haben sollte, der sich für Geschichte interessiert:

Von 350 bis 500 u. Z. – folglich binnen 150 Jahren – veränderte sich die Welt drastisch: aus zahlreichen öffentlichen Bibliotheken in jeder Stadt (28 allein in Rom), die mit unzähligen, zu 95 % säkularen Themen gefüllt waren und jeweils bis zu 500.000 Büchern enthielten, wurden nicht öffentliche Bibliotheken in Klöstern und Bischofsresidenzen, die jeweils ca. 100-500 Bücher mit fast ausschließlich Bibelexegesen und theologischer Literatur aufwiesen. Das Schrifttum der Medizin, des Rechts, der Ethik, Poesie, Astronomie, Agrarwissenschaft und Philosophie verschwand. Der Bücherverlust betrug 1:1000, d.h. jeder erhaltenen Schrift stehen 1.000 vernichtete und verlorene Schriften gegenüber.

Das antike Schulsystem war öffentlich und prinzipiell für „alle“ Stadtkinder ab Handwerker aufwärts offen – für die Landbevölkerung gestaltete sich der Zugang schwierig, da die Schulen lediglich in den Städten situiert waren. In den Schulen bestand keine weltanschauliche Bindung, die Schüler konnten weiterführende Schulen für Medizin, Recht oder Philosophie besuchen. In den Grammatikschulen wurde auf Latein und Griechisch unterrichtet. Nach der christlichen Wende existierten nur noch wenige, klerikale Schulen. Nach eintausend Jahren Schriftlichkeit war somit innerhalb relativ kurzer Zeit die Schriftlichkeit weitgehend erloschen und Analphabetismus war weit verbreitet.

Volltext hier


Offenbar irrelevant: Vom Ende des Fernsehens, Episode 537

Endmeol gehört mit Quizsendungen und Formaten wie Big Brother zu den größten Zulieferern des europäischen Fernsehens. Und bald schon zu den Hauptakteuren beim Untergang dieses Mediums.
Das Fernsehen muss nun schon lange gegen die Konkurrenz des Internet, aber auch der DVD, kämpfen. Nachrichten haben mit ihren festen Programmzeiten keine Chance gegen das Netz, Filme haben die Leute lieber direkt abrufbar. Was bleibt, sind Serien und Shows.

Bei letzterem entwickelt Endmeol nun mit der Xbox-Version von Einer gegen Hundert ein Format, welches den geist der sendung aufnimmt und zu etwas macht, was über die Fernsehvariante hinausgeht: Der Zuschauer wird zum Mitspieler und zwar nicht nur sekundär über die Möglichkeit, mitzuraten, sondern als aktiver Teilnehmer. Über den Bildschirm.
Damit sind die Quizshows im Fernsehen obsolet geworden – nun kann jeder mitmachen und was gewinnen und dennoch vor dem Fernseher (statt einem lauten Computer mit unübersichtlichem Gewinnspiel-Interface) sitzen.

Das mag für viele Kleinkram sein, aber ich behaupte, dass sich die Fernsehlandschaft in Deutschland durch solche Entwicklungen nachhaltig verändern wird – spätestens wenn es eine Wii-Version gibt. Das Fernsehen als reine berieselungsmaschine passt einfach nicht mehr ins Internetzeitalter, es wird nach und nach abgelöst. Die Quizshow war die letzte große Domäne des Fernsehens.


In die solare Zukunft

Solar-Blimp

Ab und an bin ich ja doch noch begeistert, dass der nötige Schritt in die energetische Zukunft nach dem ÖL vereinzelt doch noch gegangen wird.
Denn meine Grundüberzeugung in dieser Sache ist, dass wir keine Zeit mehr haben, unsere Wirtschaft auf die Zeit nach dem Einbruch der fossilen Energieträger vorzubereiten (zumindest nicht beim gegenwärtigen Lauftempo). Jeder Schritt dagegen ist ein Schritt gegen den Totalabsturz unseres wirtschaftlichen und verkehrlichen Systems und hilft, auch danach ein gewisses Mindestmaß an Zivilisation zu erhalten.
Zwei Projekte, von denen ich heute hörte, sind dabei eine Kombination aus postfossilem System einerseits und ohnehin schon energieschonenden Transportmitteln andererseits: Zepelline und Frachtschiffe.

Das Sol’R ist das erste bemannte Solarluftschiff und soll demnächst den Ärmelkanal überqueren. Ich gehe davon aus, dass Luftschiffe sich mittelfristig aufgrund der besseren Energiebilanz durchsetzen werden, da sie keine Energie zum Fliegen brauchen, sondern nur zum Vorwärtsbewegen.
Die M/V Auriga Leader ist das erste Frachtschiff, welches Solarzellen zur Versorgung des Hauptstromnetzes und damit des Antriebs nutzt. Das Pilotprojekt ist auf dem Stand, dass 10% der Schiffsenergie aus den Solarzellen kommen.
Hurrah für die Weltrettung!

Solarfrachter

Quellen: Inhabitat und Inhabitat.


Input und Output

Vergangenen Freitag war ich bei der Grundsteinlegung zum Oeconomicum, dem neuen Gebäude der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Uni Düsseldorf.
Dass „Innovationsminister“ Pinkwart, der Verantwortliche hinter den Studiengebühren in NRW, viel Unfug von der Verbesserung der Lehre und Investitionen in BIldung labern würde, war klar. Universitätsrektor Piper war zumindest zu entnehmen, dass die Universität sich stärker mit der Stadt verbinden wolle, ebenso dem Stellvertretenden Oberbürgermeister (OB Elbers war nicht verfügbar).
Der Architekt des Gebäudes, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, machte auf mich einen positiven Eindruck, wollte er doch die bestehende Landschaft (das Gebäude liegt direkt an einem Teich) direkt einbinden und so der Universität einen eigenen Charakter und eine verbesserte Arbeitsatmosphär verleihen. Er hielt sich dabei auch nicht zurück, den seelenlosen Altbau der Universität zu kritisieren – eine positive Überraschung des Tages.

Und dann war da Herr Schwarz-Schütte aus der gleichnamigen Unternehmerfamilie, die der Universität das Geld für den Neubau gestiftet hatte.
Eine Menge Zeug über die Förderung der Bedeutung der Wirtschaft war zu erwarten, aber eine Aussage ging dann wirklich gar nicht mehr: Schwarz-Schütte ist offenbar der Überzeugung, dass es bei wissenschaftlicher Arbeit „nicht auf den Input“, sondern auf den „Output“ ankäme.
Das ist besorgniserregend: Wissenschaft nämlich arbeitet per Definition eben nicht ergebnisorientiert, sondern beschäftigt sich mit eben diesem hier mal so eben geschmähten Input. Das macht die Unabhängigkeit der Wissenschaft von wirtschaftlichen und politischen Interessen aus. Natürlich erreicht Wissenschaft das Ideal der inhaltlichen Unabhängigkeit nur äusserst selten, es aber von vorneherein über Bord zu werfen, indem man sie ergebnisorientiert macht, ist unverschämt.

Und doch, bei genauerer Reflexion muss man sagen: Ich habe mehrere Kurse (unter anderem Statistik in mehrern Fachbereichen) besucht, in denen es hinter vorgehaltener Hand in die Richtung ging, seine Ursprungswerte so lange zu selektieren, bis ein gewünschtes Ergebnis herauskam.
Das hat seine Ursachen in der gewachsenen Kultur, in welcher tatsächlich nur Ergebnisse zählen. Wichtig ist, wer viel publiziert und viel publiziert, wer möglichst oft ein (oft ihm genehmes) Ergebnis hat.
Dieses unangenehme System nun aber zum anstrebenswerten Standart zu erklären, kann nicht der richtige Schluss sein. In der Wissenschaft muss es immer um den Input gehen, es besteht kein Zwang zur Produktion bestimmter Ergebnisse, wie es in der Politik der Fall ist.

Sonst können wir ja gleich ein Wahrheitsministerium einrichten, welches wissenschaftliche Ergebnisse einfach diktiert, ohne irgendeine Datengrundlage.

PS: Achja, so eine Grundsteinlegung ist eine unglaublich langweilige Sache. Ein paar Leute reden, und jeder davon darf mal einen Messingtubus anfassen, der dann eingemauert und vergraben wird.


Koalitionärer Unfug

Die Parteien und ihre Kandidaten wollen gewinnen und später dann auch „mitregieren”. Die Zeiten absoluter Mehrheiten sind vorbei. Koalitionen müssen gebildet werden.

Das schreibt die Bürgerzeitung MG über die anstehende Kommunalwahl.
Aber warum eigentlich?

Wozu genau soll eine Koalition auf kommunaler Ebene gut sein ausser zur Entdemokratisierung?

Ich will etwas genauer ausführen, wie ich dazu komme:
Ziel einer Koalitionsbildung ist die Herstellung einer stabilen Mehrheit für die Regieurng im Parlament sowie eine Absprache darüber, wer überhaupt die Regierung stellen soll. Letzteres ist in Kommunalparlamenten obsolet, da der Regierungsvorstand (Bürgermeister oder Oberbürgermeister) ohnehin nicht vom Parlament gewählt wird, sondern direkt vom Wähler.
Das mag einmal anders gewesen sein und man musste sich absprechen, wen man zum Bürgermeister ernennt, doch das ist nicht mehr so.

Der andere Punkt, die stabile Mehrheit, hat sich in der Kommunalpolitik zunehmend als Hürde für echte Mitarbeit erwiesen und ist in ihren Auswirkungen gradezu antidemokratisch:
Staare Mehrheiten führen zu Koalitionsabstimmungen, also Abstimmungen bei denen statt der sachlichen Inhalte und Meinungen der Abstimmenden der Status als Koalitionsmitglied oder Opposition darüber bestimmt, ob man einem Antrag zustimmt oder nicht.
Ein klassisches Beispiel dafür findet sich hier in Mönchengladbach: Man staunte nicht schlecht, als die CDU im Frühjahr einen Hundewiesenantrag einbrachte, der inhaltsgleich im vorherigen Herbst von den Grünen gestellt und (von der Koalition) abgelehnt wurde.

Nötig wären derlei Manöver ohne eine Koalition nicht – es wäre problemlos möglich, ohne die Denkweise Koalition vs. Opposition ganz einfach bei jedem Sachthema andere Mehrheiten zu bilden.
Das dürfte auch die Absicht hinter der parlamentarischen Demokratie sein – wenn etwa bei Thema A Grüne, CDU und SPD einer Meinung sind und eine mehrheit bilden und bei Thema B FDP, CDU und Zentrum, dann sind – sofern beide Kombis eine Mehrheit ergeben) halt beide mit einer Mehrheit beschließbar. Jede Partei handelt nach ihren Überzeugungen und das Parlament bleibt regierbar.
Natürlich macht das die politische Arbeit (geringfügig komplexer), für die kleinen aber wird so die Mitwirkungsmöglichkeit verbessert. Eine Parlamentsarbeit, die bei einzelnen Themen auf unterschiedliche Zusammensetzungen der Parteimeinungen aufbaut ist letztendlich demokratischer als ein Koalitionssystem, in welchem die Meinungen nach der Wahl für 5 Jahre versteinern.
Und letztendlich bringt es auch den Parteien etwas: Wer in jedem Thema ein klares profil bildne kann, welches sich nicht durch eine Koalitionsvorgabe einschränken lässt, der zeigt den Bürgern, dass man in der Kommunalpolitik seine eigenen Ziele nicht an der Eingangstür des Ratssaales abgibt und dass man den Schneid hat, für seine Ideen udn Ideale einzustehen – und nur so kann man den Bürgern vemritteln, dass sie wählen sollten.

Denn wenn wir uns auf diesen ganzen Koalitionsunfug einlassen und unsere Möglichkeit zur abweichenden Meinung durch unnötige Koalitionssysteme behindern, dann können wir den Bürgern tatsächlich nicht vermitteln, dass es einen Unterschied macht, wen sie wählen.

Meine Aufgabe in dieser Sache? Die Leute anstoßen und sie fragen:

Wozu genau sind Koalitionsbildungen auf kommunaler Ebene eigentlich gut?

Antworten im Kommentarbereich ausdrücklich erwünscht.


Solarefeu

Solarefeu

Das nenne ich mal eine fortschrittliche Idee für eine grüne Zukunft. Das da oben, das ist „Solar Ivy“ – Solarefeu.
Keine Pflanze, sondern blattartige Solarpanele für die Stromerzeugung aus Sonnenlicht (Photovoltaik). Dabei gibt es noch einen wesentlich innovativeren Faktor als die Gestaltung: Die Blätter wiegen sich auch noch im Wind und erzeugen dabei auch aus dem Wind Strom.

Leider ist es im Moment noch zu teuer, auch die Windgeneratoren einzubauen, weshalb das ganze noch ein Konzept ist. Potenzielle Konflikte gibt es (natürlich) mit echter Wandbepflanzung durch Efeu, Wein und ähnliche Kletterpflanzen.
Davon abgesehen ist das aber ein klasse Schritt nach vorne, von dem ich sehr hoffe, dass er bald (innerhalb der nächsten 10 Jahre) marktreif wird.
Bei einem Pilotprojekt (eine Bushaltestelle mit Solarefeu in Philadelphia) erzeugt das System etwa 85 Watt auf einer Fläche von 4×7 Fuß (ca. 1,22 x 2,13 Meter).

Klar, Kritiker erneuerbarer Energien werden wieder sagen: „Und was, wenn weder die Sonne scheint noch der Wind bläst?“ Aber mal im Ernst: Wie oft kommt das denn bitte vor?

via Inhabitat