Pedalokopter III: Paragrafenreiterei

Pedalokopter ist ab sofort der ├ťberbegriff f├╝r die Projekte Maple Nut und Rotop├ęde, also meinen pedalgetriebenen Hubschrauber. Ab sofort gibt es zu diesem Projekt jeden Mittwoch etwas neues – auch, um mich selbst an dem Projekt zu halten.

Eine im Voraus zu kl├Ąrende Frage ist nat├╝rlich die, ob der Pedalokopter ├╝berhaupt abheben darf.
Dann wollen wir uns mal in die Paragrafen st├╝rzen:

┬ž1 Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO)

[…](4) Ein- oder zweisitzige Luftsportger├Ąte ohne Motor oder mit einem nicht fest mit dem Luftfahrzeug verbundenen Motor und mit einer h├Âchstzul├Ąssigen Leermasse von 120 Kilogramm einschlie├člich Gurtzeug und Rettungsger├Ąt sind von der Musterzulassung befreit. F├╝r diese Luftfahrzeuge hat der Hersteller die Erf├╝llung der Luftt├╝chtigkeitsforderungen nach ┬ž 10a der Verordnung zur Pr├╝fung von Luftfahrtger├Ąt nachzuweisen. […]

[…]

┬ž6
[…]
(2) Luftfahrtger├Ąte nach ┬ž 1 Abs. 4 sind von der Verkehrszulassung befreit. Flugmodelle mit einer h├Âchstzul├Ąssigen Startmasse ├╝ber 25 Kilogramm und bis zu 150 Kilogramm bed├╝rfen keiner Verkehrszulassung, wenn deren Verkehrssicherheit nach der Verordnung zur Pr├╝fung von Luftfahrtger├Ąt best├Ątigt ist.

Daraus folgt: Bleibt das Gewicht des Ger├Ąts unter 120 kg (das bleibt es garantiert, 120 kg per Pedale mit Rotor in die Luft zu heben d├╝rfte aussichtslos sein), ist keine Zulassung n├Âtig. Hier handle ich als Hersteller auf eigene Verantwortung und habe nur daf├╝r zu sorgen, dass die genannte Verordnung eingehalten wird.
Und bei genauerem Hinsehen nichtmal das: Da der Pedalokopter so oder so ein Einzelst├╝ck ist und bleiben soll, ist er von der Musterzulassung ausgenommen:

┬ž1 LuftVZO
(3) Ein Luftfahrtger├Ąt, dessen Nachbau nicht vorgesehen ist, wird als Einzelst├╝ck zugelassen. Einzelst├╝cke sind von der Musterzulassung befreit.

Aber es kommt noch besser: Der Pedalhelikopter ist kein Luftfahrzeug, denn:

┬ž1 Luftverkehrsgesetz (LuftVG)
(2) Luftfahrzeuge sind
[…]
11.
sonstige f├╝r die Benutzung des Luftraums bestimmte Ger├Ąte, sofern sie in H├Âhen von mehr als drei├čig Metern ├╝ber Grund oder Wasser betrieben werden k├Ânnen

Da der Pedalhelikopter nie im Leben 30 Meter erreicht (ein Zehntel davon w├Ąre der 15-fache Weltrekord), ist er kein Luftfahrzeug. Zwar nennt das Gesetz Drehfl├╝gler (Helikopter und Gyrokopter) als Luftfahrzeuge, da aber Segelflugzeuge auch separat von Flugzeugen genannt sind, ist davon auszugehen, dass nur motorisierte Helikopter gemeint sind.
Somit muss das Fahrzeug gar nicht zugelassen werden. Da es auch ganz klar kein Stra├čenfahrzeug ist, gibt es praktisch keine auf dieses Gef├Ąhrt anwendbaren Verkehrsgesetze.
Sicherheitsma├čst├Ąbe sind also eigene zu emritteln. Das Ergebnis d├╝rfte eine Kombination aus StVO- und LuftVO-Regelungen sein, etwa in der Beleuchtung (Luftpositionslichter sowie Scheinwerfer und R├╝ckstrahler f├╝r die Stra├če).

Die einschl├Ągigen Gesetze im einzelnen: LuftVZO, LuftGerPV, LuftVG, LuftVO und die Anlage zur LuftVO zu dne Positionslichtern von Luftfahrzeugen.

Womit das nicht nur gekl├Ąrt w├Ąre, ich bin auch ├╝berrascht, wie unkompliziert diese juristische Seite der Sache zu sein scheint.

Fortschritte seit letzter Woche

  • Luftfahrtrechtliche Recherchen im Groben abgeschlossen
  • Verbessertes Konzept des Lenkmechanismus f├╝r die Maple Nut

Hinweis: Ich bin kein Jurist. Bevor jemand die hier dargestellten Ausf├╝hrungen ├╝bernimmt, empfehle ich die nochmalige Konsultation eines Anwalts, der sich in Luftfahrtrecht auskennt. Anwendung der Ausf├╝hrungen in diesem Artikel erfolgt auf eigene Gefahr.


Kein Ausstiegsausstieg

Atomausstieg erhalten

Ausgerechnet nachdem in den letzten Wochen ein Zwischenfall in Atomkraftwerken nach dem anderen bekannt wurde und die Sicherheit der so genannten Zwischen- und Endlager f├╝r den entstehenden Atomm├╝ll nicht mehr gew├Ąhrt werden kann, will schwarz-gelb die Laufzeiten der AKWs verl├Ąngern.
Behauptet wird, damit wolle man die L├╝cke schlie├čen, bis die Erneuerbaren unseren Energiebedarf decken k├Ânnen – aber diese L├╝cke gibt es nicht.

Im Gegenteil, erst die gro├čen Atom- und Kohlekraftwerke lassen diese entstehen, da sie andere Energietr├Ąger an ihrer Ausbreitung hindern. Grund daf├╝r sind die geringe Flexibilit├Ąt und die gro├čen gewaltig produzierten Strommengen (Gaskraftwerke sind da ├╝brigens besser als br├╝ckentechnologie geeignet und produzieren auch weniger CO2 als Kohle).
Das sichert nat├╝rlich die Abh├Ąngigkeit von den alten Stromherstellern, denn Energie aus erneuerbaren Quellen kann jeder herstellen – und damit braucht niemand mehr RWE & Co.
Hinzu kommt noch, dass Gro├čkraftwerke wesentlich weniger Personal ben├Âtigen – also weniger Arbeitspl├Ątze schaffen als vergleichbare Stromkapazit├Ąten, die mit erneuerbaren Energien (Wasser, Wind, Sonne, Gezeiten, Bioabf├Ąlle) hergestellt werden.

das alles und noch viel mehr spricht f├╝r eins: Den Ausstieg aus dem Ausstieg zu verhindern. Und dazu den offenen Brief zu unterschreiben, wie schon ├╝ber 30.000 andere – mich nat├╝rlich schon eingeschlossen.


Mal was positives zur Wahl

Gut, okay, es ist jetzt also Weltuntergang.

Aber seht’s mal positiv: Unter anderem abgesetzt ist nunmehr das Inkompetenzteam aus Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, Unweltminister Sigmar Gabriel und Justizministerin Brigitte Zypries.
Ich werde nie verstehen, was die SPD 2005 geritten hat, ausgerechnet Schmidt und Zypries zu behalten und da mit Gabriel noch einen kohlef├Ârdernden Umweltminister draufzusetzen.


Liebe FDP…

…bitte lesen:

┬ž 7 UWG Unzumutbare Bel├Ąstigungen
(1) Eine gesch├Ąftliche Handlung, durch die ein Marktteilnehmer in unzumutbarer Weise bel├Ąstigt wird, ist unzul├Ąssig. Dies gilt insbesondere f├╝r Werbung, obwohl erkennbar ist, dass der angesprochene Marktteilnehmer diese Werbung nicht w├╝nscht.
(2) Eine unzumutbare Bel├Ąstigung ist stets anzunehmen

1.
bei Werbung unter Verwendung eines in den Nummern 2 und 3 nicht aufgef├╝hrten, f├╝r den Fernabsatz geeigneten Mittels der kommerziellen Kommunikation, durch die ein Verbraucher hartn├Ąckig angesprochen wird, obwohl er dies erkennbar nicht w├╝nscht;
2.
bei Werbung mit einem Telefonanruf gegen├╝ber einem Verbraucher ohne dessen vorherige ausdr├╝ckliche Einwilligung oder gegen├╝ber einem sonstigen Marktteilnehmer ohne dessen zumindest mutma├čliche Einwilligung,
3.
bei Werbung unter Verwendung einer automatischen Anrufmaschine, eines Faxger├Ątes oder elektronischer Post, ohne dass eine vorherige ausdr├╝ckliche Einwilligung des Adressaten vorliegt, oder
4.
bei Werbung mit einer Nachricht, bei der die Identit├Ąt des Absenders, in dessen Auftrag die Nachricht ├╝bermittelt wird, verschleiert oder verheimlicht wird oder bei der keine g├╝ltige Adresse vorhanden ist, an die der Empf├Ąnger eine Aufforderung zur Einstellung solcher Nachrichten richten kann, ohne dass hierf├╝r andere als die ├ťbermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.

(3) Abweichend von Absatz 2 Nr. 3 ist eine unzumutbare Bel├Ąstigung bei einer Werbung unter Verwendung elektronischer Post nicht anzunehmen, wenn

1.
ein Unternehmer im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung von dem Kunden dessen elektronische Postadresse erhalten hat,
2.
der Unternehmer die Adresse zur Direktwerbung f├╝r eigene ├Ąhnliche Waren oder Dienstleistungen verwendet,
3.
der Kunde der Verwendung nicht widersprochen hat und
4.
der Kunde bei Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung klar und deutlich darauf hingewiesen wird, dass er der Verwendung jederzeit widersprechen kann, ohne dass hierf├╝r andere als die ├ťbermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen.

PS: Es geht hierum


Klassische Musikeinlage

Mir mangelt es grade an Inspiration f├╝r die obgliatorische Musikeinlage, daher w├╝rfel ich einfach mal ein bisschen was aus der modernen Instrumentalmusik („Klassik“) zusammen.
Was Klassik angeht, mag ich es episch, daher:

Antonin Dvorak: Symphonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“, 4. Partie (Dirigent: Herbert von Karajan)

Koji Kondo: Zelda Medley (Dirigent unbekannt)

Jeremy Soul: Reign of the Septims

Und ja, die letzten beiden waren Videospielesoundtracks. Und auch Dvorak ist da nicht ganz unbeleckt: Sein Stil l├Ąsst sich durch die ganze Stummfilm├Ąra hindurch finden und wirkt, neben Wagner, noch in die heutigen Filme mit eigenen Soundtracks (leider nicht mehr selbstverst├Ąndlich) fort. Teilst├╝cke findet man etwa in Hans Zimmers Thema von Fluch der Karibik:

So, und jetzt klingen wir diesen furchtbar uninspirierten Beitrag mit einem weiteren Filmsoundtrack aus. Mein Lieblingssoundtrack und das nicht nur, wiel der Film Dinosaurier hat: Das Jurassic Park Theme von John Williams


Petitionnerstag XXXI

Angenehme Mischung diese Woche mit interessanten Anliegen aus allen bereichen. Mit dabei: Die vermutlich erste vom Ausschuss doppelt zugelassene Petition und ein Anliegen, dass entweder von einem begnadeten Satiriker oder der FDP stammt.

Akteneinsicht f├╝r alle

Der Deutsche Bundestag m├Âge beschlie├čen, das alle B├╝rger Deutschlands Akteneinsicht zu den ihnen betreffenden Verfahren an allen deutschen Gerichten bekommen k├Ânnen, ohne dazu einen Anwalt heran ziehen zu m├╝ssen.

Guter Ansatz. Das deutsche Rechtswesen ist teilweise viel zu veranwaltet: F├╝r jeden Furz muss man einen Anwalt beauftragen, der dann nat├╝rlich bezahlt werden will.

Infobrosch├╝re f├╝r ALG-II-Bezieher

Der Deutsche Bundestag m├Âge beschlie├čen, jedem Antragsteller im Sozialrecht, insbesondere im Sinne des SGB II, SGB VI und SGB XII, bei Antragstellung verpflichtend und im Zugang zu best├Ątigen eine umfassende Informationsbrosch├╝re ├╝ber die Pflichten UND die Rechte im Antragsverfahren auszuh├Ąndigen, die geeignet ist den Sachverhalt fallbezogen zu unterst├╝tzen.

Ich denke, das w├Ąre eine gute Sache zum allseitigen Nutzen.

Ampelkennzeichnung f├╝r Gebrauchsprodukte

Einf├╝hrung der Ampelkennzeichnung f├╝r Umweltvertr├Ąglichkeit von Produkten (Umweltampel).
Entsprechend dem Modell der Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln soll eine Ampelkennzeichnung f├╝r die Umweltvertr├Ąglichkeit bei Produkten eingef├╝hrt werden. Eine solche Ampelkennzeichnung kann realisiert werden durch
1. Festlegen von Ger├Ątekategorien
2. Ausw├Ąhlen zu erfassender Ger├Ąte jeder Kategorie
3. Datenlieferung durch Hersteller
4. Einstufung in Ampelfarben
5. Auszeichnung der Produkte

Eine Erg├Ąnzung sowohl zu der lebensmittelampel als auch zu den Energieeffizienzklassen an Elektroger├Ąten. Eigentlich w├╝rde ich hier sagen „Warum nicht?“, aber vielleicht l├Ąsst sich sowas auch ohne die Politik einf├╝hren, wenn man gezielt die Hersteller ├Âkologisch vertr├Ąglicher Produkte an einen Tisch bringt.

Gesetzliche Regelung f├╝r Domainstreitigkeiten

Der Deutsche Bundestag m├Âge eine einheitliche gesetzliche Regelung schaffen, die insbesondere bei den stetig zunehmenden Domainstreitigkeiten zum Tragen kommt und dabei insbesondere die Punkte Abmahnwesen, Streitwert, Unterlassung zur Weiterverwendung einer Domain und Domain-Freigabe/E-Mail-Freigabe regelt.

Ja, eine halbwegs einheitliche Rechtssprechung durch klarere und besser auf diese Situationen vorbereitete Gesetze zu diesem Thema w├Ąre ein Segen.
Wo doch grade so gerne das Internet reguliert wird: Reguliert mal da, wo tats├Ąchlich Bedarf besteht.

Freie Wahl der Kurst├Ątte f├╝r Mutter-Kind-Kur

Die Petentin fordert, dass die Patienten bei einer Mutter-Kind-Kur die Behandlungsst├Ątte frei w├Ąhlen d├╝rfen.

Huh? Hatten wir die Petition nicht vor ein paar Monaten schon mal?
Tats├Ąchlich, damals sogar noch geschlechtsneutral.
Die damalige Petition hat nur 277 Mitzeichner erreicht. Ich glaube, das geht ja wohl besser und spreche mich somit halt ein zweites Mal f├╝r (fast) die gleiche Petition aus Gutes Anliegen.

H├Âhere Steuer auf Mieten und Pachten

Der Deutsche Bundestag m├Âge beschlie├čen …dass die Sozialpflicht des Eigentums auf Mieteinnahmen aus Vermietung und Verpachtung von Wohnungen, H├Ąusern und Grundst├╝cken durch angemessene Steuern umgesetzt wird.

Der petent bem├Ąngelt, dass Einnahmen aus Miete und Pacht in Deutschland ungew├Âhnlich niedrig besteuert w├Ąren.
Auf den ersten Blick ist eine h├Âhere besteuerung hier eine sanfte Form der Reichensteuer (Immobilienbesitzer d├╝rften wohl mehrheitlich zu den Bessergestellten geh├Âren), allerdings ist damit zu rechnen, dass die Erh├Âhung an die Mieter weitergegeben wird, was das ohnehin schon teure Wohnen in Deutschland weiter verteuern w├╝rde.
Ich bin bei dieser Petition offengestanden gespalten.

Beteiligung an der R├Ąumung von Munition aus dem 1. Weltkrieg

Der Petent fordert, dass die Bundesrepublik Deutschland sich an der R├Ąumung von Munition aus dem Ersten Weltkrieg in Belgien beteiligt.

Wieso Deutschland, in den 1. Weltkrieg sind alle damaligen Gro├čm├Ąchte zusammen reingeschlittert, auch wenn Deutschland sp├Ąter (per Vertrag) zum alleinigen Kriegsschuldigen erkl├Ąrt wurde. Vielleicht ein gutes Projekt f├╝r einen gemeinsamen Einsatz der EU-Armeen.
Andererseits haben wir ja seit der Wiedervereinigung und dem Jugoslawien-Feldzug Erfahrung im R├Ąumen von Munition und Sprengs├Ątzen in alten Konfliktgebieten.

Bessere Geh├Ąlter f├╝r Politiker

Mit der Eingabe soll erreicht werden, dass Minister/innen und der/die Bundeskanzler/in ein Gehalt bekommen, wie es in der freien Wirtschaft gezahlt wird.

Was genau heisst denn „wie in der freien Wirtschaft“? Managergeh├Ąlter? Oder doch eher Aushilfskraftsatz?
Nein, der Petent will durch bessere Geh├Ąlter Wirtschafts“experten“ in die Politik locken. Weitere Kommentare verkneife ich mir, es k├Ânnte sonst beleidigend werden.

Begrenzung der Leiharbeit

Der Deutsche Bundestag m├Âge beschlie├čen, die Anzahl der ├╝ber Zeitarbeitsfirmen zu besch├Ąftigenden Arbeitnehmer prozentual zum Stammpersonal zu begrenzen. Der Einsatz von Zeitarbeitern soll genehmigungspflichtig werden. Des Weiteren soll der Deutsche Bundestag die Einsatzbindung, die zeitliche Begrenzung der Leiharbeit sowie die ├ťbernahme der Tarifbedingungen f├╝r Leiharbeitnehmer wie im Entleihbetrieb beschlie├čen.

k.A.


Ein Virus als Kunst

Nein, um Genetik geht es hier nicht, sondenr um Computer. Eine Gruppe von K├╝nstlern (ein Begriff, der keine Anf├╝hrungszeichen braucht, weil er die ohnehin schon enth├Ąlt) hat ein Videospiel entwickelt, in dem man mit jedem besiegten Gegner eine zuf├Ąllige Datei auf seiner Festplatte l├Âscht.

Ja, wirklich.
Lose/Lose heisst das Ganze und soll echte Konsequenzen an das Spielgeschehen binden. Ziemlich rabiate, meiner Meinung nach – von der Notiz bis zur Systemdatei kann alles dabei sein. Einfach mal so unwiederbringlich eine Datei zu l├Âschen als Spielmechanik einzuf├╝hren, ist nicht gewagt, es ist dumm.

Die Idee, Aggression und Angriff im Spiel als selbstverst├Ąndliche Ziele zu reflektieren ist gar nicht mal schlecht, aber die Strafe ist zu hoch, weil sie missbraucht werden kann und Leute vom Spielen abhalten d├╝rfte.
Dabei scheint den K├╝nstlenr nicht bewusst zu sein, wie gro├č der Verlust ist, stellen sie doch die Frage:

At what point does our virtual data become as important to us as physical possessions?

├╝bersetzt:

An welchem Punkt werden unsere virtuellen Daten f├╝r uns wichtiger als unsere materiellen Besitzt├╝mer?

Seltsamer Ansatz, stellt er doch eine genaue Umkehrung der sonst ├╝blichen Ans├Ątze dar – ein derma├čen materialistischer Ansatz ist selten.
Denn den meisten Menschen sind ihre „virtuellen Daten“ (Gedanken, Ideen, Werke) wichtiger als etwaige materielle G├╝ter. F├╝r K├╝nstler, die von ihren „virtuellen Daten“ in Form ihrer Werke leben und sich teils durch diese definieren, ein gradezu notwendiger Ansatz.

Zumindest die Ironie, dass das Spiel selbst nur ein Satz virtueller Daten ist, entgeht den Sch├Âpfern nicht: Verliert man, l├Âscht sich die Spieldatei selber.
Bis dahin hat man potenziell wesentlich wichtigere Dinge verloren – vom Urlaubsvideo bis zur halbfertigen Doktorarbeit.

Es gibt ├╝brigens ein ├Ąhnliches Spiel, bei dem man aber vorher ausw├Ąhlt, welche Dateien man l├Âschen will (indem man sie alle in einen Ordner packt und diesen Ordner dann f├╝rs Spiel ausw├Ąhlt). Da das wesentlich intelligenter ist, verlinke ich Directory Blaster an Stelle von Lose/Lose: Download hier.

PS: Verdammt, war das hart, hier keine Witze ├╝ber Windows zu reissen.


Piraten w├Ąhlen oder nicht

Das vorab: Ich mag die Piraten. Ja, sie sind bei aller gegenteiligen Beteuerung eine Ein-Themen-Partei. Nein, sie sind damit nicht mit den Gr├╝nen zu vergleichen, diese waren nie eine Ein-Themen-Partei. Und ja, es gibt eine Menge Mitglieder dort, denen es tats├Ąchlich darum geht, Raubkopien zu legalisieren.
Dennoch vertreten sie auch gute Ziele und lenken Aufmerksamkeit auf ein Thema, welches in Zukunft extrem wichtig wird. Eine Reform des Urheberrechts halte ich selber schon lange f├╝r n├Âtig und habe schon seit 2005 hier und da daf├╝r getrommelt. Bei den Piraten ist das Thema gut aufgehoben, da es nicht zu einem Nebenschauplatz verkommt.

Aber: Diese aktuelle Bundestagswahl ist kein guter Zeitpunkt zum Aufmerksamkeitserregen. Daf├╝r ist das Ergebnis einfach absehbar zu knapp.
Die Bundestagswahl am 27. September wird das knappste Ergebnis aller Zeiten haben, das gilt als absehbar. Dass grade in dieser Zeit eine neue Partei auftaucht, die selbst wohl nicht ├╝ber 5% kommt (ich rechne pers├Ânlich mit 3%) hilft nur, das Ergebnis noch knapper zu machen.
Problematisch ist hierbei, dass die W├Ąhlerschaft der Piraten aus dem linken Spektrum kommt, mit einer Minderheit aus der FDP. Mit anderen Worten: (Fast) Jede Stimme f├╝r die Piraten ist ein Verlust f├╝r Gr├╝ne, SPD und Linke und st├Ąrkt somit Schwarz-Gelb – jene, Option, die eigentlich alle (einschlie├člich der Piraten) verhindern wollen. Da man davon ausgehen kann, dass die Piraten die 5% nicht schaffen, bedeutet das bis zu 3%-Punkte weniger f├╝r das linke Lager, weil diese unter der 5%-H├╝rde in einer Kleinpartei versauern.

Das ist der Grund f├╝r die Panik vor den Piraten: Nicht ihre Erfolgsaussichten, sondern die Tatsache, dass ein Erfolg der Piraten uns in vier Jahre schwarzgelbe Bundespolitik f├╝hren w├╝rde.

In den USA sind die Gr├╝nen regelm├Ą├čig in dieser Position. Dort wissen sie das und sprechen, um ihrem Favoriten aus den Gro├čparteien zum Sieg zu verhelfen, eine Wahlempfehlung aus.
Das kann schiefgehen (Ralph Nader empfahl 1999 George W. Bush), der wichtige Punkt ist aber: Sie haben kapiert, dass es in der dortigen Situation das kl├╝gste ist, selbst auf etwaige Erfolge zu verzichten und die Stimmen stattdessen zu der Partei umzuleiten, von der man glaubt, dass sie die eigenen Ziele am besten mittr├Ągt.

Den Piraten ist das Problem bewusst. Wenn sie jetzt noch danach handeln und dem linken Lager ihre Stimmen abgeben w├╝rden, w├Ąre alles im Lot. es ist mir sogar ega, wem in diesem lager – aber die 2-3% der Piraten k├Ânnen diesmal ├╝ber die Zukunft der Bundesrepublik entscheiden.
Ist der eigene Erfolg, der ohnehin nicht zu einem Bundestagseinzug reicht, es wert, uns allen eine schwarzgelbe Regierung aufzub├╝rden?


Zeitplan f├╝r den Pedalhelikopter, Phase 1

Erfolgreiche Projekte brauchen einen Zeitplan und darin festgelegte Voraberfolge, um zu funktionieren: So kann man fr├╝h Fehler entdecken und korrigieren und sich andererseits bei Erfolgen motivieren.
Der motorlose Helikopter ist mein gr├Â├čtes Projekt und mir fiel auf, dass daf├╝r etliche Daten gesammelt werdne m├╝ssen, bis das eigentliche Projekt gebaut werden kann. Daher und damit Leser wissen, wann sie mit weiteren Infos zu dem Projekt rechnen k├Ânnen ein erster Fahrplan zur Phase I, Datensammeln und Teiltests:

Leistungsmessung/Training beim Piloten (mir): ab sofort, kontinuierlich, Mesungen bis November 2009 abgeschlossen
Materialermittlung/Rotorentwurf: Dezember 2009
Konstruktionsbeginn Testrotor: Fr├╝hjahr 2010
Hubkraftmessung Testrotor: Sommer 2010

Ziel dieser Phase ist es, die Erfolgschancen des aktuell favorisierten Entwurfs zu ermitteln. Daf├╝r sind die Leistungsdaten wichtig: Wie viel Kraft kann ich als Pilot in das System einspeisen, wie lange halte ich die Maximalbelastung durch und wie viel Gewicht kann der Rotor als Antriebsteil mit dieser Leistung heben?
Daraus ergeben sich dann die ben├Âtigte Rotorspanne, Rotorblattma├če, Anzahl der Rotoren (bis zu 4), Maximalgewicht des Flugger├Ąts und damit letztendlich auch die Ma├če des Hubschraubers.
Bei den Pilotenmessungen geht es um aufbringbare Kraft (ann├Ąherungsweise messbar an der Geschwindigkeit beim Radfahren) und maximale Geschwindigkeit der Beinmuskulatur (Eingangs-u/min).

Daraus folgt dann die Entscheidung, ob das Gesamtvehikel aussichtsreich ist und gebaut wird, oder ob es noch weiterer Verfeinerungen, etwa im Rotordesign, bedarf.
F├╝r mich pers├Ânlich gibt es auch einen Mindeststandart, um es weiter zu versuchen: Ich will 2010 die Goldstufe des Deutschen Radsportabzeichens erreichen. Die Anforderungen sind nach kurzer Durchsicht durchaus erreichbar. Das ist ein wichtiger Meilenstein bei der Frage, ob ich genug Leistung in das System einspeisen kann um ├╝berehaupt Erfolgsaussichten zu haben. Ausserdem ist es nochmal eine zus├Ątzliche Trainingsmotivation.

(Fortschritte seit dem letzten Beitrag: ver├Ąndertes Antriebskonzept f├╝r die Maple Nut, Konzeptoptimierung f├╝r Rotoraufh├Ąngung und Kraft├╝bertragung, erstes Konzept f├╝r die Lenkungssteuerung, stabileres Rotorblattkonzept, mehrere alternative Rotorenmuster f├╝r die Maple Nut erstellt)


Die selektive Stadtmaut

Hier nun der Vorschlag, den ich im Kopf hatte, als ich zur BV Stadtmitte bzw. dem Thema „├╝berm├Ą├čige Verkehrsbelastung im Sch├╝renweg“ sagte, ich h├Ątte eine Alternative zum LKW-Verbot, die ich noch rechtlich ├╝berpr├╝fen m├╝sste.

Selektive Stadtmaut
Nicht erschrecken, das „selektiv“ hat seine Existenzberechtigung. Die bisher diskutierten Innenstadtmauten gelten f├╝r alle Fahrzeuge und die ganze Stadt – nicht so die selektive Stadtmaut.
Diese kommt in drei Stufen daher:
1. Freie Stra├čen
Das sind erstmal alle nicht anders gekennzeichneten Stra├čen. Diese k├Ânnen von allen Verkehrsteilnehmern kostenfrei genutzt werden.
2. Bedingte Mautstra├čen (Stadtmaut B)
Diese sind gekennzeichnet. PKW und Lieferverkehr darf hier frei einfahren, LKW-Durchgangsverkehr darf nur mit einem g├╝ltigen Mautschein passieren. Stra├čen in dieser Stufe m├╝ssen vom Stadtrat als solche beschlossen werden.
3. Allgemeine Mautstra├čen (Stadtmaut A)
Diese Stra├čen d├╝rfen nur von Anwohnern und Sonderfahrzeugen (Polizei, Feuerwehr, GEM etc.) mautfrei genutzt werden. Sie ersetzen im Grunde weitgehend Stra├čen mit „Einfahrt verboten – Anlieger frei“. Stra├čen in dieser Stufe m├╝ssen vom Stadtrat als solche beschlossen werden.

Zusatzregeln
Um die Wirtschaftlichkeit des Standortes zu erhalten und sicherzustellen, dass das Mautsystem nur der Verkehrsleitung, nicht der Bereicherung dient, sind Zusatzregeln notwendig, vor allem eine:
Es ist daf├╝r zu sorgen, dass Durchfahrtsverkehr die M├Âglichkeit hat, sein Ziel mautfrei zu erreichen. Das bedeutet, es muss ein System mautfreier Stra├čen erhalten werden, ├╝ber die der LKW-Verkehr ungehindert fahren darf. Bundes- und Landesstra├čen k├Ânnen nicht in das Mautsystem aufgenommen werden.
Somit erh├Ąlt das Mautsystem eine regelnde Wirkung (LKW k├Ânnen auf von der Stadt bevorzugte Routen dirigiert werden) w├Ąhrend zugleich verhindert wird, dass die Stadt Stra├čen nur f├╝r ihre Eintr├Ąglichkeit vermautet, was der Stadt schaden und die regulierende Funktion der Maut zerst├Âren w├╝rde.

Rechtliche Grundlage
Das ist etwas kompliziert: Offenbar erlaubt die StVO kommunale Eingriffe in die Regelung des Verkehrsnetzes nur, wenn dazu dringend Bedarf besteht (Unfallgefahr, Immissionsschutz). Das ist ein weitreichendes Verbot, welches eines der zentralen Gestatungselemente moderner St├Ądte (eben den Stra├čenverkehr) betrifft. Stra├čenverkehrsbelastung (negativ) und Erreichbarkeit (positiv) steuern die Ansiedlungspr├Ąferenzen in einer Stadt massiv, was dies enur ├╝ber Bebauungspl├Ąne und ├Ąhnlich grobe Instrumente kontrollieren kann.
Der einzige Weg f├╝r eine Stadt, ├╝berm├Ą├čigen Autoverkehr zu verhindenr ist also der M├╝nsteraner Weg: Die Stadt gar nicht erst autotauglich machen. Hat man die Stadt erst einmal f├╝r den massiven Autoverkehr der Gegenwart aufgebaut, ist ein Weg zur├╝ck praktisch ausgeschlossen, es sei denn man beschlie├čt einen Komplettumbau des Stra├čennetzes.
St├Ądte haben ohne eine Gefahrenlage keine Handhabe zur Regulierung des innerst├Ądtischen Verkehrs. Explizit ebenfalls keinen Einfluss haben die L├Ąnder.
Wollen wir also die Situation am Sch├╝renweg ver├Ąndern, m├╝ssen wir den entsprechenden Paragrafen (┬ž42 StVO) ├Ąndern und daf├╝r brauchen wir den Bundestag und Bundesrat. Das bedeutet: M├Âglichst viele Parteien aus der Stadt m├╝ssen mit ihren Bundestagsfraktionen reden, ein solches Vorhaben einzubringen. Die Pateien m├╝ssen sich auf kommunaler Ebene besprechen und einen Vorschlag erarbeiten, der dann den zust├Ąndigen Sprechern im Bundestag zukommen muss. Das ist relativ viel versprechend, wiel die kommunalen Verb├Ąnde wohl alle ein Interesse an besseren Gestaltungsm├Âglichkeiten haben. Und dann geht es darum, die Bundestagsfraktionen zu ├╝berzeugen – unabh├Ąngig voneinander, damit es nicht dazu kommt, dass Vorschl├Ąge allein aufgrund von Lagerdenken abgelehnt werden. Es muss also sehr genau geplant werden, wer das Projekt letztendlich vorstellt, um eine Sachdiskussion zu erzeugen und eine Lagerdiskussion aus dem Thema herauszuhalten.
Aber dazu beizeiten. Jetzt m├╝ssen erstmal die Bundestagswahl und die Konstituierung des neuen Bundestages stattfinden, dann kann man weiterschauen, wie das funktionieren kann.

Und warum jetzt der ganze Kram mit der Maut?
Aus zwei Gr├╝nden:
1. Als ich diese ├ťberlegungen begonnen habe wusste ich noch nicht, wie rigide die Gesetzeslage hier ist
2. Sie w├Ąre immer noch brauchbares Material f├╝r einen Kompromiss: St├Ądte d├╝rfen zwar nicht alles, aber Stra├čen bemauten d├╝rfen sie doch.

Ausserdem gibt es eventuell noch die M├Âglichkeit, die Stra├če zu privatisieren und dann zu bemauten. Besitzer der Stra├če w├Ąre entweder die IG Sch├╝renweg in Form einer Genossenschaft oder eine Tochter der Stadt wie die EWMG.
Aber da ist die rechtliche Frage noch komplett offen.