Kurzgeschichte: Ninjutsu

Die folgende Kurzgeschichte habe ich Ende November für einen Weihnachtsgeschichtenwettbewerb geschrieben. Leider war sie ein paar hundert Zeichen zu kurz für die Mindestanforderungen. Stärker wollte ich sie aber wirklich nicht strecken. Und ein wenig unkonventionell ist sie auch.
Nun, da heute Heiligabend ist, gebe ich die Geschichte statt dessen einfach frei an alle Leser weiter.

Schöne Weihnachten allen Lesern
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Politiker mit G, Teil 2

Achja, der Goebbels-Vergleich und der nächste Morgen.

Inzwischen habe ich zwei Entschuldigungen geschrieben: Eine in der Bürgerzeitung als Kommentar unter dem entsprechenden Artikel, eine an die CDU sowie Presse und Rundfunk.
Beide Stellungnahmen und mein vorheriger Beitrag decken sich inhaltlich beinahe vollständig, daher verzichte ich hier auf eine raumgreifende Zitierung. Sollte eine solche gewünscht sein, liefer ich natürlich nach.

Wie oben bereits verlinkt, hat die Bürgerzeitung berichtet, daneben die Rheinische Post (übrigens hat jene von mir wohl eine falsche Handynummer, sie hat zwar offenbar angerufen, aber nicht bei mir, keine Ahnung, wessen Mailbox die Redaktion da gefüllt hat), die Westdeutsche Zeitung im überregionalen Teil und im Kontext von Kritik durch Sigmar Gabriel und Claudia Roth (finde ich allerdings nicht online). Vom Express habe ich auch gehört, dass er berichtet hätte.
Heute vormittag hatte ich ein Interview mit Sat.1 (lief mE sehr schlecht), dem WDR und RTL (die beiden waren okay). Nun, mal sehen, was daraus noch wird.
Einen von mir (wahrscheinlich) unabhängigen Goebbels-Vergleich gab es inzwischen in The Independence, das ich mir auch nicht zu eigen mache. Wenn Stephanie zu Guttenberg mit ihrem gatten ins Ausland fliegt, ist das ihre Sache.

Die Frau des Ministers begründet ihre Teilnahme an der Reise: sie wolle „als Gattin und Mutter zu Weihnachten bei den Soldaten“ sein. Ich werde aufmerksam. Diese Klänge kenne ich. Von Goebbels. Was Stephanie zu Guttenberg hier in die Mikrofone säuselt, soll freundlich klingen. So familiär irgendwie. Auch irgendwie harmlos. Nett eben.

Doch ich frage mich: was vollzieht sich da grade im Lande? Was schleicht sich da ein in die Spaßgesellschaft? Was erlaubt sich der junge Minister da eigentlich, der im Moment von den Sympathien des Volkes getragen wird? Abgeordnete, die im Januar zu entscheiden haben, können Kundus nicht besuchen, aber die „Gattin und Mutter“, die über keinerlei Mandat verfügt, darf? Das ist kein Zufall. Hier geht es um die richtigen Bilder. Die einen „jungen aufstrebenden Politiker“ stärken sollen.[…]

Nun verhält es sich allerdings so, dass die Formulierung von der „Gattin und Mutter zu Weihnachten bei den Soldaten“ eine Geschichte hat in Deutschland.

Die Linke hat, sehr zu meiner Überraschung, mit einer sachlichen Mitteilung reagiert:

Der Skandal ist nicht der Vergleich eines örtlichen Ratsherren. Der eigentliche Skandal ist wie Not und Elend benutzt werden, um die Quote zu erhöhen. „Da fliegt jemand auf Kosten der SteuerzahlerInnen in ein Kriegsgebiet und hat im Handgepäck die Zusage auf einen exklusiven Show-Auftritt bei Kerner live aus dem Krisengebiet“, ärgert sich Kreissprecher Torben Schultz.

Für mich ist die Sache erledigt. Ich habe einen Fehler gemacht, mich entschuldigt und dargestellt, was gemeint war. Die CDU Mönchengladbach hat mir zu verstehen gegeben, dass sie das ebenso sieht.
Jetzt arbeiten die Massenmedien mit ihrem üblichen Nachlauf von einigen Stunden. Dann kommt eine Protestwelle. Und Donnerstag kennt hoffentlich wieder niemand mehr meinen Namen.

In Twitter gibt es unterdessen immer noch keine mir bekannten negativen Reaktionen.
Eine Auswahl an Reaktionen, die mir aufgefallen sind:

Teelevision: http://bit.ly/gcVfdY Ich dachte sowas nennt man Satire. Und es ist dann eine „üble Beleidigung“, wenn es ein Politiker sagt? (@shadaik)
[…]
Ich kann mich an „üblere“ Sachen aus den Spitzen anderer, an der Regierung beteiligter Parteien erinnern. Was mit faulen Ausländern und so.

Der Wachsame: Dieser Winter ist wirklich außergewöhnlich hart. Opa erzählt schon wieder von Stalingrad. #Erinnerungen

Und, wahrscheinlich unabhängig von meiner Äusserung:

fernsehkritiktv: Kerner macht Talkshow in Afghanistan! Es ist also wieder soweit: Terror, der von deutschem Boden ausgeht!

peterbreuer_ Deutschland wird am Hindukusch blamiert.

jensbest: Wenn es die Kerner-Show schon 1941 gegeben hätte, hätte er mit „Wüstenfuchs“ Rommel auch eine PR-Talkshow gemacht. #KriegspropagandaTV
[jensbest, der etwa 20-Mal soviele Leser hat wie ich, geht Guttenberg insgesamt übrigens noch deutlich drastischer an]

Der Kontrast zwischen Online- und Offline-Reaktionen ist beachtlich. Die in diesen Tagen gemachten Erfahrungen bedeuten auch neue Informationen für meine Annahme, dass die Gesellschaft durch die netzwerklerische Kraft des Internets an mehreren Schnittlinien zugleich zerreisst. Zugleich ist mir bewusster geworden, was für Unterschiede ein und die selbe Sache in unterschiedlichen Medien und Kontexten in sich birgt. Eine Erfahrung von hohem Wert.
Das ist vielleicht das Positivste an dieser Sache: Soviel in so kurzer Zeit gelernt wie durch diesen Skandal, habe ich wohl noch nie. Und das nach 12 Jahren mit Internet.


Goebbels!

So, hab ich allseitige Aufmerksamkeit? Danke.

Also: Derzeit skandalisiert die CDU einen Tweet von mir. Ich war schockiert, dass Guttenberg auf seiner aktuellen Reise nach Afghanistan neben seiner Frau auch den Quatschmeister Talkmaster Johannes B. Kerner mitnahm, um in Afghanistan eine Fernsehsendung aufzunehmen. Daraufhin schrieb ich spontan folgenden Tweet:

Guttenberg nimmt in Afghanistan ne Talkshow mit Kerner auf – da kann Goebbels sich propagandamäßig noch was abkucken! #godwin

Nun gebe ich gerne zu: Saumäßig schlechter Satz, geht gar nicht.

Doch dahinter steckt ja etwas, was ich sagen will: Ich halte Guttenbergs Aktion, eine Talkshow in einem Kriegsgebiet auszunehmen für eine erhebliche Verfehlung. Wie übrigens viele andere auch. Auch und grade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und hier wiederum der Rolle, die Propaganda in der Geschichte deutscher Kriegsführung spielte.
Und damit ist Guttenberg der erste Minister in der deutschen Nachkriegsgeschichte, der einen Krieg in solcher Weise mit Propaganda unterfüttert. Vom offenbaren Quotenwahn bei Sat.1 mal ganz zu schweigen, denn wieso sonst nimmt man in einem Kriegsgebiet eine Talkshow auf?
Wer der letzte deutsche Minister vor ihm war, der eine solche mediale Kriegsverherrlichung betrieben hat, das kann ja mal jeder raten…

Nicht erwartet hatte ich, dass die CDU a) mitliest und b) aufspringt. Etwa fünf Stunden nach dem Tweet erfuhr ich indirekt über Dritte von der Pressemitteilung der CDU mit dem Titel „Krings fordert öffentliche Entschuldigung
Mal davon abgesehen, dass krings von mir bisher noch gar nichts gefordert hat und wahrscheinlich noch nicht einmal um die Existenz des Tweets weiss geht die Mitteilung von einer grundfalschen Annahme aus.

Mit keinem Wort habe ich den Besuch des Ministers bei den Truppen kritisiert. Im Gegenteil, ebenso wie Dr. Krings laut der Pressemitteilung begrüße ich diesen. Und ich stimme völlig überein, wenn diese PM aussagt:

Ich finde, dass Guttenberg ein positives Zeichen der Unterstützung für die deutschen Soldaten setzt, wenn er sie in der Vorweihnachtszeit im Einsatz besucht

D’accord.

Ich habe in dem obigen Tweet klar von „propagandamäßig“ geschrieben. Es ging also keineswegs um den Einsatz selbst, sondern um den Akt der Propaganda. Mit keinem Wort bezog ich mich auf die Soldaten und auf irgendetwas anderes als auf die Aufzeichnung einer Talkshow in einem Kriegsgebiet mitsamt extra eingereistem prominenten Moderator.

Also, nochmal in drei Sätzen:
1. Ja, die Formulierung war Mist Das sehe ich ein und entschuldige mich.
2. Über die deutschen Soldaten habe ich kein Wort gesagt
3. Ich halte nichtsdestotrotz die Aufzeichnung einer Talkshow im Kriegsgebiet für einen Skandal, der in der deutschen Nachkriegsgeschichte einmalig ist

Nachtrag: Fortsetzung hier

PS: Mein Dank gilt auch der Twitter-Gemeinschaft, die ein wesentlich besseres Verständnis der Aussage gezeigt hat als die CDU. Es folgt ein Best Of der bisherigen Antworttweets, soweit ich die mitbekommen habe:

TorbenSchultz: Nur mal so: Der Skandal ist nicht der Vergleich eines örtlichen Ratsherren, der Skandal ist wie Not und Elend die Quote erhöhen sollte!

bov: Johannes B. Riefenstahl

prisac: ungefähr 4.570 bundeswehrsoldatinnen und -soldaten schützen eine einstündige talkshow … soweit ist es schon – bis zum hindukusch.

prisac: wenn die #cdu- mg diesen tweet liest, bitte seien sie entsetzt!

Zwergenkoenig75: @shadaik Und das genau ist das Problem eines Großteils Eurer Truppe: Ihr lebt in einer komplett anderen Welt. Gobbels ist hin! Breaking news

Und nein, es gab bisher im Twitter keine einzige eindeutig negative Äusserung auf meinem Tweet. Was mich offengestanden auch selber überrascht, denn die Formulierung war nunmal wirklich Mist.


JMStV

Ich bin kein Schnellschreiber, beileibe nicht. Oft schreibe ich eine Überschrift und dann eine Woche drauf den Artikel. Das ist der Hauptgrund, aus dem ich hier eher selten zu tagesaktuellen Themen schreibe und mehr zu grundsätzlichen Dingen.
Daher mag dieser Beitrag ungewöhnlich ungeschliffen erscheinen, denn ich schreibe ihn jetzt grade und werde ihn in voraussichtlich einer Stunden, also gegen 19 Uhr, fertig haben. Ich habe entschieden, den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag für wichtig zu halten. Nein, eigentlich eher die Diskussion darum.

Die Abstimmung in NRW
Von der Entscheidung der Grünen Landtagsfraktion in NRW, dem Staatsvertrag zuzustimmen erfuhr ich, als ich gestern gegen 23 Uhr heimkam.
Zu diesem Zeitpunkt spukte eine Aussage des Landesverbandes der Patei umher, dass die Partei gegen den JMStV sei, die Fraktion sich aber aus Koalitionszwang anders entschieden habe.

Das ist zunächst nichts ungewöhnliches: Um wichtige Ziele und Vorhaben durchzusetzen, gibt man weniger wichtige Themen auf und fügt sich der Meinung der Koalitionspartner. So funktioniert Politik, man kann nicht alles durchsetzen, was man durchsetzen will und muss unwichtige Themen zugunsten wichtiger Themen aufgeben. Offenbar hielt die Landtagsfraktion die Frage nach Altersfreigaben im Internet für unwichtig gegenüber Fragen wie der Abschaffung der Studiengebühren im Wintersemester 2011/12*, Verbesserung der finanziellen Handlungsmöglichkeiten der Kommunen und die Einführung der Gemeinschaftsschule.
Ungewöhnlich ist aber, dass die Partei offen mit dieser Entscheidung bricht. Was viele im Internet und vor allem bei Twitter lächerlich gemacht haben, was viele gegen die Grünen aufgebracht hat war eine klare Äusserung darüber, dass man der Entscheidung der Fraktion nicht zustimmt.
Der Tweet wurde als Gesichtsverlust für die Partei gewertet, dabei ist er eine Ohrfeige an die Fraktion. Und zwar von der Partei. Wer nicht weiss, dass das zwei verschiedene Organisationen sind (die Fraktion wird auf Parteivorschlag gewählt, ist in ihren Entscheidungen nach der Wahl aber weitgehend selbstständig), dem dürfte eine solche Aussage natürlich reichlich kryptisch vorkommen.

Tatsächlich schlecht ist aber an dieser Struktur nur eins: Es widerspricht der grünen Essenz, dass sich Partei und Fraktion so weit voneinander entfernen.
Zugegeben, wir hatten sowas schon einmal. das war beim Beschluss für Garzweiler II. Aber damals hatte Bärbel Höhn offenbar noch versucht, die Entscheidung so weit wie irgend möglich für die grüne Position ausfallen zu lassen – wenn auch letztlich erfolglos**.
Ein solcher Versuch ist diesmal nicht sichtbar. Mit gutem Zureden und einem Netzpolitischen Kongress hat man es versucht, doch hat man es offenbar verpasst, der Fraktion die Wichtigkeit des Themas klarzumachen. Das ist aber kein originär grünes problem, nichtmal die Wikipedia nimmt den vertrag sonderlich wichtig. Sonst hätte sie einen besseren Artikel als das hier
Hier wird einiges zu reparieren sein, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Wir haben am vorvergangenen Wochenende auch eine Claudia Roth gesehen, die wegen einer für die Öffentlichkeit wesentlich geringeren Sache*** gefährlich an einer Abwahl vorbeischrammte. Ich denke, wegen dieser Geschichte jetzt werden noch Köpfe rollen.

Die Zukunft
Viel ändert sich eigentlich nicht, nur Seiten mit jugendgefährdenden Inhalten müssen eine Alterskennzeichnung einführen (wohlgemerkt ohne dass es dafür einen technischen Standart gäbe, was dem Vertrag eine gewisse Schlamperei bescheinigt) und die Hürde um als solche zu gelten, ist hoch.
Pornografie, Gewaltverherrlichung, Kriegsverherrlichung – solche Kaliber muss man da schon aufbringen, um kennzeichnungspflichtig zu sein.
Es werden eine Menge Abmahner kommen, aber der JMStV schreibt seine Jugendschutzmaßnahmen nur vor, wenn man „entwicklungsbeeinträchtigende oder jugendgefährdende Inhalte“ führt (siehe hier), ausdrücklicher Lesetipp auch hier. Es ist mE davon auszugehen, dass das auf die meisten Blogs nicht zutrifft und der Rest ohnehin schon im Ausland betrieben wird.
Dennoch ist die Regelung nicht schön und es stellt sich die Frage, wie sie weiter entwickelt wird. Dummbrot Köhler Schröder wird ja wahrscheinlich fleissig weitere Ändeurngen rausgeben und abnicken lassen udn bevor wir uns versehen, haben wir einen tatsächlich internet-meuchelmörderischen Vertrag. Und dann wird’s wahrscheinlich noch nicht einmal jemand merken, weil der Weg dahin in so kleinen Schritten ging.
Mittelfristig wird der deutsche Jugendschutzwahn irgendwann verschwinden. Mir graut’s nur vor der zeit zwischen jetzt und dann.

Und ich?
Ich sehe nicht, wieso ich irgendetwas ändern sollte.
Das Blog läuft weiter wie eh und je.

*Wie die Linke auf SoSe 2011 kommt und den Grünen Wahlbetrug vorwirft ist sowohl deren Geheimnis als auch Thema eines eventuellen anderen Beitrags
**Ironischerweise stellten sich die damals „unterschlagenen“ Studien als falsch heraus – das Rheinische Braunkohlerevier, vor allem Rur und Niers, haben heute tatsächlich erhebliche Grundwasserprobleme. Was Höhn damals zurückzuhalten suchte waren also offenbar ohnehin sachlich falsche Behauptungen. Aber das ist hier nicht Thema.
***Zustimmung Roths zur Bewerbung Münchens für die Olympuischen Winterspiele 2018


Rede zum Burkaverbotsantrag der CDU, 10.11.2010

Für die Ratssitzung vom 10. November 2010 stellte die CDU einen Antrag zu einer Art kommunalem Burkaverbot gestellt. Konkret sollte geprüft werden, ob die Stadt über ihr Hausrecht das Tragen einer Vollverschleierung „aus religiösen und anderen Gründen“ beim Betreten öffentlicher Gebäude untersagen kann – wenn ja, solle so verfahren werden.
Auch die NVV (die Stadtwerke in Mönchengladbach sowie angrenzenden Kleinstädten) wäre über den Antrag aufgefordert gewesen, in ihren Bussen udn Schwimmbädern entsprechend zu handeln. Hier nun meine im Rat vorgetragene Reaktion auf diesen Antrag. Weiterlesen »


Debatte der Desintegration

Aktuell geistert ja eine vorgebliche Migrantendebatte. Dass es sich um eine Islamdebatte handelt, dürfte offensichtlich sein: Beschwerden über italienische oder französische Einwanderer habe ich bisher nicht wahrgenommen. Nun ist „Debatte“ zwar oftmals ebenso übertrieben was die Bezeichnung dieser Vorgänge angeht, aber naja, irgendwie muss man es ja nennen. Weiterlesen »


Musikeinlage: Die Personalpronomen

So, zur Reaktivierung des Blogs mal eine kleine Englisch-Lektion. Die Personalpronomen im Akkusativ.
Also: Look at…

1. Person Singular: Me

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MyFreeFram – Kleiner Test zum Browserspiel

[Trigami-Review]

MyFreeFarm ist ein Browserspiel, in dem man eine Farm verwaltet. Anders, als die Browserspiele, die ich sonst so kenne hat dieses sogar ein paar Animationen und besteht nicht nur aus endlosen Ansammlungen von Tabellen. Was auch dazu führt, dass ich anders als bei BigPoints Tabellenorgien auch freiwillig mehr als zwei Tage dabei bleibe.
Im Spiel baut man hauptsächlich auf mehreren Feldern Gemüse an, später auch Tierprodukte (Eier, Milch etc.) und Obst (angefangen mit Erdbeeren). Unten in der Farm tauchen immer mal wieder „Farmis“ auf, Kunden, die Bestellungen haben und bezahlen, wenn man diese mit seinem Anbau erfüllen kann. Einträglicher sind aber die selteneren „Quests“, Aufträge, die man im Dorf bekommt. Dort erhält man auch sein Saatgut und seine Ausstattung und kann Bestenlisten einsehen.
Mit dem virtuellen Geld kann man dann weitere Saaten kaufen, Feld und Bauernhaus mit Möbeln, Bildenr, Vogelscheuchen und derlei Zeug schmücken, mehr Felder kaufen und die vorhandenen Felder von Unkraut, Steinen etc. befreien.
Grundsätzlich lässt sich der Farmertrag auch über den Markt im Dorf verkaufen, aber dazu kommt man vor lauter Kunden auf der Farm normalerweise gar nicht. Ich zumindest nicht.
Das einzige Problem ist die Zeit: Ein paar Eier zu produzieren braucht gut 4 Stunden. Man kann das zwar mit Getreide beschleunigen – aber grade mal um lächerliche 3 Minuten pro Portion. Da kann man das Füttern auch gleich bleiben lassen. Auch die fortgeschrittenen Gemüse- und Obstsorten brauchen ewig lange zum Wachsen. Andererseits hilft das beim Ansatz des Gelegenheitsspiels: nach zwei Stunden muss man sich eh neu einloggen, da kann man auch gleich einen Spielstil einnehmen, der morgens und abends je ein paar Minuten braucht. Oh, und das Geld: Zusätzliches Vieh und Felder sind so teuer, dass es sich kaum lohnt, auf deren Erwerb hinzuarbeiten. Man kann zwar virtuelles Geld mit harten Euros kaufen, das mag ich persönlich aber nicht. Man hat aber schon mit einem Feld und einem Hühnerstall definitiv genug zu tun.

Doch nun zur Grünenfrage: Ist es Bio?
Ehrlich gesagt keine Ahnung. Man gießt mit Wasse rund baut Getreide an. Das Vieh wird mit eigenen Farmprodukten gefüttert, davon ab lässt sich noch nicht sagen, wie Bio das Ganze ist. Später gibt es wohl Dünger, an dem wird sich die Bio-igkeit dann zeigen.

Eine Besonderheit möchte ich noch positiv anmerken: Spieler werden nach zwei Stunden automatisch ausgeloggt. das finde ich positiv, weil es ein Hemmnis für Spielesucht darstellt. ich rechne es den Machern bei Upjers durchaus hoch an, dass sie es riskieren, potenzielle Kunden zu vertreiben, um Spielsucht einzudämmen.

Für wen das Spiel letztendlich geeignet ist?
Ich würde sagen, für Fans von Pokémon (ähnlicher Sammelwuteffekt) und von Browserspielen, die sich aber von der meist zu trockenen Präsentation abgeschreckt fühlen. Alles in allem macht das Spiel durchaus Spass und hält bei der Stange, trotz kleinerer nerviger Details.
Und da die Frage immer wichtiger wird: Nein, ich habe nach der Anmeldung bei MyFreeFarm keine zusätzlichen Spam-Mails erhalten.

Und zum Abschluss noch der launige Trailer zum Spiel. Läuft angeblich auch im TV, was ich mangels Fernseher aber nicht bezeugen kann:

Jetzt zum Spiel


Wir reparieren einen RROD

Okay, hier mal eine deutschsprachige Anleitung zur Reparatur des RROD an der Xbox 360. Keine Erfolgsgarantie, aber eine recht gute Quote, ich hab bisher 3 von 3 Boxen reparieren können.
Die ganze Prozedur kostet euch etwa eine Stunde Arbeit und etwa 6 € an Materialkosten zuzüglich einmaliger Kosten für eventuell noch nötiges Werkzeug.

0. Was reparieren wir eigentlich?
Der RROD (Red Ring Of Death) oder offiziell „Allgemeine Hardwareausfall“ ist ein berühmt-berüchtigter Fehler der Xbox 360, der sich in drei rot blinkenden Lampen um den die Einschalttaste der Konsole befindet.
Wichtig: Wenn alle vier Lampen rot leuchten, ist es KEIN RROD, dann ist das Videokabel defekt oder nicht angeschlossen.
Also, ein paar Beispiele. Das ist ein RROD:

Hier wurde einfach das AV-Kabel nicht eingesteckt:

Und das ist ein sonstiger Hardware-Fehler, bei dem ein Fehlercode auf dem Bildschirm erscheinen sollte und der nix mit dem RROD zu tun hat. Lautet der Fehlercode „E74″ lässt sich aber manchmal mit der selben Reparatur beheben, so als Hoffnungsschimmer, wenn die Garantie abgelaufen ist und man eh nix zu verlieren hat.

Wir reparieren also den Fehler ganz oben und eventuell den ganz unten (30% Erfolgsquote bei E74, 99% bei RROD). Für alle anderen Fehlermeldungen bringt diese Anleitung eher nix.
Ich möchte weiter darauf hinweisen: Die Xbox 360 hat drei Jahre Garantie gegen die Fälle RROD und E74. Das Herstellungsdatum der 360 steht auf den Tag genau auf der Rückseite, wenn das weniger als drei Jahre her ist, lasst Microsoft den Schlamassel kostenlos beheben.

Für alle anderen heisst es:
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GamesCom 2010

Okay, sonderlich was geworden sind die meisten Fotos bei der Hallenbeleuchtung nicht, das übe ich nochmal.
Trotzdem meine kleine Nachbetrachtung zur GamesCom 2010:

Dies war das erste Mal, dass ich an einem Publikumstag auf der GamesCom war, was sich aber nicht als so schlimm erwies, wie ich befürchtete, die Messe war am Donnerstag relativ ruhig. Vom Publikumsverkehr gesprochen, von der Lautstärke war es näher an einem durchschnittlichen Metalkonzert.
Sehr positiv entwickelt hat sich meiner meinung nach die Ausstellerriege: Zwar schienen es diesmal weniger zu sein, diese hatten dafür mehr Platz und mussten nicht ganz so gedrängt bauen. Ich würde alle Stände als angemessen bezeichnen.

Es war eine Menge anspielbar, was vor allem dieses Jahr richtig was ausmacht, immerhin kommen etliche neue Zubehöre auf den Markt. Kinect war denn auch sehr spaßig – auch wenn ich durch Zufall zweimal im selben Spiel gelandet bin (Your Shape, einmal bei Ubisoft, einmal bei Kinect selber). Interessanterweise hatte Kinect am Microsoft-Stand eine Verzögerung drin, bei Ubisoft aber nicht. es scheint also zu stimmen, was Boris Schneider-Johne twitterte, dass MS hier Probvleme mit dem Kabelsetup hat. was mir wohl auffiel: Die Kinect-Kamera ist riesig im vergleich zu Eye, EyeToy, Wii Camera und Xbox Live Vision. Einige Leute werden echte Probleme haben, das Ding unterzubringen. trotzdem, ein gutes System. Als alter Exergaming-Experte sage ich auch klar: Das musste kommen, wenn es eines gibt, was Fitness-Spielen gefehlt hat, waren es die Achievements der Xbox für die Langzeitmotivation.

Sonys Bewegungssteuerung, genannt Move, hab ich anhand von Kung Fu Twix Rider ausprobieren können. das war ein Rennspiel, das sich ganz gut als Downhill-Bürostuhling beschreiben lässt.
Spassige Idee, nur leider fand ich die Steuerung grauenhaft. Move hat keinen „Mauszeiger“, mit dem man sieht, wo man eigentlich grade hinzeigt und reagiert sehr schlecht auf leichte Drehungen des Controllers. Ich weiss nicht, ob es am Spiel lag, aber auf mich machte Move einen sehr unfertigen Eindruck. Mit der Wii-Fernbedienung konnte Sonys Kopie es nichtmal annähernd aufnehmen. Schade.
Zum Ausgleich kam Kung Fu Live daher, ganz ohne Controller als Download für PSN und mein absoluter Favorit unter dne kommenden PlayStation-Exklusivtiteln. Ein Kampfspiel, indem man von der kamera gefilmt und ins Spiel versetzt wird und einfach loskämpft. Die Moves sind eure, einige lösen aber Spezialaktionen wie Blitze und Sprints aus.
Ich habe Kung Fu Live letztes jahr in einer Pressevorführung anspielen dürfen und war damals schon begeistert. In dem Jahr dazwischen haben die guten Leute von Virtual Air Guitar aus Finnland weiter an dem Spiel gearbeitet und von Sony eine Publisher-Lizenz holen können. Interessante Entwicklung übrigens, lief die erste Demo noch auf einer PC-Kamera mit dem Ziel, für die Xbox 360 zu entwickeln. Sony war aber generöser mit der Entwicklerlizenz.

Um ehrlich zu sein, der Typ in dem Video hält sich zurück. Man kann jede Bewegung machen, die man sich nur denken kann. Ausserdem habe ich die Strategie entwickelt, nach Belieben zu wachsen und zu schrumpfen, indem ich mich auf die Kamera zu oder von ihr weg bewege. Roundhouse Kick geht ebenso wie Kopfnüsse und Elbogenschlag. Die Gegner reagieren sogar korrekt auf Tritte in die Erbschaft.
Wenn man die Möglichkeiten wirklich ausschöpft, hat man einen Riesenspass – und ist gut erschöpft. Und dass ich unter Applaus aus einem Testspiel komme, das passiert mir selten.

Und sonst: Halo: Reach durfte man mal 5 Minuten Multiplayern, hat definitiv Spass gemacht. Und auch wenn ich 3D für einen kurzlebigen Hyxpe halte, der 3D-Bildschirm mit der Reach-Demo hatte schon was. Spider-Man Shattered Dimension war ebenfalls anspielbar und sieht recht gut aus, allerdings scheint das Spiel wieder levelbasiert zu werden. ich fand die frei erkundbare Stadt im letzten Spiel, Web of Shadows eigentlich ziemlich cool.
Nintendo hat es geschafft, von seinen heissesten Titeln, The Legend of Zelda: Skyward Sword und Metroid Other M je nur 4 Exemplare aufzustellen. Die sich daraus ergebende Schlange hab ich mir auch als alter Nintendoaner dann doch nicht angetan. Das weniger begehrte Kirby Epic Yarn war erreichbar und wird wieder ein schönes, kreatives Jump’n’Run.
Von Portal 2 wurde leider nur ein mir schon bekannter Trailer gezeigt, aber wenigstens gab’s für’s Warten ein Shirt. BigBen hatte ein über einen Hometrainer gesteuertes Wii-Spiel namens Cyberbike da. Die Idee gab’s schonmal auf dem C64 und leidet hier an einem viel zu leichten Tritt auf dem Trainer, könnte aber dennoch was werden.
Grundsätzlicher Fail bei den Downloads: Ich hatte sowohl PSP als auch DS dabei, für beide gab es aber keine Demos zum Download, sondern nur fest gesicherte Testkonsolen. Ich bin sicher, eine freie Verteilung von Demos über Download wäre effektiver gewesen, weil so mehr Spieler antesten könnten. Immerhin, bei Sony nahm man meinen Vorschlag mit den Worten „Stimmt eigentlich“ offenbar auf. So hab ich nur das für mich uninteressante Modnation Racers für die PSP und Mario und Luigi 3 für den DS gesehen.
Das praktisch unbeachtete Shadow’s Tale für die Wii verspricht ein feines Spiel zu werden.

Kommen wir zur wichtigen Frage der Messeausbeute. leider hab ich kein aufblasbares Dragon-Age-II-Scimitar gekriegt, um es neben mein Age-of-Conan-Schwert zu hängen, aber immerhin das hier:

Okay, von oben nach unten und von links nach rechts:
Poster von Paysafecard, Gameswelt-Vuvuzela, Steam-Gutscheine für Portal und Half-Life 2 Episode 1, Bigben Cyberbike Trinkflasche, Paysafecard Beanyball, Trick-Jojo von Pearl, Wasserpistole von BigPoint Poisonville, Lutscher von der Jungen Union, Schlüsselanhänger zu Dragon Quest IX von Nintendo, Vodafone-Handy, Ubisoft Schlüsselband, alles auf einem Portal 2 T-Shirt
Nicht im Bild: Prospekte, Hefte, Flyer, Pearl-Gutschein.
Das Poster ließ sich da oben nicht direkt ausrollen, weil ich das Shirt nicht verdecken wollte. Das sei hiermit nachgeholt:

Sagen wir einfach, Paysafecard wissen genau, welches ihrer Werbemotive man zum Poster aufziehen sollte.

Zu guter letzt noch mein Dank und viele Grüße an meine zeitweiligen Begleitungen, die gute Sandra Uhling und der spontan dazugestoßene Markus aus Aachen und meine Schlangen-Miterdulder/Multiplayer-Partner am Microsoft-Stand sowie an die Aussteller-Crews. Hat wirklich Spass gemacht, schöne Messe.