Rat VIII/4

Jetzt probier ich mal was aus: Die Fakten der Ratssitzung immer im Vitusportal (diesen Ratszug hier), meine persönlichen Eindrücke im persönlichen Blog. Und hoffentlich ab nächstem Ratszug im Vitusportal auch ein Kommentar von anderer Seite, daran arbeite ich noch.

Gleich zu Anfang: Es war eine miese Sitzung, voll mit Unterbrechungen, viel zu langen Wortbeiträgen und an einem Punkt ekelhaftem Geschacher. Und eine Sternstunde der Altlasten.

Aber fangen wir mit etwas positivem an, das bietet sich schon wegen der Chronologie an: Andreas Wurff wurde ins Amt des Technischen beigeordneten vereidigt. Alleridngs war es auch die erste Vereidigung diese Ratsperiode, hinter die ein „So wahr mir Gott helfe“ angefügt wurde.
Mal abgesehen von dem grundsätzlichen Problem religiöser Eidesformeln in Einrichtungen eines säkularen Staates drückt das in dne Ohren eines Atheisten wie mir genau das Gegenteil von dem aus, was es eigentlich ausdrücken soll – Gott hilft ja nicht, also ist es nicht wahr, dass Gott ihm hilft. Und wenn der Rest des Eides ebenso wahr ist, müsste man die Eidesformel eigentlich übersetzen mit: „April, April!“
Naja, die Vereidigung (in diesem Fall gilt zum Glück) trotzdem als gültig.

Eine angekündigt ellenlange Rede des Kämmerers gab es zum Haushalt der Stadt – die Lage ist desaströs genug, dass ein FDP-Kämmerer eine (leichte) Gewerbesteuererhöhung vorschlägt.
Normalerweise muss man immer Vergleiche heranziehen, um die Haushaltslage von MG zu beschreiben. Jetzt kann man einfach diese Tatsache zitieren – immerhin. Insgesamt sieht es so aus: Je nachdem, was wir machen, sind wir 2015, 2016 oder 2017 pleite. Es ist einiges gefragt, um das zu vermeiden – und ohne Einsatz von Land und Bund wird es nicht gehen.

Kommen wir zum Punkt mit der längsten Geschichte: Die Schließung der Katholischen Grundschule Waldhausener Höhe.
Schuldezernent Dr. Gert Fischer (CDU) bestand weiterhin darauf, seine Gesetzesauslegung als den Text des Gesetzes auszugeben und zu behaupten, die Führung eines Klassenzugs mit 15 Kindern sei nur in Dörfern möglich, nicht in Innenstadtlagen. Nur ist es inzwischen leider eh egal, die 17 angemeldeten Kinder sind schon weg, die Schule ist verloren, Schulleitung und Dezernent haben gemeinsam Fakten geschaffen und so (mal wieder) Politik an der Politik vorbei gemacht.

Das wurde in der nächsten großen Diskussion noch deutlicher: Rechtsdezernent Schmitz (CDU) begann hier zu erläutern, warum die Veränderungssperre eines Grundstücks, die den Umzug eines Aldi-Marktes verhindern soll, ohne rechtliche Folgen beschlossen werden könnte.
Dies jedoch auf eine Art, die genau diese Nichtstrafbarkeit aufheben konnte – er erklärte gleichzeitig, wir könnten nur belangt werden, wenn wir wissentlich der Stadt schaden (Schadenersatzforderungen) und führte mögliche Folgen so aus, dass der Rat wissentlich werden konnte.
Zum Glück wurde dann noch ein Schreiben von Aldi zitiert, das durchblicken ließ, dass Aldi keine Schadenersatzansprüche geltend machen würde, wenn sie bis zum 7. Juli eine Baugenehmigung erhalten. Also hatten wir grund zu der Annahme, dass der Stadt durch die Entscheidung kein Schaden entsteht. Somit kann die Stadt nun mit Aldi verhandeln und eventuell einen besseren Standort finden, der nicht die bestehenden Innenstadtkonzepte für Einkaufsgebiete zerschießt.
Dennoch kann man nur sagen: Es war beängstigend, wie der Rat hier (bewusst oder unbewusst) fast in die Ecke gedrängt worden wäre. CDU und FWG konnten mit ihrem Versuch, den Aldi dort zu etablieren, einen deutlichen Fortschritt machen. Und fast hätten sie einen Dammbruch zur Abschaffung des gültigen Einzelhandelskonzeptes geschafft.
Sowas darf nicht nochmal passieren.

Überraschenderweise keine große Diskussion gab es zur vierspurigen Erweiterung der Korschenbroicher Straße. Die eigentlich überflüssige Verbreiterung, die nur eine neue Rennstrecke in der Stadt schafft, wurde mit dem Argument der Landesförderung durchgeboxt – obwohl die Stadt wahrscheinlich immer noch 1,6 Millionen Euro zuzahlen muss.
Es würde ja halbwegs Sinn machen, gäbe es ein Innenstadtgebiet, in das die Straße führen würde. Gibt es aber nicht und bevor wir nicht eine Millionenstadt werden (das dürfte noch dauern) macht dieses auch nicht den geringsten Sinn – wer soll denn in der projektierten City-Ost einkaufen gehen? Die Tauben und Amseln?

Immerhin: Eicken kriegt etwa einen halben Kilometer neue Radwege und die Umgestaltung des rheydter Marktplatzes wird in Angriff genommen.
Auch wenn ich persönlich den Marktplatz so verbesserungswürdig nicht finde – die hässlichen und meist leerstehenden Geschäftspavillons müssten endlich weg, das wär’s aber auch schon.
Naja…


Werbung: Das ignorierte Comedy-Subgenre

Werbung ist ja sowieso eine Welt für sich und jene im Internet bietet oft besonders elaborate Beispiele für Absurdität. Die Anzeige, die den Test auf Rot-Grün-Blindheit für eine IQ-Frage hält, dürfte jeder schonmal gesehen haben und ist immer wieder ein großer Lacher für jeden, der das Wort „Medizin“ auch nur unfallfrei aussprechen kann.

Gut, das Fernsehen erzählt uns, dass unser Verdauungssystem auf Activia angewiesen ist, weil sonst die lustigen gelben Kügelchen in unserem Bauch den Darmausgang nicht finden. Aber im Bio-Unterricht haben sie uns ja auch einzureden versucht, Menstruation sei nicht blau.

Nur: In traditioneller Print- und TV-Werbung versucht man noch, uns Sachen einzureden. Etwa, indem man Jogurt, der Blähungen auslöst als „aktiviert den Darm“ verkauft und damit den Verkaufsschlager des frühen 21. Jahrhunderts schafft (kein Witz, was dachtet ihr, was Actimel ist?).

Internetwerbung ist dagegen viel lustiger, wenn sie eben nicht versucht, uns Bullshit zu verkaufen. Beispiel gefällig?:

Ich hätte es ja mit einer Burka vervollkommnet, aber im Grunde ist es schon in seiner Ursprungsform komisch genug.


Stöckchen: Die 100 finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten

Wenn man mal nicht weiss, was man schreiben soll, schnappt man sich ein Stöckchen.

Hier ist ein Prachtexemplar: Es ist simpel, voll von Begriffen, nach denen die Suchmaschinen ständig das netz durchforsten (eben die 100 erfolgreichsten Filmtitel bis März 2010) und man kann dazu viele Fragen stellen:
– Wenn es eine Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten ist, wo sind dann die zukünftigen Titel? Es sei denn…


Oh nein, es ist wahr! Rette sich wer kann! *panik*

– Gibt’s die auch in inflationsbereinigt?
– Kann es sein, dass diese Liste nur englischsprachige Filme erfasst?

Naja, als kleiner Lückenfüller für die echten Inhalte (ja, ist was in der Pipeline) gibt es die Liste und die erfüllte Aufgabe, alle Filme fett zu markieren, die ich selber gesehen habe. Das Stöckchen stammt von the Kesro.

001. Avatar – Aufbruch nach Pandora, 2009, James Cameron
002. Titanic, 1997, James Cameron
003. Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs, 2003, Peter Jackson
004. Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2, 2006, Gore Verbinski
005. The Dark Knight, 2008, Christopher Nolan
006. Harry Potter und der Stein der Weisen, 2001, Chris Columbus
007. Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt, 2007, Gore Verbinski
008. Harry Potter und der Orden des Phönix, 2007, David Yates
009. Harry Potter und der Halbblutprinz, 2009, David Yates
010. Der Herr der Ringe – Die zwei Türme, 2002, Peter Jackson
011. Star Wars Episode 1 – Die dunkle Bedrohung, 1999, George Lucas
012. Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück, 2004, Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon
013. Jurassic Park, 1993, Steven Spielberg
014. Harry Potter und der Feuerkelch, 2005, Mike Newell
015. Spider-Man 3, 2007, Sam Raimi
016. Ice Age 3, 2009, Carlos Saldanha, Mike Thurmeier
017. Harry Potter und die Kammer des Schreckens, 2002, Chris Columbus
018. Der Herr der Ringe – Die Gefährten, 2001, Peter Jackson
019. Findet Nemo, 2003, Andrew Stanton
020. Star Wars Episode 3 – Die Rache der Sith, 2005, George Lucas
021. Transformers – Die Rache, 2009, Michael Bay
022. Spider-Man, 2002, Sam Raimi
023. Independence Day, 1996, Roland Emmerich
024. Shrek der Dritte, 2007, Chris Miller
025. Krieg der Sterne, 1977, George Lucas
026. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, 2004, Alfonso Cuaron
027. E.T. – Der Außerirdische, 1982, Steven Spielberg
028. Der König der Löwen, 1994, Roger Allers, Rob Minkoff
029. Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, 2008, S. Spielberg
030. Spider-Man 2, 2004, Sam Raimi
031. 2012, 2009, Roland Emmerich

032. The Da Vinci Code – Sakrileg, 2006, Ron Howard
033. Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia, 2005, Andrew Adamson
034. Matrix Reloaded, 2003, Andy & Larry Wachowski

035. Oben, 2009, Pete Docter, Bob Peterson
036. Transformers, 2007, Michael Bay
037. New Moon – Biss zur Mittagsstunde, 2009, Chris Weitz
038. Forrest Gump, 1994, Robert Zemeckis
039. The Sixth Sense, 1999, M. Night Shyamalan
040. Fluch der Karibik, 2003, Gore Verbinski
041. Ice Age 2, 2006, Carlos Saldanha
042. Star Wars Episode 2 – Angriff der Klonkrieger, 2002, George Lucas
043. Kung Fu Panda, 2008, Mark Osborne, John Stevenson
044. Die Unglaublichen, 2004, Brad Bird
045. Hancock, 2008, Peter Berg

046. Ratatouille, 2007, Brad Bird
047. Vergessene Welt – Jurassic Park, 1997, Steven Spielberg
048. Die Passion Christi, 2004, Mel Gibson

049. Mamma Mia!, 2008, Phyllida Lloyd
050. Madagascar 2, 2008, Eric Darnell, Tom McGrath
051. 007 – Casino Royale, 2006, Martin Campbell
052. Krieg der Welten, 2005, Steven Spielberg
053. Men in Black, 1997, Barry Sonnenfeld
054. 007 – Ein Quantum Trost, 2008, Marc Forster
055. I Am Legend, 2007, Francis Lawrence
056. Iron Man, 2008, Jon Favreau

057. Nachts im Museum, 2006, Shawn Levy
058. Mission: Impossible 2, 2000, John Woo
059. Armageddon, 1998, Michael Bay
060. King Kong, 2005, Peter Jackson
061. The Day After Tomorrow, 2004, Roland Emmerich
062. Das Imperium schlägt zurück, 1980, Irvin Kershner
063. Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf, 2008, Andrew Stanton
064. Kevin – Allein zu Haus, 1990, Chris Columbus
065. Madagascar, 2005, Eric Darnell, Tom McGrath
066. Die Monster AG, 2001, Pete Docter
067. Die Simpsons, 2007, David Silverman
068. Terminator 2 – Tag der Abrechnung, 1991, James Cameron

069. Ghost – Nachricht von Sam, 1990, Jerry Zucker
070. Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich, 2004, Jay Roach
071. Aladdin, 1992, John Musker, Ron Clements
072. Troja, 2004, Wolfgang Petersen

073. Twister, 1996, Jan De Bont
074. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, 1989, Steven Spielberg
075. Illuminati, 2009, Ron Howard
076. Toy Story 2, 1999, John Lasseter
077. Bruce Allmächtig, 2003, Tom Shadyac
078. Shrek – Der tollkühne Held, 2001, Andrew Adamson, Vicky Jenson
079. Der Soldat James Ryan, 1998, Steven Spielberg

080. Mr. & Mrs. Smith, 2005, Doug Liman
081. Die Rückkehr der Jedi-Ritter, 1983, Richard Marquand
082. Charlie und die Schokoladenfabrik, 2005, Tim Burton
083. Gladiator, 2000, Ridley Scott
084. Der weiße Hai, 1975, Steven Spielberg
085. Hangover, 2009, Todd Phillips
086. Mission: Impossible, 1996, Brian De Palma
087. Pretty Woman, 1990, Garry Marshall
088. Cars, 2006, John Lasseter
089. Matrix, 1999, Andy & Larry Wachowski
090. X-Men – Der letzte Widerstand, 2006, Brett Ratner

091. Das Vermächtnis des geheimen Buches, 2007, Jon Turteltaub
092. Last Samurai, 2003, Edward Zwick
093. Tarzan, 1999, Kevin Lima, Chris Buck
094. 300, 2007, Zack Snyder

095. Ocean’s Eleven, 2001, Steven Soderbergh
096. Pearl Harbor, 2001, Michael Bay
097. Men in Black II, 2002, Barry Sonnenfeld
098. Sherlock Holmes, 2009, Guy Ritchie
099. Das Bourne Ultimatum, 2007, Paul Greengrass
100. Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen, 1993, Chris Columbus

Ohje, ich glaube nicht, dass ich noch zu retten bin…


Das Vitusportal

Letzten Dienstag ging nach einem Wochenende Arbeit das Vitusportal online, meine variante eines Internetangebotes für die Bürger der Stadt. Hier nun das making-Of, das eigentlich schon am Dienstag online stehen sollte:

Vorgeschichte
Schon seit einem guten halben Jahr trug ich mich mit dme Gedanken, dass es ein Internetforum für Mönchengladbach geben müsste. Was ich beim suchen entdeckte waren das Linke Forum Mönchengladbach (für mich okay, aber insgesamt zu deutlich politisch ausgerichtet) und RuM2Gether, ein Forum, in welchem man ohne Anmeldung nicht mal lesen konnte (und ich gehe nicht in Foren, in denen ich nicht vorher ein wenig mitlesen konnte, was da so los ist).
Etwas anderes musste her, ein politisch allen offenstehendes Forum für lokale Themen. Was mich lange daran hinderte war, dass ein solches Forum dazu verdammt war, vor sich hinzudümpeln. Foren füllen sich nicht von selbst, sie brauchen einen Anreiz für die Diskutanten.

*Argh* Um Gottes Willen, nein, DiskUtanten, DiskU! Keine Disko-Tanten!

Wie dem auch sei, eine zeit lang erfüllten die Kommentarbereiche der lokalen Nachrichtenmedien (Rheinische Post, Bürgerzeitung Mönchengladbach) diese Funktion recht gut.
bei letzterer wurde schließlich eine umfassende Umstrukturierung angekündigt. Die auf genau eines hinauslief, diesen Beitrag. Zwei Tage zuvor wurde ein Kommentar meinerseits mit dem Hinweis gar nicht erst zugelassen, dass Bundespolitik dort nicht diskutiert werde. Es ging um das Tanzverbot am Karfreitag (im übrigen ein Landesgesetz).
Nun muss man fairerweise sagen, dass es noch zwei tage davor eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen Martin P. Heinen von der Jungen Union und mir gegeben hatte (nicht die erste), die einigermaßen Wellen schlug.

Auf jeden Fall war somit klar ausgesprochen: Die BZMG ist kein Forum.
Sie bietet aber auch keines an, ebensowenig wie es sonstwo ein brauchbares Forum gab.
Also doch wieder zurück zum eigenen Projekt. Nur war ich inzwischen auch in anderen Punkten von der BZMG enttäuscht – die beständigen Meldungen „In eigener Sache“, kommentarlos übernommene Pressemitteilungen, die fehlende Möglichkeit, Beiträge ihren Verfassern zuzuordnen und ein Umgang mit politischen Gegnern (lies: Der CDU), der auf keine Kuhhaut ging – und ich bin nicht grade ein Freund der CDU. Und, wie ich mitbekam, ich war nicht der erste, von dem Kommentare gar nicht erst erschienen.

Damit war klar: es brauchte ein anderes, besseres Bürgerportal für die Stadt. Mit Fourm und Nachrichten, aber auch einer Vernetzung darüber hinaus. Eine Zentrale für all die Blogger und Twitterer der Stadt, eine seite, auf der ganz MG repräsentiert war nd die beständig mit ihren Mitgliedern wuchs.

Tag 0
Doch wie sollte das Kind nun heissen?
Glabbach.de war vergeben, glabbach.net zwar nicht, aber eine .de-Adresse eignet sich besser zur Weitergabe, weil sie vertrauter ist und somit eher erinnert wird. Frei war jlabbach.de, aber da zweifelte ich, ob Leute es finden und nicht mit dem bestehenden Gladbach.de und Glabbach.de verwechseln würden. Auch meinten einige Leute, die ich fragte, das das wegen der seltsamen Rechtschreibung schwer zu merken sei.
Blieb für mich die Option, etwas mit Vitus zu machen. Vitusform – nee. Vitusnews – auch nicht schön, aber schon besser. Vitusportal – aha, das gefällt mir!
Allein, noch hatte ich Vorbehalte – der Name eines heiligen im Titel? Für mich als Atheist eher fragwürdig.
Aber bei allem hin und her, „Vitus“ war als Namensbestandteil der Vitusstadt fest in der Stadt verankert und hatte für die Gladbacher somit Identifikationspotenzial – und es gab schlimmere Heilige als Veit (unter den ganzen Völkermördern und Verbrechern im Heiligenkatalog fällt er sogar sehr positiv auf).
Nun denn, Vitusportal.de sollte es sein und vitusportal.de wurde es.

Die Seite
Klar war schon aus der Konzeption, dass das Vitusportal anders sein sollte als die bestehenden Seiten – politisch unabhängig (trotz meiner Zugehörigkeit zu den Grünen) und für alle Gladbacher da.
Dass die Möglichkeit mitzuschreiben allen registrierten Lesern zur Verfügung stehen sollte, war klar. Die Kommentarfunktion wurde durch ein integriertes Forum ersetzt, in dem auch jederzeit zu Themen diskutiert werdne konnte, über die nicht berichtet worden war.
Und so war die Grundplattform der erste Schritt. Nach einer langen Recherche zu verschiedenen Systemen kam ich schließlich zum Ergebnis, dass WordPress immer noch das flexibelste System auf dem Markt war. Also setzte ich WordPress auf.
Und ein erstes Design, wobei ich da am Abend merkte, dass ich zu lange keine eigenen Designs für WordPress mehr gestaltet hatte – es kam nur noch grafisches Chaos raus.

Also nochmal neu angesetzt, diesmal mit einem bestehenden Design, das ich nur noch anpasste.
Okay, und von dme nachher keine einzige Zeile Programmcode mehr stehen blieb. Na gut, wenigstens stand die Seite nun, der Rest konnte folgen

Der Rest
der rest war vor allem die Einbindung anderer Seiten und ständig neuer Nachrichten. Der Wettbericht war bereits integriert worden, als ich das Design erstellte (die Daten stammen übrigens von einer Wetterstation in Viersen), die beiden wichtigsten teile fehlten aber noch:
– Das Forum war der ursprüngliche Kern des Projekts. Leser sollten in der lage sein, alle Themen zu diskutieren, auch wenn sie nicht auf der Startseite angesprochen waren. Nun waren die meisten Foren nicht eng genug in einen WordPress-Blog einbindbar, um mit diesem so gut zu interagieren, wie ich das wollte. Es dauerte eine Weile, bis ich auf ein passendes System (SimplePress) stieß und es integrieren konnte.
– Die andere Sache waren die Twitter-Feeds. Eigentlich wollte ich ein Fenster anbieten, in dem die letzten 20 Tweets aus der Stadt erschienen, mit allen Twitterern der Stadt gemischt. Nur hatte twitter diese Möglichkeit inzwischen abgestellt, weil sie zu rechenintensiv war. Blieb die letztendlich umgesetze Liste Gladbacher Twitterer mit Profilbild (aktuell 53, es sind aber noch nicht alle erfasst).

Hinzu kamen noch ein paar Kleinigkeiten. Die Möglichkeit, Artikel zu bewerten war noch wichtig.
Warum die aber wichtig war, dazu später mehr. So viel nur: Sie wird zu dem Zeitpunkt wichtig, wo sich sowohl die Zahl der Leser wie auch der Schreiber ausreichend erhöht hat.

Grobschliff
Blieben noch zwei Dinge bis zur offiziellen Eröffnung.
Das Logo ging relativ schnell, nur sieht man ihm das auch an. was da aktuel steht ist nur ein Provisorium.
Wichtiger war die Trennung von redaktionell erarbeiteten Artikeln (einschließlich jener der Leser) und einfachen Pressemitteilungen. Letztere weiterzugeben machte durchaus Sinn, nur wollte ich nicht, dass sie als Arbeit seitens des Vitusportals ausgegeben wurden.
Also erhielten sie einen eigenen Bereich. Einen wirklich guten Code zu finden, um nur Beiträge einer bestimmten Kategorie abzurufen, hat mich denn auch mal eben einen halben tag gekostet – der Großteil der per Google auffindbaren Lösungen sind instabile Flickschustereien.

Und doch: Am Dienstag war alles startbereit.
Ein paar Funktionen fehl(t)en noch, vor allem die Bloggerliste analog zur Twitterliste (folgt, der Code dafür liegt bereits auf meiner Festplatte, ich suche noch die Blogs zusammen) und die Möglichkeit, unter verschiedenen Designs auszuwählen (ist im grunde schon drin, aber es gibt momentan nur ein Design).

Das Schlimmste aber: ich habe für diesen Beitrag keine Bilder von den Zwischenständen der Seite gemacht undmusste statt dessen eine endlose Textwand von einem Making-Of abliefern.
Mea culpa.

Eine Aussage aus dem Anfang des projekts Vitusportal bleibt aber bestehen: es steht niemals still – der Tag, an dem ich keine neuen Funktionen mehr einfüge, ist noch nicht abzusehen.
Es gibt noch so viele Möglichkeiten, die noch nicht umgesetzt sind und teils auch erstmal vorbereitet werden müssten.


Eine carnate Paradoxie

Fleisch gehört zu den vielen Dingen, zu denen unser heutiges westliches Weltbild eine Beziehung aufgebaut hat, über die wir nunmehr zu stolpern beginnen. Ursprünglich galt es als etwas seltenes, kostbares, sein Verzehr war ein Statussymbol – wer mehr Fleisch verzehrte, war reich, denn Fleisch war teuer.
Je mehr reiche ein Staat hat, desto mehr Fleisch wird dort verzehrt, wodurch sich eine einfache Korrelation zwischen Wohlstand und Fleischkonsum ergibt.

Und hier kommt die Falle: Dieser Zusammenhang wurde dann nämlich verallgemeinert. Die Menge an verzehrtem tierischen Eiweiss wurde zu einem der wichtigsten Indikatoren für den Wohlstand eines Staates und das wurde dann fatalerweise auf die Entwicklungsländer angewendet – Entwicklungshilfe bedeutete plötzlich auch, den Fleischkonsum eines Landes zu heben – also taten unsere Entwicklungshilfeprogramme genau dies.

Die Folge heute: Wir haben Fleischverzehr erfolgreich zum weltweiten Normalfall gemacht und die Entwicklungsländer blieben arm, weil sie im Rahmen der Viehzucht ihr dafür oft nicht geeignetes land bis auf dne letzten Grashalm ausquetschten.
Jetzt, wo wir gemerkt haben, dass massenhafter Fleischkonsum vielleicht doch keine so gute Idee ist, wird das zum Problem: Alle paar Monate fällt uns ein, dass Fleischkonsum schlecht ist, aber uns wurde so lange eingeredet, dass Fleisch gut und gesund ist und eine absolute Notwendigkeit in einer entwickelten Gesellschaft, dass wir aus diesem denken nicht rauskommen.
Wie oft hört man, dass zu einer Mahlzeit Fleisch gehören, sonst könne man doch gar nicht satt werden. Und so wird das mit der Reduktion des Fleischkonsums nichts, weil viele Menschen das noch nicht einmal denken können, geschweige denn umsetzen.


Petitiamstag LII

Vorab: ja, der Petitiamstag LI ist ausgefallen. Und damit ich überhaupt noch zu potte komme, wird er auch nicht nachgereicht. Sonst wird es wieder erst morgen und da bin ich den ganzen tag weg (also wirklich den ganzen, so von 6 bis 22). Daher die petitionen der vergangenen Woche:

Nettomindestlohn 120% Hartz IV

Der Deutsche Bundestag möge ein Gesetz beschließen, indem der Nettomindestlohn, mindestens 50% über dem ALG 2-Satz liegt.

Das ist der Ansatz der Lohnabstandsdiskussion, den Guido Westerwelle bekanntlich nicht kapiert. Leute mit voll ausgeprägter Großhirnrinde dagegen schon, um’s mal medizinisch zu sagen.

Lohnabstandsgebot ins SGB

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
Einfügung eines Lohnanstandsgebotes in die §§ 10 SGB II („Zumutbarkeit“) und 121 SGB III („Zumutbare Beschäftigungen“) und ergänzend in § 36 SGB III („Grundsätze der Vermittlung“)

Die in die §§ 10 SGB II und 121 SGB III aufzunehmende Formel zur Berechnung der Lohnanstandshöhe könnte lauten:

Lohnanstandshöhe = Bezugsgröße (tief) t * a

mit a = 0,55/173 = 0,00318 (55 Prozent des Durchschnittsentgelts dividiert durch 173 Stunden pro Monat)

Das Problem hierbei ist natürlich uns Guido (siehe oben). Der nähme ein solches Gebot sofort dazu her, Sozialleistungen zu kürzen. Weil er ein asoz***** Ar******* ist. Aber ich will mich heute nicht aufregen…


Befreiung von GKV-Zusatzbeiträgen für Grundsicherungsempfänger

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass alle Mitbürger, die von Grundsicherung leben, von der Krankenkassen-Zusatzbeiträgen befreit werden.

In der tat stellt sihc die Frage, warum Leute, die auf eine Grundsicherung angewiesen sind, hier keine Erleichterungen erhalten, die wahrscheinlich auch für den Staat günstiger wären als die Zahlung dieser Beiträge durch die Grundsicherung.

Steuerliche Abstezbarkeit von Ausgaben für uneheliche Kinder

Vollständige steuerliche Absetzung von Unterhaltszahlungen für nicht eheliche Kinder.

Ich kenne die Regelungen für eheliche Kinder nicht. Wenn es um so sachen wie Freibeträge geht: Hier sollte der Ehestand der Eltern keinen Unterschied machen, solange sie für die Kinder zumindest zahlen (oder sogar sorgen).

Umsetzung der Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …Mit der Petition wird eine konsequente Umsetzung der Gleichstellung Behinderter in Bezug auf die Zugänglichkeit öffentlicher Einrichtungen gefordert.

Selbsterklärend.

Pflichtzeit im Krankenhaus für Ärzte

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …das eine Pflichtzeit von 2-3 Jahren von frisch augebildeten Ärzten in Krankenhäusern festgelegt wird.

Die Petition zielt auf den Ärztemangel in Krankenhäusern, ich sehe einen wichtigeren Vorteil einer solchen regelung jedoch in einer Paralele zum aktuellen Pilotprogramm für 17-jährige Führerscheinbesitzer mit Beifahrer: Im Krankenhaus erwerben die Ärzte weitere Praxiserfahrung unter Beobachtung, was die Gefahr von Fehlern im späteren Berufslauf, ob nun mit Praxis oder im Spital, mindert.

Stromverbrauch auf Elektrogeräte

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, im Einzelhandel angebotene elektrische Neuware grundsätzlich mit den Stromverbrauchswerten in Betrieb und gegebenenfalls Standby auszuzeichnen.

Also wie bei den Kalorientabellen, nur dass es hier aufs Portmonnee geht statt auf die Hüften. Klingt brauchbar.

Lebenslanges Nummernschild

Einführung eines einzigartigen Nummernschildes, welches man sein Leben lang behalten kann. Der Städtename könnte als Zusatz nur noch mit einer austauschbaren Plakette / Aufkleber zusätzlich angegeben. Statt eines Nummernschildes mit B-MK1234 würde man so in Zukunft etwa ein Kennzeichen mit der Nummer MKV1234 bekommen u.U. mit einer austauschbaren Plakette mit dem Städtenamen.

Das einzige, was mE dagegen spräche, wäre der Aufwand bei der Umstellung. Und der ist nicht zu unterschätzen: Hin und wieder sehe ich jetzt noch Autos mit RY-Kennzeichen (Rheydt, existiert seit 1973 nicht mehr als eigene Stadt).

Rückzahlung der Bankenrettungspakete

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die den Banken zwingend vorschreibt alle aufgewendeten Steuergelder nach erfolgter Sanierung zurück zu zahlen.

Mit anderen Worten Der Bailout soll als darlehen umgemeünzt werden. Ein bisschen spät, oder?

Vollständige Übertragung der Altersrückstellung bei Wechsel in die PKV

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …daß der Tarifbonus aus Altersrückstellung bei privaten Krankenkassen nicht verfällt und bei einem Kassenwechsel mit übertragen wird.
Außerdem soll der Tarifbonus in den Beitragsmitteilungen extra, als Infomation des Versicherten, ausgewiesen sein.

Och ich weiss nicht, zum einen ist es keine schlechte Idee, die PKVen etwas unattraktiver zu sein, zum anderen vermute ich, dass der Staat so Kostenausfälle durhc den Wechsel kompensiert. Warum gibt es überhaupt PKVen? Frag ich jetzt mal so.

Abschaffung der kassenärztlichen Vereinigung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen das die Kassenärztliche Vereinigungen aufgelöst werden.

Okay, irgendwre eine Ahnung, wofür die kassenärztlichen Vereinigungen überhaupt gut sind? Ich nämlich nicht.


Im Weltall hört dich die Musikeinlage nicht yee-hawen

Oh, Zeit für eine Musikeinlage.
Nehmen wir uns doch mal ein viel zu selten in Filmform gesehenes Genre vor: Den Weltraumwestern. Letztes Mal hatte ich ja schon das Videospiel Borderlands, dieses mal geh ich ins Fernsehen. Und kriege etwa 90% des gesamten Genres abgedeckt. Vielleicht mach ich die übrrigen 10% nächstes Mal.

Fangen wir an mit den Galaxy Rangers. Aus keinem besonderen Grunde ausser dem, dass sie verdammt nochmal rocken. Weltraumwestern haben ja fast schon grundsätzlich gute Soundtracks, aber der Intro-Song No Guts, No Glory ist ganz vorne. Hier in der Vollversion vom Soundtrack:

Direkt dahinter folgt musikalisch auch schon der härteste Konkurrent der Galaxy Rangers, Saber Rider and the Star Sheriffs. Zur Freude deutscher Kinder der 80er/90er lief das hier beides hintereinander auf Tele 5. ja, tele 5 – das waren noch gute Zeiten *schmacht*
Wobei in der Popularität trotzdem Saber Rider gewonnen hat – versucht mal, einen (westdeutschen) Mittzwanziger bis Mittdreissiger zu finden, der nicht sofort den Chorus „Sabeeeeeer Ridaaaaaa“ erkennt. Zum Glück nie in Saber Twix umbenannt.

Und weil das für Tele 5 alles so gut lief, haben sie gleich noch eine Serie aus dem Genre importiert: Nach He-Man und She-Ra wurde Filmation mit seiner letzten Serie vor dem Bankrott nochmal richtig kreativ und brachte mit Bravestar seine vielleicht intelligenteste und ausgereifteste Serie raus (naja, okay, das war gegenüber He-Man keine große Herausforderung).
Im Deutschen bekam Tele 5 sogar Country-Star Tom Astor als Sprecher des Intros. Der wird vielen nichts mehr sagen, aber zu der Zeit war das ein richtig großer Name.


Kommen wir zu einer etwas obskuren Serie: Xabungle hat vor allem die Besonderheit, dass sie gut ein Jahrzehnt älter ist als die übrigen Serien hier und ausserdem einen Titel hat, der den Sänger des (japanischen) Intros offenbar in den Wahnsinn treibt: Tsabunguru! Tsabunguru!
Ist aber auch gemein, sowas einem Japaner vorzusetzen. Mir fielen etliche Europäer ein, die „Xabungle“ nicht aussprechen könnten!

Der Vollständigkeit halber sei Firefly erwähnt. Hab ich nie gesehen, den Kinofilm Serenity fand ich eher durchschnittlich. Andererseits ist es von Joss Whedon, der bringt eigentlich immer gute Serien raus. Wiederum andererseits hat er das nach der verhunzten letzten Staffel von Buffy gemacht – hmm…
Todesstoß für die Serie: Es ist Weltraumwestern und es klingt nichtmal annähernd nach Rock! Sondenr nach… Western! So geht das doch nicht, Westernmusik in einem Western!

Okay, zurück zum Rock: Silverhawks ist noch so eine 80er-Jahre-Trickserie mit Cowboys im Weltraum. Und der Soundtrack rockt! Nimm das, Firefly-Titelsong!

Und zum Grande Finale nochmal die Galaxy Rangers. Because they’re awesome:


Atomkraft helau!

Eine der interessantesten, wenn nicht die interessanteste Nachricht des gestrigen Tages war der Zeitplan für die anstehenden Atomtransporte von Jülich nach Ahaus: Ab 1. März sollen sie rollen, wenn alle Genehmigungen kommen. Davon ist auszugehen, so lange schwarz-gelb NRW regiert.

Das Datum hat allerdings eine Relevanz, die offenbar noch gar nicht aufgefallen ist: Der 1. März 2011 liegt in der Woche vor Karneval, also genau der Zeit, an der selbst der behäbigste Rheinländer sich zu so etwas wie Protestkultur hinreissen lässt.
Mein Vorschlag also: Lasst uns einen Anti-Atom-Wagen für Karneval 2011 bauen. Mit Atom-Süßigkeiten als Wurfmaterial.


Mal ehrlich: Daraus eine Fruchtgummiform zu machen
ist nun wirklich unglaublich einfach

Der Wagen fährt dann ab dem 1. März umher, besucht die Protestveranstaltungen und ein paar Tage später lässt er sich auf den großen Karnevalszügen blicken. Dazu muss man anmerken, dass diese an drei hintereinander liegenden Tagen statt finden, das sollte doch machbar sein, bei allen drei dabei zu sein.
Der Wagen hätte dann diesen Tourplan:

3.-5. März 2011 – Durchfahrt von Jülich nach Neuss, grob entlang der Bahnstrecke
6. März 2011 – Kappessontagszug in Neuss
7. März 2011 – Rosenmontagszug in Düsseldorf
8. März 2011 – Veilchendienstagszug in Mönchengladbach

Problem bei der Sache sind natürlich die Kosten – die für den Wagen kenn ich nicht, dürften aber der geringere Teil sein. Wurfmaterial und Verpflegung der Wagenbesatzung (bei Fahrt über mehrere Tage, Ehrenämtler vorausgesetzt) sind da schon wichtiger – ich gehe über den Daumen gepeilt von 10.000 € für alles zusammen aus.

Mein Vorschlag: Nach dem Landtagswahlkampf setzt sich ein Bündnis von Vereinen und Parteien aus dem betroffenen Gebiet zusammen, um das ganze durchzusprechen.
Nicht vor dem Wahlkampf, das sollte nicht durch politische Querelen kaputt gemacht werden, bevor es überhaupt in Fahrt gekommen ist. Aber ich fang schonmal an, Leute zusammenzutrommeln.
Wer Interesse hat, aber bis Montag noch keine eMail von mir, der möge sich bei mir melden. Mail-Adresse für eMails (und Postanschrift für Briefbomben) finden sich im Impressum.

PS: Ja, ich hab’s persönlich nicht so mit Karneval. Also, so gar nicht.
Aber hier passt einfach alles so gut zusammen und mehr Leute auf einen Schlag mit einer Botschaft zu erreichen als auf einem Zug wird schwer.
PPS: Ja, das ist absichtlich keine ausschließlich grüne Sache. Dieses Thema wirkt besser, wenn sich ein breites Bündnis von Parteien und Vereinen dahinterstellt. (Ausserdem ist es teuer ;-) )


Zeitlinie für RevJack

Wenn ich eine Geschichte schreibe, bleibt etliches von dem, was ich in ihre Entwicklung gesteckt habe, einfach draussen.
So auch bei meinem Projekt RevJack, einem SF-Briefroman um einen Menschen auf einem Alien-Planeten im späten 23. Jahrhundert Ich habe mich daher entschieden, die Zeittafel einfach hier einzustellen.

2038 – Die EU wird ein einziger Staat, USA fallen auf Mittelmacht-Status zurück
2039 – Zweite Ölkrise; Aufstieg der EU und der arabischen Welt, die darauf vorbereitet waren zu Supermächten
2054 – Endgültiger Durchbruch der Gentherapie am lebenden Menschen
2057 – Die Gemeinschaft arabischer Staaten erhebt Anspruch auf den Mond
2059 – Der Mond wird unter Protest der übrigen Staaten zwischen EU und Arabischer Liga aufgeteilt
2063 – Computertechnik stagniert mangels Nachfrage nach noch leistungsfähigeren Systemen
2078 – Erfindung der Stasekapseln, in denen Menschen nach vorheriger Gentherapie bei fünffach verlangsamten Lebensprozessen „gelagert“ werden können
Dezember 2081 – In der algerischen Wüste landet ein ausserirdisches Raumfahrzeug
2082 – Chikkikit-Diplomaten verlassen erstmals das Schiff, erste offizielle Kontakte
2088 – Technologie-Austausch misslingt, weil irdische und Chikkikit-Technologie zu verschieden für einen lohnenden Austausch sind
2089 – Die Chikkikit bieten Siedlungsraum auf Tachitirr für 10.000 Menschen an
2090 – Migrantenabkommen: Tachitirr nimmt 10.000 menschliche Kolonisten auf, die Erde 2.000 Chikkikit
2091 – Produktionsbeginn der Stasekapseln für die Kolonisten
2095 – 10.000 menschliche Kolonisten brechen in Stase in einem Chikkikit-Schiff nach Tachitirr auf
2137 – Siedlungsabkommen: Alle künftigen Besiedlungen neuer Welten werden von Menschen und Chikkikit gemeinsam durchgeführt
2150 – Arabisch ersetzt Englisch als Lingua Franca der Erde
2219 – Die Kolonisten erreichen Tachitirr um nur 23 Jahre gealtert
2229 – Die Bauarbeiten am menschlichen Siedlungsgebiet auf Tachitirr werden abgeschlossen
2280/2281 – Die Briefe (=das Buch) werden geschrieben und abgeschickt
2317/2318 – Die Briefe erreichen die Erde

Wieso ist all dies wichtig für die Geschichte?
Die Geschichte braucht eine glaubwürdige Entwicklung und vor allem einen glaubwürdigen Zeitplan. Das ist nicht einfach, weil ich die Geschichte in einer nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft möglichen Welt ansiedeln wollte; also vor allem: Ohne Überlichttriebwerke.
Ich gab meinen Siedlern also mir realistisch erscheinende 30%-ige Lichtgeschwindigkeit und kam damit auf 123 jahre und 4 Monate Reisezeit zuzüglich Beschleunigung und Bremsmanöver. Bei so hohen Geschwindigkeiten vergeht die Zeit zwar langsamer, aber nicht viel langsamer: Für die Passagiere würden etwa 113 jahre vergehen.
Also brauchte ich so etwas wie Stase-Kapseln, in denen menschen in einem künstlichen Koma gehalten werden, ohne zu altern. Das fand ich unrealistisch, also gab ich ihnen eine abgespeckte Version davon: Stasekapseln, in denen die Alterung um 80% verlangsamt wird. Dafür werden eingefügte Gene einiger besonders widerstandsfähiger Organismen wie Hydren und Bärtierchen verwendet, daher die Gentherapie. Ich gehe nicht davon aus, dass ein nicht-genmanipulierter Mensch einen Aufenthalt in einem solchen System zur Alterungsverminderung überlebt.

Dann sind da noch ein paar Details drin: Der Aufstieg des Arabischen ist ein kleiner Wink, dass Englisch nicht ewig Weltsprache wird und das ein Ereignis wie der Erstkontakt mit einer anderen intelligenten Spezies den Ausschlag geben kann für die Frage, wer die neue Weltsprache wird. Im Buch selbst ist das nur eine kleine Randbemerkung.
Die stagnierenden Computer sollen die so genannte Singularität verhindern, also das Ende der Menschheit durch Entstehung einer neuen Maschinenzivilisation. Ihc persönlich bin allerdings ziemlich sicher, dass das nicht passieren wird, solange Microsoft noch unsere Betriebssysteme herstellt. Und ich glaube auch tatsächlich, dass die Entwicklung immer besserer Computer bald zu einem Ende kommen wird, weil wir keine Verwendung mehr für noch bessere Rechner haben.

Und damit ist die Bühne bereitet: Auf dem Planeten Tachitirr in 37 Lichtjahren Entfernung gibt es eine große menschliche Kolonie. Eine kurze Suche in der Liste der uns bekannten Sterne ergibt auch einen guten Kandidaten als Muttergestirn für den Planeten Tachitirr: Theta Persei im Sternbild des Perseus hat die gewünschte Entfernung und das Potenzial, einen erdähnlichen Planeten zu tragen.


Hat sich Werbung verdient: Der yWriter

Beim Schreiben längerer Geschichten holt mich gerne ein recht nerviges Problem ein: Während ich schreibe, kommen mir bereits Ideen für spätere Szenen. Das ist mit der Zeit häufiger geworden.
Früher habe ich in einem solchen fall einfach ein neues Kapitel angefangen, das zu dieser Szene umblendete und ließ die diversen Szenen von jeweils eigenen Figuren leben, deren weitere Geschichte dann auf das Ende hinauslief. Wobei sihc die Personen der unterschiedlichen Szenen am Ende nicht unbedingt treffen oder kennen mussten – schließlich läuft das in der Wirklichkeit ja auch nicht so.
Das Ergebnis war, dass ich zwar fertig wurde, der Roman aber recht chaotisch war und zu viele Hauptfiguren und Sprünge hatte. Wirklich funktioniert hat das nur bei meiner nie veröffentlichten Schubladenarbeit Siliziumdioxid, später hat es nur noch aufgehalten.

Im Grunde müsste ich einen Plot, also eine Vorabplanung der groben Geschichte, erstellen. Doch dazu müsste ich die Geschichte bereits vorher kennen – meist kenne ich aber nur Anfang und Ende.
Biem genannten Siliziumdioxid etwa wusste ich bereits vorher, dass es um Silizium fressende Mikroben geht und dass am Ende Digiros, das Silicon Valley des 24. Jahrhunderts, untergegangen wäre. Doch die Verschleppung des Virus auf eine Nachbarwelt, seine Rolle in einer Roboterrevolte dort, seine positiven Auswirkungen auf einer weiteren Nachbarwelt und die Strategien, mit der einige siliziumbasierte Spezies auf sein Aufkommen reagierten, all das kam mir erst wesentlich später in den Sinn, während ich den Roman schrieb.
Und das kann eben sehr behindern, wenn man eine Idee hat, bevor sie in den Roman passt.

Nun hindetr mich das inzwischen beim Schreiben regelmäßig am Weiterkommen. Sünde besteht zur Zeit aus drei Fragmenten: Dem Anfang, einer Szene kurz nach dem Anfang und dem Ende. Immer wieder zwischen den Teilen des zunehmend länger werdenden Textes zu schreiben und den richtigen Ort für eine Szene zu finden, artet erheblich mehr in Arbeit aus, als es sollte.

An dieser Stelle nun kommt der yWriter ins Spiel: yWriter 5 ist ein kostenloses Programm, das speziell für das Schreiben von längeren texten aus dem Bereich der Fiktion gedacht ist.
Man legt eine grobe Struktur (Kapitel, Szenen) an und schreibt dann die einzelnen Szenen. Durch Zusatzinformationen lassen sich Orte, Charaktere und Gegenstände erfassen, weitere Funktionen wie eine Zeitschiene der Geschichte sind ebenfalls verfügbar.
Das wiederum kommt meiner Schreibweise sehr entgegen: Ich kann Szenen in beliebiger Reihenfolge schreiben, ohne den Überblick zu verlieren. Jederzeit kann ich nachsehen, in welchem Kapitel und welcher Szene ich bin, was davor kam und was danach kommt.

Auch vereinfacht das Programm es mir, zwischen verschiedenen Projekten zu springen – ich schreibe im Grunde immer an mehreren Geschichten zugleich, die sich jeweils so weit unterscheiden, dass ich mir tagesformabhängig immer eins rauspicke – Aasgeier an guten Tagen, Sünde an weniger guten und RevJack bietet sich durch seine Form als Briefroman zum zwischendurch weiterschreiben an.
Der yWriter macht es hierbei einfacher, wieder in das Projekt reinzukommen, das man dabei unterbrochen hat.
Ale drei Projekte kommen gut voran, auch wenn ich bei den Aasgeiern wohl demnächst eine Pause einlegen muss. Die Pause dient aber der Recherche und nicht an irgendwelchen Problemen mit dem Roman selber.

Der Erfolg dieser Software ist beachtlich, meine Schreibleistung steigt langsam auf ein gutes Maß, gestern waren es immerhin 440 Wörter am Tag. Mein Ziel sind die fast 2.000 Wörter, die der NaNoWriMo verlangt.

Und damit hat der yWriter sich die Werbung verdient: Er steigert erfolgreich meine Produktivität, was ich zunächst nicht annähernd geglaubt habe. Und für ein kostenloses Programm ist der Umfang beachtlich.
Sicher fehlen einige nützliche Zusatzfunktionen wie Thesaurus, Reimfinder und dergleichen, zum reinen Schreiben und der Organisation des projekts aber ist er hervorragend.

PS: Ja, wenn ich die alte Datei wiederfinde, überflieg ich das Manuskript mal und stell es dann online. Erwartet nicht zu viel – es ist zwar meine beste Schubladenarbeit, aber im Endeffekt immer noch ein Schubladenprojekt. Solide Space Opera ohne Anspruch.