FAQ Winter 2010

So, weil grade unglaublich viel Scheisse über den Winter 2010 und den Winter allgemein gelabert wird, hier ein FAQ zum Thema. Und wer’s deutsch will: Eine WAS (Wichtige-Antworten-Sammlung):

Widerspricht der härteste Winter seit Jahrzehnten nicht dem Klimwandel?
Nein. Wieso sollte er?
Ein kalter Winter macht noch keinen Trend und vor allem gibt es noch drei weitere Jahreszeiten (hier im Rheinland sogar vier), die alle wieder wärmer sein können als üblich. Der Durchschnitt fürs Gesamtjahr kann immer noch deutlich über den Vorjahren liegen.
Das ist nicht mal weiter ungewöhnlich: Wir haben es dieses Jahr bereits mit dem dritten überdurchschnittlich kalten Winter am Niederrhein zu tun – trotzdem war die Gesamttemperatur in alle drei letzten Jahren überdurchschnittlich hoch. Ein kalter Winter macht noch kein kaltes Jahr.
Wobei die Häufung kalter Winter zunehmend zum Trend zu werden scheint – die härteren kontinentalen Winter sind also möglicherweise Folge des Klimawandels, die globale Erwärmung führt zu extremeren Temperaturschwankungen auch nach unten.
Davon ab hat Wetter auch nur bedingt etwas mit dem Klima zu tun – weltweit betrachtet ist es aktuell zu warm, selbst wenn die nördlichen Kontinente bibbern.

Wieso sind die Deutschen keine richtigen Winter gewöhnt?
Na, lassen wir gerne verbal den Schwanz raushängen? Bitte wieder einpacken, ist eher unangenehm.
Tatsache ist, dass ein solch harter Winter auch in Deutschland nicht normal ist. Geschweige denn am Niederrhein. Die Menschen sind nicht daran gewöhnt, wiel sie einen solchen Winter bisher noch gar nicht erlebt haben.
Herrgott, selbst ich trage inzwischen eine Jacke und ein Unterhemd – und ich bin dafür bekannt, nur im T-Shirt durch Schneestürme zu laufen (nein, wirklich, fragen Sie Leute, die mich länger kennen). Und ich sage Ihnen: Ja, es ist gottverdammt nochmal kalt!
Jeder, der etwas anderes behauptet, ist entweder ein Stubenhocker, der die letzten Tage gar nicht draussen war oder einfach nur ein Großmaul.

Wieso reicht das Salz nicht?
Dazu lasse ich eine Bekannte aus dem Allgäu zu Wort kommen, die die Streupraxis in Norddeutschland beobachten konnte:

Ihr kippt das Zeug direkt auf den Schnee? Ohne vorher zu räumen? Kein Wunder, dass euch das Salz ausgeht!“

Denn dadurch müssen wir mehr Schnee wegschmelzen, wozu mehr Salz benötigt wird. Würden wir den Schnee erstmal zur Seite räumen, würde eine dünnere Streuung reichen.

Sind die kälteren Winter wirklich ein Trend?
3 Jahre hintereinander sind ungefähr die Grenze, an der man einen Trend konstatieren kann, sicher ist es dann aber noch nicht, sicher kann man nach 5 Jahren sein.
Wobei ich die Situation 2006 nicht kenne. Da war ich auch selbst nicht in Deutschland, kann aber berichten, dass es ziemliche Verwirrung ausgelöst hat, als es im Februar in San Francisco für ein-zwei Stunden zu Schneefall kam. Sowas kennt man dort nur aus den Bergen am östlichen Horizont, wo man zum Skifahren hinfährt. Ich persönlich habe also schon 4 ungewöhnlich kalte Winter hintereinander erlebt.
Vor 2006 weiss ich nur, dass die Winter relativ warm waren. Wäre interessant mal zu schauen, ob sie bereits langsam kälter wurden, bevor sie den Temperaturdurchschnitt zu unterschreiten begannen.

Wird bei Bedarf ergänzt


Schachdaik: Bestie und Molosser

Ich habe gestern lange über ein paar Neuerungen zum guten, alten Schachspiel nachgedacht. Ziel dabei war es, die Interaktion der Figuren abwechslungsreicher zu gestalten, indem einzelne Figuren eingeführt werden, die auf die Nähe anderer Figuren reagieren oder Fähigkeiten jenseits des bloßen Schlagens anderer Figuren haben.
Dazu habe ich drei Figuren ersonnen. Der Berserker ist noch nicht ganz ausgereift, aber die Bestie und ihre schwächere Variante, den Molosser, möchte ich hier einmal vorstellen.

Die Bestie
Empfohlene Darstellung
Drachenkopf, Schlange oder Drache

Herkunft
Die Bestie ist eine mystische Figur, die statt einer direkt schlagenden eine abschreckende Wirkung hat. Sie repräsentiert damit eine eher moderne Strategie, wie sie vor allem in den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts aufkam.
Sie führt damit ein neues taktisches Element ein, das so im Schach bisher nicht vorkam.

Spiel
Die Bestie ersetzt in der Startaufstellung den Läufer.
Die Bestie kann sich in jedem Zug zwei Felder diagonal bewegen. Sie kann sich nur auf freie Felder bewegen. Alle gegnerischen Figuren, die dem Feld, auf das sich die Bestie bewegt benachbart sind, weichen ein Feld von der Bestie weg. Kann eine Figur nicht ausweichen, weil das dazu nötige Feld besetzt ist, ist diese Figur geschlagen.
In einer Variante kann sie auch den Turm ersetzen und bewegt sich dann zwei Felder vertikal oder horizontal.

Der Molosser
Empfohlene Darstellung
Hundekopf, vorzugsweise Mastiff oder ähnliche Rasse

Herkunft
Molosser waren kräftige, große Hunde, die im Altertum und bis ins Mittelalter hinein unter anderem in Persien, Griechenland, Rom und Germanien an Schlachten teilnahmen.
Im Laufe des Mittelalters verschwanden die Tiere dann aus den Armeen.
Im Schach nimmt der Molosser eine ähnliche Rolle ein wie die Bestie, ist aber weniger mächtig und zählt in die Bauernriege, was seiner Position in den echten Schlachten der Antike entspricht.

Spiel
Der Molosser ersetzt in der Startaufstellung die beiden äussersten Bauern.
Er kann sich in jedem Zug ein Feld horizontal oder vertikal bewegen. Der Molosser kann sich nur auf freie Felder bewegen. Alle gegnerischen Figuren, die dem Feld, auf das sich der Molosser bewegt benachbart sind, weichen ein Feld vom Molosser weg. Kann eine Figur nicht ausweichen, weil das dazu nötige Feld besetzt ist, ist diese Figur geschlagen.

Nutzungslizenz
Die private Nutzung der Figuren ist jedermann freigestellt.
Einbindung in nichtkommerzielle Projekte nur mit Hinweis auf den Urheber (mich).
Für die Einbindung in kommerzielle Produkte (Spiele, Schachsets, Bücher etc.), setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung. Alle Rechte vorbehalten.


Filmabend I: Skywhales

Und hier die angekündigte Neuheit für Sonntag: Nachdem ich in letzter Zeit schon ein paar Filme ins Blog gestellt habe, werde ich das jetzt verstetigen. es kann alles dabei sein – vom abendfüllenden Spielfilm bis zur Kurzdoku.
Den Anfang macht Skywhales, ein in einer fiktiven Sprache vertonter Film, der eine faszinierende ausserirdische Jägerkultur zeigt.


Diese Musikeinlage will euch vernichten

Fangen wir an mit Courtney Gears‘ Death to Squishies.
Squishies, das sind organische Lebensformen und die sollen im Roboteraufstand halt vernichtet werden. Okay, dummerweise gehören Menschen da mit dazu.

Heilige Scheisse, Tim Curry. Der Mann kann einen Song über eine Art Dämon, der sich von Verschmutzung und Vernichtung ernährt wie puren Sex klingen lassen. Der Beweis: Toxic Love aus dem ansonsten ziemlich bescheuerten Trickfilm FernGully
Einmal die Filmversion, einmal die komplette mit einem Video, das damit nicht das geringste zu tun hat.


Watch Aku Toxic Love (my first AMV) in Unterhaltung  |  View More Free Videos Online at Veoh.com

Und dann hätten wir noch meine Lieblingsfolge von The Grim Adventures of Billy & Mandy, Little Rock of Horrors, fast komplett von Voltaire gesungen, der immer wieder für die bösen Songs in Trickfilmen herhält.
Ein bisschen Intro, die restliche Folge ist dann bis kurz vorm Ende nur Musik. Schade, dass die Serie in Deutschland praktisch unbekannt ist.

Und zu guter letzt bleibt als krönender Abschluss nur noch das ultimative Böse: Gott selbst, hier bei seinen Plagen über Ägypten, für die er selbst den Grund geschaffen hat (ja, das steht ausdrücklich so in der Bibel: Gott hat den Pharaoh persönlich dazu gebracht, die Juden nicht zu entlassen und dann die Plagen geschickt – was für ein sadistisches Arschloch).
In diesem Titel aus Der Prinz von Ägypten beklagt Moses Sturheit und Stolz Ramses‘ – wer sich die Geschichte genauer ansieht macht aber Moses und seinen Gott als den wahren Missetäter in der Geschichte aus.


Die Bahn spinnt

Die Deutsche Bahn zu beobachten wird ja grade von Tag zu Tag interessanter.

Angefangen hat alles mit der fahrplanänderung im dezember. Wir erinnenr uns: Wenige Tage bevor die Linie RE13 Hamm-Venlo mit neuen Wagen fahren sollte, wurden diese plötzlich nicht mehr zugelassen.
„Änderungen in den bestimmungen“ – ja nee, is klar.
Die Ersatzleistung kommt jetzt freundlicherweise von der Deutschen Bahn, die sich jetzt wahrscheinlich – na huch – freut, auf der beliebten Strecke durch den Niederrhein in die Niederlande doch noch Geld verdienen zu können. Nicht, dass ich hier was andeuten wollte.

Immerhin funktioniert das: Offenbar hat die Bahn denn 2009 gleich eine Milliarde € Gewinn gemacht.
Zwei Tage später hören wir, dass der Ausbau des Bahnverkehrs in Nordrhein-Westfalen möglicherweise erstmal auf Eis liegt. Wegen Finanzierungslücken. Das ist schonmal sehr seltsam.

Und was darf ich heute lesen? Na, ratet mal!
Die Bahn expandiert nach Polen.
Ich fühle mich leicht verarscht.


Petitionnerstag XLVI

Kostenübernahme für notwendige Medikamente

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:
1)
die Übernahme der Kosten für ärztlich verordnete, aus ärztlicher Sicht (und nur das ist ausschlaggebend) notwendige, nicht-verschreibungsplichtige, apothekenpflichtige Arzneimittel (AM) wird ab sofort wieder in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen.
2)
ggf. sollen, in einem ersten Schritt, die Kosten für derartige AM von der GKV dann übernommen werden, sobald die individuelle Belastungsgrenze für Zuzahlungen nach aktueller Definition erreicht ist.

Was soll man dazu sagen – das war mal der gottverdammte Sinn und Zweck dahinter, Krankenversicherungen überhaupt einzuführen!

Sexuelle identität als Grundrecht

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …Änderung des Grundgesetzes (Artikel 3 Absatz 3 Satz 1)

Artikel 3 ist der „Niemand darf aufgrund … benachteiligt werden“-Artikel. Hier soll die Aufzählung um die sexuelle Identität (homo-, hetero-, trans-, bi-, inter-, asexuell etc.) ergänzt werden.

Entwicklungshilfebericht

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … dass sämtliche geleistete Entwicklungshilfe in einer Übersicht pro Land, in der Umfang und Effektivität der Entwicklungshilfe dargestellt wird. Es soll genauestens und detailliert dargestellt werden zu welchem Zweck welches Geld oder Gut geflossen ist. Weiter sind sachkundige Informationen zu Verbleib und Fluss sowie Sinn und Zweck aller Gelder und Hilfen detailliert darzustellen.

Das wäre in der Tat eine interessante Veröffentlichung.

Zerschlagung systemrelevanter Banken

Wir fordern die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag auf, sogenannte „systemrelevante Banken“ und Finanzkonzerne zu zerschlagen.

Das klingt etwas hart, der Hintergrund ist aber ein logischer: Wenn eine bak wichtig genug werden kann, dass bei ihrem Zusammenbruch das gesamte System empfindlich gestört wird, besteht ein Problem. Es ist also zu verhindern, dass einzelne Banken den Markt so weit beherrschen, dass die Stabilität des Gesamtsystems von ihnen abhängt.

Überarbeitung des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes

Der Deutsche Bundestag möge beschließen

dass das Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums vom November/Dezember 2009 eine Überarbeitung erfährt mit der Maßgabe, dass eine zusätzliche Verschuldung des Staates ohne ausreichende Gegenfinanzierung unterbleibt.

Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass die aktuelle Regierung den Text dieser Petition auch nur versteht. Wer immer dieses Gesetz gebastelt hat, hat ganz klar das Talent, im Vollkoma Gesetzestexte zu verfassen.

Angleichung der Fahrtkostenerstattung für Hartz IV bei PKW und ÖPNV

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …Bei Hartz IV – Empfängern die sich in einer Weiter- Umschulungs- od Berufsbildungsmaßnamhe befinden, soll eine Gleichstellung von PKW- und ÖPNV – Nutzern stattfinden. Es sollen die tatsächlich entstandenen Fahrtkosten gewährt, und die Preisanhebungen für Fahrtkosten durch den ÖPNV, den Betroffenen erstattet werden.

Aktuell werden Hilfsempfänger, die ÖPNV benutzen (ob freiwillig oder mangels Auto) niedriger bezuschusst. Grund dafür ist, dass etwaige Kostensteigerungen im ÖPNV nicht berücksichtigt werden.
Die petition will letztendlich, dass die Fahrtkosten nach den tatsächlichen Kosten (günstigste Fahrtvariante) bezahlt werden statt nach einer Pauschale.

Keine Beweislastumkehr bei Bankdatenmissbrauch

Mit der Petition wird gefordert, dass bei Missbrauch der PIN oder Verlust/Diebstahl einer EC-Karte nicht dem Kunden die Negativbeweispflicht obliegt.

In reinem Rechtsstaat gilt immer noch: Schuld ist zu beweisen, Unschuld ist die Grundannahme.
Daran sollten auch die Banken gebunden sein.

Organspendeförderprogramm

Der deutsche Bundestag möge Maßnahmen beschließen welche geeignet sind den Bundesdurchschnitt von „Organspender pro Millionen Einwohner“ zu erhöhen.
Jährlich sterben in Deutschland knapp 1000 Menschen (etwa 3 pro Tag) aus Mangel an Spenderorganen.

Dabei sind 2/3 aller Deutschen für Organspenden und sind auch selbst bereit Organe zu spenden.

Desweiteren gibt es strukturelle Probleme im Gesundheitssystem welche angegangen werden müssen.

Der letzte Satz ist, so dazwischengeschmissne, herrlich.
Davon ab: Ja, ein solches Programm wäre sinnvoll. Wobei ich wirklich gedacht hätte, es gäbe mehr Tote pro Jahr wegen fehlender Spenderorgane. 3-4 am Tag in ganz Deutschland, das ist ja nix. Ich würde mal vermuten, wesentlich weiter lässt sich die Quote gar nicht drücken.

Verbesserung der Organsepndeorganisation

Wir fordern eine Änderung des Organspenderechts.

1. Jeder Bürger muss sich entscheiden, ob er Organspender sein will oder nicht.
Seine Entscheidung muss als Information auf der Mitgliedskarte seiner Krankenkasse vermerkt werden.

2. Es müssen deutschlandweit Koordinierungsstellen mit Transplantationsbeautragten eingerichtet werden.

3. Die Transplantation von Organen muss für Krankenhäuser attraktiver werden,
als die ausschließlich lebenserhaltende Behandlung von Patienten.

Wo wir schon beim Thema sind…
meine meinung sieht etwa genauso aus wie zu der Petition davor.

Rechtsanspruch auf Bildungszeit mit dem Bildungsgeld

Der Deutsche Bundestag möge beschließen einen Rechtsanspruch auf Bildungszeit in Kombination mit einem Bildungsgeld einzuführen.

Deutschlands wichtigste Ressource für seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung ist das Wissen seiner Bürger. Bildung ist damit der Schlüssel zum Erfolg angesichts der Herausforderungen der Zukunft, wie z.B. die demografische Entwicklung, die Globalisierung oder die anstehenden klimabedingten Veränderungen unserer Lebensweise.

Hier geht es vor allem um Qualifikationen, die Arbeitnehmer in ihren berufen zusätzlich erlangen. Damit soll der Arbeitsmarkt stabilisiert und insgesamt die Qualifikation der Arbeitnehmer erhöht werden.

Entlastung für Zweitfamilien

Der Deutsche Bundestag möge die finanzielle Entlastung der Zweitfamilien, Berücksichtigung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Mutter aus erster Ehe bei der Festsetzung des Kindesunterhaltes und die Erhöhung des Selbsterhaltes des Unterhaltspflichtigen beschließen.

Ist mir zu ungenau, um dazu etwas zu sagen.

Überarbeitung des Mutterschaftsgesetzes

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Mutterschutzgesetz (§ 1591 Bürgerliches Gesetzbuch) sowie das Leihmutterschaftverbot überarbeitet werden soll.

Ziel der petition ist es, die Leihmutterschaft zu legalisieren und bei einer Leihmutterschaft die genetische Mutter des Kindes statt der Geburtsmutter als Mutter zu zählen.

Mehr Geld für die Unterhalter

Der Deutsche Bundestag möge eine zeitgemäße und sozial gerechte Berechnung von Kindesunterhalt beschließen.

der petent meint, die aktuellen Erhöhungen in den Sozialzuwendungen fallen zu sehr zu Gunsten der Leistungsberechtigten und zu wenig zu Gunsten der Leistungspflichtigen aus, was letztendlich soziale Strukturen zerstört.

Abschaffung des Sachleistungskontos der Bundestagler

Der Deutsche Bundestag möge beschließen: Die Sondervergütung „Sachleistungskonto“ von rd. 1.000,00 €/Mt. für jeden Abgeordneten wird ersatzlos sofort aufgehoben / gestrichen. Sollte ein Abgeordneter über sein kostenfreies Büro, und mtl. steuerfreie Kostenpauschalde von derzeit 3.868 €/Mt. Ausgaben als Abgeordneter haben, so kann er dies wie jeder Freiberufler, Unternehmer und Arbeitnehmer steuerlich geltend machen.

Wir erinnern uns: Die skandalösen Luxusfüller der Bundestagsabgeordneten. Ich persönlich finde es immer noch nicht schlimm, dass Leute im Bundestag Luxusfüller kriegen – schließlich ist ihr Job der von Repräsentanten.

Aufhebung der Ölpreisbindung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Koppelung des Preises für Erdgas an die Ölpreise in Deutschland zu untersagen.

Sinn ergibt ene solche Koppelung ohnehin nicht – ausser, dass sie Gasländer ohne Öl an der unabhängigen Teilnahme am Gasmarkt hindert.

Gleichbehandlung getrennt lebender Eheleute

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass in Trennung lebende Eheleute nicht steuerlich benachteiligt werden.

Die Petition macht irgendwie nicht klar, ob es nun um geschiedene Partner oder getrennte lebende verheiratete Paare geht. Das macht die Beurteilung schwierig: Geht es um letzteres, so wäre dies geboten, da das grundgesetz die Ehe schützt und zwar nicht nur dann, wenn die Partner zusammenleben.
Wobei man auch sagen muss, dass das grundgesetz nirgends definiert, was eine Ehe ist und wieviele Menschen welchen Geschlechts daran beteiligt sind.

AGB-Hinweis auf Einlagensicherungsfond bei den Banken raus

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …dass die Banken den Punkt aus ihren Allgemeinen Geschäftsbedingen zu entfernen haben, in dem steht, dass sie an dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. angeschlossen sind.

Was auch immer das bringen soll.

Namenskosmetik für Hartz IV

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Arbeitslosengeld II nicht mehr mit dem Begriff „Hartz I bis IV“ in Verbindung gebracht werden darf und der Begriff „Hartz IV“ aus dem Sprachgebrauch entfernt wird.

irgendwie glaube ich ja nicht, dass der Name das Hauptproblem mit Hartz IV ist.

Abschaffung der Umweltzonen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …

flächendeckend die Umweltzonen abzuschaffen UND die Neuschaffung weiterer Umweltzonen zu verbieten.

Ohje, die Begründung – das fahrverbot für ein zugelassenes Auto sei eine „Enteignung“ und widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Was für ein Schwachsinn.

ELENA überdenken

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
das die Speicherung und Datensammlung der Art der Fehlzeiten der Arbeitnehmerdaten im sogenannten ELENA-Verfahren nochmals überarbeitet und überdacht werden.

*stöhn* Wenn die Forderung noch weniger Biss hätte, wäre sie eine Tomate.

Aufhebung von ELENA

Der Deutsche Bundestag möge beschließen,
dass die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird.

Na also, geht doch!


Petitionnerstag kommt

Keine Angst, liebe Leser, der Petitionnerstag kommt noch, verzögert sich nur aus gesundheitlichen Gründen gestern und terminlicher Enge heute bis Samstag.

Campus-Delicti-Sahnestücke gibt es diese Woche nicht, weil die aktuelle CD ehrlich gesagt dermaßen langweilig und uninteressant ist, dass sich das nicht lohnt.

Oh, und für Sonntag hab ich mir was neues ausgedacht.


Biogasanlage in Wanlo: Was wir wollen

Diesen Abend haben wir bei den Grünen in der internen Arbeitsgruppe Umwelt und im offenen Arbeitskreis Energie intensiv über die geplante Biogasanlage der NVV nahe Wanlo diskutiert.
Das Folgende stammt aus dieser Diskussion und ist aktuell nicht Beschlusslage der Grünen, sondern nur dieser Gruppen, die das an die Grüne Fraktion weitergeben, welche es dann in der Koalition durchsetzen soll. So, nun zurück zum Text:

Die faktenreiche Diskussion, an der auch Leute aus der Umgebung der Anlage beteiligt waren, war sehr konstruktiv und lief auf folgendes hinaus:

Grundsätzlich
Vieles zur grundsätzlichen Frage wurde bereits gesagt: Die Förderung regenerativer Energien liegt uns am Herzen und Biogas gehört da definitiv zu.
Nicht nur produziert die Biogasanlage Gas (als Energieträger) aus regenerativen Quellen, die produzierte Gülle deckt auch einen Großteil des Düngerbedarfs der bauern ab, die somit weniger Kunstdünger verwenden müssen, was ebenfalls die Umwelt schont. Anders als bisher vermutet stammt ein guter Teil des Maises, der dort vergoren werden soll auch aus Mönchengladbach (genannt wurden Rheindahlen, Holt und Schelsen) und kommt also auch der hiesigen Landwirtschaft zu Gute.
Wanlo ist bereits stark belastet, wer solche Anlagen aber kennt weiss, dass sie keine Belastung darstellen – zumal zwischen der Anlage und Wanlo eine Autobahn liegt, die nun wirklich wesentlich lauter, dreckiger und unansehnlicher ist als eine Biogasanlage.
Sehr wohl eine Belastung entsteht allerdings durch den Lieferverkehr, der daher so wenig wie möglich durch bebautes Gebiet führen sollte.

Forderungen
Wir stellen drei Forderungen an die Anlage:
1. Kein Genmais
Die Verträge mit den Zulieferern müssen klar den Anbau von genmanipuliertem Mais untersagen. Aktuell lässt dieser sich nach Aussage der NVV ohnehin nicht wirtschaftlich anbauen, für die Zukunft wollen wir aber eine fortgeltende vertragliche Verpflichtung gegen Gentechnik haben.
2. Lieferverkehr auf die Autobahn
Es muss sichergestellt sein, dass der Verkehr von und zu der Biogasanlage so weit wie möglich über die nahe Autobahn läuft und nicht durch die nahen Siedlungen Wanlo, Wickrathberg und Hochneukirch.
3. Ausgleichsentlastung für Wanlo
Bei der Vorstellung der Anlage in Wanlo letzte Woche (und später im Fernsehen) wurde die Forderung laut, die NVV solle zum Ausgeich für die weitere Belastung auch etwas für die Wanloer tun. Konkret wurde vorgeschlagen, den Marktplatz vom Busverkehr zu entlasten, indem man die dortige Bushaltestelle versetzt. Wir unterstützen diese Forderung der wanloer Bürger.


Reha in Hardt und das Westzentrum

Ist das schön, wenn die Welt genau so läuft, wie man sich das wünscht – und das ganz ohne eigenes Zutun.
In meinem Beitrag zu einer möglichen gezielt multipolaren Ausrichtung in der Stadtentwicklung Mönchengladbachs deutete ich die Entwicklung eines dritten zentrums für die Bereiche Naherholung, Gesundheit und Sport im Westen des Stadtgebiets (Rheindahlen, Hardt, Nordpark) an.
Und nun wil die Hardter Waldklinik ein Reha-Zentrum anbauen, allerdings noch ohne eine genaue Ausrichtung zu nennen.

Nicht nur ist das angesichts der steigenden Zahl von (laut Feuerwehr) altersbedingten Notfällen durchaus vernünftig, es passt auch super in die angedeutete Entwicklungsrichtung zu einem, wie ich vorgestern formulierte, Fremdenverkehrszentrum (Naherholung subsummiere ich unter Fremdenverkehr), bei dem ich genau diese Ausrichtung im Kopf hatte.
Wenn wir den Ausbau der Klinik mit einer (Teil-)Aufforstung des JHQ-Geländes verbinden, kann Hardt soweit klimatisch aufgebaut werden, dass wir einen aussichtsreichen Antrag auf eine Anerkennung des Ortsteils Hardt(erwald) als Kurort (Kneippkurort oder sogar Luftkurort) stellen können – ein solcher fehlt im nördlichen Niederrhein (ja sogar im ganzen nordwestlichen Nordrhein-Westfalen) komplett, wie die folgende Karte zeigt:

Karte der Kurorte in NRW
Liste der Orte und genaue Infos hier

Damit wäre ein Grundstein und Anziehungspunkt gelegt für einen Ausbau des in Mönchengladbach durchaus starken Fremdenverkehrs, als dessen Mittelpunkt das bald frei werdende JHQ dienen kann.
Nötig dafür ist folgendes: Die Hardterwald-Klinik erhält mit dem Reha-Zentrum eine Ausstattung, die das Angebot von Kneipp-Kuren ermöglicht (Voraussetzung für den Kneippkurort). Der Hardter Wald wird vergrößert, wozu Teile des JHQ durch Aufforstung einbezogen werden können (hilft bei dem Ziel des Luftkurorts).
Das restliche JHQ-Gebiet wird zu einem Fremdenverkehrsort aufgebaut – als Wohngebiet brauchen wir es dank der sinkenden Einwohnerzahlen eh nicht.
Und ein neues Stadtmotto gibt es gratis dazu: „Kurstadt für Rhein-Ruhr“ – allemal besser als das aktuell auf den Briefköpfen peinlich prangende „Stadt der großen Einkaufszentren“.


Kleine Physikeinführung: Magnetismus und seine politischen Implikationen

Hinweis: Dieser Artikel wurde am 30. April 2015 teilweise ergänzt.

Eine der wichtigsten Eigenschaften eines konventionellen Magneten ist die Mehrpoligkeit. Eine Magnet hat nicht nur keine Probleme damit, mehrere Pole zu haben, sie sind sogar zentrales Element seines Magnetismus (Ja, einpolige Magnete ignoriere ich mal als extreme Sonderfälle).

Der Magnetismus entsteht durch die räumliche Trennung der Pole, welche gemeinsam ein Magnetfeld aufbauen, welches andere magnetische oder magnetisierbare Materie anzieht.
Die Pole müssen unterschiedlich sein, sonst entsteht kein Magnetfeld.

Womit wir zu den politischen Implikationen der Sache kommen: Mönchengladbach/Rheydt.
Wenn Mönchengladbach will ein Magnet mit zwei Polen bleiben. Das wäre zwar nicht zwingend notwendig, ist aber durchaus von Vorteil, will man nicht ein Zentrum im Norden mit langsam verfallendem Anhängsel im Süden erhalten. Was wir (hoffentlich) alle nicht wollen.

Der wichtige Punkt in der Lektion über Magneten da oben ist die Sache mit der unterschiedlichen Ladung der Pole: Sind beide Pole gleich, gibt es keine Bipolarität.
Bei einem Magneten führt das zur Nichtausbildung des Magnetfeldes, bei einer Zweizentrenstadt führt es dazu, dass die erfolgreichere Innenstadt die andere langsam verdrängt und auffrisst. Die Stadt als Ganzes wird dann ärmer an kultureller, sozialer und auch kommerzieller Vielfalt.
Die Rheydter kennen das: Rheydt geht es nicht gut, während Gladbach eigentlich noch ganz okay da steht – ich sehe seit Oktober/November sogar wieder einen leichten Aufwärtstrend an der Hindenburgstraße mit neuen Läden einer leicht höheren Klasse als zuvor (leicht!).

Was tut man in Rheydt nun dagegen – man beschließt, man wolle besser werden.
Sehr gut.
Wie? Das weiss keiner. Im Grunde wird alles gemacht, um Rheydt zu verschönern und verbessern, nur weiss offenbar keiner, was eigentlich das Ziel dieser Bemühungen ist. Letztendlich versucht man halt einfach nur, schöner, größer und besser zu werden. Was aber nicht funktioniert, weil man bereits schneller aufgefressen wird, als man Rheydt verbessern kann.
Der Grund dafür ist leider recht einfach: Rheydt will genauso werden wie Gladbach. „Ein Zentrum“ halt, als wäre jedes Zentrum gleich. Beide Stadtteile kümmern sich dabei nicht weiter darum, auch ein eigenes Profil zu implementieren.
Mönchengladbach im Norden kann das egal sein, es ist groß und vor allem wirtschaftlich stark genug um alles umliegende zu verdrängen. Rheydt nicht. Um zu überleben, muss Rheydt ein eigenes Profil entwicken. Und um Rheydt zu schützen (und damit die Gesamtattraktivität der Stadt), muss Gladbach das auch.

Und es wäre so einfach. Hier mein Vorschlag:

Handelszentrum Gladbach
Machen wir uns keine Illusionen, das Einkaufszentrum an der Hindenburgstraße kommt, die Frage ist nur, wie es letztendlich aussieht und wie groß es wird.
So oder so, es wird die Innenstadt Nord als Handelszentrum zementieren [Aktualisierung: Wir sehen diesen Effekt 2015 bereits]. Und damit sollte Gladbach dann auch arbeiten: Das Gladbacher Zentrum richtet sich schwerpunktmäßig auf den Handel ein und baut sich daran auf. An der Peripherie entsteht ein Kultur- und Bildungszentrum mit Museen, Bibliothek und Schulen, basierend auf den jetzt vorhandenen Einrichtungen.
Das ist der Weg, den Gladbach so oder so geht. Er ist mittlerweile so weit forciert worden, dass eine Kurswende nicht mehr möglich und auch nicht mehr sinnvoll ist.

Handwerkszentrum Rheydt
Rheydt hat mit der Etablierung des HDZ in der jetzigen Form kaum noch Chancen, in seiner aktuellen Form zu bestehen. Es wird ja jetzt schon aufgefressen.
Aber Rheydt hat einen Sektor, in dem Mönchengladbach keine vergleichbare Stärke aufweisen kann: Handwerk.
Die rheydter Innenstadt kann mit einer Vielzahl an Handwerksbetrieben glänzen, die Gladbach in dieser Konzentration und Stärke nicht hat. Diese Stärke auszubauen kann Rheydt einen eigenen Charakter verleihen, durch den Rheydt ein starkes Zentrum mit ganz eigenem Profil werden kann. Das passt auch sehr gut mit dem großen Wochenmarkt auf dem Marktplatz zusammen.
Die rheydter Peripherie ist geprägt von den dort ebenfalls starken Bereichen Geschichte und Gastronomie mit Rathaus, den Schlössern des Gladbacher Südens, zahlreichen Lokalen und einem Reichtum an historischen Persönlichkeiten (auch den negativen), die aus diesem Stadtteil stammen.
Das ist ein Weg, den Rheydt gehen kann – wenn es will. Geht es wie Gladbach den jetzigen Weg weiter, geht es abwärts mit Rheydt.

Weitere Zentren
Dieses Konzept lässt auch die Herausbildung weiterer Zentren zu.
Der Bereich Hardt/JHQ/Rheindahlen könnte sich durch seine Nähe zu den Niederlanden, seine Grüngebiete und seine Mischexistenz aus Stadt- und Landnähe zu einem Fremdenverkehrszentrum entwickeln mit einer von Sport und Freizeit geprägten Peripherie (Nordpark, Hardter Wald, Stadtwald).
Andere Bereiche haben ebenfalls klare Entwicklungspotenziale, als spezifische Zentren zu agieren.

Ja, eine multipolare Stadt ist möglich. Nur müssen wir dazu festlegen, was für Zentren wir denn haben wollen.
Einfach nur „Zentren“ funktioniert nicht, die fressen sich mittelfristig gegenseitig auf.
Wer aber mehrere Zentren hat, die sich deutlich unterscheiden, der erhält eine echte Magnetwirkung: Jedes Zentrum zieht andere Leute an, die Stadt insgesamt wird für viel mehr Menschen attraktiv als jetzt und die Zentren ergänzen sich gegenseitig zu einer gemeinsamen, attraktiven und starken Stadt Mönchengladbach.