2011

Eigentlich w├Ąre meine Musik des Jahres ja Weltenl├Ąufer von Thomas D. gewesen, aber das gibt es leider nirgendwo einbettbar online. Also nehm ich die j├Ąhrliche Zusammenfassung der Billboard-Jahrescharts von DJ Earworm zum Einstieg und Thomas D. verlink ich halt bei amazon und iTunes (Weltenl├Ąufer ist Track 9).
[youtube ail7D_k0s9w]
2011 war ein langes Jahr. Ein wirklich langes, in dem viel passiert ist. Aber Punkt f├╝r Punkt:

M├Ânchengladbach
Es mag nicht so schnell ersichtlich sein, aber 2011 hat die Stadt gro├če Fortschritte gemacht. B├╝rgerbeteiligung ist kein Fremdwort mehr. Die Salafisten sind zumindest als Organisation weg und im gesamten Stadtgebiet verteilt nehmen Projekte Form an, die die Zukunft der Stadt lange Zeit formen werden. Einige davon positiver als andere, keine Frage. Aber so oder so pr├Ągend. Was hier noch fehlt ist die Einbindung in einen gr├Â├čeren Kontext. Ich vermisse bei vielen meiner Kollegen im Rat noch Ans├Ątze, wie man Dinge besser machen kann statt pauschaler Erkl├Ąrungen, was alles schlecht ist.
Teilweise mussten sich die B├╝rger ihr Geh├Âr erst erk├Ąmpfen, was schlecht ist. Aber, was gut ist, sie haben es dann oft auch erhalten.
Pers├Ânlich bin ich aber auch entt├Ąuscht vom Stand der Politik in der Stadt. Zuvieles ist pers├Ânliche Auseinandersetzung, zu vieles ist Rechthaberei. Gerne auf uns, denn die Erkenntnis, dass 2011 das Jahr ist, in dem die Gr├╝nen Recht haben ist schon ziemlich erschreckend, vor allem f├╝r die um Alleinstellungsmerkmale ringenden Koalitionspartner. Das ist dann eher destruktiv, wirft es doch kein gutes Licht auf sie selber. Allerdings schaffen sie es so erfolgreicher als uns lieb w├Ąre, gr├╝ne Projekte, Vorhaben und Ans├Ątze auszubremsen.
Aber immerhin: Die zweite Radstation kommt (irgendwo im Zentrum Nord), Wanlo bekommt einen Wall und keine Wand, die 6. Gesamtschule hat seit diesem Sommer auf (und die Gesamtschulpl├Ątze reichen immer noch nicht). Und die ├ťberschuldung der Stadt wurde in den letzten zwei Jahren um 4 Jahre in die Zukunft geschoben – immerhin.

AntiAKW
Strahlenzug beim Veilchendienstagszug 2011
Dass die AntiAKW-Bewegung 2011 ein starkes Jahr vor sich haben w├╝rde, war bereits 2010 abzusehen. Besonders gefreut hat mich Anfang M├Ąrz die Teilnahme des Strahlenzugs am Veilchendienstagszug in M├Ânchengladbach. Dem B├╝ndnis, einer gemensamen Gr├╝ndung des Vorjahres mit Tom Quartz (attac) und Torben Schultz (Linke) sollte ein bedeutendes Jahr bevorstehen.
Weniger erfreulich waren die Anl├Ąsse dazu. Wenige Tage nach dem Veilchendienstagszug ersch├╝tterte ein gewaltiges Erdbeben Japan, das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi fiel aus und es kam (vermutlich mehrfach) zur Kernschmelze. Der Mythos, „moderne“ Atomkraftwerke seien sicher, wurde unhaltbar. Und w├Ąhrend der politische Brummkreisel Angela Merkel mal wieder die Richtung ├Ąnderte wuchs die AntiAKW-Bewegung endg├╝ltig zum Mainstream heran.
Das entschied dann nicht nur (mit anderen Faktoren wie Stuttgart 21) die Wahl in Baden-W├╝rttemberg, es machte auch das Wendland (Heimat meiner Mutter und der ihrigen und Ort vieler meiner Sommerferien) zu einem Ort des Konflikts wie es ihn zuletzt in den 60er/70er Jahren bei der „Schlacht ums Wendland“ gesehen hatte.
Der CASTOR freilich kam in Gorleben an, doch so versp├Ątet wie nie, so teuer wie nie und so ├Âffentlich wie schon lange nicht mehr. Unter diesen Umst├Ąnden mutet es gradezu verantwortungslos an, dass die Bundesregierung im November neue Transporte genehmigt und deren Durchf├╝hrung direkt nach Gorleben nochmal explizit durchgedr├╝ckt hat. Und mit diesen wird 2012 dann weitergehen – CASTOR quer durch Niederrhein und Ruhrgebiet, vorbei an Gro├čst├Ądten wie M├Ânchengladbach, Krefeld, Duisburg, Essen.
Nach dem Blick ins d├╝nn besiedelte Wendland das selbe in Nordrhein-Westfalen zu versuchen gerecht diagnostisch wohl zur Konstatierung einer wahnhaften St├Ârung seitens der Verantwortlichen. Zumal diese die Sicherheit der Bev├Âlkerung offenbar f├╝r weniger wichtig halten als jene der CASTORen – oder wie sonst ist es irgendwie etwas anderes als fahrl├Ąssig, die Feuerwehr vor Ort nicht in die Planungen einzubinden?

eBooks
Einst Science Fiction und etwas, was ich gar nicht mochte wurden eBooks dieses Jahr endlich zum gro├čen Thema. Der erste Schritt ist getan, damit Autoren selbst Herren ├╝ber ihre Werke sein k├Ânnen. Und mit den Leseger├Ąten unter 100 ÔéČ beginnt die Zeit, in der das eBook eine M├Âglichkeit wird, g├╝nstig Literatur zu bekommen (der Preis wird durch niedrigere Buchpreise locker reingespielt). Und Energie spart es dank der ausbleibenden Buchproduktion obendrein.
Nun beginnt das Spiel, das in der Musik mit MP3 und im Video mit Youtube passiert ist. es werden Bewegungen und Gegen├Âffentlichkeiten im neuen Medium entstehen. Ganze Berufszweige geraten in die typische Krise vom Fortschritt ├╝berholter Gewerbe, w├Ąhrend andere vollkommen neu entstehen. Buchl├Ąden, wie vor ihnen Plattenl├Ąden und Videotheken werden schneller verschwinden als wir uns das jetzt noch vorstellen k├Ânnen und (was wir uns momentan noch ebenso schwer vorstellen k├Ânnen) niemand wird sie vermissen. Ausser den Buchh├Ąndlern nat├╝rlich. Es ist keine Revolution. B├╝cher waren schon seit 50 Jahren nur noch ein „Ferner-liefen“-Medium neben Radio, Fernseher und Computer. Die gegenteilige Behauptung, jene Augenbinde des Feuilletons, war schon lange realit├Ątsfern.
F├╝r mich pers├Ânlich habe ich in diesem Bereich so viele Weichen gestellt, ich halte mich manchmal f├╝r einen Bahnarbeiter.

Und sonst
2011 ist auch vieles passiert, was mein Leben wenig betroffen hat. Die arabischen Revolutionen, von deren fortbestehendem Erbe ich immer noch wenig ├╝berzeugt bin. Steve Jobs (den ich nie mochte), Amy Whinehouse (deren Musik ich nie kannte), Kim Jong-Il (den niemand mochte) und noch einige andere sind gestorben, aber auch Loriot, K.H. Scheer und H.G. Francis, die ich mochte. Guttenberg ist zur├╝ckgetreten und hat versucht wiederzukommen, aber dazu gibt es nichts mehr zu sagen. Es gab eine Finanzkrise, von der ich pers├Ânlich nicht viel bemerkt habe, weil sie in Deutschland ein Abstraktum der Schlagzeilen bleibt (nat├╝rlich gab es mal wieder mehr Arbeitslose, aber w├Ąre das ohne Krise etwa anders?).
Es gibt Freunde von mir, die sind krank geworden und einige, die es noch sind um die ich mir f├╝r 2012 gro├če Sorgen mache. Gestorben ist 2011 zum G├╝ck kein Freund, zumindest kein menschlicher (leb wohl, kleiner Piepser, ich werde dich vermissen).
Und es gibt eine ganze Reihe, die haben Kinder bekommen. Ein paar, ├Ąh Paar, hat geheiratet. Diesen w├╝nsche ich viel Gl├╝ck und Erfolg mit ihren neuen Leben. ich habe viele neue Menschen kennengelernt, von wunderbar bis zu „Arschloch“. All dies betrachte ich als Teile meines Privatlebens, die ich nicht im Blog auswalze.
Und ich habe mir versprochen, diesen Text bis 20:00 Uhr fertig zu haben, auch wenn ich sicher bin, vieles vergessen zu haben. Selten ist es mir so schwer gefallen, ein einziges Jahr in einem Text zusammenzufassen.

Guten Rutsch und bis n├Ąchstes Jahr!


Buchpreisbindung en detail

Vorabhinweis: Obwohl ich mich bei einigen befreundeten Juristen informiert habe kann der folgende Text eine individuelle Rechtsberatung durch einen examinierten Juristen nicht ersetzen. Ich bin kein Rechtsanwalt. Ohnehin ist jede rechtliche Einsch├Ątzung vorbehaltlich einer richterlichen Entscheidung zum Thema.

Eigentlich wollte ich heute ja auf das Jahr 2011 zur├╝ckblicken, aber das mach ich dann morgen. Jetzt erstmal zum Problemfall amazon.de, eBook-Verlagswesen und die luxemburgische Mehrwertsteuer├Ąnderung 2012.
Inzwischen d├╝rften es die meisten mitbekommen haben: Luxemburg ├Ąndert die Mehrwertsteuer. Konkret werden eBooks in Zukunft nicht mehr mit dem vollen Satz (15%) besteuert, sondern dem reduzierten Satz der gedruckten B├╝cher (3%) gleichgestellt. Deutsche eBook-Autoren betrifft das aufgrund einer Kombination von zwei Faktoren:

  1. Amazon.de sitzt in Luxemburg, weshalb f├╝r die Verk├Ąufe der dortige Mehrwertsteuersatz gilt
  2. Amazon.de verkauft an Deutsche, weswegen das hiesige Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG) gilt

Amazon weiss das auch, die haben genug Anw├Ąlte, um auf sowas ein Auge zu halten. Das Resultat deren T├Ątigkeit war dann diese Mail hier, die vorgestern an alle europ├Ąischen KDP-Autoren ging:

Guten Tag,

Wie Sie wissen, beinhaltet der von Ihnen f├╝r Ihre B├╝cher ├╝bermittelte Listenpreis keine Mehrwertsteuer und wir f├╝gen die Mehrwertsteuer zum Buchpreis hinzu, sofern diese anf├Ąllt. Zum 1. Januar 2012 wird sich der Mehrwertsteuersatz, der von uns zu Ihrem auf den EU Webseiten verkauften Buch hinzugef├╝gt wird, von 15% auf 3% ├Ąndern.

Wenn Sie den Listenpreis Ihres Buches aus irgendwelchen Gr├╝nden -┬Č zum Beispiel um gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich eines einheitlichen Buchpreises nachzukommen – ver├Ąndern wollen, dann k├Ânnen Sie dies jederzeit in Ihrem KDP Konto veranlassen.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns unter https://kdp.amazon.com/self-publishing/contact-us

Vielen Dank f├╝r die Verwendung von Amazon KDP.

Freundliche Gr├╝├če,

Kindle Direct Publishing
http://kdp.amazon.de
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Das ist… d├╝rftig.
Anstatt klipp und klar zu sagen, wer welche B├╝cher wann anpassen muss wird kurz darauf hingewiesen, dass es in einigen L├Ąndern m├Âglicherweise eine Buchpreisbindung gibt, an die man m├Âglicherweise seine Buchpreise anpassen muss. Was okay gewesen w├Ąre, h├Ątten wir die Mail vor einem Monat erhalten und damit genug Zeit gehabt, uns zu informieren und gegebenenfalls einen Anwalt zu sprechen (und einen Anwalt zu Verlagsrecht muss man erstmal finden, das ist eine eher exotische Spezialisierung).

Nun denn, die Kurzfassung: Angepasst werden m├╝ssen alle auf amazon.de verkauften deutschsprachigen eBooks von in Deutschland lebenden Verlegern (einschlie├člich Selbstverlegern), egal ob sie eine ISBN haben oder nicht.

Und jetzt die Langfassung.
Das Gesetz ├╝ber die Preisbindung f├╝r B├╝cher ist ein relativ kurzes Gesetz. 11 Paragraphen, die meisten nur einen Absatz oder zwei lang. Hier ist der gesamte Gesetzestext zum Nachschlagen auf der Seite des Bundesjustizministeriums. Sollte jeder, der in Deutschland selber B├╝cher verlegt gelesen haben. ├ľsterreich hat ein ├Ąhnliches Gesetz, aber von ├Âsterreichischer Rechtssprechung habe ich schlichtweg keine Ahnung, daher beschr├Ąnke ich mich auf das deutsche Gesetz. Die Schweiz hat die Buchpreisbindung 2007 abgeschafft und diese Entscheidung diesen Herbst in einem Volksentscheid best├Ątigt.
Korrektur, 1. 1. 2012: Ob die Schweiz die Preisbindung wieder einf├╝hrt, wird im M├Ąrz durch ein referendum entschieden. Vielen Dank f├╝r den Hinweis an David Herzog.

Also, graben wir uns ein:

Zust├Ąndigkeit f├╝r eBooks

┬ž 2 Anwendungsbereich
(1) B├╝cher im Sinne dieses Gesetzes sind auch

  1. Musiknoten,
  2. kartographische Produkte,
  3. Produkte, die B├╝cher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren und bei W├╝rdigung der Gesamtumst├Ąnde als ├╝berwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie
  4. kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet.

(2) Fremdsprachige B├╝cher fallen nur dann unter dieses Gesetz, wenn sie ├╝berwiegend f├╝r den Absatz in Deutschland bestimmt sind.
(3) Letztabnehmer im Sinne dieses Gesetzes ist, wer B├╝cher zu anderen Zwecken als dem Weiterverkauf erwirbt.

Wichtig ist hier Nummer drei in Absatz 1.
eBooks gelten laut B├Ârsenverein des deutschen Buchhandels als „Produkte, die B├╝cher […] substituieren“. Interessant ist auch Absatz 2: Fremdsprachige B├╝cher, die nicht prim├Ąr f├╝r den deutschen Markt bestimmt sind, sind von der Buchpreisbindung ausgenommen.
Um mich mal als Beispiel herzunehmen: Das bedeutet, dass mein deutschsprachiges Buch Dieses Cover ist M├╝ll von diesem Gesetz betroffen ist, die von mir verlegten englischsprachigen und nicht auf den deutschen Markt ausgerichteten Romane Armata von Thomas Erskine und The Last American von John Ames Mitchell dagegen nicht.

Zust├Ąndigkeit f├╝r Amazon.de

┬ž 4 Grenz├╝berschreitende Verk├Ąufe
(1) Die Preisbindung gilt nicht f├╝r grenz├╝berschreitende Verk├Ąufe innerhalb des Europ├Ąischen Wirtschaftsraumes.
(2) Der nach ┬ž 5 festgesetzte Endpreis ist auf grenz├╝berschreitende Verk├Ąufe von B├╝chern innerhalb des Europ├Ąischen Wirtschaftsraumes anzuwenden, wenn sich aus objektiven Umst├Ąnden ergibt, dass die betreffenden B├╝cher allein zum Zwecke ihrer Wiedereinfuhr ausgef├╝hrt worden sind, um dieses Gesetz zu umgehen.

Einige Kommentatoren gehen davon aus, das Gesetz gelte f├╝r amazon.de nicht, da die Firma in Luxemburg sitzt. Das Problem hierbei ist, dass Amazon zwar als luxemburger Unternehmen gilt (was f├╝r die Mehrwertsteuer im Versandhandel ma├čgeblich ist), die Verkaufsplattform amazon.de als .de-Domain hingegen als deutscher H├Ąndler (was f├╝r die Buchpreisbindung ma├čgeblich ist). Zumindest ist das die Praxis, wie im Jugendschutz mit .de-Domains verfahren wird, im Verlagsrecht gibt es da meines Wissens noch keine F├Ąlle.
Das wiederum bedeutet, dass der Verkauf bei amazon.de als Wiedereinfuhr gilt. Eine potenzielle Gesetzesl├╝cke, die dem Gesetzgeber bei der Formulierung des BuchPrG offensichtlich v├Âllig bewusst war und gar nicht erst offen gelassen wurde.

Ausnahmefall: Aufhebbarkeit der Preisbindung

┬ž 8 Dauer der Preisbindung
(1) Verleger und Importeure sind berechtigt, durch Ver├Âffentlichung in geeigneter Weise die Preisbindung f├╝r Buchausgaben aufzuheben, deren erstes Erscheinen l├Ąnger als 18 Monate zur├╝ckliegt.
(2) Bei B├╝chern, die in einem Abstand von weniger als 18 Monaten wiederkehrend erscheinen oder deren Inhalt mit dem Erreichen eines bestimmten Datums oder Ereignisses erheblich an Wert verliert, ist eine Beendigung der Preisbindung durch den Verleger oder Importeur ohne Beachtung der Frist gem├Ą├č Absatz 1 nach Ablauf eines angemessenen Zeitraums seit Erscheinen m├Âglich.

Die Buchpreisbindung gilt nicht ewig. Eine Preis├Ąnderung ist nach 18 Monaten m├Âglich. Andere Ausnahmen (Verramschung, Eigenbedarf, gebrauchte B├╝cher etc.) existieren zwar, sind aber alle f├╝r eBooks soweit ich das sehen kann nicht relevant.
Das Interessante hier ist: B├╝cher, die schon l├Ąnger als 18 Monate im Verkauf sind, m├╝ssen nur angepasst werden, wenn sie auch bei anderen H├Ąndlern als amazon verkauft werden, da eine Preis├Ąnderung nach diesem Zeitraum ohnehin zul├Ąssig ist. Entweder bei allen auf den neuen amazon-Preis oder bei amazon auf den Preis, den es bei den anderen H├Ąndlern kostet. Die Preis├Ąnderung direkt beim H├Ąndler ist eine „Ver├Âffentlichung in geeigneter Weise“. Da das Buch allerdings ├╝berall gleich kosten muss ist es hier wichtig, keinen zu ├╝bersehen.

Was wird eigentlich festgesetzt?
Hier wird es gemein: Der bei amazon festgesetzte Preis ist nicht der Preis, den man laut BuchPrG festlegen muss, denn dieser enth├Ąlt explizit auch die Mehrwertsteuer:

┬ž 5 Preisfestsetzung
(1) Wer B├╝cher verlegt oder importiert, ist verpflichtet, einen Preis einschlie├člich Umsatzsteuer (Endpreis) f├╝r die Ausgabe eines Buches f├╝r den Verkauf an Letztabnehmer festzusetzen und in geeigneter Weise zu ver├Âffentlichen. Entsprechendes gilt f├╝r ├änderungen des Endpreises.
(2) Wer B├╝cher importiert, darf zur Festsetzung des Endpreises den vom Verleger des Verlagsstaates f├╝r Deutschland empfohlenen Letztabnehmerpreis einschlie├člich der in Deutschland jeweils geltenden Mehrwertsteuer nicht unterschreiten. Hat der Verleger keinen Preis f├╝r Deutschland empfohlen, so darf der Importeur zur Festsetzung des Endpreises den f├╝r den Verlagsstaat festgesetzten oder empfohlenen Nettopreis des Verlegers f├╝r Endabnehmer zuz├╝glich der in Deutschland jeweils geltenden Mehrwertsteuer nicht unterschreiten.
[…]

Das heisst: Hat ein Buch zuvor inklusive Mehrwertsteuer 3,99 ÔéČ gekostet, muss es auch weiterhin inklusive Mehrwertsteuer 3,99 ÔéČ kosten. Das bedeutet, der in diesem Beispiel bei amazon festgelegte Preis ohne Mehrwertsteuer muss von 3,47 ÔéČ auf 3,87 ÔéČ ge├Ąndert werden.
Ausschlaggebend ist, dass der Preis, den der Kunde letztendlich bezahlt, identisch bleibt. Kurz mal die beliebtesten eBook-Preise und wie sie in Zukunft bei amazon festgelegt werden:
Endpreis 0,99 ÔéČ Alt: 0,86 ÔéČ Neu: 0,96 ÔéČ
Endpreis 2,99 ÔéČ Alt: 2,60 ÔéČ Neu: 2,90 ÔéČ
Rechenmethode: (Endpreis in Cent) : 103 = (bei Amazon einzugebender Preis in Euro)


Ein wirklich schlechtes Vorwort

Eines muss ich bei meiner aktuellen ├ťberarbeitung von Dises Cover ist M├╝ll! fraglos feststellen: Das Vorwort dieses Buches war eine wirklich schlechte Idee. Der Gedanke dahinter war, keine falschen Erwartungen zu schaffen und daher kurz darzustellen, was alles nicht in diesem Buch zu finden ist. Im Nachhinein betrachtet ein v├Âllig falscher Ansatz.
Also habe ich ein komplett neues Vorwort geschrieben und gelernt: Ein Vorwort sollte grunds├Ątzlich immer vorstellen, was ein Buch bietet statt, was es nicht bietet. Da das Vorwort bei eBooks noch wichtiger ist als bei Papierb├╝chern (es ist Teil der Vorschau), muss gr├Â├čte Sorgfalt auf dessen Formulierung gelegt werden.
Ich pr├Ąsentiere hier erstmal als abschreckendes Beispiel mein altes Vorwort:

Okay, bevor ich irgendetwas anderes schreibe, sollte ich erstmal erkl├Ąren, was dieses eBook ist und was nicht. Es ist wichtig f├╝r alle Beteiligten, Entt├Ąuschungen zu vermeiden. Sie wollen nicht entt├Ąuscht werden und ich will Sie nicht entt├Ąuschen, denn dann kaufen Sie wahrscheinlich nie wieder ein Buch von mir. Sollten Sie das Buch jetzt schon gekauft haben, kann ich Ihnen zumindest mit einer Lektion dienen: Laden Sie sich grunds├Ątzlich eine Leseprobe runter, bevor Sie ein eBook kaufen, das kann vor Entt├Ąuschungen bewahren. Fast alle Anbieter haben eine Option daf├╝r.

Zun├Ąchst einmal der Teil, mit dem ich wohl die meisten Leser verschrecken werde: Hier geht es darum, wie ein gutes Cover aussieht und wo Sie die Materialien daf├╝r finden k├Ânnen. Ich biete Ihnen keine komplette Einf├╝hrung in die Technik der Bildbearbeitung, daf├╝r w├Ąre ein komplett anderes Buch n├Âtig. Grundkenntnisse wie das Einf├╝gen von text in Bilder setze ich einfach mal voraus.

Wichtig ist auch, dass es hier ausschlie├člich um Coverdesign geht. Es geht nicht um das Design des Buchinhaltes. Es mag f├╝r ein so spezielles Thema etwas lang erscheinen, aber daf├╝r kann ich garantieren, dass Sie nach der Lekt├╝re alles ├╝ber das Design von Buchtiteln wissen, was ich zum Zeitpunkt des Schreibens auch weiss.

Weiterhin handelt dieses eBook von eBook-Coverdesign, f├╝r Papierb├╝cher wichtige Themen wie der R├╝ckumschlag, der Schmutztitel und vor allem der gerne untersch├Ątzte Buchr├╝cken werden hier nicht angesprochen. Viele der Informationen aus diesem Buch sind problemlos auch f├╝r Papierb├╝cher anwendbar, aber dort brauchen Sie auch viele Informationen, die hier fehlen, weil sie f├╝r eBooks einfach nicht relevant sind.. (sic!)

Und noch ein letztes ist dieses Buch nicht, aber das wird die meisten eher freuen: Lang. Ich bin jemand, der sehr gradeheraus schreibt. Ich habe zwar ein wenig die Bef├╝rchtung, dass sich das mit sp├Ąteren Auflagen oder Aktualisierungen noch ├Ąndern wird, aber auch dann bleibt das Grundprinzip bestehen: M├Âglichst viel Info im angenehmen Plauderton bei m├Âglichst wenig investierter Lesezeit. So mag ich meine Sachb├╝cher.

Ohje.
Dieser Text besteht in der Essenz aus der Aussage „Dieses Buch ist nix, kaufen Sie es besser nicht“, ich entschuldige mich ja praktisch f├╝r das Buch. Wahrscheinlich wird es niemanden ├╝berraschen, dass das nicht meine Absicht war, aber es war zweifellos das Ergebnis. Das kommt davon, wenn man so wichtige Elemente wie das Vorwort unausgeschlafen irgendwann gegen Mitternacht schreibt. Es hebt praktisch keine positiven Werte des Buches hervor und dann findet sich dort auch noch der einzige nicht im Lektorat ausgemerzte Fehler, ein Satz, der mit zwei Punkten endet.

Also, alten Text komplett gel├Âscht und einen neuen erstellt, der positiver an das Thema herangeht, aber dennoch die Information weitergibt, dass bestimmte F├Ąhigkeiten vom Leser bereits erwartet werden. Das liest sich auf jeden Fall deutlich besser:

Dieses Buch verfolgt einen einfachen Zweck: Sie als Leser in die wichtigsten Gestaltungselemente und Merkmale eines guten eBook-Covers einzuf├╝hren. Ich glaube, damit nicht nur Ihnen, sondern letztendlich auch mir etwas gutes zu tun – nicht allein finanziell, sondern abstrakter. Vom Autoren selbst verlegten digitalen B├╝chern haftet in Deutschland (noch) ein deutliches Manko an.

Dieses Manko hat verschiedenste Gr├╝nde, aber einer ist sicherlich auch die Qualit├Ąt der Cover. Was schon auf den ersten Blick unprofessionell aussieht, dessen Inhalt wird oft keine Chance mehr gegeben, sich zu beweisen. Hat ein interessierter Kunde sich erst einmal durch eine lange Liste selbstverlegter eBooks mit minderwertigen Covern gek├Ąmpft, wird er diese B├╝cher bald in ihrer Gesamtheit verdammen. Dieses Pauschalurteil schadet Ihnen, es schadet mir und dem potenziellen Leser entgeht dadurch auch etwas – Ihr Buch.

Deswegen habe ich alles, was ich ├╝ber Coverdesign weiss in einem Band zusammengestellt. Die Elemente, die auf ein Cover geh├Âren, die Besonderheiten von eBook-Covern im Vergleich zu den Titelbildern klassischer B├╝cher und schlie├člich ein einfacher, aber wirksamer Test, mit dem Sie Ihre eigenen Cover auf Wirkung und Aussagekraft testen k├Ânnen. Sie erfahren, woher Sie Ihre Titelbilder bekommen, was bei der Positionierung der Schriftelemente zu beachten ist, wie ein guter Titel aussieht tund wof├Âr Untertitel gut sind.

Ein paar Dinge sollten Sie bereits vorher k├Ânnen: Bilder in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm ├Âffnen und am Computer Text in Bildern einsetzen. Wenn Sie ernsthaft professionell aussehende Buchcover gestalten wollen, sollten Sie diese Funktionen bereits kennen und einige Erfahrungen damit gesammelt haben. Zumal ich ja nicht weiss, welches Grafikprogram Sie benutzen. Da das allerdings zu den absoluten Grundlagen im Umgang mit Grafikprogrammen geh├Ârt bin ich zuversichtlich, damit jetzt nicht allzu viele Leser verscheucht zu haben.

Allen, die jetzt noch lesen w├╝nsche ich eine ebenso angenehme wie n├╝tzliche Lekt├╝re.

Das neue Vorwort geht mit der weitgehend ├╝berarbeiteten und deutlich erweiterten 2. Ausgabe des Buchs in den n├Ąchsten Tagen in den Verkauf. Leider hinkt die Vorschau bei Amazon oft stark hinterher, daher wird das alte Vorwort meinen Verk├Ąufen wohl noch eine Weile schaden, aber daran kann ich leider nichts machen.


eBook-Land: Woche 10

B├╝cher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Eink├╝nfte bisher: 24,81 ÔéČ | Verk├Ąufer: 6

Was eine Weihnachtszeit, aber ich hab’s wieder ├╝berlebt. Wie mach ich das blo├č jedes Jahr? Naja, n├Ąchstes Jahr ist 3 Tage vor Heiligabend Weltuntergang (Moment, ist das nicht immer so?), dann hat sich das auch erledigt.
Kleine Layout-├änderung: Die Kopfzeile ist in Zukunft etwas weniger hoch. Das sieht dezenter aus und erlaubt zugleich, f├╝nf statt drei B├╝che rzu zeigen, was n├Ąchste Woche wichtig werden d├╝rfte.

Twitter: eBooks f├╝r lau
Ein kleines Seitenprojekt, dass ich schon ein paar Tage als rein theoretische ├ťberlegung hatte, habe ich jetzt endlich bei Twitter unter eBooksfuerlau in die Tat umgesetzt. Dort erf├Ąhrt der geneigte Leser regelm├Ą├čig von aktuell kostenlosen eBooks in allen deutschen Shops. Jedes Format, vorzugsweise deutschsprachige Titel, keine Leseproben und keine eBooks, f├╝r die man auf zweifelhaften Werbeseiten seine Adressdaten rausgeben muss.
Nat├╝rlich sind die Links, soweit m├Âglich, Werbelinks. Das bedeutet, kauft der Besucher zus├Ątzlich zu dem verlinkten Titel noch einen bezahlten, bekomme ich daf├╝r ein paar Prozente vom Verkaufspreis. Mir ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass das ohnehin eher passiert als das Leute das beworbene Produkt selber kaufen. Bisher ist das noch nicht passiert, aber die Leserzahl des Twitter-Kontos steigt ganz ansehnlich und 99 Klicks in nur zwei Tagen nur bei Amazon ist schonmal was. Momentan als Werbepartner eingebunden bin ich bei Amazon, iTunes und Smashwords. Ich verlinke aber auch kostenlose Titel bei allen anderen Shops, da ich glaube, dass Service sich ├╝ber Umwege auszahlt.
Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.

Phase 2
Die ├ťberarbeitung von Dieses Cover ist M├╝ll! entwickelt sich zu einem ernsthaften Zeitfresser. Das liegt daran, dass ich die urspr├╝ngliche Zielrichtung der ├ťberarbeitung deutlich ausgeweitet habe. Urspr├╝nglich ging es darum, den Text um fehlende Aspekte zu erg├Ąnzen. Inzwischen bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen, dass das Buch insgesamt zu kurz ist und der Text in der Vorschau (besonders die Produktbeschreibung und das Vorwort) deutlich besser sein k├Ânnte. Also hab ich mir das Ziel gesetzt, den gesamten Text zu ├╝berarbeiten und das Buch auch deutlich zu verl├Ąngern. Ziel ist die Verdoppelung der Dateigr├Â├če. Der bisherige Umfang scheint f├╝r die Preisklasse zu gering.
Womit gelernt sei: Ein eBook in einer Woche zu schreiben ist zwar m├Âglich, aber ein gutes braucht eher einen Monat. Allein schon um in der Nachbearbeitung alles dreimal zu durchleuchten. Mindestens

Kindle gegen B├╝cherregal
Da Tabellen bei WordPress-basierten Plattformen so schlecht funktionieren und ich gerne mehr Platz zum Erl├Ąutern h├Ątte gibt es diesen Abschnitt jetzt mal in einer neuen Form. Altes Buch links oben, eBook rechts unten und im Text. Mal sehen, wie das funktioniert.
Unser diesw├Âchiger Kandidat hat schonmal keinen eBook-Link, weil es keinen gibt. Hmm.

Diverse: Die Bibel
Ersetzt durch: Das Internet
Im Internet kann ich tausende Versionen der Bibel in hunderten Sprachen frei einsehen und mit Software wie dem Sword-Projekt sogar direkt vergleichen. Mal ganz davon abgesehen, dass es dort andere M├Ąrchenb├╝cher und Fantasyromane deutlich h├Âherer Qualit├Ąt gibt. Dieses Buch ist schlichtweg ├╝berfl├╝ssig. Und so weit verbreitet, dass ich einen Weiterverkauf vergessen kann. Jeder hat schon ein Exemplar und wer eins will, hat zwei. Das Kroppzeug hat sich weiter ausgebreitet als die billigste Schundliteratur. Endstation Altpapiercontainer.
Es verbleibt allerdings eine koptische Bibel auf arabisch, einfach weil es ein sehr sch├Ânes Exemplar ist, die auf einer Drupa (2008, glaube ich) als Demonstrationsobjekt an Fachbesucher verschenkt wurde. Mehr zum Schmuck als zum Lesen.


Ratssitzung 21. Dezember 2011

Okay, das war eine… seltsame Ratssitzung am Mittwoch.
Entschuldigt die Verz├Âgerung. Der Text sollte schon Donnerstag fertig sein, dann kam ich nicht dazu, dann war Weihnachten. Und jetzt ist Montag und ich musste erstmal ├╝berlegen, ob ich noch auf „Ver├Âffentlichen“ klicke, so lang nach der Sitzung. Nun, offensichtlich habe ich dies getan. Oder werde dies tun. W├Ąhrend ich hier schreibe, schreibe ich hier noch. Wenn ihr das lest aber habe ich bereits geklickt. Verwirrend wundervoll, deshalb mag ich Zeit so. Aber ich schweife ab.

Politikum Zusatzname
Die mit Abstand am heftigsten gef├╝hrte Debatte war tats├Ąchlich jene um den Zusatznamen der Stadt. Die war zwar Aufh├Ąnger des WDR f├╝r den Bericht ├╝ber die Sitzung, ansonsten aber eher am├╝sant als interessant. Dass die CDU an dieser Stelle den Oberb├╝rgermeister und die SPD massiv angriff, war etwas verwunderlich. Daf├╝r hatte sie dann bei den Geb├╝hrensatzungen, sonst traditionell Anlass f├╝r heftiges Eindreschen auf die SPD mit ihrem Versprechen der Geb├╝hrensenkung (einschlie├člich Schlagwort „Abzocke“) keine Puste mehr.
Angesichts dieser Atmosph├Ąre verzichtete ich denn auch auf meine eigene Nachfrage, ob die neue Regelung auch f├╝r Ortsteile gelte. Das wollte die CDU noch im Fr├╝hjahr f├╝r die Bezeichnung „Hochschulviertel Hermges“ in Erfahrung bringen, ich selbst finde es lohnenswert, die Bedeutung Hehns als Wallfahrtsort auf dem Ortsschild zu kennzeichnen. Da ich die Frage ernsthaft beantwortet und nicht als blo├č rhetorische Spitze gegen die CDU verstanden wissen m├Âchte, werde ich sie 2012 in der ersten Sitzung der BV Nord stellen.

Haushalt 2012
Erstmals wurde der Haushaltsplanentwurf nicht in gedruckter Form, sondern als Mini-CD ausgegeben. Das erspart der Stadt Geld und den Ratsleuten Schlepperei, bringt aber auch zwei ernstliche Probleme mit sich:

  1. F├╝r diese Mini-CDs gibt es kaum ordentliche Archivierungsm├Âglichkeiten
  2. Ich krieg keine praktischen neuen Jutetaschen zum Tragen der Haushaltsordner.

Ansonsten: Das ├ťbliche. Gladbach ist ├╝berschuldet (gerne ideologisch vorgepr├Ągt als „muss Sparen“ formuliert, als g├Ąbe es keine anderen Optionen, Schulden abzubezahlen), aber erst 4 Jahre sp├Ąter als noch vor 2 Jahren. Allerdings, so meine Einsch├Ątzung nach einigen verwaltungsinternen Verz├Âgerungen und Gespr├Ąchen mit Verwaltungsmitarbeitern, sind wir beim Personal vorerst am Ende der Fahnenstange angekommen, was Einsparungen angeht. Die Verwaltung ist inzwischen personell kaum noch in der Lage, ihre Arbeit zu erledigen. Eklatantes Beispiel hierf├╝r sind etwa die Verz├Âgerungen in der Geb├╝hrenberechnung. Die F├Ąlle, in denen Sparen der Stadt mehr schadet als n├╝tzt werden so mangels Optionen zunehmen, es droht das Abrutschen in eine Schuldenfalle, in der das Sparen selbst Ursache der weiteren Verschuldung wird (deswegen habe ich auch solche Probeme mit der allerortens geforderten und eingef├╝hrten „Schuldenbremse“). Die absurde Endsituation einer herrschenden Ideologie, die „Sparen“ f├╝r eine vern├╝nftige Krisenpolitik in einer Volkswirtschaft h├Ąlt. Oh, apropos: Die Stadtverwaltung MG verf├╝gt, wie mir OB Bude auf Nachfrage ausserhalb der Sitzung erkl├Ąrte, ├╝ber keinen einzigen Volkswirt. „Sollte bei uns ein Diplom-Volkswirt arbeiten, so w├Ąre dies Zufall. Wir haben nie jemanden als Volkswirt eingestellt.“
Wie man ohne einen Volkswirt eine volkswirtschaftliche Entit├Ąt wie eine Kommune vern├╝nftig verwalten will, ist mir schleierhaft. Klar, man kann die Betriebswirte ranlassen, aber das funktioniert nur ein paar Jahrzehnte, bis sich die dadurch ├╝bersehenen Faktoren r├Ąchen. Man muss immer sehen: Eine Stadt ist kein Unternehmen und sie wie ein solches zu f├╝hren muss irgendwann schiefgehen. Faktoren wie die wirtschaftlichen Auswirkungen von Verm├Âgensverteilung, Arbeitslosigkeit, Altersstruktur usw. entziehen sich gr├Â├čtenteils der Betriebswirtschaft. Sie zu verstehen ist f├╝r eine Gebietsk├Ârperschaft (ob Kommune, Land oder Bund) essenziell. Sie zu ignorieren funktioniert nur, solange die Sch├Ąden durch ausreichendes Wirtschaftswachstum kaschiert werden k├Ânnen.
Allein, ich bin selber auch kein Volkswirt und weiss nicht wo man ansetzen k├Ânnte, um die Rolle dieser Wissenschaft zu st├Ąrken. Einfach einen Volkswirt einzustellen wird’s nicht bringen. Daf├╝r sitzt die Betriebswirtschaft inzwischen zu tief im System „Stadt“, massiv gef├Ârdert vor allem von der Bundesregierung.

Kindertagesst├Ątten
Es darf wohl als offenes Geheimnis gelten, dass der nun vorliegende Bericht ├╝ber die zuk├╝nftigen Optionen der Kinderg├Ąrten und -tagesst├Ątten in M├Ânchengladbach auf einen FDP-Beitrag zur├╝ckgeht. Die SPD und wir Gr├╝ne haben nat├╝rlich Feuer daf├╝r bekommen, dem zugestimmt zu haben. Wir hatten ja gehofft, mit dem Bericht h├Ątte sich die Forderung der FDP erledigt. Nun, wir werden sehen.
Der Bericht sagt relativ klar, dass eine Privatisierung zwar Einsparungen br├Ąchte, diesen aber erhebliche Einschr├Ąnkungen zugeh├Ârten (Verlust von Fachwissen, Unsicherheit der Pl├Ątze, mangelnde Finanzf├Ąhigkeit der Tr├Ąger usw.). Allerdings habe ich den Bericht noch nicht vollst├Ąndig lesen k├Ânnen und vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen: Ich will die Kinderbetreuung nicht privatisieren. Ich w├╝rde meine Kinder, h├Ątte ich welche, auch nicht auf einen privaten (oder noch schlimmer, aber f├╝r die Stadt auch billiger: kichlichen) Kindergarten schicken wollen. Dies aber letztlich auszuschlie├čen w├Ąre noch verfr├╝ht, das Spardiktat k├Ânnte die Stadt irgendwann zu einem solchen Schritt zwingen.
Ich war allerdings noch nie so kurz davor, mich in einer Entscheidung auf die Formel „Gewissensfrage“ zu beziehen, um aus der Bedingung des Koalitionsvertrages zur geschlossenen Abstimmung aller Ampel-Vertreter aussteigen zu k├Ânnen.

CASTOR
Mit M├╝h und Not versucht die Linke derzeit, einen Antrag zur Resolution umzudeuten, der ganz einfach keine ist. Er beinhaltete den Beschluss, die Stadt solle die Landesregierung auffordern, Atomm├╝lltransporte zu verbieten. Nicht nur ist die Landesregierung gar nicht zust├Ąndig, genau das ist dort auch erkl├Ąrtes Ziel, aber eben an der mangelnden Zust├Ąndigkeit gescheitert. Was genau das Vorgehen soll, einen solchen Antrag durch einen noch viel weniger zust├Ąndigen Rat zu schleusen und somit Zeit zu verplempern, vermag ich nicht zu erkl├Ąren. Zumal der Antrag ohnehin nicht umsetzbar war – Kommunen k├Ânnen nicht einfach Forderungen an die Regierung stellen. Das letzte Mal, als ich nachgeschaut hatte, verf├╝gte die Linke noch ├╝ber eine Landtagsfraktion.
Oh, nebenbei hat die Landesregierung solches in Bezug auf J├╝lich bereits beschlossen:

Der Landtag beschlie├čt: Die in J├╝lich noch lagernden 152 Castoren mit 300 000 hoch radioaktiven Brennelementekugeln m├╝ssen solange am fr├╝heren AVR J├╝lich zwischengelagert werden, bis eine verantwortbare und endg├╝ltige Einlagerungsst├Ątte in Deutschland eingerichtet worden ist.

Quelle: Eine Resolution, die tats├Ąchlich eine Resolution ist.
Nunja, im Gegenzug durfte ich mir angesichts unseres Antrages, einen Bericht ├╝ber die Auswirkungen der Transporte auf die Stadt anzufordern, dann vorwerfen lassen, ich rechne ja schon damit, dass die CASTORen kommen. Ja nat├╝rlich rechne ich damit. In einer solchen Sache nicht mit dem schlimmsten plausiblen Szenario zu rechnen hielte ich f├╝r fahrl├Ąssig. Die Hoffnung, die Tranporte w├╝rden noch gestoppt, darf nicht dazu verleiten, die M├Âglichkeit eines ihres Kommens zu ignorieren. Und zur Sorgte, unsere Verwaltung sei nicht ausreichend vorbereitet gibt es ernsthaften Grund, da muss meines Erachtens ein Bericht her, um die Situation einsch├Ątzen zu k├Ânnen.
Ich will, dass das Zeug in J├╝lich bleibt. Besser in einem ehemaligen Reaktor mit entsprechender Abschirmung als in einer besseren Turnhalle im M├╝nsterland. Und vor allem besser als auf einem LKW, der es quer durchs Land karrt, mitten durch Niederrhein und Ruhrgebiet. Aber ich muss trotzdem davon ausgehen, dass das Ministerium f├╝r Strahlenschutz nicht so handelt, wie ich das m├Âchte.
Denn leider bin ich nicht der Umweltminister, der letztlich entscheidet – im Falle des aktuellen (mal wieder eher ein Unweltminister) zur Not offensichtlich auch gegen den Willen der Landesregierung und unter weitgehender Missachtung der Sicherheit f├╝r die Bev├Âlkerung.

Sonst so
Ich bin der CDU immer wieder dankbar, wenn sie darauf hinweist, dass es sich bei einem Tagesordnungspunkt um etwas handelt, was man seit 60 Jahren in der Stadt h├Ątte anpacken k├Ânnen, wenn man es als solch einen Mangel ansieht. Besonders, wenn sie diesen Mangel auch sieht. Wenn die CDU selbst darauf hinweist, in fast 50 Jahren als regierende Partei in diversen Themen nichts getan zu haben, spart uns das Redebeitr├Ąge und Zeit in den Sitzungen.
Gesicht des Tages war das fassungslose Staunen Ralf J├╝ngermanns (Rheinische Post) ├╝ber einen langen Beitrag Bernhard Cla├čens (Linke) zum Thema Organspende und der Frage der Rechtfertigung des Begriffes „hirntot“. Ich halte die Vermutung der Existenz von Bewusstseinsinhalten ausserhalb des Gehirns ja f├╝r weitgehend esoterisch, aber den Gesichtsausdruck war’s wert.


Statt eBook-Land: Wichtiger Hinweis

Sorry, kein eBook-Land Bericht diese Woche.
Weihnachten, die heutige Sitzung des Stadtrates, die letzten Deadlines des Jahres und auch die Fertigstellung der aktuell in Bearbeitung stehenden eBooks vor Weihnachten gehen vor.
Hier ein Thema, ├╝ber das ich auf jeden Fall noch sprechen wollte, das deswegen ausf├Ąllt, aber jeder freie eBook-Autor kennen sollte: Luxemburg senkt Mehrwertsteuer f├╝r eBooks 2012 auf 3%. Solltet ihr bei amazon (die luxemburgische Mehrwertsteuer berechnen) eBooks ver├Âffentlicht haben und in Deutschland wohnhaft sein: Bitte passt rechtzeitig zum 1. Januar 2012 eure Preise an. Der Preis inklusive Mehrwertsteuer muss stabil bleiben (┬ž8 Buchpreisbindungsgesetz), sonst riskiert ihr Abmahnungen auf Grundlage des Buchpreisbindungsgesetzes. Der Zeitraum, in dem eure B├╝cher deswegen ihren Preis ver├Ąndern sollte daher so gering wie m├Âglich sein.


>eBook-Land: Woche 8

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B├╝cher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Eink├╝nfte bisher: 24,81 ÔéČ | Verk├Ąufer: 6

Trotz meines dezemberlichen Zeitmangels eine bewegte Woche. Es ist Bewegung in der eBook-Welt und auch f├╝r mich gibt es einige interessante Entwicklungen. Da es keine neuen Ver├Âffentlichungen meinerseits gibt diesmal keine Einteilung nach Projektphasen, sondern nach Entwicklungen.

KDP Select
Fangen wir mit dem an, was alle Indie-Autoren betrifft: Amazons KDP Select.
Dabei handelt es sich um ein Programm, mit dem man seine B├╝cher f├╝r den Verleih an Kindle-Besitzer mit Amazon-Premium-Konto freigeben kann. Daf├╝r erh├Ąlt man einen Anteil an den Eink├╝nften aus dem Premium-Programm. Ausserdem erh├Ąlt man die M├Âglichkeit, sein Buch f├╝r 5 Tage kostenlos zu setzen. Das w├Ąre f├╝r sich durchaus interessant. Es gibt aber zwei erhebliche Pferdef├╝├če, wegen derer ich bei diesem Programm ganz einfach nicht mitmachen werde, trotz des meines Erachtens gro├čen zu erwartenden Werbeeffekts.
1. Exklusivit├Ąt. Von Teilnehmern an dem Programm erwartet Amazon, dass sie ihre B├╝cher exklusiv bei Amazon einstellen. Selbst wenn sich das finanziell lohnen w├╝rde: Ich unterst├╝tze Monopole ganz einfach nicht, wenn ich eine andere Wahl habe. Amazon versucht zunehmend, sein Angebot mit exklusiven Angeboten zu f├╝llen und das halte ich f├╝r ├╝beraus problematisch. B├╝cher, auch elektronische, m├╝ssen zumindest theoretisch jedem zug├Ąnglich sein. Exklusivit├Ąt f├╝r ein Ger├Ąt ist eine zu gro├če und vor allem unn├Âtige technische H├╝rde.
2. Die Eink├╝nfte d├╝rften nicht nennenswert sein. F├╝r den Dezember gibt es 500.000 $ zu verteilen. Das ist, einmal aufgteilt, aller Voraussicht nach nicht sonderlich viel. Ich w├╝rde sogar sagen, selbst eBook-Bestseller wie J. A. Konrath d├╝rften damit nicht gl├╝cklich werden.

Autorengemeinschaft
Am Freitag traf ich mich mit zwei Autoren, die sehr am Thema eBook interessiert sind. Das Treffen verlief fruchtbar und wir beschlossen, gemeinsam unsere Stärken einzubringen – wir alle schreiben, einer von uns macht das Marketing und ich die Technik sowie Lektorat. Die Einkünfte werden danach aufgeteilt, wer welchen Anteil hatte. Als erstes Ergebnis davon habe ich das Lektorat für einen vielversprechenden Vampirroman übernommen, der dann im Frühjahr erscheinen soll (sofern nicht vorher ein Printverlag zuschlägt, diese Option ist ausdrücklich offen gelassen).
Dazu kommt natürlich gegenseitige Bewerbung und die Möglichkeit, öfter mal gemeinsame Geschichten oder auch Sammlungen rauszubringen. Ich spiele auch schon länger mit dem Gedanken, Geschichten untereinander zu verbinden, etwa durch mehrfach auftretende Figuren und Orte oder einfach eine gemeinsame Welt, in der die Geschichten anderer Bücher der Gruppe als wahre Ereignisse gelten (ein so genanntes Universum).
Ein besonders wichtiger Punkt ist aber, dass sich die Arbeit besser aufteilen und so mehr Raum für das eigentliche Schreiben freischaufeln lässt – etwas, woran es Autoren fast immer mangelt.

Erfahrungen als Kunde
Diese Woche stie├č ich auf die vermutlich gro├čartigste Buchlizenz seit langem:

The product downloaded through the 40k’s website is the Pirate Edition of „Cardanica“. Downloading it, you agree to share it with your friends, talk about it on social networks and in real life, copy and paste anything you like on your blog, tumblr, whatever. The licensor (those strange humans known as the Author and the Publisher) reserves the right to offer you the better support for your entertainment.

Das stammt aus der Piratenedition von Cardanica, die der Verlag auf der eigenen Webseite kostenlos zur Verf├╝gung gestellt hat, man kann es aber auch kaufen, die 2,99 ÔéČ scheinen mir ein hervorragender Preis.
40k Books (die ├╝brigens nichts mit Warhammer zu tun haben) arbeiten auch mit Cory Doctorow zusammen, der daf├╝r bekannt ist, seine B├╝cher regelm├Ą├čig mit kostenlosen Downloads der kompletten Werke zu bewerben und damit sehr gut zu fahren. Mit dem Unterschied, dass ich Doctorows Little Brother nur theoretisch kaufen w├╝rde, denn das ist hierzulande nur als deutsche ├ťbersetzung verf├╝gbar. Und warum sollte ich die kaufen, wenn ich die Sprache des Originals verstehe und somit eine deutlich authentischere Version kostenlos erhalten kann? Ich will den Autor ja bezahlen, aber eher ungern den rowohltschen Rattenschwanz und im Falle eines rein virtuellen Produkts auch nicht so viel.
Auch Cardanica ist eine ├ťbersetzung, da mein Italienisch allerdings etwas holprig ist und der Preis sehr g├╝nstig, ist es mir hier eher den geforderten Preis wert.


Umweltausschuss: Katastrophale CASTORen, solare Kataster und verwiesene Geb├╝hren

Der Umweltausschuss war mal wieder ein (unerwartet) spannender. Daf├╝r sorgte vor allem der 2012 anstehende CASTOR-Transport durch die Region. In dramaturgisch abflauender Reihenfolge:

Katastrophale CASTORen
Dass die Feuerwehr zum Katastrophenschutz berichtet ist nichts ungew├Âhnliches, ist sie hierzustadte doch f├╝r selbigen im Bereich M├Ânchengladbach-Viersen-Krefeld zust├Ąndig. Interessant wurde es, da es diesmal um die Best├╝ckung mit ABC-Messfahrzeugen ging (ABC = atomare, bilogische und chemische Gefahrenstoffe).
Mit C hat man in Gladbach Erfahrung und auch A wird grade aktuell (Meine Tendenz, auf Fotos von Veranstaltungen grunds├Ątzlich von hinten sichtbar zu sein setzt sich also fort, siehe Bild 2). Nat├╝rlich stie├č letzteres auf besonderes Interesse (die CASTORen, nicht mein R├╝cken).
Nachdem eine Nachfrage der Linken erfreulicherweise erbrachte, dass dieses Ger├Ąt bei einem Unfall mit CASTOR-Transporter eingesetzt werden k├Ânne, um zuverl├Ąssig Belastungen zu messen. Was die M├Âglichkeiten des Einsatzes in einem solchen Fall angeht, war es da schon schwieriger mit den Antworten. Hier war die Antwort auf meine daran anschlie├čende Frage, wie weit die Feuerwehr in die Vorbereitung der Transporte eingebunden und auf diese vorbereitet sei doch sehr unbefriedigend. Die Frage zun├Ąchst als die kompliziertere meiner beiden bezeichnend (ich hatte daneben nach einem typischen Einsatzszenario der Fahrzeuge gefragt) und somit zur├╝ckstellend meinte der Leiter der Feuerwehr schlie├člich, er k├╝mmere sich um den CASTOR, wenn er komme.
Auch wenn Die Linke in ihrer ├ťberschrift etwas ├╝bertreibt, eine solche Herangehensweise an eine klar absehbar schwierige Situation f├╝r die zivilen Ordnungs- und Sicherheitsdienste wie die Passage eines Atomm├╝lltransportes halte ich f├╝r fahrl├Ąssig. F├╝r die Organisation der Transporte zust├Ąndig ist (unter offener ├ťbergehung der L├Ąnder) die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Kernforschungszentrum J├╝lich. Die Aussage Lampes l├Ąsst durchblicken, dass diese offenbar die regionalen Katastrophenschutzbeh├Ârden nicht vorzeitig ├╝ber die Streckenf├╝hrung und Transportzeiten informieren. Das ist verantwortungslos. Bei einem Transport dieser Gef├Ąhrlichkeit ist es unverzichtbar, dass die Feuerwehr auf die erh├Âhte Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe vorbereitet ist.

Kurze Auflockerungseinlage zum Thema

Verwiesene Geb├╝hren
Eigentlich h├Ątten die Geb├╝hrensatzungen (Wasser/Kl├Ąrschlamm, Stra├čenreinigung, Abfall, Feuerwehreins├Ątze) auf dem Programm gestanden, da aber mehrere dieser Unterlagen deutlich zu sp├Ąt ankamen und so umfangreiche und wichtige Zahlenwerke kaum noch zu bearbeiten sind, wenn bis sie zur Sitzung ein bis drei Tage vorliegen.

Solare Kataster
Die CDU kann ganz toll zuh├Âren. Kaum sagt da unser Fraktionsvorsitzender, er f├Ąnde ein Solarkataster sinnvoll, stellt die CDU dazu einen Antrag. Kostenpr├╝fung eines Solarkatasters. Wir waren unterdessen dabei, das vor Einbringung eines Antrags einfach selbst zu machen, aber wenn man halt mit vielen Antr├Ągen punkten und nebenbei die Verfasung eines Antrags noch als Eieruhrersatz nutzen will, macht man das so.
Solarkataster haben sich in anderen St├Ądte als sehr erfolgreich in der F├Ârderung von Solarenergieanlagen erwiesen, da Hausbesitze rhier naschauen k├Ânnen, ob ihre Lage grunds├Ątzlich geeignet ist. Das wiederum hilft bei der Entscheidung, ob es sich lohnt, einen dezidierten Fachberater hinzuzuziehen, um mit diesem genauer planen zu k├Ânnen.
Na gut, stimmen wir mal zu.

Und sonst so
Dann gab es noch die gute Nachricht, dass die F├Ârderstelle in J├╝lich die F├Ârdergelder f├╝r den Klimaschutzmanager (endlich!) genehmigt hat.
Ausserdem wurde in den Mitteilungen der Verwaltung auf die M├Âglichkeit von Eingaben zum geplanten AKW Borsselen hingewiesen.
Die Feuerwehr baut 2012 in Neuwerk (Bendh├╝tter Stra├če) um, damit die Garagen dort in Zukunft auch gro├č genug f├╝r die Fahrzeuge sind. An dieser Stelle kamen Zweifel wegen der H├Âhe der Architektenkosten auf, die nicht beantwortet werden konnten und bei denen wir letztlich darauf vertrauten, dass der Bauausschuss diesen in seiner Zust├Ąndigkeit liegenden Aspekt sachgerecht bewertet hat.


eBook-Land: Woche 6 und 7

B├╝cher im Verkauf: 3 | Davon Eigene: 1 | Eink├╝nfte bisher: 6,00 ÔéČ | Verk├Ąufer: 6

So, Woche 6 war ja durch die ganze Geschichte mit amazon.de ausgefallen. Ich hatte einfach das Gef├╝hl, dass es bei so einer umfassenden Aufregung in den Blogs wichtig war, sich erstmal ein Bild zu machen.
Jetzt, direkt vor Weihnachten und Jahresabschluss sammeln sich die Termine (ja, einschlie├člich Sonntag) doch recht eng, wodurch relativ wenig Bewegung im eBook-Bereich ist. Allerdings ist das auch genau die Zeit, in der die virtuelle K├Ąuferschaft regelm├Ą├čig nachl├Ąsst, da lieber Weihnachtsgeschenke gekauft werden. Von Thanksgiving in Amerika ganz zu schweigen. So zumindest das, was ich bei Leuten, die schon l├Ąnger dabei sind, raush├Âre.
Abseits der eigenen Ver├Âffentlichungen geht es ├╝berraschend voran: Ich werde mich diese Woche mit zwei Autoren und einem Verleger treffen, die sich ebenfalls f├╝r das Thema interessieren. Darauf bin ich auf jeden Fall sehr gespannt.
Unterdessen sind meine eBooks seit dem 1. Dezember auch in den brandneuen Kindle-Abteilungen von amazon.it und amazon.es verf├╝gbar, womit die Zahl der Orte, wo man mein Buch aktiv nicht kaufen kann auf 6 steigt.

Phase 1

Okay, mein Lulu-Passwort h├Ątte ich schonmal wiedergefunden, leider generiert Calibre aber fehlerhafte ePubs aus meinen Mobi-Dateien. Das heisst, ich muss die ePubs mit einem eigenen Programm (etwa Sigil) erstellen. Da ich meinen Computer aber grade wegen sich ansammelnder Abst├╝rze seit dem Wechsel des Prozessors (der alte ist bei Durchknallen einer Sicherung kross gebraten worden) auf eine Neuinstallation vorbereite, setze ich momentan keine neue Software auf.
Zumindest hat The Last American schonmal eine ISBN, wozu auch immer sowas bei eBooks gut sein soll. Einige H├Ąndler wie Apple (iBooks) und Barnes & Noble (Nook) verlangen die allerdings beim Einstellen ins dortige Angebot.

Phase 2

Es geht langsam voran: Feuchten Fu├čes ist zu 60% fertig. Ich bin trotz des z├Ąh gewordenen Verlaufs zuversichtlich, die restlichen 40% am kommenden Wochenende schreiben und das Ergebnis dann ver├Âffentlichen zu k├Ânnen.
Die Version 2.0 von Dieses Cover ist M├╝ll! Lernen Sie warum kommt in ├Ąhnlichem Tempo voran, wobei sich hier schwer absch├Ątzen l├Ąsst, wie schnell das fertig wird. Ich bin mir noch nicht sicher, wie viel neuer Inhalt letztlich dazukommt, da inzwischen noch ein paar weitere Ideen einflie├čen (und andere wohl wieder rausfallen). Aber als kleinen Teaser und um diesen Text etwas h├╝bscher aussehen zu lassen mal drei der neuen Bildbeispiele eingeschoben. Warum das Negativbeispiele sind, darf jeder mal selbst ├╝berlegen ;-) .

Und da ich gleich genau wie bei dem letzten Beitrag schon wieder direkt los muss (wie gesagt, der Dezember ist eng mit Terminen belegt) verabschiede ich mich diesmal nach einem etwas k├╝rzeren Teil der eBook-Land-Reihe.
N├Ąchste Woche dann wieder etwas ausf├╝hrlicher.


Zum KrIZ

Es geht momentan in der Stadt durch die Schlagzeilen: Das Kriseninterventionszentrum (Kriz), derzeit an der Kyffh├Ąuserstra├če beheimatet, soll nach Wickrath umziehen. Grund daf├╝r ist, dass sich die Einrichtung vergr├Â├čern will und in Wickrath den entsprechenden Platz gefunden hat.
Die Anwohner m├Âgen das nun gar nicht und so entstand eine B├╝rgerinitiative. Deren Webseite verlinke ich jetzt nicht. Einerseits, weil Georg Mertens von der BI sie selber suboptimal findet (sie also wohl nicht repr├Ąsentativ f├╝r die Gruppe ist) und andererseits, weil z.B. die Farbgebung doch sehr zweifelhaft ist. Sagen wir mal so: Wenn einem ├Âffentlich rechte Positionen vorgeworfen werden ist das Farbschema schwarz-weiss-rot wenig geschickt (ich bin mal so h├Âflich, einfaches Ungeschick zu unterstellen).

Besagte Initiative macht sich darum Sorgen, dass der „Kisenherd Wickrath“ dadurch weiter belastet werden k├Ânnte. Quasi als Beleg hierf├╝r zeigen die BIler diese Karte auf, die ich wegen des Urheberrechtshinweises hier nicht einbinde, auch wennd as meine Textw├╝ste h├╝bscher machen w├╝rde.
Allein, diese Karte weist Wickrath als einen der ruhigsten und harmonischsten Stadtteile ganz M├Ânchengladbachs aus. Ganze zwei Schwerpunkte (Bahnhof und Marktplatz, also ├╝bliche Verd├Ąchtige wo immer diese zwei Pl├Ątze existieren) sind als „Brennpunkte“ markiert, ausserdem das ehemalige Milit├Ąrviertel. Beklagt werden „herumlungernde Jugendliche“. Da ich „herumlungern“ bisher nicht im Strafgesetzbuch finden kann (und wenn, w├╝rde ich lautstark dagegen protestieren) ist mir nicht ganz klar, worin der „Brennpunkt“ bestehen soll. Es ist nicht so wie teilweise in Odenkirchen, Eicken und M├╝lfort, wo es echte Probleme mit ├ťberf├Ąllen, Randale und Einbr├╝chen gibt.

Das ist das eine. Das andere ist der Umgang mit Schwererziehbaren, der sich hier zeigt.
Ich habe eine besondere Beziehung zu dieser Gruppe, war ich doch in den 90ern 4 Jahre selbst Sch├╝ler am Torfbend, heute Peter-Ustinov-Schule. Eben jene Schule f├╝r Schwererziehbare, auf die auch die Krizzies gehen werden. Ich war nie auf einem Level mit den Problemkindern des Kriz und habe es deshalb wieder von dort runtergeschafft, aber ich kenne diese Schule und den Umgang mit Schwererziehbaren. Ich kenne mehrere Sonderp├Ądagogen (darunter aktuelle und ehemalige Lehrer am Torfbend), mein Bruder hat jahrelang im Sonderschulbetrieb einer anderen Schule mit geistig behinderten gearbeitet (und ich im Zuge meines Studiums ebenfalls). Meinen Zivildienst habe ich in einer psychiatrischen Klinik geleistet, der Hauptstandort von Hephata befindet sich zwei Stra├čen von mir.
Aus all dem ziehe ich meine Erfahrungen, wenn ich den Umgang mit schwierigen Jugendlichen (schwer erziehbar oder geistig behindert ist letztlich Haarspalterei, da eine eher willk├╝rlich gezogene Bewertungslinie) bewerte. Und daraus ziehe ich eine Erkenntnis: Das schlimmste, was man machen kann ist, diese Jugendlichen zu isolieren. Neben intensiver Betreuung, wie sie Kriz/Dillborn und die Peter-Ustinov-Schule bieten ist auch ein Kontakt zur Normalit├Ąt notwendig. Solche Einrichtungen geh├Âren in Wohngebiete. Es ist keine Option, das Kriz etwa komplett in ein Industriegebiet zu verlegen, das verst├Ąrkt nur die Isolation dieser Einrichtung und verunm├Âglicht damit den Kontakt Jugendlicher auf Ausgang zu normalen, inner├Ârtlichen Sozialstrukturen. Wer ins Kriz kommt ist mehr als isoliert genug, weitere Ausgrenzung braucht er als allerletztes.

Man kann dar├╝ber diskutieren, ob ein Standort n├Ąher am Torfbend in Dohr eine gute Idee w├Ąre, allein: Die Ecke Dohr/M├╝lfort ist tats├Ąchlich ein sozialer Brennpunkt, gepr├Ągt durch die Achse Torfbend-Hauptschule-R├Âmerbrunnen. Dort haben wir dann das Problem eines sozialen Umfeldes, in das die Krizzies eben nicht geraten sollten, wenn sie in die Gesellschaft reintegriert werden sollen.
Wickrath w├Ąre nicht meine erste Wahl, wenn ich therapeutisch ideale Bedingungen zur Resozialisierung suchte – das w├Ąren Hardt, Giesenkirchen oder Rheindahlen. Das wichtigste Gegenargument zu Wickrath ist die Art und Weise, wie die anwesenden Anwohner ihrem Protest Ausdruck verliehen haben (den Schilderungen mehrere Anwesender nach fehlten nur noch Fackeln und Heugabeln). Aber es steht fraglos recht weit oben.
Hier bei mir in Dahl? Klar, warum nicht. K├Ânnen gerne ins bald ehemalige Krankenhaus St. Kamillus einziehen, 50 Meter die Stra├če runter. Oder auf das Brachgel├Ąnde des ehemaligen Fu├čballfeldes am anderen Ende der Aktienstra├če. Ich hab nur keine Ahnung, wie sie an die Grundst├╝cke oder zumindest einige R├Ąume dort kommen k├Ânnten. Ich weiss bei beiden, wer die Besitzer sind und beide haben grunds├Ątzlich wenig Interesse zu verkaufen.

Jetzt muss ich weg, daher muss die Politur des Textes ausfallen. Aber das wollte ich vorher noch gesagt haben.