eBook-Land: Woche 15

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 31,29 € | Händler: 6

In eigener Sache
Castor schreibt sich mal völlig anders als meine bisherigen Projekte, denn erstmals plotte ich vorher. Normalerweise schreibe ich einfach ohne vorher zu plotten. Das Interessante daran ist, dass es auch als einziges meiner Projekte absolut und 100% im Zeitplan liegt. Vielleicht hat Plotten doch etwas für sich.
Hier sei auch noch einmal die Bitte wiederholt, mir bei einer Formatierungsfrage zu helfen: Es gibt im Deutschen verschiedene Varianten von Anführungszeichen und ich möchte wissen, welche die Leser für die beste halten, um fortan diese in all meinen deutschsprachigen Veröffentlichungen zu nutzen. Dazu habe ich links in der Seitenleiste eine entsprechende Umfrage angebracht, die noch 10 Tage läuft.

Freundliche Hinweise
Fangen wir mal mit Wilhelm Ruprecht Frieling an, der nach einigen Ratgebern für Autoren nun ein Buch mit Autoren erstellt hat. Wie man erfolgreich E-Books verkauft bietet Interviews mit einigen erfolgreichen und namhaften eBook-Autoren. Ich hab es noch nicht durch, aber mir fällt durchaus positiv auf, dass die Interviews echte Gespräche sind, keine der leider all zu üblich gewordenen Fragerunden. Zugleich kündigt der Autor im Vorwort auch an, spätere Ergänzungen anzudenken. Das finde ich bei eBooks immer gut, mach ich ja selber auch.
Immer wieder angenehm, wenn man bekannte Gesichter in der Zeitung findet. Nunja, meistens, hier aber schon: Jutta Profijts Krimi Kühlfach: Betreten verboten ist zwar schon seit einem Monat raus, aber Jutta drischt offenbar grade noch etwas auf die Werbetrommel ein. Schade nur, dass der Deutsche Taschenbuch-Verlag die unrühmliche Tradition fortsetzt, eBooks nur einen Euro unter der Printausgabe anzusetzen.

Aus der Szene
Interessant, aber offenbar im Sande verlaufen war es, als letzte Woche jemandem auffiel, dass Apple mit seinem iBooks-Vorstoß das bisher als Standard geltende ePub-Format für eBooks angreift. Das tat zwar auch schon Amazon, aber die ersetzten es durch ein ähnlich offenes Format. Apple bietet nun ein Format an, welches nur von Apple-Kunden gekauft und erstellt werden kann. Allerdings scheint es der Apple-User-Gemeinde in ihrem güldenen Käfig hervorragend zu gefallen.
Sigmar Gabriel lässt sich in einer meines Erachtens etwas seltsam anmutenden Hinterzimmer-Besprechung vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels von der Buchpreisbindung für eBooks überzeugen, was ich auch weiterhin zweifelhaft finde. Übrigens hat Buchreport.de im Gegensatz zum Börsenblatt meinen Kommentar nie freigeschaltet. Dort schaltet man offenbar nur Kommentare frei, die der eigenen Linie entsprechen.
Die Süddeutsche Zeitung startet eine Debatte neu, die bereits in den 90ern ausgestanden war. Damals versuchten sich diverse Autoren daran, mit Hilfe von Webtechnologien die klassische Art und Weise Geschichten zu schreiben zu revolutionieren. Dass das damals kläglich daran scheiterte, dass es ganz einfach nicht den Bedürfnissen der Leser entsprach, die einfach nur lesen wollten, muss man nicht wissen, wenn man damals noch nicht im Netz war. Es sei denn, man schreibt Artikel über derlei Ideen. Aber zumindest ist „The Medium is the Massage“ einer der amüsantesten Tippfehler der Woche.
Unterdessen hat ein CDU-Hinterbänkler aus Korschenbroich durch einen Artikel im Handelsblatt Berühmtheit Bekanntheit erlangt und blamiert sich in der Süddeutschen munter weiter. Das wäre alles nicht passiert, hätten die Korschenbroicher bei der letzten Bundestagswahl für Horst Schlämmer gestimmt. Oder die Piraten.
Auf eBooks bezieht Heveling sich zwar nur in einem Nebensatz, aber das Thema immerhin. Es sei zudem zugestanden: So bescheuert, wie der ganze Text ist, zumindest ist er literarisch betrachtet sehr hübsch geschrieben, mit kreativen Metaphern. Die sind zwar – darin Vergleichen gleich – schwer hinkend, da der Verfasser die Hälfte der von ihm genutzten Begriffe offensichtlich nicht versteht, aber das passiert den besten Literaten. Wenigstens sind sie definitiv nicht abgeschrieben.
Ich warte indes weiter auf den Tag, an dem ein in Mönchengladbach geborener Bundespolitiker nicht vollkommen peinlich für alle Umstehenden ist.

Eigenerklärung: Ich war auf dem selben Gymnasium wie Heveling und kenne einen Landtagsmitarbeiter, der in Dialekt und Auftreten frapant an Schlämmer erinnert. Mein Leben ist seltsam.

Kindle gegen Bücherregal
Diesmal hat es meine Schiller-Sammlung getroffen. Wenn man die zwei dünnen Bände so bezeichnen mag.
Zum einen ein ziemlich zerfleddertes Heftchen von Wilhelm Tell, zum anderen eine Faksimile von Schillers Abschlussarbeit Versuche über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen. Damit verringert sich auch der Bestand von in Fraktur gesetzten Schriften, die ich eigentlich sehr gerne lese, aber offenbar ist es möglich, dem Kindle über eine kleine Manipulation auch diese Schrift beizubringen. Sicher ein interessantes Projekt für die Zukunft ist der Versuch, dem Kindle das Umschalten zwischen Antiqua und Fraktur beizubringen. Ich glaube, das wäre möglich.
Wie dem auch sei: Wilhelm Tell erwies sich mit Preisen um 0,01 € als wertlos (zumal im Zustand meines Exemplars, die Arbeit hingegen geht etwa zum doppelte Preis, für den ich sie einst gekauft habe weg. Ich werde sie somit bei Amazon zum Verkauf stellen.

Nicht ganz so erfolgreich verlief das Vorhaben eines größeren Anschlages auf mein Bücherregal: Amazon bietet die Möglichkeit, gebrauchte Bücher und Videospiele gegen Guthaben einzutauschen. Obwohl die Preise im direkten Vergleich wohl sehr gut sein sollen, war ich doch sehr enttäuscht: Die Auswahl an einsendbaren Titeln ist extrem gering. Von etwa 50 versuchten Bänden waren nur wenige eintauschbar und die Preise waren lächerlich. Als ich den Versuch abbrach, zeigte mein „Warenkorb“ 4,50 € Gegenwert für die folgenden vier Titel, wobei das DS-Spiel davon 3,50 € ausmachte. Nein danke.


Zukunft der Bibliothek

Es gibt vermutlich zwei Lesergruppen, die diesen Beitrag lesen: Jene, die mich als Gladbacher Kommunalpolitiker kennen und jene, die mich als Mitstreiter an der eBook-Front kennen. Jene, die an beiden Gruppen Teil haben werden sich schon wundern, warum ausgerechnet ein eBook-Mensch in der Lokalpolitik den Bau einer neuen Zentralbibliothek unterstützt.
Eine berechtigte Frage und eine, an der ich selber lange herumüberlegt habe. Emotional war mir die Sache schon länger klar: Die kleine, technisch längst veraltete Zentralbibliothek an ihrem gut versteckten Standort an der Blücherstraße in einem gradezu minoischen Einbahnstraßenlabyrinth muss Ersatz bekommen. Ein besserer Standort, geringere Energiekosten, eine bessere Präsentation dieser zentralen Kulturinstitution und nicht zuletzt auch die Möglichkeit, diverse Sammlungen gemeinsam an einen Standort zu bringen.

Rational war das schwieriger: Ich wusste, Bibliothek hatte eine Funktion in der kommenden Bücherwelt, allein welchen? Am besten bin ich, wenn ich herausgefordert werde und da kam mir dieser Artikel in der Rheinischen Post zu Gute, in der ein Doktor aus Wickrath die Modernisierung der Bibliothek fordert – und darunter die Auslagerung von Beständen in ein Archiv verstand. Jetzt hatte ich mein Stichwort, das war es, was mir fehlte. Es folgte dieser Kommentar zum RP-Artikel:

Die Hauptfunktionen einer Bibliothek sind Archivierung, Zugänglichmachung eben jenes Archivs und die Präsentation des Archivs.

Letzteres ist ein wichtiger Faktor: Es ist eine wesentliche Fnktion einer Bibliothek, Lesern Zugang zu ihnen bis dahin unbekannten Büchern zu verschaffen, auf die sie beim Aufenthalt einer Bibliothek stoßen. Ist dies nicht mehr gegeben und die Bände verschwinden statt dessen in einem Magazin, wie Dr. Bode hier vorschlägt, kann man die Bibliothek als Institution auch gleich abschaffen. Denn Bücher, die man bereits kennt, kann man auch anderswo bestellen oder auch eben als eBook kaufen oder über einen Online-Dienst ausleihen. Dafür brauche ich gar keine Bibliothek als Gebäude mehr.

Bodes Vorstoß nimmt der Bibliothek jegliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem eBook und leitet damit die Abschaffung dieser Institution ein.
Wieso soll ich einen ganzen Tag auf ein Buch warten, wenn das gleiche Online in Sekunden geht?
Wie finde ich den Großteil der Bücher (Akademika mal augenommen) und vor allem mir unbekannte Titel, wenn nicht durchs Durchschauen der Regale? Wenn das online geschieht, kann ich auch gleich dort kaufen/leihen.
Eine Bibliothek nach solchem Konzept hätte über kurz oder lang keine Existenzberechtigung mehr.

Bibliotheken müssen, anstatt Unfug wie der Virtuellen Bibliothek anzuhängen (sorry, aber wenn es virtuell ist, braucht es gar kein Gebäude jenseits eines Serverraums irgendwo auf Tuvalu), eigene Stärken und Konzepte entwickeln. Sonst werfen sie sich der virtuellen Konkurrenz zum Fraß vor.

Da sag ich jetzt mal als jemand, der sich sehr viel mit eBooks beschäftigt und auch welche herausgibt. Für mich sind eBooks die Zukunft des Buches.
Ein blindes Aufspringen auf diesen Trend aber, kann dazu führen, dass man – wie meines Erachtens hier – die Konkurrenzfähigkeit durch mangelnde Profilierung verliert und sich so selbst in die Obsolenz scheinmodernisiert.
Zu einer ordentlichen Betrachtung gehört zu erkennen, was genau die eigene Institution auszeichnet und diese Eigenschaften zu stärken. Und das bedeutet mE für die Bibliotheken: Präsenzbestand und somit Verfügbarkeit und Sichtbarkeit ausbauen. Bibliotheken sind keine Orte um Bücher aufzubewahren – sie sind Orte, um Bücher zu entdecken.

Da also ist sie, die Funktion einer Bibliothek, die sie dem elektronischen voraus hat und die sie in eine neue Buchwelt einbringen kann. Eine Bibliothek, die sich als eine Art Ausstellungs- und Findestätte für Literatur versteht, die Zugang zu anders nie entdeckter Literatur liefert – das ist eine Funktion, die ein Online-Shop nur schwerlich liefern kann.
Und eine Magazinbibliothek ebensowenig. Dazu ist noch zu sagen: Die alten Bücher verschwinden ja nicht, nur weil die neuen elektronisch erscheinen.

Und weil das nicht die ganze Geschichte ist folgt die Tage noch ein Nachschlag: Nach der Zukunft der Bibliothek (wie wir sie kennen) die Bibliothek der Zukunft. Aber nicht heute, heute muss ich erstmal weg. Die Bibliotheksfinanzierung verhandeln.


Umfrage: Anführungszeichen

Kurzer Hinweis: Links oben in der Seitenleiste befindet sich bis 10. Februar eine Umfrage. Ich wüsste für die Gestaltung meiner eBooks gerne, welche Anführungszeichen euch am meisten zusagen.
Es gibt da im Deutschen aktuell eine Reihe von Optionen und so wirklich entscheiden kann ich mich da nicht.


Bisken Neues im Blog

Ich hab dann mal auf 90er-Retrowelle geschaltet und daher diverse Neuheiten im Blog verbaut, die mich irgendwie in meine Geocities-Zeit zurückversetzt haben. Damals, als Bunt König war, das Netz noch aus reinem HTML bestand, Framesets als Meisterdisziplin des Webdesign galten, jeder jeden kannte, man ins ZDF als eingeladen wurde, weil man über ein Thema bloggte (wahre Geschichte) und Raubkopieren noch über irgendwelche Webseiten mit MP3-Listen ging.
Okay, vielleicht bring ich auch nur ein paar Neuerungen ins Blog, die eher zufällig Parallelen zu den 90ern ziehen lassen und ich brauchte grade einen Aufmacher für diesen Beitrag. Schließlich ist der Rest eher uninteressante Eigenbeschäftigung.

Buntes zum Draufklicken
Das offensichtlichste neue Element findet sich oben in der Seitenleiste: Das Blog ist jetzt mit meinen Profilen anderswo verlinkt. Vorerst sind das:

  • Abgeordnetenwatch (Profil für Ratstätigkeit)
  • Amazon.de (Autorenprofil)
  • Twitter

Vielleicht kommen noch weitere dazu, das hängt davon ab, ob ich sie nutze. Ich habe ein moribundes Facebook-Profil, denke über Google+ nach und hab noch ein-zwei aktive, nicht vernetzte Profile (Windows/Xbox Live). StudiVZ und MySpace erachte ich als tot.
Im Moment sind die Symbole alphabetisch angeordnet. Vielleicht ändere ich das noch so, dass es hübscher aussieht, aber erstmal bin ich recht zufrieden damit. Das Twitter-Widget unten in der Seitenleiste behalte ich erstmal bei, hab da aber auch noch nicht endgültig entschieden, ob es mit dem Twitter-Link nicht doch überflüssig wird.

Baustellenseite
Mit der neuen Seite Politik habe ich in Zukunft noch einiges vor – sie soll in Zukunft eine Übersicht darstellen der politischen Vorhaben, die ich aktuell verfolge und die ich (erfolgreich oder nicht) verfolgt habe. Jeder, der politisch tätig ist, sollte meiner Meinung nach so was haben.
Was dort am Ende stehen wird ist eine Karte von Mönchengladbach, in der alle Orte markiert sind, an denen ich politisch an irgend etwas arbeite. Die Farbe der Markierung wird den Stand (in Arbeit, erledigt, gescheitert) anzeigen und ein Klick auf die Markierung führt zu einem erklärenden Text zum jeweiligen Vorhaben.
Vorerst ist das eine reine Baustellenseite. Ich habe sie aufgemacht, damit ich nicht vergesse, mein Vorhaben mit der Seite auch umzusetzen. Das ist nämlich so eine Gefahr bei mir, dass diese Sachen vergessen werden, weil die Webseite im sonstigen Kram untergeht.

Kleinkram
Die Seitenleiste hat jetzt eine Suchfunktion für dieses Blog unter dem Blog-Archiv.
Ich bin etwas enttäuscht von den Möglichkeiten, die ich bei Blogspot habe, was das Design angeht. Beispielsweise würde ich ein-zwei der Seitenleisteneinträge lieber in die Kopfleiste oder eine zweite Seitenleiste rechts einbinden. Wenn es möglich ist, das anzupassen, ist es extrem kompliziert.

Blinkende GIFs
Die gibt es zu meiner erheblichen Enttäuschung nicht. Blogspot unterstützt animierte GIFs nicht. Schade. Zum Ausgleich:

Nachtrag:


eBook-Land: Woche 14

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 30,91 € | Händler: 6

Viel gibt es diese Woche nicht zu berichten. Zumindest nicht zu mir selbst. Aber in der Szene hat sich viel getan, auf da sich lohnt einzugehen. Daher die neue Kategorie Aus der Szene. Das gibt mir die Gelegenheit, dieses regelmäßige Feature umzustrukturieren. Alles in eigener Sache kommt demnächst unter die Überschrift In eigener Sache, dann gibt es einen Teil Neuigkeiten von empfehlenswerten Indies in Freundliche Hinweise, dann folgt Aus der Szene und schließlich nochmal eine persönliche Kategorie mit Kindle gegen Bücherregal. Gibt es in einer Kategorie mal nichts zu berichten, fällt sie halt aus, so wie diese Woche Kindle gegen Bücherregal.
Mein bisheriges Modell, meine Bücher in Phasen zu telen und dann jede Phase als eigenes Vorhaben zu behandeln hat nicht funktioniert, dafür laufen die Sachen einfach zu sehr nebeneinander. Und spätestens wenn ich meine auch angedachten FanFictions ins Netz setze sowie meine fremdsprachigen Projekte mit in die Betrachtung kommen fällt das eh in sich zusammen. Ein Fazit zu den verschiedenen Ansätzen zu erhalten scheint nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht von Anfang an möglich zu sein, dafür sollte man wohl mindestens ein Jahr am Markt sein.

In eigener Sache
Die einzige wirklich interessante Neuigkeit ist, dass ich jetzt eine Autorenseite bei Amazon habe, die ich aber noch füllen muss (Twitter ist drin, Foto & Biografie folgen noch). Immerhin erhöht sowas den seriösen Eindruck und hilft, die Angebote zu verbinden. Ausserdem gibt es damit jetzt ein eigenes kleines Forum über mich. Das, muss ich zugeben, hat was.
Gut, ZDF Hyperland hat mich so beiläufig verlinkt als es um die Mehrwertsteuerumstellung in Luxemburg ging. Hier beweist sich allerdings J.A. Konraths Aussage – Publicity ist nahezu wertlos. 20 Klicks brachte der Link laut meiner Besucherstatistik. Das ist für meine Verhältnisse spürbar, aber wenn man bedenkt, dass hinter dem Link das ZDF steht lachhaft. Naja, es dürfte gesund fürs Google Ranking sein.

Freundliche Hinweise
Eileen Janket hat ihre Kurzgeschichtensammlung (siehe links) zwei Tage kostenlos angeboten und berichtet schonmal von ihren Zwischenerfahrungen.
Und da ich dafür jetzt nichts bezahlt habe sage ich reuig: Eileen, wenn ich mal wieder in Berlin bin, geht eine Runde auf mich ;-) . Leider ist ihr anderes Buch Thrill my Soul wohl eher nix für mich, aber das war ja hoffentlich nicht der letzte Roman, den Eileen rausbringt.
J.A. Konrath knöpft sich mit dem Bestseller einen weiteren publizistischen Mythos vor, der sich seiner Ansicht nach allein aus dem Bewahren alter Denkweisen aus dem Print-Verlagswesen ergibt.

Aus der Szene

„Amazon, Google oder Apple wollen selbst zu Verlegern werden und erwerben direkt von den Autoren die Rechte an ihren Werken. Natürlich zu anderen Konditionen und ohne das Recht einer produktiven Mitsprache des Autors oder seines früheren Verlegers“

Und damit willkommen bei Rangas Märchenstunde, einem Format, das uns sicher weiter begleiten wird. Tatsächlich ist es bei Amazon & Co. je genau umgekehrt: Niemand ausser dem Autoren hat ein Mitspracherecht an den Inhalten der von Indies veröffentlichten Bücher. Schlimmstenfalls kann ein Händler sich weigern, es ins Sortiment zu nehmen. Aber da ist ja genau das, was die Verlage zuvor – und zwar nach Gutdünken im wahrsten Wortsinne – getan haben. Man verkauft dann halt anderswo. Wo da die Gefahr liegen soll weiss Yogeshwar allein.
Ich könnte jetzt auf seine 10 Forderungen im Landtag NRW eingehen, aber das habe ich ja bereits getan – und andere auch. Aus irgendeinem mir unbekannten Grund gilt Yogeshwar als Experte für eBooks – vermutlich, weil Yogeshwar ja als Experte für alles gilt, sich im Bereich der Alleswisserei aber einen heftigen Konkurrenzkampf mit Harald Lesch, Stephen Hawking und Michio Kaku liefert. Muss irgendwas im Wasser sein bei den Astrophysikern.
Wesentlich interessanter ist da schon der Rummel um eine Rezension eines allen Indizien nach tatsächlich unterirdisch schlechten Buches eines Rechtaussen-No-Names aus Erlangen. Die üblen Schimpftiraden von Autor und Verlegerin verlinke ich nicht, nicht einmal mit nofollow. Ein paar davon kann man im Kommentarbereich unter der Rezension nachlesen und weitere Lnks finden sich dort auch, das sollte reichen. Ich treib meinerseits sicherlich nicht das Google Ranking dieser… Type… hoch. Es sei einfach empfohlen, Bücher von John Asht und des ihn verlegenden Roder Verlages zu meiden.
iBooks Author – dazu kann ich mangels Mac nichts sagen. Okay, ich hab einen Apple Macintosh 3G in der Ecke stehen, aber ich bezweifle, dass der die aktuellen Betriebssysteme gestemmt kriegt. Und mein iPod Shuffle hat ein für solche Aufgaben… unterkomplexes Interface. Allerdings fürchte ich, dass das Ergebnis eine Art Geocities der eBooks wird. Erinnert sich noch wer an Geocities‘ Klickibunti-Welt?
Nicht? Naja, vielleicht besser so.
Jedenfalls haben die Lizenzbedingungen für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt – interessant wird, ob das ein Ausrutscher war oder sich zeigt, dass Apple ohne Steve Jobs seinen Zenit überschritten hat.


Yogeshwars 10 Gebote

Ranga Yogeshwar war also im Landtag als Experte für eBooks eingeladen. Mir ist nicht wirklich klar warum. Von den 37 Ergebnissen für seinen Namen im Amazon-Buchbereich sind nur 3 eBooks. Dazu kommt noch eine iOS-App, ein in der Branche nach seiner von heftigem Tamtam begeleiteten Veröffentlichung schnell vergessenes Werk mit eher durchwachsenen Kritiken bei den wenigen, die es ernsthaft beachtet haben. Und zudem mehr eine Lehr-App ist als dass sie irgendetwas mit einem Buch (ob nun digital oder papiern) zu tun hätte. In der Szene ist Herr Yogeshwar ansonsten eher negativ aufgefallen.
Wie dem auch sei, Herr Yogeshwar war also im Kulturausschuss des Landtages. Und durfte dort als Experte für eBooks auftreten. Neben so angeschimmelten Allgemeinplätzchen wie „wir müssen das Kulturgut Buch schützen“ gab es da auch konkretes. Und damit beende ich die leicht anpolemisierte Einleitung und gehe über in die Sachdiskussion. Schauen wir uns die 10 Punkte doch einfach mal an, die Yogeshwar als Forderungen einbringt:

  • Grenzüberschreitende Buchpreisbindung auch für E-Books.

Auf den Punkt „Grenzüberschreitend“ komme ich an einem späteren Punkt zurück, hier gehe ich erstmal nur auf die Buchpreisbindung ein.
Zunächst einmal sei ein grundlegendes Missverständnis geklärt: Ja, die Buchpreisbindung schützt ein Kulturgut. Aber dieses Kulturgut ist keineswegs das Buch. Das Buch als Medium und auch als Produkt hat keinen Vorteil davon, zu einem für alle Händler festgelegten Preis verkauft zu werden. Ganz im Gegenteil, es verhindert (gewollt) Sonderangebote und Preissenkungen seitens der Händler und führt so zu einem hohen Preis. Hohe Preise aber, so lehrt uns die Marktwirtschaft, verringern die erreichbare Kundschaft. Kurzgefasst: Wenn Arbeitslose zur bildungsfernen Schicht werden liegt das (auch) daran, dass sie sich dank Buchpreisbindung keine Bücher leisten können. Denn Bücher sind teuer und jeder Wettbewerb, der dies ändern könnte, wird gesetzlich unterbunden.
Das Kulturgut, das die Buchpreisbindung schützt, ist die Buchhandelslandschaft.
Dazu ein kleiner Ausflug: Die Buchpreisbindung wurde eingeführt, um den billigen Versandbuchhandel zu unterbinden, der sich um die Jahrhundertwende herauszubilden begann. Damals boten Versandhändler Bücher zu Schleuderpreisen an, indem sie große Kontingente zu entsprechenden Nachlässen einkauften, zusätzlich am Personal sparten (hier sind Versandhändler immer im Vorteil gegenüber Einzelhändlern) und die Einsparungen zu großen Teilen an die Kunden weitergaben. Um diese Praxis zu unterbinden und den Buchhandel vor Ort zu schützen vereinbarten die Verlage, für alle Händler verbindliche Preise festzulegen. Kulturpolitisch hatte das durchaus einen Sinn: Die Buchhändler boten Kunden direkte Beratung und fungierten als Werber für die Angebote der Verlage. Zudem standen sie im damals noch sehr stark ausgeprägten elitistischen Kulturbild für eine Art „Kulturerziehung“ – eine Idee, die bis heute nachwirkt.
Was die Buchpreisbindung letztlich also entfernt ist die Weitergabe eines Kostenvorteils der Großhändler an die Kunden. Übrigens wenig erfolgreich: Große Versandhändler wie Bertelsmann und Weltbild wurden kurzerhand zu Verlagen und brachten verbilligte Lizenzausgabe und später auch eigene Programme auf den Markt. Die Buchpreisbindung ist im Grunde also der wohl erfolgreichste Misserfolg der deutschen Wirtschaftsgeschichte.
Auf den eBook-Markt lässt sich diese Idee aus einem ganz einfachen Grund nicht übertragen: Großhändler haben keine oder bestenfalls marginale Kostenvorteile. Es gibt keine Händlerrabatte und die Kosten für Vertrieb und Verkauf bewegen sich (höchstens) im einstelligen Cent-Bereich. Wo aber ohnehin alle Marktteilnehmer die selben Möglichkeiten haben besteht kein Grund, eine solche Chancengleichheit herzustellen. Eulen nach Athen, und so…

  • Nur offene Reader, keine geschlossenen Systeme.

Hier mangelt es erheblich an einer Definition von „offen“ und „geschlossen“, aber vielleicht hat Yogeshwar das im Ausschuss ja genauer ausgeführt. Das einzige nach meinem Verständnis geschlossene System hat momentan Apple mit seinem App-Store (allerdings nicht mit iBooks). Also genau jenes System, welches Yogehswar selbst mit seinem epedio-Projekt exklusiv bedient.
Die anderen beiden großen Systeme, Kindle und ePub, bieten allen Nutzern die Möglichkeit, eigene Inhalte sowie kostenlos erstellbare Dateien aus anderen Quellen hinzuzufügen und zu exportieren, auch wenn das im Falle des Kindle nur von wenigen Händlern angeboten wird.

  • Mehrwertsteuer sollte sich nach dem Bestimmungsland richten.

So, jetzt kommen wir zum Punkt „Grenzüberschreitung“.
Kurz: Das geht so nicht. Entweder richtet sich meine Mehrwertsteuer nach dem Bestimmungsland. Das würde mich als Verleger dazu zwingen, für jeden Markt einen der jeweiligen Mehrwertsteuer angepassten Endpreis festzulegen, damit ich im Export in Länder mit deutlich höherer Umsatzsteuer keinen Verlust mache. Das gibt es bereits, etwa bei Zeitschriften und ist einer der Gründe, warum auf dem Spiegel so viele unterschiedliche Preise stehen.
Oder ich lege einen grenzüberschreitenden Preis fest, der muss dann aber mit dem höchsten Mehrwertsteuersatz gebildet werden, was die Buchpreise aufgrund der hohen Sätze in Skandinavien (wo durchaus auch viel deutsch gelesen wird) sofort um 10% erhöhen würde.
Es sollte auch angemerkt werden, dass Yogeshwars Forderung auf europäischer Ebene bereits erfüllt wurde, die entsprechende EU-Richtlinie tritt am 1. Januar 2015 in Kraft.

  • Agency-Modell und kein Wholesale Store (d.h. Verlage bestimmen Bedingungen des E-Book-Verkaufs, nicht der [Online]-Großhandel).

Das nennt man auch Buchpreisbindung und warum Yogeshwar diese gleich zweimal benennt, ist mir schleierhaft. Vielleicht, weil 10 so eine schöne runde Zahl ist, keine Ahnung.

  • Preisgestaltung liegt ausschließlich bei den Verlagen.

Okay, er nennt die Buchpreisbindung dreimal. Ich weiss, Redundanz ist in der Wissenschaft beliebt, insbesondere wenn man vorträgt. Dennoch ist sie überflüssig.

  • Online-Plattformen/Händler unterliegen verbindlichen Transparenzregeln.

Nix zu mäkeln, das klingt erstmal nicht schlecht.

  • Für alle E-Book-Anbieter gilt nationales (deutsches) Recht.

Neokolonialismus? Oder einfach nur eine unsauber formulierte Forderung? Stand der Dinge jedenfalls ist in der Praxis: Für alle .de-Domains und hauptsächlich auf den deutschen Markt ausgerichtete Anbieter gilt deutsches Recht. Das ist geübte Praxis in diversen Rechtsbereichen, vor allem aber im Verlagsrecht (Stichworte Impressumspflicht und Strafbarkeit von Inhalten).

  • Datenschutz des Lesers muss gewahrt werden: Lesedaten dürfen nicht verwertet werden.

Ich muss ehrlich zugeben nicht zu wissen, was er damit meint. Was sind „Lesedaten“?

  • E-Books können über ein Vouchersystem (Gutscheine/Belegsystem) auch im stationären Buchhandel angeboten werden.

Meinetwegen. Und was hat der Gesetzgeber damit zu tun? Das ist doch wohl Sache der Händler, sowas zu organisieren.
Davon ab krieg ich beim Rewe um die Ecke problemlos Gutscheine für buch.de, iTunes und Amazon sowie weitere Onlinehändler, deren Name mir grade nicht einfällt und die ich nicht nachschauen kann, weil grade Sonntag ist und mein Rewe somit zu hat.

  • Store hat kein formales oder inhaltliches Mitspracherecht.

Was zunächst gut klingt ist eine ernsthafte Einschränkung der Handelsfreiheit. Jeder Händler darf sich das von ihm angebotene Sortiment selbst auswählen. Das ist das eine. Das mag jetzt arg handelsfreundlich klingen, aber: Händler müssen Titel wegen inhaltlicher Bedenken (Pornografie, Gewaltverherrlichung etc.) aus ihrem Angebot entfernen können.
Ein Sonderproblem sind hier auch Nischenhändler und Selbstverlage: Wenn ich meine Bücher über meine eigene Webseite verkaufe, müsste ich dann zur Erfüllung von Yogeshwars Forderung auch jedes andere in Deutschland verfügbare eBook anbieten? Muss ein Händler für Kinderbücher einen Titel wie ChefSekretärin – … fick mich härter! führen? Man stelle sich ein solches Szenario mal im restlichen Kulturbetrieb vor: Jedes Kino müsste jeden Film zeigen, jedes Theater jedes mögliche Stück aufführen und auf Rammsteins Aufführung von Britney Spears‘ One More Time bin ich auch schon sehr gespannt. Okay, streicht das letzte, das könnte verdammt gut werden. Ich will Till Lindemann „Hit me Baby one more time“ grummeln hören. Jetzt!

Alles in allem zeugt Yogeshwars Katalog vor allem davon, dass er vom eBook-Phänomen nur oberflächlich und von der relevanten Gesetzgebung sowie ihrer Geschichte gar keine Ahnung hat. Die Vorschläge sind wenig durchdacht und hätten vor Veröffentlichung dringend eines Lektorates sowie zusätzlicher Recherche bedurft, wovon auch zeugt, dass der erste, vierte und fünfte identisch sind. Mehrere seiner Forderungen sind bereits umgesetzt und daher überflüssig.


Quergecovert

Ich bin im Grunde ein Verfechter der Idee, dass eBook-Cover ein ähnliches Format wie Buchcover haben sollten. Weniger aus technischen Gründen, sondern weil die Leser diese Form vom gedruckten Buch gewöhnt sind und somit danach suchen. Allerdings denke ich auch, dass das eBook sich im Laufe der kommenden Jahre langsam zu eigenen Formen entwickeln wird.
Im Dezember und erneut im Januar sind mir ein paar Cover für Kurzgeschichten aufgefallen, die in dieser Frage etwas anders vorgehen:


Was diesen Covern gemein ist, ist offensichtlich: Sie kehren das übliche Seitenverhältnis um und erscheinen so in einer Art Panorama-Format. Die Ergebnisse sind extrem unterschiedlich, daher lohnt es sich, die Cover mal einzeln anzuschauen und dann einen vorläufigen Schluss zum Einsatz des Panorama-Formats in eBooks zu ziehen. Dabei geht es vorrangig um die Besonderheiten des Formats.


Cor Setti (Genre:Science-Fiction) ist ein sehr leeres Cover. Das Motiv passt zum Genre und könnte grundsätzlich auch funktionieren, leider arbeitet das Format dagegen. Die extreme Breite in Kombination mit den winzigen Lichtpunkten des Sternsystems und dem kurzen Titel erzeugt einen gewaltigen schwarzen Leerraum, der wenig einladend wirkt. Auf einem aufrechten Cover wären diese Punkte weniger weit verteilt und das Ganze würde deutlich kompakter wirken. Alles in allem sehen wir hier die erste Gefahr des Formats: Entstehen großer Leerräume, da das Cover in der Breite größer wird.

Das gegenteilige Problem finden wir bei Die Schlacht von Reinach (Fantasy). Während die Breite optisch zunimmt, verringert sich natürlich die Höhe. Dessen wurde dieses Cover Opfer, alles ist vertikal gestaucht und hat kaum Platz neben dem Titelbild. Grundsätzlich wäre es möglich gewesen, den text in den weissen oberen Bildbereich zu setzen, er müsste dann nur ein wenig kleiner sein. Das englischsprachige Original dieses Covers hat interessanterweise gar keinen Text. Der Eindruck, dass der Text für die deutsche Übersetzung nachträglich aufgeflanscht wurde verstärkt sich auch durch die gewählte Schriftart, die so gar nicht zum Genre passen will, aber das hat ja nichts mit dem Coverformat zu tun.


Kommen wir mal zu einem gelungenen Beispiel. Sydney’s Sin (SF/Erotik) leidet zwar unter einem anderen Problem (unlesbare Schrift), aber das Format ist gut gewählt. Das Titelbild ist nichtssagend, aber das ist für Erotik typisch, hier gibt es nur selten aufwendig gestaltete Cover oder gar solche mit inhaltlichem Bezug zur Geschichte. Aber hier geht es ja um das Format: Eine allgemein bekannte Verwendung des Panorama-Formats ist das Playboy Centerfold. Das Motiv der liegenden Frau folgt dem „liegenden“ Format des Covers, Titel und Autorenname sind so verteilt, dass die Breite des Bildes komplett genutzt ist.

Im Englischen bezeichnet man das Panorama-Format als Landscape Format, weshalb das Titelbild von The Challenge of the Mountains (Erotik) naheliegt. Der Hintergrund wird mit einem Bild der Berge aus dem Titel ausgefüllt, was passt und auch das Cover gut ausfüllt. Links steht eine Frau, die allerdings etwas verloren wirkt. Das ist umso erstaunlicher, als das Buch von Sex zu viert handelt (das, äh, sagt die Beschreibung). Ich sehe auf dem Cover weder Sex noch vier Leute, wodurch nicht nur das Genre schwer zu erkennen ist, sondern vor allem eine gewisse Leere entsteht. Nicht so deutlich wie bei Cor Setti, aber dennoch auffällig. Es schrammt grade so daran vorbei, dass ihm daraus ein Problem erwächst. Ursache dürfte der Widerspruch zwischen der aufrecht stehenden Frau und dem „liegenden“ Cover sein.
In dieser Hinsicht vollumfänglich gelungen ist das Cover zu Beach Pleasures vom selben Autor. Ein interessantes Detail an diesen beiden Covern ist, dass sie zu einer Serie gehören, zu der auch ein Sammelband verfügbar ist – und dieser hat das klassische Format. Der Covergestalter (der Name scheint kein Pseudonym zu sein) hat also offenbar ganz bewusst die unterschiedlichen Formate gewählt um auf unterschiedlich lange Geschichten hinzuweisen.

Und damit zum Schluss: Kurzgeschichten mit einem eigenen Coverformat zu kennzeichnen ist eine interessante Idee, deren Weiterverfolgng sich meiner Meinung nach lohnt. Natürlich muss man sich einigen, bis wann eine Geschichte eigentlich kurz ist, aber schon am Cover zu sehen, was man bekommt, ist durchaus praktisch. Ich persönlich bevorzuge auf dem Kindle Kurzgeschichten, da sie sich bei einer Bahnfahrt komplett ohne große Unterbrechungen lesen lassen und würde so etwas wohl schnell in meine unterbewusste Liste von Dingen einfügen, die einen Titel für mich interessant machen. Ich glaube sogar, das ist schon passiert.
Allerdings bringt das neue Format auch neue Herausforderungen mit sich da es eine gänzlich andere Gestaltung der Cover verlangt. Traditionelle Buchcover sind mit Ausnahme einiger Fotobände aufrecht ausgerichtet. Dieses Format ist einfacher zu layouten, weil ein beliebig kurzer Text die ganze Breite nutzen kann. Nutzt er die nicht, ist der Freiraum nicht so groß, dass er stören würde. Im Panorama hingegen sind die horizontalen Räume viel weiter, es besteht die Gefahr zu großer Freiräume. Da der Text nicht zu groß werden kann, ohne an vertikale Grenzen zu stoßen, macht das eine völlig andere Raumnutzung erforderlich – bietet aber auch entsprechend ganz neue gestalterische Möglichkeiten.

Also: Grundsätzlich meine Empfehlung zur Nutzung des breiten Formates bei Kurzgeschichten, aber mit deutlichem Hinweis auf die völlig anderen gestalterischen Anforderungen. Ich bin sehr gespannt, was uns dieses noch sehr seltene Format in Zukunft an Schmuckstücken auf die Lesegeräte bringt.

Schamlose Eigenwerbung
Mehr von mir zum Thema eBook-Coverdesign gibt es in Dieses Cover ist Müll! für Kindle. Das Thema Coverformate wird ein neues Kapitel in der kommenden dritten Auflage werden, auf die alle Käufer der aktuellen zweiten Auflage nach Veröffentlichung natürlich kostenlos Zugriff haben.
Weitere Themen sind Titelfindung, Wahl und Quellen für ein Titelbild, Verwendung von Schrift und alles, was man sonst zum Erstellen eines professionell wirkenden Covers wissen muss.


eBook-Land: Woche 13

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 30,59 € | Händler: 6

Manchmal ist es ja doch interessant, auf was für Hindernisse man so stößt: Mein Schreib- und Lektoratsprozess wird grade von der Tatsache aufgehalten, dass das Wetter zu sonnig ist. Nein, nicht, was ihr jetzt denkt. Mein Monitor steht auf der Süd-Fensterbank. Normal kein Problem, da das Fenster von Weinranken beschattet wird, aber im Winter sind die laubfrei und die tiefstehende Sonne scheint um die Mittagszeit genau da rein. Nachmittags/Abends hingegen habe ich in der Regel keine Zeit. Einige Sachen sind auf dem Laptop, den ich einfach woanders hinstellen kann, aber die schon länger laufenden Projekte halt nicht. Jetzt muss ich mich entscheiden: PC umsetzen oder Rolladen reparieren (stecken im Kasten fest seit ich einmal etwas zu stark gezogen habe)? Wobei ich ja eh vom Desktop-PC weg will, das Problem könnte sich also von alleine erledigen.

Phase 1
Das erste deutschsprachige Projekt basierend auf einem gemeinfreien Werk ist beinahe fertig. Der Umsetzungsprozess war etwas lästig, da ich den im Original in Fraktur gesetzten Text mangels geeigneter Texterkennung per Hand abtippen musste. Interessant ist hier die Einführung des neuen Kindle-Formats von KF8, in dem sich auch Schriftarten einbetten lassen. Das Buch in der Originalschrift rauszubringen hätte durchaus einen gewissen Reiz, zumal ich persönlich wegen des Leseflusses gebrochene Schriften der modernen Antiqua ohnehin bevorzuge.
Unterdessen habe ich zwei französischsprachige gemeinfreie Propjekte in meine Planung aufgenommen. Dort gibt es noch große Lücken, in die Indie-Verleger einspringen können.

Phase 2
Das ist die wohl wichtigste Erfahrung im Sachbuchbereich: Nichts kostet soviel Zeit wie ein ständig aktuell gehaltenes Buch zu einem sich schnell entwickelnden Thema. Die 3. Auflage von Dieses Cover ist Müll ist auf einem guten Weg, aber schon allein aufgrund der rasanten Entwicklung in diesem Bereich gehe ich einfach mal davon aus, dass das Buch dieses Jahr problemlos die 5. oder 6. Auflage erreicht. Allerdings werde ich die Aktualisierungen in Zukunft in größeren Abständen bringen (oder jedesmal nur kleinere Überarbeitungen machen, keine komplett neuen Kapitel einfügen), alles andere kostet schlichtweg zuviel für andere Projekte benötigte Zeit.

Phase 4
Der ärgste Feind des Schriftstellers ist die Idee. Immer wieder schmuggelt sie sich ein, drängt sich vor das aktuelle Projekt und schnippst beim Aufzeigen mit den Fingern, damit der Lehrer sie auch bemerkt. Der die Streberin lieber ignorieren würde, damit die anderen auch mal zu Potte kommen.
Nun, ich bin über eine besonders strebsame und vielversprechende Idee gestolpert. Sprich, ein anderes Projekt hat sich vor mein Romanprojekt gedrängt und nimmt ihm jetzt die Zeit. Es ist eine eher kurze, direkte Geschichte mit aktuellem politischen und lokalen Bezug (deswegen die Bevorzugung) in einem für mich eigentlich untypisch actionreichen Stil. Das Thema lässt viele Umsetzungsmöglichkeiten offen, daher kann ich den Titel ruhig schon mal verraten: Castor.
Die Novelle, voraussichtlich um die 100 umgerechnete Printseiten lang, dürfte kurz nach Karneval fertig sein und somit Ende Februar erscheinen. Komplett neues Genre, aktuell lokalpolitisches Thema (die CASTORen rollen 2012 durch den Niederrhein), neuer Stil und ein zeitlich sehr kurzer Schreib- und Lektoratsprozess wegen aktuellem Bezug. Das wird mit Sicherheit interessant. Diese Art zu schreiben habe ich in der Vergangenheit schon genutzt, aber das ist 15 Jahre her. Mal sehen, wie das heute läuft. Zudem denke ich, das Buch ist gut für eine Verfilmung geeignet. Ich werde zeitgleich mit der Veröffentlichung ein-zwei Produktionsfirmen anschreiben, in deren Portfolio die Geschichte hervorragend passen würde. Im Grunde wird das wohl nach dem langen Vortasten mein erstes wirklich groß angelegtes Projekt.
Für den Titel habe ich ein Bild gefunden, aber das ist von der dpa und da muss ich erstmal schauen, was die Bildrechte kosten. Ich kann auch ein simples Cover mit dem Radioktivitätssymbol basteln, aber das wäre doch etwas langweilig. Mein Cover soll einen CASTOR-Transporter kriegen.
Das hierdurch nach hinten geschobene Projekt trug übrigens den Titel Neanderthalensis, wo ich schon beim Titelankündigen bin.

Kindle gegen Bücherregal
Christian Morgenstern ist ein weiterer Vertreter derer, deren Werk wegen Übergangs in die Zeit nach dem Urheberrecht nun überall kostenlos verfügbar ist. Das war 2002, als ich diesen Band kaufte zwar auch schon so, damals war das Lesen von eBooks aber noch eine unangenehme Sache und ein solcher Sammelband sinnvoll.
Damit fällt ganz nebnbei der mit 7 Zentimetern dickste Einzelband aus meiner Sammlung, eine solche Lücke wird ein Papierbuch nie wieder schlagen. Zumal der jetzt dickste Band ein Wörterbuch ist, das so schnell nicht verschwinden wird. Das klingt erstmal nach uninteressanter Trivia, aber es ist schon ein interessanter Schritt, denn diese Lücke fällt durchaus auf und so langsam wird sichtbar, dass mein Bücherregal deutlich an Masse verliert. Der Punkt, an dem die Buchreihen ganz oben auf meinen Bücherschränken verschwinden und alle Bücher in meine Schränke passen, zeichnet sich langsam ab.


Das papierlose Büro

Das papierlose Büro hat ein Problem. Nicht etwa, dass sie den mit Abstand inhaltslosesten aller deutschsprachigen Wikipedia-Einträge hat, was bei der niedrigen Qualität der deutschen Ausgabe schon beachtlich ist. Nein, das Problem ist vielmehr, dass es als Utopie gilt. Nur: Warum eigentlich?
Das Konzept wurde erstmals 1975 in der Businessweek vorgestellt. Seitdem war es eine weit verbreitete Zukunftsvision. Inzwischen ist es ein sprichwörtliches Beispiel für gescheiterte Zukunftsvisionen, quasi das positive Gegenstück zum Waldsterben (zu dem ich andernzeits wohl noch kommen werde). Dabei ist die technische Möglichkeit längst gegeben. Man muss also mal fragen, wieso das papierlose Büro noch nicht gekommen ist.
Sicherlich eine wichtige Sache hierbei ist die Existenz von Unterlagen, die in Papierform vorliegen müssen: Alles, was zur Steuererklärung gehört, also Rechnungen, Quittungen, Bilanzen. Aber davon ab gibt es tonnenweise Zeug, das der Papierform nicht bedarf. Was ist damit?

Der menschliche Faktor
Ein wichtiger Punkt ist sicher, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Mitarbeiter, die das Arbeiten am PC nicht gewohnt sind und auch nicht umlernen können (oder wollen), machen immer noch eine Mehrheit in den Büros aus. Man darf nicht vergessen, dass die flächendeckende Verbreitung von Heimcomputern grade erst 20 Jahre zurückreicht. Zwar gab es davor zwar schon Arbeitscomputer, aber nicht sonderlich viele und meist auch nur in wenigen besonders großen Unternehmen oder bei Firmen, die in diesem Feld arbeiteten. Dann kam eine Zeit der graduellen Verbreitung für Spezialzwecke. Und erst in den 90ern begann die Entwicklung hin zur heutigen Einsatzbreite von PCs.
Als ein Kind der 80er hat unsere Generation das alles sehr beeindruckend mitbekommen: Anfangs gab es noch Schreibmaschinen (und Kohl war Ewiger Kanzler), dann wurden die plötzlich elektronisch (Kohl war immer noch Kanzler) und schließlich kam es zum PC-Boom (und wer ist eigentlich dieser Schröder). Zur Jahrtausendwende schließlich schien es, als habe jeder einen Computer zuhause. Inzwischen hat oft jedes Familienmitglied einen eigenen. Die Plötzlichkeit dieser Entwicklung ist vielen von uns gar nicht mehr bewusst, daher dieser kurze Ausflug.
Selbst jene, die da eigentlich mitgekommen sind, sind längst nicht an die neuen Arbeitsweisen gewöhnt. Mal eine Memo lesen, okay. Aber einen längeren Text? Oder gar eine Tabelle bearbeiten, ohne was draufzukritzeln? Undenkbar.
Sicher, entsprechende Programme gibt es, aber die haben ein ganz simples Problem: Man muss erstmal mit ihnen umgehen können, wenn man ihre Existenz überhaupt mitbekommen hat. Wer die digitale Revolution sehr jung mitbekommen hat oder erst danach geboren ist, für den ist das eine Erkenntnis, zu der man erstmal kommen muss: Die Bedienung eines Computers ist kein grundsätzlich intuitiv erschließbarer Prozess. Das ist ein Talent, das erst jene entwickelt haben, die in die neue Welt hineingewachsen sind.

Die Haltbarkeit der Silberscheiben
CDs halten 5 Jahre, heisst es immer. Das ist eines der zentralen theoretischen Hindernisse zur Digitalisierung: Die mangelnde Haltbarkeit der Speichermedien.
Ich frage mich inzwischen ernsthaft, woher diese Behauptung kommt. Vor allem aber, wie derjenige, der sie aufgestellt hat, mit seinen CDs umgegangen sein muss. Ich meine, ich habe eine Menge CDs. Meine ältesten silbernen Tonträger sind knappe 30 Jahre alt, die ältesten gebrannten Backups sind von 1999. Und ich habe noch kein einziges Mal erlebt, dass die Daten auf einer dieser CDs defekt wären, wenn sie nicht physisch beschädigt wurde. Das schlimmste Problem ist ab und an mal, dass etwas Staub in die Hülle gekommen ist.
Ja, es gibt Kratzer. Aber die sind auf Unfälle oder unpflegliche Behandlung zurückzuführen. Solche Faktoren in die Haltbarkeit der Datenträger einzubeziehen entspricht dem Vorgehen, bei papiernen Archiven alle paar Jahre mit einem Großbrand zu rechnen. Was wahrscheinlich keiner tut, zumindest sind die meisten Bibliotheken meines Wissens durchaus versichert.

Die Zukunft kommt dennoch
Trotzdem ist es zu früh, das papierlose Büro zu einer Unmöglichkeit zu erklären. Ich habe, von Glückwunschkarten einmal abgesehen, seit Jahre keine private Post in Papierform mehr bekommen. Der größte Papierberg sind bei mir Beratungsunterlagen und auch da gibt es bereits Digitalisierungsbestrebungen, vor allem im Rahmen der Haushaltskonsolidierung (leider macht man sich damit als Politiker auch sehr unbeliebt, wenn die Politiker plötzlich alle Computer bekommen sollen, selbst wenn es sinnvoll wäre). Immerhin wurde der aktuelle Haushalt der Stadt bereits auf einer Mini-CD ausgegeben und nur noch auf Anforderung in Papierform (immerhin zwei prall gefüllte Aktenordner pro Ratsmitglied). Rechnungen kommen noch nicht alle, aber doch ab und an digital. Sonst ist die Post fast 100% Werbung, alles andere kommt per eMail (oder Telefon). Die Steuererklärung geht immerhin teilweise digital raus, nur die Belege müssen weiterhin auf Papier eingereicht werden. Gekauft habe ich Papier zuletzt im November – 2010.
Die papierlose Zukunft ist möglich und greifbar. Wir müssen nur endlich mal damit anfangen statt ständig darauf zu warten, dass sie von selbst kommt. Es liegt nicht an der Vorhersage, ob sie eintrifft, sondern an uns, ob wir sie umsetzen. Zugegeben sei allerdings, dass dies auch die Propheten oft genug vergessen.


wtf 15

Lassen wir doch mal eine alte Tradition in diesem Blog wieder aufleben: Das WTF!?!?

Unser erster Beitrag ist dieses Schmuckstück von einem Helikopter, das ich heute leider nicht zum Geburtstag erhalten habe:

Unerklärlicherweise nicht in Deutschland erhältlich. Okay, das war gelogen. Ich kann es mir erklären.