Politische KW 17-2012

Sitzungen: 3 (7 h) | Antr├Ąge i.A.: 4 | Sonst: 6 h Stand, ca. 1 h eMails, 2 h Sonst

Okay, das war einen Tag sp├Ąter als gedacht, aber so ist das halt manchmal. Das Gemeine ist, dass ich gestern nicht etwa keinen Temrin im Weg hatte, sondern am Abend, als ich Zeit hatte schlichtweg todm├╝de war und es dann gelassen habe, noch etwas zu schreiben. daf├╝r dann halt heute.
Oh, vornan noch der Aufruf: Wenn ihr Zeit habt, bitte am Freitag, 10:00 Uhr zur Moschee in MG-M├╝lfort (Ecke Odenkirchener Stra├če/Duvenstra├če), Pro NRW entgegenstellen!

Montag
Die Woche begann politisch mit einem Besuch der Bisch├Âflichen Marienschule. Dort waren Politiker der drei gro├čen Parteien und der FDP f├╝r Fragen in den Politikunterricht eingeladen worden, ├╝brigens noch kurz vor dem Wahlkampf. Ganz interessant ist dabei der Kontrast der Personenwahl: In der Stunde am Montag waren Felix Heinrichs (SPD) und ich (immer noch Gr├╝ne) da, ausgew├Ąhlt als junge Vertreter ihrer Parteien. In der anderen Stunde waren dagegen mit G├╝nter Krings (CDU, MdB und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Bundestag) und Anno Jansen-Winkeln (FDP, Fraktionssprecher im Stadtrat) die jeweils ganz gro├čen Namen vorgeschickt worden.
Es gab eine kurze ├ťbersicht zur Geschichte von SPD und Gr├╝nen und eine Menge Fragen zu allen m├Âglichen Themen, vor allem Schule und die Vorz├╝ge der Gesamtschule (die Marienschule ist ein Gymnasium). Interessant fand ich den in der Stunde erfolgten Vergleich meiner Antwort zu ACTA zu der Antwort von G├╝nter Krings: Wir sind uns einig, dass ACTA in Deutschland nichts bedeutendes ├Ąndert, aber w├Ąhrend Krings das Abkommen deshalb f├╝r unproblematisch h├Ąlt nannte ich genau das ein Problem, weil ACTA eine dringend n├Âtige Reform des Urheberrechts durch Festschreibung des jetzigen Standes blockiert.
Ich denke, f├╝r die Sch├╝ler der 9A war es auf jeden Fall ein Gewinn, Politiker so verschiedener Ebenen und Ans├Ątze befragen und vergleichen zu k├Ânnen. Vor allem der Punkt mit ACTA war eine Frage, die mE ganz anschaulich zeigt, warum es auch bei ├Ąhnlichen Ansichten ├╝ber ein Anliegen sehr unterschiedliche Ansichten ├╝ber die Folgen dieses Anliegens gibt.
Erstmals musste ich als stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses ran und sprach am Nachmittag die Tagesordnung des Umweltausschusses mit der Verwaltung ab. Dabei konnten wir kurzfristig noch ein Ansinnen von RWE am Rand der Braunkohlengrube Garzweiler II (Errichtung der S├╝mpfungsbrunnen) auf die Tagesordnung bringen, was mich besonders freut. Der Tagebau wird zunehmend ├Âffentliches und vor allem auch pr├Ąsentes Thema. Das wird auch Zeit, 2015-2017 beginnt die Zeit, in der die Grube direkt an der s├╝dlichen Stadtgrenze entlangschrammt um dann einen Zipfel gladbacher Land mit abzubaggern. Ich werde ├╝brigens als pers├Ânliche Premiere auch die Sitzung des Ausschusses am 8. Mai leiten.
Es folgte die Fraktionssitzung, wo wie erhofft die Lettow-Vorbeck-Stra├če wieder ein Thema war. Kurz gesagt: Das Thema bewegt sich wieder. Es k├Ânnte sich deutlich mehr bewegen, aber es ist zumindest wieder im Gespr├Ąch.

Mittwoch
Bemerkenswert fand ich auf der Sitzung der BV Nord vor allem einen Vorgang: Die CDU verlie├č nach Ank├╝ndigung w├Ąhrend der Beratung des Haushalts den Saal, kam dann bei der Abstimmung aber wieder rein und lehnte dann einen Haushalt ab, den sie gar nicht kennen konnte, da sie ja nicht dabei war um zu sehen, ob die Ampel nicht doch ├╝berraschend etwa einem Antrag der Linken zustimmte oder einen eigenen zur├╝ckzog. Wie das seri├Âs sein soll, ist mir schleierhaft.
Linguistische Kuriosit├Ąt der Woche unterdessen: „Ich versuche dann antzuworten“
Inhaltlich gab es mE wenig erw├Ąhnenswertes.

Donnerstag
Der Donnerstag stand f├╝r mich ganz im Zeichen der Strahlenzug-Veranstaltung zum 26. Jahrestag des Super-GAU im AKW Tschernobyl. Die Medien berichteten fleissig (zumindest die reinen Onliner) und die Resonanz auf dem Marienplatz war sehr gut. Vorab gab es noch ein wenig Chaos, weil die eigentlich angeschriebene Ordnungsamtsmitarbeiterin in Urlaub war, am Ende war die Veranstaltung dann halt dreimal angemeldet (zweimal als Infostand, einmal als Spontandemo).
Organisatorisch gab es nicht ganz das tolle Bild, das ich mir eigentlich vorgestellt hatte, aber die Botschaft und was das Bild darstellen sollte kamen dennoch klar an.
Es folgte eine Sitzung unseres Wahlkampfteams, weshalb ich leider nicht auf der offenbar hochspannenden Veranstaltung in Wanlo war, bei der sich CDU-Direktkandidat Michael Schroeren offenbar ordentlich in die Nesseln setzte, als er unseren Kandidaten Hajo Siemes ob seines angek├╝ndigt sp├Ąten Erscheinens (er hatte zeitgleich eine Sitzung der Bezirksvertretung Ost) ma├čregelte. Nach allem, was man so h├Ârt hat Schroeren sich dort auch sonst ordentlich danebenbenommen. Zu schade, dass ich das verpasst habe.

Samstag
Wie momentan jeden Samstag ging es mal wieder zum Wahlkampfstand. Diesmal rekordverd├Ąchtige 6 Stunden an der Hindenburgstra├če.
F├╝r gro├čes ├ämusement sorgten bei mir unterdessen die Piraten, deren „Schwerter“ (den Unterschied zwischen einem Schwert und einem S├Ąbel k├Ânnen die ruhig selbst googeln) ich st├Ąndig nur von vorne sah. Und das sah ganz einfach nicht aus wie ein Schwert (oder S├Ąbel). Das Vorschaubild dieses Youtube-Videos veranschaulicht das ebenfalls recht gut:
[youtube 230VPJR1LMo]
Dann gab es noch die Frage, wer l├Ąnger mit seinem Stand dableiben w├╝rde. Trotz eindrucksvoller Bewaffnung mussten sich die Seer├Ąuber nach heroisch durchgehaltenen 5 Stunden doch unserer Erfahrung in solchen Auseinandersetzungen geschlagen geben – wir waren somit erneut nicht nur die ersten die kamen, sondern auch die letzten die gingen. Mit Dank an Frank, unseren unerm├╝dlichen Wahlk├Ąmpfer, der noch ein-zwei Stunden l├Ąnger blieb als ich. Ich vermute inzwischen, der Mann ern├Ąhrt sich von W├Ąhlerstimmen oder sowas.
All dies bei Seite konnten sich Gr├╝ne, Linke und Jusos dort im Hintergrund auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den „Besuch“ von Pro NRW verst├Ąndigen und rufen somit parallel dazu auf, am 4. Mai ab 10:00 auf die f├╝r 11:00 angek├╝ndigten Rassisten vor der Merkez-Moschee (Odenkirchener Stra├če, Ecke Duvenstra├če) zu warten. Ein Thema, in dem sich auch unsere Landtagsfraktion engagiert: Noch am Freitag hatte ich pl├Âtzlich Verena Sch├Ąffers B├╝ro am Handy um sich zu erkundigen, wie es in MG aussieht. Klare Antwort: Gut sieht es aus.
Oh und ganz nebenbei war auch die Frau am Stand, die die Zugangsdaten f├╝r die Webseite der Gr├╝nen Jugend MG kennt und grade nicht irgendwo im Ausland studiert. Das wird die Gr├╝ne Jugend freuen, die die Tage jetzt endlich aktualisieren k├Ânnen.


eBook-Land Woche 27

B├╝cher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Eink├╝nfte: 106,99 ÔéČ | H├Ąndler: 6

Ein halbes Jahr ist seit dem ersten Beitrag der Serie rum. Welch sch├Âner Zeitpunkt f├╝r den ersten kleinen Durchbruch. Ich warne aber schonmal vor: Das wird er l├Ąngste Beitrag seit langem.

In eigener Sache
Fangen wir mal mit Feuchten Fu├čes an, das ist wohl f├╝r viele das interessanteste Thema.
Nach dem sehr zufriedenstellenden Start letzte Woche hat sich das B├╝chlein gut geschlagen. Meine Desillusionierung wegen der eher mageren Verk├Ąufe von Dieses Cover ist M├╝ll doch eingestellt hatte ist verflogen. W├Ąhrend mein Erstling (und ebenso die gemeinfreien Werke) weiterhin alle paar Wochen mal ein Exemplar verkauft geht Feuchten Fu├čes fast t├Ąglich weg, am letzten Freitag sogar ganze f├╝nf Mal an einem Tag. Es hat sogar zwei „Gef├Ąllt mir“s bekommen, wenn auch leider noch keine Bewertung (eine 4- oder 5-Sterne-Bewertung sollte die Verk├Ąufe nochmal sp├╝rbar f├Ârdern). F├╝r etwa eine Woche hielt sich das Buch damit tapfer nicht nur auf dem 1. Platz unter allen eBooks ├╝ber Evolution, sondern f├╝r drei Tage auch auf dem 1. Platz unter allen B├╝chern (Papier und digital) zu dem Thema. Hier ein Beweisfoto:

Insgesamt liegt die verkaufte Auflage nach sieben Tagen im Verkauf bei 16 St├╝ck zuz├╝glich 439 kostenlosen Downloads bei der Werbeaktion. Ich bin ehrlich gesagt noch unschl├╝ssig, ob ich nur die f├╝r Geld verkauften oder auch die kostenlosen zur Auflage z├Ąhle. Wahrscheinlich letzteres, die gr├Â├čeren Zahlen machen sich besser im Marketing ;-) . Die Zahlen scheinen sich langsam bei einem Exemplar am Tag (und Verkaufsr├Ąngen in den 6.000ern) zu stabilisieren, der beste Gesamtrang war 1.038 (sooo knapp am dreistelligen Bereich vorbei). Alles in allem bin ich zufrieden.
Ganz nebenbei habe ich mein absolutes Lieblingsspielzeug gefunden, nur wo ich es kaufen kann, weiss ich leider nicht. Die Seite ist seit Dezember 2010 nicht mehr aktualisiert worden und die Shoplinks f├╝hren zu keinen Ergebnissen. Sehr schade.
[youtube nnHoznpOY74]
Jetzt ist nat├╝rlich bereits der Nachfolger Schwarzer Schwinge in Arbeit. Also von dem Buch, nicht von dem Pl├╝schtier.

Eine kleinere Neuigkeit in meinem Angebot war die vergangene Nacht in den Verkauf gegangene Version 3.0.1 von Dieses Cover ist M├╝ll. Es spricht f├╝r den aktuellen Stand des Werkes, dass ich zurzeit keinen Grund mehr sehe, komplett neue Kapitel oder gro├če Ver├Ąnderungen durchzuf├╝hren. Die Neuerungen in dieser Ausgabe beziehen sich auf eine ├änderung in Amazons Anforderungen an die Datei mit dem Coverbild: Die l├Ąngste Bildkante muss nunmehr statt 800 mindestens 1000 Pixel lang sein. An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank an Eileen Janket f├╝r ihre Empfehlung.

Zeitgleich habe ich drei Projekte in Angriff genommen, die nach und nach heranwachsen und ebenfalls zu den k├╝rzeren Werken z├Ąhlen. Thematisch geht es zu Amphibien, Libellen und Ausserirdischen, wobei das zuletzt genannte Thema zugleich mein erstes in Englisch ver├Âffentlichtes Werk repr├Ąsentiert. Auf jeden Fall motiviert mich Feuchten Fu├čes enorm beim Schreiben weiterer Projekte.
„Kann man davon leben?“ heisst es immer und nach diesen Ergebnissen sage ich einfach mal „Ja“, wenn man genug erfolgreiche B├╝cher im Markt hat. Ich br├Ąuchte dazu zwar etwa 100 Titel, aber nur unter der Annahme, dass alle sich so verkaufen wie Feuchten Fu├čes. Es gibt aber momentan ├╝ber 2.000, die sich besser verkaufen. Und sp├Ąter kommen ja noch iTunes usw. dazu.

Freundliche Hinweise
Diesmal darf ich hier auf Autumn Flora von Elsa Rieger verweisen, die erste mir bekannt gewordene englische ├ťbersetzung der Geschichte einer deutschen Indie-Autorin. Erh├Ąltlich (unter anderem) bei Smashwords und Amazon.

Aus der Szene
W├Ąhrend die Verlage weiter in Schockstarre verharren hat sich Amazon mal eben die englischsprachigen Rechte an James Bond lizenziert – die komplette Serie, weltweit. Das finde ich ehrlich gesagt problematisch – schlimm genug, dass es derartige Exklusivit├Ąten bei anderen Medien gibt, aber bei B├╝chern gab es das bisher nicht in dieser Form. Andererseits gehe ich davon aus, es hier mit einer vor├╝bergehenden Erscheinung zu tun zu haben – ein solches Modell macht nur Sinn, solange das Verlagswesen im Buchhandel noch eine Rolle spielt. Das wird es mE vielleicht noch f├╝r ein Jahrzehnt, zwei wenn es klug handelt.
Genau diese Entwicklung nimmt aktuell Fahrt auf. Praktisch zeitgleich klagen Amerikas Kaderschmiede Harvard und die deutschen Bibliotheken ├╝ber die hohen Preise der wissenschaftlichen Verlage – Harvard empfiehlt sogar explizit die Nutzung von Open-Access-Plattformen. Die Wissenschaft ist der Bereich, der am st├Ąrksten von freiem Zugang zu Wissen profitiert und zugleich der mit den am unversch├Ąmtesten agierenden Verlagen, die Werke weit jenseits dessen preisen, was die Studierenden zahlen k├Ânnen – man hat ja die Bibliotheken als finanzkr├Ąftige Garantieabnehmer. Ohne die Bibliotheken aber bricht das Wirtschaftsmodell der Wissenschaftsverlage zusammen. Wir werden sehen, wie sie reagieren.
Nebenan, in der Belletristik rechnet Kathrin Passig mal ihre Eink├╝nfte aus kreativer Arbeit vor und hat damit so manchen ├╝berrascht. Kurze Zeit sp├Ąter erscheint bei Amazon (├╝ber Pottermore) Harry Potter auf deutsch und f├╝hrt eindrucksvoll vor, was passiert, wenn sich ein Verlag (hier Carlsen f├╝r die ├ťbersetzungen) einmischt: Die deutschsprachige Ausgabe ist kurzerhand um die 2 ÔéČ teurer als die Originale. Die Fans werden es zahlen, f├╝r eBooks allgemein kommt Harry Potter damit ziemlich nah an meine Obergrenze f├╝r Downloads heran. In diesem Themenbereich kommentiert denn auch Techdirt, wenn Verlage es nicht schaffen, von eBooks f├╝r 9,99 zu leben h├Ątten sie sich ihren Untergang selbst zuzuschreiben und verdient. Die Rettungsversuche sehen unterschiedlich aus: Der Spiegel listet mal wieder die ├╝blichen Vorurteile und Durchhalteparolen auf, warum eBooks sich in Deutschland nie durchsetzen werden, der B├Ârsenverein geht in die Offensive (wurde auch mal Zeit) und bringt mit dem Liro Ink ein „eigenes“ eBook-Leseger├Ąt auf den Markt.
Und im Journalismus? Da wird die Frage lauter, wer hier eigentlich die Schnorrer sind, wenn sich die klassischen Medien st├Ąndig ohne ausreichende Quellverweise auf Inhalte im und aus dem Internet st├╝tzen. Dazu passt die leider etwas untergegangene Nachricht, dass die nur online existierende Huffington Post grade den Pulitzer gewonnen hat – wenn auch mit einem alteingesessenen Journalisten aus Zeiten lange vor dem Internet als Preistr├Ąger.


Politische KW 16-2012

Sitzungen: 1 (4 h) | Antr├Ąge in Arbeit: 4 | Sonst: 5 h Stand, ca. 1 h eMails, 5 h sonst

Und deshalb geht Wahlkampf mir inzwischen auf die Nerven. Wenn man jetzt noch den Dienstag abzieht, wo ich wegen des ├╝berraschenden Erfolges von Feuchten Fu├čes anderweitig besch├Ąftigt war, bleibt nicht viel Woche.

Montag
Gleich am Montag vormittag ging es los mit der Antwort auf meine Anfrage zu nicht angek├╝ndigten Baumf├Ąllungen. Ich hatte angefragt, was ausserhalb der Planungen an Baumf├Ąllungen vorgenommen wurde. Die Antwort bezog sich auf meine Beispiele (die eigentlich nur Beispiele waren) und erkl├Ąrte, dass die F├Ąllungen im Freizeitpark Dahl, im Stadtwald und im Volksgarten „Durchforstungen“ gewesen seien.
Durchforstungen sind Ma├čnahmen, bei denen man wortw├Ârtlich mit der Axt (bzw. Kettens├Ąge) durch den Wald geht und f├Ąllt, was einem vors Blatt kommt. Aus irgendeinem Grund halten F├Ârster das f├╝r eine Pflegema├čnahme. Weil W├Ąlder ohne Menschen ja nicht existieren k├Ânnten…
Der Abend brachte eine relativ unspektakul├Ąre Fraktionssitzung.

Mittwoch
Mittwoch abend hatten wir dann den netzpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion zu Gast, bei prolibri in der Schillerstra├če unter der ├ťberschrift Alles ACTA oder was?
Haupts├Ąchlich ging es um die notwendige Urheberrechtsreform hin zu einem der digitalen Vervielf├Ąltigung gerechter werdenden Recht und wie ACTA durch sein Festschreiben des bestehenden Urheberrechts eine solche dringend notwendige Reform verhindert. Aber ACTA verhindetr noch mehr, etwa die Produktion billiger Medikamente in den Entwicklungsl├Ąndern durch massive Ausweitung entsprechender Patentrechte bei den gro├čen Chemiekonzernen in den Industriestaatetn. Ebenfalls ein Thema waren die M├Âglichkeiten von OpenData und OpenGovernment, die Nutzlosigkeit praktisch aller existierender Ratsinformationssysteme, die Verankerung alter Denkstrukturen des Amtsgeheimnisses in den Verwaltungen und das Problem, dass B├╝rgerbeteiligung ├╝bers Internet nur funktioniert, wenn auch alle einen Internetanschluss haben. Alles in allem eine sehr interessante Veranstaltung mit viel zu wenig Besuchern.

Donnerstag
Mein diesw├Âchiger Presseauftritt war also ein Artikel ├╝ber Stra├čenumbenennungen mit Fokus auf Paul von Lettow-Vorbeck (ein als Held verehrter Kriegsverbrecher des 1. Weltkriegs) und Paul von Hindenburg (letzter Reichspr├Ąsident vor Hitler). Zum Thema empfehle ich auch diesen Beitrag, den ich vollinhaltlich teile, obwohl mich eine Doktoren-Martin-Stra├če (nach dem Viersener Botanikerehepaar) oder ein Josef-Pilates-Weg durchaus reizen w├╝rden.
Bemerkenswert an dem Artikel finde ich vielmehr den Umgang mit Zitaten. Man achte darauf, was im folgenden Abschnitt w├Ârtliches Zitat ist, was nicht – und welcher Teil des Satzes den Schwerpunkt in der Aussagebildung darstellt. Tipp: Letzteres ist nicht der Teil in den Anf├╝hrungszeichen. So spannend kann Linguistik sein.

Es gelte jedoch grunds├Ątzlich zu kl├Ąren, „wie man zu diesen Pers├Ânlichkeiten steht“, sagt Diehl

Auch anzumerken ist, dass es keineswegs eine neue Diskussion zu dem Thema gibt – nur einen neuen Zeitungsartikel in der Rheinischen Post. Da bin ich aber nicht b├Âse drum, vielleicht kommt so etwas Bewegung in die Diskussion, die ich letzte Woche noch f├╝r diese Ratsperiode f├╝r gescheitert gehalten hatte. Immerhin bauscht die RP das Thema offenbar mal so richtig auf – auch aus dem letztes Jahr von mir aufgetriebenen Gutachten, welches die Debatte letztlich anstie├č machte sie noch einen Artikel.
├ťbrigens habe ich mit der Hindenburgstra├če kaum Probleme, die Bezeichnung Hindenburgs als “Steigb├╝gelhalter Hitlers„ ist eine arge Verk├╝rzung der historischen Entwicklung der Jahre 1932-1934. Das sagt die RP nat├╝rlich nicht. Und wieso eigentlich “NS„ als Kurzform f├╝r umstrittene Pers├Ânlichkeiten? Die meines Erachtens problematischsten Personen, nach denen hierzustadt Stra├čen benannt wurden sind Lettow-Vorbeck, dessen Ausschlag gebende Verbrechen im 1. Weltkrieg stattfanden, und Jahn, der schon lange tot war, als die Nazis zur politischen Kraft aufstiegen.

Freitag
Noch ein Promiauftritt: Diesmal kam B├Ąrbel H├Âhn nach Rheindahlen auf den Wochenmarkt, sprach mit den B├╝rgern und mit der Presse ├╝ber Verbraucherschutz.

Samstag
Und zum Wochenausklang der zurzeit ├╝bliche samst├Ągliche Wahlkampfstand, diesmal durch mein Bed├╝rfnis, noch einzukaufen auf nur noch 2 Stunden verk├╝rzt. Vermelde keine besonderen Vorkommnisse.


eBook-Land Woche 26

B├╝cher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Eink├╝nfte: 96,85 ÔéČ | H├Ąndler: 6

In eigener Sache
Nach ├ťberwindung meines deutlich zu gro├čen Perfektionismus ging am Montag endlich, endlich Feuchten Fu├čes in den Verkauf. Mein Problem ist einfach, ewig noch ein verbesserungsw├╝rdiges Detail zu finden. Okay, die pl├Âtzliche Feststellung, dass man Ichthys mit th schreibt ist bei einem Buch mit vielen griechischen Fischnamen auch wirklich wichtig, konsequente Falschschreibung w├╝rde kein gutes Licht auf meine Recherche werfen. Und dann schleicht sich doch noch ein Fehler ein: Leser mit sehr gut eingestelltem Monitor werden bei genauer Betrachtung sehen k├Ânnen, dass es einen weissen Bereich zwischen den beiden Bildern gibt, der das hellgrau des unteren Hintergrunds umgibt. Der Grund ist, dass ich beim Hochladen versehentlich eine alte, nicht gel├Âschte Version des Titelbildes benutzt habe. Naja, gleiche ich das mit der Aktualisierung im Mai aus (in der ein Hinweis auf den dann erscheinenden 2. Band der Reihe erg├Ąnzt sein wird).
Planm├Ą├čig hingegen verlief der Start: Es war wie geplant direkt kostenlos erh├Ąltlich und ich bewarb den kostenlosen Donwload in meinem eigenes Twitter-Konto, bei Facebook, ├╝ber das Twitter-Konto eBooksfuerlau und mit einem Beitrag im Thread f├╝r kostenlose deutschsprachige B├╝cher bei Amazon. So weit, so geplant. Dann kam die ├ťberraschung.
Das Buch hatte mehrere Faktoren, die sein Verkaufspotenzial schm├Ąlerten: Es war ein Sachbuch1 zu einem relativ obskuren Thema2 von einem v├Âllig unbekannten Autoren3, der kein ausgebildeter Fachmann auf diesem Gebiet war4 und einen grafischen Fehler im Cover hatte5. Ich rechnete mit etwa 100 Downloads bei der kostenlosen Abgabe. Mitternacht von Montag auf Dienstag lag die verkaufte Auflage bei 286 St├╝ck, der Verkaufsrang unter allen kostenlosen Kindle-B├╝chern bei 22. Nach 24 Stunden (also heute um 10:00 Uhr) waren 343 Exemplare verteilt. Ich entschied mich, bevor ich meinen Markt noch komplett kostenlos s├Ąttigte, die Aktion etwas zu verk├╝rzen und den zweiten Tag nicht mehr komplett kostenlos anzubieten. Um 14:00 Uhr sollte es vorbei sein. Allerdings ging ich mittags zwischendurch zur Post und kam erst um 15:00 Uhr wieder an den Rechner. So brach ich die Aktion sp├Ąter als geplant ab und auch Amazon brauchte zur Umsetzung dessen offenbar ein wenig Zeit – der Preis war erst um 17:00 Uhr wieder auf dem Normalnenner von 1,49 ÔéČ. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich (nach 31 Stunden) 432 Exemplare verteilt, darunter je eins in Gro├čbritannien, in Spanien und in sonstigen L├Ąndern (alles, was amazon.com versorgt), die restlichen 429 bei amazon.de, also im deutschsprachigen Europa. Bei amazon.de stand mein Buch damit nicht nur als Bestseller in den Kategorien „Evolution“ und „Bestimmungsb├╝cher“ (sic!) da, sondern auch als Nummer 12 unter allen kostenlosen Kindle-Titeln (Nummer 13 war zu diesem Zeitpunkt ├╝brigens Lew Tolstois Krieg und Frieden). H├Ątte ich es die vollen 48 Stunden laufen lassen w├Ąre es sehr wahrscheinlich in die Top 10 gegangen.
Ausschnitt der Verkaufsrangliste bei Amazon
Ich bin, kurzgefasst, von diesem Ergebnis der Aktion ├╝berw├Ąltigt. Mein obskures kleines Sachbuch hatte es innerhalb von 24 Stunden weiter nach vorne geschafft als ich im jemals zugetraut h├Ątte. ├ťbrigens haben sich nach dem Ende der Aktion bereits zwei Exemplare verkauft – das h├Ątte ohne die Aktion wohl mindestens zwei Wochen gedauert. Zumindest der zweite Verkauf ist deutlich nach Ablauf der Aktion erfolgt und somit ziemlich sicher kein Versehen.
Ein Abgleich meiner Werbelinkzahlen mit den Verk├Ąufen bringt mich zu der Erkenntnis, dass der Gro├čteil (ca. 75%) der Downloads auf den Beitrag im Amazon-Thread zur├╝ckgehen, der einzige Link, den ich ohne Affiliate-Code gesetzt habe. Ich bin sehr gespannt, wo das alles noch hingeht (Kriege ich eine Rezension? Halten sich die Verk├Ąufe? Bleibe ich weiterhin in der Kategorie „Evolution“ vor Charles Darwins ├ťber die Entstehung der Arten durch nat├╝rliche Zuchtwahl?) und was n├Ąchsten Monat passiert, wenn mit Schwarzer Schwinge der zweite Band der Reihe erscheint.
Und vor lauter Begeisterung schreibe ich ellenlange Blogbeitr├Ąge dar├╝ber.
Abseits von all dem habe ich selbst seit heute einen Reader f├╝r eBooks im epub-Format. Der Hanvon WiseReader N256 ist ein sehr schickes Ger├Ąt und das einzige, das ich im gesamten eReader-Markt kenne, bei dem man ├╝ber den Touchscreen frei in sein eBooks kritzeln kann. Praktisch zum Ausgleich hat es aber einige Schw├Ąchen, die vorinstallierten Schriftarten etwa sind alle serifenlos, was f├╝r Flie├čtexte unsch├Ân ist. Eine ausf├╝hrliche Kritik gibt es, nachdem ich etwas mehr mit dem Teil gelesen und auch das aktuelle Update aufgespielt habe.

Freundliche Hinweise
Diese Woche darf ich wieder auf Eileen Janket hinweisen, die mit Der Stuntman eine Kurzgeschichte rausgebracht hat, um die Durststrecke zwischen ihrem letzten und ihrem n├Ąchsten Buch etwas zu verk├╝rzen. Dieses n├Ąchste gro├če Buch soll dann ein Fantasy-Roman mit dem Titel ELLEK sein. Ich finde ihren Ansatz, genrem├Ą├čig sehr weit zu streuen interessant und bin gespannt, wie gut das langfristig funktioniert. Fantasy ist auf jeden Fall schonmal was f├╝r mich.

Aus der Szene
Die meiner Meinung nach begeisterungsw├╝rdigste Nachricht im elektronischen Buchhandel war die Einf├╝hrung von Gutscheinkarten mit Code, die es erm├Âglichen, B├╝cher als Karten zu verkaufen. Das wiederum bringt die M├Âglichkeit mit sich, eBooks in Zukunft auch als Geschenk zu erwerben und verbessert f├╝r Werber zum Beispiel auch die M├Âglichkeit, eBooks in Gewinnspielen zu verlosen.
Bei Meedia fragt Stefan Winterbauer mal nach der Datengrundlage f├╝r die eBook-Bestsellerlisten. Die Antwort bringt daraufhin Marc-Oliver Bischoff ein und sie l├Ąuft tats├Ąchlich darauf hinaus, dass viele unabh├Ąngig verlegte eBooks aufgrund der Kriterien f├╝r die Z├Ąhlung gar nicht erst in die Wertung kommen.
F├╝r alle, die nie mit einem gro├čen Verlagshaus Probleme hatten gibt es diese Woche diese ziemlich ├╝ble Geschichte nachzulesen. Auch wenn ich einige Sauereien von Verlagen geh├Ârt habe, das ist sowohl in der Art als auch in der Schwere der Vorw├╝rfe wohl einmalig. Eine eher versehentliche Sauerei war das weitgehende Verbot der Nutzung elektronischer Semesterapparate f├╝r Studierende.
Die Technology Review findet das wichtigste Argument in der Frage, ob Amazon ein Monopolist wird: Wenn, dann nur ein sehr schwacher, denn Amazon kann sehr schnell durch einen neuen Interneth├Ąndler ersetzt werden, wenn es Kunden und Anbieter falsch behandelt. Das lernt ├╝brigens seit einiger Zeit ebay und auch Aufstieg und Untergang diverser sozialer Netzwerke (kennt noch jemand Myspace? Yahoo Groups?) ├╝ber die Jahre spricht da eine klare Sprache.


Politische KW 15-2012

Sitzungen: 0 | Antr├Ąge in Arbeit: 3 | Sonst: 3 h Stand, ca. 1 h eMails, 2h Plakatkleben

Die Osterpause endet und es geht wieder zur├╝ck in die politische Arbeit – jetzt zuz├╝glich Wahlkampf. Also denn, auf in den Vorlauf:

Montag
Ostern hat definitiv zu viele freie Tage hintereinander, mir ist ja schon Weihnachten einen Tag zu lang. Da kam mir der zudem auch inhaltlich sinnvolle Ostermarsch in J├╝lich ganz recht. Also: Fahne eingepackt, angesichts des Wetters den Plan verworfen mit dem Fahrrad nach J├╝lich runterzufahren und dann in die Orga mit zwei kurzfristig ausgefallenen Autos reingeraten. Hat dennoch funktioniert und so war ich dann mit einigen Leuten vom Aktionsb├╝ndnis Strahlenzug in J├╝lich dabei.
Es ging vom J├╝licher Bahnhof zum Forschungsreaktor, quer durchs Niemandsland, was ich schon schade fand. Naja, immerhin mussten die Redner bei der Abschlusskundgebung sich so nicht anstrengen, rgendwen zu ├╝berzeugen, es war kein Atomkraftbef├╝rworter anwesend. Okay, vielleicht der Kameramann von der Lokalzeit Aachen. *seufz*
[youtube wvsfNryOmHQ]
Donnerstag
Etwas ├╝berraschend war ein Anruf der Rheinischen Post f├╝r eine Geschichte f├╝r voraussichtlich kommende Woche. Ich komm irgendwie auch nicht mehr aus der Presse raus, jede Woche etwas. Momentan kann ich aber noch unerkannt einkaufen gehen. ;-)
Inhaltlich ging es um Stra├čenumbenennungen. M├Ânchengladbach ist eine der letzten St├Ądte in Deutschland, die noch eine nach dem V├Âlkerm├Ârder und Kriegsheld Paul von Lettow-Vorbeck benannte Stra├če hat. Diese soll immer mal wieder erfolglos umbenannt werden, zuletzt kam dazu ein Vorsto├č von uns im letzten Herbst, nachdem ich ein Gutachten der Stadt Frankfurt zur dortigen Lettow-Vorbeck-Allee (inzwischen Namibia-Stra├če) ausgegraben hatte.
Nachdem ich ja vor zwei Wochen mehr oder weniger aufgegeben hatte, das Thema diese Ratsperiode zum Abschluss zu bringen sch├Âpfe ich nun wieder Hoffnung, dass ├Âffentliche Berichterstattung das Thema noch einmal vorw├Ąrts bringen kann.
Dabei ging es nat├╝rlich auch um die Frage, ob weitere Umbenennungen auf dem Programm stehen. Friedrich Ludwig Jahn, Carl Diem und Hindenburg (Paul von, nicht das Luftschiff) sind ja ebenfalls des ├Âfteren umstrittene Namensgeber. Dazu beschr├Ąnkte ich mich auf das, auf das ich mich auch jetzt beschr├Ąnke: Ich weiss nicht, ob da noch etwas kommt aber f├╝r mich pers├Ânlich ist Lettow-Vorbeck der ganz gro├če Problemfall und vor allem bei einer in M├Ânchengladbach so zentralen Stra├če wie der Hindenburgstra├če sieht die Kosten-Nutzen-Analyse nochmal ganz anders aus.

Samstag
Die Samstage sind zurzeit vom Wahlkampf gepr├Ągt, zumindest die Vormittage. Also mal wieder Stand an der Hindenburgstra├če (ha!). Immerhin war es diesmal interessant, ein Herr aus Wuppertal hat einige interessante Probleme im Berufsschulwesen angesprochen, die nach der Schilderung mehr Beachtung verdient h├Ątten.
Das Problem besteht darin, dass die Schulpolitik sich sehr stark auf die Schulen des ersten Bildungswegs konzentriert w├Ąhrend die Schulen des zweiten Bildungswegs (Abend- und Berufsschulen) hinten├╝berfallen.
Nun bin ich kein Schulpolitiker, aber wenn die Schilderung, dass etwa Mikroelektroniker an 10 Jahre alten Chips lernen m├╝ssen stimmt, dann haben wir hier ganz offensichtlich ein echtes Problem.


eBook-Land Woche 25

B├╝cher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Eink├╝nfte: 94,29 ÔéČ | H├Ąndler: 6

Diesmal am Mittwoch weil ich schlichtweg wegen des Feiertages einiges durcheinander gebracht habe. Vor allem die Wochentage, aber auch meinen Tag-Nacht-Rhytmus.

In eigener Sache
Okay, einige wundern sich wahrscheinlich, wo Feuchten Fu├čes bleibt. Nun, zwei Dinge sind passiert. Das eine ist wichtig f├╝r Wissenschaftsb├╝cher, das andere f├╝r kostenlose Angebote.
Zun├Ąchst die Wissenschaft: B├╝cher ├╝ber wissenschaftliche Themen stehen immer unter dem Damoklesschwert schneller Veraltung. Das gilt besonders f├╝r Wissenschaften mit ungew├Âhnlich viel Bewegung und Ver├Ąnderung in kurzer Zeit: Astronomie, Physik und eben Pal├Ąontologie. In diesem Fall erfuhr ich prompt am Dienstag abend von einer neuen Entwicklung, die exakt das Thema meines Buches (Evolution der ersten Amphibien) betraf. Gl├╝cklicherweise widersprach es dem nicht sondern st├╝tzte vielmehr die Thesen, die ich dem Buch zu Grunde legte (Pederpes finneyae ist in der Tat die ├ťbergangsform zwischen Fischlurchen und Lurchen), dennoch gab es ein paar Stelen die ich dadurch aktualisieren udn anpassen musste. Dazu kam ich wegen privater Termine erst am Donnerstag abend.
Hier spielt dann der zweite Punkt eine Rolle: Ostern. Mein Buch sollte ja die ersten zwei Tage kostenlos erh├Ąltlich sein. Das ist weniger effektiv, wenn sowieso alle ihre B├╝cher kostenlos abgeben und genau das passiert traditionell an Feiertagen wie eben Ostern. Also entschied ich mich, noch etwas zu warten.
Es wird dann wahrscheinlich, die Bearbeitungszeit von 24-48 Stunden bei Amazon eingerechnet, im Laufe der kommenden Nacht oder des morgigen Tages erscheinen.
Noch etwas zu den Zahlen: Der Luftpirat verkauft sich gar nicht. Bleibt das so, wird es auch keine weiteren von mir ins eBook-Format konvertierten B├Ąnde geben. Ich vermute, die Serie ist einfach zu unbekannt und die wenigen Liebhaber, die sie kennen, sind bereit, den h├Âheren Preis f├╝r die Nachdrucke auszugeben um sie als Sammler auch in Papierform zu haben. Schade, aber ist dann halt so.
Unterdessen schaffte es Dieses Cover ist M├╝ll! unter die 10.000 bestverkauften eBooks bei Amazon. Aktuell (48 Stunden sp├Ąter) ist es wieder unter 20.000 gefallen, hier scheint also ein Bereich mit starker Bewegung zu sein. Da das Ergebnis etwa einem verkauften Buch pro Woche entspricht scheint das auch der Durchschnitt zu sein – zumindest tummeln sich in diesem Zahlenbereich sehr viele Titel und tauschen st├Ąndig Pl├Ątze, eine typische Erscheinung in einem Mittelfeldbereich.

Aus der Szene
Besonders interessant fand ich diese Woche die von Taleist aufgeworfene Frage, ob die st├Ąndige Verf├╝gbarkeit von Worterkl├Ąrungen ├╝ber die W├Ârterbuchfunktion von eReadern unsere M├Âglichkeiten ver├Ąndert, wie wir unsere Geschichten schreiben – vor allem was den Wortschatz betrifft. Und ob das wiederum dazu f├╝hrt, dass unsere Kinder einen breiteren Wortschatz lernen als wir mit unseren Papierb├╝chern, die immer auf Verst├Ąndlichkeit bedacht geschrieben werden. Definitiv nachdenkenswert. IMmerhin steigt trotz allem weiterhin der Anteil der Menschen, die B├╝cher lesen.
Nat├╝rlich geht auch die Urheberrechtsdebatte weiter. W├Ąhrend das Handelsblatt ordentlich Werbung f├╝r die Piraten macht und sich zugleich endg├╝ltig zur Bild-Zeitung des Wirtschaftsjournalismus abstempelt wird Libri beim Leistungsschutzrecht mit einer wunderbar konsequenten Aktion aktiv und verzichtet zuk├╝nftig auf Zitate aus Presserezensionen in der Buchwerbung. In Amerika f├Ąllt einigen unterdessen auf, dass DRM vor allem Klein- und Mittelunternehmern schadet – Piraterie aber immer noch nicht wirksam verhindert, eher im Gegenteil. Eine andere Gier-Strategie, der eBook-Verkauf ohne H├Ąndler zeigt bei Harry Potter seine Nachteile: Auch wenn diese B├╝cher sich allein durch ihre Bekanntheit extrem gut verkaufen stellt das nicht nur die Nachhaltigkeit des Erfolgs in Frage, sondern auch die Praktikabilit├Ąt des Eigenverkaufs bei weniger bekannten Autoren als etwa J. K. Rowling. Das d├╝rfte in Zukunft noch wichtiger werden, denn allem Anschein nach koppeln sich die eBook-Verk├Ąufe immer st├Ąrker von den Printverk├Ąufen ab.


>Politische KW 14-1012

>Kurzer Hinweis: Da die Osterferien eine Sitzungspause mit sich bringen gibt es diese Woche keine Politische KW. Ich habe ein paar Antr├Ąge in der Mache und mache bei der Wahlkampfplanung mit, es ist aber nichts, wor├╝ber sich ein eigener Bericht lohnen w├╝rde. Die neue Woche allerdings startet (trotz fortgesetzter Osterpause) gleich mit einer Demo, daher wird es dann wohl wieder eine Politische KW geben.
Anmerkenswert ist vielleicht noch, dass ich inzwischen gekl├Ąrt habe, dass ich f├╝r die stellvertretende Position im Aufsichtsrat NEW mobil und aktiv GmbH keine regelm├Ą├čigen Gelder erhalte, sondern nur wenn ich als Stellvertreter an einer Sitzung teilnehme (was bisher noch nicht vorgekommen ist).


eBook-Land Woche 24

B├╝cher im Verkauf: 4 | Eigene: 1 | Eink├╝nfte: 75,95 ÔéČ | H├Ąndler: 6

In eigener Sache
Vor einem Monat schrieb ich vor ├╝ber die bisherigen Erkenntnisse aus meinem Twitter-Konto eBooksfuerlau und wie ich damit kein Geld machte. Am n├Ąchsten Tag ├Ąnderte sich das pl├Âtzlich und der M├Ąrz war f├╝r dieses Angebot gro├čartig. Was passierte war, dass eine einzelne Mitteilung sehr oft weiterverbreitet wurde. Pl├Âtzlich kam eine Massenwirkung auf und da einige Leser neben dem kostenlosen Download auch noch einen Einkauf mitnahmen bekam ich davon wie von Anfang an geplant etwas ab. Insgesamt rechnete Amazon meinen Links Ums├Ątze von 1.177,39 ÔéČ zu, wovon mir etwa 5% Verg├╝tung zukommen. Wobei man sagen muss, dass da eine Kamera f├╝r etwas ├╝ber 700 ÔéČ drinsteckt (Hinweis: ich kann sehen, was ├╝ber meine Links wie oft gekauft wird, aber nicht, wer kauft, datenschutztechnisch also keine Panik). Rechnet man diese raus, scheint das Ganze stabil zu bleiben – der aktuelle Stand f├╝r die ersten beiden M├Ąrztage sind 21,46 ÔéČ.
Nach diesem kleinen Ausflug in die Zahlenwelt zur├╝ck zu den eigenen eBooks: Feuchten Fu├čes ist endlich fertig und wird heute noch bei Amazon KDP hochgeladen. Mehr dazu, sobald das Buch bei Amazon ins Angebot aufgenommen wurde. Damit einher geht die Bekanntgabe der restlichen bisher geplanten Titel der Reihe: Schwarzer Schwinge war ja schon bekannt, danach folgen Klirrender K├Ąlte, Zackigen Zahnes und Schreitenden Schrittes. Ein sechster, noch namenloser Band, macht die Serie Meilensteine der Evolution dann vorerst komplett. Jeder Band wird nach der Ver├Âffentlichung f├╝r 90 Tage nur bei Amazon erh├Ąltlich sein, davon am Anfang zwei Tage kostenlos. Danach folgt die Ver├Âffentlichung bei weiteren eBook-Anbietern (von Apple bis Xinxii). Ist die Serie komplett, wird es noch zwei Sammlungen mit je drei B├Ąnden geben, einer sammelt die drei B├Ąnde aus dem Zeitalter der Dinosaurier (2, 3, 5) und einer die drei aus der Zeit davor (1, 4, 6). Die Einzelb├Ąnde werden f├╝r 1,49 ÔéČ erh├Ąltlich sein, die Sammelausgaben f├╝r 3,99 ÔéČ oder 3,49 ÔéČ (das entscheide ich noch konkret). Sollte ich die Reihe danach weiterf├╝hren geht es erstmal f├╝r drei B├Ąnde in das Zeitalter der S├Ąugetiere um alle drei gro├čen Erdzeitalter abzudecken und f├╝r jedes einen Sammelband anbieten zu k├Ânnen. Danach gibt es dann in punkto Erdzeitalter Kraut und R├╝ben, wobei ich dann lieber zu etwas anderem wechseln w├╝rde, wovon mich nur wirtschaftlich v├Âllig ├╝berraschend gro├čer Erfolg abbringen w├╝rde – auf jeden Fall wird es dann keine monatlichen Erg├Ąnzungen mehr geben, eher gelegentlich mal einen wenn ich eine gute Idee f├╝r ein noch nicht behandeltes Thema habe.
Die B├Ąnde k├Ânnen v├Âllig unabh├Ąngig voneinander in beliebiger Reihenfolge gelesen werden, sie beziehen sich nicht aufeinander. Ja, die Titel mit der zweiteiligen Alliteration bleiben Erkennungszeichen der Einzeltitel der Reihe. Wenn alles l├Ąuft wie geplant erscheint die Serie von M├Ąrz an mit einem neuen Band pro Monat. Sie sind wie auch am Preis erkennbar relativ kurz, daher geht das.

Immer im Hintergrund laufen unterdessen einige andere eBooks, die nicht zu dieser Reihe geh├Âren, allen voran Ratgeber aus diversen Bereichen. Diese erscheinen nach dem alten Programmiererbrauch: Wenn sie fertig sind. Ich habe mir inzwischen die Arbeitsweise angew├Âhnt, in kurzen Kapiteln zu schreiben, von denen ich dann am Abend (gew├Âhnlich schreibe ich immer zwischen 20 und 24 Uhr) mal eben eines in zwei Stunden schreiben und sp├Ąter nachbearbeiten kann. Das ist sehr effektiv, man kommt jeden Tag etwas weiter. Und wenn es nur eine neue Kapitel├╝berschrift mit ein paar Notizen zum sp├Ąteren Ausformulieren sind.

Freundliche Hinweise
Erneut darf ich hier auf Miriam Pharo hinweisen, deren Verlag sich kein Format entgehen l├Ąsst und auf Buch, eBook und App nun ein MP3-H├Ârbuch folgen l├Ąsst. Es freut mich f├╝r Miriam, dass sie einen so engagierten und multimedial offensiven Verlag hat, sowas ist selten. Ich bin selber eher kein H├Ârbuchkonsument und lese B├╝cher lieber, aber davon muss sich ja niemand abhalten lassen. ├ťbrigens denke ich selber auch daran, meine geplanten Kurzgeschichtensammlungen als H├Ârb├╝cher anzubieten. Aber bis dahin ist ja noch ein wenig hin.

Aus der Szene
Es war die Woche der Urheberrechtler Verwertungsrechtler, die sich als Urheberrechtler ausgeben und dabei jede Menge Unsinn erz├Ąhlen. Oder der Ahnungslosen, die eigentlich noch schlimmer sind, weil sie es besser wissen m├╝ssten. Ich weiss nicht wieso Leute, die f├╝r ihre Arbeit von der Verwertungswirtschaft je nach Branche nur 4-8% des Gewinns aus ihren Sch├Âpfungen erhalten (oder wie bei der GEMA f├╝r die Auff├╝hrung ihrer eigenen Musik bezahlen d├╝rfen) diese Verwertungswirtschaft verteidigen. Stockholm-Syndrom? Und die allem Anschein nach durch ├╝bertrieben lange Urheberrechtszeitr├Ąume (70 Jahre nach dem Tod!) daf├╝r sorgt, dass breite Teile der Kulturerzeugnisse des 20. Jahrhunderts verloren gehen sofern es sich nicht um Best- oder Longseller mit immer neuen Auflagen handelt.
Nun gut, diese Industrie hat es aber auch zunehmend schwer. Nachdem Amazon schon ein Modell vorgestellt hat, das diese Verwerter auf das notwendigste reduziert folgt nun auch noch Barnes & Noble mit einer Deutschlandtochter – der bisher einzige gro├če eBook-H├Ąndler, auf dessen Marktplatz Europ├Ąer keinen Zugriff hatten. Gleichzeitig pr├Ąsentiert LG das erste biegsame eInk-Display, zum wirtschaftlichen kommt also auch der technische Fortschritt.
In der englischsprachigen Welt entsteht grade eine gro├če Diskussion ├╝ber Spam und das Selbstverst├Ąndnis der Spammer, die selbst kurzerhand eigene Definitionen von „Spam“ erfinden um vorzugaukeln, sie handelten „ethisch“. Ausgel├Âst wurde das alles von diesem Beitrag der irischen Indie-Autorin Catherine Ryan Howard. Spannend, ich empfehle auch die Kommentare unter dem Beitrag und die dortigen Links zu lesen.


eBook-Cover des Monats M├Ąrz 2012

Letzten Monat gab es kaum was, diesen Monat ist die Liste an Kandidaten ewig lang geworden, darunter einige der besten, die ich bisher gesehen habe. Daher auch die lange „Auch-erw├Ąhnenswert“-Reihe. Darunter erstmalig auch ein franz├Âsischer Titel. Also denn:

10. Geliebte Teufelin
Der Schriftzug ist gradezu ├╝bertrieben „weiblich“, das wirkt schon fast absurd.
Eigentlich reicht daf├╝r schon das starke Motiv des St├Âckelschuhs mit dem roten Zeug an der Spitze. Letzteres sieht zwar aus wir verschmierter Lippenstift, ist aber dennoch wohl als Blut erkennbar. Die Frau, um die es geht ist in der Tat die Tochter des Teufels und so macht das ganze dann auch Sinn. Ja, Satanina (oder wie auch immer) d├╝rfte wohl Blut an ihren Schuhspitzen haben. Die selbstverst├Ąndlich schwarz sind, wie die restlichen Schuhe und mit rotem Innenfutter. Die Mauer ist rein farblich kein sonderlich attraktiver Hintergrund, passt aber zu einem allgemeinen Kerkermotiv.
Das Buch ist allem Anschein nach inzwischen leider nicht mehr erh├Ąltlich und zum Autoren Hans Bisplingshof findet Google nichts. Hmm.

9. The Banshee and the Linebacker
Was f├╝r dieses Cover spricht ist die Anwendung des Elements Farbe. F├╝r eine in Irland spielende paranormale Romanze ist gr├╝n perfekt, da es die irische Farbe ist. Und gr├╝ner als dieses Cover geht kaum. Zusammen mit dem prominent platzierten Wort „Banshee“ – der bekanntesten irischen Sagenfigur – bekommen wir eine ├ťberdosis Irland auf diesem Cover.
Die handwerkliche Ausf├╝hrung ist keine Profiarbeit, aber sie funktioniert, alle Farben sind nat├╝rlich und harmoniseren daher mit dem vorherrschenden Gr├╝n. Und das ist allem Anschein nach der absolute Fokus in der Gestaltung. Sicher keine schlechte Entscheidung f├╝r die Verk├Ąufe am in den USA und Irland wichtigen St. Patrick’s Day, einem Festtag, an dem zu Ehren der Smaragdinsel alles gr├╝n sein muss.

8. Goody Two Shoes
Noch mehr Gr├╝n bekommen wir mit Esmeralda Greene, aber wer so heisst (ob nun wirklich oder als Pseudonym), der sollte die Farbe auch konsequent ├╝berall einsetzen. Und anschlie├čend nur knallorange tragen, um nicht erkannt zu werden. Dass es ein Pseudonam ist, ist sehr wahrscheinlich, denn es handelt sich um das fast nie unter Klarnamen verlegte Genre der Erotikgeschichte, wie das Motiv unschwer erkennen l├Ąsst.
Auff├Ąllig sind hier zwei Dinge: Einerseits das f├╝r das Genre ├╝berraschend geschmackvolle Cover (das auf eine tats├Ąchlich weibliche Autorin hindeutet), andererseits die kreative Anwendung des Titelschriftzugs. Er folgt der Silhouette der Beine und entspricht in Farbe und Struktur den Strings der Schuhe.

7. The Toymaker
Das ist die Art Science-Fiction-Cover, die ich seit den fr├╝hen 90ern so sehr vermisse: Cover mit tats├Ąchlichen Science-Fiction Elementen als Titelbild. Sowas gibt es im Printbereich nur noch bei den Groschenromanen, Buchverlage gefallen sich in abstrakten Motiven, die nur wenig auf das Buch selbst zur├╝ckschlie├čen lassen (ausser beim Steampunk).
Die Biene auf The Toymaker ist ein cleveres kleines Bild, sieht es doch auf den ersten Blick und in der Verkleinerung aus wie eine Biene, bei der aber irgendetwas nicht stimmt. Bei n├Ąherer Betrachtung finden wir dann einen winzigen Roboter vor. Dass dieser auf dem Bild etwas Blut zu saugen scheint hilft, das Teil als bedrohlich darzustellen.

6. Ressort: Verbrechen
Der Titel scheint erstmal absurd, aber es geht um einen Journalisten, nicht um einen Ermittler. Ich kenne zwar keine Zeitung mit einem eigenen Ressort f├╝r Verbrechen, aber meinetwegen: K├╝nstlerische Freiheit.
Das Motiv nutzt Kontraste um zu wirken und stellt dem scharlachroten Kleid der Leiche einen fast eint├Ânig hellgrauen Hintergrund gegen├╝ber. In der Vergr├Â├čerung bin ich ziemlich verwirrt, wo bei diesem Bild oben und unten ist, der wichtige Punkt ist aber: Der uninteressant gef├Ąrbte Hintergrund hilft, das kr├Ąftige Rot hervorzuheben und so aus der Liste an Covern unter den Suchergebnissen herauszustechen.
Leichter Punktabzug f├╝r den im Vergleich zum Titel riesigen Autorennamen. Man sollte nicht darauf hinweisen m├╝ssen, dass weder Leiche noch M├Ârder Scott Nicholson sind.

5. The Zona
Die meisten deutschen Leser d├╝rften mit dem Titelbild wenig anfangen k├Ânnen, daher das als Einleitung: Dies ist ein Bild eines Graffiti der Flagge des US-Bundesstaates Arizona. Da das origin├Ąre Publikum des Romans wohl Einwohner Arizonas oder zumindest der USA sind, ist das kein bedeutendes Manko. Den Stil eines verdreckten Graffiti h├Ąlt das Cover komplett durch, vom Bild ├╝ber den Titel bis zum Autoren. Damit macht der Roman sein Thema, ein post-apokalyptisch dystopisches Arizona in nicht allzu fener Zukunft deutlich und setzt die Stimmung visuell greifbar um. Was ein wenig fehlt ist noch ein Hinweis darauf, dass es sich um eine kirchenkritische Dystopie handelt, ein kleines Kreuz oder dergleichen w├Ąre nett gewesen. Alles in allem aber ein sehr gelungenes Cover aus einem Guss.

4. Blood Sisters
Vampirromane geh├Âren zu den Genres, die mit Covern oft gro├čes Gl├╝ck haben. Selbst die schlechteren haben noch immer eine gewisse mystische Qualit├Ąt an sich. Dieses hier ist definitiv eines der besseren (sonst w├Ąre es nicht in der Liste). Sehr gef├Ąllt mir das Spiel mit der Farbe rot und roten Objekten: Lippenstift, die Rose und Blut gehen in einen Farbkontext ├╝ber, der sowohl Vampirismus (Verbindung Mund-Blut) als auch die damit verbundenen romantischen Ideen (Rose) gut repr├Ąsentiert. Das ebenfalls mit Vampiren verbundene Thema des Todes schl├Ągt sich im Schwarz der Rose und der Kleidung der Protagonistin wider.
Am st├Ąrksten wirkt aber die durch das Blut rot gef├Ąrbte schwarze Rose. Das ist ein ungew├Âhnliches Bildelement, das aufzufallen und anzusprechen weiss. Ein vorbildliches Beispiel f├╝r einen Ausgleich von Bildsprache und Auff├Ąlligkeit.

3. Boris Makes a Friend
Awwwwwwwwwwwwwwwwwwww… Tschuldigung, niedlicher Roboter im Visier.
Der zweite Boris-Band f├Ąhrt alles an Niedlichkeit auf, was er bieten kann und stimmt so auf die Geschichte des Comics ein. Das Bild selbst ist eine recht einfache Umsetzung des Titels mit Boris, wie er sein Spiegelbild entdeckt. H├╝bsch ist noch der Schriftzug am Geb├Ąude hinter dem offensichtlichen Fenster: Future Site of (???) Vista Estates, also speziell der Teil mit „Future“, also Zukunft. Das Format, die grauen Streifen und die Bandnummer in einem Umriss von Boris‘ Kopf machen eindeutig klar, dass es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt wobei dieser aus der Reihe das mit Abstand beste Cover hat.

2. Yarns & Stories of Abraham Lincoln
Lincoln und sein Hut sind immer f├╝r einen Scherz gut. Hier haben wir eines der wenigen eBook-Cover, bei dem ich schon beim Anblick schmunzeln musste. Clevere Anwendung des ikonischen Kleidungsst├╝cks, ohne das einige seinen Tr├Ąger gar nicht erst erkennen w├╝rden. Der Zeichenstil ist frisch und comichaft und verst├Ąrkt die klare Botschaft, dass dies ein lustiges Buch ist. Auf jeden Fall weiss ich jetzt, dass Lincoln im bett die Socken anbeh├Ąlt. Ein wichtiger Erkenntnisgewinn.
Beeindruckend ist, dass das Cover definitiv zum Buch passt – obwohl letzteres ein Titel aus dem Jahre 1901 in kommentierter und illustrierter Neuausgabe ist.

1. Isla Lacra
Cover mit einem Motiv im Motiv kommen bei mir immer gut an und das aus gutem Grunde: Sie funktionieren verkleinert, indem sie nur ein Motiv sehen lassen, aber die Ahnung mit sich bringen, dass etwas nicht stimmt. Das weckt das Interesse des potenziellen Kunden. Wir hatten das auf Platz 7 mit dem Toymaker schon einmal in dieser Liste und der Gewinner der ersten solchen Liste ist immer noch der beste Vertreter dieses Ansatzes.
Isla Lacra nun verbirgt in seiner Palmsilhouette ein interessanteres Bild: Den R├╝cken einer Frau mit gefesselten H├Ąnden. Dass es praktischerweise auch um eine entf├╝hrte Frau auf den Florida Keys geht schadet dabei nicht.

Ausserdem erw├Ąhnenswerte Cover diesen Monat:

F├╝r den April nehme ich gerne wieder per Twitter, Mial oder Kommentar Vorschl├Ąge entgegen.


Politische KW 13-2012

Sitzungen: 2(5 h)| Antr├Ąge in Arbeit: 3 | Sonst: 3 h Stand, ca. 1 h eMails

Eine vergleichsweise ruhige Woche: Ostern ist im Anmarsch und damit zwei Wochen Sitzungspause. Im Hintergrund laufen noch Haushaltsverhandlungen, aber mit denen habe ich an diesem Punkt nicht mehr viel zu tun. Also eine etwas k├╝rzere Ausgabe der Politischen KW:

Montag
Anstelle einer Fraktionssitzung gab es nun also eine Jahreshauptversammlung der Partei, auf der es um die Formalia f├╝r die Landtagswahl ging: Deligierte zum Parteitag in Essen (dank unseres Wachstums nunmehr 4 statt 3), Direktkandidaten (Hajo Siemes und Boris Wolkowski) und dergleichen mehr. Ich selbst bin nun Teil des Wahlkampfteams in MG. Ich hoffe, dabei auf einen Wahlkampf mit weniger Papierverschwendung und mehr Aktionen vor Ort hinwirken zu k├Ânnen. Klar wird es Plakate geben, aber letztlich dienen die keinem wirklichen Zweck ausser blo├čer Pr├Ąsenz. Bedeutet: Deutlich weniger Plakatierung als in der Vergangenheit.
Nicht m├Âglich war aufgrund dieser Sitzung die Teilnahme bei MG 3.0, der „Masterplaninitiative“. Das ist sehr schade, denn offenbar wurde grade mein Heimatstadtteil Dahl sehr intensiv mit Ideen bedacht. Daneben gab es den xten Vorschlag, den Gladbach aus dem Erdreich hervorzuholen und zu meiner ├ťberraschung war meine Idee dort untergebracht worden, die Hindenburgstra├če nur noch bergauf mit Bussen zu befahren um die Stra├če reduzieren zu k├Ânnen, die die dortige Fu├čg├Ąngerzone momentan zerschneidet und verkleinert.

Mittwoch
Wieder ein Stand: Die Karawane des Ortsverbandes Nord machte Halt auf dem Europaplatz. Ausgerufen war dazu das Thema Radstation, zu der es aber wenig neues zu berichten gab: Die Stadt hat von der Bahn die Erlaubnis erhalten auf deren Gel├Ąnde zu planen und tut eben dies nun. Planen heisst hier: Kosten f├╝r Bau und Betrieb ermitteln, genauen Ort festlegen, Aufgaben und grobe Gestaltung finden. Ich hoffe nur, das Bauamt macht nicht den selben Fehler wie in Rheydt, wo die Radstation von der Innenstadt kommend quasi unsichtbar ist, weil der Bahnhof genau davor steht.
Alles in allem abgesehen von dem ADFC-Menschen aus Neuss, mit dem ich mich lange unterhalten habe ein f├╝r mich inhaltlich eher uninteressanter Stand. Es sollte angemerkt werden: Dieser Stand h├Ątte auch ohne Wahlkampf stattgefunden, die Karawane des OV Nord ist eine auch ohne diesen laufende und schon vorher geplante Aktion.

Freitag
2 Stunden Wahlkampfteam, haupts├Ąchlich Koordinierung von Aktionen und St├Ąnden, die bereits laufen oder in kurzer Zeit organisierbar sind. Ich sag mal, wir gehen gut aufgestellt und motiviert in den Wahlkampf.
Unterdessen bin ich bei einem meiner Antr├Ąge zu der Erkenntnis gelangt, dass dieser als Schreiben an die beiden zust├Ąndigen Dezernenten mehr Aussicht auf Erfolg h├Ątte. Es geht um eine Ma├čnahme zur Verbesserung eines Radwegs, bei dem ich bereits vor zwei Jahren von der Verwaltung Zusage f├╝r Verbesserung erhalten habe, bis heute aber nichts passiert ist. Daher habe ich vor einigen Wochen entschieden, mich des Themas erneut und gezielter anzunehmen.

Sonntag
Eine beliebte Metapher f├╝r politische Kurs├Ąnderungen ist das Herumreissen eines Steuers. Je l├Ąnger ich in der Politik bin, desto mehr komme ich zu der ├ťberzeugung, dass schon der Grundgedanke hinter dieser Metapher falsch ist. Nur ├Ąusserst selten arbeitet kommunale Politik so wie ein Kapit├Ąn auf dem Frachter. Politikwechsel haben mehr etwas von der Verlegung eines Flusses. Das ist ein gewaltiger Unterschied: Ein Schiff steuert man um, indem man die Maschine selbst manipuliert und auf sie Einfluss nimmt – man dreht am Steuerrad. Bei Flussverlegungen funktioniert das Analogon dazu nicht: Wenn man einen Fluss verlegen will macht man das nicht, indem man das Wasser Eimer f├╝r Eimer woanders hintr├Ągt. Um einen Fluss zu verlegen baut man Sperren und gr├Ąbt ein neues Bett, damit das Wasser dieses f├╝llt.
Aus dieser hier etwas poetischer formulierten Erkenntnis heraus (ich mag das Bild einfach) ist ein neuer Antrag geboren, den ich nunmehr formulieren will. Dieser wird hochinteressant, da er eben nicht selbst die Stadt ver├Ąndert, aber Implikationen mit sich bringt, die Herangehensweisen und Denkmuster in einigen F├Ąllen ver├Ąndern k├Ânnten. Das grunds├Ątzliche Ziel ist es, Prozesse zu ver├Ąndern, indem ich das Bewusstsein f├╝r die Folgen einzelner Ma├čnahmen ver├Ąndere und bisher unsichtbare Aspekte ans Tageslicht hole. Zu oft werden in unserer Stadt Ma├čnahmen als isoliert und einmalig gesehen. Daran will ich etwas ├Ąndern.