eBook-Land Woche 32

B├╝cher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Eink├╝nfte: 154,82 ÔéČ | H├Ąndler: 6

In eigener Sache
Dieses Cover ist M├╝ll! hat mit einigen kleinen Korrekturen und Aktualisieurngen nunmehr Verisonsnummer 3.0.2 erreicht und war zu diesem Anlass am vergangenen Freitag kostenlos zu haben. Das Ergebnis ist dabei wesentlich schlichter als damals bei Feuchten Fu├čes: 237 Exemplare wurden am Freitag geladen, 3 seitdem verkauft (darunter mein erster Verkauf in Spanien). Dazu kommen noch 11 St├╝ck, die nach dem Ende der Gratis-Aktion als kostenlos gez├Ąhlt wurden. Ich vermute, das ist ein Darstellungsfehler und diese sind noch in der kostenlosen Zeit bestellt, aber erst sp├Ąter zur Statistik gez├Ąhlt worden. Ich habe dennoch Amazon dazu kontaktiert, vielleicht steckt ja noch Geld drin ;-) .
Ein Erfolg, den ich bei der anderen Aktion daf├╝r nicht hatte, waren gleich zwei hervorragende neue Bewertungen des Buches. Die erste davon kam w├Ąhrend der Aktion bei xtme, einer Seite, die regelm├Ą├čig kostenlose Amazon-eBooks sammelt und die besten (sowie ein richtig schlechtes als Warnung) verlinkt (also etwa das, was eBooksfuerlau bei Twitter macht).

xtme in seiner Liste guter kostenloser eBooks: Dieses eBook ist KEIN M├╝ll! Im Gegenteil, mir gef├Ąllt die konstruktive und detaillierte Herangehensweise des Autors an ein Thema, das jedem, der mal bei Amazon in den eBooks recherchiert hat, begegnet ist: schlechte und unleserliche Cover. Falls Sie sich mit dem Gedanken tragen, ein eBook f├╝r Kindle zu ver├Âffentlichen: lesen Sie dieses eBook! (Viele Abbildungen, 704 Positionen, 59 Normseiten, 3,99 ÔéČ Normalpreis)

Dazu kam gestern noch eine Rezension auf Amazon.de selbst, wenn ich das A. richtig aufdr├Âsel von SF-Autor Ava Felsenstein. Diese sind besonders wertvoll, weil sie dort f├╝r die Kunden sichtbar sind und vor allem die Sternwertung erscheinen lassen, die somit jetzt bei f├╝nf Sternen liegt:

H├Ątte ich dieses Buch doch schon viel fr├╝her gelesen…
.. wird sich so mancher Leser dieses Ebooks sagen, welcher ebenfalls ver├Âffentlicht hat und nie ganz mit seinem Cover zufrieden war. Eine F├╝lle guter Tipps, Anleitungen und Wegweiser sind hier zusammengetragen.(…)

Ich dr├╝cke dem Autor die Daumen, dass noch viele Autoren im Selbstverlag und andere Leser zu diesem Konzentrat an Wissen greifen und ihm die gerechtfertigten Platzierungen noch lange erhalten bleiben bzw. sich noch verbessern werden!

Wenn ich jetzt die nette Erw├Ąhnung bei Eileen Janket mitz├Ąhle, sind das drei positive Kritiken – drei mehr als bei Feuchten Fu├čes, welches bis heute die doppelte verkaufte Auflage aufweisen kann, es aber nur auf einen erfreulichen aber eher beil├Ąufigen Hinweis im Manager-Magazin gebracht hat. Ich vermute, Ratgeber werden einfach h├Ąufiger bewertet als Sachb├╝cher, da sie leichter nach Praxistauglichkeit benotet werden k├Ânnen. F├╝r mich eine interessante Erkenntnis.
Die n├Ąchste ├ťberarbeitung des Titels wird dann wohl wieder etwas gr├Â├čer sein – mit Version 3.1 ist dann im Sp├Ątommer zu rechnen, wenn nichts wichtiges dazwischenkommt.
Die zweite Auflage von Feuchten Fu├čes (also Version 2.0) n├Ąhert sich unterdessen ihrer Fertigstellung. Etwas sp├Ąter, als geplant, aber daf├╝r wird das Buch auch merklich an Umfang zulegen.

Freundliche Hinweise
Wilhelm Ruprecht Frieling stellt seine Autobiografie Der B├╝cherprinz oder: Wie ich Verleger wurde noch bis zum 31. Mai kostenlos zum Download. Frieling ist eine recht ungew├Âhnliche Figur in der deutschen Verlagsszene und unter anderem daf├╝r verantwortlich, dass das Konzept der Zuschussverlage hierzulande popul├Ąr wurde. Das liest sich locker und am├╝sant, auch wenn man vom Konzept des Zuschussverlages (urspr├╝ngliche Kernfunktion eines Verlages ist ja eigentlich grade die Finanzierung von Werken) wenig h├Ąlt.
Mein Eindruck bisher: Der Text ist offen und durchaus auch selbstkritisch. Nat├╝rlich als Autobiografie nicht abschlie├čend. Ich bin allerdings ein eher langsamer Leser und daher kann ich noch nichts zum Abschluss sagen. Einer der Gr├╝nde, warum ich praktisch nie Rezensionen schreibe (und H├Ârb├╝cher mit ihrer vorgegebenen Geschwindigkeit ohne parallele Beanspruchung der anderen Sinne nicht mag).

Aus der Szene
Die aktuellste, aber in gewisser Weise auch beachtlichste Meldung gleich zu Anfang: Heute morgen hat das Sat.1-Fr├╝hst├╝cksfernsehen ein selbstverlegtes Kindle-eBook empfohlen. Sechs von Niels Gerhardt, um genau zu sein. Der Videobeitrag selbst ist hier zu sehen.
Das gro├če Thema in den USA ist momentan eine Studie des Blogs Taleist, deren Auswertung allerdings sehr zu w├╝nschen ├╝brig l├Ąsst. So wird festgestellt, dass Autoren mehr Geld verdienen, wenn sie professionelle Hilfe (Lektorat, Korrektorat, Coverdesign) in Anspruch nehmen, aber nicht weiter gegraben, ob das die Ursache f├╝r die h├Âheren Eink├╝nfte ist oder nur eine Folge der eigentlichen Ursache. Sicherlich ein interessantes Projekt f├╝r jemanden, der Ahnung von Statistik hat.
Ein anderes Thema waren Rezensionen: Einerseits gibt es da eine Untersuchung, die zu dem Schluss kommt, dass Rezensionen verkaufsf├Ârdernd wirken – und zwar weitgehend unabh├Ąngig davon, wie das Buch bewertet wird. Andererseits nimmt das Problem gef├Ąlschter Rezensionen offenbar langsam ├╝berhand.
Amazon versch├Ąrft nebenbei die Regeln zu Spam und untersagt k├╝nftig auch die Nutzung von frei im Netz zug├Ąnglichen Inhalten, sofern es sich nicht um eigene Inhalte oder gemeinfreie Literatur handelt. Konkret richtet sich die Regel wohl gegen die zahlreichen eBooks, die nur aus abgeschriebenen Wikipedia-Artikeln bestehen.
Tony Sanfilippo besch├Ąftigt sich mit der Frage, wie Buchl├Ąden in Zukunft aussehen k├Ânnten. Alteingesessenen Lesern dieses Blogs werden Teile des Szenarios bekannt vorkommen. Ich vermeine unterdessen, erste Tendenzen zu einem Umdenken sehen zu k├Ânnen – man beachte die ├ťberschrift. An dieser Stelle ist auch erw├Ąhnenswert, dass die honorige Stiftung Lesen sich inzwischen deutlich hinter Selbstverleger stellt.
Ein Einzelerfolg, der nicht verschwiegen werden sollte ist nat├╝rlich Fifty Shades of Grey, jene Twilight-Fan-Fiction-Serie, die es leicht ├╝berarbeitet als wortw├Ârtlicher Vampirporno inzwischen in die Bestsellerlisten schafft – und mit seinen beiden Fortsetzungen in den USA zwischenzeitlich 25% des Belletristikmarktes ausmacht.


Politische KW 21-2012

Montag
Die Fraktionssitzung verlief relativ unspektakul├Ąr, wie es f├╝r die Sitzung vor einer Ratssitzung normal ist: Die meisten Themen sind schon vorher erledigt worden. Neu ist eigentlich nur eine Sparma├čnahme aus der Kategorie „Kleinvieh macht auch Mist“ – das st├Ądtische Geburtstagsgeschenk zum 80. und 85 Geburtstag soll gestrichen werden. Da sind wir bei uns aber einhellig f├╝r.

Abseits der Fraktionssitzung vernehme ich Andeutungen aus dem Umweltamt, dass sich beim Thema CD-Recycling etwas positives tut, ohne genau zu erfahren, was. Es ist jetzt auch schon gut ein Dreivierteljahr her dass wir im Umweltausschuss erfuhren, dass die Stadt f├╝r dieses Gesch├Ąft Geld ausgibt. Wir werden in den kommenden Monaten wohl davon h├Âren, ich hoffe sehr, dass es dort in Zukunft statt dessen Einnahmen gibt, die dem B├╝rger bei den Abfallgeb├╝hren zu Gute kommen, wenn auch nur im Centbereich.

Mittwoch
Die Ratssitzung war eine Haushaltssitzung und daher eher wenig interessant, weil es keine gro├čen inhaltlichen Entscheidungen abseits dessen gab. F├╝r eine Haushaltssitzung allerdings war sie dann doch wieder interessant.
Gleich zu Anfang gab es einen Vortrag zum JHQ. Die NATO-Milit├Ąrbasis unter britischer Hoheit zwischen Rheindahlen und Hardt wird im Laufe der n├Ąchsten Jahre komplett aufgegeben und die gro├če Frage f├╝r uns als Stadt ist: Was machen wir mit vier Millionen Quadratmetern frisch dazugekommener Fl├Ąche. Die Tendenz der gefragten Gutachter jedenfalls geht in ungef├Ąhr die selbe Richtung wie ich anno dazumal, was mich schonmal freut. Es gab dann noch von uns einen Antrag dazu, die Stadt soll sich die Option offenhalten, das Gel├Ąnde nach Abzug der Truppen zu kaufen, um die weitere Entwicklung dort besser kontrollieren und eventuell mit dem Weiterverkauf noch Gewinn machen zu k├Ânnen.

Bei den Haushaltsreden fand ich vor allem jene von Dr. Anno Jansen-Winkeln (FDP) bemerkenswert. Weniger wegen der von der Presse zitierten Streichliste, als wegen den zentralen Teilen der Einleitung:

[…]Schauen Sie sich in der Geschichte um. Welches Gesellschaftssystem kennen Sie, dass 10.000 Jahre ÔÇŽ nun lassen Sie mich mal nicht so anspruchsvoll sein ÔÇŽ sagen wir also 1000 Jahre ├╝berdauert hat?

Keines!

Und bereits 100 Jahre sind eine ausgesprochene Seltenheit. Umbruch, Wandel und Fehler die zur Katastrophe f├╝hren sind das Prinzip der Geschichte, nicht Sicherheit und der gute Ausgang der Dinge.

[…]

Nein, vielleicht noch nicht in Deutschland. Sicher aber in Spanien oder Griechenland. Vor 5 Jahren waren dies noch L├Ąnder, die mit Deutschland gut vergleichbar waren.

[…]

Ich habe offen gesagt gro├če Zweifel, dass wir noch eine Chance haben, das bisherige System dauerhaft zu stabilisieren. […]

Was wir hier sehen, ist der innere Widerstreit beruflichen Wissens (der Mann ist Arch├Ąologe) mit politischer ├ťberzeugung (immer noch FDP). Jansen-Winkeln kriegt noch die Kurve und stellt dann seine Streichliste auf, deren Durchsetzbarkeit sich noch herausstellen wird. Diese finde ich weitgehend uninteressant, eben weil das noch nichts weiter ist als seine pers├Ânliche kleine Liste.
F├╝r mich interessanter sind die obigen Zitate, da sie mittelfristig auf ein sehr starkes Umdenken bei diesem Mann hindeuten. Das sind nichts geringeres als Totenglocken des Wirtschaftsliberalismus, so klingt ein in sich zusammenbrechendes Weltbild. Jansen-Winkeln weiss um die mangelnde intellektuelle Redlichkeit seiner widerspr├╝chlichen Ausf├╝hrungen, soviel wage ich ihm zu unterstellen. Er wird die Widerspr├╝che zu kl├Ąren suchen. Das Ergebnis, so es noch vor seinem R├╝ckzug aus der Politik 2014 Form annimmt, wird in Zukunft politische Auswirkungen haben.
Erw├Ąhnenswert auch noch die Linke, die vor einer haushalterischen Vergeblichkeitsfalle warnt, als s├Ą├čen wir nicht l├Ąngst in dieser drin. Der Rest ist nicht weiter der Rede wert.
Alle Reden gibt es ├╝brigens hier bei der BZMG.
Mit dem Haushalt selbst bin ich zufrieden. Vor allem die Aufstockung der Gelder f├╝r die Sanierung der Heizanlagen von 500.000 ÔéČ auf 800.000 ÔéČ halte ich f├╝r einen richtigen und wichtigen Schritt zur Verbesserung der Situation M├Ânchengladbachs, aber auch die drei neuen Stellen (Mobilit├Ąts-, Inklusions- und Interkommunalbeauftragte/r) werden helfen, die Stadt voranzubringen. Es gibt einen neuen Budgetpunkt f├╝r Radwegebau und zugleich wurden Stra├čenbauprojekte auf Eis gelegt oder umgewidmet.

Donnerstag/Freitag
Weiter geht es auf dem Weg zu „meiner“ Radwegeachse Abteiberg-Stadtwald. Nachdem vorletzte Woche Montag ein Teilst├╝ck der Konradstra├če dran war, begab ich mich nun an die Viktoriastra├če. Der Haushalt der Stadt ist durch und somit ist wieder Raum f├╝r inhaltliche Antr├Ąge der Fraktionen, ├╝ber die man sich ausgiebig intern streiten kann.
Es geht hier vor allem um den Radweg auf dem schmalen ├Âstlichen (stadteinw├Ąrtigen) B├╝rgersteig, der komplett als benutzungspflichtiger Radweg ausgewiesen ist. Leider ist er aber auch einer der gef├Ąhrlichsten Radwege der Stadt: St├Ąndig laufen darauf Fu├čg├Ąnger umher, es stehen Schilder und Oberleitungsmasten der Bahn im Weg, die Einfahrt Oskar-Oster-Stra├če ist ohne Halten fast komplett uneinsehbar und auf den letzten hundert Metern d├╝rfen Autos l├Ąngs halb auf dem B├╝rgersteig stehen, was einen Radweg von sagenhaften 100 Zentimetern (stellenweise auch mal nur 80, je nachdem wie grade abgestellt wurde) ergibt. Und am Ende steht eine Kreuzung, an der keiner so recht weiss, wer wo lang soll. Hatte ich die Glasscherben vom Altglascontainer an der Strecke und die Dornranken vom Bahnsteig erw├Ąhnt? Achja, und nat├╝rlich l├Ąuft der Radweg gr├Â├čtenteils eng angeschmiegt an der zweieinhalb bis drei Meter hohen Mauer des Bahndamms. Ja, da kommt Freude auf. Das Ordnungsamt hat mir teilweise bereits vor zwei Jahren die Unbenutzbarkeit des Weges best├Ątigt, geschehen ist seitdem nichts.
Also habe ich mich erneut dieser Stra├če angenommen und einen Antrag vorgelegt, der die ganze Anlage um├Ąndert. In der Essenz wird der Radweg zum Fu├čweg und die Radfahrer bekommen statt dessen einen Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Bei der Situation in dieser Stra├če ist das deutlich sicherer als der Radweg auf dem B├╝rgersteig. Die abgestellten Autos im Endst├╝ck kommen weg. Auf der anderen Seite bleibt der Radweg auf dem B├╝rgersteig vorhanden, wenn auch mit einem etwas sp├Ąteren Anfangspunkt.
Ich nenne diese Ma├čnahmen allerdings nur vorl├Ąufig. Sollte der Aldi wirklich aus dieser Stra├če rausziehen, k├Ânnte das Raum f├╝r eine weitere Verbesserung hier geben. Beispielsweise k├Ânnte ich mir dann vorstellen, einen Teil der Stra├če f├╝r Pkw zur Einbahnstra├če nach S├╝den zu machen, mit der Dessauer Stra├če als Verbindung in die Gegenrichtung.


Umzug

Ja, ich bin mal wieder umgezogen. Ich denke, hier bleibe ich jetzt.
Blogspot hat sich mit der Zeit doch als sehr eingeschr├Ąnkt herausgestellt. Dateien hochladen, die keine Bilder waren, war so ziemlich ausgeschlossen. Eigene Plugins einzubauen war weitgehend ausgeschlossen. Und die URL sah auch nicht so besonders sch├Ân aus.

Also, hier nun mein Blog neu auf thomasdiehl.eu. Noch sieht es stark nach Umzug aus – die meisten Beitr├Ąge sind noch nicht eingepasst, die Schlagworte der importierten Beitr├Ąge erscheinen als Kategorien, das Twitter-Feld hat noch die falschen Farben, das Logo ist noch das mit dem Themen-Namen statt mit dem Blogtitel, wo jetzt die Kategorien stehen sollen statt dessen die Seiten hin – eine Menge Kleinkram halt. Ob ich dort, wo jetzt Anzeigen stehen weiterhin Anzeigen stehen lasse, weiss ich noch nicht. Die Anzeigenpl├Ątze kamen mit dem Layout und ich habe erstmal nur die wirklich st├Ârenden rausgenommen.
Der Umfang hier wird den des alten Blogs allerdings deutlich ├╝bertreffen – auch meine anderen alten Blogs werden hier mit reingepackt, einschlie├člich der wenigen Fragmente, die ich noch von meinem ersten habe, damals, 1999-2002 auf Geocities.

Mit dem Umzug einher gehen Aktualisierungen meiner beiden bis jetzt verlegten eBooks, damit das Impressum aktuell bleibt. Zum Anlass des Umzuges erhalten beide einen Kostenlostag.
Den Anfang macht die bereits fertige Aktualisierung von Dieses Cover ist M├╝ll auf nunmehr Version 3.0.2. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch zwei Tippfehler ausgeb├╝gelt, die mir zuvor durch die Lappen gegangen waren und einen Punkt aus den Nutzungsbedingungen von Apple iBooks (Cover m├╝ssen dort zwingend den Autoren nennen) erg├Ąnzt. Dieses Buch wird am Freitagmorgen bis Samstagmorgen kostenlos sein.
Morgen dann geht Feuchten Fu├čes auf die Versionsnummer 2.0 und erh├Ąlt dabei neben der Kontaktaktualisierung auch ein neues Kapitel zum Zeitalter des Devon (daher der gr├Â├čere Versionsnummernsprung) und einige Erg├Ąnzungen im restlichen Text zu den Arten Ichthyostega und Gogonasus. Dieses Buch wird dann am Samstag anl├Ąsslich Umzugs und der Aktualisierung noch einmal f├╝r 24 Stunden kostenlos erh├Ąltlich sein. Das wird das letzte Mal sein, dass Feuchten Fu├čes kostenlos erh├Ąltlich ist.
Fr├╝here K├Ąufer beider B├╝cher werden in den n├Ąchsten Tagen eine Mail von Amazon erhalten, mit der die kostenlose Aktualisierung der bereits erworbenen Dateien m├Âglich ist.


eBook-Land Woche 31

B├╝cher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Eink├╝nfte: 143,90 ÔéČ | H├Ąndler: 6

In eigener Sache
Meine ├änderung des Ver├Âffentlichungsrhytmus von Meilensteine der Evolution bringt leider auch eine Verz├Âgerung mit sich: Schwarzer Schwinge erscheint nunmehr etwas sp├Ąter, ist daf├╝r aber auch gleich auf dem neuesten Stand. Urspr├╝nglich wollte ich ja erst dieses Buch fertigstellen und dann die neuen Inhalte per Aktualisierung nachliefern. Jetzt kommt das Buch bereits in der um das neue Kapitel erweiterten Version, vorher gibt es noch eine entsprechende Aktualisierung von Feuchten Fu├čes.
Abgesehen von dem neuen Kapitel stehen sowieso ein paar n├Âtige Aktualisierungen auf der Kontaktseite an (ich ziehe wieder auf eine eigene Domain, Blogspot schr├Ąnkt meine M├Âglichkeiten doch sehr ein), also mach ich das gleich in einem Rutsch. Ebenso wird es dann eine Aktualisierung von Dieses Cover ist M├╝ll geben, dann auf Version 3.0.2. Bei der Gelegenheit wird dieses Buch auch ein paar kleine Verbesserungen im Layout und eine kleine Anpassung zu den Nutzungsbedingungen von iBooks bez├╝glich Coverdesign erhalten.
Auf der anderen Seite werden dadurch die restlichen B├Ąnde der Reihe etwas fr├╝her und zeitlich n├Ąher beieinander erscheinen. Damit kommt der vorerst letzte Band nicht kurz vor Weihnachten, sondern schon im Sp├Ątsommer. Fr mich heisst das auch, dass ich mich dann intensiver anderen Projekten widmen kann – ich mag Meilensteine der Evolution zwar und es ist mein mit Abstand erfolgreichstes Buchprojekt, ich will aber auch noch einige andere Projekte umsetzen. Wie andernorts schon gesagt: M├Âglicherweise gibt es 2013 eine zweite Staffel mit nochmal 6-10 B├Ąnden. Vorher will ich aber anderswo voran kommen, insbesondere mit meinen Romanen, die teilweise seit Jahren schon zu Bildschirm wollen.

Freundliche Hinweise
Ich darf diesmal auf Sektion 3: Hanseapolis – Pr├Ąludium von Miriam Pharo hinweisen, auch wenn es anders als von den beiden Vorg├Ąngern Schlangenfutter und Schattenspiele leider noch keine eBook-Ausgabe gibt.
Obwohl ich nicht die geringste Ahnung von Musik habe (ich h├Âre sie gern, das isses aber auch), geschweige denn von Chopin (ich hab den Namen schonmal geh├Ârt und kenne I Like Chopin von Gazebo), ist das Setting von Hanseapolis doch ein interessantes. Und ich liebe kreative Settings fast noch mehr als gute Geschichten. Wenn jetzt noch eine wirklich gute Geschichte dazukommt – und danach sieht der Klappentext aus – bin ich ganz klar als Leser an Bord. Nur muss jetzt noch eine elektronische Variante erscheinen ;-).
Papierfans lege ich es jetzt schon ans Herz. Ich werde solange Zeit rausschneiden, um endlich mal per Eternal Sonata eine Einf├╝hrung zu Fr├ęd├ęric Chopin zu erhalten. Bildung muss sein.

Aus der Szene
Es gibt zurzeit wenige, aber umw├Ąlzende Entwicklungen im eBook-Bereich und dem POD-Bereich direkt nebenan.
Mein Verdacht, Barnes & Noble wollen mit dem Nook Amazon Kindle als Marktf├╝hrer abl├Âsen erh├Ąrtet sich durch ein Abkommen der amerikanischen Kette mit dem deutschen Branchenf├╝hrer Thalia, die allem Anschein ihr eigenes Leseger├Ąt, den Oyo, zu Gunsten des Nook aufgeben wollen. Unterdessen fasst Amazon im Bedarfsdruck (POD) Fu├č und stellt Europ├Ąern Createspace zur Verf├╝gung. Die bisher gr├Â├čten Anbieter, BOD, Smile und Lulu haben hierzulande nur ein Nischenpublikum erreicht – Createspace aber hat ├╝ber Amazon eine ganz andere Marketing-Maschinerie hinter sich.
Unterdessen steht Lendle zum Verkauf – die Plattform zum gegenseitigen Verleih von Kindle-B├╝chern. Ob das das Ende der Plattform bedeutet, bleibt abzuwarten.
Eine andere interessante neue Webseite ist diese Woche neu aufgetaucht: Unglue.it gibt Autoren und Rechteinhabern die M├Âglichkeit, Bedingungen zu nennen, unter denen sie ihre Werke frei der Allgemeinheit zur Verf├╝gung stellen w├╝rden. Konkreter: Einen Preis. Eine Art umgekehrtes Kickstarter also. Beim aktuellen Tempo k├Ânnte das erste erfolgreich „entleimte“ Buch in zwei Wochen vermeldet werden.


Politische KW 20-2012

Die Woche nach der Landtagswahl. Und dann noch eine mit einem Feiertag mittendrin. Das bedeutet etwas Ruhe und Erholung von den letzten Wochen. Trotzdem ist der Beitrag zu dieser Woche wieder einer der l├Ąngeren. Ich mache etwas falsch.

Montag
Ein gro├čes Thema in der Fraktion war nat├╝rlich die Landtagswahl am Sonntag. Die Analyse ist ganz interessant: Obwohl die Ergebnisse deutlich sichtbar aus der Landespolitik und nicht aus der Kommunalpolitik kommen, gibt es doch einen klaren kommunalen Einfluss. Besonders auff├Ąllig: Die meisten Parteien haben ├╝berall dort ├╝berdurchschnittlich abgeschlossen, wo sie Mitglieder wohnen haben. Die eine Ausnahme hiervon, die mir aufgefallen ist, ist interessanterweise die FDP. Dort ist es eher umgekehrt.
Dabei ist das weniger auf der Ebene der Wahlkreise (etwa entsprechend den Stadtteilen), als vielmehr auf der Ebene der Stimmbezirke (einzelne Wahllokale).
F├╝r uns gilt: Wir haben unser Ergebnis ungef├Ąhr gehalten. Ich bin damit sehr zufrieden, andere weniger. Nunja.
Ein anderes interessantes Detail ist das ├╝berdurchschnittliche Abschneiden im Bereich Hermges (aber nicht in Ohler, das zum selben Wahlkreis geh├Ârt). Gr├╝ne und Piraten haben hier zusammen mehr als 20% der Stimmen. Man sieht dem Hochschulviertel das studentische Milieu nicht an, aber an solchen Subtilit├Ąten bemerkt man es dann doch.

In einem anderen Kontext kam noch das Thema Stra├čenbahn auf. Dazu nur eine Sache: Ich mag die Dinger nicht. Es gibt kein radfahrerfeindlicheres Verkehrsmittel als die Stra├čenbahn mit ihren mitten auf der Stra├če liegenden Schienen. O-Busse meinetwegen, aber bitte nicht dieser Schrott

Dienstag
Am Abend ging es mal wieder in die Waldhausener Stra├če, zum nunmehr (vorerst) letzten Laborgespr├Ąch zur Altstadtvitalisierung. Das hie├č zwar, ich konnte nicht auf einer Veranstaltung zur B├╝rgerbeteiligung im Schloss Rheydt sein, aber nach allem, was ich geh├Ârt habe war die ohnehin nicht so prickelnd.
W├Ąhrend also anderswo wenig kompetent ├╝ber B├╝rgerbeteiligung gesprochen wurde, haben wir (die BV Nord) diese (hoffentlich kompetenter) umgesetzt.
Thema waren Verkehr und „Parken“* in der Altstadt. Einigkeit herrschte unter allen Beteiligten, dass die Autos st├Ąrker in den umliegenden Tiefgaragen und Stellplatzt├╝rmen stehen sollen und nicht mehr auf den Stra├čen rund um die Altstadt, wo nur Anwohner (bzw. verwaltungstechnisch korrekt Bewohner) ihre Autos abstellen k├Ânnen sollen. Es gibt direkt umliegend genug gro├če, nachts weitgehend leerstehende Anlagen.
Ich bin der Meinung, dazu braucht es ein weitr├Ąumiges System von Hinweisen auf diese Anlagen. Das griff Martin Heinen (CDU) auf und schlug eine Art Marke „Altstadtparken“ mit klar wiedererkennbarem Logo vor, die ein einheitliches Hinweissystem erhalten und gemeinsame Preise etc. bilden.
Das andere gro├če Thema, das aufkam, ist die Schule. Das Gymnasium am Geroweiher samt Montessori-Grundschule ist ein Riesenkomplex mitten im Stadtteil mit entsprechend vielen Sch├╝lern. Da Eltern heutzutage ihren Kindern keine 5 Meter Fu├čweg mehr zuzutrauen scheinen (scheiss Auto-Gew├Âhnung) bedeutet das jede Menge Verkehr in der Altstadt, in Stra├čen, die ihn nicht aufnehmen k├Ânnen. Einschlie├člich r├╝ckw├Ąrtsfahren in einer langen, engen Gasse, weil der Platz nicht zum Wenden f├╝rs Rausfahren reicht. Man kann sie nicht per „Anlieger frei“ raushalten, denn jemand, der sein Kind zur Schule bringt ist ein Anlieger (er hat ein Anliegen – ja, das ist die Bedeutung von „Anlieger“).
Die andere Option w├Ąre, im Geropark den Weg hinter der Bushaltestelle so zu ver├Ąndern, dass man dort zu Anfang und Ende der Schule mit dem Auto anfahren kann. Dazu m├╝sste man von der Bushaltestelle bis zum Parkweg einen zus├Ątzlichen Weg anlegen. Normalerweise w├Ąre der ein Fu├čweg, nur zur Schule darf man mit dem Auto drauf. Da es keinen anderen Grund g├Ąbe diesen Weg mit dem Auto zu benutzen, als Kinder hinzubringen bzw. abzuholen, sollte das kein gro├čes Problem f├╝r den Park sein. Es ist definitiv eine einfachere und auch ├Âkologisch bessere L├Âsung als der Bau einer komplett neuen Sackgasse in den Park – vor allem, da der Park nicht in seiner Natur als Park eingeschr├Ąnkt wird. Das Problem ist: Eine derma├čen gro├če Schule muss auch vern├╝nftig zug├Ąnglich sein. Das ist bisher nicht der Fall und deshalb haben wir die Probleme mit den irrlichternden Eltern in der Altstadt.

Samstag
Auch mal interessant: Kaum h├Ąlt man die Linken von der Propaganda ab unterh├Ąlt man sich am Stand der Linken mit den Leuten, kommt das Radio vorbei und fragt, was man vom Urheberrecht so h├Ąlt. In genau dieser Konkretion. Innerhalb von 15 Sekunden, damit man daraus f├╝r die Sendung eine O-Ton-Einblendung machen kann.
Also geht nur ein „das Urheberrecht ist reformbed├╝rftig, aber im Kern gut“. Das Thema ist aber um einiges komplexer als das. Fr├╝her oder sp├Ąter werde ich das Thema hier weiter vertiefen. Eher fr├╝her. Das Thema hat sich eine grunds├Ątzliche Kl├Ąrung verdient. Jetzt ist aber grade Mitternacht durch, da bin ich nicht mehr fit genug f├╝r eine solche Grundsatzerkl├Ąrung.

* Ich habe entschieden, das Wort „parken“ und sein Wortfeld so m├Âglichst nicht mehr zu benutzen. Ich spreche lieber vom Abstellen der Autos, das klingt weniger freundlich. Auf einem Parkplatz wachsen keine B├Ąume, geschweige denn ein Park, und es ist somit eine Fehlbenennung.


Meilensteine der Evolution

Kommen wir zu einem Thema, zu dem ich schon l├Ąnger einen kompletten ├ťberblick geben wollte. Da ich grade entschieden habe, meinen Ver├Âffentlichungsrhytmus von Meilensteine der Evolution komplett umzustellen, halte ich dies f├╝r einen guten Moment, um ein wenig mehr ├╝ber die Serie zu erz├Ąhlen. Wo sie herkam, wo sie hingeht.
Also, auf auf Doktor Freuds Couch, es geht in meine Kindheit:

Kindheit
Etwa ab dem Alter von sechseinhalb war ich ein richtiggehender B├╝cher-Freak. Ich hatte Lesen nicht vor der Schule gelernt und holte nun auf. Was mich vor allem faszinierte waren B├╝cher ├╝ber die Natur und hier wiederum eine Art von Kreaturen ganz besonders: Dinosaurier und ihrem Schlepptau alles, was sonst noch ausgestorben war. Es half, dass die westliche Welt grade im Vorlauf einer gewaltigen Dinosaurier-Welle („Dinomanie“) war, die ihren H├Âhepunkt 1993 mit dem Erfolg von Jurassic Park erreichen sollte, sich aber schon lange vorher ank├╝ndigte. Dass sowohl Jurassic Park als auch zwei Jahre zuvor der dazugeh├Ârige Roman Dino Park gro├če Erfolge waren kam nicht von ungef├Ąhr.
Die Pal├Ąontologie befand sich in gro├čer Umw├Ąlzung, da sich just zu jener Zeit die Erkenntnis Bahn brach, dass Dinosaurier keineswegs plumpe Reptilien waren, sondern den modernen S├Ąugetieren im Lebensstil in nichts nachstanden. Die Umw├Ąlzung eines ganzen Wissenschaftszweiges lie├č sich fast Tag f├╝r Tag in der Zeitung verfolgen. B├╝cher ├╝ber Dinosaurier zu finden war damals einfacher denn je und so wuchs meine Sammlung von B├╝chern ├╝ber diese Tiere.
├ťber diesen Umweg kam ich mit einem kaum beachteten Buchgenre in Ber├╝hrung: Xenofiktion. Die Xenofiktion umfasst Geschichten mit einem Fokus auf nichtmenschliche Hauptfiguren. Unten am Fluss ist das wohl bekannteste Beispiel, aber f├╝r mich war ein anderer Autor zentral f├╝r meine weitere literarische Pr├Ągung: Lothar Streblow.

Streblows Tiergeschichten umfassten drei Urzeitgeschichten. Die B├╝cher sind inzwischen weitgehend vergessen und leider auch nicht mehr im Druck. Aber f├╝r mich haben sie die erz├Ąhlte Geschichte als Methode der Beschreibung fest mit dem Leben der Urzeit verbunden, Streblow w├╝rde ich heute als einen meiner gr├Â├čten literarischen Einfl├╝sse bezeichnen (mit Bernard Werber, Franz Kafka und Jean Paul).

Gymnasium
Springen wir ein bisschen. In der Zwischenzeit las ich weitere Xenofiktion wie Raptor Red und Die Ameisen. Die wenigen Vertreter des Genres wurden meine Lieblingsb├╝cher und -filme. Aber hier geht es um die andere Motivation f├╝r die Serie Meilensteine der Evolution.
Etwa in der zw├Âlften Klasse erfuhr ich von der Bewegung der Kreationisten. Eine Klassenkameradin hatte damals das Buch eines Niederl├Ąnders gelesen und gab es mir zum Widerlegen. Meine Jahre Besch├Ąftigung mit den Tieren der Urzeit hatten mich zu diesem Zeitpunkt zu einem Experten f├╝r diese Tiere gemacht (noch heute kennen Sch├╝ler der Peter-Ustinov-Schule aus Erz├Ąhlungen den „Dinosaurier-Jungen“, wie ich bei einem Besuch dort 2009 erfuhr – aber das ist eine andere Geschichte).
Wie dem auch sei, ich erfuhr also von den Kreationisten, einer losen Gruppe radikal Christen, die glaubten, dass die Welt von (einem) Gott erschaffen sei und sich seitdem nur marginal ge├Ąndert habe. Sehr verk├╝rzt formuliert. Family Guy erkl├Ąrt den Unterschied etwas besser:

Die Kreationisten argumentieren nicht etwa mit Beweisen f├╝r ihre Idee, sondern mit Hinweisen auf L├╝cken in unserem Bild der Evolution.

L├╝ckenschl├╝sse
Und hier nun kommen wir langsam zur Gegenwart. Die Kreationisten behielt ich im Auge und sie begannen, Fu├č zu fassen. Vor allem in der evangelikalen Bewegung in den USA, aber als Ausl├Ąufer dessen zunehmend auch in Europa. Ihr Hauptargument war immer wieder: Es gibt keine „Missing LInks“, womit sie ├ťbergangsformen zwischen verschiedenen Tiergruppen meinten. Jene, die sie kannten, widerlegten sie immer wieder ausf├╝hrlich. Wenn man nur ein einziges Tier als Stellvertreter der gro├čen Anzahl von Tieren sieht, die den ├ťbergang zwischen zwei Gruppen bilden, ist das relativ einfach. Und hier ist mein Ansatzpunkt: Von allen gro├čen ├ťberg├Ąngen gibt es jeweils eine ganze Reihe von Arten, die bekannt sind. Nicht nur die allgemein bekannten Schulbuchg├Ąste wie Urvogel Arch├Ąopteryx, Urmensch Australopithecus und Urlurch Ichthyostega. Ich war der ├ťberzeugung, w├Ąren s├Ąmtliche Schritte der gro├čen evolution├Ąren Meilensteine bekannt, br├Ąche die Argumentation der Kreationisten in sich zusammen.
Also nahm ich mich dessen an.

Meilensteine der Evolution
Ich begann mit den Amphibien. Die letzten Jahre waren von zahlreichen Neuentdeckungen bei den fr├╝hesten Landwirbeltieren gepr├Ągt und so waren sie eine nat├╝rliche Wahl f├╝r ein aktuelles Thema an einem entscheidenden Punkt in der Evolution des Lebens auf der Erde. Weitere B├Ąnde sollten monatlich folgen.
Und hier kommt die Ver├Ąnderung ins Spiel, von der ich anf├Ąnglich sprach. Innerhalb eines Monats kamen drei weitere B├Ąnde zu den urspr├╝nglich geplanten sechs. Auch wenn Feuchten Fu├čes ein Erfolg war und ich kein gro├čes Problem damit h├Ątte, die Serie best├Ąndig weiterzuschreiben: Es gab keinen Grund f├╝r einen solchen Rhytmus. Die B├Ąnde sind alle sehr ├Ąhnlich aufgebaut und k├Ânnen recht schnell geschrieben werden, indem ich einfach diese Grundstruktur anders f├╝lle.
Also erscheinen die restlichen B├Ąnde nicht mehr monatlich, sondern nach dem ganz einfachen Motto: Wenn sie fertig sind. Da das das Einhalten einer festen Reihenfolge ad absurdum f├╝hrt, wird es eine solche nicht mehr geben: Feuchten Fu├čes wird schon bald in einer erweiterten zweiten Auflage erscheinen, bei der unter anderem die Bandnummer auf dem Titelbild verschwindet. Alle anderen B├Ąnde erscheinen entsprechend in loser Reihenfolge, wenn sie fertig sind. Und wahrscheinlich auch schneller als einmal im Monat. Das sind die B├Ąnde mit andauernder Alliteration, die Hauptserie. Dies w├Ąren nach aktueller Planung (mit dem jeweiligen Thema und der ├ťbersichtlichkeit halber noch mit urspr├╝nglich geplanter Bandnummer):

  1. Feuchten Fu├čes (Die ersten Amphibien)
  2. Schwarzer Schwinge (Die fr├╝hen V├Âgel)
  3. Klirrender K├Ąlte (Die Entstehung der Jahreszeiten)
  4. Zackigen Zahnes (Die „kambrische Explosion“)
  5. Schreitenden Schrittes (Die letzten Flugsaurier)
  6. n.b. (Fliegende Reptilien des Perm)
  7. Flinker Flosse (Evolution der Wale)
  8. n.b. (Massensterben am Ende des Perm)
  9. Klaubender Klaue (Entstehung Mittelamerikas)

Zur Hauptserie gesellt sich eine Erg├Ąnzung, eine ├ťbersicht der Erdzeitalter, die zugleich als Begleiter der B├╝cher und Werbung f├╝r diese l├Ąuft. Dieser Band mit dem komplett aus der Reihe fallenden Titel ├äonen der Urzeit wird als Bonus kostenlos hier auf der Seite f├╝r alle Leseger├Ąte erh├Ąltlich sein. Neben dem Hauptinhalt enth├Ąlt er auch Hinweise auf die B├Ąnde der Hauptreihe und erf├╝llt so eine Zusatzfunktion als Werbung.

Nachdem die Serie wie geplant durch ist (eventuell mit einem zehnten Band zur Abrundung), erscheint ein Sammelband Meilensteine der Evolution mit s├Ąmtlichen B├Ąnden zuz├╝glich des Bonusbandes in einem. Dieses wird als eBook f├╝r 9,99 ÔéČ (statt 12,41 bzw. 14,90 f├╝r alle Einzelb├Ąnde zusammen) erscheinen. Ich habe eine Weile ├╝berlegt, eine Papierausgabe davon zu produzieren, das ist aber bei farbig illustrierten B├╝chern wegen der hohen Preise (ich w├╝rde inklusive Vertrieb etc. erst ab 30 ÔéČ keinen Verlust machen) f├╝r Farbdruck illusorisch. Vielleicht gibt es eine schwarz-weisse Printausgabe f├╝r 14,99 ÔéČ oder so damit ich mir was als Andenken aufs Regal stellen oder bei Werbeauftritten und an Bibliotheken verschenken kann). Hinzu kommt m├Âglicherweise ein kostenloser Sammelband, der nur die Geschichten enth├Ąlt und als Werbung f├╝r die „Vollversionen“ ├╝ber BitTorrent verteilt wird – das muss ich mir noch ├╝berlegen.
Meinen Plan, drei Sammelb├Ąnde (einen f├╝r jedes ├äon der Erdgeschichte) zu ver├Âffentlichen gebe ich dagegen auf. Einige Zusammenh├Ąnge wie die Evolution des Fluges gehen ├╝ber solche Einteilungen hinaus und w├Ąren dadurch auf unterschiedliche B├Ąnde zerteilt worden.

Damit sehe ich die Serie dann als vorerst abgeschlossen an. Eventuell gibt es 2013 eine zweite Staffel mit separatem Sammelband. Mit einem Blick auf den Beginn mehrzelligen Lebens im Pr├Ąkambrium, die Rieseninsekten des Karbon, die Welt des letzten Eiszeitalters und weiteren Meilensteinen der Evolution. Auf der Erde gibt es seit etwa 3,5 Milliarden Jahren Leben. Es gibt also viel zu erz├Ąhlen.


eBook-Land Woche 30

B├╝cher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Eink├╝nfte: 142,65 ÔéČ | H├Ąndler: 6

In eigener Sache
Nachdem sich Feuchten Fu├čes nun also eingependelt hat, ist es auch schon Zeit f├╝r den n├Ąchsten Band der Reihe: Ich hoffe, Schwarzer Schwinge bis zum Wochenende, am besten zu Christi Himmelfahrt, in den Verkauf stellen zu k├Ânnen. Das Buch hat die selbe Grundstruktur (Kurzgeschichte, Sachtext, Tierportr├Ąts), liegt aber thematisch etwa 250 Millionen Jahre n├Ąher an der Gegenwart, in der fr├╝hen Kreidezeit des heutigen China also mitten in der Bl├╝tezeit der Dinosaurier.
Es wird sich mit den Raptoren besch├Ąftigen, jenen gefiederten Dinosauriern aus Asien, Europa und Nordamerika, von denen im Moment niemand so recht weiss, ob sie noch klassische Dinosaurier mit Federn oder schon fr├╝he V├Âgel sind. Tiere wie Velociraptor, Archaeopteryx, Microraptor und Deinonychus.
Die Raptoren sind interessant, weil fast alles, was wir noch vor 20 Jahren (als Velociraptor seinen gro├čen Auftritt in Jurassic Park hatte) ├╝ber sie zu wissen glaubten, in k├╝rzester Zeit als falsch herausstellte. Oder wer h├Ątte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass eine Velociraptor-Familie wahrscheinlich so aussah:


Fluffigste Killer-Dinosaurier aller Zeiten

Aus der Szene
Mit der Wool-Serie hat es erneut ein selbstverlegter Roman bzw. in diesem Fall halt eine Romanserie, geschafft, die Filmrechte zu verkaufen. Das Besondere: Als Regisseur ist Ridley Scott im Gespr├Ąch. Das Video, in dem Autor Hugh Howey die Nachricht best├Ątigt geh├Ârt ├╝brigens mit zu den seltsamsten, die ich bisher gesehen habe – mein Lieblingsmoment ist, als er merkt, dass er das Shirt falschrum anhat.
Im Streit um die hohen Preise der Wissenschaftsverlage geht es weiter: Die Mathematik der TU M├╝nchen k├╝ndigt ihre Elsevier-Abos. Ich gehe inzwischen fest davon aus, dass die Wissenschaftsverlage die Selbstverlags- und eBook-Revolution kombiniert mit OpenScience-Plattformen nicht ├╝berleben werden. Unterdessen fasst eben dieser Umschwung auch in Deutschland langsam Fu├č: Axel Springer vermeldet, dass f├╝r sie der Digitalmarkt mit dem Printmarkt fast gleichgezogen hat. Zugleich bekommt der deutsche Markt mit MadDog eine eigene Plattform f├╝r digitale Comics.
In Frankreich besch├Ąftigt sich die neue Regierung intensiv mit dem Thema eBooks und will unter anderem den Mehrwertsteuersatz f├╝r eBooks an Papierb├╝cher angleichen, vergriffene Werke digitalisieren und eine zentrale Plattform f├╝r eBooks einrichten. Ich muss sagen, ich mag diese Regierung mit jeder Nachricht mehr.


Politische KW 19-2012

Diesmal schon am Samstag, denn am Sonntag ist ja Wahl und da hab ich wohl eher weniger Zeit, zumindest gehen etwa 5 Stunden f├╝r die T├Ątigkeit als Wahlhelfer drauf. Und danach bin ich wahrscheinlich noch ein-zwei Stunden auf der gr├╝nen Wahlparty. Bevor Fragen aufkommen: Ja, es ist mit dem Wahlamt gekl├Ąrt, ob ich als Ratsgmitglied wahlhelfern kann. H├Ątte ich mich auch gar nicht drum beworben, aber die haben mich gefragt und da sagte ich dann halt „Wenn ich darf, dann gerne“. Ich darf, da ich weder MdL, noch Landtagskandidat, noch Vertrauensperson der Partei f├╝r die Einreichung der Kandidatenvorschl├Ąge bin.

Montag
Um 16 Uhr ging der politische Abend mit einem Ortstermin auf dem Platz Ecke Waldhausener und Aachener Stra├če los. Dabei ging es um das als „Altstadtlabor“ laufende Vorhaben der BV Nord, gezielt das Altstadtviertel zwischen Aachener Stra├če, Geropark, Torstra├če und Alter Markt attraktiver zu machen, mit Fokus auf die in den 1970er/80er Jahren als Partymeile bedeutende und danach schrittweise ausgestorbene Waldhausener Stra├če. Da der Punkt lang wird und das Thema Mittwoch nochmal aufkam berichte ich mehr dar├╝ber weiter unten.

Um 17:00 Uhr hatten wir zwei Vertreter der Masterplan-Initiative in der Fraktion. Grunds├Ątzlich mag ich deren Pl├Ąne, sie wollen die Stadt menschenfreundlicher statt autofreundlich machen, die vielen gr├╝nen Fl├Ąchen der Stadt verbinden und vergr├Â├čern, pr├Ągende Merkmale wie das Gladbachtal und den Abteiberg betonen und den Verkehr aus der Innenstadt herausholen. Eigentlich k├Ânnte die Initiative geschlossen bei uns eintreten. Alles sehr sch├Ân.
Ich gab den Masterplanern noch den Vorschlag auf den Weg, die Konradstra├če in Dahl von einer Autostra├če zur Fahrradstra├če umzuwandeln. Dieser Abschnitt (grob von der Brunnenstra├če bis zum Seilerweg) wird eh kaum von Autos genutzt und der einzige Anwohner ist ein Kleingartenverein (zu dessen Parkplatz kann man Autos ja noch durchlassen). Das Ergebnis w├Ąre eine landschaftlich sch├Âne und ruhige Strecke, die f├╝r Radfahrer und Fu├čg├Ąnger reserviert ist. Ganz nebenbei spart die Benutzung der Stra├če nur noch durch Fahrr├Ąder dort auch Geld, denn die Stra├če h├Ąlt l├Ąnger. Ob sie das dann statt dessen an der Brunnenstra├če zus├Ątzlich ausgibt h├Ąngt davon ab, ob der Autoverkehr gleich bleibt. Normalerweise f├╝hren Stra├čensperrungen mW zu einer Reduzierung des Autoverkehrs.
Der Vorschlag geh├Ârt zu einem gr├Â├čeren Konzept meinerseits, auf das ich in einem separaten Artikel noch eingehen werde. Ich bin gespannt, ob er in Zukunft bei den Masterplanern auftauchen wird.

Dienstag
Mal was neues: Erstmals zog meine Position als stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses und ich musste den Vorsitz ├╝bernehmen. Der eigentliche Vorsitzende musste das selbe im Bau- und Planungsausschuss tun, wo er wiederum Stellvertreter war und der dortige Vorsitzende war (angek├╝ndigt) nicht im Lande.
Die Sitzung lief soweit glatt, aber ich muss doch feststellen, dass es nicht einfach ist, gleichzeitig die Diskussion zu leiten und diese inhaltlich zu verfolgen. Dass wir ausgerechnet in dieser Sitzung einen akustisch extrem schlechten Raum hatten – und das auch noch ohne Mikrofonanlage – half dabei nicht grade.
Dabei hatten wir sogar ein echt heisses Thema im Ausschuss: Die erste Vorabplanung der S├╝mpfungsbrunnen f├╝r den Braunkohlentagebau hatte bereits zu Diskussionen gef├╝hrt. Das Thema hatten das Umweltamt und ich in der Funktion als stellvertretender Vorsitzender bei der Festlegung der Tagesordnung kurzentschlossen aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war es einen Tag vor der Sitzung der BV West, dieser so schnell noch die (noch nicht existierenden) Unterlagen zukommen zu lassen war unm├Âglich – eine Vertagung aufgrund der Fristen der Bezirksregierung Arnsberg aber auch. Und so landete das Thema im Ausschuss, aber nicht vorher im Stadtbezirk.
Die Stellungnahme der Stadt kam als Tischvorlage. Die Ausschussmitglieder schienen damit zufrieden zu sein. Was ich aus der Tatsache machen soll, dass der Ausschuss mein Angebot, die Sitzung zum Lesen der Vorlage zu unterbrechen, nicht wahrnahm, machen soll, da bin ich mir noch nicht ganz schl├╝ssig. Wahrscheinlich erstmal nichts und warte dann, was sich in diesem Thema an weiteren Endr├╝cken sammelt. Dennoch bin ich leicht entt├Ąuscht.

Mittwoch
Kommen wir nochmal zur Altstadtwerkstatt. Dazu vorab ein paar Erkl├Ąrungen, was das ├╝berhaupt ist. Die Altstadtwerkstatt ist jene von der Bezirksvertretung Nord eingerichtete Gruppe, die die Ergebnisse aus dem Altstadtlabor analysiert, zu einem Konzept zusammenfasst und die Umsetzung organisiert. Ihre Aufgabe ist die Belebung der Altstadt rund um die Waldhausener Stra├če.
Im letzten Altstadtlabor ging es um den Platz an der Ecke Waldhausener und Aachener Stra├če. Wir hatten hierzu am Montag einen Ortstermin, um die Planung konkret am Ort durchzusprechen.
Anwesend waren neben der Verwaltung und der WFMG Monika Halverscheid und ich (beide Gr├╝ne) sowie Bezirksvorsteher Reinhold Schiffers (SPD). Schnell einig waren wir uns, dass das Kloh├Ąuschen auf dem Platz schnellstens weg musste und tats├Ąchlich soll dieses im Juni verschwinden. Auch die Streugutkiste verschwindet in absehbarer Zeit und wie es aussieht kommt im leerstehenden Haus L├╝tterforst bald wieder Gastronomie unter. Das Gel├Ąnder der Aachener Stra├če wird bereits saniert und im Zuge dessen wird auch ├╝berpr├╝ft werden, ob die Wendeltreppe noch stabil ist. Wenn ja, wird die ordentlich gereinigt, vielleicht auch gestrichen. Wenn nein, m├╝ssen wir da auch noch ├╝berlegen, was wir machen.
Ebenfalls einig waren wir uns, dass die Beleuchtung verbessert werden muss. Das kostet nat├╝rlich, aber wir wollen zun├Ąchst einmal g├╝nstige Zwischenl├Âsungen aufbauen und so ein paar M├Âglichkeiten ausprobieren, bevor etwas fest verbaut wird.
Uneins waren wir uns bei den Etagenbeeten, die sich von der Waldhausener Stra├če bis zur am Ende f├╝nf Meter h├Âher liegenden Aachener Stra├če erstreckten. Diese sind im Moment von verwilderten B├╝schen bewachsen. Zwar dachte die Verwaltung klar an, diese komplett zu entfernen, das fand ich aber wenig prickelnd. Nicht nur w├Ąre dadurch viel Gr├╝n aus dem Stadtbild verschwunden, es g├Ąbe auch keine Abgrenzung zwischen der stark befahrenen Aachener Stra├če und der zum verweilen gedachten Waldhausener Stra├če mehr. Das ging meines Erachtens also gar nicht. Besser war da schon eine Bepflanzung mit etwas pflegeleichterem und optisch ansprechenderem. Ich war urspr├╝nglich f├╝r Immergr├╝nen Bambus, geeinigt haben wir uns am Mittwoch in der Nachbesprechung (wo auch die Parteienmischugn schon bunter und ausgeglichener war) dann auf Riesen-Chinaschilf. Das ist ein Ziergras, welches bis zu vier Meter hoch wird. In Kombination mit der H├Âhe der hintereinander versetzten Beete ergibt das eine bis zu acht Meter hohe gragsr├╝ne Hecke, die im Herbst und Winter goldgelb wird. Ein guter und pflegeleichter Sicht- und L├Ąrmschutz – einmal im Fr├╝hjahr handbreit runterschneiden reicht. Und als Bonus nimmt diese Pflanze auch noch besonders effektiv CO2 auf. Es dient zwar auch als Basis f├╝r Bioethanol, aber diese Nutzung w├╝rde auf einer so kleinen Fl├Ąche nat├╝rlich nicht lohnen. Ich erw├Ąhne das nur, weil ich weiss, dass es Leute gibt, die danach fragen werden.
Die unterste Ebene der Beete ist, abgesehen von etwas L├Âwenzahn, komplett unbewachsen. Hier schlug ich vor, diese einfach zu beplanken und somit zu B├Ąnken umzuwandeln. Darauf wurden wir uns sehr schnell einig. Somit werden die Beete jetzt nicht mehr komplett entfernt, sondern einfach besser genutzt und ├╝ber die Nutzung der untersten Teile als B├Ąnke st├Ąrker in den Platz integriert.
Das Umweltamt soll jetzt ├╝berpr├╝fen, ob in den Geb├╝schen zur Zeit V├Âgel br├╝ten. Wenn nicht, kann der Umbau noch im Juni beginnen. Wenn doch halt erst im Herbst. Die Platanen bleiben selbstverst├Ąndlich stehen.
Alles zusammen denke ich, dass wir hier mit wenigen einfachen Ma├čnahmen einen sehr sch├Ânen Platz schaffen werden und bin damit sehr zufrieden. Jetzt h├Ąngt viel daran, dass die Geb├Ąude drumherum wieder Betreiber bekommen und f├╝r die Nutzung entsprechend aufgeh├╝bscht werden.

Donnerstag
Cem war da. Nein, viel interessanter wird dieser Absatz nicht. Cem war da, erz├Ąhlte ein bisschen was und ging dann wieder. Wer’s mag.
Merkt man, dass ich kein sonderlicher Freund davon bin, irgendwelche Promis f├╝r den Wahlkampf ranzukarren? Ich mein klar, die ziehen Leute, nur f├╝r mich pers├Ânlich ist es relativ uninteressant, die Positionen meines eigenen Parteivorstandes zu h├Âren. Die kenn ich als politisch aktives Parteimitglied nunmal in der Regel bereits.

Freitag
Am Freitagvormittag kam ein Vorschlag f├╝r eine „gemeinsame“ Anzeige von SPD und Gr├╝nen herein. Die war so gemeinsam, dass wir nix davon wussten, bis der fertige Entwurf kam. Den konkreten Entwurf fanden alle inakzeptabel und so lehnten wir ab. So weit so gut und eigentlich nichts, wor├╝ber ich hier schreiben w├╝rde, doch es folgte am Samstag eine Fortsetzung…

Kommen wir zum eigentlichen Freitagsthema, dem offenen Brief „Wir sind Urheber“. Wer sich diesen etwas weiter durchschaut wird feststellen, dass ich zu den Erstunterzeichnern geh├Âre. Dazu ein wenig Hintergrund und etwas Nachspiel.
Kurze Zeit vorher erschien dieser Text, der von den Medien (insbesondere der Zeit) derzeit sehr gro├č pr├Ąsentiert, beworben und vorgezeigt wird. Der Text baut vollst├Ąndig auf jenem polemischen Produkt der journalistischen Zerebraldiarrh├ auf, welches die geistigen Klosch├╝sseln der Republik inzwischen zum ├ťberlaufen bringt: Die unsinnige Bezeichnung von Urheberrechtsvergehen als „Diebstahl“. Ich halte diese Position f├╝r ebenso falsch wie die gegenteilige. Ein solches Reden und in der Folge auch Denken in Extremen hilft der Diskussion nicht. Es gibt kritikw├╝rdiges an der Gegenposition – was ich zeitgleich mit meiner Unterzeichnung der Gegenerkl├Ąrung relativ ausf├╝hrlich erl├Ąuterte. Relativ – aber meine Position und meine Vorschl├Ąge sollten klar geworden sein. Beide texte zusammen ergeben ein ganz gutes Bild meiner Position im Urheberrechtsstreit.
Es ging mir bei der Unterzeichnung letztlich um ein Gegensignal zu der anderen Erkl├Ąrung, eine etwas ├Âffentlichkeitswirksamere Stellungnahme als dieses recht einsame Blog. Mir ist klar, dass der Text der „Auch-Urheber“ letztlich von der Piratenpartei stammt. Deshalb habe ich mehrmals nachgelesen, dass dort auch nichts von einer Legalisierung des breit gestreuten Filesharing stand. Das h├Ątte ich nicht mittragen k├Ânnen (mehr dazu im vorherigen Link). Ich unterst├╝tze den Text, nicht die dahinter stehende Partei – die ist mir vergleichsweise gleich.
Ein Detail dazu noch: In der Erstunterzeichnerliste stehe ich als „Autor“. Meine Angabe in der Mail an Anatol Stefanowitsch lautete „eBook-Autor“. Die Ver├Ąnderung ist weder falsch (auch ein eBook-Autor ist ein Autor, ebenso wie ein Taschenbuch- oder Kurzgeschichtenautor) noch habe ich damit ein Problem (es klingt f├╝r meine Ohren zu hochtrabend, aber ich werde das Attribut sicher nicht ablehnen). Es stellt sich nur die Frage der Motivation. Sollte die Bezeichnung m├Âglichst eindrucksvoll klingen? Das w├Ąre ein ├╝beraus zweifelhafter Beweggrund, der schnell auf den Urheber (hah!) zur├╝ckfallen und das Ansehen des ganzen Textes schaden kann. Stefanowitsch ist kein Neuling im Umgang mit Journalismus, er m├╝sste das also wissen.
Sehr seltsam das.
Mir war es wichtig, dies zu sagen: Ich nutze den Begriff nicht ohne die Einschr├Ąnkung als Eigenbezeichnung. Technisch ist er fraglos korrekt („Urheber“ ist lediglich eine ├ťbersetzung genau dieses griechischen Begriffes), semantisch schwingt eine Komponente der Anerkennung mit, die ich mir nicht selber geben will.

Samstag
Der letzte Wahlkampfstand vor der Landtagswahl. Ich bin, ehrlich gesagt, froh. Der diesmal ob der K├╝rze wirklich extrem intensive Wahlkampf war doch anstrengend und hat viel Zeit gefressen. Ganz im Ernst: Das mach ich in dieser Intensit├Ąt nicht noch einmal mit, es h├Ąlt einfach von zuviel anderem ab.

Liebe #SPD-, was genau raucht ihr eigentlich? H├Ątte gern was ... on TwitpicWisst ihr, was besser ist als ein ├ť-Ei? Und ├╝brigens auch weniger Kalorien hat? Genau, der morgendliche Blick in die Tagesklosch├╝sselzeitung. In diesem Falle fand sich in der samst├Ąglichen Rheinischen Post genau jenes Anzeigenmotiv, welches wir noch tags zuvor abgelehnt hatten (siehe links). Nur halt ohne unser Logo, aber dennoch in Farbgestaltung und Formgebung unverkennbar.
Ich halte das – gelinde gesagt – f├╝r eine Frechheit. Wir fahren schon eine Zweitstimmenkampagne mit teilweise klaren Koalitionsaussagen auf den Plakaten und dann w├╝rgt uns die SPD M├Ânchengladbach noch so einen rein. So geht man selbst unter politischen Gegnern nicht um, geschweige denn unter Partnern, die das Ziel einer gemeinsamen Koalition anpeilen. Wir werden sehen, welche Folgen das haben wird.


Filesharing oder: Diesseits und Jenseits der virtuellen Schulhofmauer

Es gibt so Themen, ├╝ber die jeder jeden m├Âglichen Bl├Âdsinn behauptet obwohl sie keiner versteht. Das Internet ist so ein Beispiel daf├╝r, ebenso das Urheberrecht. Das mag jetzt f├╝r viele keine gro├če ├ťberraschung. Die Sache ist nur die: Jene, die behaupten, Ahnung zu haben, sind in der Regel auch nur andersrum ahnungslos.
Aber der Reihe nach.

Materielle Metaphern
Trotz Zweiwort-Alliteration nicht etwa einer meiner Buchtitel, sondern das meiner Meinung nach gr├Â├čte Problem in der Diskussion ums Internet: Das Internet ist eine Technologie, die vollkommen neue Denkmodelle, Wirtschaftsabl├Ąufe und Begriffe ben├Âtigt und hervorbringt. Ein linguistisch, philosophisch und psychologisch hochspannender Prozess, um den es mir jetzt grade aber nur am Rande geht. Ich m├Âchte statt dessen ein Problem ansprechen: Praktisch jeder, der ├╝ber das Internet redet nutzt zumindest teilweise Begriffe aus der materiellen Welt. Und genau diese durch ihre unpassende ├ťbertragung in die virtuelle Welt missratenen materiellen Metaphern sind das Kernproblem der aktuellen Netzdiskussion.
Ein besonders am├╝santer und unfugiger (ja, das Wort habe ich grade erfunden, na und?) Auswuchs ist dabei im Positionspapier der digitalen Linken zum Urheberrecht zu finden:

3. Weiterverkauf von MP3s und E-Books erm├Âglichen! Heute ist es oftmals untersagt, gekaufte MP3-Musikdateien oder elektronische B├╝cher weiterzuverkaufen. Dies greift in die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern ein. Schlie├člich d├╝rfen Musik auf CDs oder B├╝cher in Papierform auch legal weiterverkauft werden. DIE LINKE fordert ein Recht auf Weiterverkauf von digitalen Kulturg├╝tern.

Das ist der Wunsch, eine praktische Eigenschaft materieller G├╝ter doch bitte auch in der virtuellen Welt zu haben. Weil man es so kennt und f├╝r praktisch erachtet. Das ist einfach nur Quark und ich werde es auch weiterhin so nennen bis mir jemand ein Verfahren nennt, wie das mit virtuellen Waren ├╝berhaupt gehen soll. Es m├╝sste ja sichergestellt werden, dass die Originaldatei dabei auch gel├Âscht wird, sonst ist es kein Weiterverkauf, sondern eine kommerzielle Raubkopie (und kommerzielle Raubkopien will niemand, nicht einmal die Piratenpartei).
Womit wir nach dem kleinen Schmankerl auch schon beim eigentlichen Knackpunkt w├Ąren: Die Piratenpartei und ihr Verst├Ąndnis vom Urheberrecht im Netz, genauer vom Umgang mit Filesharing. Da versteckt sich die Metapher etwas, aber man findet sie nach etwas umherstochern in der Argumentation pro Filesharing doch recht schnell: Der virtuelle Schulhof. Und damit kommen wir zu der Ahnungslosigkeit, die ich den scheinbar netzkompetenten vorzuwerfen gedenke.

Der virtuelle Schulhof
Eine der zentralen Forderungen der Piratenpartei ist die Legalisierung von nicht-kommerziellem Filesharing kommerzieller Inhalte. De ├ťberzeugung, dieses sei vollkommen harmlos wird dabei oft damit untermauert, dass fr├╝her auf den Schulh├Âfen ja auch die mit den Lieblingsbands und neuesten Alben bespielten Kassetten getauscht wurden (f├╝r alle unter 30: Diese Dinger).
Dabei wird der zentrale Unterschied ├╝bersehen: Beim Filesharing im Internet (egal ob ├╝ber P2P oder Cloud-Dienste wie MegaUpload) gibt man seine Dateien an eine unberechenbar gro├če anonyme Masse von Websurfern weiter. Anonym noch nicht einmal im Sinne von „kein Klarname“, sondern im Sinne von „du kennst alle die doch gar nicht“. Wichtig hieran ist der Punkt mit der Masse: Wenn ein paar Sch├╝ler Kassetten tauschen, ist der Schaden gering. Wenn eine Million Nutzer eine einzige Kopie des Albums bei BitTorrent ziehen, dann ist da f├╝r den K├╝nstler ein schmerzhafter Verlust drin, selbst wenn nur 1 Promille der Lader das Album dadurch nicht mehr kaufen.
Durch eine Legalisierung der Weitergabe kommerzieller Inhalte in nicht-kommerzieller Form w├╝rde diese allt├Ąglich werden. Die Verwertungsindustrie ginge zu Grunde. Das w├Ąre an sich auch kein Problem, aber wer bezahlt dann beispielsweise die 200.000.000 USD, die die Produktion von Titanic gekostet hat? 200.000.000 USD f├╝r einen Film ├╝ber ein sinkendes Schiff per Crowdfunding? Vergesst es! Und auf kleinerem Niveau: Wer zahlt denn dann ├╝berhaupt noch f├╝r die Werke der Urheber und warum, wenn kostenlos doch v├Âllig legal ist?
Erhalten die Urheber aber kein Geld f├╝r ihre Werke, sinkt nicht nur die Motivation, k├╝nstlerische Werke zu erschaffen. Es sinkt auch die M├Âglichkeit dazu, denn die Zahl der Kulturschaffenden, die „ganz nebenbei“ auch noch arbeiten m├╝ssen steigt. Und damit die zur Verf├╝gung stehende Zeit der Urheber. Die in gro├čem Umfang ben├Âtigte Zeit zur Erzeugung von Kultur zusammenzukratzen wird zur Selbstausbeutung, zu der immer weniger bereit sein werden. Es bedarf eines Interessenausgleiches.

Kim Dotcom, Pirate Bay und andere mehr oder Unschuldige
Aber vorher noch zu einer anderen Frage: Wann genau ist der Bruch des Urheberrechts zur nicht-kommerziellen Verteilung ein Problem? Wann ist die Schwelle vom virtuellen Schulhof zur K├╝nstlerausbeutung ├╝berschritten? Ich sage: Sobald die Links ├Âffentlich gemacht werden.
Wenn die Links, ob nun ein Weblink zum Filehoster, ein ed2k-Link oder eine Torrent-Datei, ├Âffentlich verteilt werden, geht die datei an die anonyme Masse. Solange man die Dateien oder Links im Bekanntenkreis per eMail, Chat oder Datentr├Ąger rumschickt, ist man auf der Ebene des virtuellen Schulhofes. Aus dieser Schwellensetzung aber folgt das genau gegenteilige Rechtsverst├Ąndnis, aus dem sich dereinst in Schweden die Piratpartiet gr├╝ndete. Pirate Bay, das ja „nur“ Links verteilt w├Ąre somit der Verbrecher im System, weil es die Dateien aus dem virtuellen Schulhof hinaus in die ├ľffentlichkeit „schmuggelt“. Die Piraten sind Schmuggler. Nun gut, so viel schlechter als Jack Sparrow ist Han Solo als Ikonografie nun auch nicht. Dennoch ist festzuhalten: Wenn etwas unterbunden werden sollte, dann die (vom Urheber) nicht autorisierte Weitergabe der Links.
Der international gesuchte Verbrecher Kim Schmitz Dotcom dagegen hat nach dieser Logik nichts verbotenes getan: Er hat einen Schulhof gebaut. Dort konnten Leute ihre Dateien abspeichern und teilen, indem sie die Links weitergaben. Das war kein Verbrechen. Gut, er hat damit eine Menge Geld gemacht, aber Geld verdienen ist ja nichts Illegales. Auch die Weitergabe der Links war, solange im pers├Ânlichen Bekanntenkreis verbleibend, kein Problem. Problematisch war vielmehr, dass Leute ├Âffentlich Links auf bei MegaUpload gespeicherte Dateien sammelten, die nicht h├Ątten ├Âffentlich verteilt werden d├╝rfen.
Womit wir ein Problem gefunden haben: Wir jagen und verteidigen jeweils die Falschen. Jene, die wir als unschuldig und zu Unrecht gejagt erachten, weil sie ja nur Links streuen, sind das eigentliche Problem. Das beste daran: Die ├Âffentlichen Linkstreuer lassen sich problemlos ohne staatliche Spionage bek├Ąmpfen, weil man Webseiten relativ einfach abschalten kann, wenn sie illegal sind.

Modelle des Interessenausgleichs
Aufgrund der globalen Struktur des Netzes werden wir das Streuen von Links allerdings niemals komplett unterbinden k├Ânnen. Also bedarf es eines Interessenausgleiches. Die meisten Modelle setzen damit an, Internetnutzer f├╝r die (meist nur vermutete) Nutzung der Plattformen bezahlen zu lassen.
Besonders beliebt scheint im Moment die Idee einer Kulturflatrate. Anh├Ąnger finden sich quer durch alle gr├Â├čeren demokratischen Parteien: Piraten, Gr├╝ne, Linke, SPD, FDP – teilweise sogar in der CDU. Aber die Kulturflatrate birgt auch Probleme. Neben dem Grundproblem eines Gemeinverdachtes (jeder zahlt, ob er kopiert oder nicht) jenes des Verteilungsschl├╝ssels. Die Kulturflatrate w├╝rde auf eine Art ├ťber-GEMA hinauslaufen. Und wie toll die GEMA ist, dazu muss ich glaube ich nicht sehr viel erz├Ąhlen.
Ganz h├╝bsch finde ich die vom CCC vorgeschlagene Kulturwertmark, also eine Art Flattr f├╝r K├╝nstler. Ich muss aber ehrlich gestehen: Ich verstehe Flattr, Kachingle & Co. einfach nicht. Ich habe es auch nicht versucht. Genau das ist aber das Problem: Eine Technologie muss in ihrer Nutzung von einer breiten Bev├Âlkerungsmehrheit verstanden werden, wenn sie solch zentrale Bedeutung f├╝r eine Volkswirtschaft erlangen soll, siehe Bitcoin. Oder kurz gesagt: Dieses System ist zu sehr vom bekannten Alltag der nicht-vernerdeten Normalbev├Âlkerung entfernt.

Mein Vorschlag: DigiThek
Gerne h├Ârt man von den Filesharing-Apologeten, runtergeladene Inhalte w├Ąren nur ein Test, bei Gefallen wird gekauft. Nun gut, nehmen wir diese beim Wort und bauen unser System darauf auf: Man kann Medien ┬žbdquo;ausleihen“ und kostenlos oder gegen eine Pauschale f├╝r einen gewissen Zeitraum ausleihen. Sagen wir, je nach Medieninhalt, eine Woche bis einen Monat, analog zu normalen Bibliotheken. Das mE ideale Mittel dazu w├Ąre nicht die in der Zahl der Ausleiher begrenzte Onleihe und ├Ąhnlicher Quatsch, sondern eine P2P-Plattform wie BitTorrent. Die Besonderheit hierbei w├Ąre, dass diese Plattform eine digitale Rechteverwaltung (DRM) nutzt. Nach dem Download sind Dateien f├╝r den Ausleihzeitraum auf dem runterladenden Rechner und ein-zwei vom Besitzer des Rechners autorisierten Ger├Ąten nutzbar (beispielsweise 2 PCs, ein MP3-Player, ein Handy und ein eBook-Reader oder Tablet-PC). Bis zum Ende des Ausleihzeitraumes ist die Nutzung in diesem Rahmen kostenlos. Ob die Dauer dessen vom Urheber, Verwerter oder nach Medienart festgelegt wird, das m├Âgen die Betreiber regeln.
Der Nutzer hat bis zum Ende des Ausleihzeitraumes jederzeit die M├Âglichkeit, f├╝r die Entfernung des Kopierschutzes zu bezahlen. Und ich meine Entfernung: Wer f├╝r eine Ware bezahlt hat, dem sollte das Recht zuteil werden, sein erworbenes Produkt ohne weitere Einschr├Ąnkungen zu nutzen, er erh├Ąlt die pure Datei ohne jede weitere Kopierschutzma├čnahme. Er hat daf├╝r bezahlt, jetzt darf er damit (ausser weiterverkaufen oder ausserhalb des metaphorischen Schulhofes verteilen) machen, was er will, wo er will und in welcher Form er will. Den Preis daf├╝r legt der Urheber oder sein Verwerter fest.
Inhalte werden von den Urhebern ins System gespeist, die dabei auch festlegen, was die Befreiung vom DRM kosten soll. Dabei k├Ânnen sie selbstverst├Ąndlich auch die Option w├Ąhlen, diese Befreiung kostenlos zu machen oder gar Dateien gleich ohne DRM zu verteilen (├Ąhnlich den Inhalten bei Legaltorrent).

Ich bin kein Programmierer, erst recht nicht mit Erfahrung im Einrichten von P2P-Clients und Multi-Device DRM, ich kann sowas nicht bauen. Aber als Kunde und Urheber w├Ąre ich bei einer solchen Plattform von Anfang an dabei. Ich erinnere mich an geleakte eMails an Dotcom (finde die URL nicht wieder, Fefe hatte vor Monaten mal darauf hingewiesen), die durchscheinen lie├čen, dass auch die Film- und Musikindustrie so etwas durchaus nicht abgeneigt w├Ąre.
Also wer ist Programmierer mit entsprechender Erfahrung und m├Âchte das Konzept des Medienkaufs im Internet mal gr├╝ndlich umkrempeln? Und klar, richtig Geld steckt da auch drin, denn nat├╝rlich darf der Betreiber der Plattform einen Anteil am Verkaufspreis behalten.

Nachtrag: Auf das uns├Ągliche Argument, K├╝nstler seien ja nur „Filter“ die aus dem kulturellen gemeingut schaffen sage ich mal nichts weiter als das: Erz├Ąhlt ihr auch einem Bauarbeiter, er habe keine eigene Arbeit geleistet, weil die Steine, aus denen er grade ein Haus gebaut hat vorher schon in der gegen rumlagen?


eBook-Land Woche 29

B├╝cher im Verkauf: 5 | Eigene: 2 | Eink├╝nfte: 130,85 ÔéČ | H├Ąndler: 6

Heute einmal recht kurz, weil einerseits wenig passiert ist, andererseits ich selbst diese Woche allgemein wenig Zeit ├╝brig hatte.

In eigener Sache
Die Verk├Ąufe von Feuchten Fu├čes sind inzwischen auf dem Niveau angekommen, das ich f├╝r langfristig normal halte: Ein Verkauf am Tag. Das bedeutet, dass in den letzten sieben Tagen auch sieben Exemplare des Buches verkauft wurden, zuz├╝glich einem Verkauf auf amazon.com. Insgesamt also acht und damit genau die H├Ąlfte der Verk├Ąufe der beiden vorherigen Wochen.
Zugleich fand ich zu meiner Begeisterung erstmals eine Mail zum Buch vor. Leser Richard B. schrieb mir mit ein paar Themenvorschl├Ągen f├╝r weitere B├Ąnde und einem Vorschlag f├╝r einen zus├Ątzlichen Abschnitt in den B├╝chern. Einer der Themenvorschl├Ąge (Die „kambrische Explosion“) war ohnehin geplant, den anderen (Massensterben) habe ich jetzt in der Planung erg├Ąnzt. Was den zus├Ątzlichen Abschnitt, eine ├ťbersicht der Erdzeitalter, angeht, werde ich diesen ebenfalls umsetzen – wahrscheinlich einmal kurz in jedem Band und einmal umfangreicher als eigenen Band ausserhalb der Reihe (diesen k├Ânnte ich dann auch grunds├Ątzlich kostenlos anbieten, als Erg├Ąnzung und Werbung f├╝r die anderen). Ich mache das, nachdem der zweite Band ├╝bern├Ąchste Woche fertig und ver├Âffentlicht ist, die beiden dann schon erschienenen B├Ąnde erhalten entsprechende Aktualisierungen.

Aus der Szene
Der Buchreport stellt fest, dass f├╝r multimediale eBooks kein Markt zu existieren scheint. Ob das daran liegt, dass die Editionen von Rowohlt Mist sind (weiss ich nicht, ich kenn die nicht) oder, was ich eher vermute, Leute B├╝cher einfach ohne irgendwelche Gimmicks (Yps ausgenommen) lesen wollen, ├╝berlass ich erstmal jedem selber. Ich pers├Ânlich verstehe nicht, dass Verleger, die sich sonst doch mit B├╝chern auskennen, auf derlei Unfug st├╝rzen. Das ist irgendwie wie das Internet in den 90ern – sinnloser Klickibuntikram aus unreflektierter Begeisterung, was alles m├Âglich ist.
Auch ohne einen Erfolg des Multimedia-Unfugs ger├Ąt die Papierbranche offenbar weiter ins Trudeln. In China gibt es inzwischen erste Experimente mit Werbeanzeigen auf B├╝chern, in England f├Ąngt der elektronische Markt den weiter schrumpfenden Papierbuchmarkt auf.
Innerhalb des eBook-Marktes scheint Barnes & Noble mit seinem Nook massiv Amazon anzugreifen. Diese Anzeige ist da der offensichtlichste Hinweis, subtiler aber interessanter ist, dass die Nook-App auf iOS inzwischen die Kindle-App ├╝berholt. Ein Hebel daf├╝r scheint die zuk├╝nftig m├Âgliche Nutzung des Nook in Buchhandlungen zu sein.