Zentralbibliothek MG

Es ist inzwischen ein Jahr und fast drei Monate her, dass ich dies schrieb:

Die kleine, technisch l√§ngst veraltete Zentralbibliothek an ihrem gut versteckten Standort an der Bl√ľcherstra√üe in einem gradezu minoischen Einbahnstra√üenlabyrinth muss Ersatz bekommen. Ein besserer Standort, geringere Energiekosten, eine bessere Pr√§sentation dieser zentralen Kulturinstitution und nicht zuletzt auch die M√∂glichkeit, diverse Sammlungen gemeinsam an einen Standort zu bringen.

Seitdem hat sich die Diskussion sehr weiterentwickelt und leider in eine ziemlich falsche Richtung. Nachdem die Bezirksregierungspr√§sidentin Anne L√ľtkes sich zum st√§dtischen Haushalt kritisch √ľber das Vorhaben √§usserte – seltsamerweise aber nicht das geringste Problem im exzessiv betriebenen Stra√üenbau sah, den wir Gr√ľne in der Koalition nur bedingt eind√§mmen konnten – ging es los mit dem Presseecho. Praktisch alle schossen sich auf das Projekt ein, gerne auch mit unvolst√§ndigen oder falschen Informationen sowie tendenzi√∂ser Auswahl der Informationen.
Emotional habe ich keine Bindung an die Bibliothek. Ich habe das letzte Mal – genau eine fruchtlose Recherche und ein paar Besuche bei Entr√ľmpelungsverk√§ufen ausgenommen – vor drei Jahren eine Bibliothek betreten. Eine andere als die Universit√§ts- und Landesbibliothek in D√ľsseldorf zuletzt vor ungef√§hr zehn Jahren. Meine eigene Buchsammlung, das Internet als wesentlich umfangreichere und vielstimmigere Informationsquelle und zwei eBook-Reader haben Bibliotheken f√ľr mich weitgehend nutz- und reizlos gemacht.
Nun bin ich nicht unbedingt repr√§sentativ, aber in gewisser Weise eben doch: (Nicht-wissenschaftliche) Bibliotheken dienen heutzutage vor allem der Heranf√ľhrung von Kindern an das Lesen und als Arbeitsr√§ume f√ľr Sch√ľler und Forscher. Damit haben sie eine sehr klare Funktion, die sich allerdings von jener, die sie fr√ľher erf√ľllten, stark unterscheidet. Die Ausleihe von B√ľchern spielt eine zunehmend geringere Rolle gegen√ľber der Funktion als Arbeitsst√§tte und sozialer Sammelpunkt. Das best√§tigen auch die Zahlen, die die BZMG in ihrem Artikel gesammelt hat. Was die BZMG verwundert, ist f√ľr mit dem Bibliothekswesen vertraute Menschen wenig √ľberraschend: Bibliotheken sind schon l√§ngst keine reinen Leihb√ľchereien mehr.
Ob die Medien mit ihrer konsequenten Verwendung dieses Begriffs nun absichtlich oder versehentlich das veraltete Bild einer B√ľcherei erzeugen oder ob sie sich hier einfach nur in Deutscht√ľmelei √ľben (uh, ein Fremdwort! T√∂tet es!), mag ich hier nicht bewerten. Es ist allerdings auff√§llig.

Kommen wir zu ein paar Einzelpunkten in der Diskussion:

Oda Walendy
Oda Walendy ist eine Urenkelin von Carl Brandts, der das Grundst√ľck der heutigen Zentralbibliothek einst der Stadt vermacht. Sie ist gegen das Neubauprojekt und das ist auch ihr gutes Recht.
Nun muss man wissen, dass Brandts noch andere Nachfahren hat. Beispielsweise Odas Bruder. Der dem Vernehmen nach im Besitz zweier Grundst√ľcke ist, die auf dem geplanten zuk√ľnftigen Bibliotheksstandort liegen. Welche die Stadt ihm nat√ľrlich abkaufen m√ľsste. Mittelbar vom Geld aus dem Verkauf des jetzigen Bibliotheksgrundst√ľckes.
Ich nenne das einfach mal interessant und gehe weiter im Text.

Sanierungskosten
Kurzgesagt: Niemand kennt diese wirklich. Es gibt Sch√§tzungen der Bauverwaltung. Die meisten rangieren als All-Inclusive-Modell (Brandschutz, Asbestr√§umung, Klimaanlage damit die B√ľcher nicht verschimmeln) um die 8 Mio. €.
Mit Sch√§tzungen zu Sanierungen ist das aber so eine Sache, grade bei Geb√§uden aus den 50ern und 60ern. Erst vor kurzem haben sich die Sanierungskosten am Berufskolleg M√ľlfort verdreifacht, weil bei der Sanierung so viele bisher unbemerkte Sch√§den und Unzul√§ssigkeiten aufgetaucht sind, dass am Ende wahrscheinlich ein Abriss mit anschlie√üendem Neubau g√ľnstiger gewesen w√§re. So lustige Details wie etwa der Befund, die komplette Stromversorgung neu legen zu m√ľssen, weil die Kabel noch zweipolig waren.
Es ist davon auszugehen, dass bei der ähnlich alten und in einem ähnlichen baulichen Zustand befindlichen Zentralbibliothek vergleichbares passiert.
Noch gar nicht eingerechnet ist dabei, dass die Bibliothek f√ľr eine moderne Nutzung bei gleichbleibendem Medienbestand erweitert werden m√ľsste, was auch nicht kostenlos zu haben ist und am Ende in einem notd√ľrftig angeflaschtem Bau enden w√ľrde, der die n√∂tigen Aufgaben mit M√ľh und Not erf√ľllt, aber dennoch nochmal eine gute Million kostet. Der alte Bau ist, das gibt etwa die BZMG per Zitat klar zu, auf das damalige Bild einer B√ľcherei ma√ügeschneidert: „Das √§u√üere architektonische Erscheinungsbild der neuen Stadtbibliothek spiegelt in klarer Form die Zweckbestimmung und die inneren Betriebsvorg√§nge wider […]“ – eben diese Zweckbestimmung aber hat sich seit damals ver√§ndert, noch mehr die Betriebsvorg√§nge.

Beschlusslage
Kommen wir zu etwas, womit die CDU sich gemeinsam mit der gesamten hiesigen Presselandschaft sehr gut auskennt: Nebelkerzen.
Durch die Bank findet sich die Behauptung, die Ampelkoalition habe den Neubau beschlossen. Hat sie nicht und wird sie nicht, bevor sie keine verl√§sslichen Zahlen f√ľr die Kosten hat. Sie hat beschlossen, das Projekt konkret zu planen und durchzurechnen. Ausserdem hat sie beschlossen, den Wert der Sammlungen zu pr√ľfen und etwaige F√∂rdermittel zu akquirieren. Die Stadtentwicklungsgesellschaft EWMG soll die n√∂tigen Grundst√ľcke kaufen, das ist aber selbst dann sinnvoll, wenn die Bibliothek schlussendlich nicht gebaut wird, da diese Ecke mit ihren (mit Ausnahme des Bastelladens) unsch√∂n besetzten Bruchbuden st√§dtebaulich √ľberaus problematisch ist.
Vor diesem Hintergrund ist die Klage der FWG zwar aufmerksamkeitstauglich, aber mangels Geld, das h√§tte veruntreut werden k√∂nnen, vor allem haneb√ľchen und im Stil unversch√§mt. Aus dem selben Grund ist auch Wilfried Schultz‘ angestrebtes B√ľrgerbegehren Unfug: Es gibt noch √ľberhaupt keinen Beschluss, gegen den ein solches gerichtet werden k√∂nnte. Nur ganz nebenbei wird vor allem bei der FWG erneut deutlich, dass eine v√∂llige Unkenntnis √ľber das moderne Bibliothekswesen vorliegt.
Wir sind hier in einem Dilemma: Bis 2016 muss entweder die neue Bibliothek (zumindest fast) fertig sein oder wir m√ľssen ein paar Millionen in die Altbausanierung stecken. Dass wir trotz der Fristen erstmal verl√§ssliche Zahlen sehen wollen und nicht direkt in Basta-Manier den Baubeginn beschlie√üen, zeichnet die Ampel meines Erachtens gegen√ľber ihren Vorg√§ngern in der Stadt ganz klar aus.

Fazit
Eine Sanierung der Bibliothek ist ohnehin notwendig, daran zweifelt niemand. Die Ampel nimmt diesen g√ľnstigen Zeitpunkt und strebt an, jetzt einen Neubau zu errichten, wo der zus√§tzliche finanzielle Aufwand m√∂glichst gering ist (Geld muss so oder so reingesteckt werden, also ist nicht der Gesamtbetrag sondern nur noch die Differenz wichtig).
Mit diesem Neubau wird nicht nur die Bibliothek als Institution verbessert und modernisiert, dank des neuen Standortes erhält die Hindenburgstraße als zentrale Einkaufsstraße auch ein dringend benötigtes Gegengewicht zu der im Bau befindlichen Mall Mönchengladbach Arcaden.
Die Bibliothek selbst wiederum ist am neuen Standort pr√§senter und wird zum Teil der Innenstadt, wo sie es leichter hat, mit ihrem Angebot auch jene B√ľrger zu erreichen, die sie jetzt, versteckt zwischen Einbahnstra√üen wo sich kaum jemand zuf√§llig hinverirrt, nicht erreicht.
F√ľr eine Stadt wie M√∂nchengladbach, die mit erheblichen sozialen Problemen k√§mpft, ist eine solche Entwicklung unabdingbar, will sie jemals wieder auf die Beine kommen. Wir brauchen starke und zentrale Bildungseinrichtungen, denn nur wenn wir Dinge wie die katastrophale Quote von Schulabbrechern ohne Abschluss in den Griff bekommen, kann diese Stadt auch wirtschaftlich und sozial wieder funktionieren.
Das Geld f√ľr eine neue Zentralbibliothek ist f√ľr die Stadt zehnmal besser investiert, als es jede beliebige Menge im Stra√üenbau, den niemand lautstark kritisiert, jemals sein k√∂nnte.


Ab ins Luftschiff

Okay, Luftschiffe.

Es gibt andere Themen in der Stadt (Bibliothek, Schulsozialarbeiter), aber die Luftschiffe kommen dazwischen, einfach weil das Bundestagswahlprogramm der Gr√ľnen ansteht und ich dieses Thema endlich einbringen will. Zur Bibliothek (und den diversen √ľberaus √§rgerlichen Falschdarstellungen diverser Medien dazu) werde ich diese Woche ebenfalls noch etwas ver√∂ffentlichen. Die Sache mit den Luftschiffen aber steht heute an, daher komme ich erstmal dazu. Zun√§chst der Antrag f√ľr die BDK (=Parteitag), die durch den Antrag dazukommenden Textteile sind gefettet, der Rest ist mit dem urspr√ľnglichen Text identisch:

Die BDK möge beschließen:

Der letzte Absatz von Abschnitt 2 (Zeile 113 ff.) wird wie folgt geändert:

Die Binnenschifffahrt wollen wir f√∂rdern, wenn es √∂kologische und √∂konomische Vorteile gegen√ľber anderen Verkehrstr√§gern gibt und sich die Schiffe den Fl√ľssen anpassen. Als Erg√§nzung und Alternative zur Hochseeschifffahrt soll Deutschland an die international wieder erstarkende Entwicklung von Luftschiffen ankn√ľpfen.
Das Wachstum des Flugzeugverkehrs ist vor allem durch die heutige Subventionierung möglich geworden. Wir wollen die Steuerprivilegien bei der Energiebesteuerung und bei der Mehrwertsteuer beenden und die Luftverkehrsteuer und den Emissionshandel ökologischer ausgestalten.

Begr√ľndung:

Weltweit werden zunehmend Luftschiffe f√ľr den Transport von Waren entwickelt. Diese k√∂nnen dank ihrer Flugh√∂he mit Solarzellen best√ľckt emissionsfrei elektrisch angetrieben werden und stellen somit eine ideale Alternative f√ľr die meist mit Schwer√∂len betriebene Hochseeschifffahrt dar. Zudem sind sie unabh√§ngig von Wasserwegen und ben√∂tigen nur minimale Einrichtungen zum Landen. Gro√üe Eingriffe in die Natur wie Kanalbau, Flussbegradigung und Gew√§sservertiefung sind f√ľr den Aufbau von Transportrouten nicht n√∂tig. Sie teilen mit der Schifffahrt die gegen√ľber dem Flugzeug niedrigeren Transportkosten, k√∂nnen aber zugleich etwas schneller zum Zielort kommen als Schiffe, da sie in vielen F√§llen einfach geradeaus √ľber das Festland fahren k√∂nnen.
Moderne Luftschiffe k√∂nnen im Betrieb klimaneutral, sicher und zuverl√§ssig arbeiten. Deutschland war einst Weltmarktf√ľhrer im Luftschiffbau, viel Wissen √ľber diese Fahrzeuge ist heute noch vorhanden.
International sind es vor allem die Milit√§rs, die an Luftschiffen als Versorgungsfahrzeuge f√ľr unwegsames Gel√§nde arbeiten. Dem sollten wir zivile Nutzungen im Frachtverkehr und der Anbindung der Entwicklungsl√§nder entgegenstellen.

Strenggenommen fliegen Luftschiffe nicht, sondern fahren. Dennoch sollte ‚ÄěFlugverkehr‚Äú durch ‚ÄěFlugzeugverkehr‚Äú ersetzt werden, um einen scheinbaren Widerspruch in diesem Absatz zu vermeiden.

Die erste Frage, die sich hier stellt ist nat√ľrlich: Welche Probleme soll das l√∂sen? Die Begr√ľndung im Antrag gibt ein wenig Einblick, aber ich will das hier etwas weiter ausf√ľhren.

Luftschiffe stehen als Verkehrsmittel in direkter Konkurrenz zum Schiffsverkehr. Eine Alternative zum Flugzeug sind sie schon wegen ihrer geringen Geschwindigkeit nicht, sollen sie aber auch gar nicht sein. Der Gro√üteil der Waren, die heutzutage international verschickt werden gehen immer noch √ľber die Schifffahrt um die Welt. Flugzeuge sind f√ľr die meisten Waren als Transportmittel ganz einfach zu teuer und werden daher fast nur dann f√ľr Warenverkehr eingesetzt, wenn schneller Transport unbedingt ben√∂tigt wird (weltweit betr√§gt der Anteil der Luftfracht am G√ľterverkehr etwa 2%, in Deutschland 0,1%). Die wenigen Bereiche, in denen Flugzeuge angewendet werden haben so spezifisch auf das Flugzeug zugeschnittene Bedingungen, dass das Luftschiff hier gar nicht konkurrieren kann.
Geschwindigkeit und Art der transportablen Waren entsprechen vielmehr der Schifffahrt.

Der Warenverkehr mit Schiffen bringt mehrere Probleme mit sich, die gerne ignoriert oder √ľbersehen werden, weil Schiffe nur selten durch die Innenst√§dte fahren oder sie √ľberfliegen. Wo sie es tun, sind sie oft relativ unproblematisch,w eil Binnenschiffe recht stark reguliert werden.
Frachtschiffe auf hoher See werden dagegen gern mit billigem Schwer√∂l betrieben. Kurzgesagt ist in Schwer√∂l fast all der Dreck aus dem Roh√∂l, der bei der Produktion von Benzin und Diesel herausgefiltert wurde und nicht im Asphalt gelandet ist. Oder anders gesagt: Schwer√∂l ist destillierte Scheisse, sein Verbrennungsprodukt ein lustiger Cocktail aus Russ, Gift und CO2. Im vergleich zu den von usn Gr√ľnen gerne bek√§mpften Flugzeugen sind Schiffe das gr√∂√üere Problem. Das Problem mit den Havarien mal ganz aussen vor gelassen.
Daneben bereiten die Schiffsmotoren auch Probleme f√ľr die Wale.
Diese Probleme, insbesondere der Treibstoffverbrauch, lassen sich lösen und an Lösungen wird gearbeitet. Hier sind Luftschiffe ein Lösungsansatz von vielen.

Der wesentlich gr√∂√üere Punkt sind die Wasserstra√üen: Schiffe ben√∂tigen Wasser, das d√ľrfte niemanden √ľberraschen.
Das hat zwei Konsequenzen: Zum einen k√∂nnen sie keine Hindernisse passieren, sie m√ľssen diese umfahren. Und wenn dieses Hindernis beispielsweise der afrikanische Kontinent ist, kann das ein ziemlicher Umweg werden. Luftschiffe sind nicht auf Wasserwege angewiesen. Hohe Gebirge m√ľssen auch sie umfahren, aber dennoch kommt man direkter von – sagen wir mal – Moskau nach Baikonur, oder M√ľnchen nach Timbuktu.
Um das Problem ein wenig zu entsch√§rfen werden seit Jahrtausenden Kan√§le gebaut und Fl√ľsse vertieft und begradigt. Das sind zum Teil gewaltige Eingriffe in die Natur, seien es die direkten Probleme einer Flussvertiefung wie an der Elbe oder das Problem der Einwanderung fremder Arten durch Verbindung einst getrennter Meere.
Aber auch abseits √∂kologischer Aspekte gibt es Probleme – die Ma√ünahmen sind extrem teuer und bringen politische Probleme mit sich. Der Panamakanal ist immer mal wieder ein Zankapfel zwischen den USA als quasikolonialem Besitzer und Panama als Standort. Und ab und an drohen geopolitisch vorteilhaft gelegene Staaten auch mal mit der Blockade internationaler Wasserwege, die recht einfach vorzunehmen ist, weil Schiffe nicht mal eben √ľber Land ausweichen k√∂nnen, wenn ein Kanal zu oder von Piraten besetzt ist.
Die Landeeinrichtungen sind auch ein Punkt: Ein f√ľr Hochseeschiffe geeigneter Hafen ist ein teures Gro√übauprojekt, das selbst in erfahrenen Hafenst√§dten der industrialisierten Welt wirklich √ľbel schiefgehen kann. Zum Landen eines Luftschiffes braucht man genug freien Platz, einen Ankermast, zwei Fluglotsen und zwei Leute, die Seile festmachen (die k√∂nnen aber auch Teil der Schiffsbesatzung sein, sind also nicht zwingend Teil des Landeplatzes). Das ist insbesondere f√ľr die Versorgung von Entwicklungsl√§ndern sowie f√ľr die kosteng√ľnstige Umr√ľstung der hierzulande reihenweise pleitegehenden Kleinflugh√§fen (zB M√∂nchengladbach) interessant.

Nat√ľrlich gibt es heute Luftschiffe. Das meiste sind die bekannten Werbeballons, die √ľbrigens auch erfolgreiche Karrieren als Spionagegef√§hrte f√ľr Israel und die USA leisten.
Weltmarktf√ľhrer f√ľr „richtige“ Luftschiffe ist noch Deutschland mit der Traditionsfirma Zeppelin, die auch in den USA herumfahren und einen Vertrag geschlossen haben, die ber√ľhmte Werbeflotte von Goodyear teilweise durch Zeppelin NT zu ersetzen.
Andere Unternehmen waren nicht ganz so erfolgreich, aber wenn man die Ergebnisse sieht, die die Cargolifter AG auf dem Weg erreicht hat Рdie Errichtung der größten freitragenden Halle der Welt und der Bau mehrerer kleiner Luftschiffe zu Versuchs- und Ausbildungszwecken Рwird klar, dass das Projekt bei besserem Management, realistischerer Zielsetzung mit kleineren Dimensionen zum Start und mit daraus resultierend mehr Zeit durchaus ein Erfolg hätte werden können.

Unterdessen hat die US Army vor zwei Monaten den ersten Testflug eines neuen Typs von Luftschiff durchgef√ľhrt, mit einem wesentlich gr√∂√üeren Modell f√ľr den Frachteinsatz in der Entwicklung.
In einer Welt, in der Treibstoff immer teurer und Klimaschutz immer wichtiger wird und die sich zugleich immer weiter globalisiert, sind Luftschiffe ein wichtiger Schritt zu einem zukunftsfähigen und krisensicheren Transportwesen. Kein anderes Land hat so viel technisches Wissen in diesem Fahrzeugsegment wie Deutschland. Warum sollte es dieses nicht nutzen?

Die Idee mag fremdartig erscheinen, gewagt und herausfordernd. Aber was soll das denn auch f√ľr eine Zukunft sein, die nicht mehr ist als die Gegenwart mit einer neuen Jahreszahl im Kalender? Wenn wir nichts ver√§ndern wollen, k√∂nnen wir auch gleich aufh√∂ren, in irgendeiner Form Politik zu betreiben, denn dann reicht es, wenn wir schlichtweg nichts tun.
Es ist Sinn und Zweck von Politik, die Zukunft zu gestalten oder zumindest zu beeinflussen, sodass die Gegenwart eine bessere ist, wenn sie diese Zukunft erreicht. Denn das wird gerne vergessen: Die Zukunft ist nichts weiter als die Gegenwart, die noch kommt und in der wir oder unsere Nachfolger einst leben werden.


Maschinenraum meldet: Kommentarspam (Nachtrag)

Eigentlich sollte hier heute eine (endlich) neue Ausgabe der „Politischen KW“ stehen, doch leider zwingen mich interne Blogprobleme, anderes zu priorisieren.

Dieses Blog ist Zielscheibe von automatisierten Spamkommentaren geworden. Diese haben sich anzusammeln begonnen, seit ich ab Oktober 2012 nur noch sporadisch hier geschrieben habe. Insgesamt bewegt sich die Zahl an Spamkommentaren, seit Ende Dezember gel√∂schte inklusive, um etwa 500.000. Momentan sind davon noch etwa 280.000 im System, einfach weil das L√∂schen dieses M√ľlls Zeit braucht. Auff√§llig ist dabei, dass nach genaueren Recherchen etwa die H√§lfte davon auf den Kommentarbereich eines einzigen Beitrags entf√§llt.
Diese Menge an Spam macht nicht nur das Blog praktisch unmoderierbar, es belastet inzwischen in kurzfristigen Besucherspitzen (die vermutlich ebenfalls durch die Spambots verursacht werden) sogar sp√ľrbar den Server, worauf mein Provider mich heute hinwies. Das ist also ein ernsthaftes Problem, um das ich mich nun vordringlich k√ľmmern muss.

Aktuell sind daher folgende Ma√ünahmen durchgef√ľhrt oder in der Durchf√ľhrung:

  • Vor√ľbergehende Deaktivierung der Kommentarfunktion f√ľr das gesamte Blog zwecks L√∂schung des Spams und Schonung des Servers bis zur vollst√§ndig erfolgten L√∂schung
  • Permanente Deaktivierung der Kommentarfunktion bei dem Beitrag mit 50% des Spamaufkommens
  • Anpassung des Spamfilters: Beitr√§ge mit japanischen und kyrillischen Schriftzeichen landen direkt im Spamordner
  • Alle Beitr√§ge werden in Zukunft vorab moderiert, sofern der Kommentator nicht zuvor bereits mindestens einen manuell freigegebenen Kommentar verfasst hat
  • Eventuell in Zukunft die Einrichtung eines Captchas

Ich m√∂chte aus Gr√ľnden der Nutzerfreundlichkeit ungern ein Captcha verwenden, kann aber nicht versprechen, dies nicht doch zu tun, um dem Problem Herr zu werden. Vorerst werde ich es ohne versuchen.

Nachtrag 11.4.2013: Der Kommentarspam ist inzwischen gel√∂scht. Zur Vermeidung neuen Spams habe ich ein Captcha unter dem Kommentarfeld eingef√ľgt. Ausserdem wird die M√∂glichkeit, Beitr√§ge zu kommentieren in Zukunft nach 30 Tagen automatisch abgeschaltet.