Das war 2014

Puh, das war ein langes Jahr. Was gut ist, wenn sich die Jahre noch lang anfĂŒhlen, ist das ein gutes zeichen, dass ich noch lange nicht dement werde ;-)
Ich war richtiggehend erstaunt, dass einige Ereignisse vom Januar noch in diesem Jahr waren. In ein paar Stunden ist es also vorbei und einiges ist geschehen.

Schreiben

Ich stelle das Schreiben und die Schriftstellerei voran, weil ich dies 2015 zu meinem absoluten Arbeitsschwerpunkt machen will. Aber dazu morgen im Ausblick auf 2015 mehr.
2014 war ein gutes Jahr fĂŒrs Schreiben. Nach meinem Ausscheiden aus der ersten Reihe der Kommunalpolitik steckte ich meine Energie zunehmend in das Fertigstellen von Schreibprojekten. In der zweiten JahreshĂ€lfte konnte ich mein Schreibziel von 500 Wörtern pro Tag problemlos erreichen und halten. Damit schaffte ich es 2014, fĂŒnf neue eBooks rauszubringen, darunter mit Unter Wittgensteins Löwen ein besonders persönliches Projekt.
Ja, meine BĂŒcher sind kurz, aber es bleibt dabei, ich habe mehr Projekte abgeschlossen als in den drei Jahren zuvor. Genau so viele, wenn ich die extrem kurzen Geschichten Khamel und Introduction nicht mitzĂ€hle.
Das hat sich ĂŒbrigens auch gelohnt: Meine VerkĂ€ufe steigen seit dem Start der neuen ProduktivitĂ€t wieder. Inzwischen bin ich bei 1.000 Wörtern pro Tag und habe viele Projekte kurz vor der Fertigstellung. Was ich dieses Jahr geschafft habe, ist die perfekte Grundlage fĂŒr die weiteren BĂŒcher, die ich schreiben möchte. Meine drei großen Interessengebiete SachbĂŒcher, Science Fiction und Fantasy sind nun alle prĂ€sent und darauf kann ich aufbauen.

Politik

Im Mai endete erwarteterweise fĂŒrs erste meine Beteiligung in der ersten Reihe der Gladbacher Politik. Ich wĂŒrde lĂŒgen, wĂŒrde ich sagen, darĂŒber gĂ€be es nicht viel zu sagen. Aber es gibt in der Tat nicht viel dazu zu sagen, was hier hin gehören wĂŒrde.
Da ich das schon erwartet hatte, habe ich nicht viel Neues mehr gestartet. Allerdings war ich dieses Jahr in halb NRW auf Demos und Veranstaltungen unterwegs, zu Fracking, gegen die Rechten, fĂŒr den Radverkehr, zu TTIP/CETA… ich muss nĂ€chstes Mal eine Liste machen, es war eine Menge.
SpĂ€ter im Jahr bin ich dann bei der Wahl des offenen Platzes der Vorstandssprecher der GrĂŒnen Mönchengladbach um – wenn ich mich richtig erinnere – nur zwei Stimmen unterlegen. Zuvor bin ich – ohne auch nur vorgehabt zu haben, dafĂŒr zu kandidieren – Landesdeligierter fĂŒr die Gladbacher GrĂŒnen geworden. Ich habe dort RĂŒckhalt und UnterstĂŒtzung und da ich letztlich kein Mensch dafĂŒr bin, politisch inaktiv zu bleiben, werde ich dort weiter prĂ€sent und aktiv sein.

Sonstiges

Ich glaube, ich bin seit 2001 (Tour nach Paris) nicht mehr so viele große Strecken mit dem Rad gefahren wie 2014. Mehrmals nach DĂŒsseldorf und Heinsberg/Oberbruch, ein Mal nach BrĂŒggen und ein paar Mal ins Braunkohlerevier. Vielleicht werde ich ja doch nochmal sportlich.
Ich habe ein paar gute alte Freunde nach langer Zeit an verschiedenen Orten wiedergetroffen. An dieser Stelle ein lieber Gruß an Sabine, Caro, John, Michael, AndrĂ©, Norbert, Rocky und Peter. Und an alle Freunde, die Ă€hnlich weit in der Welt verstreut sind und die ich dieses Jahr nicht sehen konnte. Und an alle anderen natĂŒrlich auch.

Ich möchte ein paar meiner BlogbeitrĂ€ge noch ein Mal hervorheben, weil ich sie fĂŒr meine besten des Jahres halte (ohne bestimmte Reihenfolge):
Heimatliebe – meine ErklĂ€rung, warum ich mit diesem begriff wenig anfangen kann und wieso ich mich dennoch dafĂŒr engagiere, Mönchengladbach zu einem besseren Ort zu machen.
Postsedative Wohnwelten – Der Gameboy, das revolutionĂ€re Potenzial neuer Lebensweisen und die engen Horizonte derer, die uns ihre Zukunftsvisionen vorstellen.
Architektur ist alles – zur OberflĂ€chlichkeit und mangelnden Konsequenz in der Erinnerung an Werk und Denken Hans Holleins in der ihm gerne gedenkenden Stadt Mönchengladbach
Die zwei Arten schlurfender Horden – Versuch einer ErklĂ€rung der PopularitĂ€t von Zombie-Medien aus der zunehmenden Allgegenwart der FlĂŒchtlingsdebatte

Das war mein 2014. Mit dem der Welt bin ich nicht zufrieden, aber meines war interessant. Viele Menschen, viele Themen, viele Orte.
Morgen folgt dann meine Vorschau auf 2015 – VorsĂ€tze udn Vorhersagen. Wobei, einen Vorsatz mache ich schon jetzt: FĂŒr diesen Beitrag frĂŒher Notizen anfertigen, damit er in einem Jahr tatsĂ€chlich widerspiegelt, wie viel alles in diesem Jahr war. Und wenn alles nach Plan lĂ€uft (ha! Das passiert nie!), wird das so einiges sein.
Auf ein weiteres Jahr!


FreitĂ€gliche FĂŒnf 26.12.2014

Und auch heute wieder: 5 Dinge aus dieser Woche, die mir gefallen haben.

1. Aus irgendeinem Grund gab es diese Woche viel Kuchen. Und Schokolade. So vom 24. bis 26. Dezember. Frag mich keiner, warum.

2. Dieses Haus in Oregon, gebaut aus gefundenen und geschenkten Materialien fĂŒr nur 11.000 $. Ein schönes kleines Haus mit vielen kreativen Ideen aus dem Material, das grade zur VerfĂŒgung stand.
In Deutschland wĂ€re es nahezu unmöglich, so etwas legal zu bauen, da fĂŒr alles Vorplanung und Genehmigung erforderlich ist. Aber an anderen Orten geht es halt und das gefĂ€llt mir sehr. Die Treppen aus einem Baumstamm und Brettern gefĂ€llt mir besonders, auch wenn ich architektonisch eigentlich Rampen gegenĂŒber Treppen bevorzuge (letztere brauchen aber deutlich weniger Platz).

3. Überhaupt, Pinterest ist eine großartige Seite fĂŒr Ideen, insbesondere Rezepte und was auch immer das deutsche Wort fĂŒr „Home Improvement“ ist. Ich war am 23. und den halben 24. Dezember tief in seinen AbhĂ€ngen verloren.

4. Ich weiss nicht, ob Egloo an irgendeinem Ort funktioniert, der im Winter kĂŒhler ist als Italien. Ich weiss auch nicht, ob es im Vergleich zur Heizung wirklich besser ist, ĂŒbers Jahr etliche Teelichter abzubrennen, die aus Werweisswas hergestellt sind.
Aber es ist eine interessante Idee und ich weiss das zu schÀtzen.

5. eBooks fĂŒr lau ist heute 3 geworden. Yay!


FreitĂ€gliche FĂŒnf 12.12.2014 und 19.12.2014

So, weil ich letzte Woche den Freitag verpasst habe nun die doppelte Ladung aus meiner Sicht erfreulicher Dinge aus den letzten Wochen, entsprechend diesmal zehn statt fĂŒnf.

1. OMG, das ist so sĂŒĂŸ!!!!11elf! Eine Schildkröte mit missgebildeten Beinen bekommt vom Tierarzt Lego-RĂ€der verpasst.

2. Shakespeare im Globe, aufgefĂŒhrt in der Aussprache des Dichters selber. Das klingt mehr nach einem betrunkenen Iren als nach dem, was wir in der Schule als Englisch lernen. Ich liebe es!Ich weiss, wo ich hin muss, wenn ich das nĂ€chste Mal in London bin. Wann immer das sein wird.

3. Zeppeline! :-) Ich mag Luftschiffe und hoffe schon seit lĂ€ngerem, dass ihnen mit neuer Technologie eine neue BlĂŒtezeit bevorsteht. Und man kann nicht sagen, daran wĂŒrde nicht gearbeitet. Das Luftschiff als klimaneutrales Transportmittel der Zukunft ist eine großartige Sache, der ich schon lange fĂŒrspreche.

4. Auch wenn das WeihnachtsgeschĂ€ft bei meinen Affiliate-Programmen dieses Jahr absolut schleppend verlĂ€uft, der Verkauf von eigenen BĂŒchern pendelt sich gut ein: Der Dezember hat den November am Mittwoch, dem 10. 12., ĂŒbertroffen. Sehr gut, so kann es ins Jahr 2015 weitergehen. Aber zum Jahr 2015 gibt es am 1. Januar mehr.

5. Irgendwie habe ich die letzten zwei Wochen eine Menge Zeug gratis aus dem Playstation Network bekommen, was gut ĂŒbeer regnerische Tage mit langen NĂ€chten hilft. Jetpack Joyride Deluxe gab es gratis, weil ich vor einem Jahr das original Jetpack Joyride gekauft hatte – und es macht immer noch Spass ohne Ende. Von Resogun gab es eine PS3-Version, was sehr gut ist, da ich Shmups liebe und ich fĂŒr die aus PS+ erhaltene PS4-Version keine PS4 habe.
Und dann hat EA auch noch zum 20. Geburtstag der Playstation beglĂŒckwĂŒnscht und dazu an alle Playstation-Network-Mitglieder Plants vs. Zombies – Garden Warfare (PS4), Need for Speed: Most Wanted (Vita) und Mirror’s Edge (PS3) verschenkt. Beim letzteren Spiel bin ich schon lange auf der Kippe, ob ich es mir irgendwann hole oder doch nicht. Mal ab von dem, was sich gleich spielen lĂ€sst, wenn ich denn eine PS4 kaufen werde wird diese vom ersten Tag an gut mit Spielen betankt sein ^^

6. Bleiben wir kurz in der Welt der Videospiele. Denn nach drei Jahren seit dem RROD meiner alten 360 habe ich endlich wieder eine funktionierende Xbox 360. Eine schöne alte, noch ohne HDMI-Anschluss und in weiss, quasi ein antiquarisches SchmuckstĂŒck von einer 360. Was heisst, dass ich endlich lange im Regal liegen gebliebene Sachen wie das erste Bioshock nachholen kann (und ja, Kung-Fu Panda). Wobei ich im direkten Vergleich der aktuellen Betriebssysteme der Konsolen schon sagen muss: MenĂŒ und Online-Shop sind bei der PS3 doch um LĂ€ngen besser.
Und Mushihimesama Futari kann ich im Xbox Store gar nicht erst kaufen, weil es zwar erhÀltlich ist, aber der Titel in Kanji geschrieben ist, nach denen ich auf der Xbox nicht suchen kann. Mal ganz im Ernst: m(

7. Kommen wir zu den lokalen Nachrichten. Ich hatte bei der Klage gegen den Tierpark wegen LĂ€rms einiges befĂŒrchtet, aber glĂŒcklicherweise scheint dies nicht nur unbegrĂŒndet, das ganze wird eine Posse eerster GĂŒte. Losgegangen ist es dann mal mit einer Zeugin, die der Tierpark gar nicht stört und die das Schreiben gegen diesen mehr aus nachbarschaftlicher SolidaritĂ€t unterschrieben hat. Kannse dir nicht ausdenken!

8. So kann es gehen mit der Inspiration: Die letzten Wochen wollte ich mit Desert King eigentlich nur eine englischsprachige Zombie-Kurzgeschichte schreiben. Die Kurzgeschichte wuchs dann zu einer Novelle heran. Und aus der Novelle wurde schließlich eine Reihe von vier Novellen. Die Reihe All Hail the King werde ich nun 2015 mit allen vier BĂ€nden plus Sammelband gleichzeitig veröffentlichen und damit ich bloß nicht auf dumme Gedanken komme, ist die Serie damit komplett in sich geschlossen. Die BĂ€nde: Desert King, Carnival King, Swamp King und Long Live the King.

9. Die rechte Demo DĂŒgida wird zum Reinfall, in DĂŒsseldorf bleibt als Islamkritik getarnte Fremdenfeindlichkeit ein RandphĂ€nomen. Das gibt Hoffnung.

10. Wo ich vorhin schon beim Schreiben war: Ich weiss jetzt klar, dass deutlich ĂŒber 1.000 Wörter am Tag fĂŒr mich gut möglich sind und habe damit mein Ziel fĂŒr 2015 gesetzt: 500.000 Wörter im kommenden Jahr. Das entspricht ca. 45 mal meinen aktuell lĂ€ngsten veröffentlichten Werken. Dass ein solches Volumen ohne QualitĂ€tsverlust realistisch ist, ist fĂŒr mich ermutigend.


In eigener Sache: Umbauarbeiten im Blog

Dieses Blog ist jetzt schon ein paar Jahre in dieser Form online. Es waren genug Jahre, denn inzwischen stoßen einige Elemente seines Designs an die Grenzen eines im freien Markt fĂŒr eine breite Nutzergruppe verfĂŒgbaren Themes. Meine Nutzung des Blogs hat sich verĂ€ndert, meine Ziele mit ihm haben sich teils verĂ€ndert, teils konkretisiert. Daher werde ich das Blog in nĂ€chster Zeit so umfassend umstellen wie seit Bezug der aktuellen URL nicht mehr.

Ich werde das nicht auf einen Schlag tun, wie so viele Seiten, die ĂŒber Nacht ein vollkommen neues Erscheinungsbild erhalten. ich mag diese Art der VerĂ€nderung nicht, weil sie alte Nutzer vor den Kopf stoßen kann. Vielmehr werde ich nach und nach Elemente anpassen, auch ein wenig mit technischen Möglichkeiten rumprobieren, die ich bisher noch nicht genutzt hatte.

Dreh- und Angelpunkt der meisten Änderungen wird die Seite mit den Links zu meinen BĂŒchern sein. Aktuell ist die Situation die, dass die schiere Anzahl an Links zu den verschiedenen Verkaufsstellen beginnt, das Layout der Seite zu sprengen. Die EintrĂ€ge fĂŒr die BĂ€nde der Meilensteine der Evolution sind komplett durcheinandergewirbelt, der Eintrag fĂŒr Science-Fiction schwebt mitten in der Luft, es ist alles ziemlich suboptimal. Davon ab wird die Seite auch lĂ€nger als sie sein sollte. Ich will möglichst viel Inhalt möglichst schnell zugĂ€nglich halten und das ist etwas, was in den nĂ€chsten Monaten immer wichtiger wird, wĂ€hrend sich mein Angebot an Titeln vergrĂ¶ĂŸert.
Ich habe dafĂŒr eine Lösung im Kopf, aber diese erfordert die EinfĂŒhrung neuer technischer Möglichkeiten, die ich zum Teil erst noch ausprobieren muss. Und wenn ich da schon bei bin, kann ich halt auch gleich das Design des Blogs etwas aufrĂ€umen, es haben sich mit der Zeit sehr viele raumgreifende Elemente angesammelt, was die Navigation nicht einfacher macht.

Insgesamt strebe ich ein Design an, das deutlich mehr Fokus auf die Inhalte und weniger auf Navigation und sonstige Seitenfunktionen setzt.
Das Ergebnis sollte technisch moderner, schneller, ĂŒbersichtlicher und einfacher zu nutzen sein als die jetzige Seite. Ein paar neue Funktionen und Inhalte gehen damit natĂŒrlich auch gleich einher.

Bis zum Jahreswechsel sollten alle VerĂ€nderungen durch sein. Dann gibt es neue Navigation, eine erneuerte PrĂ€sentation der BĂŒcher, ein paar damit verbundene neue Inhalte und neue Funktionen. Macht Erinnerungs-Screenshots, so lange es noch geht! Ich bin dann mal mit On-Mouse-Over-Effekten, Pop-Ins (nicht fĂŒr Werbung oder Umfragen!) und dynamischen Header-Designs experimentieren. Das wird lustig
Und wenn ich dazu noch komme, rĂ€um ich auch gleich das Blogdesign fĂŒr Smartphones auf, das ist durch die Seitenleiste ein wenig ĂŒberfrachtet.

Nachtrag, 7.12.2014
Okay, vielleicht wird sich doch etwas mehr Ă€ndern, als angedacht. Mir sind im Laufe des Tages einige Ideen gekommen, die ich noch nirgends fĂŒr ein WordPress-Blog umgesetzt gesehen habe, die zugleich aber sehr attraktiv sind. Ja, ich habe momentan Spass mit dem Experimentieren. Die ersten Neuerungen kommen in den nĂ€chsten Tagen im Blog an.


FreitĂ€gliche FĂŒnf 5.12.2014

FĂŒnf positive Dinge aus den vergangenen sieben Tagen, jeden Freitag. Jetzt schon zum dritten Mal zu fĂŒllen geschafft. Yay!

1. Es ist nicht einfach, in der gegenwĂ€rtigen Zeitungslandschaft guten Wirtschaftsjournalismus zu finden und im Wirtschaftsteil kann man die Suche gleich ganz aufgeben. In der FAZ gab es diese Woche mal eine Perle klugen Wirtschaftsjournalismus. Im Feuilleton in einer TV-Kritik, denn fast nur noch dort kann man heute noch Kluges ĂŒber die Wirtschaft sagen, aber immerhin. Unbedingt lesenswert.

2. Hier mal eine kleine Doku. FĂŒr am Thema Nachhaltigkeit interessierte nicht viel neues, aber dennoch ist es eine guter Rundumschlag zur EinfĂŒhrung ins Thema.

3. Ich habe einen hĂŒbschen Schrank vom SperrmĂŒll gezogen. Mehr oder weniger SperrmĂŒll, er stand vor einem leergezogenen Haus mit allerlei Brettern und einem Schild „zu verschenken“. Ein Regal, das sehr schön zu meinem Plan passt, den Schreibschrank durch ein Stehpult zu ersetzen — bis jetzt fehlte es mir dazu an Stauraum fĂŒr die bisher im Schreibschrank aufbewahrten BĂŒcher und Utensilien.
Nachdem ich ihn etwas ĂŒber einen Kilometer durch die Nacht geschleppt habe kann ich auch klar bezeugen, dass das Regal stabil und schwer ist. Das sollte ein wenig halten.
Ein sehr schöner Zufallsfund auf dem Weg zur Fraktionssitzung und somit das wahrscheinlich beste, was eine Fraktionssitzung mir in den letzten Monaten gebracht hat.

4. Ich mag es, wenn Menschen große Probleme mit simplen Ideen angehen, die einen Tick ausserhalb der „normalen“ Denkweisen liegen. Der Gedanke hinter der Grazing Revolution ist ein solcher: Wir haben wachsende WĂŒsten? Dann gehen wir doch hin und machen aus der BekĂ€mpfung des WĂŒstenwachstums ein GeschĂ€ft. Gezielte Viehwirtschaft soll die alten Tiergemeinschaften der Steppen simulieren. Sie weiden auf spĂ€rlich bewachsenem Boden, kacken dort, wodurch der Boden gedĂŒngt und fruchtbarer wird, was stĂ€rkeres Wachstum von Pflanzen mit sich bringt.
Das Buch ist mehr eine Autobiografie mit Fokus darauf, wie der Autor den Plan auf seiner eigenen Farm in Simbabwe umgesetzt hat, aber es ist schon allein interessant, diesen Ansatz anzustoßen.

5. Die Uni von Bristol bringt uns einen Schritt nĂ€her an Formenergie. Mit gezielt projizierten Schallwellen erzeugen sie bei Hologrammen die Illusion, diese böten beim BerĂŒhren Widerstand. Ganz im Ernst, die Hologrammtechnologie ist fortgeschrittener, als ich gedacht hĂ€tte, bleibt aber bisher abgesehen von Gorillaz-Konzerten in den Laboren versteckt. Wobei, Gorillaz-Konzerte gibt es auch nicht mehr, oder?

Runner-Up
Heute hatten wir bei GrĂŒnens das inzwischen zur Tradition herangewachsene Packen von PrĂ€senttĂŒten zu Nikolaus, welche dann am 6. Dezember in den FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften der Stadt an die Kinder verteilt werden. Hat wie immer Spass gemacht, in der kleinen Gruppe zu packen und die Schenkaktion vorzubereiten.


Apnoe-Flachköpper: Rezension zu Free Rainer

Dank Netflix sehe ich in letzter Zeit einige Filme, die ich schon lange schauen wollte. Einer davon war Free Rainer. Es kommt selten vor, dass ich zu einem konsumierten Medium nachher so viel sagen will, dass ich dafĂŒr einen Blogbeitrag bemĂŒhe. Free Rainer ist ein solcher Fall, einfach, weil er so ein seltsames Erlebnis war, zugleich aber auch unfreiwillig einige Probleme der gegenwĂ€rtigen Kulturdiskussion veranschaulicht.

Die Geschichte
Rainer ist der verkokste Produzent von strunzdĂ€mlichen Unterhaltungssendungen beim Privatsender TTS, einem hauchdĂŒnn verpackten Klon von RTL2. Nachdem er einen Anschlag schwer verletzt ĂŒberlebt, kommt er als verĂ€nderter Mensch zurĂŒck – seine FiebertrĂ€ume und die Geschichte der AttentĂ€terin Pegah bringen ihn zu der Erkenntnis, dass seine Produkte den Menschen und der Gesellschaft insgesamt geschadet haben. Sein Versuch, eine Sendung mit mehr Anspruch ins Programm zu bringen, scheitert klĂ€glich und er kĂŒndigt beim Sender, um der Ursache fĂŒr die Volksverblödung durch das Fernsehen auf den Grund zu gehen: Den Quoten.
Nachdem er herausfindet, dass die Quoten tatsÀchlich die Sehgewohnheiten einiger weniger gemessener Haushalte darstellen, entwickelt er einen neuen Plan. Mit Hilfe einer kleinen Gruppe Arbeitsloser (und des paranoiden Sozialphobikers Philipp) manipuliert er die Einschaltquoten, um niveauvolle Sendungen plötzlich profitabel erscheinen zu lassen.

Kritik
Free Rainer anzuschauen ist ein seltsames Erlebnis. Man sieht ihn und wĂ€hrend der Abspann lĂ€uft ist da dieses angenehme, warme GefĂŒhl, etwas gehaltvolles gesehen zu haben. Kulturkritik, die Entwicklung der Vorstellung einer besseren Welt, nah genug an der unseren um wahr zu werden, ein Hoffnungsschimmer der Möglichkeiten, eine Eulenspiegeliade. Die Mischung aus konsensfĂ€higen Überzeugungen (Marke „Reality TV ist scheisse und verblödet“), Humanismus (Der Mensch ist zu besserem fĂ€hig, man muss ihn nur anstupsen) und der Regisseur Weingartner eigenen Revolutionsromantik (noch deutlicher im VorgĂ€nger Die fetten Jahre sind vorbei) ist die perfekte Droge fĂŒr so manchen eher links gesinnten Geist. Dieses warme GefĂŒhl, das da entsteht muss in etwa das sein, was andere beim Betrachten eines Heimatfilms empfinden, nur halt mit Revoluzzer- stat Alpenromantik.
FĂŒr einen Moment. Dann kommen die Fragen. Dann kommt die Erkenntnis, dass diese ganze Kulturkritik doch sehr simpel gestrickt ist.
Es sind anfangs nur kleine Misstöne, die man im Film bemerkt, aber als NebensĂ€tze ĂŒbersprungen hat. Dass der Film ein paar mal Schwarz-Weiss-Bild als visuellen Hinweis auf hohen kulturellen Wert des neuen Fernsehprogramms nutzt — geschenkt. Dass die Mathematik erschreckende Salti schlĂ€gt, wenn bei einem Prozentanteil ein Balken schrumpft, ohne dass andere steigen — na gut, das ist halt kein Film ĂŒber Mathematik. Immerhin wird das Fernsehen ausgewogen dargestellt: Gutes wie schlechtes Programm existieren, das Medium selbst kann auf verschiedene Arten genutzt werden.
Aber schon da ist dieser kleine Moment, den der Film anschließend ĂŒbergeht. In einer Diskussion, welche Programme gut sind, wirft einer der engagierten Arbeitslosen American Chopper ein. Im Film ist es nicht mehr als ein Gag, aber der wahre Kern geht dabei unter: QualitĂ€t ist zu großen Teilen subjektiv. Des einen Prollo-Mist auf Sendern wie DMax ist des anderen Arte-Äquivalent. Und warum eigentlich nicht? Einem Kunstkritiker eine Folge der Chrom anbetenden amerikanischen Motorradfans vorzufĂŒhren wĂ€re ein ebenso amĂŒsantes wie potenziell fruchtbares Experiment. Was genau macht einen Picasso (oder wegen der industriellen Reproduzierbarkeit vielleicht passender, einen Warhol) eigentlich wertvoller als eine Harley Davidson? Den Film interessiert die Frage nicht weiter. Aber das ist schon in Ordnung, denn der Film lĂ€sst fĂŒr eine solche Diskussion keine Zeit, sie den Rezensenten zu ĂŒberlassen ist wahrscheinlich kein Fehler.
Dann jedoch kodiert der Film weiter den Kontrast zwischen guter und schlechter Kultur. Kann man machen, wenn man ĂŒber Inhalte spricht. Das aber tut Weingartner nicht. Er arbeitet mit OberflĂ€che. BĂŒcher und die Oper werden als Indikatoren dafĂŒr benutzt, dass es der Kultur besser gehe. Videospiele und Musicals sind die Stellvertreter verdummender Unkultur. WĂ€hrend das Fernsehen differenzierte Betrachtung erhĂ€lt, tauchen am Rande andere Medien als gĂ€nzlich gut oder schlecht auf. Sie sind auf SchlĂŒsselreize reduziert, die ebenso unterkomplex die angelernten Reflexe der Zielgruppe auslösen, wie es jenes schlechte Fernsehen tut, dem der Film dies vorwirft. Dass der Großteil aller BĂŒcher (auch aus den Verlagen) nach den meisten MaßstĂ€ben Schund ist, dass Videospiele sich mit ihren ganz eigenen narrativen Möglichkeiten zunehmend neben den anderen Kunstformen etablieren, fĂ€llt da unter den Tisch. Oper=Gut, Musical=Schlecht ist sogar eine Unterscheidung, die man nur treffen kann, wenn man ordentlich aus Vorurteilen schöpft (mir ist noch nicht mal klar, was genau der Unterschied sein soll).

Free Rainer leidet damit an Halbreflektiertheit. Der Film hat das sprichwörtliche Herz am rechten Fleck, trĂ€gt aber in sich die Saat dessen, was er kritisiert. Das Ansprechen von SchlĂŒsselreizen in der Zielgruppe, letztlich die Grundlage, auf der das gerne kritisierte Schrottfernsehen es schafft, so viele Zuschauer anzuziehen: Es konzentriert sich auf die SchlĂŒsselreize seiner (allerdings viel grĂ¶ĂŸeren) Zielgruppe.
So kann sich der links geneigte Zuschauer dem warmen GefĂŒhl in der Brust hingeben, er habe grade etwas profundes, wahres, revolutionĂ€res gesehen. Und wird damit selbst Opfer der Einlullung in einfache Denkmuster.
Es gibt nichts, was Free Rainer wirklich hinterfragt. Der Film baut Vorurteile des Kultursnobismus zu einer angenehmen Gutenachtgeschichte fĂŒr die AnhĂ€nger eben jener.

Damit illustriert Free Rainer das Hauptproblem der gegenwÀrtigen Kulturdebatte: Es wird nur noch mit Vorurteilen umhergeschmissen. Diese und jene Medienerscheinung verblödet, jene andere hingegen ist richtige Kultur, was auch immer das eigentlich sein soll. Der gesamte Kulturbetrieb ist zu einem an mangelnder Selbstreflexion leidenden Zirkus geworden, dessen Publikum sich nur zu bereitwillig von einfachen ErzÀhlungen einlullen lÀsst.

Aber wisst ihr was: Das geht in Ordnung. Das angenehm warme GefĂŒhl in der Brust beim Ansehen einer Schmonzette ist durchaus ein Wert fĂŒr sich, wenn man ihn zu dosieren weiss. Angenehme GefĂŒhle dieser Art sollen ja sogar das Leben verlĂ€ngern. Ob dieses GefĂŒhl nun aus der Hochzeit am Ende oder der erfolgreichen Revolution folgt, ist dabei allerdings nur eine Frage von Nuancen. Beides ist in der selben Weise Schmonzette.

Andererseits, wenn ich mir die Verwendung von Musik im Film ansehen, die gerne mal dem Publikum vorschreibt, was es grade zu empfinden hat, kann es durchaus auch sein, dass das Regisseur Weingartner durchaus bewusst ist.