Freitägliche Fünf 16.10.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche voller Dinge, die ich gerne öfter sehe.

1. Stadtbaum

Das ist ein City Tree, eine Erfindung aus Dresden, die nun in Oslo (und schon etwas längeer in Jena) herumsteht. Das Problem ist bekannt: Bäume wachsen mit der Zeit und in den beengten Verhältnissen in der Stadt kann das mit der Zeit ein Problem sein. Hier in Mönchengladbach etwa haben wir seit einigen Jahren auszubaden, wie viele Bäume in den 70ern gepflanzt wurden ohne zu bedenken, dass diese mit der Zeit schlichtweg größer werden und dann Bürgersteige, Straßen und Häuser beschädigen können.
Nun sind die Städte gebaut und mal eben den Platz zu schaffen, um überall Bäume zu setzen (was nötig wäre, damit die Städte mittelfristig nicht überhitzen und versmoggen), ist kaum mehr möglich. Und genau da kann der City Tree als eine Option einspringen: Eine Mooswand, entworfen vor allem um Feinstaub zu filtern.

Bild: Green City Solutions

Bild: Green City Solutions


Ich denke allgemein, dass die Zukunft der Stadtbegrünung in die Höhe geht. Seien dies nun Fassaden- oder Dachbegrünung oder eben solche Lösungen. Nur so kann der Konflikt zwischen den ökologischen Zielen der Stadtverdichtung („Innen- vor Aussenentwicklung“) und der Stadtbegrünung gelöst werden.

2. Schreibtipp von Chuck Wendig

Während alle anderen einem erzählen, wie man Geschichten zu schreiben hat, gibt US-Autor Chuck Wendig den besten Schreibtipp überhaupt. Kurzgefasst:: Schreib nicht, was die Leute dir zu schreiben sagen, dann schreibst du nur das selbe wie alle anderen. Schreibe das Buch, das nur du schreiben kannst. Und scheiss auf die Regeln.

3. 8rad

Und hier ist das 8rad, das größte Transportfahrrad der Welt. Kurvt normalerweise in Berlin rum.

Platz? Da! - Bild: Icebike.org

Platz? Da! – Bild: Icebike.org


(Ja, Fahrräder werden zu einem roten Faden der Freitäglichen Fünfer)

4. Schaufelradrad

Und wo wir schon bei aussergewöhnlichen Fahrrädern sind:

5. Musik

Meine aktuelle musikalische Dauerschleife.


Freitägliche Fünf 09.10.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche: Zweite Chancen für alles!

1. Kampfmais

kampfmais

2. Styropor ist gegessen

Mehlwürmer sind dank Bakterien in ihrem Darm in der Lage Styropor zu verdauen und das scheinbar schadlos. Das macht Styropor zu einem der ganz wenigen biologisch abbaubaren Kunststoffe. Da Styropor sehr verbreitet ist, ist das durchaus sinnvoll.
Interessant ist das auch für die Zukunft des Fleisches: Es gibt einen starken Trend, Insektenprodukte auf den Speisekarten der westlichen Welt zu etablieren. Noch ist das Untergrund, aber es wird ziemlich sicher bald größer werden. Mehlwürmer sind zusammen mit Heuschrecken ein großer Teil davon. Die Frage ist natürlich, ob es gesund ist, Mehlwürmer mit beigefüttertem Styropor zu essen. Aber das lässt sich ja rausfinden.
So oder so, besser als Verbrennung ist es auf jeden Fall.

3. Flash-Fiction-Finale

Ich habe zum zweiten Mal eine Flash Fiction im Wettbewerb bei Indies Unlimited eingereicht und sie ist wie schon die erste in die Endabstimmung gekommen. Hier ist sie:

Finalist ist übrigens nicht der Titel, der Beitrag ist nur ein Finalist in der Abstimmung. Wäre aber ein guter Titel

Finalist ist übrigens nicht der Titel, der Beitrag ist nur ein Finalist in der Abstimmung. Wäre aber ein guter Titel


Lieder hat sie nur den 2. Platz belegt. Allzu überrascht bin ich davon (leider) nicht, denn es war auch eine Geschichte von Zack Lester im Wettbewerb und der schafft es, jede Abstimmung dort zu gewinnen, in der er dabei ist. Ja, davon bin ich ganz ehrlich ein wenig genervt.
Naja, die Geschichte geht in meine englischsprachige Sammlung Glimpses und ich habe auch schon eine interessante Idee, wie ich diese ins Deutsche übertrage. Übersetzung als Event. Das wird lustig.

4. Neues Wort gelernt: Butyl

Fahrradschläuche gehören zu den Dingen, bei denen ich immer dachte akzeptieren zu müssen, dass sie als Restmüll enden. Aber nein: Schwalbe nimmt Fahrradschläuche zum Recycling zurück und stellt daraus wieder die Ausgangsstoffe für neue Reifen her.

5. Velomobil-Unikat aus Köln

Erinnert sich noch jemand an das Jeep-Velomobil vom Juni? Gestern fand ich bei ebay einen würdigen Nachfolger, gebaut für den Kölner Karneval und nun zum Verkauf. Sieht gut aus und ist laut. Und wahrscheinlich nicht straßentauglich, aber irgendwas ist halt immer.

Wer ihn haben will und 999 € übrig hat, kann ihn hier bei ebay finden und in Köln abholen.


Dino-Dienstag 29

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche mit vielen neuen Arten seit dem letzten Mal.

Pentecopterus

Pentecopterus - Illustration: Patrick Lynch, Yale University

Pentecopterus – Illustration: Patrick Lynch, Yale University


Aus Iowa stammt der älteste Großräuber der bekannten Erdgeschichte. Pentecopterus erreichte vor 500 Millionen Jahren etwa die Größe eines Menschen und gehörte zu den Seeskorpionen, einer Gruppe mariner Gliederfüßer, welche die Meere beherrschten, bevor große Raubfische diese Nische übernahmen.
Die Seeskorpione lösten in der Rolle als Spitzenräuber der Meere die seltsamen Anomalocariden ab, bei denen allerdings mittlerweile Hinweise auftauchen, dass sie gar keine Fleischfresser waren, sondern sich von Plankton ernährten. Anomalocariden lassen sich am ehesten als eine Mischung aus Krabben udn Handstaubsaugern beschreiben und ähnelten nichts, was heute noch lebt.

Homo naledi

Ein neues Familienmitglied ist aufgetaucht: Homo naledi aus Südafrika ist die südlichste bekannte Menschenart. Die meisten frühen Menschenarten breiteten sich vom Horn von Afrika nach Westen und Norden aus, H. naledi dagegen repräsentiert einen Zweig, der nach Süden wanderte.
Wirklich spektakulär war aber wohl die Bergung der Überreste. Knochen von H. naledi fanden sich in einer engen, tiefen und windungsreichen Höhle, weshalb Ausgrabungsleiter Professor Leo Berger per Internet Menschen suchte, die möglichst Erfahrungen im Erkunden von Höhlen haben.
Diese fanden sich und so wurden insgesamt 1.550 Knochen aus der Höhle geborgen. Interessanterweise fanden die Forscher Hinweise, dass die Verstorbenen absichtlich in die Höhle gebracht wurden.

Neue Spezies

Noch ein paar weniger spektakuläre neu entdeckte Arten sind in den letzten Wochen dazugekommen:

Desmatochelys padillai - Illustration: Jorge Blanco

Desmatochelys padillai – Illustration: Jorge Blanco


Mit Desmatochelys padillai haben Forscher die bisher älteste Meeresschildkröte gefunden. Interessant daran ist, dass die Schildkröte sich kaum von heutigen Meeresschildkröten unterscheidet, obwohl sie immerhin 120 Millionen Jahre alt ist, so alt wie die ältesten halbwegs modernen Vögel. Die Meeresschildkröten hatten ihre Blütezeit gemeinsam mit den letzten Dinosauriern, als sie Exemplare von der Größe einer Tischtennisplatte hervorbrachten. Sie sind die einzigen unter den Meeresreptilien dieser Zeit, die das Massensterben vor 65 Millionen Jahren überlebten und noch heute umherschwimmen, vermutlich, weil sie anders als die meisten Meeresreptilien nie aufgehört haben Eier zu legen, um lebende Junge zu gebären. So konnten die Eier ihre Eltern überleben, als in den Ozeanen praktisch alles ausstarb, was zu nah an der Oberfläche lebte.
Unter den richtigen Dinosauriern ist Horshamosaurus als Neuzugang zu vermelden. Leider wissen wir nicht viel darüber, wie dieser gepanzerte Dinosaurier aussah, da nur Wirbel erhalten sind. Wahrscheinlich ähnelte er den großen Ankylosauriern Nordamerikas und Asiens, mit denen er nahe verwandt war. Die Fossilien waren schon in den 80ern in England gefunden worden, aber für Überreste von Polacanthus gehalten worden. Erst jetzt zeigten Untersuchungen, dass die Knochen zu einer neuen Art gehörten, die wesentlich robuster gebaut war als Polacanthus.
Asien bringt mit Mosaiceratops einen neuen Ceratopier, in diesem Fall eine kleine Art ohne Hörner oder auffälligen Nackenschild, die stark den ersten Ceratopiern ähnelte, aber auch anatomische Merkmale der bekannten Riesen späterer Zeiten wie Triceratops aufweist (etwa die Zahnverteilung). Dieser auf den ersten Blick recht unspektakuläre Dinosaurier ist innerhalb der Ceratopier ein Missing Link, den bei diesen Tieren gibt es immer noch viele Lücken im Verständnis ihrer Herkunft. Ähnliches gilt auch für den südafrikanischen Sefapanosaurus, einen neuen Dinosaurier, der zwischen den berühmten langhalsigen Giganten des Jurazeitalters und ihren zweibeinigen Vorfahren steht, welche als erste Dinosaurier vergleichsweise riesige Formen erreichten.
Bleibt noch Ichibengops zu erwähnen, ein räuberischer Vorfahr der Säugetiere, der möglicherweise einen giftigen Biss hatte, eine Eigenschaft, die bei heutigen Säugetieren nicht mehr existiert. Entsprechend überraschend ist dieser Befund bei einem frühen Vorfahren der Säugetiere. Ichibengops lebte vor etwa 260 Millionen Jahren in Sambia und ist damit deutlich älter als die ältesten Dinosaurier.

Evolutionen

Neue Erkenntnisse dazu, wie genau etwas entstanden ist, erscheinen oft uninteressant, aber tatsächlich geben sie Einblick, wie die Evolution funktioniert. Sie zeigen, wie eine Form zur anderen wurde und stärken somit die Beweislage für die Evolution ebenso wie unser Verständnis von ihr. Ich schreibe dies, da es in den letzten Wochen zwei neue Forschungen in dieser Richtung gab.
Das eine ist eine Untersuchung, die zeigt, dass bei den Ankylosauriern erst die versteiften Schwanzwirbelsäulen entstanden und dann die großen Knochenkeulen an den Schwanzspitzen, für die viele der späteren Ankylosaurier bekannt sind
Für uns als Menschen viel interessanter sind natürlich die eigenen Verwandten. Bei unseren entferntesten eindeutig zuzuordnenden Verwandten, den Quastenflossern, gibt es hier ebenfalls Neuigkeiten. Wissenschaftler konnten anhand der Entwicklung im Wachstum der modernen Quastenflosser-Art Latimeria chalumnae nachweisen, dass deren Vorfahren in der Tat Lungen gehabt haben müssen. Diese bei Jungtieren noch vorhandenen Lungen verkümmern allerdings, wenn die Fische altern. Wahrscheinlich ist dies ein Grund, warum diese Quastenflosser das Ende der Dinosaurier überlebten während alle anderen Fische dieser Gruppe verschwanden: Sie sind Tiere der Tiefsee, ganz im Gegensatz zu den einst eher an den Küsten vorkommenden anderen Arten. Und es zeigt auch erneut: Die Evolution verläuft nicht in eine bestimmte Richtung.
Neue Organe wie Lungen können bei manchen Tieren neue Möglichkeiten eröffnen (die Eroberung des Landes), während sie bei anderen irgendwann wieder verschwinden, weil sie für ihren Lebensstil nutzlos sind.


Freitägliche Fünf 02.10.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche recht leistungsorientiert.

1. Dieser Kühlschrank

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via Olaf Graß

2. Cornelia Funke verlegt selbst

Mit Cornelia Funke reiht sich einer der größten Namen in der deutschen Populärliteratur unter die Selbstverleger. Zwar nur mit der englischen Übersetzung ihres letzten Buches, weil sie mit den Konditionen der Verlage nicht einverstanden war, aber immerhin.
Das ist ein ziemlich großer Name, der hier dem Verlagswesen als Unterstützer wegfällt. Im übrigen hat, wenn mich nicht alles täuscht, auch Wolfgang Hohlbein in letzter Zeit angefangen, mit Selbstverlag zu experimentieren und seinen Erstling auf diese Weise neu veröffentlicht.

3. How to Sing Butterflies

Apropos Schriftstellerei, ich habe vorgestern im englischsprachigen Blog eine neue englische Kurzgeschichte veröffentlicht. Es ist eine eher ungewöhnliche und wahrscheinlich meine literarischste bisher.

4. Feierabendmarkt

Und hier ein blindes Huhn, das stolz sein Korn präsentiert: Die Junge Union schlägt in MG die Einrichtung eines Feierabendmarktes vor.

5. Zielerreichung

Ich war heute morgen auf der Waage dann doch etwas überrascht. Mit 81 kg bin ich fast auf Idealgewicht, mein Ziel war eigentlich 85 kg, aber dann ging es halt weiter, wahrscheinlich weil ich mir mein früheres Immer-mal-wieder-zwischendurch-Essen abgewöhnt habe und mit größerer Regelmäßigkeit große Strecken (>10 km) mit dem Fahrrad zurücklege. Jetzt geht es darum, das zu stabilisieren (auch nach unten, ich will ja nicht zu dünn werden).


Freitägliche Fünf 25.09.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche wird Rad gefahren und ausgekohlt.

1. Das <3-Tandem

Teamarbeit: Der blinde Mann tritt, die gehunfähige Frau steuert

Teamarbeit: Der blinde Mann tritt, die gehunfähige Frau steuert


via Oliver Dittrich

2. Garzweiler II schrumpft

RWE hat nun die neue Endlinie für Garzweiler II erhalten. Damit schrumpft der Braunkohlentagebau deutlich und endet 2040 vor Holzweiler. Natürlich ist das immer noch zu viel, aber es ist ein weiterer Schritt auf einem Weg, der in den letzten Jahren zunehmend weiter gegangen wird.
Ja an Wanlo geht es immer noch auf 100 Meter ran und die Stadt protestiert da natürlich, aber mal ganz ehrlich: Hat irgendwer erwartet, dass ein bereits im Aufbau befindlicher Randbereich jetzt noch verändert wird?

3. Borschemich

Das ist so ein merkwürdiger Punkt. Einerseits wird Borschemich bald platt gemacht, der letzte Bewohner ist vor kurzem umgesiedelt, das Dorf steht nun komplett leer. Aber es ist auch so, dass leere Orte, Lost Places, auf mich eine große Faszination ausüben.
So nutzte ich am letzten Wochenende die Gelegenheit, Bilder von diesem Ort zu machen, von seinem Verfall, von den Spuren des einstigen Lebens hier, von der in Abwesenheit von Menschen zu einem letzten Herbst aufblühenden Natur, von dem, was verloren geht.
Von den bisher 186 Bildern habe ich drei als Beispiele ausgewählt: Die wunderschön gestaltete Seitentür der örtlichen Kirche, ein einsam vergessener Grabstein in einem Hintergarten und die Überreste eines Traktors in einem verfallenen Hof. Es sind nur Beispiele, es gab noch so viel mehr und ich werde das sicherlich auch mal gebündelt und sortiert präsentieren, wenn ich fertig bin. Vom Lavendelbusch voller Tagpfauenaugen und Apfelbäumen, an denen rote Äpfel in Massen hängen wie sonst Weintrauben über vergessene Spielzeuge in der Wildnis und immer wieder Besen, die am Ende ihres letzten Einsatzes mitsamt des Kehrichts stehen gelassen wurden, bis hin zu Ruinen und der Leiche eines kleinen Hundes, die vertrocknet in einem offenen Schuppen lag.

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Schön ist es nicht, einen Ort auf diese Art sterben zu sehen, aber ich freue mich doch, die Gelegenheit wahrgenommen zu haben, das anzuschauen und zu dokumentieren.

4. Blitzsäule an der Korschenbroicher Straße

An der Korschenbroicher Straße steht nun eine neue Blitzsäule zum Festhalten von Geschwindigkeitsüberschreitungen und Rotüberfahrten. Das ärgert viele Autofahrer, die es nicht so mögen, sich an Gesetze halten zu müssen. Ich hingegen freue mich über einen Blitzer, den man nicht schon von weitem als solchen erkennt. Führt vielleicht dazu, dass einige Fahrer in Zukunft etwas vorsichtiger sind, weil man ja nie wissen kann, wo so ein Ding lauert.

5. Entkochtes Ei

Der Ig Nobel Preis ging dieses Jahr an Forscher die einen Weg gefunden haben, gekochtes Eiweiss wieder roh zu machen. Das klingt zunächst ziemlich bescheuert, aber die potenziellen Einsatzmöglichkeiten in der Medizin sind gewaltig. Beispielsweise kann diese Fähigkeit, geschädigte Proteine in ihren Urzustand zurückzuversetzen, Blutwäschen einfacher und effektiver machen, vielleicht sogar gegen bestimmte Formen von Krebs und manche Virenerkrankungen eingesetzt werden.


Freitägliche Fünf 18.09.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Jetzt zurück im wöchentlichen Rytmus.

1. Bump!

Bild von hier

Bild von hier

2. Brustkorb aus dem 3D-Drucker

Ein Krebspatient hat in Spanien als Ersatz für seine befallenen Rippenstücke teilweise einen künstlichen Brustkorb erhalten, der mit individuell angepassten Maßen auf einem 3D-Drucker erstellt wurde.

3. eInk-Tastatur

Ich dachte schon, das Thema sei irgendwann in den 2000ern untergegangen, aber hier ist ein neues Projekt für situationsabhängig wechselnde Tastaturen. Das ist natürlich nett für Gamer, aber ich finde es viel interessanter, komfortabel in nicht-lateinischen Schriften schreiben zu können oder im Deutschen unübliche Sonderzeichen hinzuzufügen.
Nun sind 350 Dollar nicht wenig, aber es ist halt ausserhalb der Welt der Touchscreens immer noch eine schwierig umzusetzende Idee.

4. Archivreaktion

Ich bekam heute eine eMail als Reaktion auf meinen Zombie-Artikel von 2014. Sehr interessante Gedanken im Kontext der inzwischen ja deutlich verschärften Vertriebenen-Situation. Mal sehen, ob es in nächster Zeit für einen weiteren Artikel reicht, bis dahin der Verweis auf vor einem Jahr.
Mein damaliger Kontext war übrigens eine eigene Zombiegeschichte, die inzwischen ihrer Überarbeitung harrt und die einen ganz anderen Hintergrund für die Verwendung der Zombies hat. Ich hoffe, die noch vor Halloween (also im Oktober) bereit zu haben. Es hat sich an dem Jurassic-World-Projekt herausgestellt, dass Bezug zu aktuellen Ereignissen als Veröffentlichungsstrategie extrem erfolgreich sein kann.

5. Kanalisierung

Manchmal ist schlechte Laune genau das, was man braucht. Mir ging diese Woche jemand extrem auf die Nerven, der beständig mit zwei Maßstäben misst. Davon gibt es ja allgemein viel zu viele. Ich bin dem dann irgendwann explodiert. Das tue ich extrem selten.
Ich kann daran auch im Nachhinein nicht den geringsten Fehler erkennen. Manchmal ist es einfach richtig. Ich bin ziemlich froh, nicht die Klappe gehalten zu haben. Wir werden sehen, was kommt.


Freitägliche Fünf+ 11.09.2015

Die (normalerweise) wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Die letzten drei Wochen waren voll und seltsam und achterbahnig und überhaupt. Privat, politisch, arbeitsmäßig. Ich werde daher die beiden verpassten Fünfer nicht ausgleichen, sondern einfach meine Notizen abarbeiten.

1. Urbaner Schredder

Ich bin ein großer Fan weniger von Elektromobilität als von den Kleinstfahrzeugen, die damit möglich sind. Der Urban Shredder von Hot Wheels ist natürlich mehr als Spielzeug oder Sportgerät gedacht, aber der Gedanke geht ja durchaus in die richtige Richtung: Fortbewegungsmittel so klein und leicht wie möglich, damit man nicht viel mehr auf Geschwindigkeit bringen muss als den Fahrer selbst. Klar, auf die selbe Straße wie ein Lkw oder auch nur ein Kleinwagen kann sowas nicht und unsere Verkehrsinfrastruktur ist dafür letztlich nicht geeignet aber ich würde eine Welt mögen, in der dem nicht so wäre.
Via Fancy.

Normalerweise steht hier ein Flachwitz, aber, nunja...

Normalerweise steht hier ein Flachwitz, aber, nunja…

2. Apropos Fortbewegung

Apropos Fortbewegungsmittel und ich. Es gibt Teile eines Schuhs, die ich weniger verachte als die Schnürsenkel. Was ich dagegen immer mag ist, wenn alte Ideen auf komplett neue Weise gedacht werden. Hier ist ein Schuh, der um den Fuß gewickelt wird und trotzdem nicht aussieht wie ein Handtuch am Fuß.
Nur über den Preis müsste man halt noch mal sprechen.
Vibram Furoshiki Wrap-Around Shoes

3. Diese Bank

Das Bild lässt sich irgendwie nicht einbetten, aber es lohnt sich, kurz den Link zu klicken. Absolut beeindruckende Schnitzarbeit: https://instagram.com/p/6okOhdg7R_/.

4. Energie-Innovation in MG

Die NEW will an zwei Standorten in Mönchengladbach die Praxistauglichkeit verschiedener Kleinwindräder in großindustriellen Anlagen testen.
Was wenige wissen: Die Kläranlage in MG-Neuwerk stammt aus einer Zeit, in der in der Stadt viel Bewegung auf dem Energiesektor war. So nutzte sie als eine der ersten Anlagen (manche Quellen sagen die erste Kläranlage überhaupt) die Gase aus dem Klärschlamm zur eigenen Stromversorgung. Es ist gut, wenn heutige Entwicklungen an die technologische Aufbruchszeit anknüpfen, die in dieser Stadt in den 80ern präsent war.

5. Itsy Bitsy Spider

In England tauchen in rauen Mengen riesige Spinnen in den Häusern auf <3. Okay, das ist wegen des folgenden Zitates hier:

Männchen verlassen ihre Netze auf der Suche nach einer weiblichen Spinne. Also gehen sie auf eine kleine Reise, um Liebe zu finden„, sagte der Spinnenexperte Stuart Hine vom Natural History Museum in London

Awwwwwww…

6. Rügenwalder, trotz der Werbung

Die Geschichte,, wie Rüggenwalder zur vegetarischen Wurst kam finde ich absolut interessant, vor allem wegen der Frage der Widerstände. Bisher habe ich sie noch nicht probiert (diese komischen Ersatzprodukte sind nicht so meins), aber es kann nicht schlimmer sein als normale Rügenwalder.
Ich finde es durchaus schön, dass solche Dinge so ein großer Erfolg sind.

7. Mekkes und seine Eier

McDonald’s will künftig nur noch Eier aus Freilandhaltung einsetzen. Das ist schon deswegen eine gute Meldung, weil McDonald’s so eine riesige Kette ist.
Mekkes spielt für die Umwelt-, Natur- und Tierschutzbewegung eine überraschend wichtige Rolle. Als wichtiger Gegner. Wir dürfen nie vergessen, wie uns solche Konzerne einen Punkt bieten, an dem sich Veränderungen anbringen lassen. Die wollen Marktführer bleiben, also müssen sie auf große gesellschaftliche Strömungen reagieren um ihre Position zu halten. Deswegen hat McDonald’s damals als erste Kette Styropor-Verpackungen für die Burger abgeschafft. Deswegen packen die manchmal Bücher in die Kindermenüs. Deswegen haben die vegetarische Burger. Und deswegen steigen die nun auf bessere Eier um.
Wir brauchen Mekkes, um einen Gegner zu haben, gegen den wir Siege auf eine Art einfahren können, dass sie etwas bewirken.

8. Wespen helfen

Ein Mittel gegen Krebs, um genau zu sein. Das sagen zumindest Forschungen aus Brasilien. Ich bin gespannt, ob aus den ersten Ergebnissen weitere positive Meldungen folgen.

9. Fußballgolf

Man nehme Fußball und Golf, zwei Sportarten, von denen ich nichts verstehe, nehme alles raus, was ich daran nicht verstehe, verschmelze es und übrig bleibt Fußballgolf. Das sieht gut aus. Das sieht nach richtig Spass aus. Und das will jemand hinter dem Nordpark in dieser Stadt bauen.

Das ist bescheuert. Das ist perfekt.

Das ist bescheuert. Das ist perfekt. – Bild: Tourismus Pullbach

10. Freie Fahrt für freie Fahrradler

Paris erlaubt Radlern in Zukunft wenigstens testweise, rote Ampeln zu ignorieren, wenn sie rechts abbiegen wollen. Das macht durchaus Sinn, da man beim Abbiegen nach rechts ja nicht die kreuzende Straße queren muss. Für Autos kennen wir das in Deutschland ja fallweise mit Abbiegespuren und grünen Pfeilen.

11. Weltuntergang!

Endlich mal wieder ein vernünftiger Weltuntergang. Am 28. September ist es so weit, die nächste Mondfinsternis bringt das Ende des Planeten oder wenigstens der menschlichen Zivilisation mit sich. Bringt Popcorn.


Die Verrohung der Mitte (Nachtrag)

Es ist dank der Flüchtlingsdebatte mal wieder in Mode, seinen Gegnern ein saftiges „Nazi“ an den Kopf zu werfen. Gemeint ist in der Regel ein Rassist. Aber in der Form, wie das gegenwärtig geschieht, ist es so ziemlich das Dümmste, was wir machen können. Zur Einleitung in das eigentliche Thema zitiere ich mich mal selbst mit einem zentralen Punkt aus Unter Wittgensteins Löwen, der zentral für mein Menschenbild ist und den ich für einen der besten Absätze halte, die ich je geschrieben habe:

Es ist eine der meistvergessenen Tatsachen im zwischenmenschlichen Umgang, dass sich niemand für einen Extremisten, Fanatiker oder gar böse hält. Das ist eine Grundkonstante menschlichen Denkens: So gut wie jeder Mensch ist davon überzeugt, dass seine Position die richtige, wenigstens aber die bestmögliche oder logischste ist. Sind wir davon nicht überzeugt, begeben wir uns auf die Suche nach Positionen, von denen wir dies besser glauben können – oder aber auf jene nach Begründungen dafür, warum die eigene Position doch die beste ist. Wir alle suchen ständig nach jenen Überzeugungen, die uns aus unserer Vorprägung und Bildung am besten erscheinen.

Dort ging es um Religion, aber Religion und Fremdenhass haben die Gemeinsamkeit, dass beides für mich völlig unbegreifliche Denkweisen sind, denen ich mich nur mit Mühe von aussen nähern kann. Was mir aber auffällt sind zwei Entwicklungen hin zu problematischen Einstellungen, die sich teilweise gegenseitig verstärken: Rassismisierung des Alltags und Menschenfeindlichkeit der Mitte.

Rassismisierung des Alltags

Vorgestern bezeichnete Joachim Hermann Roberto Blanco als wunderbaren Neger. Was Blanco gestern mit dem Satz quittierte: „Ich bedanke mich bei ihm dafür, dass er das Wort ‚wunderbar‘ gesagt hat“ (mehr hier).
Nun hat Hermann dummerweise ein verpöntes Wort benutzt und in manchen Sphären gibt sowas gleich einen Aufstand. Dass dieser wahrscheinlich nichts weiter bewirken wird, als Hermann von den aufschreienden Gruppen abzuschrecken und so dem Ansehen antirassistischer Anliegen unter Konservativen zu schaden, fällt dabei unter den Tisch. Der Ruf nach Zensur macht das Gegenüber niemals zum besseren Menschen. Die Antifa, das muss man leider immer wieder konstatieren, beschäftigt sich selten mit Inhalten, sie reagiert auf Schlüsselreize und reisst halt den Schnabel auf, sobald ihr jemand einen Wurm vorhält.

Überhaupt wird viel zu selten darauf eingegangen, wo Rassismus eigentlich beginnt. Ja, es gibt Rassismus unter dem Tarnmäntelchen der Islamkritik. Und es gibt ebenso legitime Islamkritik, denn der Islam ist, ähnlich wie im Übrigen das Christentum, eine offenbar zu autoritären Systemen neigende Religion. Und ja, es gibt antisemitische Israelkritiker, ebenso allerdings sogar jüdische.
Was wir mit Beiträgen wie diesem tun ist letztlich, sich als normal empfindende Menschen zu Rechtsextremen zu erklären. Sie werden ihre Position deswegen aber in der Regel nicht ändern, sondern sie erleben Ausgrenzung von links, welche durch Verständnis von rechts ausgeglichen wird. Der vermeintliche Rassist findet bei den echten Rassisten Bestätigung und beginnt so seinen Weg an den Rand.
Auf diese Weise ist letztlich auch eine Intoleranz von links mit für die Ausbreitung von Rassismus verantwortlich. Statt Aufklärung kommt Ausgrenzung, bei den Trägern der Vorurteile erfolgt statt Überwindung der Schranken eine Verhärmung.
Ich nenne das eine Rassismisierung: Aktuell oder in der Vergangenheit als normal empfundene Gedanken und auch legitime Gedanken kritischer Geister werden einem Problem zugeschlagen, zu dem sie wenigstens ursprünglich nicht gehören. Und die Rechten freuen sich, eine weitere gesellschaftliche Gruppe in ihre Reihen aufnehmen und sich so auch ihrerseits legitimieren zu können.

Menschenfeindlichkeit der Mitte

Es ist mir momentan noch unklar, ob es sich bei der zunehmenden Verrohung der politischen Mitte um ein paralleles Phänomen oder eine Folge des Drängens von Mainstream-Positionen nach rechts handelt. Wahrscheinlich ein bisschen was von beidem.
Wir müssen nicht lang über Günter Krings sprechen, aber er ist ein schön typisches Beispiel. Statt die Entbürokratisierung in der unter der eigenen Bürokratie zusammenbrechenden Asylverwaltung zu sehen, salbadert er mal wieder von irgendwelchen unrichtigen Asylbewerbern. Er könnte wissen, dass die Karte Entlastungen für den Staat bedeutet, wenn er den Artikel lesen würde, den er dort selbst verlinkt hat, wo es vor allem um die Kosten der aktuellen Situation geht. Aber damit lässt sich nicht so schön populistisch nach Zustimmung fischen.
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Wofür das symptomatisch ist, ist die Verrohung der Mitte im Namen des Populismus. Es ist einfacher, Probleme mit der Keule zu erschlagen, als sie wirklich zu betrachten. Stereotype generieren so wunderschön Zustimmung. Dass man damit kurzerhand in eine Entwicklung einsteigt, die nicht mehr anders genannt werden kann als Kriegsführung gegen die Ärmsten der Armen, scheint dabei egal.
Hauptsache, die Wählerschaft ist zufrieden. Nur wird diese dabei auch gleich an solche Maßnahmen gewöhnt. Entmenschlichung der Opfer und zugleich Verrohung der hiesigen Bürger schreiten voran, für je normaler wir solche Dinge halten.

Und manchmal treibt es wirklich bizarre Blüten. Heute nachmittag wird im Umweltausschuss von Mönchengladbach ein Antrag besprochen, der es unerwünschten Menschen verbieten soll, sich auf Spielplätzen und in Bushaltestellen aufzuhalten. Ich will gar nicht wissen, welcher Denkprozess dahinter stand, diesen Antrag in den Umweltausschuss einzubringen, dessen einzige auch nur peripher betroffene Zuständigkeit im Bereich Sauberkeit und Abfall liegt.
Offenbar ist die Verrohung weit genug fortgeschritten, um einen Antrag über eine soziale Situation eher im für Abfall zuständigen Ausschuss einzureichen, als im Sozialausschuss. Sind wir wirklich schon so weit, Probleme mit Menschen in einem Gremium zu besprechen, welches für Dinge zuständig ist?

Nachtrag vom Abend: Der Punkt ist im Umweltausschuss, weil er Teil eines früheren Antrages zur so genannten Sauberkeitsinitiative der GroKo ist. So weit, so okay. Wieso er allerdings den inhaltlich zuständigen Fachausschüssen nicht vorgelegen hat, ist mir weiterhin ein Rätsel.

tl;dr

Um das alles zusammenzufassen:

  1. Normale Menschen zu Rechtsextremen zu erklären stärkt nur die Position der tatsächlich Rechtsextremen und deren Zuspruch
  2. Das Problem kommt nicht von Rechts. Das Problem kommt aus der Verrohung der Mitte.

Natürlich sind die Rechten ein Problem. Aber sie werden nur ein noch größeres Problem, wenn wir ihnen die Menschen, die sich etwa bei Pegida als normale Menschen mit Sorgen empfinden, den Nazis durch reflexhafte Ausgrenzung in die Arme treiben.


Dino-Dienstag 28

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche besonders grün.

Ältester Wald, älteste Blume und die Gänseblümchen

So könnte der Wald bei Lindlar vor 390 Millionen Jahren ausgesehen haben. Foto: LVR

So könnte der Wald bei Lindlar vor 390 Millionen Jahren ausgesehen haben. (Foto: LVR)


Mitten im Bergischen Land fanden Wissenschaftler Spuren vom ältesten bekannten Wald der Welt. Der Fund bei Lindlar ist mit einem Alter von 390 Millionen Jahren älter als die ersten bekannten Landwirbeltiere. Calamophyton, die Pflanze aus denen dieser Wald hauptsächlich bestand, hatte noch keinen Holzstamm, erreichte aber dennoch bereits drei Meter Höhe. Bis zu dieser Zeit war das feste Land von bis zu acht Meter hohen Pilzen beherrscht.
Montsechia
Die erste Blütenpflanze der Welt fand sich in den Tümpeln der frühen Kreidzeit von Spanien, vor etwa 130 Millionen Jahren. Die Blütenpflanzen sind eine Gruppe, deren Entwicklung immer noch weitgehend im Dunkeln liegt. Niemand weiss genau, wovon sie abstammen und wann sie entstanden. Montsechia zeigt, dass es sie auf jeden Fall schon gegen Beginn der Kreidezeit gab. Zumindest diese Pflanze war damals auch bereits sehr erfolgreich, sie besiedelte offenbar alle spanischen Tümpel ihrer Zeit in großer Zahl. Es handelte sich um eine Wasserpflanze, die äusserlich Hornkraut oder Wasserpest ähnelte.
Eher klein wirkt in diesem Kontext das Ergebnis einer Analyse von fossilen Pollen, die auffällig jenen von Korbblütlern ähnelten. Diese Gruppe innerhalb der Blütenpflanzen, zu denen unter anderem Gänseblümchen, Sonnenblume und Kopfsalat zählen galt bisher als eine der spätesten Gruppen im Pflanzenreich. Doch tatsächlich scheinen die Korbblütler bereits 80 Millionen Jahre hinter sich zu haben und damit noch unter den Füßen der letzten Dinosaurier gestanden zu haben.

Sauropode auf vier Beinen

Dass die langhalsigen Sauropoden allesamt auf vier Beinen liefen, ist angesichts ihres Stammbaums ein wenig eine Überraschung. Immerhin waren nicht nur ihre nächsten Verwandten, die fleischfressenden Theropoden praktisch durchgehend Zweibeiner, sondern auch ihre direkten Vorfahren, die Prosauropoden liefen trotz bereits deutlich verlängerter Hälse noch auf den Hinterbeinen.
Die südafrikanische Neuentdeckung Pulanesaura ergänzt hier ein Puzzlestück. Zwar konnten einige andere Sauropoden seiner Zeit bereits auf allen vieren laufen, aber Pulanesaura ist der älteste, der die Fähigkeit, auf den Hinterbeinen zu laufen, komplett verloren hat. Anders als seine Zeitgenossen konnte er somit nicht in hohen Baumkronen fressen, sondern musste mit Buschwerk und niedrigen Pflanzen vorlieb nehmen.
Das bedeutet, die Sauropoden gingen womöglich nicht auf alle viere um ihre langen Hälse besser tragen zu könne, sondern um abseits des Konkurrenzdruckes unter den vielen in den Baumkronen fressenden Prosauropoden Nahrung vom Grund aufnehmen zu können. Der lange Hals hatte dort vor allem den Vorteil, in einem großen Radius fressen zu können. Als sie aus dieser Position erneut in die Baumkronen stießen, wurden sie die größten Tiere, die jemals auf der Erde wandelten.

Jurassic Park: The Cartoon

Lecker Finger, aber was soll der Kleine mit dem Obst? Deko? (Bild: William Stout)

Lecker Finger, aber was soll der Kleine mit dem Obst? Deko? (Bild: William Stout)


Die 90er waren eine seltsame Zeit für Kinderserien. Es gab welche zu Conan, Robocop und überhaupt viele Umsetzungen von Filmen, die eher weniger für Kinder waren. Da war es gradezu erstaunlich, dass es nie eine Serie zu Jurassic Park gab. Das Spielzeug war immerhin schon da.
Und tatsächlich, Künstler William Stout stellt nun Konzeptzeichnungen für eine solche Serie vor. Der Hollywood Report weiss mehr zu berichten.


Freitägliche Fünf 21.08.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche bauen wir Utopien.

1. Yep

Nailed It!

Nailed It!

2. Minas Tirith

Für läppische 1,83 Mrd. Pfund wollen einige britische Architekten Minas Tirith nachbauen. In Originalgröße und bewohnbar. Nicht unbedingt ein Ort, an dem ich persönlich gerne leben würde (zu viel Stein), aber dennoch ein beeindruckendes Vorhaben.
Ich persönlich bevorzuge übrigens diese Buchillustration gegenüber der Variante im Film. Daraus könnte man einen langen Vortrag über Architektur und Funktionalität machen (die Buchillustration verbindet den Schlosshof beeindruckend mit Gondors Weissen Bergen und den dortigen Leuchtfeuern)

3. Der Supraleiter

Nachdem sich andere Meldungen als Enten beziehungsweise reine Patentanmeldungen herausstellten, lässt der Supraleiter bei Zimmer Temperatur weiter auf sich warten. Neben Hoverboards würde die Erfindung eines praktisch widerstandslosen elektrischen Leiters auch die Konstruktion nahezu verlustfreier elektrischer Leitungen ermöglichen und damit die Effizienz bei der Übertragung und Nutzung von elektrischer Energie schlagartig deutlich erhöhen.
Immerhin aber sind Forscher aus Washington einem solchen Leiter bei praktikablen Temperaturen deutlich näher gekommen: Wasserstoffsulfid muss auf „nur“ -70°C heurntergekühlt werden, um als Supraleiter eingesetzt werden zu können. Allerdings war dafür auch ein extrem hoher Druck (1,5 Millionen Atmosphären) nötig. Dennoch – wir kommen Schritt für Schritt näher.
Das wirklich wichtige an diesem Fund: Wasserstoffsulfid ist kein extrem seltener, exotischer Stoff; es ist ein typisches Produkt von Faulungsvorgängen.

4. Ein grünes Mönchengladbach

Viele grüne Punkte - Die Karte zum Start am 17.08.2015

Viele grüne Punkte – Die Karte zum Start am 17.08.2015


Der Start von MG Nachhaltig am Montag war ein großer Erfolg mit hervorragendem Echo. Ich habe keine Besucherzahlen, weil ich das Zählen von Besuchern für Zeitverschwendung halte, aber die Reaktionen waren großartig. Auch habe ich bereits viele Ideen gesammelt, wie ich die Seite weiter entwickeln kann. Es wird noch eine spannende Reise.
Mehr zum Start hatte ich am Montag hier geschrieben.

5. Wunschgewicht

Und aus dem Land der kleineren persönlichen Ziele: Ich habe am Donnerstag mein Wunschgewicht von 85 kg erreicht, das ich mir vor zwei Jahren vorgenommen hatte, als ich drohte, die 100 kg zu knacken. Vielleicht auch schon ein paar Tage früher, ich habe es gemerkt, als ich zwei hoffnungslos zu kleine Hosen aussortieren wollte und diese plötzlich wieder zugingen.
Am besten feier ich das ausgiebig mit Schokolade, damit ich nicht am Ende noch so komische Hubbel auf dem Bauch kriege wie die ganzen Typen in den Filmen.