Dino-Dienstag 21

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche zum zweiten Mal in Folge Raptoren.

Balaur vom Raptoren zum Vogel

Wovor haben Raptoren wohl Angst? Ein guter Tipp wäre Balaur bondoc: Ein Raptor aus Transsilvanien mit zwei Sichelklauen an jedem Fuß, der nach einem rumänischen Drachen benannt ist.

Balaur als Dromaeosaurier (Bild: Emily Willoughby)

Balaur als Dromaeosaurier (Bild: Emily Willoughby)


Doch eine neue Untersuchung eines Teams um Andrea Cau widerspricht der Idee, dass Balaur zu den Raptoren zählte. Viele der Besonderheiten von Balaur, die ihn zu einem besonders seltsamen Raptoren machten, seien bei Vögeln bereits bekannt. Selbst die auffällige zusätzliche Sichelklaue an jedem Fuß kommt dort vor.
Cau und ihr Team kommen zu dem Schluss, dass Balaur einer der ältesten flugunfähigen Vögel war, zudem möglicherweise der älteste bekannte Vogel, der sich wenigstens teilweise von Pflanzen ernährte.
Ist es nicht schön zu wissen, dass die Velociraptoren in Jurassic World jetzt wieder ruhiger schlafen können?


Mediale KW 25/2015

Last Exile

Science-Fiction, Japan 2003, Film/Netflix

Die Kurierpiloten Claus und Lavie geraten bei einem Auftrag in größeres: Zwischen den zwei größten Reichen der Welt herrscht Krieg und die solche Dinge eigentlich kontrollierende übermächtige Gilde schaut tatenlos zu, wie der Krieg aus dem Ruder läuft.
Deutsche Synchro at its schlechtst. Charaktere wechseln von Folge zu Folge ihren Ton zu einander, keine der handlungen und Emotionen passen wirklich zusammen. Schade, die englische Version bekommt recht gute Bewertungen.
Die Welt hat ein seltsames Fast-Steampunk-Setting. Ja, es gibt riesige Luftschiffe, aber sie werden von Antigravitation in der Luft gehalten. Ebenso die kleinen Kurierflugzeuge mit ihren zum Fliegen offensichtlich unnützen Stummelflügeln. Last Exile baut eine ganz eigene Ästhetik auf, in der futuristische Technologie auf die Optik der Jahrhundertwende trifft. Das ist eine Welt, in der die Technik weit fortgeschritten ist, aber fast die gesamte Bevölkerung von dieser Entwicklung völlig abgehängt wurde. Ein seltsam realistisches Szenario.

Snow White and the Huntsman

Fantasy, USA 2012, Film/BluRay

Hexe wird Königin, tötet den König und übernimmt das reich, sperrt Stieftochter Snow White (gespielt von Bella Swans oberen Schneidezähnen) im Schlossturm ein. An ihrem 18. Geburtstag entkommt Snow White, flieht mit Thor vor den Häschern der nun auf Mord gesinnten Königin zu den sieben Zwergen und kehrt in Rüstung und auf einem Schlachtross zum Schloss zurück, da sie die einzige ist, die den Unsterblichkeitszauber der bösen Königin brechen kann.
Ich wünschte wirklich, Snow White and the Huntsman wäre besser. Oder wenigstens interessanter. Es ist ein langweiliger Film mit einer sehr guten Hand für gute Bilder. Die saphirblauen Schmetterlinge, die sich an einem verendeten Reh laben, sind ein besonders einprägsames Beispiel, die gesamte Feenwelt ein anderes.
Aber es bleibt eben bei hübschen Bildern. Der Film selbst ist belanglos.


Projekt Rana 0.0.2 – Schwalbenschwanz, Bachforelle und Helferlein

Aufwand
bis 21.6.15

Schwalben-schwanz
1 €
Bachforelle
50 €
Helferlein
0 €
Recherche
5 €
Zeit
0h 0m

Nach dem Vorgeplänkel von vorletzter Woche folgt nun etwas mehr Vorgeplänkel. Diese Woche lege ich den Plan für das zukünftige Vorgehen auf und stelle schon mal ein paar bereits vorhandene Bauteile bereit. Ab dieser Woche findet sich rechts oben in den Beiträgen auch eine Übersicht über angesammelte Kosten und den Zeitaufwand (letzteres nur die reine Bauzeit, dazu kommt die je nach Situation und Möglichkeiten sehr unterschiedliche Zeit um das Material zu sammeln). Ich bin selbst gespannt, wie viel Projekt Rana letztlich kosten wird.
Was ich ab dieser Woche mache ist die Aufteilung des Projektes auf zwei Unterprojekte: Rana Schwalbenschwanz und Rana Bachforelle.

Rana Schwalbenschwanz

Das zuletzt vorgestellte Projekt läuft jetzt unter dem Namen Rana Schwalbenschwanz Der Grund ist das Hinterende der Verkleidung im Endstadium, der zweigeteilt ist, um dem gelenkten Hinterrad Platz zu lassen. Das Verdeck des Schwalbenschwanz endet in zwei schräg nach oben führenden Fortsätzen, die als Träger für die Heckbeleuchtung, als aerodynamische Hilfe und als Halter für ein nach vorne klappbares Regendach dienen.
Die Teilung des Hecks scheint mir die effektivste Art, der Hinterradlenkung so viel Spiel wie möglich zu geben, der Rest ergibt sich daraus. Das schwenkende Hinterrad verträgt sich nicht gut mit dem Ziehen eines Hängers. Theoretisch ist es möglich, die Ausleger so zu gestalten, dass beide Anhängerkupplungen angebracht werden können, aber das würde das Gewicht des Hecks deutlich erhöhen.
Wenn dieses Modell funktioniert, kann ich es später immer noch entsprechend ändern.
Der gesamte Entwurf geht letztlich auf die Erfordernisse der Lenkung zurück. Ich finde interessant, wie viel sich aus dieser einen technischen Eigenheit sowohl an Erfordernissen als auch an Möglichkeiten ergibt. Die Verstauung des Dachs etwa ergab sich aus der Frage, was ich mit der aerodynamisch ungünstigen Lücke zwischen den Auslegern mache.

Rana Bachforelle

Die Alternative zum ist die nach aussen hin deutlich konventionellere Rana Bachforelle. Letzte Woche hatte ich erwähnt, dass eine Lenkung nach Art von Raupenfahrzeugen über die Gangschaltung ihre Probleme hat. Wenn ich das allerdings mit separater Bremsmöglichkeit für beide Vorderräder kombiniere, wird es schon interessanter. Normalerweise brauchen Tadpole-Dreiräder eine Umlenkung der Bremse, die dafür sorgt, dass beide Vorderräder gleich abgebremst werden, sonst droht das Fahrzeug, zu drehen. Genau das will ich aber ja erreichen, die Bachforelle soll durch einseitiges Bremsen (beim Rollen) bzw. Schalten (bei angetriebener Fahrt) wenden. Beim bremsen muss man halt Fingergefühl beweisen und eventuelles Driften mit über die Nutzung der Bremshebel ausgleichen.
Mit dieser Lösung haben wir ein Fahrzeug, bei dem alle drei Räder starr sind. Die Hülle muss also keinerlei Rücksicht auf Bewegungsfreiheit für die Räder nehmen und kann voll verschlossen ausgeführt werden.
Daraus ergibt sich dann der Name der Bachforelle, das Heck läuft wie bei den meisten Velomobilen nach hinten eng zu und schließt mit einer schmalen senkrechten Säule ab, die Platz für Beleuchtung und (in diesem Fall) die Anhängerkupplungen bietet. Ausserdem ist theoretisch Platz für einen Kofferraum vorhanden.
Wenn ich die beiden Konzepte vergleiche, habe ich hier zwei Velomobile für sehr unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten, die lustigerweise genau dem widersprechen, was zumindest ich von ihrem Aussehen erwarten würde. Die kleine schlanke Bachforelle ist ein Transporter mit Stauraum und Erweiterungsmöglichkeit; der größer wirkende Schwalbenschwanz ist ein Fahrzeug für Freizeit und lange Strecken. Und sämtliche Unterschiede ergeben sich nur aus der jeweiligen Lenktechnik, alles andere ist im Ansatz identisch.

Helferlein

Vor den Rädern kommt das HeLFErLeiN. Und weil ich manchmal einfach spinne hatte ich ursprünglich angedacht, daraus eine Abkürzung zu basteln: HEckLenkungsFahrzeug zur ERprobung, LEIcht Nachzubauen. Ja. Ich habe den Gedanken recht schnell aufgegeben und entschieden, dass Helferlein einfach nur Helferlein ist. Es ist definitiv besser so.
Aber was ist Helferlein nun?
Einfach gesagt ist Helferlein ein Brett auf Rädern. Okay, das ist jetzt wieder zu einfach gesagt. Zum Ausgleich hier kompliziert gesagt: Helferlein ist eine Plattform zur Erprobung des Lenkverhaltens meiner beiden Entwürfe, ergo sind es eigentlich zwei Helferlein. Mehr oder weniger offene Seifenkisten mit einer Lenkung basierend auf den Rana-Entwürfen. Sie sind nicht angetrieben oder gefedert, aber um die Lenkung zu testen während ich damit einen Hügel runterrolle, sind sie absolut ausreichend. Hügel und Rampen habe ich hier in Mönchengladbach genug, die ganze Stadt sitzt auf einer Hügelkette, ich selber wohne nahe einer Kuppe.
Bevor ich mehrere hundert € in den Sand setze, weil das Konzept sich als Blödsinn erweist, finde ich es lieber vorher mit einem Teil von vielleicht 70 € Materialwert heraus.

Versionsnummern

Die Versionsnummern oben erhalten ihren Sinn aus den Projektphasen.
Die ersten Beiträge führen die Nummer 0.0.X. Mit dem ersten Entwurf geht es zu 0.1.X, 0.2.X startet mit der Fertigstellung des ersten Helferlein. Der Bau der Ranas (in dieser Phase noch ohne Verdeck) ist 0.3.X und schließt ab mit 1.0.0, dann geht es an Feinschliff und Verdeck zu 2.0.0, dem vollen Velomobil.
Die letzte Ziffer kann beliebig hohe Werte annehmen, sollte das aber nach Möglichkeit nicht tun.
Mit anderen Wortern: Die Versionsnummern tun so als gäbe es ständig Fortschritt reflektieren das langsame, aber stetige Vorankommen des Projekts.

Teilesammlung

Nach der ersten (Doppel-)Woche gibt es diese paar gesammelten Teile. Das ist durchaus im Zeitplan, es ist ja Sinn der ganzen Vorgehensweise in sehr kleinen Schritten zum Ziel zu kommen. So wie ich es auch beständig in diesem Blog tue, um es immer weiter zu verbessern. Im Moment bin ich ja noch gar nicht hundertprozentig sicher, welche Teile ich überhaupt alle brauchen werde. Daher diese noch sehr kleine Sammlung.
Die Anhängerkupplungen hatte ich ja noch rumliegen, ich hatte sie im ersten Beitrag erwähnt. Da die Bachforelle besser für die Anbringung geeignet ist als der Schwalbenschwanz, habe ich deren gerundeten Neupreis diesem Projekt zugeschlagen.
Die Lenkgriffüberzüge hab ich zufällig beim Discounter gefunden. Die kommen in den Schwalbenschwanz, während ich davon ausgehe, die Bachforelle besser ohne diese steuern zu können, da sie keinen traditionellen Lenker hat, sondern eine feste Grifffläche zum präzisen Ziehen an den Brems-/Schalthebeln benötigt.
Zwei der Recherche-€ gehen je zur Hälfte an den Ordner und die Ausdrucke. Die anderen drei sind der aktuelle Gebrauchtpreis von Rob van der Plas‘ Fahrräder bei Amazon, das einzige zum Thema Radkonstruktion relevante Buch in meinem Bücherschrank. Ich bin ziemlich sicher, mein Bücherschrank wird demnächst etwas wachsen.

Woche 1: In der Branche nennt man das Deutliches Ausbaupotenzial. Aber hey, Potenzial ist was gutes!

Woche 1: In der Branche nennt man das Deutliches Ausbaupotenzial. Aber hey, Potenzial ist was gutes!


Ansonsten habe ich mich in den letzten zwei Wochen mit jedem Liegerad- und Dreiradfahrer unterhalten, den ich finden konnte. Interessant waren dabei vor allem die Erfahrungen zweier Eigenbauer heute und bei der Sternfahrt nach Düsseldorf, was Arbeitsmaterialien und Möglichkeiten angeht.
Wie genau ich den Locher und den Teppichboden verbaue, weiss ich noch nicht sicher. Ich habe sie zunächst mal aus meiner Kalkulation rausgelassen ;-) .

Nächste Woche: Überlegungen zu Rädern und Reifen.


Freitägliche Fünf 19.06.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal fast ohne Dinosaurier!

1. Das hier ist der Stuker Flyer, ein kommerziell angebotener Wohnwagen fürs Fahrrad. Es gibt neben diesem Teil noch einige Eigenbauten, aber hier ist ein richtiger Hersteller hinter. Und kommerzielle Verfügbarkeit ist letztlich doch immer noch was anderes. Lustiges kleines Teil.
Und anders als der letzte Fahrradschlafwagen hier im Blog scheint dieser sogar halbwegs aerodynamisch durchdacht zu sein.

(Bild: Stuker Reisemobile)

(Bild: Stuker Reisemobile)


Stuker vermietet vor allem Wohnmobile, baut aber auch mehrere solcher Mikro-Wohnwagen für Kleinwagen und Motorräder. Und eben auch eines für Fahrräder. Herstellerseite mit weiteren Informationen findet ihr hier.

2. Andy Weirs The Martian ist derzeit einer der größten Titel in den Science-Fiction-Abteilungen, auch dank einer kommenden Verfilmung. Was mich überrascht hat ist, dass es sich bei dem Buch um eine weitere Indie-Erfolgsgeschichte handelt.

3. „Vertreter der Buchbranche“ bezeichnen den aktuellen Entwurf des neuen österreichischen Urheberrechts als „Enteignung der Wissenschaftsverlage“. Im Gegensatz zu diesen Vertretern halte ich das allerdings für etwas positives, diese Schmarotzerbranche, deren Hauptzweck es zu sein scheint, wissenschaftliche Werke unerschwinglich zu machen, gehört ausgehungert.
Deshalb kommt es bei mir zu den positiven Nachrichten.

4. In meiner Youtube-History gefunden. Wie zum Teufel konnte ich das jemals vergessen?

5. Erster eBook-Verkauf in Indien. Ich sollte öfter Bücher in Länder mit alten Währungen verkaufen, es sieht einfach verdammt cool aus, wenn ein einziger Verkauf als 182,84 Rupien da steht. Auch, wenn das nur 1,84 € sind.
Überhaupt gefällt mir die Entwicklung bei den eBooks grade sehr. Am Montag bin ich erstmals bei der Führung meiner internen Verkaufs- und Einnahmenliste komplett durcheinandergekommen, weil sich verschiedene Titel gleichzeitig in diversen Ländern verkaufen. Fiction Science: The Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World war zwischenzeitlich Nummer-1-Bestseller in der Rubrik „Film -> Geschichte & Kritik“.


Dino-Dienstag 20

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diese Woche geht es mit Deinonychus in die Bäume.

Raptoren von oben

Wie macht man Raptoren noch unheimlicher, als es ihr Ruf ohnehin schon hergibt? Nun, wenn sie in Bäumen klettern und von diesen jederzeit herunterspringen können, wäre das ein guter Ansatz. Und in der Tat, es verdichten sich die Hinweise, dass Raptoren in Bäumen klettern und von diesen jederzeit herunterspringen können.
Eine neue Studie auf Grundlage einiger (sehr bruchstückhhafter) Funde eines jungen Deinonychus kommt zu dem Schluss, dass Jungtiere von Deinonychus deutlich besser an das Klettern und vielleicht sogar Gleiten angepasst waren, als die Erwachsenen. Darren Naish hat ein paar Details zur gesamten Geschichte der Idee kletternder Raptoren auf seinem Blog.
Die Einsichten der neuen Studie sind sehr umstritten, da sie auf sehr wenig Beweismaterial fundieren, aber sie passen sehr gut zu zwei anderen Trends in der aktuellen Dinosaurierforschung. Das eine ist die Vermutung, die Dromaeosaurier mit ihren berühmten Sichelklauen waren Baumbewohner. Robert T. Bakker vetritt das ab udn an und eine Übersicht findet im vorher genannten Blog von Darren, hier ist eine breitere aus seinem alten Blog von 2008. Das andere ist die Idee, dass Jungtiere und erwachsene Dinosaurier in den Ökosystemen des Mesozoikums unterschiedliche Rollen spielten, wodurch sie sehr gut zusammen leben konnten ohne sich gegenseitig in die Quere zu kommen.
Die Raptoren waren die Vorfahren der Vögel, eine Lebensweise in den Bäumen wäre durchaus ein nachvollziehbarer Weg, wieso unter allen Dinosauriern ausgerechnet diese Tiere schließlich das Fliegen erlernten.

Deinonychus (Skelett) kletternd (Bild: Davide Meloni)

Deinonychus (Skelett) kletternd (Bild: Davide Meloni)


Mediale KW 24/2015

Hat eigentlich irgendwer mitbekommen, dass ich Jurassic World geschaut habe? Ich meine, ich hab mich dazu ja quasi ausgeschwiegen. Oh, und Doodle Kingdom. Ansonsten wieder eine Woche, in der ich nicht zu viel Medienkonsum kam.

Jurassic World

Science Fiction, USA 2015, Film/Kino

Isla Nublar: Seit zehn Jahren läuft der Seaworld-ähnliche Freizeitpark/Zoo Jurassic World erfolgreich, ständig sind um die 20.000 Besucher auf der Insel. Doch der Aufsichtsrat ist besorgt, da die Umsätze zu stagnieren beginnen — die Leute haben sich an Dinosaurier gewöhnt, etwas spektakuläres muss her. Also beginnen die Genetiker von InGen, einen neuen Dinosaurier zu kreieren. Größer als der T. rex, intelligenter als ein Raptor, aggressiver als beide zusammen. Es stellt sich heraus, dass das keine sonderlich gute Idee ist und Leute werden gefressen. Dass diverse Charaktere jeweils ihre eigenen Motive mitbringen, hilft nicht grade bei der Eindämmung des Chaos.
Anfangs machte mir Jurassic World etwas Sorgen. Zwei Mal schwelt eine Variante von John Williams‘ Welcome to Jurassic Park an, um genau nichts zu zeigen ausser ein paar Panoramen der Insel. Ich verstehe, wem es als Motiv dienen soll (Hammonds endlich realisierten Traum bei der Errichtung von Jurassic Park), aber es funktioniert nicht so recht. Dann landet ein offensichtlicher Modellhelikopter mit computergenerierter Besatzung vor einem Gehege. Und mit Zach taucht ein sehr, sehr teenageriger Teenager auf, der den ganzen Film nicht mehr verschwinden wird.
Doch das verschwindet bald. Während Zach samt Brüderchen Gray einige der Attraktionen des Parks besichtigt braut sich im abgesperrten Norden der Insel etwas zusammen und hält die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Der ganze Film ist eine einzige Eskalation, vom sehr ruhigen Aufbruch zum Park bis zum bombastischen Ende. Und das alles lässt sich nur zusammenfassen mit: Es macht Spass.
Jurassic World spricht vieles an. Vor allem räumt er endlich der Tatsache Raum ein, dass wir es hier nicht mit Dinosauriern zu tun haben, sondern mit künstlich erzeugten Freizeitpark-Attraktionen. Und er spricht die inhärenten Probleme der Gentechnik direkt an, indem es Indominus rex tödliche Fähigkeiten verleiht, die nie in dieser Form beabsichtigt waren. In den drei bisherigen Filmen haben wir menschliches Versagen oder Boshaftigkeit als Ursachen des Chaos. Erst jetzt, im dritten Film, ist es tatsächlich die Unberechenbarkeit der Natur, welche die Probleme verursacht. Versprochen hatte uns das schon Ian Malcolm im ersten Film, aber es brauchte dort dennoch einen korrupten Programmierer, um das Chaos zu starten. Per Knopfdruck.
In gewisser Weise ist Jurassic World der Film, der Jurassic Park sein wollte. Und noch viel mehr ist er eine Übertragung von Michael Crichtons Romanen auf die Leinwand. Dass die neue Fortsetzung dennoch nicht ganz so gut ist wie das Original liegt einzig an Steven Spielbergs Fähigkeiten.

Doodle Kingdom

Fantasy, UK 2014, Game/PS Vita
doodle-kingdom
Nach dem Ende der Welt durch die Menschen schafft Gott eine neue Welt, diesmal durchzogen mit Magie statt Technologie. Der Spieler ist ein Prinz, der in sein zerfallendes Königreich zurückkehrt, um es wiederaufzubauen. Dazu kombiniert man immer zwei Elemente, die ein neues Element oder eine Handlung ergeben. Beispielsweise führen Stein und Teich dazu, dass der Prinz eine Meerjungfrau erschrickt, mit der er dann einen Tauschhandel für eine Trankzutat machen kann. Sehen tut man allerdings nur das Ergebnis jeder Kombination. Sprich, man tippt Stein und Teich an, es erscheint die Meerjungfrau als neues Element-Icon, das man wieder weiter kombinieren kann. Das ist quasi das gesamte Spiel.
Es gibt noch einen nicht weiter bemerkenswerten Modus, wo ein Held über den Bildschirm läuft und dabei per Knopfdruck ab und an bei Laune/Gesundheit gehalten werden muss. Was so ziemlich alles ist, was man darüber sagen kann.
Doodle Kingdom kam mit hohen Empfehlungen von iOS-Nutzern. Ich kann nicht sehen, warum. Vorgänger Doodle God konnte man wenigstens noch zu Gute halten, die endlose Langeweile der Existenz als Allmächtiger erlebbar zu machen. Doodle Kingdom ist so fad, es ist noch nicht ein Mal mehr langweilig.


Politische KW 24/2015

Meine kleine politische Bilanz der Woche, jeden Sonntag hier im Blog. (Wie immer ausgelassen: Die Fraktionssitzung am Montag mit Vorbesprechung der Woche)

Dienstag

Das Bild ist in Ordnung, die sind leicht schräg. Hoffe ich. (Bild: Lena Zingsheim)

Das Bild ist in Ordnung, die sind halt leicht schräg. Hoffe ich. (Bild: Lena Zingsheim)


Der Dienstag brachte für die Grüne Jugend Mönchengladbach eine neue Satzung, mit der sie auch endlich zur Grünen Jugend NRW gehören kann. Bisher gab es da wegen Differenzen der Satzungen Probleme.
Eine dieser Differenzen war das Höchstalter, was zu der Situation führte, dass ich noch über die neue Satzung abstimmen durfte (bis 35), mit deren Inkrafttreten dann aber nicht mehr (bis 28). Jedenfalls ging alles gut, es gibt somit eine neue Satzung, einen neuen Vorstand und die in Prüfung befindliche Mitgliedschaft als letzter fehlender Kreisverband im Landesverband NRW.

Samstag

Oberkassel auch 2015 wieder voller Räder

Zum Ausgleich des letzten Bildes jetzt einmal in die andere Richtung schwenken, im Durchschnitt passt’s dann wieder halbwegs (Bild: eigen)


Am Samstag ging’s vom Marktplatz Rheydt zur Sternfahrt des ADFC nach Düsseldorf. Dieses Jahr an einem Samstag, was zwar mit dem Düsseldorfer Fahrradtag in den Rheinpromenaden zusammenfiel, aber halt auch viele an der Fahrt hinderte. Dennoch und trotz eines verregneten Starts war die Gladbacher Gruppe, der ich mich anschloss, auf genau 50 Fahrer angewachsen (52 mit den beiden Gladbacherinnen, die uns in Korschenbroich abfingen). Nächstes Mal erwarte ich da aber mehr von den 1.200 Mitfahrern der Gladbacher Sternfahrt ;-) Dann ist auch wieder Sonntag.
Jedenfalls war es wieder eine angenehme Tour (Rheinufertunnel, huiiiiiiiiii!), es gab einiges zu sehen (neben zwei Velomobilen – Alleweder und WAW – fuhren ein Streetstepper, einiges an Liegerädern, ein Rad mit optionalem Handantrieb und einiges mehr mit) und vor allem haben die über 2.000 Radler quer durch Düsseldorf definitiv auf sich aufmerksam machen können.
Das Ziel nach aussen kann bei der Sternfahrt letztlich ja nur sein, zu zeigen: Wir sind viele! Und das hat mal wieder funktioniert.
Nächstes Jahr dann hoffentlich mit dem fahrbereiten Velomobil/Dreirad (je nach Baustufe).


Freitägliche Fünf 12.06.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal: Unser Dorf soll schöner werden. Und Dinosaurier.

1. Hier gibt es wieder ein Film-Kickstarter, diesmal interplanetarer Steampunk aus Hessen:

Weltraum-U-Boote! Dampfmaschinen! Lokomotiven! Venus-Dinosaurier! Raumpilot Thomas Alpha Edison! Boob Windows! Marsianische Prinzessinnen mit lustigen Ohren! Das wird großartig.
Noch etwas unter drei Wochen und es fehlt noch ein wenig an Geld. Ich hoffe, das klappt.

2. Hab ich die Sache mit der Viktoriastraße schon oft genug erwähnt? Ähm, nö, nicht ganz.

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

Links 2012 (Bild: Dieter Rink), Rechts 2015 (Bild: Thomas Diehl)


Es tut immer gut, nach langem Kampf einen politischen Erfolg verbuchen zu können. Zudem einen, an dem man etwa jeden zweiten Tag vorbeikommt.
So, jetzt habt ihr aber bis zum Jahresrückblick genug davon hier im Blog gelesen.

3. Ein weiterer Bürgergarten (ähnlich Margarethengarten und Berggartenoase) kündigt sich in der Stadt an und dieser wird in meiner unmittelbaren Nachbarschaft liegen. Der Plan ist im Moment, dort anders als bei der kleineren Berggartenoase mit Permakultur zu arbeiten, da der Raum deutlich größer ist und er dafür sehr gut geeignet wäre.
Mehr dazu, wenn das Ganze festgezurrt ist.

4. Es gibt 3D-Brillen für Brillenträger. Das sind so Dinger zum Anklippen wie es sie auch als Sonnenbrillen gibt. Das macht das Anschauen von 3D-Filmen um Welten angenehmer als eine Brille über der Brille tragen zu müssen. 2D-Filme haben immer noch ein besseres Bild und 3D plus Unschärfen sieht unechter aus als ein einfaches 2D-Bild, aber hey, es ist eine Verbesserung.
Oder, wie es ein Kind neben mir im Kino formulierte: „Der Mann hat eine coole Brille!“
Nimm das, Hipsterbrille! Klappbrille for the win!

5. Apropos Kino: Dort war ich natürlich wegen Jurassic World, dem ersten von mir am Premierentag gesehenen Kinofilm seit Super Mario Bros.. Beides Filme um amoklaufende hyperintelligente Dinosaurier, aber Super Mario Bros. war der mit Abstand heftiger traumatisierende Filme.
Wie dem auch sei, diesen Film früh zu sehen hatte einen Grund und dieser Grund prangt da rechts als Werbebanner/Werbe-iFrame/Dings. Und das war bis jetzt eine sehr erfreuliche Sache: Mitternachts hochgeladen, war das eBook nicht nur freigegeben, bevor ich heute morgen aufgestanden bin, es hatte zu diesem Zeitpunkt sogar schon einen Verleih zu verbuchen. Bis zum Abend kamen noch ein paar dazu und vor allem ein Verkauf in Australien — das erste Mal, dass ich einen Verkauf in Australien verbuchen konnte.
Zugleich ist der Juni dank diesem Buch nach aktuellem Stand der erste Monat überhaupt, in dem meine durchschnittlichen Einkünfte pro verkauftem Buch über einem Euro liegen (Einige Monate 2011, als nur Dieses Cover ist Müll erhältlich war, ausgenommen). Zur Erinnerung: Von den zwölf Titeln, die ich aktuell im Angebot habe, werfen nur die drei Titel für 2,99 € mehr als einen Euro/Dollar pro Verkauf ab, die anderen liegen zwischen 0,24 und 0,51 €, die erst nächsten Monat bekanntgegebenen Verleiheinkünfte schätze ich nach den letzten Monaten auf ziemlich genau einen Euro pro Verleih.
Ein paar Worte zur Entstehung des Buches gibt es hier.


Dino-Dienstag 19

Der Anti-Triceratops

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)

Regaliceratops (Bild: Julius T. Csotonyi, Royal Tyrell Museum)


Ein neuer Ceratopier aus Kanada ist quasi das Gegenstück zum berühmten Triceratops. Mit winzigen Brauenhörnern und einem großen Nasenhorn, aber vor allem mit auffälligen Schmuckplatten am Rand der Halskrause, unterscheidet sich Regaliceratops deutlich von allen bisher bekannten Vertretern dieser Gruppe. Ungewöhnlich ist vor allem, dass Regaliceratops eigentlich zur direkten Verwandtschaft des Triceratops mit seinen großen Hörnern über den Augen gehört, aber die kleinen Brauenhörner der weniger bekannten Centrosaurier trägt.
Noch interessanter ist ein Hinweis, den die Brauenhörner auf den Lebenslauf dieser Tiere liefern: An ihren Spitzen befinden sich Vertiefungen wie sie normalerweise entstehen, wenn im Körper Knochen abgebaut werden, um Mineralien zu gewinnen. Das deutet darauf hin, dass die Brauenhörner der Ceratopier in hohem Alter in gewissem Maße zu schrumpfen begannen, möglicherweise, weil die ältesten Tiere keine Verwendung mehr für diesen wahrscheinlich der Werbung dienenden Schmuck hatten.

The Good Dinosaur

Hier ist ein Trailer für den nächsten Pixar-Film mit Dinosauriern. Ick freu mir.


Mediale KW 23/2015

Nachdem ich die Woche zuvor tatsächlich keinen Medienkonsum oberhalb einiger 5-Minuten-Youtube-Videos vorzuweisen habe und deshalb die Mediale KW ausfiel, sieht es diesmal wieder etwas besser aus. Es folgen also die Rezensionen der Woche.

Ökos entführen eure Kinder: Rapunzel — Neu Verföhnt

Fantasy, USA 2010, Film/Netflix

Eine alte Frau entdeckt eine Blume von purem Sonnenlicht, die mit einem Lied dazu gebracht werden kann, Wunden zu heilen und neue Jugend zu schenken. Doch der König sucht die Blume, um seine Frau zu heilen, findet sie und braut ein Getränk daraus. Das funktioniert, doch die schwangere Königin gebärt ein Kind mit magischem blonden Haar, das die Fähigkeiten der Blume erlangt hat. Rapide alternd findet die alte Frau das Kind und entführt es in einen versteckten Turm, wo sie es als ihre eigene Tochter aufzieht. 18 Jahre vergehen und die junge Rapunzel sehnt sich immer mehr nach der Welt ausserhalb des Turms. Als Dieb Flynn Rider den Turm durch Zufall findet, ergibt sich endlich die Gelegenheit dazu.
Ich bin mir nicht sicher, ob Tangled sich bewusst ist, wie es seine Hauptantagonistin motiviert. Der Hintergrund mit der Blume wird aus dem Off erzählt und dort wird sie als gierige alte Frau dargestellt, die allein nach der Macht der Blume strebt. Über Jahrhunderte kehrt sie immer wieder zu der Blume zurück um zu ihr zu singen, was ihr ewige Jugend gewährt. Um sie vor dem Rest der Welt zu verbergen platziert Mutter Gospel einen umgedrehten Korb darauf.
Und ihre Sorge ist gerechtfertigt: Die Truppen des Königs finden die Blume schließlich durch ein Missgeschick. Prompt wird sie zu einer Brühe verarbeitet und dabei natürlich vernichtet. Die wahrscheinlich einzige ihrer Art, zu der man über Jahrhunderte nur beliebig oft singen musste, um ihre Kräfte zu nutzen, zerschnitten und in einer Brühe aufgelöst um eine einzige Krankheit zu heilen. Man kann das dem König nicht verdenken, aber es bleibt doch die Frage: Warum genau wird die Kräuterfrau hier als die Böse dargestellt?
Denn erst jetzt entwickelt sie sich zur Bösen des Films. Nachdem sie herausfindet, dass es nicht möglich ist, Rapunzel einfach eine Strähne abzuschneiden ohne dass diese ihre Kraft verliert, entführt sie das Kind und sperrt es in einen Turm ein, wo sie sich als seine Mutter ausgibt. Dann fehlen knapp 18 Jahre, deren Verlauf weitgehend unklar bleibt. Mutter Gospel ist eifersüchtig und eigennützig (letzteres weiss aber nur der Zuschauer), ansonsten aber keine schlechte Mutter und Rapunzel kannte nie eine andere.
Das ist eine ungewöhnlich detaillierte Hintergrundgeschichte für die Antagonistin eines Disney-Films. Dass Elsa im nächsten Disney-Film (Frozen bzw. unter dem schmerzhaften deutschen Titel Die Eiskönigin — Völlig unverfroren bekannt) gar nicht erst in die Antagonistenrolle kommt, verwundert da nicht mehr. Tangled ist noch nicht ganz so weit, vom Konzept der Bösewichtin (?) loszukommen und leidet darunter mit einer wohl versehentlich falschrum geratenen Botschaft zur Nachhaltigkeit. Aber grade dieses Stolpern ist interessant, es markiert die Linie, an der besser motivierte Gegner und alte Erzählmuster sich zur Übergabe des Staffelstabes treffen. Auf der anderen Seite der Linie warten dann Figuren wie Elsa und der Kingpin.
Rapunzel — Neu Verföhnt bei Netflix

Momentaufnahme: Die Raumfahrer

Sachbuch, USA 1989, Papier

Ende der 80er bis Anfang der 90er gab es diese wunderbare Zeit, in der die Zukunft um die Ecke schien. 2000 war eine magisch erscheinende Jahreszahl, zugleich fern und nah genug, um romantisiert zu werden, um Versprechen von der Zukunft zu tragen. Das zwanzigste Jahrhundert war eines voller wissenschaftliche rund technologischer Revolutionen, was würde da erst das einundzwanzigste bringen? Nun, wie wir heute wissen Facebook, Youporn und den Sieg des Kapitalismus über so ziemlich alles, aber das ist halt das Nachhinein.
Nein, damals wurde uns an allen Ecken eine glorreiche Zukunft versprochen. Die Raumfahrer aus der halbanonymen Time-Life-Redaktion sammelt den Höhepunkt dieser Zeit auf Papier, einschließlich prächtiger Doppelseiten mit bewohnten Mond- und Marslandschaften in Hochglanzdruck.
Hin und wieder findet sich die Andeutung vom Ende des Enthusiasmus; die Challenger-Katastrophe steckt der Raumfahrt noch in den Knochen und die ihre letzten Tage erlebenden Supermächte haben das Interesse am Wettrennen verloren. Aber noch ist er da und dies ist vor allem ein Nostalgietrip zu jenen Bildern, als man es noch völlig ernst meinte mit Menschen auf Mond und Mars und mit Expeditionen jenseits allem, was die Menschheit bisher gesehen hatte.