Nachtr├Ągliche F├╝nf 23.01.2015

Die w├Âchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles pers├Ânlich, es kann also von gro├čen Nachrichten bis zu kleinen Allt├Ąglichkeiten reichen.
Diesmal einen Tag versp├Ątet, daher nachtr├Ąglich statt freit├Ąglich.

1. Da hatte ich schon nicht mehr dran gedacht: Anfang 2014 hatte der Blog Love in the Time of Chasmosaurs nach Vorhersagen f├╝r pal├Ąontologische Entdeckungen im damals kommenden Jahr gefragt. Im grunde ein Ratespiel, denn wann wer was wo im Boden findet, ist komplettter Zufall, selbst wenn man halbwegs weiss, wonach man sucht. Nun sind die Resultate da und siehe da, ich kann die Zukunft vorhersagen:

Thomas Diehl came pretty darn close to the Spinosaurus publication, predicting a „marine spinosaurid. Though given that I think the claws were for locomotion, pulling the animal forward in the mud, this might be somewhat unlikely if I’m right.“ It may not have been marine, but Thomas’s guess is close enough to the assertions of Ibrahim et al’s contentious blockbuster publication that it warrants notice.

Und ja, ich habe den Link grade gezielt pink gemacht.
Bonus dazu: Ich hatte eine zweite Vorhersage gemacht, n├Ąmlich einen Nachweis, dass Stegosaurus R├╝ckenplatten nicht frei standen, sondern einen oder zwei H├Âcker trugen, die den ganzen R├╝cken lang vom Hals bis zum Schwanz reichten. Das ist zwar nicht passiert, aber Darren Naish wies mich vor ein paar Tagen auf einen Beweis f├╝r das Gegenteil hin, n├Ąmlich Spuren von Horn, mit dem die Platten ├╝berwachsen waren. Horn kommt m.W. in dieser Form nur ausserhalb des K├Ârpers vor (siehe Nashornh├Ârner, Hirschgeweihe und Fingern├Ągel). Der Artikel ist von 2011, aber hey, ich habe damit meine beiden gro├čen Spekulationen ├╝ber die Gestalt bekannter Dinosaurier endg├╝ltig beantwortet bekommen.
Zur Belohnung f├╝r die Spinosaurus-Vorhersage werde ich mir eines der wundersch├Ânen neu angek├╝ndigten Spinosaurus-Modelle von CollectA zulegen.

2. Apropos Zukunft vorhersagen: Den Drohnen habe ich ja bereits am 1. Januar eine gro├če Zukunft ab 2015 vorhergesagt, so dass sie bald von jedem genutzt werden, einfach weil sie g├╝nstig sind und viele M├Âglichkeiten er├Âffnen. Nahezu risikolose Drogenkurierdienste ├╝ber internationale Grenzen zum Beispiel.

3. Infomercialism

4. Nach langer Zeit komme ich mal wieder dazu, ein paar Rezepte auszuprobieren. Das funktioniert bei mir so, dass ich Rezepte in einer gro├čen Datei sammel, um sie irgendwann auszuprobieren. Nachdem diese sich inzwischen auf fast 700 A4-Seiten ausgedehnt hat, hab ich das dann endlich mal getan.
Das h├╝bscheste Ergebnis ist dieser Orangen-Mandel-Zopf:

Ich backe wahnsinnig gerne. Viel Arbeit, klar, aber am Ende hat man einen Kuchen gemacht.
Der Zopf darf nun in die endg├╝ltige Liste, zusammen mit den gleichzeitig gemachten Dattelkugeln und Energiekugeln. Die Energieb├Ąllchen dagegen sind rausgeflogen, die schmecken nicht besonders – leicht matschige Haferkugeln.
Die KOmbi hat ├╝brigens ihren Grund: Beste Ausnutzung der Zutaten ohne schlecht lagerbare Reste.
Ich hoffe, ich kann dieses Jahr mehr davon versuchen. Vor allem aus der Kategorie „Kleinigkeiten, die man gut als Proviant f├╝r ganzt├Ągige Radtouren mitnehmen kann“.

5. Endlich bin ich dazu gekommen, den 2014er Godzilla zu sehen. Und ich sah, dass er gut war.
Ich sehe immer wieder schlechte Bewertungen des Films und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb. Das ist ganz eindeutig ein klassischer Godzilla mit richtig dosierter moderner Aufpr├Ągung. Manche beschweren sich ├╝ber einen vergeudeten Bryan Cranston. Ich weiss mangels Fernseher (und Interesse an Breaking Bad) nicht, wer das ist und was er sonst macht; es interessiert mich allerdings auch nicht besonders. Es ist ein Mensch in einem Godzilla-Film, einem der wenigen seit dem Original von 1954, der die Menschen gut einsetzt, um das Ausma├č der Katastrophe zu zeigen. Aber eben nur das. Godzilla (2014) darf sich in meiner Wertung mit Godzilla: Final Wars (2004) um den Platz des zweitbesten Godzilla zanken, hinter Godzilla (1954).
Und jetzt weiter zu meiner 76 Eintr├Ąge langen „Watch-Later“-Liste auf Youtube. Geronimo!


Freit├Ągliche F├╝nf 16.01.2015

Die w├Âchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn wir brauchen auch mal gute Nachrichten. Alles pers├Ânlich, es kann also von gro├čen Nachrichten bis zu kleinen Allt├Ąglichkeiten reichen.

1. Ich war dann doch ├╝berrascht, wie viele Leute mir zum Geburtstag Gl├╝ckw├╝nsche geschickt haben, insbesondere, weil ich das meinerseits nur sehr selten mache. Und das mir altem Geburtstagsgrinch (wenn man inert drei Wochen Weihnachten, Silvester und Geburtstag hat wird man halt einer).
Danke, Leute!

2. Dieser Tweet. So wunderbar auf den Punkt gebracht.


Mein erstes Bewerbungsschreiben war ├╝brigens im Grunde ein Aufsatz dar├╝ber, wie ich am Gymnasium nie gelernt habe Bewerbungen zu schreiben, bzw. drei oder vier Jahre vor dem Abi auf der Hauptschule, wovon drei Jahre sp├Ąter nur noch wenig im Ged├Ąchtnis geblieben war. Und ja, ich bekam die Stelle.

3.Mein eigenes Arbeitspferd f├╝r solche F├Ąlle ist ja ein Mountainbike mit Anh├Ąngerkupplung, aber dennoch ist das eine super Idee f├╝r ein alltagstaugliches Lastenrad, das auch Unerfahrene recht schnell fahren k├Ânnen. So ein Anh├Ąnger ist zwar auch f├╝r Anf├Ąnger geeignet, aber ohne Garage etwas sperrig.
Mehr zum Rad bei der Zeit.

4. Halbzeit des Monats bei den eBook-Verk├Ąufen und wenn der sich h├Ąlt legt mein Januar zum Dezember noch einmal 20% drauf. Das d├╝rfte ungef├Ąhr die Verluste durch die ge├Ąnderte Mehrwertsteuerregelung auffangen, da ich meine Endpreise bewusst nicht erh├Âht habe. Die Zahlen lassen vor allem darauf schlie├čen, dass Leute anfangen, die B├Ąnde der Meilensteine der Evolution alle auf einen Schlag zu kaufen. Ich sollte echt schauen, dass ich mit den n├Ąchsten voran komme.

5. Ja, ich weiss, eine Kehrgarnitur ist etwas ziemlich beklopptes, um sich dr├╝ber zu freuen, aber hey, ich habe verdammt lange so ein Teil gesucht. Wozu? Nach zweimal Hexenschuss in einem Jahr weiss ich eins: Es ist nie zu fr├╝h, sich um seinen R├╝cken zu sorgen. Der R├╝cken ist verdammt wichtig (und kann verdammt wehtun). Achtet auf euren R├╝cken.
Und f├╝r meine Pollenallergie ist es auch besser, denn so hab ich beim Aufputzen von Kleinkram mit dem Kehrblech nicht mehr die Nase im aufgewirbelten Staub.
Ich habe eine ganze Weile nach so etwas gesucht, aber das ist gar nicht so einfach. Zumal ich nicht wusste, wie die Dinger heissen. Letztlich hinten in einer Ecke beim Billig-Krimskramsladen Tedi gefunden, nachdem alle teureren L├Ąden mich entt├Ąuscht haben.
Ich mag diese Billigl├Ąden, da findet man die interessantesten Sachen. Die Sachen beim Karstadt m├Âgen edler sein, aber die beim Restediscounter und 1ÔéČ-Laden sind interessanter.


Intern: Die neue B├╝cherseite

Ich bin bereits seit einiger Zeit dabei, diese Seite tiefgreifend zu ver├Ąndern. Vieles davon ist jetzt noch nicht zu sehen, aber die B├╝cher├╝bersicht kann als so eine Art Vorschau gelten, da ich dort die gr├Â├čte Neuerung – die Nutzung von Tabs – als erstes implementiert habe. Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um auch sonst ein wenig an der B├╝cherliste zu schrauben.

Was die Tabs bringen ist vor allem, dass ich jetzt keine separaten Seiten mehr ben├Âtige, um die unterschiedlichen Listen (f├╝r deutsch- und englischsprachige Titel) getrennt und damit ├╝bersichtlich zu halten. Das ist f├╝r mich schonmal nett, da es die Verbindung der Listen klarer und auch sichtbarer macht. Ich kann besser pr├Ąsentieren und ihr k├Ânnt besser finden. Win-win!

Nun hatte ich noch Platz f├╝r einen weiteren Tab und diesen habe ich auch genutzt, um eine dritte Liste anzulegen. Ich wollte schon l├Ąnger eine Seite anlegen, auf der ich B├╝cher anderer Autoren empfehlen kann. Konkret betrifft das zwei Gruppen von B├╝chern.

Das eine ist der Bereich „Freunde und Kollegen“. Hier finden sich B├╝cher von Autoren, die ich entweder pers├Ânlich kenne oder die mir in den sozialen Netzwerken positiv aufgefallen sind. Ja, technisch gesehen empfehle ich damit mehr die Autoren als ihre B├╝cher, aber ich denke, das ist etwas, was man auch mal erw├Ąhnen sollte. Damit diese Liste nicht all zu un├╝bersichtlich wird, gibt es dort einen Titel pro Autor, dieser versteht sich aber als Empfehlung f├╝r das Gesamtwerk.
Diese Liste wird in Zukunft weiter wachsen, ein paar fehlen auch jetzt noch, teils weil ich mich nicht entscheiden konnte, welchen ihrer Titel ich vorstellen wollte. Ich meine, habt ihr die schiere Anzahl an Titeln gesehen, die Cora Buhlert draussen hat? Und es gibt einige Selbstverleger, die gezielt viele Werke rausbringen, um sich am Markt zu etablieren.

Die andere Gruppe sind die seltenen B├╝cher, die in und um M├Ânchengladbach spielen oder von dort kommen. Die kleine Portion Lokalpatriotismus, die auch mal sein muss. Okay, auch weil es mir auf die Nerven geht, dass alle mit M├Ânchengladbach nur die Fu├čballmannschaft verbinden, obwohl die Stadt auch einige gro├če Autoren vorzuweisen hat (Rebecca Gabl├ę, Walter Moers, Charlotte Roche… es gab 2014 eine Woche, in der die ersten drei Pl├Ątze der Spiegel-Bestsellerliste von diesen Gladbachern besetzt waren). Auch diese Liste werde ich best├Ąndig erweitern.

Eine Neuerung gibt es noch, diese allerdings eine technische: Da das alte Layout mit der Anzahl der Verkaufslinks einiger B├╝cher ├╝berfordert war, habe ich das anders organisiert. Jetzt gibt es in der Liste nur noch die Cover und die Links erscheinen, wenn man darauf klickt. Und da mir diese Methode zus├Ątzlichen Platz beschafft, habe ich das auch noch genutzt, um jetzt f├╝r alle B├╝cher auch Beschreibungen und weitere Informationen bieten zu k├Ânnen.
Seht das als Teaser. Das ist die Art von Ver├Ąnderung, die ich mit dem kommenden neuen Design auf der Seite einbringen will.


La veille d’une nuit sombre

Es ist nicht einfach, auch nach einer Woche nicht, den richtigen Ansatz zu finden, angemessen ├╝ber den Anschlag auf die Redaktion der Charlie Hebdo zu sprechen. Wahrscheinlich liegt das Geheimnis darin, die Angemessenheit links liegen zu lassen und einfach zu schreiben. ├ťber Freiheit, Ma├čhalten, und ├╝ber Krieg.

Es geht um Mohammed-Karikaturen. Vor fast drei Jahren noch, im Mai 2012, war ich auf einer Demo vor der Moschee an der Steinsstra├če in Rheydt, gegen ProNRW, die damals aggressiv mit einigen zu dieser Zeit ber├╝hmt gewordenen Mohammed-Karikaturen aus D├Ąnemark auftraten. Heute stelle ich mich auf jene Seite, die das Recht der Charlie Hebdo und ihrer Genossen zu verteidigen bereit sind, ihre Karikaturen zu ver├Âffentlichen. Klingt das nach einem Widerspruch? Es ist keiner. Ich habe auch nichts gegen den Stuhlgang, bitte dennoch darum, ihn nicht auf meinem Esstisch auszuf├╝hren.

ProNRW damals und die Attent├Ąter von Paris vor wenigen Tagen haben eine wichtige Komponente des allt├Ąglichen Umgangs miteinander vergessen: Vernunft.
Die Jyllands Posten, Charlie Hebdo und Titanic samt ihrer Genossen haben jedes Recht der Welt, ihre Karikaturen zu ver├Âffentlichen. Ebenso haben andere das Recht, diese nicht zu m├Âgen. Die notwendige Pflicht, die sich aus jedem Recht ergibt ist, es verantwortungsbewusst anzuwenden. Wer Menschen aus Missfallen an deren ├äusserungen umbringt, hat ohne jede Frage jegliche Vernunft verloren. Wer wie damals ProNRW Menschen, die niemandem etwas getan haben, aktiv beleidigt, den muss man ebenso fragen, ob er noch ganz sauber tickt.
Das ist das gr├Â├čte Problem im menschlichen Umgang, das fehlende Gef├╝hl von Vernunft, von Ma├č – letztlich das fehlende Gef├╝hl daf├╝r, dass die anderen genauso Menschen sind wie wir.

Die Islamisten sind ein Symptom dieser Krankheit. Die Rechten sind ein anderes. Der gegenw├Ąrtige Aufschwung von Verschw├Ârungstheorien scheint mir ebenso dazuzugeh├Âren, denn auch die meisten dieser Theorien funktionieren nur genau so lange, wie man sich als Anh├Ąnger nicht klar macht, dass „die da“ ebenfalls Menschen sind.
Es ist das Klima, in dem gro├če Kriege geboren werden. Denn je mehr man die anderen entmenschlicht, desto niedriger wird die Hemmschwelle, gegen sie vorzugehen.
Gruppen wie der IS sind bereits an dem Punkt, an dem man willens in den Krieg zieht und andere Menschen umbringt. Die Rhetorik vieler Rechter bei Veranstaltungen mit lustigen Abk├╝rzungen (HoGeSa, Pegida usw.) l├Ąsst darauf schlie├čen, dass diese davon ebenfalls nicht weit entfernt sind. Beide Gruppen arbeiten zudem aktiv daran, noch nicht an diesem Punkt angelangte Sympathisanten weiter in ihren Sumpf zu ziehen.

Wer jetzt auf den Ausbruch des Krieges wartet, der kann lange warten. Schon seit langem brechen Kriege nur noch in den wenigsten F├Ąllen zu einem klar definierbaren Zeitpunkt aus. Und schon seit 1914 gibt es kaum noch Kriege, in denen eine der beteiligten Parteien schuld gewesen w├Ąre (Ausnahmen wie 1939 existieren nat├╝rlich f├╝r beides immer). Europa wird keinen Krieg bekommen, weil niemand da ist, der ihn erkl├Ąren k├Ânnte. Aber es wird im Konflikt dieser Gruppen eine lange und sehr dunkle Nacht geben.
Unvernunft in Form von Vorurteilen und Entmenschlichung ist gegenw├Ąrtig einmal mehr weit verbreitet, bei denen, aber ebenso auch bei uns. Es ist nun (das ist ├╝brigens die ├ťbersetzung der ├ťberschrift) der Vorabend einer dunklen Nacht. Die Aufgabe jener, die dabei nicht mitmachen wollen wird es nun sein, Lichter zu entfachen.
Aber eines ist dabei wichtig zu merken: Wann entfacht man tats├Ąchlich ein Licht und wann droht man in Wirklichkeit anderen mit einer brennenden Fackel? Wichtig, aber alles andere als einfach.

Um allerdings mit etwas Positivem abzuschlie├čen: In Deutschland wird endlich etwas lauter ├╝ber die Abschaffung des Gottesl├Ąsterungsparagraphen (┬ž166 StGB) debattiert. Was mich auf ein neues Thema bringt, warum wir die widerliche Begrifflichkeit von der „Instrumentalisierung“ abschaffen sollten – f├╝r alle Kontexte. Aber dazu komme ich ein andermal.


Freit├Ągliche F├╝nf 09.01.2015

Da hab ich letzten Freitag doch glatt ├╝bersehen, dass Freitag war udn das erst am Samstag gemerkt. Na gut, ├╝berspringen wir einen, hier sind f├╝nf Dinge, die mich die letzten sieben Tage gefreut haben. Kurz zum Negativen: Zu Charlie Hebdo will ich morgen noch etwas schreiben. Das ist kein Thema f├╝r Leichtfertiges.

1. Das ist passiert.


Das sind eine Menge Retweets. Und nein, ich weiss auch nicht, wie das zu so einer Welle wurde. Twitter ist halt immer mal wieder f├╝r eine ├ťberraschung gut.

2. Endlich jemand, der Fanfiction so liest, wie sie geschrieben wurde. Buchstabengetreu.

3. Hier ist ein interessantes Kickstarter-Projekt f├╝r ein Sindarin-Lerntool. Das scheint erstmal nur eine nette Spielerei f├╝r Spinner zu sein, die sich auch Elbisch-W├Ârterb├╝cher kaufen (also z.B. mich), aber der Ansatz des Programms ist auch interessant als Grundlage f├╝r eine interaktive Form der Dokumentation und des Lernens nat├╝rlicher Sprachen.

4. M├Ânchengladbach ist so sauber, dass so etwas, ein paar schadlose Edding-Schmierereien wie man sie auf jedem Spielplatz NRWs findet, zur dicken Schlagzeile taugt. Hurra!

5. Ich hab endlich mein Stehpult zum Arbeiten! Und weil es schon zu dunkel ist und meine Handykamera LED-Licht nicht mag, gibt es leider kein Bild. Ich will schon lange ein Stehpult, um eben im Stehen arbeiten zu k├Ânnen. Leider sind die Dinger in der Regel recht teuer, aber Freitag vor einer Woche fand ich einen beim Hephata-Shop f├╝r 25 ÔéČ und den hab ich dann am Montag mit gef├╝lltem Portmonee kurzerhand zur Kasse getragen und nach Hause geschleppt. Allerdings meinte mein R├╝cken, ich h├Ątte doch besser den Fahrradanh├Ąger mitnehmen sollen, statt das Pult die 1,5 km zu Fu├č zu tragen. Naja.

Bonus. Noch aus der letzten Woche, aber zugleich ein Beweis f├╝r die Unf├Ąhigkeit meiner Handykamera zur Nutzung von LED-Licht. Und etwas, was ich immer noch cool finde. Mein Fensterbanktyrannosaurier im Ma├čstab 1:15, hier beim Sicherstellen der Nachtruhe.


Vorschau auf 2015

Also dann, lasst mich in das Jahr 2015 blicken. Dieser Beitrag hat zwei Teile: Vors├Ątze f├╝r 2015 und Vorhersagen.

Also dann!

Vors├Ątze

Mein gro├čer Vorsatz f├╝r 2015 steht im Kontext des Zieles, 2015 darauf hinzuarbeiten, vollst├Ąndig von meiner Schriftstellerei leben zu k├Ânnen. Das war etwas, was bisher nicht m├Âglich war, aber in den letzten Monaten habe ich mich intensiv damit besch├Ąftigt, wie diese Art Erfolg funktioniert. Ich werde neue Dinge ausprobieren, neue Strategien annehmen. Das im Hintergrund laufende Redesign dieses Blogs ist ein gro├čer Teil davon. Die B├╝cherliste ist bereits umgestaltet und gibt eine gute Vorschau auf das, was kommen wird. Tabs, sauberes Layout, st├Ąrkere Fokussierung auf die eigentlichen Inhalte.
Aber deutlich wichtiger als das Blog ist f├╝r dieses Ziel nat├╝rlich die eigentliche Schreibarbeit. Dort gehen meine Vors├Ątze hin, als da w├Ąren:
a) Schreibproduktivit├Ąt
Das ist der wichtigste Faktor. Ich habe in den letzten zwei Monaten festgestellt, dass ich problemlos 1.000 W├Ârter am Tag schreiben kann. Ich werde somit meine t├Ągliche Vorgabe von 500 W├Ârtern auf 1.000+500 steigern. Das sind 1.000 eigene neue W├Ârter plus 500 W├Ârter f├╝r die neu aufgelegten Klassiker, bei denen es sich entweder um ├ťbersetzungen oder um ├ťbertragungen aus alten deutschen Schrifttypen (Fraktur u.├Ą.) handelt. Um dem einen Ma├čstab zu geben: Bei meiner aktuellen Buchl├Ąnge kann ich so alle zwei Wochen ein Buch fertigstellen (zuz├╝glich Lektorat). ├ťber das ganze Jahr sollen so mit ├ťberhang 400.000 W├Ârter zusammenkommen, das entspricht etwa acht Mal dem englischen Originaltext des Gro├čen Gatsby (47.094 W├Ârter).
Aber in welche Projekte geht diese Arbeit? Nun:
b) Fortsetzungen
Das eine ist die Fortsetzung meiner wichtigsten Titel. Ich habe in den letzten zwei Monaten parallel an allen ├╝brigen B├Ąnden der Reihe Meilensteine der Evolution gearbeitet. Das Ergebnis sind acht halbfertige B├╝cher. Ja, ich h├Ątte inzwischen wohl zwei B├Ąnde komplett abschlie├čen k├Ânnen, aber so kann ich den Rest nah beieinander ver├Âffentlichen.
c) Papier und Audio
Definitiv werde ich 2015 Papierausgaben einiger meiner B├╝cher herausbringen. Unter Wittgensteins L├Âwen bekommt definitiv eine Printedition. F├╝r die Meilensteine der Evolution plane ich, Sammelb├Ąnde auf Papier herauszubringen, entweder einen gro├čen oder drei B├Ąnde mit dem Inhalt von je drei bis vier B├Ąnden der eBook-Version (je einer f├╝r jedes der drei gro├čen Erdzeitalter Pal├Ąozoikum, Mesozoikum und Neozoikum). Weitere Papierb├╝cher oder englische B├╝cher auf Papier? Vielleicht, abh├Ąngig von meinen Ergebnissen und davon, wie viel Zeit ich daf├╝r ├╝brig habe. Irgendwo muss die Zeit f├╝r die 1.500 W├Ârter ja herkommen und sie kann vorerst nicht aus der Zeit kommen, in der ich aktuell Geld verdiene.
Audio ist ein Segment, mit welchem ich mich 2015 definitiv besch├Ąftigen werde. Ich denke daran, eine Sammlung von Kurzgeschichten als eine Art H├Ârbuch-Album im MP3-Format rauszubringen.
d) Neue Projekte
Sachb├╝cher sind kein guter Boden f├╝r gro├če Verk├Ąufe. Meine Sachb├╝cher verkaufen sich im Durchschnitt ihres Genres und erhalten gro├čartige Bewertungen und Kommentare, aber es sind und bleiben Sachb├╝cher. Von Anfang an wollte ich eigentlich Geschichten schreiben und 2015 werde ich mich st├Ąrker darauf konzentrieren, auch wenn weitere Sachb├╝cher in der Mache sind.
Ich will 2015 vier komplett neue Projekte fertigstellen. Zum einen eine englischsprachige Zombie-Serie von vier Novellen unter dem Titel All Hail the King mit den B├Ąnden Desert King, Carnival King, Swamp King und Long Live the King plus einem Sammelband, die ich alle gleichzeitig rausbringen will. Das ist eien Serie, an deren Entwicklung ich schon jetzt viel Spass habe. Insgesamt wird die Serie im Umfang einem Roman entsprechen und vollst├Ąndig abgeschlossen sein. Eine komplett andere englischsprachige Zombiegeschichte wird Boy werden, ein etwas literarischeres Gegenst├╝ck zum eher an Pulp-Geschichten angelehnten All Hail the King. Boy ist eine der Geschichten, ├╝ber die ich schon seit zwei Jahren spreche und im Dezember habe ich endlich angefangen, sie zu schreiben.
Das sind im Grunde die gro├čen Vorhaben f├╝r die erste Jahresh├Ąlfte. F├╝r die zweite Jahresh├Ąlfte gehe ich wieder in den deutschsprachigen Markt. Zum einen will ich p├╝nktlich zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung (der Wiedervereinigung, nicht des Mauerfalls) mit Volksrepublik Preussen eine Alternativweltgeschichte um einen anderen Verlauf der in unserer Welt so genannten deutsch-deutschen Geschichte herausbringen, auch um ein wenig damit zu experimentieren, eine Buchver├Âffentlichung mit einem aktuellen Ereignis zu verbinden. Im letzten Jahresviertel will ich dann mit dem Auftakt der Science-Fiction-Krimi-Reihe Pacifica Zwielicht (Arbeitstitel) literarisch in meine schwimmende Stadt zur├╝ckkehren, die ich 2014 f├╝r eine englische Kurzgeschichte erstmals besucht hatte.
Das klingt nach extrem viel, allerdings sind meine B├╝cher bisher immer relativ kurz gewesen, da ich es hasse, lange um den heissen Brei herumzureden. Kurzgeschichten werden diese Titel allerdings allesamt nicht. Die in diesem Beitrag genannten Titel erreichen wahrscheinlich zusammen ungef├Ąhr die H├Ąlfte meiner f├╝r 2015 geplanten Wortzahl. Zugleich stelle ich einige Titel weiter zur├╝ck, um die genannten abschlie├čen zu k├Ânnen, darunter einige, die schon seit Jahren geschrieben werden wollen. Es ist nicht so, als w├Ąre mein Notizblock leer – sollte ich es schaffen, das seit 2006 in meinem Kopf herumspukende S├╝nde noch 2015 abzuschlie├čen, werde ich mich sicherlich nicht beschweren.

Wie gesagt, ich will bis Ende 2015 vom eigenen Schreiben leben k├Ânnen und das erfordert dieses Ma├č an Arbeit.

Vorhersagen

Ich mag nicht negativ sein. Aber in gewisser Weise ist es wichtig einen Eindruck zu haben, was droht, um die Motivation f├╝r die Arbeit an positiven Entwicklungen zu st├Ąrken.
Die Entwicklung der Welt war 2014 vor allem politisch keine gute und in Deutschland ohnehin nicht. Zeiten Gro├čer Koalitionen sind in der deutschen Geschichte immer Krisenzeiten mit gro├čer gesellschaftlicher Unzufriedenheit gewesen. Widerliche Begrifflichkeiten wie „geregelte Zuwanderung“ machen inzwischen selbst unter sich links verortenden Personen die Runde, es ist alles wirklich unangenehm. Andererseits hat sich die Technik wie immer auf faszinierende Weise weiterentwickelt.
Aber genug zur Vergangenheit, hier meine Vorhersagen f├╝r die Entwicklung der Welt 2015:
a) Der Durchbruch f├╝r 3D-Druck
Letztes Jahr waren 3D-Drucker, mit denen sich zu Hause dreidimensionale Objekte aus Kunststoff oder Keramik herstellen lassen, immer wieder Thema in den Nachrichten. Die ersten Modelle zu Preisen f├╝r Endkunden sind verf├╝gbar und es sieht ganz so aus, als w├Ąre 2015 das gro├če Jahr f├╝r diese Technologie. In den Jahren ab 2015 werden 3D-Drucker einzelnen Bereichen der Industrie und des Handels das antun, was der Heimdrucker zuvor einigen Segmenten der Druckindustrie angetan hat. Seifenschalen m├Âgen Kleinkram sein, aber wenn niemand mehr welche kauft, weil jeder sich welche ausdrucken kann, f├Ąllt pl├Âtzlich ein ganzes Marktsegment weg.
b) Drohnen werden Alltag
Wenn wir von Drohnen sprechen, denken wir oft an Milit├Ąrdrohnen oder ├ťberwachungsger├Ąt. Letztes Jahr nahm die erste Postdrohne ihre Arbeit auf und bringt jetzt Medikamente vom nieders├Ąchsischen Festland nach Juist in der Nordsee. Diese zivilen Drohnen werden der viel wichtigere Trend — eine Kameradrohne kostet schon l├Ąngst weniger als ein Fernseher. Bis Ende 2015 werden Drohnen zum allt├Ąglichen R├╝stzeug von Journalisten, Polizei und Demonstranten avancieren.
c) Religi├Âse Konflikte im Westen
Gegenw├Ąrtig gibt es einen zunehmenden Hang, Religion und Ethnie als Dinge zu sehen, die zusammenh├Ąngen. Jeder Araber wird als Moslem identifiziert, Europ├Ąer werden pl├Âtzlich kollektiv als Christen betitelt, es ist alles wirklich seltsam. Wir werden uns damit einige wirklich unangenehme gesellschaftliche Konflikte in unsere Gesellschaft holen, wie wir sie in den letzten Jahren bereits in den USA sahen (etwa die Debatte um Evolution als Lehrstoff in der Schule).
d) Die ├ľlblase platzt
Ich habe ein ganz schlechtes Gef├╝hl beim ├ľlpreis. Alle sind so enthusiastisch dar├╝ber, aber mein Bauchgef├╝hl sagt mir einfach: Da stimmt was nicht. Da bahnt sich irgendetwas an und gemessen am Ausma├č der Ver├Ąnderungen der letzten Monate wird es etwas wirklich, wirklich Gro├čes. Der niedrige ├ľlpreis schadet nicht nur, wie oft angemerkt wird, Russland, sondern auch der relativ teuren ├ľlproduktion in Kanada und den USA. Da werden t├Ąglich Milliarden vernichtet und irgendwann wird irgendwer die zahlen m├╝ssen.