Zweiwöchige Zehn 27.02.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Da ich letzte Woche Freitag noch bis zum Abend offline war (kurzgefasst: Die Telekom hat die Leitung korrekt umgestellt, aber vergessen, den dazugehörigen Router zu schicken), diesmal zehn Punkte für zwei Wochen.

1. Der Futurzwei Zukunftsalmanach 2013 (leider nur noch antiquarisch und bei Amazon zu finden, aber es gibt eine Fortschreibung für 2015) begeistert mich. Ein Buch über eine nachhaltige Zukunft, das nichts mit Angstmache und Besserwisserei zu tun hat, aber auch keine Fantasiegebilde aufbaut, die eh nicht um- oder durchsetzbar sind. Statt dessen ist es eine Zusammenstellung vieler kleiner Texte über erfolgreiche Projekte, die zeigen, wie einzelne einen Beitrag leisten, die Zukunft in Richtung einer nachhaltigeren Welt zu verbessern, oder, wie Herausgeber Harald Welzer und Stephan Rammler gerne sagen, eine enkeltaugliche. Denn es geht ja nicht darum „die scheiss Umwelt“ zu schützen (ja, wörtliches Zitat von jemandem zu mir), es geht darum, dass unsere Nachkommen nicht im Dreck ersaufen, den unsere jetzige Gesellschaft hinterlässt.
Das Buch jedenfalls ist ein guter Ansatz: Lichtblick, Inspiration, Ermutigung, die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft zu schaffen, mit Ideen und Projekten in jeder Größenordnung – von der Pilzzucht auf Kaffeesatz über das Waschmittel aus Roter Bete bis zum spontanen Aufbau einer Stadtwerksgesellschaft.
Geschichten von Menschen, die eine Idee hatten und sagten: „Machen wir das doch einfach mal!“.
Leider nur auf Papier erhältlich.

2. Ich habe es endlich mal angepackt, ein paar seit letztem Jahr bei mir rumliegende Saatscheiben für Küchenkräuter in Erde zu setzen. Mal schauen, was von den vermutlich uralten Scheiben (Abfülldatum und Haltbarkeit fehlen, sind aber schon letztes Jahr Ausschussware gewesen, die frisch aus dem Supermarktlager geworfen über einen Flohmarkt lief) noch keimt. Zu erwarten sind Basilikum, Oregano, Schnittlauch, Dill, Rauke und Petersilie.
Die Rauke ist schon mal anwesend, 15 zweiblättrige Keimlinge haben sich durch den Boden gestreckt.

3. Ein Anstoß, endlich mal die Saatscheiben anzusetzen war neben ihrem Alter auch, dass ich beim Discounter etwas Neues entdeckte: Kokoserde. Interessant, dachte ich mir und nahm einen Block davon mit. Vor allem da dieses Produkt sehr ausführlich begründete, ökologisch gegenüber der viel kritisierten Torferde vorteilhafter zu sein. Und auch sonst: Statt einem Sack Erde hat man eine kleine Platte oder einen Ziegel aus Kokosfasern, der dann mit Wasser zum Quellen gebracht wird. Ein Ziegel von etwa 600 Gramm ergibt dann mit vier Litern Wasser etwa 10 Liter „Erde“.
Das Ganze ist eine sehr lockere Art Erde, die leicht nach Kokos riecht und ansonsten recht authentisch rüberkommt – sie setzt sich sogar genauso wie richtige Erde als lästiger schwarzer Rand unter die Fingernägel. Taugt es? Das werde ich sehen, wenn es keimt.
Ich habe damit jedenfalls den Pflanzkübel gefüllt, wobei ich zwei Sorten gemischt habe. Interessanterweise hat mich die deutlich günstigere Discountervariante bis jetzt mehr überzeugt als das Markenprodukt Kokohum aus dem Baumarkt – vor allem, weil das Discounterprodukt (sieht aus wie eine Sonderverpackung der sonst als Biogro verkauften Variante) einen höheren Faseranteil hat und betont, dass die dort verwendeten Fasern Abfallprodukte der Lebensmittelherstellung sind, was die Nachhaltigkeit auf jeden Fall erhöht.
Der BUND empfiehlt Kokoserde übrigens auch.

4. Aldi (zumindest Aldi Süd) hat Instantmischungen für Bratlinge. Keine Ahnung, ob die was taugen (die Tester im Internet meinen: Ja), aber es kann kein Fehler sein, wenn das Angebot an veganen nicht nur wächst, sondern vor allem an Orte kommt, an denen es mehr Kunden erreichen kann. Keine Ahnung, ob es das schon längeer gibt, ich habe es jedenfalls erst letzte Woche im Prospekt gesehen.

5. Noch mal zum Gartenthema, hier ist eine Anleitung, wie man Kartoffeln in der Tonne anbaut.

6. Dieses T-Shirt

7. Das Video ist zweieinhalb Jahre alt und ich habe keine Ahnung, was in der Zwischenzeit daraus geworden ist, aber die Idee ist schon mal klasse: Eine relativ kleine Maschine zur schnellen Herstellung von kleinen Solarzellen, die sonst überproportional teuer sind.

8. Ich hatte eine Idee. Also, eine wirklich große. Jetzt brauch ich nur noch etwas zugeordneten Webspace (kein Problem), aufgemöbelte Programmierkenntnisse (hrmpf) oder einen Webprogrammierer (den ich nicht bezahlen kann). Also werde ich wohl meine Kenntnisse in Webprogrammieren aufmotzen müssen, über das hinaus, was man benötigt, um ein WordPress-Theme zu bauen.
Oder alternativ hoffe ich, dass jemand 100.000 € Risikokapital rumliegen hat.
Okay, ich les ja schon einen Kurs zu PHP/MySQL *grummel*

9. Es gibt offenbar eine Methode, Pokémon aus den Originalspielen auf die aktuellen Titel zu übertragen. Yay! Mein Mew darf leben! (nerdout)

10. Öhm, keine Ahnung. Hier ist ein uraltes Mem, um euch von dieser Tatsache abzulenken.


Veilchendienstagszug 2015

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Vorgeplänkel

So sehr ich den rheinischen Karneval mit seiner Schunkelei und dem Schenkelklopferhumor auch verachte, und so sehr ich auch ein ausgeprägtes Unwohlsein in der Nähe von Clowns und kostümierten Menschen verspüre, eines hat auch mir doch immer gefallen: Der Straßenkarneval mit seinem Zug/Zuch/Zoch (je nach Regiolekt).
Insbesondere die Rosenmontagszüge fahren dabei kreativ gestaltete Wagen mit Skulptur gewordenen Karikaturen auf, die man nur hier einmalig sehen kann. Viel davon ist natürlich auch dem König der Wagenbauer, Jacques Tilly, zu verdanken.
Ich habe zuletzt 2010 über den Zug geschrieben (damals unter anderer URI, weswegen momentan die Bilder fehlen, das will ich noch nachbessern sobald ich das Backup des damaligen Upload-Ordners finde). Damals stand Mönchengladbach durchaus in dieser karnevalistischen Tradition der politischen Themenwagen, bei denen mit Kreativität und viel Arbeit so wunderschön auf die Politik, lokal wie national, gekloppt wurde.
Seit 2012 hat Mönchengladbach dieses Element weitgehend verloren, von 2013 war ich so enttäuscht, dass ich den Besuch 2014 kurzerhand ausgelassen habe. Und jetzt ist 2015. Mal schauen, wie sich der Gladbacher Zuch gemacht hat.

Immerhin gab es trotz meines dafür ungünstigen (aber fürs Fotografieren superen) Standortes ganz gut Kamelle. Ich frage mich, was schneller ist, mein Fotofinger oder meine Zahnreihen…

Mein Psychiater meint, ich sollte mir selbst keine rhetorischen Fragen stellen, das sei seltsam

Disclaimer

Wenn ich mopper, dann weil ich gesehen habe, wie viel besser der Karneval in MG sein kann, wenn er sich traut, Eisen anzupacken und nicht, weil ich dem Zug Böses will. Im Gegenteil, ich sehne mich gradezu nach einem Veilchendienstagszug mit Chuzpe. Deswegen messe ich ihn an den Zügen der drei Rosenmontagshochburgen und auch an früheren Zügen in Mönchengladbach. Denn früher und anderswo ist immer alles besser.

Der Zuch

Fangen wir positiv an: Die Fußgruppen waren sehr schön und kreativ umgesetzt, selbst die Bollerwagen zum Transport des Wurfmaterials waren entsprechend dem Jahresmotto verkleidet, meist als Drachen.
Das Motto war auch recht gut: „Gladbach hat auf jeden Fall ‘nen saaagenhaften Karneval“ ist mit seinem Anklang von Lautmalerei um Längen besser als die in dieser Stadt leider sehr unkarnevalistisch hochdeutsch-bräsige Mottotradition. Und das ohne den Erfinder des Mottos (Nik Ebert, bekannt als Karikaturist für die lokale Rheinische Post) auszutauschen. Lernt da wer dazu? Sehr schön!

Und jetzt zur Bissigkeit.
Den bissigsten lokalen Wagen habe ich leider zu Fotografieren verpasst, ein Fußgruppenbegleitwägelchen (Deutsche Sprache, du Kompositaparadies!) mit der Beschriftung „Gladbach verzockt? Minto, JHQ, Masterplan“. Nicht ganz 2010 mit seinem ein Cable Car die Hindenburgstraße hochkurbelnden Oberbürgermeister Bude, aber das Herz sitzt am rechten Fleck. Nicht jeder kann einen großen Wagen mit komplexem Figurenaufbau herstellen und das ist völlig okay.
Eher unfreiwillig politisch scheint mir dieser Wagen, den auch die Peta hätte einsetzen können:
Ja, da sind zwei Clowns im Käfig. Artgerechte Haltung für Clowns, wenn ihr mich fragt.
Und passend dazu eine Fußgruppe in Baumkostümen. Denn diese dürften im Tiergarten bleiben, weil sie leise sind (Bezug).

Schild mit Text dazu leider nicht im Bild, hab ich zu spät gesehen


Gummipunkte gibt es von mir für die Junge Union. Schilderwald. Jetzt nicht so das Knallerthema und es gibt schönere Wagendesigns, aber immer wieder gern genommen und den Gedanken, etwas Politik in den Zug zu bringen, muss man einfach mal anerkennen. Ignoriert mein Gemopper, der Weg ist der Richtige. Mehr davon! Go, Christdemokraten!

Heyho, Junge Union! Dabei hab ich gar nicht getrunken. Zumindest nicht SO viel


Okay, ich habe die JU gelobt. Also, ein bisschen. Wie toppe ich das? Nun, ich lobe jetzt auch noch die Rheinische Post! Die hat das einfache Prinzip, auf einem immergleichen Wagen jedes Jahr ein anderes Nik-Ebert-Motiv zu zeigen, in 2D auf einer weissen Wand. Nicht wirklich die Hohekunst des Wagenbaus, aber das Motiv hat jeden Respekt verdient. Hier ist Mönchengladbachs Charlie-Hebdo-Motiv, wegen dem ich den RP-Läufern auch die Shirts mit der Aufschrift „Charlie RP“ verzeihe.

Ohne Worte, aber komischerweise mit Dialog... ich bin ja schon ruhig


Erwähnt seien noch ganze zwei richtige Motivwagen zu überregionalen politischen Themen:

Flughafen Berlin

Bundesuschi in Aktion


Erwähnenswert noch ein paar Wagen die beweisen, dass das wagenbauerische Talent durchaus da ist, aber nicht genutzt wird, um mal etwas gewagtere Motive aufzubauen. Schade, aber trotzdem schöne Wagen.

Schuhthron

Teufelei

Lokomotufftuff

Schweinderl


Und dann war da noch die größte aller Legenden dieser Stadt, unser stadteigenes Ungeheuer, unser Star fürs Boulevard, Vernichter von Dackeln und Verschrecker von Hausfrauen. Kuno samt Dackel, auch wenn mein Autofokus die Rückseite des Halteverbotsschildes wohl wesentlich interessanter fand. Naja, ein Fisch der darf auch mal verschwommen sein.

Rock On, Killerwels vom Volksgartenweiher, du bist cool


Ganz im Ernst, der Gladbacher Karneval ist ein kurzweiliger Zug und kann schon was. Ich finde nur, er lässt sehr viel Potenzial liegen. Vielleicht brauchen wir wirklich einen eigenen Jacques Tilly, der mit seinen Wagen etwas Pepp in die Sache bringt und andere herausfordert, es ihm gleichzutun. Vielleicht kann ja jemand Prisac einen Wagenbauerkurs geben? Der ist im Moment bei Playmobil und hätte sich nach den letzten Jahren ein Upgrade auf Pappmaché redlich verdient. Apropos, hier sein Veilchendienstagszug 2015:

Seht ihr, so sieht Karnevall aus, über den ich nicht mecker. Okay, das Intro ist vielleicht etwas zu la… ist ja schon gut!

Ausserdem gelernt

  • Über Blackface regen sich ausserhalb der USA (wo das einen besonderen kulturhistorischen Hintergrund hat) nur Weisse auf. Schwarze sind von als Jamaikanern verkleideten Bläsern begeistert und wenn sie bis dahin am Rand des Zuges nur ein bisschen gewippt haben, fangen sie an zu hüpfen. Mindestens drei jedenfalls.
  • Der Chefredakteur der RP wirft mir manchmal Bälle zu. Ich kann die aber gekonnt abwehren.
  • Manche Witze halten sich versteckt. Ich fand einen im Ziehwagen für Wurfmaterial halb vergrabenen Wellpappkarton klasse, einer der schönsten Sprüche dieses Zuges: „Well, it’s Pappe“ – ich weiss, ich bin seltsam
  • Es gibt eine Ritter Sport Kakao-Keks. Warum hat mir das keiner gesagt? Wo krieg ich die günstig? So ungefähr 1x die Jahresproduktion. Die is lecker!
  • Die Android-Autokorrektur kennt VDZ nicht und ändert es in vdH, was ich wiederum nicht kenne. Huh.
  • Politiker sind quer durch den Zug zu finden, aber grundsätzlich nur auf den wirklich langweiligen Wagen, die sich damit begnügen, ein paar Kamellewerfer auf einen themenneutralen Pappmachéquader zu setzen

Freitägliche Fünf 13.02.2015

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.

1. Das hier ist ein wirklich schöner Artikel eines Mannes, der nach dessen Tod das ungekannte pornografische Erbe seines Vaters findet.

2. Ein wenig albern, aber die Raptoren sind in dieser Veralberung des Jurassic-World-Trailers per Post-Edit einfach großartig.

3. Langsam aber sicher kommen wir zum Tricorder. Neueste Errungenschaft in diese Richtung: Ein Testgerät für HIV und Syphillis, das an ein Smartphone angeschlossen wird und dann den Test in 15 Minuten durchführt. Nicht die sicherste Methode (HIV braucht zwei Tests mit einigem Abstand, hab ich mal in der Schule gelernt), aber ein großer Schritt vorwärts grade für den Einsatz in Entwicklungsländern (vorausgesetzt man hat da genug Strom um ein Smartphone zu laden).

4. Diese Fake-Werbung zu e.on, gefunden beim Klima-Lügendetektor

5. Und hier ein Nostalgie-Flash zum Abschied. Es gibt viel zu wenig Fanart zu Dino-Riders, einer Zeichentrickserie, die beweist, dass Kinderfernsehen zu meiner Zeit besser war als zu anderen Zeiten. Ich meine, der Bösewicht ist ein Ausserirdischer, der auf einem bis an die Schädeldecke bewaffneten Tyrannosaurus rex thront. Mehr awesome ging nicht!

Bild von hier


Zweiwöchige Zehn 06.02.2015

Die wöchentlichen Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen.
Deadlines sind nicht meine Freunde und deshalb gibt es diesmal zwei Wochen und somit zehn Punkte. Aber keine Sorge, ich habe eine passende Alliteration gefunden! Der Tag ist gerettet!

1. Alliteration! Yay!

2. Seht euch das erste große Bild zu diesem Artikel an. Sieht das nicht aus wie die Bismarckstraße, nur mit einem neuen Straßenquerschnitt und ohne die Kaiser-Friedrich-Halle am Ende?
Ja, Gladbach ist noch nicht ganz bereit für so etwas, aber es ist im Bereich des möglichen. Ausgerechnet London hat nun den Weg zu einem neuen Fahrradmekka eingeschlagen und der Ideenreichtum, mit dem die bisher extrem radlerarme Stadt an dieses Vorhaben (und eine allgemeine Verbesserung der Vekehrssituation) herangeht, ist gradezu inspirierend.

3. via John Osinski:

4. Mal eine ungewöhnliche Doku. Auf diese kann man sich bei Arte halt verlassen. Youtube eingebunden, weil ich nicht sagen kann, wie lange die Arte-Version online bleibt. Anyway: Wie wir dem Kommunismus die Yps beziehungsweise dessen französisches Original Pif verdanken. Ich war übrigens Yps-Abonnent bis zum letzten Heft.

5. Bleiben wir noch ein wenig bei Youtube-Videos zur Geschichte und kommen zu Lars Andersens Rekonstruktion historischer Techniken mit dem Reiterbogen im (absolut beeindruckenden) Selbstversuch. Im Text natürlich ein wenig überzogen – die Methode ist zwar durchaus ausserhalb von Historikerzirkeln vergessen, aber innerhalb dieser eben doch bekannt.

6. Dänemark feiert absolut beeindruckende Erfolge in der Reduzierung des „Energieverbrauchs&“. Zwar ist nicht ganz klar, was genau mit „Energieverbrauch“ gemeint ist (Primärenergie? Strom?), allerdings gehe ich mal von Primäreneergieverbrauch aus, da auch der Verkehr eingerechnet ist.
Und wisst ihr was? Dänemark ist trotzdem noch kein Entwicklungsland geworden! Das ist ja das, was uns hierzulande immer erzählt wird, was passiert, wenn wir den Verbrauch verringern.

7. Siegen hat die hübsche Idee, sich selbst zum Austragungsort der Spiele für eine Entwicklerkonferenz zu machen. Klasse. Ich überlege ernsthaft, ein paar Autoren zusammenzutrommeln, um die in einem Fantasy-Gegenstück zu Gladbach spielende Kurzgeschichte Khamel zu einer Sammlung auszubauen, die Kalmrill (von englisch Calm Rill = ruhiger Bach = Gladbach, die ganze Geschichte findet sich hier) zu einer kompletten Welt macht.

8. The Swapper ist so ziemlich das beste, was ich seit langem gespielt habe. Man spielt eine gestrandete Astronautin auf einer Raumstation, deren Besatzung auf mysteriöse Weise fast vollständig verschwunden ist, nachdem sie Forschungen an intelligenten Felsen aufgenommen hat. Man selbst trägt das einzige Ergebnis der Forschungen mit sich, den Wechsler (engl. Swapper), der in der Lage ist, Klone zu erzeugen und das Bewusstsein des Trägers in einen der Klone zu übertragen.
Das Ergebnis ist zum einen eine Suche nach der Seele, ihrer Existenz und Form. Zum anderen eine Begegnung mit einer fremden Lebensform, die so anders ist, dass trotz andauernder Kommunikation jegliches gegenseitige Verständnis unmöglich ist – die Wächter sind denkende Felsen, sie haben kein Konzept vom physischen Raum, weil sie sich ohnehin nicht bewegen können und daher so gut wie nicht mit ihm interagieren.
The Swapper ist das Videospiel-Gegenstück zu Solaris. Und da Solaris sich den Titel „Bestes Buch, das ich bis dato gelesen habe“ redlich verdient hat, ist das kein geringes Lob von meiner Seite.

9. Der amerikanische eBook-Distributor Draft2Digital vertreibt über ihn verbreitete eBooks in Zukunft auch an die Tolino-Partner. Das bedeutet, dass meine künftigen englischen eBooks in Deutschland auch für den deutschen Kindle-Konkurrenten Tolino erhältlich sein werden, den Thalia, Weltbild, buecher.de, buch.de, Hugendubel und viele Buchhandlungen bedienen.
Das hat einige potenzielle Auswirkungen auf meine Möglichkeiten, deutsche Titel zu vertreiben, da Draft2Digital mit dieser Entwicklung auf einen Schlag auch ein interessanter Vertriebspartner für den deutschsprachigen Raum wird.

10. Datenträger der Zukunft? Sieht so aus, als bekämen wir Kristalle. Das ist etwas, woran im Grunde schon seit Ende der 90er gearbeitet wird, aber langsam rückt es in greifbare Nähe. Ich denke, die Technologie wird im Laufe der 2020er marktreif, die Frage ist nur, wofür wir so gewaltige Speichermedien nutzen werden. 360 TB für ein ROM-Medium sind eine Menge Nullen und Einsen, insbesondere wo der Kapazitätszuwachs von kommerziell erhältlichen Festplatten grade allem Anschein nach im unteren Terabyte-Bereich abzuflachen scheint.