Dino-Dienstag 13

Lang ist es her, dass Dino-Dienstag 12 hier im Blog seinen Platz fand. Und nachdem ich nun ständig den Dienstag verpasste um die Serie weiterzuführen, hat sich einiges getan. Es sei nunmehr das Wichtigste ausgewählt und zusammengefasst.
Also dann:

Pflanzenwelt und Pilze

In China ist ein hervorragend erhaltener Wald aus dem Perm in einer Kohlemine entdeckt worden. Der bei einem Vulkanausbruch verschüttete Wald ist für Paläobotaniker schon deshalb interessant, weil nach dem Perm die Spaltung Pangaeas in die heutigen Kontinente begann. Während die Sumpfwälder des vorherigen Karbon etwa im Ruhrgebiet ausgiebig erforscht sind, weiss man noch wenig über die Wälder in der deutlich trockeneren Welt des Perm. Der Wald scheint ein später Überrest der gewaltigen Karbonwälder zu sein.
Aus Königsberg kommt der älteste Fund einer fleischfressenden Pflanze in Bernstein. Allerdings ist nicht klar, ob es eine wirkliche fleischfressende Pflanze war: Heutige Pflanzen dieser Form fressen gefangene Insekten nicht selber, sondern ernähren sich davon, dass Wanzen die gefangenen Insekten fressen und dann für die Pflanze nahrhafte Ausscheidungen produzieren. Es ist eine der seltsamsten Symbiosen im bekannten Tier- und Pflanzenreich.
Noch spektakuläreres hat Mynamar im Bernstein zu bieten: Dort tauchte nicht nur das bis dato älteste Fossil von Gras auf, welches erst gegen Ende des Zeitalters der Dinosaurier auftauchte und damals noch selten war. Nein, auf der Graspflanze saß auch noch ein Pilz, genauer eine Art der auf Gräser spezialisierten Mutterkornpilze. Die Presse machte daraus Dinosaurier auf LSD-Trips, weil sie halt die Presse ist. Da muss ich aber enttäuschen: Mutterkorn enthält zwar Gift, aber für LSD muss man das schon noch etwas bearbeiten, sonst ist es nur, nun, Gift.

Sexualdimorphe Stegosaurier

Rückenplatten bei Stegosaurusmännchen und -weibchen (Bild: Evan Saitta)


Sexualdimorphismus, also das unterschiedliche Aussehen von männlichen und weiblichen Exemplaren einer Art, ist uns Menschen nicht unbekannt, immerhin gehört unsere Spezies zu den extremsten Beispielen dieses Phänomens unter den Wirbeltieren. Bei ausgestorbenen Lebewesen ist das schwer nachzuweisen, aber möglicherweise gesellt sich Stegosaurus zu den wenigen Beispielen: Evan Saitta aus Bristol kommt in seiner Forschung zu dem Ergebnis, dass die auffälligen Rückenplatten des bekannten Dinosauriers unterschiedliche Geschlechter erkennen lassen.
Die Funktion der Rückenplatten dieses Dinosauriers ist immer noch ein völliges Rätsel und mit Saittas Forschung sidn wir möglicherweise einen Schritt näher an der Lösung.

Knochenfressende Würmer fraßen schon Saurierknochen

Die Wurmgattung Osedax, die sich heute von auf den Meeresgrund gesunkenen Walknochen ernährt, ist offenbar deutlich älter als die Wale: Forscher fanden Fraßspuren an den Knochen von Plesiosauriern, 50 Millionen Jahre älter als die ältesten Wale. Das bedeutet aber auch, dass die große Vielfalt an Meeresreptilien aus der Zeit der Dinosaurier nur ein Ausschnitt der tatsächlichen Vielfalt sein dürfte, denn viele Skelette wurden von knochenfressenden Würmern gefressen, bevor sie je zu Fossilien werden konnten.

Chilesaurus

Hier ist ein pflanzenfressender Theropode, der eine so bizarre Kombination an Merkmalen aufweist, dass momentan niemand so genau weiss, was zum Teufel das für ein Tier ist. Aufgrund der seltsamen Mischung hat es den Spitznamen „Schnabeltier der Dinosaurier“ erhalten.
Es ist ein Theropode (fleischfressende Dinosaurier) mit den Armen eines T. rex und den Zähnes eines Pflanzenfressers. Er hat ein paar Ähnlichkeiten zu den ersten Vorfahren der langhalsigen Sauropoden. War es ein später Überlebender dieser Prosauropoden? Ein einmaliges Kuriosum? Oder ein entfernter Verwandter späterer pflanzenfressener Theropoden? Was Chilesaurus auf jeden Fall ist, ist ein Beweis, dass wir noch längst nicht alle Varianten von Dinosauriern gefunden haben, die einst die Welt bevölkerten.
Manchmal finden wir immer noch etwas völlig neues.

Chilesaurus (Bild: Gabriel Lio)

CO2 und das größte Massensterben der Erdgeschichte

Das Zeitalter der Dinosaurier beginnt mit dem größten Massensterben der Erdgeschichte. 90% allen damaligen Lebens verschwand auf einen Schlag. In kurzer Zeit verschwanden von der Erde alle Wälder. In der leeren Welt nach diesem Massensterben entstanden die Dinosaurier und Säugetiere. Es begannen die Erdzeitalter, in denen jeweils eine große Gruppe von Tieren die Erde beherrschte: Jenes der Dinosaurier und jenes der Säugetiere.
Schon länger vermuten Forscher, dass die Ursache dieses Ereignisses gigantische Vulkanausbrüche der damaligen Zeit waren. Sibirien war ein einziger großer Lavasee, weitere Vulkane brachen zur selben zeit in Australien und dem südlichen China aus. Die Vulkane setzten in der Theorie Mengen an CO2 frei, die groß genug waren, eine solche Katastrophe zu verursachen.
Tatsächlich fanden Forscher neue Hinweise auf eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Kohlendioxid zu dieser Zeit: Schwämme begannen, elementares Carbon in ihre Skelette einzubauen. Das ist absolut ungewöhnlich nur nur dadurch zu erklären, dass Kohlendioxid damals in gewaltigen Mengen vorhanden gewesen sein muss. Die schon länger bekannte Tatsache, dass zuerst Lebewesen seltener wurden, die CO2 besonders schlecht vertrugen, passt dazu. Auch Untersuchungen an damaligen Gesteinen zeigen Hinweise auf große Mengen von Giften, die von Mikroben produziert werden, welche durch die hohen CO2_Mengen gefördert werden.
Also, wenn jemand wissen will, wie gefährlich zu viel CO2 in der Atmosphäre ist: Bitteschön, der Tod von 90% des Lebens auf der Erde.


Mediale KW 17/2015

Bei meinen Freitäglichen Fünf gibt es das beste Echo regelmäßig auf dort Platz findende Besprechungen von Medieninhalten, die mir gefallen haben: Filme, Bücher, Videospiele und dergleichen. Es scheint mir also logisch, diesen teil auszubauen und zu einer eigenen Reihe zu machen: Die Mediale KW, jeden Montag kurze Besprechungen der Filme, Bücher, Spiele etc., die ich in der jeweiligen Woche gesehen/gelesen/gespielt/etc. habe.
Diese Woche: Zwei gute Bücher, drei schlechte Filme


Wortreich: ABC der Verlagssprache (Buch/Kindle)

Wilhelm Ruprecht Frieling ist lange dabei. Also hat er 40 Jahre Erfahrung im Verlagsgewerbe durchstöbert und die Ergebnisse in einem Lexikon des Verlagsjargons und wichtiger Begriffe der Branche zusammengefasst. Und mit 3.500 Lemmata (ich habe nicht nachgezählt, weil ich noch nicht vollständig dem Wahnsinn verfallen bin) kann sich das Ergebnis sehen lassen.
Diese Sammlung funktioniert als genau das, was sie sein soll: Ein Verzeichnis von Fachbegriffen, das schnell zur Hand ist und alle wichtigen Begriffe knapp erläutert, manchmal etwas sehr knapp. Stellenweise scheint der Humor des Verfassers durch, etwa wenn „ABC“ seinen eigenen Eintrag erhält. Die Papierausgabe ist ohne Einschränkungen zu empfehlen. Mir stand die Kindle-Ausgabe zur Verfügung, die der Autor mir mit der freundlichen Bitte um eine Bewertung überlassen hat.
Die Kindle-Ausgabe hätte wahrscheinlich eine komplett eigene Formatierung vertragen, denn bei einem solchen Werk fällt der Verlust des schnellen Durchblätterns als Suchoption schon sehr auf. Die Navigation führt bis zum ersten Eintrag eines Buchstabens und von da an heisst es Suchen. Verweise sind als Links verwoben, dennoch ist die Suche nach einem Startpunkt einiges an Aufwand. Wahrscheinlich wäre es für Kindle sinnvoll gewesen, eine feinere Navigation einzusetzen, die innerhalb der Abschnitte Unterabschnitte definiert – etwa mit Links auf das jeweils erste Auftreten der Kombination zwei Buchstaben am Wortanfang. Und während es im Papierbuch keinen Verlust darstellt, auch Einträge zum Beispiel für die Casus des Latein zu haben, tragen diese auf Kindle einzig dazu bei, die Anzahl der Klicks zu erhöhen die nötig ist, einen Begriff zu finden.
Die Papierversion ist ein hervorragendes Nachschlagewerk, wenn auch die einzelnen Einträge meist sehr knapp ausgeführt sind. Eben gezielt zum schnellen Nachschauen. Für die Kindle-Ausgabe gilt dies im Grunde auch, sie ist nur nicht ganz so komfortabel nutzbar und bildet ein gutes Beispiel dafür, dass Papierbücher und eBooks manchmal einfach unterschiedliche Gestaltungsansätze erfordern.


Pacificas Antithese: Flotilla (Buch/Kindle)

Es gibt überraschend wenige Werke in der Science-Fiction, die sich explizit mit schwimmenden Städten beschäftigen. Das kleine Genre lässt sich durch zwei Werke sehr gut abstecken: Auf der einen Seite mein eigenes Introduction, auf der anderen Daniel Haights Flotilla. Pacifica in Introduction ist der hoffnungsvolle Versuch, durch Abstreifen einer falsch laufenden Geschichte und Gegenwart ein Utopia zu bauen; Colony D in Flotilla ist eine nur von Hoffnung und zwielichtigen Aktivitäten am Leben gehaltene Fischfabrik. Beide dürften unbewusst Bioshocks Unterwasserstadt Rapture viel zu verdanken haben und über diese Schiene findet sich dann auch Ayn Rands Erbe in all seinen möglichen Auswirkungen wieder. Das Leben einer solchen Stadt in drei Porträts: Aufbau (Pacifica), Untergang (Colony D) und Ruinen (Rapture).
Zur Geschichte: Teenager Jim wird im Rahmen seiner Kur vom drohenden Alkoholismus zu seinem geschiedenen Vater geschickt, der mit dem Boot Horner C Teil der schwimmenden Colony D ist, einer Art schwimmender Fischfarm im Pazifik vor Kalifornien. Die Kolonie ist dreckig und ihre Einwohner rangieren allesamt von bizarr bis zweifelhaft. Jeder Tag ist gefüllt von harter Arbeit und dem Leben auf dem Meer zum täglichen Leben notwendige Dinge abzutrotzen erweist sich als gewaltige Herausforderung. Dass Jims Vater ständig versucht, dem harten Leben als Fischfarmer zu entkommen, macht es ihm nicht einfacher, landet er so doch regelmäßig in den halbgaren Plänen seines Vaters. Und das sind die Tage, an denen es gut läuft…
Ein wenig kann Flotilla seine Leser vor den Kopf stoßen. Figuren verschwinden plötzlich aus der Handlung, andere kommen hinzu und es ist nie klar, wer für die Geschichte eigentlich wichtig ist und wer nicht. Das ist zwar realistisch, aber auch etwas lästig. Und auch der Fokus der Geschichte mag so manchen Leser überraschen: Es geht nicht um die Kolonie, es geht um Jims Erwachsenwerden. Dies ist eine klassische Coming-of-Age-Geschichte in einem sehr unklassischen Szenario. Und so endet die Geschichte dann auch einigermaßen abrupt und mit vielen offenen Fragen inmitten eines Kriegsausbruchs, nachdem Jim in das Erwachsenenleben hinein gefunden hat.

Gravity ohne meine zweitliebste Schwäbin: Tron Legacy (Film/Netflix)


Hier ist eine Frage an alle aus meiner Generation und älter, aber nicht ein Jahr jünger: „Erinnert ihr euch an Tron?“ Okay, das war eine Fangfrage, die Antwort lautet natürlich: „Äh, naja, also, äh… sah gut aus!“
Seien wir ehrlich, die meisten kennen von Tron noch die Optik und ein-zwei beeindruckende Szenen wie das Motorradduell und den ersten Auftritt dieser komischen Tor-Raumschiff-Hybriden. Das Problem mit Tron Legacy ist, dass es ein besseres Gedächtnis hat als die Fans des Films (oder zumindest als ich). Ich bin sicher, die Geschichte um das ausser Kontrolle geratene Programm Clu, das ursprünglich die Welt des Grid zur perfekten Welt formen sollte, ist groß episch und bedeutsam. Nur ist der vorherige Film so lange her, dass die Geschichte zu einem in der Schwerelosigkeit treibenden hübschen Ornament wird.
Und wenn ich in der Schwerelosigkeit treibende hübsche Ornamente suche, bevorzuge ich Sandra Bullock in Gravity.

Teutates sei mit uns: Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät (Film/Netflix)


Astérix bei den Briten ist wie alle Astérix-Filme vor 1990 ein hervorragender Trickfilm. Im Auftrag ihrer Majestät ist nicht Astérix bei den Briten.
Das Beeindruckendste an diesem Film ist die chirurgische Präzision, mit der alles Gute aus der vorherigen Verfilmung herausoperiert und durch langweilige Albernheiten ersetzt wurde, wie man sie in praktisch jeder modernen Komödie sehen kann. Die Überfahrt nach Britannien ist hier das beste Beispiel: Der Cartoon bringt die Piraten und einen der besten Witze des Films ein, der Realfilm macht daraus einen ereignislosen Abschnitt mit einem schmerzhaften Inder-Klischee. Nunja, wenigstens die Normannen waren lustig.
Erster und wahrscheinlich auch letzter Realfilm dieser Reihe, den ich gesehen habe.

City of Ember (Film/BluRay)


City of Ember bekommt von mir noch nicht mal eine pseudo-clevere Überschrift. Hauptsächlich, weil ich drei Tage nach Ansehen schon wieder so gut wie vergessen habe, dass ich ihn sah.
Im Vorfeld eines vermutlichen Weltuntergangs (so ganz klar ist das nicht) wird die unterirdische Stadt Ember gebaut. Betrieben von einem einzelnen gigantischen Generator soll sie 200 Jahre überdauern, bevor sich eine Schatulle mit Anweisungen zum Verlassen öffnet. Doch die Schatulle geht verloren und das Amt des Präsidenten, der die Schatulle bewahrt, wird durch korrupte Nachfolger zersetzt.
Die 200 Jahre verstreichen und niemand bemerkt, wie sich die unter einem Schrank verstaute und vergessene Schatulle öffnet. Gefunden wird sie von der kleinen plänefressenden Schwester der Protagonistin. Von da an suchen zwei Holzplanken mit Namen, die ich bereits vergessen habe, nach dem Ausgang und kämpfen gegen einen korrupten Präsidenten, der so albern ist, dass er von Bill Murray gespielt wird.
Ein wenig wirkt City of Ember wie der Versuch eines Steampunk-Enthusiasten mit einer Kiste alter Glühbirnen, das Set von Metropolis nachzubauen und diesen Aufwand dann mit einem Film zu rechtfertigen. Das Ergebnis ist nett anzuschauen, hat aber irgendwie nichts zu erzählen.


Freitägliche Fünf 24.04.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Und an Karfreitag sowieso, da ist das ja vorgeschrieben. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Zusammenfassung in einem Absatz: Zusammen machen wir die Welt besser. Oh, und Kermit.

1. Die Sternfahrt 2015 hat Spass gemacht und war verdammt groß. Nach Videoauswertung 1.100 Fahrer sind dieses Jahr zum Harmonieplatz gekommen und danach gemeinsam zur Tour quer durch die Stadt gestartet. Das sah schon verdammt gut aus und ist etwa doppelt so viel wie 2014.

Gut gefüllter Harmonieplatz, dieses Jahr ohne parkende Motorklötze


Und wie das Ganze bewegt aussah zeigt (samt Vorlauf vom Bismarckplatz) der Prisac:

Übrigens, der komische schwarze Rand rechts oben auf meinen Fotos rührt übrigens, wie ich inzwischen herausgefunden habe, von meiner Handyhülle.

2. Apropos Radfahren, die morgige Radtour zur Anti-Kohle-Kette bei Garzweiler II sieht verdammt gut gefüllt aus. Obwohl gar keine Anmeldung nötig ist, hat sich bereits eine dreistellige Zahl an Mitfahrern gemeldet. Und ganz nebenbei hat auch die Rheinische Post die Tour angekündigt. Die halten mich zwar für ein Mitglied der BAUM, aber e sgibt schlimmeres.
Der ursprünglich versehentliche Starttermin am Hauptbahnhof MG um 10 (es war 11 Uhr in Rheydt, dann stand es falsch auf der Seite der Kohlekette und ich hab es daraufhin kurzerhand in meiner Planung ergänzt) hat sich als gut erwiesen, ebenso ist die Möglichkeit gut angenommen worden, in Wanlo dazuzustoßen, was sich zwischenzeitlich ungeplant ergeben hat.

3. Hier ist eine neue Glasfroschart aus Costa Rica, die aussieht wie Kermit.

4. Plastiktaschen sind inzwischen mehr und mehr verpönt, aber auch Stofftaschen sind nicht grade die sauberste Alternative, ist der Anbau vieler Faserpflanzen – vor allem von Baumwolle – doch sehr stark mit Pestiziden, Kunstdünger und künstlicher Bewässerung verbunden. Was da hilft ist zum Beispiel das Umbasteln alter Shirts, wofür es hier eine Anleitung gibt.

5. Mark Wood ist ein Genie. Ich hab den vor Wochen schon mal bei Facebook verlinkt, aber jetzt habe ich mir mal die komplette Liste seiner Kindle-eBooks durchgesehen und sie ist glamourös:

  • I Seduced Bigfoot to Save Broadway from the Homophobic Sasquatches…And I Liked it!
  • Probed Hard on The Planet of Gay Space Raptors
  • Billionaire Sports Car Came to Life & Made Me Gay
  • Cheesy Puff Came to Life And Pimped My Gay Ass!

Wie schreibt der das, ohne pausenlos lachend vom Stuhl zu fallen, für die nächsten Stunden vor Lachen unfähig, auch nur einen Buchstaben zu tippen?

Ferner liefen: Mönchengladbach hat einen eigenen Christopher Street Day. Es gibt verdammt gute Trailer zu Batman v Superman, Fantastic 4 und Jurassic World. Und ja, ich fand die alle besser als den letzten Star-Wars-Trailer.



Unbürgertum

In gewisser Weise kann dieser Beitrag als eine Fortsetzung meines letztjährigen zur „Heimatliebe“ gelten. Damals ging es um die Lokalpolitik. Heute geht es um Nationalität. Und so gilt aus diesem früheren Beitrag weiterhin:

Die eine Tatsache, die ich vorausschicken möchte ist, dass ich keine Liebe für Verwaltungseinheiten empfinden kann. Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Europa, diese Dinge sind mir emotional wurscht. Und damit auch eine Möglichkeit, eine Stadt zu lieben. Diese Dinge sind nichts weiter als verwaltungstechnische Einheiten, sie haben keine Bedeutung für mich jenseits der Kenntnis der unmittelbaren Einflussbereiche bestimmter Einzelpersonen (hauptsächlich Politiker und Verwaltungsmitarbeiter).

Schon länger stellt sich diese Frage angesichts der Frage der Einwanderung. Die aktuelle Aufmerksamkeit auf die Untergänge im Mittelmeer ist ja nur ein Schlaglicht in einer seit Jahren laufenden Entwicklung hin zu mehr Nationalismus und Rassismus im Alltag.

Ob dies nun deutscher Nationalismus ist oder europäischer, so groß ist der Unterschied nicht. Das eine ist halt ein etwas größerer Staat als das andere. Die Länder enden an fiktiven Linien auf den Landkarten, abgesichert durch Verträge unter den Regierungen, diese fiktiven Linien gegenseitig anzuerkennen. Sicher, diese Linien haben Auswirkungen, aber was sie nicht haben sind klare Ursachen. Historische Zufälle, geografische Hürden, Gutdünken irgendwelcher Fürsten, Könige und Kanzler — alles nur irgendein Quatsch ohne Substanz.

Und mit der Zeit haben wir angefangen, diesen Linien Bedeutung zuzumessen, die sie nicht haben. Definitionslinien einer gemeinsamen Zugehörigkeit, die wir auf irgendeine Weise (vermutlich Magie) allein durch den Zufall unseres Geburtsortes erworben haben sollen. Ich meine, natürlich hat die Umgebung unseres Aufwachsens einen Einfluss auf unsere Identität und unser Selbstbild. Aber das ist ein viel zu diffuser, unklarer Einfluss, als dass man daraus irgendetwas von Bedeutung herauslesen könnte. Und vor allem hat das wenig und zunehmend weniger damit zu tun, wo jene fiktiven Linien auf den Landkarten verlaufen.

Und daher nun kommt meine Frage zu dem ganzen Einwanderungsthema: Was genau gibt uns eigentlich das Recht, irgendwem sagen zu wollen, ob er unsere fiktiven Linien überquert oder nicht? Jemand geht von Punkt A nach Punkt B auf der Welt und dazwischen sind irgendwelche Linien. Na und? Lasst sie kommen und gehen, wie sie wollen. So wie es zwischen den Städten auch geschieht.
Es ist weder unser Verdienst, noch deren Schuld, dort geboren worden zu sein, wo wir/sie nun mal geboren sind. Und genau deshalb gibt es auch keine Pflicht, in seinem Urpsrungsland zu bleiben ebenso wie es kein Anrecht darauf gibt, Menschen ausschließen zu können. Nationen, Grenzen, sind bedeutungslos. Menschen zählen.

Die Frage, die für mich bleibt ist, was bin ich eigentlich? Die Begriffe, die ich fand, sidn alle in verschiedener Weise ungeeignet: Weltbürger, Kosmopolit, Transnationalist, Postnationalist… das sind alles Ideen mit Grundgedanken, denen ich nicht zustimmen kann. Vielleicht Anationalist, Staatsagnostiker, Unbürger? Das klingt gut. Unbürger.


Freitägliche Fünf 17.04.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Und an Karfreitag sowieso, da ist das ja vorgeschrieben. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Zusammenfassung in einem Absatz: Let’s start into the future today.

1. Spanien setzt nach einer Erprobungsphase im Atlantik bald in größerem Maßstab schwimmende Strömungskraftwerke ein. Damit ergänzt Spanien seinen Park erneuerbarer Energien um eine wetterunabhängige Option.

2. Als Düsseldorfer hat der Karneval in Mönchengladbach nie meine Ansprüche erfüllen können. Immerhin einen Schritt zur Besserung gibt es aber nun zu verkünden: Das Motto für 2015 ist nicht mehr bräsig in Hochdeutsch, sondern breit und rheinisch in Platt: „M’r donnt wat m’r könne!“.

3. Daredevil. Das beste, was ich bisher aus dem Marvel Cinematic Universe gesehen habe.

4. Ha, das wird eine lustige Diskussion: Einerseits gibt es veganen echten Käse. Andererseits wird zu deren Erzeugung Gentechnik angewendet, wenn auch nur für Hefe, bei der das alles andere als neu ist. Und wahrscheinlich darf es in Europa trotzdem nicht Käse heissen, weil es ein absurdes Spezialgesetz für Milchprodukte gibt, Verwechslungsgefahr und so. Komisch, nachdem es Jahrzehnte lang keinerlei Probleme mit Leberkäse und Kokosmilch gab.

5. Mit dem nächsten Ratszug kehre ich aktiver in die Kommunalpolitik zurück. Ich rücke in den Umweltausschuss (dem ich zuvor 2009-2014 als Sprecher der Grünen und stellvertretender Vorsitzender angehörte) und neu in den Planungs- und Bauausschuss nach.


Freitägliche Fünf 10.04.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Und an Karfreitag sowieso, da ist das ja vorgeschrieben. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Zusammenfassung in einem Absatz: Was lange währt, wird endlich fluffig.

1. Im Gegensatz zu manch anderem Dinofan begeistert mich diese Woche eine neue Studie zur Einordnung der Diplodociden (eine Gruppe langhalsiger Dinosaurier).
Warum? Nun, sie kommt zu dem Ergebnis, die Gattung Apatosaurus wieder aufzuspalten, da einige dieser Gattung zugeschlagene Fossilien zu unterschiedlich seien. Und welche sind das? Der Klassiker aller Dino-Klassiker, der zur Fehlbenennung erklärte Brontosaurus.
Brontosaurus is back, biotches!
Ausserdem kennt meine Rechtschreibprüfung Brontosaurus, aber nicht Apatosaurus. Weniger rote kriggelige Linien für mich! Yay!

2. Vor 300 Millionen Jahren gehörte das heutige Ruhrgebiet zu einem weltweiten System von Sümpfen, in denen die ersten Bäume wuchsen und welche die Basis für die heutigen Steinkohlevorkommen bildeten. Libellen mit 70 cm Spannweite lebten dort, Insekten mit sechs Flügeln, Tausendfüßer von bis zu drei Metern Länge und dazwischen liefen die frühen Amphibien und sogar die ersten echsenartigen Lebewesen herum. Das Karbon-Zeitalter ist ein faszinierender Abschnitt der Erdgeschichte. Ich wollte schon immer mal dort umherlaufen und zumindest virtuell ist das jetzt möglich.
Der Carboniferous Forest Simulator ist ein Projekt des Gelsenkircheners Heiko Achilles. Noch fehlen Tiere und einige Infotexte, aber der voll begehbare karbonifere Wald ist technisch beeindruckend, wunderschön und fremdartig.
Alles, was mir fehlt, ist ein ausreichend leistungsstarker PC, um das Teil selbst laufen zu haben.

(Eigenwerbungsunverschämtheit: Der in Vorbereitung befindliche Band Flammender Farne der Reihe Meilensteine der Evolution wird in diesen Wäldern spielen)

3. Am letzten Samstag nahm ich folgendes Bild vom Hans-Jonas-Park auf, welches sich schnell in den sozialen Medien und schließlich auch in der Zeitung verbreitete. Das an sich ist erstmal unerfreulich. Also, das Foto, nicht die Verbreitung. Aber was dann geschah, wird dir die Sprache verschl… tschuldigung, kurz in den heftig-Modus gerutscht.
Erstmal das Bild:

Naherholung in MG. Für die Autos


Wir sehen einen Park an einem Hügel, auf dessen Gestaltung die Stadt sich durchaus was einbildet. Da kommen so Begriffe wie „Erholungsfunktion“ oder „Gestaltungsqualität“ in Papieren der Stadtverwaltung darüber. Und nun das. Leider kein aussergewöhnlicher Anblick in dieser Stadt, aber dieses Foto hat dann offenbar doch so manchen erschreckt. Gut so!
Ein so mancher war dann auch der Oberbürgermeister, zu dem das Bild schnell vorgedrungen war und er versprach Abhilfe. Und in der Tat konnte er heute Nachmittag dieses Bild von der Lösung hochladen:

Eine Shiitake-Farm, äh ich meine, kostengünstige Parkhindernisse - Bild: Hans Wilhelm Reiners


Gute schnelle Lösung. So gefällt mir das.

4. Ja, dieses Teil wird wahrscheinlich wie ein Kühlschrank im Wind stehen, wenn man ihn wirklich hinter seinem Fahrrad zieht, aber hey, es ist ein Wohnwagen für’s Fahrrad. Das ist cool.

Ich hätte die Räder seitlich angebracht und die Wände einklappbar ausgeführt, damit der Anhänger in der Fahrt flacher wird. Aber ich hab halt nicht das Kleingeld, sowas zu entwickeln. Oder, noch wichtiger, das handwerkliche Geschick.

5. Endlich verstehe ich das Problem mit der „Gelesen“-Mitteilung in der Facebook-App. Und ein kleiner Einblick, wie Linguistik funktioniert, ist auch drin.

Lesebestätigungen in eMails ignoriere ich übrigens grundsätzlich und klicke sie weg.


Freitägliche Fünf 03.04.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Und an Karfreitag sowieso, da ist das ja vorgeschrieben. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Zusammenfassung in einem Absatz: Die Welt zu retten ist ein kleines Stückchen einfacher geworden. Es sei denn, lokale Behörden haben ein Wörtchen mitzureden.

1. Ich hätte nicht gedacht, dass da noch was drin ist, aber offenbar kommen grade noch effizientere LEDs auf den Markt, die im Vergleich zu normalen wiederum 10% weniger Strom verbrauchen und nebenbei auch noch weniger kosten sollen.

2. Irgendwie ist es wahnsinnig spannend, auf Youtube Leuten aus anderen Teilen der Welt beim Entdecken für uns ganz normaler Lebensmittel zuzusehen. Nach einer Reihe von Videos die in mir den Eindruck erweckten, Deutschland habe die besten Süßwaren des Planeten (und die Erkenntnis, dass Amerikaner Lakritz hassen) fiel mir Kiwi Dude auf, der Militärrationen testet.
Der komplett unschuldige Versuch, das Dosenbrot der deutschen Ration mit dem Löffel zu essen ist schon großartig, aber Polen ist besser, allein schon, weil der Kiwi Dude kein Wort von den Verpackungen versteht. Highlights: Kalter Tee, die verzweifelte Suche nach Kaffeeweisser zu polnischem Kaffee (okay, mehr ein kultureller Unterschied) und das Pellen einer Fruchtschnitte – überhaupt quer durch alle Futtertester diese Verwirrung, wenn sie das erste Mal in ihrem Leben Esspapier sehen.

3. Der Preis für das schönste Amtsdeutsch aller Zeiten geht an das Umweltministerium NRW für diese Formulierung aus einem Schreiben an die Grünen MG zur Verfüllung belasteten Materials in einigen Straßen: „Nach Durchführung einer verbal-argumentativen Prognose…“
Großartig. Lässt sich übersetzen mit: „Wir haben drüber geredet“.

4. Ich habe endlich herausgefunden, wo genau sich beim Fotografieren mit dem Handy meine Finger in Relation zur Kamera befinden.

Velotaxis auf dem Europaplatz. Und meine Finger. Und mein Vater. Hurra!


Im Ernst, Velotaxis in Mönchengladbach sind ein so erfrischender Anblick, dafür vergesse ich auch mal, dass die für die Mall-Eröffnung geholt wurden.
Zu der sie übrigens nicht fahren durften. Sie haben keine Genehmigung zur Beförderung von Personen in Mönchengladbach erhalten. Die Begründung des Ordnungsamtes war das erwartete Verkehrsaufkommen bei der Eröffnung des Pfefferminzhäuschens (schimpft sich selbst Minto). Jene Eröffnung also, zu der sie extra geholt wurden. Ein gradezu vorbildlicher Schildbürgerstreich unserer Stadtverwaltung.
Achja, bei der RP las sich dieser Sachverhalt am Montag nach der Eröffnung so, als wären da ein paar Rabauken aufgetreten, gegen welche die Polizei dann einschreiten musste. Musste!
Okay, tief Luft holen Tommy, du wolltest dich in diesen Beiträgen nicht aufregen. Hier geht es um positive Dinge. Nächster Punkt.

5. Es gibt eine neue Studie zum Effekt der Ernährung auf Bodenverbrauch und Treibhausgasemissionen. Und diese ist wirklich interessant, weil sie der Frage nachgeht, wie man den maximalen positiven Effekt bei minimalen Einschränkungen erreichen kann. Die Lösung besteht darin, dass der Verzicht auf Milchprodukte dermaßen viel bringt, dass Allesesser, die auf Milchprodukte und rotes Fleisch, aber nicht auf Geflügel und Fisch verzichten, besser abschneiden als klassische Vegetarier.
Das ist eien gute Nachricht, weil ich persönlich den Verzicht auf Milchprodukte dank der inzwischen verfügbaren Alternativen für absolut schmerzlos halte (allerdings trinke ich Milch auch nicht als Getränk) und auch der Umstieg von rotem auf nur noch weisses Fleisch im Vergleich zu komplettem Fleischverzicht ein leichter ist, der zudem als gesund gilt. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, ob Straussenfleisch in dieser Untersuchung bei rotem oder weissem Fleisch landen würde. Aber ich habe noch nie einen Strauss Methan rülpsen sehen, das ist schon ein Vorteil zu Rindern.

PS: Ja, ich sage Taxis. Es gibt nichts, was das Wort „Taxen“ irgendwie zu einer besseren Pluralform macht, im Gegenteil, das klingt nach der Mehrzahl von Kurtaxe und ist zudem hochgradig unregelmäßig. Ich bin kein Freund der zwanghaften Nutzung unregelmäßiger Formen, wenn die deutsche Sprache auch eine regelmäßige als Option bereithält.