Das war 2015

Es ist der 31. Dezember und damit Zeit für einen Jahresrückblick. Damit dabei alle Sinne bedient werden (naja, alle internetal erreichbaren Sinne), einer der überall auftauchenden Jahresmixes der Charthits 2015. Es gibt davon eine Menge, das hier ist der meiner Meinung nach beste, wenn auch etwas mainstreamig. Aber er fasst das Musikjahr gut zusammen.

Nota bene: Das ist eine Auswahl der öffentlichkeitstauglichen Highlights. Ich neige nicht dazu, online all zu persönlich zu werden. Sowas gehört für mich bei den Leuten, die man kennt, so von Freundeskreis aufwärts. Sagen wir zu diesem Teil einfach, es war ein sehr bewegtes Jahr. Und ein persönlich aller Voraussicht nach sehr wichtiges. Andere Dinge sind ganz einfach vertraulich oder strategisch so zu behandeln, das ist einfach so, wenn man politisch aktiv ist.
Noch ein technischer Hinweis. Im Laufe des Jahres haben sich ein paar technische Aspekte im Blog geändert. Das betrifft vor allem die Art, wie ich Bilder einbinde. Diese stelle ich seit einigen Monaten in speziell angepasster Größe direkt in den Beitrag, vorher tat ich dies mit einem Vorschaubild, welches auf die eigentliche Datei verlinkte. Aus technischen Gründen (und weil ich zu faull bin die Dateien neu zu bearbeiten) werden alle Bilder entsprechenden Alters in diesem Beitrag auf die alte Weise eingebunden. Seht es als Nostalgiebonus.

Soziale Medien gehen nach vorn

Das Jahr begann mit einem kleinen Knall im Twitterversum, mit diesem Wortspiel zu den Vollidioten oder wie sie sich selber nennen, Pegida:

Ich setzte diesen als eine meiner üblich-schnippischen Bemerkungen, die mir spontan einfielen ins Netz. Und dann begann mein Telefon zu vibrieren und mein Postfach dezent überzuquellen.

Beinahe 500 Likes und 400 Retweets sollten es werden. Nicht mitgezählt jene, die den Tweet per Kopieren-Einfügen übernahmen oder per Zitat in eigenen Tweets. Es gab einen ersten Sturm der Meldungen. Und als der grade ausklang übernahm die Taz den Tweet und es gab einen zweiten Sturm.
Das war einfach nur wow.
Sicher, es war letztlich nur ein kleiner Scherz und hat nichts großes bewirkt, aber es war einfach ein einmaliges Erlebnis, plötzlich so weit zu wirken.

Ein Freund von Aprilscherzen bin ich ja eigentlich nicht, aber mich griff zum 30. März die Inspiration und so sabotierte ich ein wenig die Onlinepräsenzen des Grünen Kreisverbandes MG mit einere 24 Stunden anhaltenden kurzen Umbenennung mit kleinen organisatorischen Schwierigkeiten:

Liebe GefallerInnen, die Umsetzung der auf der letzten Jahreshauptversammlung (künftig: erweiterte Krabbelgruppe) beschlossenen Umbenennung in Brüder_Innenschaft St. Florian Mönchengladbach kann sich aus administrativen Gründen bis heute Abend ziehen

Naherholung in MG. Für die Autos

Naherholung in MG. Für die Autos

Ein paar Tage später durfte Facebook wirken. Auf dem Weg aus der Innenstadt traf ich am 4. April auf einen aufgeregten Karl Sasserath, der mich bat sich ein Mal den Hans-Jonas-Park anzusehen. Was ich vorfand, war eine von Autos zugestellte und zerfurchte Wiese an einer Ecke der Stadt, die in den nächsten Jahren zu einem der Vorzeigeparks werden soll. Ich nahm einige Fotos auf und stellte sie auf Twitter udn Facebook ein, wo sie schnell die Runde machten. Die Reaktion war allgemeines Erschrecken, das bald auch den Oberbürgermeister erreichte, der Besserung versprach.
Diese lieferte OB Reiners dann auch innerhalb einer Woche, indem die Wiese durch Baumstämme schwer befahrbar gemacht wurde. Seitdem konnte sich der Rasen erholen und sieht nun wieder aus, wie ein Rasen in der Innenstadt aussehen sollte.
Eine Shiitake-Farm, äh ich meine, kostengünstige Parkhindernisse

Eine Shiitake-Farm, äh ich meine, kostengünstige Parkhindernisse

Zum 1. Mai wurde ich für den OB zu einem kleinen Ärgernis. Ein Tweet ließ darauf schließen, dass er während eines fremdenfeindlichen Aufmarsches in Mönchengladbach, dem sich ein breites Bürgerbündnis entgegenstellte, eine Fahrradtour gemacht hatte. Nun muss man sagen, dass das Twitterkonto des OB zu diesem Zeitpunkt praktisch nur aus Runtastic-Mitteilungen und Links auf die Pressemitteilungen der CDU bestand, aber dennoch auf privat gestellt war, also nur von Nutzern eingesehen werden konnte, denen dies ausdrücklich gestattet wurde.
Ich war stinksauer über den Tweet, Reiners war sauer, dass ich ein Bild davon veröffentlicht hatte. Ich habe ja meinerseits Erfahrungen mit sowas und kann daher ganz klar sagen: Twitter ist öffentlicher, als so mancher glauben mag. Und meist merkt man das erst, wenn es ein mal wirklich unangenehm wird.
In diesem fall waren die Folgen allerdings durchaus positiv: Am nächsten Tag startete ein neues, öffentliches Twitter-Konto des OB und ich muss ehrlich sagen, das ist deutlich besser als das alte, nicht-öffentliche, welches nur CDU-Pressemitteilungen und Runtastic-Touren listete. Ist doch auch mal ein Effekt.

Schreiben und Machen

Mit meiner Schreibleistung war ich dieses Jahr nicht ganz zufrieden. Zu sehr habe ich mich in vielen halbfertig gewordenen Projekten verzettelt. Aber eines sticht doch heraus, der Beweis, dass ich ein Projekt in kürzester Zeit fertigstellen kann, wenn ich mich einige Tage nur darauf konzentriere.
cover-jpThe Dinosaurs of Jurassic Park and Jurassic World war ein Projekt, das mir sehr viel Spass gemacht hat. Es nimmt die offiziellen Veröffentlichungen der Jurassic-Park-Reihe (vier Filme, zwei Romane und ein Videospiel) und nutzt deren Darstellungen von Dinosauriern, um den Lesern etwas über die wirklichen Dinosaurier zu vermitteln. Darüber, wo die populäre Reihe in ihren Darstellungen falsch liegt und warum. Und somit auch darüber, wie sich unser Wissen über diese Tiere seit 1993 verändert hat und wie dies geschehen ist. Dazu hatte ich die Gelegenheit, Jurassic World zur Premiere am 11. Juni in Deutschland im Kino zu sehen, während er in den USA erst am 12. Juni startete. Die unterschiedlichen Termien plus der Abstand der Zeitzonen ermöglichten es mir, das Buch pünktlich zum US-Filmstart auf dem Markt zu haben. Das Ergebnis war der bis dato erfolgreichste Verkaufsstart eines meiner Bücher überhaupt. Ein Buch ohne allgemeine Gratis-Aktion und in Englisch. Und die Verkäufe halten auf niedrigerem Niveau durchaus an — das Buch ist im Alleingang dafür verantwortlich, dass mein Hauptabsatzmarkt in den letzten drei Monaten des Jahres Australien war. Es sorgte dafür, dass der Juni allein fast die Hälfte meiner diesjährigen eBook-Einnahmen erbrachte. Ja, ich darf von einem Erfolg sprechen.

Anfang Oktober nahm ich erstmals an der Indies Unlimited Flash Fiction Challenge teil. Bei dieser gilt es, innerhalb von vier Tagen aus einer Anregung eine Geschichte von maximal 250 Wörter zu stricken. Die besten Geschichten werden von einer Jury ausgewählt, aus der dann per Publikumsabstimmung der Sieger ermittelt wird. Gleich mein erster Anlauf schaffte es in die Endrunde, wurde dort aber nur Dritter.

Finalist ist übrigens nicht der Titel, der Beitrag ist nur ein Finalist in der Abstimmung. Wäre aber ein guter Titel

Finalist ist übrigens nicht der Titel, der Beitrag ist nur ein Finalist in der Abstimmung. Wäre aber ein guter Titel

Doch zum Ende des selben Monats gelang es dann mit dem vierten Versuch und meine Geschichte wurde Sieger in der Publikumsabstimmung. Das bedeutet, dass die Geschichte 2016 in einer Anthologie aufgenommen wird. Mein erster Beitrag zu einer Anthologie und dann noch per Publikumsentscheid. Ja, ich bin stolz auf mein „Baby“, übrigens einer meiner ganz wenigen fiktionalen Texte, die der Belletristik im engeren Sinne zugeordnet werden können. Ich schreibe eigentlich so gut wie keine kontemporär angesiedelten Geschichten, muss aber konstatieren, dass das mit meinem Schreibstil unerwartet gut funktioniert.recollections

Politik: Neues und Rückkehrten

Radtour zur Braunkohlekette in Wanlo (Foto: Jürgen Küsener)

Radtour zur Braunkohlekette in Wanlo (Foto: Jürgen Küsener)

Im Laufe der Jahre wurde ich immer mehr zu einem Demogänger; etwas, was ich die Jahre zuvor nur in seltenen Ausnahmefällen war. Sehr schön war es, Ende April eine Gruppe Radfahrer zur Anti-Kohle-Kette von Keyenberg bis Immerath führen. Das erste mal, dass ich eine solche Radtour organisiert habe, vom Hauptbahnhof Mönchengladbach über Rheydt, die Niers entlang durch Wanlo nach Borschemich, wo die Gruppe sich in der Kette verteilt hat.

Der Mai sah meine Rückkehr in den Umweltausschuss und meine Premiere im Bau- und Planungsausschuss. Es tat im Falle des Umweltausschusses gut, in ein Gremium zurückzukehren, in dessen Fachgebiet ich mich fünf Jahre lang eingearbeitet hatte. Da ist einfach dieses Moment, in dem man merkt: „Ja, hier kenn ich mich aus, hier weiss ich genau, was ich tue!“
Der Bauausschuss war schon lange ein Ziel von mir, denn viele Themen, die man intuitiv im Umweltausschuss vermuten würde, sind im Bauausschuss verortet. Dort ist es etwas schwieriger reinzukommen, weil meine Vorstellungen von Planungs- und Baupolitik auch unter Grünen eher unkonventioneller Natur sind.
Das Monatsende brachte mich dann auf einen Landesparteitag (Fachjargon LDK für Landesdelegiertenkonferenz) der Grünen, von der ich nicht so angetan war.

Dazwischen findet sich noch die offizielle Gründung des Vereins Mönchengladbach im Wandel e.V., hinter der sich die hiesige Transition-Town-Initiative vebrirgt. Ich darf mich als Gründungsmitglied bezeichnen und hatte die Ehre, das Pressefoto vom Vorstand zu schießen. Ui! ;-)

Von mir und trotzdem nicht komplett verwackelt, der Transition-Town-Vorstand

Von mir und trotzdem nicht komplett verwackelt, der Transition-Town-Vorstand

Anfang Juni endete mein bis dato längster politischer Kampf mit dem Erfolg der Umsetzung meiner Ansinnen. Die Viktoriastraße wurde umgestaltet: Die Radwege sind nicht mehr verpflichtend, die Autos parken nicht mehr auf dem dafür viel zu schmalen Bürgersteig. Drei verdammte Jahre hat das gebraucht, aber es wurde nun endlich gut. Ja, ich bin schon ein bisschen stolz. Ein bisschen sehr.

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

Viktoriastraße 2012 und 2015. Der gemeinte Unterschied ist nicht das Herbstlaub

Am 4. Juli dann die Meldung, dass Investoren aus Dubai eine Freizeitanlage namens Four Seasons im ehemaligen NATO-Hauptquartier für Nordeuropa zwischen Rheindahlen und Hardt bauen wollen.
Das wollen die schon seit einiger Zeit. Ich habe mit diesem Projekt eine lange Geschichte, die ich eines Tages erzählen werde. Momentan, also während ich diese Zeilen schreibe, versuche ich noch, eine Position zu dem Vorhaben zu finden, wie es sich jetzt darstellt. Es stecken große Hoffnungen und große Versprechen dahinteer, aber durchaus auch große Ängste.
Der 11. Juli brachte Mönchengladbachs ersten Christopher Street Day. Eine sehr schöne Veranstaltung, die wieder zeigte, welches Potenzial für eine alternative Kultur in dieser sich immer so schüchtern klein haltenden Stadt steckt.

Der August brachte den Start von MG Nachhaltig mit sich, der Plattform für ökologisch-nachhaltige Projekte in Mönchengladbach. Dieses Herzensprojekt wird 2016 noch einiges erleben dürfen. Schon jetzt sind die Reaktionen durchgehend großartig und ich betrachte es noch längst nicht als fertig. Vieles ist noch auszubauen und ich habe eine Liste von Ideen, die zusätzlich eingebaut werden können (und sollen).

Die GroKo werkelt

Der März brachte mit der Abwahl von Andreas Wurff einen ersten politischen Tiefpunkt für die Stadt. Wurff, der sich als einer der wenigen erwies, die in Mönchengladbach ein modernes Bild von Stadtentwicklung vertreten, wurde von der GroKo kurzerhand abgesetzt. Erschreckenderweise ohne Konzept: Monatelang folge Lavieren um einen Nachfolger, erst spät im Sommer fand der sich dann mit Dr. Bonin, den bisherigen Baudezernenten von Düsseldorf, dessen städtebauliche Vorstellungen aus den 60ern dort ihrerseits gegen eine neue Ampelkoalition standen. Seitdem gilt an allen Ecken die Devise vom hochwertigen bauen, wo Bauen für die anwesende Bevölkerung (die eben nicht dem als Neureichenmettropole geltenden Düsseldorf entspricht) nötig wäre.
Natürlich könnte ich zur Politik der GroKo in Mönchengladbach einen kompletten eigenen beitrag machen. Deshalb habe ich das auch getan und kann es in diesem Jahresrückblick darauf beruhen lassen, darauf zu verweisen.

Sonstiges

Meine Radfahrten brachten mich 2015 fern in alle Himmelsrichtungen. Fahrten nach Düsseldorf sind mittlerweile fast schon Routine, wenn es dort am Wochenende etwas zu besuchen gibt. Das Rad trug mich nach Roermond und von dort aus tief hinunter in Richtung Maastricht, aber auch wieder nach Heinsberg. Die Geisterstadt Borschemich am Braunkohlentagebau wurde im Herbst ein regelmäßiges Ziel, von dem ich gut 200 Fotos mitbrachte, vom Graffiti über leerstehende Gebäude bis zum toten Hund in einer Scheune.
Projekt Rana für den bau eines Liegedreirades kam, versandete in der Geschäftigkeit des Sommers und fand seinen vorläufigen Abschluss Anfang Dezember im Erwerb eines Liegerades, welches es im Januar fahrtauglich zu machen gilt. Seinen vorläufigen, wohlgemerkt.

Finde den Unterschied!

Meins!

Die letzten zwei Monate waren auch vom Vorhaben geprägt, Ordnung in meine Posteingänge, Notizen, Listen und dergleichen zu bringen. So habe ich etliche Notizen verarbeitet, um die 6000 ungelesene eMails in diversen Postfächern gelesen und wenn erledigt gelöscht, mehrere hundert eBooks durchgelesen und in viele Fällen (kurze Ratgeber mit wenig neuen Informationen) gelöscht, alte Fotos und Manuskripte sortiert und noch einiges mehr dergleichen. Das wird auch noch eine Weile laufen.
Und zuletzt udn doch zuvorderst gab es wieder Menschen, die da waren, hinzukamen, wiederkamen oder leider auch verschwanden. Zu viele, sie alle zu nennen, aber doch genug, zu erwähnen, dass sie da waren und ihnen ganz allgemein zu danken. Danke, Leute, ihr seid super.

Fazit

Ein Jahr, in dem viel passiert ist, geht da zu Ende. Dieser Beitrag kann davon nur eine Auswahl darstellen, wie jeder Jahresrückblick nur eine Auswahl sein kann, eingeschränkt sowohl durch die verfügbare Zeit als auch durch redaktionelle Überlegungen, teils auch durch mein Gedächtnis, auch wenn ich dieses Jahr das ganze Jahr hindurch Notizen zu diesem Artikel gemacht habe. ich freue mich auf ein ähnlich bewegtes 2016. Wenn nicht sogar noch bewegter, doch dazu mehr morgen im Jahresausblick.


Bleibt, die Voraussagen vom 1. Januar aufzulösen. Hatte ich dieses Jahr Recht? Mal schauen:

  • Durchbruch für 3D-Drucker: Ja, sie sind 2015 deutlich alltäglicher geworden, aber ob man wirklich von einem Durchbruch sprechen kann, ist Auslegungssache
  • Überall Drohnen: Volltreffer
  • Religiöse Konflikte im Westen: Die Lage spannt sich 2015 weiter an, mit den Anschlägen in Paris als traurigem Höhepunkt
  • Die Ölblase platzt: Nein, der Ölpreis ist so weit gesunken, dass es zu ersten Krisen bei den Exportländenr kommt

Dino-Dienstag 34

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Zum Jahresabschluss mit ein paar neuen Spezies, vom Krabbeltier zum, nun, Dinosaurier.

Wie die Skorpione das Land betraten

Während der Weg der Wirbeltiere an Land recht gut aufgeklärt ist, steht es um die Gliederfüßer weniger gut. Dass diese lange vor den Fischen das Wasser verlassen haben müssen, ist bekannt, aber es fehlen der allerersten Festlandbewohner. Die noch weitgehend unbelebten Landschaften das Silur boten selten die Bedingungen, unter denen Versteinerungen entstehen konnten.
Mit Eramoscorpius brucensis gelang daher in Kanada ein ganz besonderer Fund. Ein Skorpion, der offenbar am Übergang zwischen Seeskorpionen und Landskorpionen stand. Gefunden wurde er in Gestein, das von urzeitlichen Stränden stammte.

Endlich Skorpione fürs Aquarium! Nur noch kurz klonen - Bild: © David Rudkin, Royal Ontario Museum

Endlich Skorpione fürs Aquarium! Nur noch kurz klonen – Bild: © David Rudkin, Royal Ontario Museum

Die eine Besonderheit dieses 430 Millionen Jahre alten Skorpions sind die Füße: Er hatte Füße! Ältere Skorpione liefen wie die meisten Krabben auf den Spitzen ihrer Beine, eine Art der Fortbewegung, die unter Wasser völlig ausreicht, auf dem Land aber eher beschwerlich ist, wo eine größere Trittfläche besser in der Lage ist, das Körpergewicht zu tragen. Damit brachte Eramoscorpius eine Anpassung mit, die ihm das Laufen auf dem festen Land deutlich erleichterte.
Die andere Besonderheit ist sein Verdauungssystem. Spinnentiere ernähren sich ausschließlich von Flüssigkeiten. Um das tun zu können, haben sie ihre Giftklauen, mit denen sie der Beute ein Gift verabreichen, welches deren Inneres zum Aussaugen verflüssigt. Das ist der Grund, weshalb alle an Land lebenden Spinnentiere einen giftigen Biss haben (wenn auch bei weitem nicht immer für Menschen giftig). Diese Anpassung fehlte Eramoscorpius und das bedeutet: Dieses Tier musste im Wasser fressen, denn nur dort stand genug Flüssigkeit zur Verfügung, um Nahrung aufsaugen zu können.
Wozu diese Kombination aus Merkmalen? Möglich ist vieles. Beispielsweise könnte der Skorpion zum Häuten ans sichere Land gegangen sein, wo sein Panzer aushärtete und sein tägliches Leben im küstennahen Wasser zugebracht haben. Ebenso möglich, dass er mit diesen Beinen bei Ebbe schneller vom trockengefallenen Strand zurück ins Wasser kam, wo er lebte. Obwohl viele Fragen offen bleiben, wissen wir plötzlich deutlich mehr über den Weg der Skorpione an Land als zuvor.
Übrigens waren die Tierchen durchaus stattlich: Bis zu 16,5 cm erreichte Eramoscorpius den Funden nach.

Neues aus dem Mesozoikum

Aus dem zeitalter der Dinosaurier gab es in letzter Zeit ein paar Neulinge, die ich hier einfach kurz vorstelle:

Morelladon - Bild: Carlos de Miguel Chaves

Morelladon – Bild: Carlos de Miguel Chaves

Morelladon beltrani ergänzt die wachsende Reihe der Dinosaurier mit einer Art Segel auf dem Rücken, von denen es vor allem in Europa und Nordafrika viele gab, darunter den bekannten Raubsaurier Spinosaurus. Morelladon ist dagegen ein Pflanzenfresser von der Größe eines Indischen Elefanten, benannt nach seinem Fundort Morella in Spanien. Die sehr ähnlichen Knochen lassen seine nahe Verwandtschaft zu dem nahezu weltweit verbreiteten Iguanodon erahnen, aber auch zu dem nordafrikanischen Ouranosaurus, der ein ähnliches Segel trug.
Phosphorosaurus alias Glubschi - Bild: Tatsuya Shinmura / Ashoro Museum of Paleontology / Trustees of the Natural History Museum, London

Phosphorosaurus alias Glubschi – Bild: Tatsuya Shinmura / Ashoro Museum of Paleontology / Trustees of the Natural History Museum, London

Japan bekommt mit Phosphorosaurus ponpetelegans einen interessanten neuen Mosasaurier, jene Gruppe großer Meereswarane, deren größter Vertreter in Jurassic World Haie und unschuldige Babysitter verspeist. Interessant an Phosphorosaurus sind die deutlich nach vorne gerichteten Augen, die dem Tier dreidimensionales Sehen ermöglichten, aber auch seine Fähigkeit verbesserten, im Dunkeln zu sehen. Letzteres scheint auch die hauptsächliche Funktion gewesen zu sein, denn in den selben Gesteinen gibt es auch Fossilien von Tiefseekalmaren und Anglerfischen, die er wohl entweder nachts oder in der Tiefsee gejagt hat. Das ist eine Anpassung, die von keinem anderen Meeresreptil bekannt ist.


State of the Städtchen 2015

Wir unterbrechen den üblichen Rhythmus zwischen Weihnachten und Neujahr für die obligatorischen Jahresrück- und -ausblicke

State of the Städtchen

Es gibt keinen Weg um diese Erkenntnis herum: Politisch war 2015 kein gutes Jahr für Mönchengladbach. Seit die GroKo 2014 die Leitung im Stadtrat übernommen hat, geht etliches schief. Die GEM als städtischer Entsorger, deren Rekommunalisierung neben Gründen der Auftragsvergabe auch zwecks direkterer politischer Kontrolle von der Ampel angestoßen wurde, wurde von der GroKo zum Gegenteil gemacht: Jetzt wird der komplette Bereich der Sauberkeit und Entsorgung samt der Grünpflege aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und in ein neues Unternehmen, die „Stadtbetriebe Mönchengladbach“ (ja, die heissen wirklich so aussagelos) eingesetzt. Damit ist die Handlungsfähigkeit der Politik in grade jenem Feld massiv eingeschränkt, das die GroKo immer wieder groß als ihr Hauptziel darstellt, der Sauberkeit der Stadt.
Überhaupt, die „Sauberkeitsoffensive“! Die macht sich derzeit vor allem durch zu hoch aufgehangene Putzlappen nutzlose Plakate bemerkbar, die dazu auffordern, seinen Müll aufzuheben. Und durch zusätzliche Putzeinsätze im Geropark, der dann hübsch aufgeputzt der Presse vorgeführt wird, während ich zugleich aus Stadtteilen wie Lürrip immer wieder Beschwerden höre, die im Geropark eingesetzten Kräfte fehlen dann in den als Peripherie geltenden Stadtteilen. Potemkinsche Sauberkeit, wenn man so will.
Aber kosten darf das. Eine Menge, ein paar Millionen allein um die neuen Stadtbetriebe auszustatten, womit auch immer. Man könnte meinen, die Müllabfuhr habe bislang keine Müllwagen besessen und müsse nun dringend welche besorgen, so viel Geld wird da reingepumpt. Und wo wir schon dabei sind, bauen wir doch auch gleich ein neues Rathaus. Zur Erinnerung: Die Ampel zerbrach damals am — deutlich sinnvolleren, weil der Bildung dienenden — Plan, eine neue Bibliothek zu bauen.
All dies mit Hilfe von Glaskugeleien (Kommunales Investitionsförderungsgesetz) und vor allem Steuererhöhungen. Zugegeben, Steuern hat auch die Ampel erhöht, aber es gibt doch einen großen Unterschied: Die Ampel tat dies ausschließlich, um den Haushalt aus seiner Schieflage zu befreien. In den regelmäßig knallharten Verhandlungen der Ampelfraktionen galt stets die Maxime, dass alle neuen Vorhaben mit Streichungen und Kürzungen bei anderen Vorhaben zu kompensieren waren. Nicht um einen Cent wurde der Haushalt für Projekte zusätzlich belastet, darauf hatten die Ampelpartner einen eifersüchtigen Blick. Das war selten angenehm, aber doch oft gut für die Stadt, denn so konnte ihre Entwicklung eine neue Richtung erhalten, die Stadt begann innerhalb von nur fünf Jahren, ihr Gesicht zu verändern.
Der Nachhall der Ampelzeit sorgt noch für positive Entwicklungen in der Stadt. Wer sich etwa die Neujahrsrede des Oberbürgermeisters anschaut, der findet unter dem Punkte „Aufschwung“ praktisch ausschließlich Vorhaben, die der Politik der Ampel entstammen. Einzig das Pfefferminzhäuschen ist ein noch älteres Vorhaben, welches unter der Ampel zu seinem Abschluss geführt wurde. Selbst das aktuell bejubelte Bevölkerungswachstum läuft schon seit 2012.
Die gegenwärtige politische Situation in MG ist desolat: Die GroKo arbeitet im Grunde als eine Groß-CDU, deren politisches Wirken vor allem von Selbstverliebtheit geprägt ist. Während Parolen wie jene von der Sauberkeitsoffensive angesichts der offenbar werdenden Konzeptlosigkeit dahinter verpuffen, droht der von der Ampel mit Müh und Not gekittete Haushalt sein Ausgleichsziel 2018 zu verfehlen. Die GroKo arbeitet mit hübschen Schlagworten und verlangt dann von der Verwaltung, diese möge doch bitte definieren, was genau es eigentlich ist, was die GroKo fordert (so geschehen zuletzt beim Thema „Demographiemanagement“). Andernorts zerstört man im Namen der Attraktivität der Stadt eben jene Attraktivität, indem man auf Einrichtungen wie den Margarethengarten oder die verbliebenen Grünflächen Wohngebiete setzt, natürlich nur für „gehobenes Wohnen“. Und die Unerwünschten? Die werden vertrieben, ob man dazu nun unerwünschten Gruppen den Aufenthalt an Bushaltestellen untersagt oder gleich das komplette Arbeitslosenzentrum zu schließen droht.
Die SPD hat darin versagt, als Koalitionspartner die politische Arbeit mitzuprägen. Eine Zusammenarbeit hätte diese typischen Erscheinungen einer Alleinherrschaft verhindert und ein symbiotisches Ganzes ergeben können, welches der Stadt insgesamt durchaus nutzen könnte. Doch mit einem SPD-Fraktionsvorsitzenden, der in der Aussenwirkung alles abnickt was die CDU sich so ausdenkt, ist das nicht zu machen. Ebensowenig mit einer Sozialdezernentin Schall, der zum einen mal eben wichtige Teile des Sozialbereichs entzogen wurden um sie Mosaikdezernent Dr. Fischer (Schule, Sport, Freizeit und nun eben auch noch Ausländer) zuzuschustern, die aber zum anderen auch ständig nett die Klappe hält, was auch immer die GroKo macht.
Nein, politisch steht es nicht gut um Mönchengladbach. Es steht desaströs und es droht, nicht besser zu werden.

Inspiratives Potenzial des Horror Vacui

Ja, ich weiss, dass Horror vacui eigentlich das genaue Gegenteil dessen bezeichnet, was der begriff sagt. Ist mir aber wurscht, weiss ja sonst kaum einer, der nicht Kunstgeschichte studiert hat. Wobei, die Begriffsgeschichte, wie die Motivation eines Phänomens zur Bezeichnung des eigentlichen Phänomens wurde… aber lassen wir das. Und ergötzen wir uns auch nicht all zu lange an diesem Zwischentitel. Nicht all zu lang, aber doch ein wenig. So, genug daran gelabt, weiter geht’s.
Tarek Shukrallah findet in der ersten Ausgabe des hervorragenden Gladbacher Jugendmagazins Nix Los die perfekte Umschreibung für das, was ich mit der Überschrift meine:

Mönchengladbach ist, was die Stärke der selbstverwalteten Jugendprojekte angeht, ein wundervolles Beispiel dafür was passiert, wenn eine Stadt sich einen feuchten Kehricht um ihren Nachwuchs kümmert

Wo ein Vakuum ist, da treten jene Kräfte auf, die es zu füllen beginnen.
Mönchengladbach entwickelt eine blühende Kulturszene. Nicht in der städtisch geförderten Kultur wie dem für den Alltag letztlich belanglos gewordenen Theater, das nur einer gewissen Rezipientengruppe vorrangig in einer gesellschaftlichen Oberschicht (oder gehobenen Alters) dient. Sondern unten. Bei den Künstlern, die ihre Objekte auf den Märkten Greta und Claus feilbieten. Bei jenen, die mit Projekten Aufmerksamkeit erregen. Norbert Krauses bundesweit beachtete Aktionen, auch wenn ich deren Besonderheit persönlich oft nicht verstehe. Hannah von Dahlen und das Projekt MG anders sehen mit ihrem Fokus auf den Charme der Details wie auch des Hässlichen. Eine überraschend große Zahl von Schriftstellern der Stadt. Die Kreativen der Hochschule, auch wenn sie nur selten bleiben. Johannes Jansen und die Freimeister mit ihrem großen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Plätzen und Ankern der vielfach vermissten Stadtidentität.
Und so kann ich doch noch positiv vermerken: Diese Stadt hat die Fähigkeit zum Aufbruch. Er muss in der aktuellen Lage von unten kommen, denn dort sitzt aktuell in dieser Stadt das Talent, der Wille, die Kraft. Sieht man in dieser Stadt nach unten, fühlt es sich nach Aufbruch an. Und damit meine ich nicht die Schlaglöcher und schlecht geflickten Kanalarbeiten, wegen derer ich in dieser Stadt als Zweiradfahrer ausschließlich Mountainbike fahre.


Dino-Dienstag 33

Nachrichten aus der Welt der Paläontologie, (so gut wie) jeden Dienstag hier im Blog. Denn Dinosaurier und das Leben der Urzeit sind Themen, von denen ich nie genug haben werden. Ausserdem verspreche ich es den Lesern der Meilensteine der Evolution.
Diesmal ist ein wenig mehr Zeit ins Land gegangen, die ich dann rauszuholen versuche. Also dann!

Nestbau liefert weitere Hinweise auf gefiederte Dinosaurier

Erneut liefert eine Untersuchung der Nester von Dinosauriern wichtige Hinweise auf die Entwicklung der Vögel und die Nähe der Dinosaurier zu diesen. Nachdem zuletzt anhand der Eierschalen die Körpertemperatur der Muttertiere gemessen werden konnte, geht es diesmal um unterschiedliche Arten, Nester zu bauen. Innerhalb der Archosaurier als übergeordneter Gruppe gibt es zwei hauptsächliche Arten des Nesterbaus: Die Erdhügel der Krokodile und die bebrüteten offenen Nester der Vögel.
Der Aufbau der Eierschalen zeigt, dass bei den Dinosauriern beides vorkam. Dabei gibt es offene Nester genau bei den Dinosauriern, die näher mit den Vögeln verwandt sind und über ein Gefieder verfügen, mit dessen Hilfe sie die Nester bebrüten können.

Parasaurolophus mit Hügelnest, Oviraptor beim Brüten - Bild: Julius T. Czotonyi

Parasaurolophus mit Hügelnest, Oviraptor beim Brüten – Bild: Julius T. Czotonyi

Untersucht wurde dabei, ob der Aufbau der Schale eher auf Eier hindeutete, die für das Verscharren oder für den Aufenthalt an offener Luft geeignet waren. Beides erfordert unterschiedliche Anpassungen etwa wegen der unterschiedlich hohen Gefahr auszutrocknen.

Dimetrodon droht zu verschwinden

Vor einigen Jahren ging das Gerücht, der Name Triceratops müsste abgeschafft werden, weil neue Erkenntnisse zeigen würden, dass dieser Dinosaurier mit Torosaurus identisch sei. Der Grund dafür ist, dass in einem solchen Fall der neuere Name für ungültig erklärt und der Name der früher entdeckten Exemplare verwendet wird. Damals war das doppelt falsch: Zum einen galten die Untersuchungen dazu als zweifelhaft, zum anderen war Triceratops der ältere Name, wenn überhaupt wäre also Torosaurus verschwunden.
Nun aber kommt eine ähnliche Geschichte wieder. In Kanada wurden Fossilien eines Tieres neu untersucht, welches dort ursprünglich 1845 entdeckt und als Bathygnathus benannt wurde. Damals wurden die Kieferstücke für die eines Dinosaurier gehalten, doch jetzt schaute sich die Paläontologin Kirstin Brink die Zähne genauer an und es stellt sich heraus, dass Bathygnathus wahrscheinlich mit Dimetrodon identisch war, jenem nachtaktiven Reptil mit einem riesigen Segel auf dem Rücken, welches gerne zu den Dinosauriern gezählt wird, obwohl es vor den Dinosauriern lebte und näher mit den Säugetieren verwandt war. Dieses hier:

Dimetrodon auf Nachtjagd, ein Edaphosaurus als Beute im Hintergrund - Illustration by Marlene Hill Donnelly

Dimetrodon auf Nachtjagd, ein Edaphosaurus als Beute im Hintergrund – Illustration by Marlene Hill Donnelly

Das Problem: Der Name Dimetrodon wurde erst 1878 vergeben, somit müsste er weichen. Die für Streitfälle bei der Benennung zuständige internationale Kommission für biologische Nomenklatur kann allerdings eine Ausnahme machen, wie sie es auch schon bei Tyrannosaurus rex getan hatte, der sonst heute als Manospondylus gigas Touristen auf Pazifikinseln fressen müsste.

Ein paar kleinere Nachrichten

Süß, oder? (Bild: Forscherteam Selden et al.)

Süß, oder? (Bild: Forscherteam Selden et al.)

China gibt uns die größte jemals gefundene Versteinerung einer Spinne, die so fein ist, dass man eindeutig die Zugehörigkeit zur heute noch lebenden Gattung der Seidenspinnen nachweisen konnte. Sie erreichte die beeindruckende Beinspanne von 15 Zentimetern. Nephila jurassica ist ein Weibchen, wie auch bei den heute noch lebenden Seidenspinnen die Weibchen zu den größten aller Spinnen zählen (und gelegentlich sogar kleine Vögel erbeuten), während die Männchen vergleichsweise winzig sind.
Schottland hat einen neuen Fundplatz für Fußspuren von Sauropoden, die dort vor 151 Millionen Jahre an der Küste entlanggewandert sein müssen.
Im Reich der Pflanzen finden sich ein paar Entdeckungen zur Entwicklung der Blütenpflanzen. Zum einen gibt es aus China den Fund eines versteinerten Pfirsichkerns, womit sich der Verdacht erhärtet, dass diese Pflanze unklaren Ursprungs ursprünglich von dort stammt. Zurück in der Zeit der Dinosaurier finden sich Teile von Blütenpflanzen in Dinosaurierkot, womit zunehmend deutlicher wird, dass diese durchaus von Dinosauriern gegessen wurden — lange Zeit galt es als eine Theorie zum Aussterben der Dinosaurier, dass die Blütenpflanzen jene älteren Pflanzen verdrängt hätten, von denen sich die Pflanzenfresser unter den Dinosauriern ernährten.
Wo wir schon beim Aussterben der Dinosaurier sind: Simulationen amerikanischer Forscher weisen darauf hin, dass der Einschlag des Meteoriten vor circa 65 Millionen Jahren eine bisher unbeachtete Folge hatte: Das über den Erdball verteilte material von der Einschlagstelle nährte eine gewaltige globale Algenblüte, die zum Umkippen zahlreicher Ökosysteme in den Meeren führte. Das passt damit zusammen, dass in den Ozeanen mit Ausnahme der Meeresschildkröten alle Meeresreptilien verschwanden, während Fische und Kopffüßer erheblich reduziert wurden.

Und zu guter Letzt

Hier ist eine eiförmige Kerze, aus der beim Abbrennen ein Dinosaurier schlüpft.

Wer mag, kann sich über die fehlenden Federn beschweren (Bilder: Firebox.com)

Wer mag, kann sich über die fehlenden Federn beschweren (Bilder: Firebox.com)


Projekt Rana 0.3.0

Aufwand
bis 20.12.15

Grashüpf0r
245 €
Schwalben-schwanz
79 €
Bachforelle
60 €
Helferlein
0 €
Recherche
10 €
Zeit
0h 15m

Fünf Monate sind ins Land gegangen, in denen sich am Projekt Rana nichts mehr getan hat. Wenigstens nichts groß berichtenswertes. Gespräche, Recherchen und Tests haben mich in der Zwischenzeit zu der Erkenntnis gebracht, dass die Hecklenkung des Rana Schwalbenschwanz zwar möglich, aber zum Fahren aus verschiedenen Gründen wenig brauchbar ist. Die Lenkung über Schaltung/Bremsen der Vorderräder wie bei der Rana Bachforelle angedacht funktioniert hingegen nur bedingt — Bremssteuerung geht, Schaltsteuerung geht nicht (das niedriger geschaltete Rad wird im Gesamtkonstrukt mitgetrieben), womit das ganze bergauf quasi unbrauchbar wird.
Die einzige Lösung, um beim Konzept eines frontgesteuerten Dreirad zu bleiben wäre gewesen, Kardangelenke einzubauen, um sowohl Steuerung als auch Antrieb auf die Vorderachse legen zu können. Das ist möglich, aber zum einen recht komplex, zum anderen bringen diese Gelenke ordentlich Reibungsverluste in den Antrieb. Dennoch, als Gedankenspiel ganz interessant.

ebay zur Rettung!

Nun begab es sich, dass mein Vater mich bat, mal nach einem neuen Dreirad für meine Mutter Ausschau zu halten. Ihr wisst schon, diese Deltas mit klassischem Aufrecht-Sitz und Korb für Einkäufe hinten dran. Meine Mutter hat vor Jahren ihren Ford Fiesta gegen so ein Gefährt eingetauscht. Das brachte mich zu ebay zurück und prompt verpasste ich das Höchstgebot bei einer Auktion für ein Liegedreirad, doch meine Jagdlust war geweckt.
Ende November funktionierte es dann: Für knapp über 200 € schoss ich ein Liegerad. Naja, mehr oder weniger den Rumpf eines Liegerades. Aber immerhin fahrtüchtig und damit deutlich günstiger als jeder Erwerb eines neuen und sogar jener der meisten gebrauchten Exemplare. Gut, es hatte nur zwei Räder, aber hey, niemand ist perfekt.
Seitdem habe ich zunächst Kleinkram angebracht: Licht, Rückspiegel und eine Gepäckspinne als Provisorium am Gepäckträger. Womit es jetzt immerhin auch auf der Straße fahren darf (naja, fast, ein Bremskabel muss noch erneuert werden). Danach folgen die optisch auffälligeren, aber verkehrsrechtlich weniger relevanten Änderungen: Korrekte Längeneinstellung des Tretlagers (aktuell zu weit vorne für meine Beine) einschließlich entsprechender Kürzung der Kette sowie Bespannung des Sitzrahmens. Und danach gibt es dann rein optionale Änderungen, allen voran eine Alu- statt Stahlgabel für das Vorderrad (beginnt ohnehin stellenweise zu rosten). Dazwischen will ich auch noch eine zentral gesteuerte Beleuchtung einbauen, mit Schaltern und Kontrollleuchten, damit ich zum Einschalten der Beleuchtung nicht absteigen muss und immer im Blick habe, ob z.B. das Rücklicht noch Saft hat.

Finde den Unterschied!

Finde den Unterschied!

Velomobiles Potenzial des Grashüpf0r

Ungeachtete der Einspurigkeit des Fahrzeugs hat der Grashüpf0r einige Eigenschaften, die ich mir für die beiden mehrspurigen Rana-Entwürfe gewünscht hatte: Das Antriebsrad hat 28 ″ und die Steuerräder haben 20″, auch wenn sie jetzt die Positionen und Anzahl getauscht haben. Das aber wäre ohnehin die Konsequenz aus dem Wechsel auf Hinterradantrieb mit Vorderradlenkung.
Die Sitzhöhe entspricht mit 60 cm ziemlich genau dem Ansinnen, einen Sitz in der selben Höhe wie ein Auto zu haben. Tretlage rund Sitzfläche sind auf selber Höhe, was sehr angenehm ist — ein Aspekt, den ich bei den Dreirädern gar nicht im Blick hatte. Der fest in den Rahmen verbaute Gepäckträger ist eine hervorragende Basis für einen Kofferraum wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Alles, was fehlt, ist im Grunde die Halterung für die Vorderräder. Da diese nun nicht mehr angetrieben sind, ist eine Achse überflüssig, nur eine Lenkstange (mit ein paar Gelenken) muss zwischen den Rädern laufen. Ich kann diese mit Standardkomponenten umsetzen, etwa indem ich die Rahmen von zwei identischen 20″-Kinderrädern zweckentfremde.
Ob ich diesen Plan durchführe, werde ich anhand meiner Fahrerfahrungen entscheiden.
Jetzt gibt es zunächst einiges an Erfahrungen zu sammeln. Ist die Sitzhöhe für den Straßenverkehr wirklich so günstig, wie ich glaube? Wie gut fährt sich das Ganze bergauf? Wie schnell gewöhnen sich meine Beine an die andere Art zu treten (horizontal statt abwärts)? Ist die halb liegende Position auf langen Strecken so angenehm, wie ich hoffe? Welche Fragen finde ich heraus, von denen ich noch gar nichts ahne?
Immerhin kann ich schon sagen, die Lenkung mit starrer Nase und die Nutzung eines Rückspiegels sind Dinge, an die ich mich schnell gewöhnen konnte. Mangels Automobilerfahrung waren das für mich komplett unbekannte Elemente des Fahrens mehrspuriger Fahrzeuge.

Stand

Die Frage ist aktuell natürlich, welche der bereits vorhandenen Teile jetzt weiter verwendet werden können. Die Anhängerkupplungen kann ich hier wohl vergessen, da sie beide an Rahmenteilen ansetzen, die bei diesem Gefährt schlichtweg nicht vorhanden sind. Die Griffüberzüge haben sich mit der Drehgriffschaltung des aktuellen Rades ebenfalls erledigt. Wandert also in die Ersatzteilkiste und wird vielleicht nochmal rausgeholt, wenn ich die Idee mit dem vorn gesteuerten und angetriebenen Dreirad wieder rausholen sollte — interessant wäre das allemal.
Der 20″-Kinderrahmen dagegen ist möglicherweise noch brauchbar: Zwei davon könnten bei einem zukünftigen Umbau zum Dreirad zum Ausleger werden, der die Radaufhängungen trägt, was auch hieße, dass ich dann zwecks Symmetrie einen zweiten, identischen Rahmen benötige. Der sollte beschaffbar sein, der Rahmen war ja aktuelle Neuware. Die Schläuche sind direkt weiter verwendbar, da das Triebrad ja wie von Anfang an geplant einen Größe von 28″ aufweist.

Ich brauche einen größeren Ordner

Letzter Stand der Komponenten, zur Erinnerung. Nicht im Bild: Ein Kinderradrahmen.

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Hi-Tech! (redundante Teile, die nicht verbaut werden, nicht im Bild)

Davon ab ist zum Kaufpreis des Liegerads von 225 € noch jener für die zusätzlichen Teile zu zählen. Das wären beim jetzigen Stand das Rücklicht (3,50 €), eine Gepäckspinne als provisorischer Gepäckträger (1,50 €), ein Rückspiegel (2,50 €), ein Scheinwerfer (1,50 €) sowie einige Elektronikbauteile für die zukünftige Lichtanlage (bisher 10 €). Einen zweiten Scheinwerfer hatte ich noch rumliegen, ich konnte also sowohl am Lenker wie auch am Ausleger einen Scheinwerfer anbringen, was ich bei einem Gefährt dieser Form als notwendig erachte (frontale Sichtbarkeit sowie Sichtbarkeit der Fahrzeuglänge).
Beim Preis nicht mitgezählt habe ich mal eine Matte weisses Mossgummi (149 €, kam aber mit einem kostenlosen Tablet-Computer, was ich fehr finde) und eine Packung Rocher (3,50 €, war aber mit Rochers gefüllt), beides ebenfalls Bauteile der Beleuchtungsanlage. Was es damit auf sich hat? Nächstes Mal!


Freitägliche Fünf 18.12.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche mehr oder weniger kluge Lösungen aller Art. Und Lee Majors.

1.Papierrecycling im Büro(komplex)

Meine Damen und Herren, ich gebe Ihnen: Quader! (Bild: Epson)

Meine Damen und Herrren, ich gebe Ihnen: Quader! (Bild: Epson)

Diese etwas nichtssagend aussehende Maschine ist eine Einheit zum Recyclen von Papier direkt im Büro. Etwas groß fürs Home Office, aber die Idee von Epson ist nicht schlecht.
Es wird etwa 5 Minuten dauern, bis jemand die Effizienz des Verfahrens ausrechnet, aber bis dahin: Hey, Papier recyceln fürs Büro! Schließlich wächst auch Papier nicht auf Bäu… oh, Moment. Trotzdem, nette Idee. Ich frage mich, ob das Paperlab für weisseres Papier mit dem Entdrucker von letzter Woche verbunden werden kann. Und ob es Verpackungskartons verwerten kann, das wäre mal richtig nützlich.

2. Dieses Mädel

Bild ist etwas groß (4 MB), aber es lohnt sich

Bild ist etwas groß (4 MB), aber es lohnt sich

Ein schönes Beispiel für die Fehlerhaftigkeit von Intelligenzmessungen durch die Anwendung unerwarteter Lösungswege beim Testsubjekt Ist die zur Adoption frei?

3. ReactOS

Windows bekommt mit ReactOS ein vollkompatibles OpenSource-Gegenstück, das nun nach Jahren in einem wirklich vorzeigbaren Zustand ist.
Das Problem mit Betriebssystemen ist, dass ein Monopol eigentlich eine vorteilhafte Sache ist, da es zu einer gleichartigen Bedienbarkeit und Nutzbarkeit der Computer führt, ohne dass jede Firma und Person, die jemals etwas programmiert hat, dies in zig Variianten für jedes System machen muss. Und Windows ist das beste Betriebssystem für stationäre Computer, wobei der Umgang mit Speichermedien und die Navigation über diese für mich ein wesentlich größerer Punkt ist, als die Fenster, nach denen Windows ja benannt ist.
Aber Microsoft ist nicht eben das angenehmste Unternehmen, immer wieder tauchen Probleme mit Versuchen extrem lästiger digitaler Rechteverwaltung und ähnliches auf. Ein OpenSource-Klon (der nicht das für Normalnutzer viel zu komplexe Linux oder das noch stärker monopolisierte iOS/OSX ist) kann diese Probleme umgehen. Ich bin gespannt, was draus wird.

4. Best-Lock-Dino

Best Lock ist absolut faszinierend. Andere Lego-Klone sind entweder uninteressant oder schlecht. Aber Best Lock ist faszinierend. Weshalb sie im März schon ein Mal dabei waren, damals mit einem herrlich bekloppten Polizeiroboter (den es auch in einer Bundeswehr-Version gab).
Und jetzt gibt es Dinosauriersets von Best Lock. Mit Dinosauriern aus Bausteinen statt fertigen wie bei Lego. Und einige davon sehen nicht schlecht aus (naja, die Pteranodons). Und dann lag da dieses Ding im Laden. Es war einfach nur faszinierend hässlich. Es war großartig! Und es war auch noch das günstigste Set. Gut investierte 1,99 €:

Die Pommesspicker. Ein Meisterwerk! (Bild: eigen)

Die Pommesspicker. Ein Meisterwerk! (Bild: eigen)

5.The Unknown Stuntman

Ich habe wieder einen Ohrwurm. Und ich weiss absolut nicht, warum ausgerechnet dieser Song es geschafft hat. Ich meine, der Titelsong von Ein Colt für alle Fälle, ernsthaft? Wird ein Nostalgieeffekt sein.
Hier, ihr könnt den auch haben:

Nichts zu danken


Zweiwöchige Zehn 11.12.2015

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche zu den Zweiwöchigen Zehn verdoppelt, da ich letzte Woche keine Freitäglichen Fünf veröffentlicht habe. Der Grund ist einfach: Ich habe letzte Woche keine fünf Punkte zusammenbekommen, bei drei war Schluss. Nein, die Woche war nicht so furchtbar schlecht, ich hatte nur einfach so wenig Zeit, dass nicht genug Erlebnisse und Nachrichten zu mir durchdrangen, um die Liste zu füllen.

1. Fahrrad

Schon drei Folgen ohne Fahrrad in den Freitäglichen Fünf? Das muss ein Ende haben. Also habe ich meinen seltsam kommerzorientierten November 2015 mit einem neuen Fahrrad abgeschlossen, das ich am Dienstag in Bottrop abgeholt habe.

Ich nenne die Ausführung wahlweise "Nur die Harten kommen in'n Garten" oder "Sessel kommt noch drauf"

Ich nenne die Ausführung wahlweise „Nur die Harten kommen in’n Garten“ oder „Sessel kommt noch drauf“

Ich mag Liegeräder bis zu dem Punkt wo ich mich manchmal frage, warum es noch aufrecht gefahrene Räder gibt. Das hier ist quasi ein Übergang bis zu meinem Lieblingstypus mit drei Rädern und Verdeck gegen das Wetter. Der Punkt ist, dass so ein Radsattel bei längeren Touren doch unangenehm werden kann. Ich meine, ich fahre alle paar Wochen Strecken zwischen 50 und 60 Kilometern, da darf es dann auch ein gemütlicher Liegesitz sein. Gut, ausgerechnet der Sitz besteht hier nur aus dem Gerüst, aber das ist das geringste Problem und war mir vorher bekannt.
Das Rad ist ein offensichtlicher Eigenbau des Vor-Vorbesitzers. Der Rahmen ist 100% Alu, das ganze Rad wiegt mit einigen Stahlteile 21 kg, was nur 4 kg mehr sind als mein Alu-Mountainbike — für ein Liegerad ein sehr guter Wert, den die bessere Aerodynamik locker ausgleicht.
Ein bisschen ist noch zu tun, in erster Linie die Beleuchtung, dann fährt es schon. Die Fahrergröße lässt sich zum Glück einstellen, es ist auf jemanden mit etwa 10 cm längeren Beinen eingestellt. Die Kette muss dann entsprechend gekürzt werden, ist aber eh etwas schlaff.
Und dann kommt optionaler Kram, den ich später noch einsetzen kann. Blinker, weil ich fürchte, dass Autofahrer den ausgestreckten Arm bei der niedrigeren Sitzposition leichter übersehen, schließlich leuchtet mein Arm nicht, es sei denn vorher fliegt ein belgisches oder niederländisches AKW in die Luft. Ein Rückspiegel, da es bei der Sitzposition nicht ganz so einfach ist, den Kopf zu drehen. Radgabel vorne aus Alu statt Stahl. Hinterrad vielleicht 26″ Mountainbike statt 28″ Hollandrad, einfach weil ich es mehr gewohnt bin, dass mein Antriebsrad eine veritable Baggerschaufel ist.
Mein Mountainbike bleibt für Kurzstrecken und als Zugpferd für den Anhänger im Einsatz, wann immer entsprechende Lasten zu transportieren sind. Die Hängerkupplung lässt sich an diesem Rad nirgends befestigen.

2. Haselmaus

Die Haselmaus ergänzt die Liste der Tierarten, die ich dieses Jahr zum ersten Mal (bewusst) in freier Natur gesehen habe. Sie stößt damit zu der illustren Gruppe von Balkenschröter, Eisvogel und Goldglänzendem Rosenkäfer.

3. Musikeinlage

4. Raumschürfrechte

Die internationale Gesetzgebung hat für ausserhalb der Erde seltsame Regeln. Vor allem kann kein Staat Besitz an einem Himmelskörper oder Teilen davon beanspruchen, was einfach nur seltsam ist. Sicher, im Kalten Krieg war das verständlich, aber so wird es halt extrem erschwert, irgendwie ins All zu kommen. Und ganz im Ernst: Ich halte es nicht für die schlechteste Idee, die Menschheit langfristig von der Erde unabhängig zu machen.
Daher bin ich sehr gespannt, wie die Entwicklung ausgeht, dass verschiedene Staaten, zuletzt die USA, Gesetze über Schürfrechte im All erlassen haben. Mittelfristig war das unvermeidbar, da die Begehrlichkeiten nicht ungeregelt den Märkten überlassen werden können.

5. Gladbacher Bilder

Ich war zuletzt von dem Imagefilm der Stadt alles andere als begeistert.
Dass es auch deutlich besser geht zeigt in einem anderen Medium der Bildband Mönchengladbach — Deine Kontraste. Die Bilder sind nicht nur gut, sondern vermitteln auch ein gutes Gesamtbild der Stadt. Manchmal deutlich sauberer, als diese wirklich ist (eh klar), alles ungeordnet, aber auf alle Fälle in sehr vielen Facetten.
Und das Beste: Es ist ein Crowdsourcing-Projekt, sprich die Fotos stammen nicht von einer Agentur, sondern von Bürgern der Stadt. Natürlich tauchen da auch einige professionelle Fotografen aus dem Ort auf und manche Namen sind erheblich überrepräsentiert während andere gar nicht auftauchen, dennoch ist die Mischung insgesamt von den Motiven her durchaus gesund.

6. Uhu

Dialektabhängig auch bekannt als Pattexeule (Bild: M. Brungs/Bioland Brungs)

Dialektabhängig auch bekannt als Pattexeule (Bild: M. Brungs/Bioland Brungs)

Beim Biohof Brungs ist ein Uhu aufgetaucht. Uhus sind cool. Und ziemlich selten geworden, daher freut es mich sehr, dass im Stadtgebiet ein Uhu aufgetaucht ist.

7. Fußball

Hier ist ein Umrechner, der diverse Flächeneinheiten in Fußballfelder umrechnet. Die einzige Verwendung, die ich persönlich für Fußballfelder habe.

8. Landesradwege

Das Land NRW führt eine neue Straßenkategorie für Landesradwege ein. Das hat deutlich weniger praktische Folgen, als die meisten zu glauben scheinen und ist größtenteils eine reine Formalie, erleichtert aber in Zukunft den Bau und Ausbau überregionaler Radwege, während es gleichzeitig den Rückbau erschwert.

9. Entdrucker

Keine Ahnung, ob das wirtschaftlich ist und ich selbst benutze so gut wie kein Papier mehr, aber die Idee ist klasse: Ein Gerät, das den Aufdruck von laserbedrucktem Papier entfernt und das Papier so erneut verwendbar macht.

10. Autarkes Hausboot

Traumhaus (Bild: Fraunhofer-Institut)

Traumhaus (Bild: Fraunhofer-Institut)

Das Fraunhofer-Institut hat das sehr interessante Konzept eines modernen autarken Hausbootes vorgestellt.
Interessant finde ich daran vor allem, dass sich viele der verwendeten Techniken durchaus auch an Land anwenden lassen. Beispielsweise der Heizspeicher, der technisch gesehen ein überdimensionierter Taschenwärmer ist, oder die Kühlung über eine begrünte Gebäudeseite, an der Wasser verdunstet wird.