Samstägliche Sechs 08.10.2016

Jede Woche Freitag oder Samstag, je nachdem, wann es zeitlich klappt, die fünf beziehungsweise samstags sechs Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche mit Schritten zurück nach vorn und ein paar echten Neuheiten.

1. Polen kippt Abtreibungsverbot

Die Geschichte um das Abtreibungsverbot in Polen ist Höhepunkt in der erschreckenden Entwicklung einer in jeder Beziehung offen rückschrittlichen polnischen Regierung. Doch endlich wurde es dem Parlament zu bunt und es hat den Entwurf, nach dem Frauen, die abtreiben ohne in Lebensgefahr zu schweben, ins Gefägnis kommen können, abgelehnt.
Großartiges Nebenergebnis: Diese Grafik auf Seiten der Gegner.wkurzonamacica

2. Ende der Softwarepatente?

Patente auf Software sind ein umstrittenes Feld. Vor allem die häufige Patentierung von Grundkonzepten des Umgangs mit Computern kann Entwickler vor ernsthafte Schwierigkeiten stellen. So gibt es beispielsweise ein Patent auf Ladebalken.
Nun gehen Softwarepatente vor allem von den USA aus und genau dort haben sie jetzt einen deutlichen Dämpfer bekommen. Das Berufungsgericht Washington hat mehrere solcher Patente für nichtig erklärt. Grundlage dafür war auch die in den USA sehr hoch gehaltene und weit ausgelegte Redefreiheit.

3. Trockenspray

Hier ist ein Spray, das laut Entwicklern jede Oberfläche wasserabweisend machen kann. Die potenziellen Anwendungen sind beachtlich, im Alltag etwa für Helmvisiere oder Windschutzscheiben.

4. Biegeakku

Ich muss zugeben, hier sind mir die Anwendungen weniger klar, aber ein paar gibt es schon, etwa für die alte Zukunftsvision vom zusammenrollbaren Computer. Es handelt sich um einen von Panasonic entwickelten biegsamen Akku

Biegen bis einer bricht! - Bild: Christoph Dernbach/dpa

Biegen bis einer bricht! – Bild: Christoph Dernbach/dpa

5. Günstiger reparieren in Schweden

Schweden hat einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Reparaturen eingeführt. Sehr gute Idee, könnte man bei uns doch sicher auch machen.

6. Lego-Männchen im Straßenverkehr

Kommen wir zum fast obligatorischen Fahrradteil dieser Beiträge. Diesmal hätten wir einen Fahrradhelm im Lego-Kopfteile-Design zu bieten. Wenn schon Helm, dann mindestens in dieser Nerdstufe.

Natürlich aus Dänemark. Produkt und Bild von MOEF

Natürlich aus Dänemark. Produkt und Bild von MOEF


Less Litter Lifestyle 4: Brause Ahoi!

Die ganze Serie

Es war ein wenig länger als geplant, aber jetzt ist alles wieder normal. Um das zu halten, habe ich die Serie vom bei mir oft gefüllten Montag auf Dienstag verschoben, nicht wundern.
Was sich nicht verschoben hat, ist der Inhalt: Nach der Limonade in Teil 3 kommt nun wie versprochen die Limonade zum Mitnehmen, sprich das Brausepulver.

Von links nach rechts: Orange, Zitrone und Vanille. Im Glas prickelt ebenfalls Orange

Von links nach rechts: Orange, Zitrone und Vanille. Im Glas prickelt ebenfalls Orange

Das Grundprinzip hat sich seit der flüssig hergestellten Limonade nicht verändert: Imme rnoch kommt das Sprudeln von einer Reaktion zwischen Natron und einer Säure. Aber während die flüssige Variante mit der natürlichen Säure in Saft und Essig reagierte, müssen wir das hier anders bewerkstelligen, denn diesmal soll unsere Mischung haltbar und leicht zu transportieren sein. Das geht mit einer relativ schweren Flasche Saft nicht wirklich gut. Aber wir haben eine andere Option.
Bergsteigern verdanken wir eine Survival-Erfindung namens Aqua mirabilis, das Wunderwasser. Es war ein in kleinen Säckeln mitgeführtes Pulver, mit dem man aus jedem gefundenen Wasser ein schnelle Erfrischung herstellen konnte. Es sterilisierte das Wasser zwar nicht, aber immerhin tötete die Natron-Säure-Reaktion doch genug Keime, um das Risiko einer Krankheitsübertragung stark zu vermindern.
Darum müssen wir uns heutzutage nur noch wenig Sorgen machen. Wir haben Leitungswasser guter Qualität in nahezu jedem Haus. Was bleibt, ist eine leicht zu lagernde und zu transportierende Limonadengrundlage. Und natürlich ihr direkter Nachkomme, das Brausepulver mit Geschmack.

Aqua mirabilis

Und hier die schön formatierte Version zum Teilen in den Bild-Netzwerken

Und hier die schön formatierte Version zum Teilen in den Bild-Netzwerken

Die Mischung von Aqua mirabilis ist denkbar einfach. Um genug Pulver für ein Glas herzustellen, mischt man einfach die folgenden Zutaten:

  • ½ TL Zitronensäure
  • ¼ TL Natron
  • ½ TL leicht löslicher Zucker (Puder- oder Traubenzucker)

Das war es schon. Das ganze gibt man dann in ein Glas mit Wasser, lässt es sich auflösen und fertig ist die traditionelle Bergsteigererfrischung.

Platz für Experimente

Wer nun verschiedene Geschmacksrichtungen erhalten möchte, gibt statt dem Zucker einfach eine entsprechende Mischung dazu. Wichtig ist, dass sie trocken ist, damit Natron und Säure nicht zu reagieren beginnen, bevor sie ins Wasser kommen.
Ich habe für das Bild jeweils eine Halbhalb-Mischung aus getrocknet gemahlener Orangenschale und Traubenzucker, eine solche aus Zitronenschale und Traubenzucker sowie Vanillezucker benutzt, im Glas sprudelt die Orangenvariante. Der Geschmack der beiden Fruchtvarianten ist bis auf die spürbaren Stückchen im Getränk identisch mit der im Titel des Beitrags angedeuteten Markenbrause. Die Vanillebrause lässt sich schlecht vergleichen, denn Vanillebrause habe ich noch nie irgendwo fertig gesehen — sie riecht besser, als sie schmeckt, schmeckt aber auch nicht schlecht.
Das deutet schon an: Macht man die Brause selbst, kann man alles ausprobieren. Warum zum Beispiel nicht Lavendel-Brause? Gefriergetrocknete Erdbeeren zermahlen dazugeben? Oder wie wäre es nächstes Jahr mit etwas Pulver von getrockneten Wurzelstücken des Ingwers aus dem zweiten Teil der Reihe? Gar Knoblauchpul… okay, es gibt doch einen Schritt zuviel. Oder doch nicht? Es sind eure Geschmacksnerven!
Manche Rezepte aus dem Netz nutzen übrigens Wackelpuddingpulver für den Geschmack. Mit seinen Portionstütchen nicht die beste Variante für die Abfallvermeidung, aber halt auch möglich, zum Beispiel als einfache Bezugsquelle für Waldmeistergeschmack.

Müllvermeidung

Das kommt natürlich sehr auf die Quellen der Rohstoffe an. Kauft man diese in Großgebinden, vermeidet man die ganzen Tütchen, welche bei der portionsweise abgepackten Fertigbrause anfallen. Als Bonus hat man die Möglichkeit, nach Herzenslust zu experimentieren und meidet einige zwiefelhafte Inhaltsstoffe des Originals wie Acesulfam-K und Saccharin.

Nächste Woche

Es ist herbstlichster Herbst und damit kommen wir zu den Dingen, die nur im Herbst gehen. Ich empfehle, sich draussen schon mal mit Kastanien und Nüssen einzudecken. Nächste Woche verarbeiten wir dann die Kastanien zu Shampoo und Waschmittel.


Samstägliche Sechs 01.10.2016

Jede Woche Freitag oder Samstag, je nachdem, wann es zeitlich klappt, die fünf beziehungsweise samstags sechs Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche: Dinge für Dinge!

1. Paris für Fußgänger

Anders als die meisten Reisebroschüren finde ich Paris nicht sonderlich schön. Zuviel Beton, zuviele Straßen, zuviele Autos. Nun, auch die Bürgermeisterin von Paris hält letzteres für ein Problem und nun ist die Stadt auf dem Weg, das rechte Ufer der Seine für Autos zu sperren und statt der Straße eine Flaniermeile einzurichten. Damit sähe Paris dann deutlich mehr so aus, wie man sich das als Tourist vorstellt.

Paris ohne Autos am rechten Seine-Ufer Derzeit ist da eine große, regelmäßig verstopfte Straße - BIld: Stadt Paris

Paris ohne Autos am rechten Seine-Ufer Derzeit ist da eine große, regelmäßig verstopfte Straße – Bild: Stadt Paris

2. Polizei für Banksy

Aus der beliebten reihe „hihi“ - Bild: Facebook/Red & Black Anarchists

Aus der beliebten Reihe „hihi“ – Bild: Facebook/Red & Black Anarchists

3. Wasserstoff für Flugzeuge

Ich bin noch nicht überzeugt, dass es eine gute Idee ist, CO2-Abgase durch H2O-Abgase zu ersetzen, denn auch heisser Wasserdampf wirkt auf das Klima alles andere als normalisierend. Aber die Technik steckt noch so weit in den Kinderschuhen, man hat wohl genug Zeit, die Wirkung von zusätzlichem Wasserdampf als Treibhausgas zu untersuchen. Vielleicht ist die Menge ja relativ zur Gesamtwassermenge gering genug, dass es egal ist.
Grundsätzlich öffnet ein Wasserstoffflugzeug aber auch den Weg zu anderen Möglichkeit, etwa einem vollelektrischen Flug. Also darf es definitiv in die guten Nachrichten der Woche, dass in Stuttgart der erfolgreiche Testflug eines Wasserstofffliegers gelungen ist.

4. Albtraum für Scheuer

CSU-Generalsekretär Scheuer machte sich letzte Woche mit der Aussage unbeliebt, man handele sich durch die Flüchtlingsaufnahme Leute wie einen „ministrierenden Fußballspieler aus Senegal“ ein, die man nicht mehr „loskriege“. Warum man solche Leute wieder los werden wollte, bleibt ohnehin auf ewig Scheuers Geheimnis.
Nun, in einem seltenen Akt von Journalismus wurde der ministrierenden Fußballspieler aus Senegal tatsächlich gefunden. Adolphe Diop ist gradezu ein Musterbeispiel für gelungene Integration aus Bad Soden im Taunus.

5. Streicheln für Esel

Ebenfalls letzte Woche ging in Mönchengladbach die Nachricht um, dass Unbekannte die neu aufgestellten bronzenen Esel auf dem Sonnenhausplatz beschädigt hatten. Diese wurden inzwischen repariert und gestern abend durfte ich eine ungewöhnliche Beobachtung machen: Leute gingen zu den Eseln und streichelten sie über den reparierten Schwanz. Irgendwie süß.

6. Fahrrad für Paddler

Das Autocanoe, trotz des Namens eher ein amphibisches Tretboot - Bild: Autocanoe

Das Autocanoe, trotz des Namens eher ein amphibisches Tretboot – Bild: Autocanoe


Freitägliche Fünf 23.09.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt. Nach langer stressbedingter Pause nun wieder regelmäßig.
Diese Woche mit jeder Menge guter Eingebungen.

1. Ein Apfelpflücker

Bild: Die nächste Stufe presst fertigen Apfelsaft und schließt das Loch dann wieder DIY All in One

Bild: Die nächste Stufe presst fertigen Apfelsaft und schließt das Loch dann wieder DIY All in One

Perfekte Idee für die grade anlaufende Apfelsaison, wenn man Plastikflaschen übrig hat und vermeiden möchte, für diese Missetat in die Hölle zu gehen. Oder Níðhöggr vorgeworfen zu werden, je nach Religion halt.

2. Ha!

Kleiner Scherz vom Regierungssprecher

Kleiner Scherz vom Regierungssprecher

3. Farbe bekommen

Wie man es von der Mongolei erwarten würde, gesunde Bräune im Gesicht  Bild: Guardian

Wie man es von der Mongolei erwarten würde, gesunde Bräune im Gesicht BIld: Guardian

Psittacosaurus ist ein kleiner, extrem häufiger Dinosaurier aus der Mongolei und ein Vertreter der frühen Formen jener Tiere, die später bekanntere Riesen wie Triceratops hervorbringen würden. Er war immer mal wieder für Überraschungen gut und eine besonders spektakuläre ist nun Frankfurter Wissenschaftlenr gelungen.
Erstmals konnte an einem Fossil die Farbe der Haut rekonstruiert werden. Wir wissen nun also, welche Farbgebung dieser Dinosaurier zu Lebzeiten aufwies. Das galt lange als unmöglich und selbst bis vor ein-zwei Jahren war dies nur bei den Federkleidern gefiederter Dinosaurier gelungen.
Das wird nicht bei jedem Dinosaurier möglich sein, Fossilien dieser Qualität sind extrem selten. Aber dass es überhaupt möglich ist, ist eine Sensation. Schade nur, dass er genau das braune Farbmuster hat, dass ihm von den Künstlern lange zugeschrieben wurde.

4. Ha!2

Aber wie soll ich jetzt interpretieren, dass auch Arte das fehlende Komma übersieht?

Aber wie soll ich jetzt interpretieren, dass auch Arte das fehlende Komma übersieht?

5. Ein seltsames Fahrrad

Viel zu lange kein seltsames Fahrrad mehr im Blog gehabt. Hier, bitte, auch wenn es ein paar jahre hinter sich hat:

Ich nenne es Gorilrad, der Erfinder lieber Jetpack Bike - Bild: Atomic Zombie

Ich nenne es Gorilrad, der Erfinder lieber Jetpack Bike – Bild: Atomic Zombie


Der Happy-Happy-Joy-Joy-Fun-Super-Schalala-Aufhol-Freitag

Okay, die Freitäglichen Fünf funktionieren hervorragend, wenn man maximal eine Woche verpasst. Bei mehr als zwei Wochen wachsen sie zu einem Monstrum heran. Mein letzter Monat war extrem voll und so habe ich das Blog ein wenig brach liegen lassen.
Nun, das kann nicht so bleiben und mit diesem großen Aufhol-Artikel diverser Notizen für die Freitäglichen Fünf aus den letzten Wochen stelle ich es nun wieder auf die Füße. Wahrscheinlich übersehe ich ein paar Einträge in den Tiefen meiner Lesezeichenlisten und ich überspringen meine persönlichen Dinge, aber ich komme wieder auf den Stand. Manche haben sich auch einfach erledigt.
Es folgen dann in den nächsten Tagen im Blog noch ein paar Einträge, die Fortsetzung der Less-Litter-Lifestyle-Reihe und reguläre Freitägliche Fünf. Und dann sind wir wieder im normalen Betrieb.

Jungfernflug für einen Hintern

Airlander alias Der Fliegende Hintern, fliegt UND hinternt (Bild: Reuters)

Airlander alias Der Fliegende Hintern, fliegt UND hinternt (Bild: Reuters)

Der Airlander 10, das britische Transportluftschiff, hat seinen Jungfernflug absolviert. Ich habe immer noch große Hoffnungen in die Luftschifffahrt als Zukunftstechnologie.

Klappleiter

Auch einfache Dinge lassen sich noch vollkommen neu denken. Bei Rädern gab es das schon ein paar Mal, wohl aus Trotz dem Volksmund gegenüber und seinen nicht neu erfindbaren Rädern. Hier ist eien Klappleiter.

Klappt! - Bild: Core77

Klappt! – Bild: Core77

Paris gegen Oldtimer

Während alte Autos hierzulande gehätschelt udn aus allen Abgasverordnungen ausgenommen werden, holt Paris sie gezielt von der Straße. Möglicherweise schlägt das etwas über die Stränge (gilt das auch für alte Elektro-Autos?), aber es ist ein angenehmer Kontrast zum Umgang in Deutschland.

Milch statt Plastik

Amerikanische Forscher haben eine Alternative zum Plastik in Dingen wie Milchverpackungen gefunden. Nun muss ich sagen, ich bin da etwas gespalten – die neue Verpackung besteht aus Casein, einem meist (wenn nicht gar immer) aus Milch gewonnenen Protein. Und Milch hat nun nicht grade die beste Umweltbilanz unter den Werkstoffen, mal davon abgesehen, dass Casein ein verbreitetes Allergen ist, was für Lebensmittelverpackungen wenig geeignet erscheint. Aber es ist ein interessanter Ansatz.

Freie Lizenzen bei den Öffentlich-Rechtlichen?

Offenbar hat der Rundfunkrat von ARD und ZDF sich in letzter Zeit verstärkt mit Lizenzen aus dem Creative-Commons-Bereich beschäftigt. Das ist sehr gut. Ich bin schon lange der Meinung, dass eigene Inhalte dieser öffentlich finanzierten Sender auch dem öffentlichen Gebrauch zur Verfügung stehen müssten, bis hin zu Gemeinfreiheit für bestimmte Inhalte.

Gebärmutterhalskrebs geht zurück

Gebärmutterhalskrebs, einer der wenigen Krebse, die viral verursacht werden können, ist seit der Einführung von Impfungen gegen das Papillomavirus in Australien um die Hälfte zurückgegangen.

Wildblumen-Biogas

Ein Pilotprojekt im Münsterland experimentiert mit dem Einsatz von Wildblumenwiesen statt Mais-Monokulturen als Rohstoff für Biogaserzeugung.


Less Litter Lifestyle 3: Limonade

Die ganze Serie

Das Wetter ist heute ebenso wie schon am Wochenende großartig hier im Rheinland und so bietet sich an, eine Erfrischung vorzustellen.

Drei Flaschen Limonade auf einem Tisch im Park

Limo selbstgemacht, der Park war zum Glück schon fertig da

Das englische Wort „soda“ hat im Deutschen zwei mögliche Übersetzungen: Natron und Limonade (oder auch allgemein Sprudelgetränk). Das hat seinen Grund. Bevor Limonade mit komprimiertem CO2 hergestellt wurde, wie wir das heute kennen, verwendete man Natron, um den Sprudel ins Getränk zu bekommen.
Und weil das mit Zitrusfrüchten besser geht als mit anderen, ist es im Deutschen auch Limonade.
Nun muss ich gleich vorab sagen: Das Getränk unterscheidet sich schon deutlich von Limonade in Flaschen. Es sprudelt nicht lange und erinnert vom Mundgefühl her eher an Ahoj-Brause. Auch diese beruht auf dem selben Prinzip: Trifft Natron auf eine Säure, zerstören die Säure und das Natron sich gegenseitig, wobei CO2 entsteht — es sprudelt. Das ist zwar ungeeignet, um Limonade für das Abfüllen in Flaschen herzustellen, aber für eine schnelle Erfrischung ist es ideal.

Hier habe ich im Grunde zwei Rezepte erfolgreich ausprobiert – eines unter dem Namen „Omas Erfrischung“, das andere in den Varianten Zitrone und Limette in den praktischen Henkelgläsern oben im Bild. Ich mag die Henkelgläser.

Es sprudelt: Zitrusfruchtlimos mit Natron

Limo aus drei Zutaten (plus Wasser)

Und hier das praktisch betxtete Bild zum Weiterteilen des Artikels

Die meisten Rezepte im Netz kommen mir sehr dünn und wässrig vor, deshalb habe ich die Menge Saft etwas erhöht, bis es mir schmeckte. Einfach ein wenig die Mengen variieren, jeder Geschmackssinn ist anders. Es hat mit Zitronen und Limetten hervorragend funktioniert, aber auch andere Zitrusfrüchte müssten ohne Zugabe von zusätzlicher Säure gehen.

Man gebe in dieser Reihenfolge in eine Flasche oder ein großes Glas:

  • ¼ l Wasser
  • Saft einer Zitrone oder Limette (bzw. 4 EL purer Saft aus der Flasche)
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Natron

Sobald das Natron zugegeben wird, beginnt das Gebräu, stark zu schäumen. Sobald der Schaum anfängt zurückzugehen, kann es getrunken werden. Da das Sprudeln keine halbe Stunde hält, würde ich es immer frisch und portionsweise zubereiten.

Erst nach dem Sprudeln trinkbar: Omas Erfrischung

Okay, das war im ersten Moment eine unangenehme Erfahrung: Omas Erfrischung ist im Grunde Essiglimonade. Mir haben einige Leute bestätigt, dass das keine Erfindung der verlinkten Seite ist. Das Prinzip ist ähnlich den obigen Limos und sie ist wohl eine der Urgroßmütter unserer heutigen Limonaden. Und immerhin, ist das Sprudeln einmal abgeklungen, ist das Ergebnis ganz trinkbar. Nicht vom vag chemischen Geruch der Essigessenz abschrecken lassen.
Allerdings nicht mit der geringen Menge an Wasser und Natron, die das Originalrezept angibt.

Es kommen nacheinander in eine Flasche oder großes Glas:

  • ¼ l Wasser
  • 2 TL Braune Essig-Essenz
  • 2TL Zucker
  • 1 TL Natron

Dieses Getränk wird weniger stark schäumen als die Limonade, aber dennoch sichtbar reagieren. Erst trinken, wenn sich das Natron aufgelöst hat, dann ist der starke Essiggeschmack zu einem trinkbaren Aroma reduziert.
Im Bild oben ist das Getränk klar, das liegt aber daran, dass ich nur klare Essigessenz bekommen habe. Mit brauner Essenz ist es entsprechend eingefärbt.

Müllvermeidung

Selbst wer seine Limonade bereits selber macht, spart auf diese Weise die Patronen ein, die ein Sprudelautomat im Betrieb verbraucht. De Menge an Getränken, die man so sprudeln lassen kann, ist natürlich beschränkt, denn wir brauchen als Grundlage Säuren. Dieses Problem werden wir nächste Woche lösen, wenn wir auf der selben Grundlage in jeder nur denkbaren Geschmacksrichtung Brausepulver machen.


Freitägliche Fünf mit Bonus 12.08.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diese Woche vom Kopf bis zu den Füßen.

1. Weit über unseren Köpfen

Der Bau des Damms São-Luiz-do-Tapajós wurde gestoppt. Bei diesem Damm handelte es sich um ein Riesenprojekt in Brasilien, welche große Regenwaldflächen mit seinem Stausee vernichtet hätte.

2. Arme

Einige haben wahrscheinlich mitbekommen, dass bei den Olympischen Spielen ein Vertriebenenteam antritt. Die Spiele kümmern mich ebensowenig wie die meisten anderen Sport-Großveranstaltungen, aber es gibt eine großartige Geschichte um die Frau in dem Bild da oben.
Das ist Yusra Mardini. Sie stammt aus Syrien und lebt derzeit in Berlin, beziehungsweise exakt jetzt im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro. Beeindruckend ist ihre Leistung auf der Flucht: Als ihr Boot liegen blieb, sprang sie ins Wasser und schob das Boot gemeinsam mit ihrer Schwestern und zwei nicht näher bekannten Insassen durch das Mittelmeer nach Lesbos.
Näher an eine gottverdammte Superheldengeschichte kommen wir in diesem Universum nicht mehr.

3. Hände an der Tastatur

Die Wahrheit!

Die Wahrheit!

Keine Ahnung, wo das ursprünglich herkommt, aber: Ja!

4. Gürtellinie

Schnallenloser Gürtel

Ich denke, der Dateiname spricht für sich: 오렌지스카이_UrlEmbed_복사_2 – Bild: Indiegogo/Freebelt

Ein ungewöhnliches geringes Ziel bei Crowdfunding, aber ein hochinteressantes Projekt: Gürtel ohne Schnallen. Die Gürtel sollen einfach umgeschlagen und dann mit Knöpfen festgemacht werden. Einfach, aber interessant.
Nur schade, dass das Patent bedeutet, dass es wohl etwas dauern wird, bis jeder die machen kann.

5. Hintern

Ein Glastisch auf Basis einer hölzernen Nilpferd-Figur

Zum Ende ein Ende – Bild: Derek Pearce


Ich finde diesen Tisch von Derek Pearce klasse.

6. Bonus für die Beine: Ab aufs Rad

Nächsten Samstag, den 20.08.2016, darf ich erneut eine Fahradtour von Mönchengladbach zum Klimacamp leiten. Das ist diesmal ganz in unserer Nähe in den Orten Borschemich und Wanlo, direkt an der südlichen Grenze von Mönchengladbach. Fahrt mit!kohle-oder-zukunft


Less Litter Lifestyle 2: Ingwer

Die ganze Serie

Ingwer-Pflanze an einer Mauer

Fürs Foto darf er auch mal raus

Kurze Mitteilung vorab: Ab sofort sind alle Beiträge dieser Reihe untereinander direkt vernetzt. Einfach aus dem Auswahlfeld „Die ganze Serie“ unter der Überschrift den gesuchten Artikel rauspicken, draufklicken, fertig.
Und nun zum eigentlichen Artikel.

Nicht alle tropischen Gewürze lassen sich einfach im Haus anbauen. Vanille zum Beispiel ist eine mehrere Meter hohe kletternde Orchidee mit intensivem Duft. Einige andere dagegen sind extrem einfach. Und um eine solch einfache Gewürzpflanze der Tropen geht es heute.
Ingwer ist eine sich weltweit immer größerer Beliebtheit erfreuende Pflanze aus Asien, die vor allem für ihr scharfes Rhyzom bekannt ist, das geraspelt verarbeitet wird. Die Zahl der verfügbaren Rezepte ist groß und vielfältig, aber auch als Heilmittel (magenberuhigend und von Innen infektionshemmend) ist er beliebt. Und Ingwer ist eine sehr pflegeleichte Zimmerpflanze.

Anzucht und Pflege

Ingwer zählt zu jenen Pflanzen, die man nicht teuer im Gartengeschäft erwerben muss. Im Gegenzug erfordert er allerdings etwas Geduld. Wir brauchen:

  • 1 Ingwerknolle, unbeschädigt und nicht verschrumpelt
  • Lockere Blumenerde
  • 1 großen Blumentopf

Das Prinzip ist sehr einfach: Knolle vom Gemüsehändler mit den Triebspitzen nach oben in die Erde, gut bedecken, regelmäßig gießen (etwa alle 2-3 Tage ist für Ingwer gut, zuviel Wasser dagegen behagt ihr gar nicht) und nach etwa einem Monat kommen die ersten Triebe, die einen bis anderthalb Meter hoch werden. Die Pflanze oben im Bild wurde im April gepflanzt und hat am ersten Augustwochenende mit dem älteren Trieb eine Höhe von 1,10 Metern erreicht. Wenn man das Rhyzom vor dem Einpflanzen über Nacht in Wasser legt, soll es in der Hälfte der Zeit gehen, das habe ich aber nicht ausprobiert.
Die Pflanze kommt gut an einem hellen Standort, der nicht im direkten Sonnenlicht ist. Als tropische Pflanze braucht Ingwer einen Standort im Haus, draussen benötigt er dauerhaft Temperaturen über 20°C. Die Erde sollte locker sein, bei mir ist es Kokoserde (ein Abfallprodukt aus dem Kokosnussanbau).
Eigentlich sind wir jetzt im August reichlich spät für Ingwer, da er im November in die Winterruhe geht, aber genug Zeit, damit die Wurzel wenigstens ein bisschen wächst, bevor das passiert, sollte noch sein. Ansonsten: Beitrag für März/April vormerken.

Ernte

Wenn die Pflanze im September-November in Winterruhe geht, welken die Blätter und die Pflanze zieht sich in die Wurzel zurück. Jetzt das Gießen stark zurückstellen. Im November kann dann geerntet werden, wozu man die ganze Pflanze aus der Erde zieht und dann Triebe udn Wurzeln vom Rhyzom entfernt. Das Rhyzom kann jetzt in große Stücke getrennt werden, die entweder als Gewürz Verwendung finden (für lange Haltbarkeit in Scheiben geschnitten trocknen) oder bis zum nächsten März in einem dunklen und kühlen (aber frostsicheren) Raum aufbewahrt werden, um dann eine neue Ingwerpflanze und damit neue Ingwerwurzeln zu erhalten.
Wem eine Pflanze zu wenig Ingwer bringt, der kann aus dem Rhyzom jetzt auch weitere Pflanzen erhalten. Dazu braucht es ein nicht zu kleines Stück Ingwerwurzel mit einer Triebspitze. Die Pflanze blüht zwar auch, aber die von tropischen Vögeln bestäubten Ingwerblüten werden bei uns nicht befruchtet, auf Samen braucht man also nicht spekulieren. Allerdings sind die nur wenige Tage stehenden Blüten sehr schön und anders als bei anderen Gewürzpflanzen, wie etwa Minze, kann man die Blüte ruhig gewähren lassen, sie mindert nicht das Aroma.
Wir werden unsere Ingwerwurzel, ob nun eine gekaufte oder sogar schon eine eigens angebaute, in dieser Serie übrigens noch ein-zweimal als Zutat sehen.

Müllvermeidung

Klare Sache: Das ganze Projekt erzeugt praktisch gar keinen Abfall, vielleicht noch eine Tüte, wenn man den Ingwer unnötigerweise eingepackt bekommen haben sollte. Hinzu kommt die etwaige Verpackung der Erde.
Theoretisch kann man mit dem eigenen Ingwer den Abfall sogar noch stärker reduzieren als wenn man unverpackten Ingwer vom Bioladen kauft. Wie? Nun, auch die Blätter des Ingwer sind essbar und würzig, sie können in Streifen geschnitten in Suppen oder Salaten verwendet werden.

Nächste Woche

Was nächste Woce kommt, mache ich ein wetterabhängig, ich hab da zwei Optionen. Sonnig und warm gibt es eine Erfrischung, bei Regenwetter wird gehandwerkt.


Zweiwöchige Zehn 05.08.2016

Die wöchentlichen fünf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen Alltäglichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfällt.
Diesmal wieder für zwei Wochen, weil sich die Feriensaison für mich irgendwie zum genauen Gegenteil entwickelt und ich mal wieder einen Freitag verpasst habe. Unter anderem gab es heute ein neues Buch abzuschließen, aber dazu komme ich gleich

1. How to Sing Butterflies

How to Sng Butterflies DXEndlich mal wieder habe ich ein neues Buch fertiggestellt. Eigentlich sogar zwei, denn die Kurzgeschichtensammlung erscheint in einer Standardausgabe und einer DX Edition. Das allein wird schon ein interessantes Experiment.
Die Standardausgabe ist eine einfache Sammlung von 22 englischsprachigen Kurz- und Kürzestgeschichten, darunter drei erstmalig veröffentlichte Titel (Regulatory Measures -Science-Fiction-, Ghostly -Fantasy/Literarisch- und Curiosity -Western-) und vier aus dem Deutschen erstmalig ins Englische übersetzte Geschichten (Khamel, Feuchten Fußes, Schwarzer Schwinge und Staksigen Schrittes). Die Sammlung spannt durch alle Genres der Fantastik sowie Xenofiction und wie immer man genrelose Fiktion nennen mag. Insgesamt fast 13.000 Wörter (12.944) zum Preis von 1,99 € sind es geworden, verteilt auf Geschichten von wenigen Wörtern Länge bis zu solchen von um die zweitausend Wörtern.
Die DX Edition enthält alle Inhalte der Standardausgabe, ergänzt sie aber mit zusätzlichen Kommentaren zu jeder Geschichte. Darin erfahren interessierte Leser mehr zu Idee und Entstehung der Geschichten. Etwas über 21.000 Wörter fasst diese Ausgabe mit dem zusätzlichen Inhalt für 2,99 €.
Die beiden Editionen sind aktuell in der Prüfung und sollten die Nacht bei Amazon und dann nach und nach bei den anderen Shops auftauchen. Und diesmal nur zwei Tage später als geplant. Ich werde besser mit diesen Terminen.

2. #OffeneTuer

Was in der Rolle von Twitter zum Attentat von München bei vielen in den Köpfen bleiben wird, sind die Vorurteile der Rechten, die sich dort sofort ausbreiteten. Das hat mit unseren Gehirnen zu tun, die negative Erfahrungen wichtiger nehmen als positive (gut fürs berleben als Steinzeitmensch, schlecht für die Laune).
Was dabei ein wenig untergeht, ist eine deutlich größere Reaktion bei Twitter: Etliche, die unter dem Hashtag #OffeneTuer jenen Übernachtungsmöglichkeiten boten, die unterwegs von der Ausgangssperre der Polizei überrascht worden waren. Einschließlich vieler Moscheen und Kirchen.

Aktion Offene Tür

Bild: Facebook/Islamische Zeitung

3. Wüstengemüse

Die Gruppe Roots Up nutzt einen alten Pfadfindertrick zum Wassersammeln für eine variation des Gewächshaus-Prinzips, die es ermöglicht, im trockenen Äthiopien durstiges Gemüse wie Kohlpflanzen anzubauen.

4. Heimische Papaya

Im oberfränkischen Kleintattau gibt es jetzt Tropenfrüchte aus dem Gewächshaus. An sich noch nicht so erstaunlich, aber dieses Gewächshaus wird mit Abwärme aus der Umgebugn betrieben, hat also mit den wegen des Energieverbrauchs in Verruf stehenden üblichen Gewächshäusern wenig zu tun.

5. Silizium-Luft-Akku

Aus dem nahen Jülich kommt ein großer Schritt zu besseren Batterien für großtechnische Anwendungen. Die Silizium-Luft-Batterie ist ein extrem langlebiger Energieträger potenziell hoher Kapazität. Ob und wann sie alltagstauglich wird, bleibt abzuwarten, aber auf jeden Fall ist sie dem einen großen Schritt näher gekommen.

Schema einer Silizium-Luft-Batterie

Funktionsprinzip der SiOx-Batterie – BIld: ingenieur.de

6. Getty Images wird verklagt

Leider haben viele Stockphoto-Seiten die unangenehme Angewohnheit, sich gemeinfreie oder sonstwie frei lizenzierte Bilder abzugreifen und auf deren Veröffentlichungsrechte eine Gebühr zu verlangen. Getty Images ist da ein besonders auffälliger Kandidat, die gerne auch gegen Verwendungen eigentlic gemeinfreier Bilder aus ihrer Sammlung klagen. Nun, sie haben es jetzt geschafft, eine Fotografin wegen der Verwendung ihrer eigenen Bilder zu verklagen. Die fand das gar nicht lustig und verklagte im Gegenzug Getty Images wegen vorenthaltener Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Dollar.
Upps.

7. Grafitti in leserlich

Das schlimmste an Grafitti ist ganz klar die Sauklaue, in der sie verfasst sind. Nun, der französische Künstler Mathieu Tremblin leistet dagegen Abhilfe.

Typografisch bereinigte Grafitti an einem Brückenfeiler

Stellt sich heraus, dass es dadurch auch nicht viel verständlicher wird – Bild: Mathieu Tremblin

8. Neuer Rekord für die Erneuerbaren

Portugal hat es geschafft, ganze vier Tage am Stück rechnerisch vollständig von Erneuerbaren Energien versorgt zu werden. Weiter so!

9. NX

Wahrscheinlich spekuliert Eurogamer nur, aber die Gerüchte um die kommende Nintendo-Konsole NX sind schon interessant: Eine Mischung aus tragbarem System und Fernsehkonsole mit Modulen statt optischen Disks als Speicher ist nicht so aussergewöhnlich, wie es scheint. Ich fände das durchaus interessant. Ich behaupte mal, das ist es, was die WiiU eigentlich immer werden wollte, bevor sie halbfertig auf den Markt geworfen wurde.

NX-Entwurf laut Eurogamer

NX-Entwurf laut Eurogamer

10. Major Tom Over

Mit diesem Beitrag verschwindet das letzte Musikvideo im Blog von der Startseite. Das geht natürlich überhaupt gar nicht, also ist hier zum Ausgleich der damalige ISS-Kommandant Chris Hadfield mit einer 2013er Coverversion von David Bowies Space Oddity


Less Litter Lifestyle 1: Zahnpasta

Die ganze Serie

Zahnpasta im Glas im Bad

Auch die Bilder werden hier manchmal recycelt

So, wie heute morgen schon angekündigt geht es nun mit der Zahnpasta los. Die war ja schon im Juli in diesem Blog zu finden, aber diesmal kommen noch ein paar Erfahrungen hinzu. Und sie bekommt ihren ganz eigenen Beitrag mit mehr Informationen und Eyecatcher-Version des Artikelbildes. Ja, das ist eine Miniversion des Blogdesigns, wie es auch im geplanten Youtube-Kanal Verwendung finden wird.
Aber genug davon, zum eigentlichen Sinn des Beitrags: Selbst gemachte Zahnpasta.

Zahnpasta ist ein zentrales Produkt jedes Haushaltes, das recht viel Müll macht. Im Verhältnis zum Inhalt sind die Tuben nicht wenig und wirklich wiederverwertbar sind sie eigentlich auch nicht, weil sie schwer zu reinigen sind. Wahrscheinlich landen Zahnpastatuben trotz des Grünen Punktes nahezu komplett in der Verbrennung. Also die unschönste Variante von Altagsabfall, ausser vielleicht Batterien.
Es gibt verschiedene Ansätze für Ersatz, aber Zahnpulver, Dentaltabs, Salz und das Kauen auf Miswak-Zweigen sind einfach zu unkonventionell, um sie Einsteigern zu empfehlen. Wir wollen ja nah an dem bleiben, was die Leute kennen.
Die Zahnpasta auf Kokosöl-Basis unterscheidet sich auch von herkömmlicher Zahnpasta, aber die Anwendung ist praktisch identisch. Sie schäumt halt nicht, sondern schmilzt im Mund zu einem Öl, das im Geschmack süß (ohne das Xylitol salzig) mit einer Note des eingesetzten ätherischen Öls ist.
Die Zutaten gibt es in Großpackungen in gut sortierten Drogerien. Nur Xylitol muss man möglicherweise etwas länger suchen, einzelne Drogerien haben aber auch diesen erhältlich.

Die Zusammenstellung ist eine Mischung aus unterschiedlichen Rezepten für Kokosöl-Zahnpasta nach ausgiebiger Prüfung der Zutaten und was die Medizin über ihre Wirkung zu sagen hat. Ein paar Zutaten sind dabei rausgeflogen.
Die manchmal empfohlene Mineralerde scheuert zu stark und kann die Zähne schädigen. Das Natron erfüllt ihre Aufgaben weniger aggressiv.
Kalzium-Magnesium-Pulver hat bei mir schlichtweg nicht funktioniert. Zum einen habe ich keines bekommen, sodass ich entsprechende Tabletten im Mörser zerstoßen habe. Das Ergebnis löste sich größtenteils nicht im Kokosöl und machte die ganze Mischung zu fest.

Rezept

Zutaten

  • 3 EL Kokosöl
  • 1½ EL Xylit
  • 1 EL Natron
  • ca. 10 Tropfen ätherisches Öl (eine Minze oder Zitrusfrucht)
  • etwas helles Sesamöl (optional)

Herstellung
Das Kokosöl ist unser Träger. Als erstes müssen wir das bei Zimmertemperatur feste Kokosöl verflüssigen. Das ist recht einfach, da Kokosöl bereits bei 26-29°C schmilzt, es reicht also, das Glas in die Mittagssonne oder warmes Wasser zu stellen.
Die festen Zutaten und das ätherische Öl können dann einfach eingerührt werden.
Sollte das Ergebnis nach dem Abkühlen zu fest erscheinen, kann man helles Sesamöl (kein dunkles, da es einen starken Eigengeschmack hat) zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Anwendung

Mit einem Löffelchen o.ä. auf die Zahnbürste geben. Diese Paste schäumt nicht wie gekaufte Zahnpasta, daher reicht hier keine erbsengroße Menge, sondern etwa doppelt so viel. Im Gegenzug ist deutlich weniger Ausspülen nach dem Zähneputzen nötig.
Kokosöl schmilzt relativ schnell, bei mir sind im Sommer 2016 sowohl reines Öl als auch die Zahnpasta bei 28°C vollkommen flüssig geworden.

Wirkung

Kokosöl oder Kokosfett ist ein sehr wertvolles Öl, welches in vielen Kosmetika und Lebensmitteln verwendet werden kann. Sein Schmelzpunkt oberhalb der Raum- und unterhalb der Körpertemperatur macht es für unseren Zweck fast ideal. Daneben gibt es auch Studien, die Kokosöl eine positive Wirkung auf Karies bescheinigen. Kokosöl wirkt direkt antibakteriell.
Xylit, auch als Xylitol, Birkenzucker oder unter dem Handelsnamen Xucker bekannt, ist normalerweise eine Süßstoff. Bereits seit den 1970ern wurde wiederholt nachgewiesen, dass Xylit bei der Bekämpfung von Karies helfen kann. Plaque-Bakterien halten ihn für Zucker und nehmen ihn auf, können ihn jedoch anschließend nicht verdauen, wodurch sie ausgehungert werden. Aber Achtung: Hunden kein Xylit geben, für die ist es anders als für Menschen giftig.
Eine wichtige Wirkung von Natron ist das Neutralisieren von Säuren. Im Kern sind es nicht die Bakterien, die unsere Zähne schädigen, sondern die von ihnen ausgeschiedenen Säuren, wenn sie Zucker fressen. Natron hilft, diese Säuren zu bekämpfen. Hinzu kommt, dass es ein leicht scheuert, was das Entfernen von Ablagerungen an den Zähnen erleichtert. Handelsübliche Zahnpasta setzt zu genau diesem Zweck häufig mikroskopische Plastikkügelchen ein, die stark in der Kritik stehen.
Unter den ätherischen Ölen sind es vor allem jene der Minzen und Zitrusfrüchte, die den Speichelfluss fördern. Speichel ist die natürliche Waffe des Körpers gegen Keime und Säuren im Mundraum, ausserdem fördert er die Verdauung.

Müllvermeidung

Alle Bestandteile sind in Großverpackungen erhältlich, wobei das bei ätherischen Ölen Fläschchen von 10 ml sind. Ätherische Öle setzt man allerdings auch nur tröpfchenweise ein.
Damit sind sie nicht müllfrei, aber die Menge an Abfall ist deutlich niedriger als bei gekaufter Zahnpasta. Zudem ist diese Mischung so gesund, man kann sie theoretisch essen. Alle Zutaten sind extrem lange haltbar und lassen sich für verschiedenste Zwecke verwenden — sie werden uns in dieser Serie entsprechend alle wieder begegnen.

Nächste Woche begrünen wir dann unsere Fensterbänke mit einer weiteren überaus gesunden Zutat. Und das sogar komplett ohne Abfall!