SamstÀgliche Sechs 08.10.2016

Jede Woche Freitag oder Samstag, je nachdem, wann es zeitlich klappt, die fĂŒnf beziehungsweise samstags sechs Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen AlltĂ€glichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfĂ€llt.
Diese Woche mit Schritten zurĂŒck nach vorn und ein paar echten Neuheiten.

1. Polen kippt Abtreibungsverbot

Die Geschichte um das Abtreibungsverbot in Polen ist Höhepunkt in der erschreckenden Entwicklung einer in jeder Beziehung offen rĂŒckschrittlichen polnischen Regierung. Doch endlich wurde es dem Parlament zu bunt und es hat den Entwurf, nach dem Frauen, die abtreiben ohne in Lebensgefahr zu schweben, ins GefĂ€gnis kommen können, abgelehnt.
Großartiges Nebenergebnis: Diese Grafik auf Seiten der Gegner.wkurzonamacica

2. Ende der Softwarepatente?

Patente auf Software sind ein umstrittenes Feld. Vor allem die hÀufige Patentierung von Grundkonzepten des Umgangs mit Computern kann Entwickler vor ernsthafte Schwierigkeiten stellen. So gibt es beispielsweise ein Patent auf Ladebalken.
Nun gehen Softwarepatente vor allem von den USA aus und genau dort haben sie jetzt einen deutlichen DĂ€mpfer bekommen. Das Berufungsgericht Washington hat mehrere solcher Patente fĂŒr nichtig erklĂ€rt. Grundlage dafĂŒr war auch die in den USA sehr hoch gehaltene und weit ausgelegte Redefreiheit.

3. Trockenspray

Hier ist ein Spray, das laut Entwicklern jede OberflĂ€che wasserabweisend machen kann. Die potenziellen Anwendungen sind beachtlich, im Alltag etwa fĂŒr Helmvisiere oder Windschutzscheiben.

Video wird erst beim Draufklicken geladen. Beim Laden werden Daten an youtube.com ĂŒbermittelt

4. Biegeakku

Ich muss zugeben, hier sind mir die Anwendungen weniger klar, aber ein paar gibt es schon, etwa fĂŒr die alte Zukunftsvision vom zusammenrollbaren Computer. Es handelt sich um einen von Panasonic entwickelten biegsamen Akku

Biegen bis einer bricht! - Bild: Christoph Dernbach/dpa

Biegen bis einer bricht! – Bild: Christoph Dernbach/dpa

5. GĂŒnstiger reparieren in Schweden

Schweden hat einen reduzierten Mehrwertsteuersatz fĂŒr Reparaturen eingefĂŒhrt. Sehr gute Idee, könnte man bei uns doch sicher auch machen.

6. Lego-MĂ€nnchen im Straßenverkehr

Kommen wir zum fast obligatorischen Fahrradteil dieser BeitrÀge. Diesmal hÀtten wir einen Fahrradhelm im Lego-Kopfteile-Design zu bieten. Wenn schon Helm, dann mindestens in dieser Nerdstufe.

NatĂŒrlich aus DĂ€nemark. Produkt und Bild von MOEF

NatĂŒrlich aus DĂ€nemark. Produkt und Bild von MOEF


Less Litter Lifestyle 4: Brause Ahoi!

Die ganze Serie

Es war ein wenig lĂ€nger als geplant, aber jetzt ist alles wieder normal. Um das zu halten, habe ich die Serie vom bei mir oft gefĂŒllten Montag auf Dienstag verschoben, nicht wundern.
Was sich nicht verschoben hat, ist der Inhalt: Nach der Limonade in Teil 3 kommt nun wie versprochen die Limonade zum Mitnehmen, sprich das Brausepulver.

Von links nach rechts: Orange, Zitrone und Vanille. Im Glas prickelt ebenfalls Orange

Von links nach rechts: Orange, Zitrone und Vanille. Im Glas prickelt ebenfalls Orange

Das Grundprinzip hat sich seit der flĂŒssig hergestellten Limonade nicht verĂ€ndert: Imme rnoch kommt das Sprudeln von einer Reaktion zwischen Natron und einer SĂ€ure. Aber wĂ€hrend die flĂŒssige Variante mit der natĂŒrlichen SĂ€ure in Saft und Essig reagierte, mĂŒssen wir das hier anders bewerkstelligen, denn diesmal soll unsere Mischung haltbar und leicht zu transportieren sein. Das geht mit einer relativ schweren Flasche Saft nicht wirklich gut. Aber wir haben eine andere Option.
Bergsteigern verdanken wir eine Survival-Erfindung namens Aqua mirabilis, das Wunderwasser. Es war ein in kleinen SĂ€ckeln mitgefĂŒhrtes Pulver, mit dem man aus jedem gefundenen Wasser ein schnelle Erfrischung herstellen konnte. Es sterilisierte das Wasser zwar nicht, aber immerhin tötete die Natron-SĂ€ure-Reaktion doch genug Keime, um das Risiko einer KrankheitsĂŒbertragung stark zu vermindern.
Darum mĂŒssen wir uns heutzutage nur noch wenig Sorgen machen. Wir haben Leitungswasser guter QualitĂ€t in nahezu jedem Haus. Was bleibt, ist eine leicht zu lagernde und zu transportierende Limonadengrundlage. Und natĂŒrlich ihr direkter Nachkomme, das Brausepulver mit Geschmack.

Aqua mirabilis

Und hier die schön formatierte Version zum Teilen in den Bild-Netzwerken

Und hier die schön formatierte Version zum Teilen in den Bild-Netzwerken

Die Mischung von Aqua mirabilis ist denkbar einfach. Um genug Pulver fĂŒr ein Glas herzustellen, mischt man einfach die folgenden Zutaten:

  • ½ TL ZitronensĂ€ure
  • ¼ TL Natron
  • ½ TL leicht löslicher Zucker (Puder- oder Traubenzucker)

Das war es schon. Das ganze gibt man dann in ein Glas mit Wasser, lÀsst es sich auflösen und fertig ist die traditionelle Bergsteigererfrischung.

Platz fĂŒr Experimente

Wer nun verschiedene Geschmacksrichtungen erhalten möchte, gibt statt dem Zucker einfach eine entsprechende Mischung dazu. Wichtig ist, dass sie trocken ist, damit Natron und SÀure nicht zu reagieren beginnen, bevor sie ins Wasser kommen.
Ich habe fĂŒr das Bild jeweils eine Halbhalb-Mischung aus getrocknet gemahlener Orangenschale und Traubenzucker, eine solche aus Zitronenschale und Traubenzucker sowie Vanillezucker benutzt, im Glas sprudelt die Orangenvariante. Der Geschmack der beiden Fruchtvarianten ist bis auf die spĂŒrbaren StĂŒckchen im GetrĂ€nk identisch mit der im Titel des Beitrags angedeuteten Markenbrause. Die Vanillebrause lĂ€sst sich schlecht vergleichen, denn Vanillebrause habe ich noch nie irgendwo fertig gesehen — sie riecht besser, als sie schmeckt, schmeckt aber auch nicht schlecht.
Das deutet schon an: Macht man die Brause selbst, kann man alles ausprobieren. Warum zum Beispiel nicht Lavendel-Brause? Gefriergetrocknete Erdbeeren zermahlen dazugeben? Oder wie wĂ€re es nĂ€chstes Jahr mit etwas Pulver von getrockneten WurzelstĂŒcken des Ingwers aus dem zweiten Teil der Reihe? Gar Knoblauchpul… okay, es gibt doch einen Schritt zuviel. Oder doch nicht? Es sind eure Geschmacksnerven!
Manche Rezepte aus dem Netz nutzen ĂŒbrigens Wackelpuddingpulver fĂŒr den Geschmack. Mit seinen PortionstĂŒtchen nicht die beste Variante fĂŒr die Abfallvermeidung, aber halt auch möglich, zum Beispiel als einfache Bezugsquelle fĂŒr Waldmeistergeschmack.

MĂŒllvermeidung

Das kommt natĂŒrlich sehr auf die Quellen der Rohstoffe an. Kauft man diese in Großgebinden, vermeidet man die ganzen TĂŒtchen, welche bei der portionsweise abgepackten Fertigbrause anfallen. Als Bonus hat man die Möglichkeit, nach Herzenslust zu experimentieren und meidet einige zwiefelhafte Inhaltsstoffe des Originals wie Acesulfam-K und Saccharin.

NĂ€chste Woche

Es ist herbstlichster Herbst und damit kommen wir zu den Dingen, die nur im Herbst gehen. Ich empfehle, sich draussen schon mal mit Kastanien und NĂŒssen einzudecken. NĂ€chste Woche verarbeiten wir dann die Kastanien zu Shampoo und Waschmittel.


SamstÀgliche Sechs 01.10.2016

Jede Woche Freitag oder Samstag, je nachdem, wann es zeitlich klappt, die fĂŒnf beziehungsweise samstags sechs Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen AlltĂ€glichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfĂ€llt.
Diese Woche: Dinge fĂŒr Dinge!

1. Paris fĂŒr FußgĂ€nger

Anders als die meisten ReisebroschĂŒren finde ich Paris nicht sonderlich schön. Zuviel Beton, zuviele Straßen, zuviele Autos. Nun, auch die BĂŒrgermeisterin von Paris hĂ€lt letzteres fĂŒr ein Problem und nun ist die Stadt auf dem Weg, das rechte Ufer der Seine fĂŒr Autos zu sperren und statt der Straße eine Flaniermeile einzurichten. Damit sĂ€he Paris dann deutlich mehr so aus, wie man sich das als Tourist vorstellt.

Paris ohne Autos am rechten Seine-Ufer Derzeit ist da eine große, regelmĂ€ĂŸig verstopfte Straße - BIld: Stadt Paris

Paris ohne Autos am rechten Seine-Ufer Derzeit ist da eine große, regelmĂ€ĂŸig verstopfte Straße – Bild: Stadt Paris

2. Polizei fĂŒr Banksy

Aus der beliebten reihe „hihi“ - Bild: Facebook/Red & Black Anarchists

Aus der beliebten Reihe „hihi“ – Bild: Facebook/Red & Black Anarchists

3. Wasserstoff fĂŒr Flugzeuge

Ich bin noch nicht ĂŒberzeugt, dass es eine gute Idee ist, CO2-Abgase durch H2O-Abgase zu ersetzen, denn auch heisser Wasserdampf wirkt auf das Klima alles andere als normalisierend. Aber die Technik steckt noch so weit in den Kinderschuhen, man hat wohl genug Zeit, die Wirkung von zusĂ€tzlichem Wasserdampf als Treibhausgas zu untersuchen. Vielleicht ist die Menge ja relativ zur Gesamtwassermenge gering genug, dass es egal ist.
GrundsÀtzlich öffnet ein Wasserstoffflugzeug aber auch den Weg zu anderen Möglichkeit, etwa einem vollelektrischen Flug. Also darf es definitiv in die guten Nachrichten der Woche, dass in Stuttgart der erfolgreiche Testflug eines Wasserstofffliegers gelungen ist.

4. Albtraum fĂŒr Scheuer

CSU-GeneralsekretĂ€r Scheuer machte sich letzte Woche mit der Aussage unbeliebt, man handele sich durch die FlĂŒchtlingsaufnahme Leute wie einen „ministrierenden Fußballspieler aus Senegal“ ein, die man nicht mehr „loskriege“. Warum man solche Leute wieder los werden wollte, bleibt ohnehin auf ewig Scheuers Geheimnis.
Nun, in einem seltenen Akt von Journalismus wurde der ministrierenden Fußballspieler aus Senegal tatsĂ€chlich gefunden. Adolphe Diop ist gradezu ein Musterbeispiel fĂŒr gelungene Integration aus Bad Soden im Taunus.

5. Streicheln fĂŒr Esel

Ebenfalls letzte Woche ging in Mönchengladbach die Nachricht um, dass Unbekannte die neu aufgestellten bronzenen Esel auf dem Sonnenhausplatz beschĂ€digt hatten. Diese wurden inzwischen repariert und gestern abend durfte ich eine ungewöhnliche Beobachtung machen: Leute gingen zu den Eseln und streichelten sie ĂŒber den reparierten Schwanz. Irgendwie sĂŒĂŸ.

6. Fahrrad fĂŒr Paddler

Das Autocanoe, trotz des Namens eher ein amphibisches Tretboot - Bild: Autocanoe

Das Autocanoe, trotz des Namens eher ein amphibisches Tretboot – Bild: Autocanoe


FreitĂ€gliche FĂŒnf 23.09.2016

Die wöchentlichen fĂŒnf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen AlltĂ€glichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfĂ€llt. Nach langer stressbedingter Pause nun wieder regelmĂ€ĂŸig.
Diese Woche mit jeder Menge guter Eingebungen.

1. Ein ApfelpflĂŒcker

Bild: Die nĂ€chste Stufe presst fertigen Apfelsaft und schließt das Loch dann wieder DIY All in One

Bild: Die nĂ€chste Stufe presst fertigen Apfelsaft und schließt das Loch dann wieder DIY All in One

Perfekte Idee fĂŒr die grade anlaufende Apfelsaison, wenn man Plastikflaschen ĂŒbrig hat und vermeiden möchte, fĂŒr diese Missetat in die Hölle zu gehen. Oder NĂ­Ă°höggr vorgeworfen zu werden, je nach Religion halt.

2. Ha!

Kleiner Scherz vom Regierungssprecher

Kleiner Scherz vom Regierungssprecher

3. Farbe bekommen

Wie man es von der Mongolei erwarten wĂŒrde, gesunde BrĂ€une im Gesicht  Bild: Guardian

Wie man es von der Mongolei erwarten wĂŒrde, gesunde BrĂ€une im Gesicht BIld: Guardian

Psittacosaurus ist ein kleiner, extrem hĂ€ufiger Dinosaurier aus der Mongolei und ein Vertreter der frĂŒhen Formen jener Tiere, die spĂ€ter bekanntere Riesen wie Triceratops hervorbringen wĂŒrden. Er war immer mal wieder fĂŒr Überraschungen gut und eine besonders spektakulĂ€re ist nun Frankfurter Wissenschaftlenr gelungen.
Erstmals konnte an einem Fossil die Farbe der Haut rekonstruiert werden. Wir wissen nun also, welche Farbgebung dieser Dinosaurier zu Lebzeiten aufwies. Das galt lange als unmöglich und selbst bis vor ein-zwei Jahren war dies nur bei den Federkleidern gefiederter Dinosaurier gelungen.
Das wird nicht bei jedem Dinosaurier möglich sein, Fossilien dieser QualitĂ€t sind extrem selten. Aber dass es ĂŒberhaupt möglich ist, ist eine Sensation. Schade nur, dass er genau das braune Farbmuster hat, dass ihm von den KĂŒnstlern lange zugeschrieben wurde.

4. Ha!2

Aber wie soll ich jetzt interpretieren, dass auch Arte das fehlende Komma ĂŒbersieht?

Aber wie soll ich jetzt interpretieren, dass auch Arte das fehlende Komma ĂŒbersieht?

5. Ein seltsames Fahrrad

Viel zu lange kein seltsames Fahrrad mehr im Blog gehabt. Hier, bitte, auch wenn es ein paar jahre hinter sich hat:

Ich nenne es Gorilrad, der Erfinder lieber Jetpack Bike - Bild: Atomic Zombie

Ich nenne es Gorilrad, der Erfinder lieber Jetpack Bike – Bild: Atomic Zombie


Der Happy-Happy-Joy-Joy-Fun-Super-Schalala-Aufhol-Freitag

Okay, die FreitĂ€glichen FĂŒnf funktionieren hervorragend, wenn man maximal eine Woche verpasst. Bei mehr als zwei Wochen wachsen sie zu einem Monstrum heran. Mein letzter Monat war extrem voll und so habe ich das Blog ein wenig brach liegen lassen.
Nun, das kann nicht so bleiben und mit diesem großen Aufhol-Artikel diverser Notizen fĂŒr die FreitĂ€glichen FĂŒnf aus den letzten Wochen stelle ich es nun wieder auf die FĂŒĂŸe. Wahrscheinlich ĂŒbersehe ich ein paar EintrĂ€ge in den Tiefen meiner Lesezeichenlisten und ich ĂŒberspringen meine persönlichen Dinge, aber ich komme wieder auf den Stand. Manche haben sich auch einfach erledigt.
Es folgen dann in den nĂ€chsten Tagen im Blog noch ein paar EintrĂ€ge, die Fortsetzung der Less-Litter-Lifestyle-Reihe und regulĂ€re FreitĂ€gliche FĂŒnf. Und dann sind wir wieder im normalen Betrieb.

Jungfernflug fĂŒr einen Hintern

Airlander alias Der Fliegende Hintern, fliegt UND hinternt (Bild: Reuters)

Airlander alias Der Fliegende Hintern, fliegt UND hinternt (Bild: Reuters)

Der Airlander 10, das britische Transportluftschiff, hat seinen Jungfernflug absolviert. Ich habe immer noch große Hoffnungen in die Luftschifffahrt als Zukunftstechnologie.

Klappleiter

Auch einfache Dinge lassen sich noch vollkommen neu denken. Bei RĂ€dern gab es das schon ein paar Mal, wohl aus Trotz dem Volksmund gegenĂŒber und seinen nicht neu erfindbaren RĂ€dern. Hier ist eien Klappleiter.

Klappt! - Bild: Core77

Klappt! – Bild: Core77

Paris gegen Oldtimer

WĂ€hrend alte Autos hierzulande gehĂ€tschelt udn aus allen Abgasverordnungen ausgenommen werden, holt Paris sie gezielt von der Straße. Möglicherweise schlĂ€gt das etwas ĂŒber die StrĂ€nge (gilt das auch fĂŒr alte Elektro-Autos?), aber es ist ein angenehmer Kontrast zum Umgang in Deutschland.

Milch statt Plastik

Amerikanische Forscher haben eine Alternative zum Plastik in Dingen wie Milchverpackungen gefunden. Nun muss ich sagen, ich bin da etwas gespalten – die neue Verpackung besteht aus Casein, einem meist (wenn nicht gar immer) aus Milch gewonnenen Protein. Und Milch hat nun nicht grade die beste Umweltbilanz unter den Werkstoffen, mal davon abgesehen, dass Casein ein verbreitetes Allergen ist, was fĂŒr Lebensmittelverpackungen wenig geeignet erscheint. Aber es ist ein interessanter Ansatz.

Freie Lizenzen bei den Öffentlich-Rechtlichen?

Offenbar hat der Rundfunkrat von ARD und ZDF sich in letzter Zeit verstĂ€rkt mit Lizenzen aus dem Creative-Commons-Bereich beschĂ€ftigt. Das ist sehr gut. Ich bin schon lange der Meinung, dass eigene Inhalte dieser öffentlich finanzierten Sender auch dem öffentlichen Gebrauch zur VerfĂŒgung stehen mĂŒssten, bis hin zu Gemeinfreiheit fĂŒr bestimmte Inhalte.

GebĂ€rmutterhalskrebs geht zurĂŒck

GebĂ€rmutterhalskrebs, einer der wenigen Krebse, die viral verursacht werden können, ist seit der EinfĂŒhrung von Impfungen gegen das Papillomavirus in Australien um die HĂ€lfte zurĂŒckgegangen.

Wildblumen-Biogas

Ein Pilotprojekt im MĂŒnsterland experimentiert mit dem Einsatz von Wildblumenwiesen statt Mais-Monokulturen als Rohstoff fĂŒr Biogaserzeugung.


Less Litter Lifestyle 3: Limonade

Die ganze Serie

Das Wetter ist heute ebenso wie schon am Wochenende großartig hier im Rheinland und so bietet sich an, eine Erfrischung vorzustellen.

Drei Flaschen Limonade auf einem Tisch im Park

Limo selbstgemacht, der Park war zum GlĂŒck schon fertig da

Das englische Wort „soda“ hat im Deutschen zwei mögliche Übersetzungen: Natron und Limonade (oder auch allgemein SprudelgetrĂ€nk). Das hat seinen Grund. Bevor Limonade mit komprimiertem CO2 hergestellt wurde, wie wir das heute kennen, verwendete man Natron, um den Sprudel ins GetrĂ€nk zu bekommen.
Und weil das mit ZitrusfrĂŒchten besser geht als mit anderen, ist es im Deutschen auch Limonade.
Nun muss ich gleich vorab sagen: Das GetrĂ€nk unterscheidet sich schon deutlich von Limonade in Flaschen. Es sprudelt nicht lange und erinnert vom MundgefĂŒhl her eher an Ahoj-Brause. Auch diese beruht auf dem selben Prinzip: Trifft Natron auf eine SĂ€ure, zerstören die SĂ€ure und das Natron sich gegenseitig, wobei CO2 entsteht — es sprudelt. Das ist zwar ungeeignet, um Limonade fĂŒr das AbfĂŒllen in Flaschen herzustellen, aber fĂŒr eine schnelle Erfrischung ist es ideal.

Hier habe ich im Grunde zwei Rezepte erfolgreich ausprobiert – eines unter dem Namen „Omas Erfrischung“, das andere in den Varianten Zitrone und Limette in den praktischen HenkelglĂ€sern oben im Bild. Ich mag die HenkelglĂ€ser.

Es sprudelt: Zitrusfruchtlimos mit Natron

Limo aus drei Zutaten (plus Wasser)

Und hier das praktisch betxtete Bild zum Weiterteilen des Artikels

Die meisten Rezepte im Netz kommen mir sehr dĂŒnn und wĂ€ssrig vor, deshalb habe ich die Menge Saft etwas erhöht, bis es mir schmeckte. Einfach ein wenig die Mengen variieren, jeder Geschmackssinn ist anders. Es hat mit Zitronen und Limetten hervorragend funktioniert, aber auch andere ZitrusfrĂŒchte mĂŒssten ohne Zugabe von zusĂ€tzlicher SĂ€ure gehen.

Man gebe in dieser Reihenfolge in eine Flasche oder ein großes Glas:

  • ¼ l Wasser
  • Saft einer Zitrone oder Limette (bzw. 4 EL purer Saft aus der Flasche)
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Natron

Sobald das Natron zugegeben wird, beginnt das GebrĂ€u, stark zu schĂ€umen. Sobald der Schaum anfĂ€ngt zurĂŒckzugehen, kann es getrunken werden. Da das Sprudeln keine halbe Stunde hĂ€lt, wĂŒrde ich es immer frisch und portionsweise zubereiten.

Erst nach dem Sprudeln trinkbar: Omas Erfrischung

Okay, das war im ersten Moment eine unangenehme Erfahrung: Omas Erfrischung ist im Grunde Essiglimonade. Mir haben einige Leute bestĂ€tigt, dass das keine Erfindung der verlinkten Seite ist. Das Prinzip ist Ă€hnlich den obigen Limos und sie ist wohl eine der UrgroßmĂŒtter unserer heutigen Limonaden. Und immerhin, ist das Sprudeln einmal abgeklungen, ist das Ergebnis ganz trinkbar. Nicht vom vag chemischen Geruch der Essigessenz abschrecken lassen.
Allerdings nicht mit der geringen Menge an Wasser und Natron, die das Originalrezept angibt.

Es kommen nacheinander in eine Flasche oder großes Glas:

  • ¼ l Wasser
  • 2 TL Braune Essig-Essenz
  • 2TL Zucker
  • 1 TL Natron

Dieses GetrÀnk wird weniger stark schÀumen als die Limonade, aber dennoch sichtbar reagieren. Erst trinken, wenn sich das Natron aufgelöst hat, dann ist der starke Essiggeschmack zu einem trinkbaren Aroma reduziert.
Im Bild oben ist das GetrÀnk klar, das liegt aber daran, dass ich nur klare Essigessenz bekommen habe. Mit brauner Essenz ist es entsprechend eingefÀrbt.

MĂŒllvermeidung

Selbst wer seine Limonade bereits selber macht, spart auf diese Weise die Patronen ein, die ein Sprudelautomat im Betrieb verbraucht. De Menge an GetrĂ€nken, die man so sprudeln lassen kann, ist natĂŒrlich beschrĂ€nkt, denn wir brauchen als Grundlage SĂ€uren. Dieses Problem werden wir nĂ€chste Woche lösen, wenn wir auf der selben Grundlage in jeder nur denkbaren Geschmacksrichtung Brausepulver machen.


FreitĂ€gliche FĂŒnf mit Bonus 12.08.2016

Die wöchentlichen fĂŒnf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen AlltĂ€glichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfĂ€llt.
Diese Woche vom Kopf bis zu den FĂŒĂŸen.

1. Weit ĂŒber unseren Köpfen

Der Bau des Damms SĂŁo-Luiz-do-TapajĂłs wurde gestoppt. Bei diesem Damm handelte es sich um ein Riesenprojekt in Brasilien, welche große RegenwaldflĂ€chen mit seinem Stausee vernichtet hĂ€tte.

2. Arme

Einige haben wahrscheinlich mitbekommen, dass bei den Olympischen Spielen ein Vertriebenenteam antritt. Die Spiele kĂŒmmern mich ebensowenig wie die meisten anderen Sport-Großveranstaltungen, aber es gibt eine großartige Geschichte um die Frau in dem Bild da oben.
Das ist Yusra Mardini. Sie stammt aus Syrien und lebt derzeit in Berlin, beziehungsweise exakt jetzt im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro. Beeindruckend ist ihre Leistung auf der Flucht: Als ihr Boot liegen blieb, sprang sie ins Wasser und schob das Boot gemeinsam mit ihrer Schwestern und zwei nicht nÀher bekannten Insassen durch das Mittelmeer nach Lesbos.
NĂ€her an eine gottverdammte Superheldengeschichte kommen wir in diesem Universum nicht mehr.

3. HĂ€nde an der Tastatur

Die Wahrheit!

Die Wahrheit!

Keine Ahnung, wo das ursprĂŒnglich herkommt, aber: Ja!

4. GĂŒrtellinie

Schnallenloser GĂŒrtel

Ich denke, der Dateiname spricht fĂŒr sich: 였렌지슀ìčŽìŽ_UrlEmbed_ëł”ì‚Ź_2 – Bild: Indiegogo/Freebelt

Ein ungewöhnliches geringes Ziel bei Crowdfunding, aber ein hochinteressantes Projekt: GĂŒrtel ohne Schnallen. Die GĂŒrtel sollen einfach umgeschlagen und dann mit Knöpfen festgemacht werden. Einfach, aber interessant.
Nur schade, dass das Patent bedeutet, dass es wohl etwas dauern wird, bis jeder die machen kann.

5. Hintern

Ein Glastisch auf Basis einer hölzernen Nilpferd-Figur

Zum Ende ein Ende – Bild: Derek Pearce


Ich finde diesen Tisch von Derek Pearce klasse.

6. Bonus fĂŒr die Beine: Ab aufs Rad

NĂ€chsten Samstag, den 20.08.2016, darf ich erneut eine Fahradtour von Mönchengladbach zum Klimacamp leiten. Das ist diesmal ganz in unserer NĂ€he in den Orten Borschemich und Wanlo, direkt an der sĂŒdlichen Grenze von Mönchengladbach. Fahrt mit!kohle-oder-zukunft


Less Litter Lifestyle 2: Ingwer

Die ganze Serie

Ingwer-Pflanze an einer Mauer

FĂŒrs Foto darf er auch mal raus

Kurze Mitteilung vorab: Ab sofort sind alle BeitrĂ€ge dieser Reihe untereinander direkt vernetzt. Einfach aus dem Auswahlfeld „Die ganze Serie“ unter der Überschrift den gesuchten Artikel rauspicken, draufklicken, fertig.
Und nun zum eigentlichen Artikel.

Nicht alle tropischen GewĂŒrze lassen sich einfach im Haus anbauen. Vanille zum Beispiel ist eine mehrere Meter hohe kletternde Orchidee mit intensivem Duft. Einige andere dagegen sind extrem einfach. Und um eine solch einfache GewĂŒrzpflanze der Tropen geht es heute.
Ingwer ist eine sich weltweit immer grĂ¶ĂŸerer Beliebtheit erfreuende Pflanze aus Asien, die vor allem fĂŒr ihr scharfes Rhyzom bekannt ist, das geraspelt verarbeitet wird. Die Zahl der verfĂŒgbaren Rezepte ist groß und vielfĂ€ltig, aber auch als Heilmittel (magenberuhigend und von Innen infektionshemmend) ist er beliebt. Und Ingwer ist eine sehr pflegeleichte Zimmerpflanze.

Anzucht und Pflege

Ingwer zÀhlt zu jenen Pflanzen, die man nicht teuer im GartengeschÀft erwerben muss. Im Gegenzug erfordert er allerdings etwas Geduld. Wir brauchen:

  • 1 Ingwerknolle, unbeschĂ€digt und nicht verschrumpelt
  • Lockere Blumenerde
  • 1 großen Blumentopf

Das Prinzip ist sehr einfach: Knolle vom GemĂŒsehĂ€ndler mit den Triebspitzen nach oben in die Erde, gut bedecken, regelmĂ€ĂŸig gießen (etwa alle 2-3 Tage ist fĂŒr Ingwer gut, zuviel Wasser dagegen behagt ihr gar nicht) und nach etwa einem Monat kommen die ersten Triebe, die einen bis anderthalb Meter hoch werden. Die Pflanze oben im Bild wurde im April gepflanzt und hat am ersten Augustwochenende mit dem Ă€lteren Trieb eine Höhe von 1,10 Metern erreicht. Wenn man das Rhyzom vor dem Einpflanzen ĂŒber Nacht in Wasser legt, soll es in der HĂ€lfte der Zeit gehen, das habe ich aber nicht ausprobiert.
Die Pflanze kommt gut an einem hellen Standort, der nicht im direkten Sonnenlicht ist. Als tropische Pflanze braucht Ingwer einen Standort im Haus, draussen benötigt er dauerhaft Temperaturen ĂŒber 20°C. Die Erde sollte locker sein, bei mir ist es Kokoserde (ein Abfallprodukt aus dem Kokosnussanbau).
Eigentlich sind wir jetzt im August reichlich spĂ€t fĂŒr Ingwer, da er im November in die Winterruhe geht, aber genug Zeit, damit die Wurzel wenigstens ein bisschen wĂ€chst, bevor das passiert, sollte noch sein. Ansonsten: Beitrag fĂŒr MĂ€rz/April vormerken.

Ernte

Wenn die Pflanze im September-November in Winterruhe geht, welken die BlĂ€tter und die Pflanze zieht sich in die Wurzel zurĂŒck. Jetzt das Gießen stark zurĂŒckstellen. Im November kann dann geerntet werden, wozu man die ganze Pflanze aus der Erde zieht und dann Triebe udn Wurzeln vom Rhyzom entfernt. Das Rhyzom kann jetzt in große StĂŒcke getrennt werden, die entweder als GewĂŒrz Verwendung finden (fĂŒr lange Haltbarkeit in Scheiben geschnitten trocknen) oder bis zum nĂ€chsten MĂ€rz in einem dunklen und kĂŒhlen (aber frostsicheren) Raum aufbewahrt werden, um dann eine neue Ingwerpflanze und damit neue Ingwerwurzeln zu erhalten.
Wem eine Pflanze zu wenig Ingwer bringt, der kann aus dem Rhyzom jetzt auch weitere Pflanzen erhalten. Dazu braucht es ein nicht zu kleines StĂŒck Ingwerwurzel mit einer Triebspitze. Die Pflanze blĂŒht zwar auch, aber die von tropischen Vögeln bestĂ€ubten IngwerblĂŒten werden bei uns nicht befruchtet, auf Samen braucht man also nicht spekulieren. Allerdings sind die nur wenige Tage stehenden BlĂŒten sehr schön und anders als bei anderen GewĂŒrzpflanzen, wie etwa Minze, kann man die BlĂŒte ruhig gewĂ€hren lassen, sie mindert nicht das Aroma.
Wir werden unsere Ingwerwurzel, ob nun eine gekaufte oder sogar schon eine eigens angebaute, in dieser Serie ĂŒbrigens noch ein-zweimal als Zutat sehen.

MĂŒllvermeidung

Klare Sache: Das ganze Projekt erzeugt praktisch gar keinen Abfall, vielleicht noch eine TĂŒte, wenn man den Ingwer unnötigerweise eingepackt bekommen haben sollte. Hinzu kommt die etwaige Verpackung der Erde.
Theoretisch kann man mit dem eigenen Ingwer den Abfall sogar noch stĂ€rker reduzieren als wenn man unverpackten Ingwer vom Bioladen kauft. Wie? Nun, auch die BlĂ€tter des Ingwer sind essbar und wĂŒrzig, sie können in Streifen geschnitten in Suppen oder Salaten verwendet werden.

NĂ€chste Woche

Was nÀchste Woce kommt, mache ich ein wetterabhÀngig, ich hab da zwei Optionen. Sonnig und warm gibt es eine Erfrischung, bei Regenwetter wird gehandwerkt.


Zweiwöchige Zehn 05.08.2016

Die wöchentlichen fĂŒnf Dinge der Woche, die mich gefreut oder mir gefallen haben. Denn mies gelaunt sind wir hier im Internet oft genug. Alles persönlich, es kann also von großen Nachrichten bis zu kleinen AlltĂ€glichkeiten reichen. Ohne feste Reihenfolge einfach, wie es mir beim Schreiben einfĂ€llt.
Diesmal wieder fĂŒr zwei Wochen, weil sich die Feriensaison fĂŒr mich irgendwie zum genauen Gegenteil entwickelt und ich mal wieder einen Freitag verpasst habe. Unter anderem gab es heute ein neues Buch abzuschließen, aber dazu komme ich gleich

1. How to Sing Butterflies

How to Sng Butterflies DXEndlich mal wieder habe ich ein neues Buch fertiggestellt. Eigentlich sogar zwei, denn die Kurzgeschichtensammlung erscheint in einer Standardausgabe und einer DX Edition. Das allein wird schon ein interessantes Experiment.
Die Standardausgabe ist eine einfache Sammlung von 22 englischsprachigen Kurz- und KĂŒrzestgeschichten, darunter drei erstmalig veröffentlichte Titel (Regulatory Measures -Science-Fiction-, Ghostly -Fantasy/Literarisch- und Curiosity -Western-) und vier aus dem Deutschen erstmalig ins Englische ĂŒbersetzte Geschichten (Khamel, Feuchten Fußes, Schwarzer Schwinge und Staksigen Schrittes). Die Sammlung spannt durch alle Genres der Fantastik sowie Xenofiction und wie immer man genrelose Fiktion nennen mag. Insgesamt fast 13.000 Wörter (12.944) zum Preis von 1,99 € sind es geworden, verteilt auf Geschichten von wenigen Wörtern LĂ€nge bis zu solchen von um die zweitausend Wörtern.
Die DX Edition enthĂ€lt alle Inhalte der Standardausgabe, ergĂ€nzt sie aber mit zusĂ€tzlichen Kommentaren zu jeder Geschichte. Darin erfahren interessierte Leser mehr zu Idee und Entstehung der Geschichten. Etwas ĂŒber 21.000 Wörter fasst diese Ausgabe mit dem zusĂ€tzlichen Inhalt fĂŒr 2,99 €.
Die beiden Editionen sind aktuell in der PrĂŒfung und sollten die Nacht bei Amazon und dann nach und nach bei den anderen Shops auftauchen. Und diesmal nur zwei Tage spĂ€ter als geplant. Ich werde besser mit diesen Terminen.

2. #OffeneTuer

Was in der Rolle von Twitter zum Attentat von MĂŒnchen bei vielen in den Köpfen bleiben wird, sind die Vorurteile der Rechten, die sich dort sofort ausbreiteten. Das hat mit unseren Gehirnen zu tun, die negative Erfahrungen wichtiger nehmen als positive (gut fĂŒrs berleben als Steinzeitmensch, schlecht fĂŒr die Laune).
Was dabei ein wenig untergeht, ist eine deutlich grĂ¶ĂŸere Reaktion bei Twitter: Etliche, die unter dem Hashtag #OffeneTuer jenen Übernachtungsmöglichkeiten boten, die unterwegs von der Ausgangssperre der Polizei ĂŒberrascht worden waren. Einschließlich vieler Moscheen und Kirchen.

Aktion Offene TĂŒr

Bild: Facebook/Islamische Zeitung

3. WĂŒstengemĂŒse

Die Gruppe Roots Up nutzt einen alten Pfadfindertrick zum Wassersammeln fĂŒr eine variation des GewĂ€chshaus-Prinzips, die es ermöglicht, im trockenen Äthiopien durstiges GemĂŒse wie Kohlpflanzen anzubauen.

Video wird erst beim Draufklicken geladen. Beim Laden werden Daten an youtube.com ĂŒbermittelt

4. Heimische Papaya

Im oberfrĂ€nkischen Kleintattau gibt es jetzt TropenfrĂŒchte aus dem GewĂ€chshaus. An sich noch nicht so erstaunlich, aber dieses GewĂ€chshaus wird mit AbwĂ€rme aus der Umgebugn betrieben, hat also mit den wegen des Energieverbrauchs in Verruf stehenden ĂŒblichen GewĂ€chshĂ€usern wenig zu tun.

5. Silizium-Luft-Akku

Aus dem nahen JĂŒlich kommt ein großer Schritt zu besseren Batterien fĂŒr großtechnische Anwendungen. Die Silizium-Luft-Batterie ist ein extrem langlebiger EnergietrĂ€ger potenziell hoher KapazitĂ€t. Ob und wann sie alltagstauglich wird, bleibt abzuwarten, aber auf jeden Fall ist sie dem einen großen Schritt nĂ€her gekommen.

Schema einer Silizium-Luft-Batterie

Funktionsprinzip der SiOx-Batterie – BIld: ingenieur.de

6. Getty Images wird verklagt

Leider haben viele Stockphoto-Seiten die unangenehme Angewohnheit, sich gemeinfreie oder sonstwie frei lizenzierte Bilder abzugreifen und auf deren Veröffentlichungsrechte eine GebĂŒhr zu verlangen. Getty Images ist da ein besonders auffĂ€lliger Kandidat, die gerne auch gegen Verwendungen eigentlic gemeinfreier Bilder aus ihrer Sammlung klagen. Nun, sie haben es jetzt geschafft, eine Fotografin wegen der Verwendung ihrer eigenen Bilder zu verklagen. Die fand das gar nicht lustig und verklagte im Gegenzug Getty Images wegen vorenthaltener Einnahmen in Höhe von einer Milliarde Dollar.
Upps.

7. Grafitti in leserlich

Das schlimmste an Grafitti ist ganz klar die Sauklaue, in der sie verfasst sind. Nun, der französische KĂŒnstler Mathieu Tremblin leistet dagegen Abhilfe.

Typografisch bereinigte Grafitti an einem BrĂŒckenfeiler

Stellt sich heraus, dass es dadurch auch nicht viel verstĂ€ndlicher wird – Bild: Mathieu Tremblin

8. Neuer Rekord fĂŒr die Erneuerbaren

Portugal hat es geschafft, ganze vier Tage am StĂŒck rechnerisch vollstĂ€ndig von Erneuerbaren Energien versorgt zu werden. Weiter so!

9. NX

Wahrscheinlich spekuliert Eurogamer nur, aber die GerĂŒchte um die kommende Nintendo-Konsole NX sind schon interessant: Eine Mischung aus tragbarem System und Fernsehkonsole mit Modulen statt optischen Disks als Speicher ist nicht so aussergewöhnlich, wie es scheint. Ich fĂ€nde das durchaus interessant. Ich behaupte mal, das ist es, was die WiiU eigentlich immer werden wollte, bevor sie halbfertig auf den Markt geworfen wurde.

NX-Entwurf laut Eurogamer

NX-Entwurf laut Eurogamer

10. Major Tom Over

Mit diesem Beitrag verschwindet das letzte Musikvideo im Blog von der Startseite. Das geht natĂŒrlich ĂŒberhaupt gar nicht, also ist hier zum Ausgleich der damalige ISS-Kommandant Chris Hadfield mit einer 2013er Coverversion von David Bowies Space Oddity

Video wird erst beim Draufklicken geladen. Beim Laden werden Daten an youtube.com ĂŒbermittelt

Less Litter Lifestyle 1: Zahnpasta

Die ganze Serie

Zahnpasta im Glas im Bad

Auch die Bilder werden hier manchmal recycelt

So, wie heute morgen schon angekĂŒndigt geht es nun mit der Zahnpasta los. Die war ja schon im Juli in diesem Blog zu finden, aber diesmal kommen noch ein paar Erfahrungen hinzu. Und sie bekommt ihren ganz eigenen Beitrag mit mehr Informationen und Eyecatcher-Version des Artikelbildes. Ja, das ist eine Miniversion des Blogdesigns, wie es auch im geplanten Youtube-Kanal Verwendung finden wird.
Aber genug davon, zum eigentlichen Sinn des Beitrags: Selbst gemachte Zahnpasta.

Zahnpasta ist ein zentrales Produkt jedes Haushaltes, das recht viel MĂŒll macht. Im VerhĂ€ltnis zum Inhalt sind die Tuben nicht wenig und wirklich wiederverwertbar sind sie eigentlich auch nicht, weil sie schwer zu reinigen sind. Wahrscheinlich landen Zahnpastatuben trotz des GrĂŒnen Punktes nahezu komplett in der Verbrennung. Also die unschönste Variante von Altagsabfall, ausser vielleicht Batterien.
Es gibt verschiedene AnsĂ€tze fĂŒr Ersatz, aber Zahnpulver, Dentaltabs, Salz und das Kauen auf Miswak-Zweigen sind einfach zu unkonventionell, um sie Einsteigern zu empfehlen. Wir wollen ja nah an dem bleiben, was die Leute kennen.
Die Zahnpasta auf Kokosöl-Basis unterscheidet sich auch von herkömmlicher Zahnpasta, aber die Anwendung ist praktisch identisch. Sie schĂ€umt halt nicht, sondern schmilzt im Mund zu einem Öl, das im Geschmack sĂŒĂŸ (ohne das Xylitol salzig) mit einer Note des eingesetzten Ă€therischen Öls ist.
Die Zutaten gibt es in Großpackungen in gut sortierten Drogerien. Nur Xylitol muss man möglicherweise etwas lĂ€nger suchen, einzelne Drogerien haben aber auch diesen erhĂ€ltlich.

Die Zusammenstellung ist eine Mischung aus unterschiedlichen Rezepten fĂŒr Kokosöl-Zahnpasta nach ausgiebiger PrĂŒfung der Zutaten und was die Medizin ĂŒber ihre Wirkung zu sagen hat. Ein paar Zutaten sind dabei rausgeflogen.
Die manchmal empfohlene Mineralerde scheuert zu stark und kann die ZĂ€hne schĂ€digen. Das Natron erfĂŒllt ihre Aufgaben weniger aggressiv.
Kalzium-Magnesium-Pulver hat bei mir schlichtweg nicht funktioniert. Zum einen habe ich keines bekommen, sodass ich entsprechende Tabletten im Mörser zerstoßen habe. Das Ergebnis löste sich grĂ¶ĂŸtenteils nicht im Kokosöl und machte die ganze Mischung zu fest.

Rezept

Zutaten

  • 3 EL Kokosöl
  • 1½ EL Xylit
  • 1 EL Natron
  • ca. 10 Tropfen Ă€therisches Öl (eine Minze oder Zitrusfrucht)
  • etwas helles Sesamöl (optional)

Herstellung
Das Kokosöl ist unser TrĂ€ger. Als erstes mĂŒssen wir das bei Zimmertemperatur feste Kokosöl verflĂŒssigen. Das ist recht einfach, da Kokosöl bereits bei 26-29°C schmilzt, es reicht also, das Glas in die Mittagssonne oder warmes Wasser zu stellen.
Die festen Zutaten und das Ă€therische Öl können dann einfach eingerĂŒhrt werden.
Sollte das Ergebnis nach dem AbkĂŒhlen zu fest erscheinen, kann man helles Sesamöl (kein dunkles, da es einen starken Eigengeschmack hat) zugeben, bis die gewĂŒnschte Konsistenz erreicht ist.

Anwendung

Mit einem Löffelchen o.Ă€. auf die ZahnbĂŒrste geben. Diese Paste schĂ€umt nicht wie gekaufte Zahnpasta, daher reicht hier keine erbsengroße Menge, sondern etwa doppelt so viel. Im Gegenzug ist deutlich weniger AusspĂŒlen nach dem ZĂ€hneputzen nötig.
Kokosöl schmilzt relativ schnell, bei mir sind im Sommer 2016 sowohl reines Öl als auch die Zahnpasta bei 28°C vollkommen flĂŒssig geworden.

Wirkung

Kokosöl oder Kokosfett ist ein sehr wertvolles Öl, welches in vielen Kosmetika und Lebensmitteln verwendet werden kann. Sein Schmelzpunkt oberhalb der Raum- und unterhalb der Körpertemperatur macht es fĂŒr unseren Zweck fast ideal. Daneben gibt es auch Studien, die Kokosöl eine positive Wirkung auf Karies bescheinigen. Kokosöl wirkt direkt antibakteriell.
Xylit, auch als Xylitol, Birkenzucker oder unter dem Handelsnamen Xucker bekannt, ist normalerweise eine SĂŒĂŸstoff. Bereits seit den 1970ern wurde wiederholt nachgewiesen, dass Xylit bei der BekĂ€mpfung von Karies helfen kann. Plaque-Bakterien halten ihn fĂŒr Zucker und nehmen ihn auf, können ihn jedoch anschließend nicht verdauen, wodurch sie ausgehungert werden. Aber Achtung: Hunden kein Xylit geben, fĂŒr die ist es anders als fĂŒr Menschen giftig.
Eine wichtige Wirkung von Natron ist das Neutralisieren von SĂ€uren. Im Kern sind es nicht die Bakterien, die unsere ZĂ€hne schĂ€digen, sondern die von ihnen ausgeschiedenen SĂ€uren, wenn sie Zucker fressen. Natron hilft, diese SĂ€uren zu bekĂ€mpfen. Hinzu kommt, dass es ein leicht scheuert, was das Entfernen von Ablagerungen an den ZĂ€hnen erleichtert. HandelsĂŒbliche Zahnpasta setzt zu genau diesem Zweck hĂ€ufig mikroskopische PlastikkĂŒgelchen ein, die stark in der Kritik stehen.
Unter den Ă€therischen Ölen sind es vor allem jene der Minzen und ZitrusfrĂŒchte, die den Speichelfluss fördern. Speichel ist die natĂŒrliche Waffe des Körpers gegen Keime und SĂ€uren im Mundraum, ausserdem fördert er die Verdauung.

MĂŒllvermeidung

Alle Bestandteile sind in Großverpackungen erhĂ€ltlich, wobei das bei Ă€therischen Ölen FlĂ€schchen von 10 ml sind. Ätherische Öle setzt man allerdings auch nur tröpfchenweise ein.
Damit sind sie nicht mĂŒllfrei, aber die Menge an Abfall ist deutlich niedriger als bei gekaufter Zahnpasta. Zudem ist diese Mischung so gesund, man kann sie theoretisch essen. Alle Zutaten sind extrem lange haltbar und lassen sich fĂŒr verschiedenste Zwecke verwenden — sie werden uns in dieser Serie entsprechend alle wieder begegnen.

NĂ€chste Woche begrĂŒnen wir dann unsere FensterbĂ€nke mit einer weiteren ĂŒberaus gesunden Zutat. Und das sogar komplett ohne Abfall!